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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Anleiherating</title>
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		<title>Neue Anleiheära und ihre Folgen für Credit Ratings</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 08:27:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die globalen Anleihemärkte befinden sich in einem strukturell veränderten Umfeld, das weitreichende Implikationen für Credit Ratings mit sich bringt. Die Rückkehr zu höheren Renditeniveaus, kombiniert mit einer zunehmenden Divergenz geldpolitischer und fiskalischer Entwicklungen, verschiebt die Bewertungsmaßstäbe für Kreditrisiken und verlangt eine differenziertere Analyse der Schuldentragfähigkeit sowohl auf Unternehmens- als auch auf Staatsebene. Wie Julien Houdain, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die globalen Anleihemärkte befinden sich in einem strukturell veränderten Umfeld, das weitreichende Implikationen für Credit Ratings mit sich bringt. Die Rückkehr zu höheren Renditeniveaus, kombiniert mit einer zunehmenden Divergenz geldpolitischer und fiskalischer Entwicklungen, verschiebt die Bewertungsmaßstäbe für Kreditrisiken und verlangt eine differenziertere Analyse der Schuldentragfähigkeit sowohl auf Unternehmens- als auch auf Staatsebene. Wie Julien Houdain, Head of Global Unconstrained Fixed Income bei Schroders, betont, liegen „die Renditen nahe ihrem höchsten Stand seit mehreren Jahrzehnten“, was zwar attraktive Einstiegspunkte schafft, gleichzeitig aber die Sensitivität gegenüber makroökonomischen Faktoren erhöht und damit auch die Stabilität von Ratings stärker unter Druck setzen kann.</p>
<p>Der Wendepunkt im Jahr 2022 hat nicht nur die Ära der Niedrigzinsen beendet, sondern auch die Mechanik hinter der Kreditbewertung verändert. Die Kombination aus Inflationsschock und aggressiven Zinserhöhungen hat dazu geführt, dass sich die Finanzierungskosten nachhaltig erhöht haben. Für Ratingagenturen bedeutet dies eine Neubewertung der Zinsdeckungskennzahlen und Refinanzierungsprofile vieler Emittenten. Wenn, wie Houdain hervorhebt, „ein größerer Teil der Gesamtrendite von Unternehmensanleihen aus den Zinsen stammt“, rückt die Fähigkeit von Schuldnern, diese Zinslast dauerhaft zu tragen, stärker in den Mittelpunkt. Unternehmen mit bislang stabilen Ratings könnten unter Druck geraten, wenn ihre Margen die gestiegenen Finanzierungskosten nicht kompensieren können.</p>
<p>Gleichzeitig führen enge Kreditaufschläge bei attraktiven Gesamtrenditen zu einer gewissen Verzerrung der Risikowahrnehmung. Die Märkte preisen Risiken derzeit nur begrenzt ein, obwohl sich die fundamentalen Rahmenbedingungen verschärft haben. Für Credit Ratings bedeutet dies ein erhöhtes Risiko von abrupten Anpassungen, sollten sich makroökonomische Annahmen als zu optimistisch erweisen. Die Aussage Houdains, dass „eine rein ertragsorientierte Anleihestrategie heute nicht mehr existiert“, lässt sich direkt auf die Kreditanalyse übertragen: Ratings können nicht mehr isoliert auf Basis historischer Kennzahlen vergeben werden, sondern müssen stärker forward-looking und szenariobasiert sein.</p>
<p>Die zunehmende Divergenz zwischen Volkswirtschaften verstärkt diese Entwicklung. Unterschiedliche geldpolitische Zyklen und fiskalische Spielräume führen zu heterogenen Risiko-Profilen, die sich unmittelbar in den Ratings widerspiegeln dürften. Während einige Länder von sinkendem Inflationsdruck profitieren, sehen sich andere mit steigenden Renditen am langen Ende konfrontiert, etwa infolge expansiver Fiskalpolitik. Diese Dynamik erhöht die Bedeutung der geografischen Differenzierung in der Kreditbewertung. Für Emittenten bedeutet dies, dass ihr Rating nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren abhängt, sondern zunehmend auch vom makroökonomischen Umfeld ihres Sitzlandes und dessen fiskalischer Glaubwürdigkeit.</p>
<p>Besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die Beobachtung, dass fiskalische Risiken zunehmend in entwickelten Märkten konzentriert sind. Houdain weist darauf hin, dass „es tatsächlich die entwickelten Volkswirtschaften sind, in denen sich fiskalische Risiken zunehmend konzentrieren“. Für staatliche Credit Ratings impliziert dies einen potenziellen Paradigmenwechsel. Während Schwellenländer traditionell als risikoreicher galten, könnten sich deren relative Fundamentaldaten – insbesondere im Verhältnis von Verschuldung zu Realrenditen – stabilisierend auf ihre Bonität auswirken. Umgekehrt könnten hochverschuldete Industrieländer stärker unter Beobachtung geraten, was mittelfristig zu Ratingherabstufungen oder zumindest negativen Ausblicken führen kann.</p>
<p>Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Trennung von Zinssensitivität und Kreditrisiko, die laut Houdain „ein entscheidender Vorteil bei der Verwaltung globaler Portfolios“ ist. Für Ratingagenturen bedeutet dies, dass Marktbewegungen nicht mehr automatisch als Indikator für Kreditverschlechterungen interpretiert werden können. Steigende Renditen können sowohl Ausdruck höherer Zinsen als auch gestiegener Kreditrisiken sein. Die analytische Herausforderung besteht darin, diese Effekte sauber zu isolieren. Fehlinterpretationen könnten zu prozyklischen Ratinganpassungen führen, die die Marktvolatilität zusätzlich verstärken.</p>
<p>Schließlich fungieren die aktuell hohen Ausgangsrenditen als eine Art Puffer gegen negative Entwicklungen, was kurzfristig stabilisierend auf Credit Ratings wirken kann. Houdain spricht in diesem Zusammenhang von „Startrenditen als Sicherheitsnetz“, das in unterschiedlichen makroökonomischen Szenarien Schutz bieten kann. Dennoch ist dieses Sicherheitsnetz nicht gleichbedeutend mit struktureller Stabilität. Sollte es zu einer unerwartet starken Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kommen, könnten selbst hohe laufende Erträge die Bonitätseintrübung nicht vollständig kompensieren.</p>
<p>Insgesamt deutet sich eine Phase an, in der Credit Ratings volatiler und stärker differenziert ausfallen dürften. Die Kombination aus höheren Zinsen, fiskalischen Spannungen und global divergierenden Entwicklungen zwingt zu einer präziseren, dynamischeren Bewertung von Kreditrisiken. Die Zeit pauschaler Einschätzungen ist vorbei; entscheidend ist die Fähigkeit, komplexe Wechselwirkungen zwischen Makroökonomie, Marktstruktur und Emittentenprofilen zu erfassen und in belastbare Bonitätsurteile zu übersetzen.</p>
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		<title>Scope vergibt Erst-Rating: Kodar Energomontaža erhält B/Stable</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2026 15:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Scope hat Kodar Energomontaža erstmals mit B/Stable bewertet und der geplanten RSD-5,9-Mrd.-Anleihe ein vorläufiges (P) B gegeben. Das Rating zeigt ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite steht ein Unternehmen mit solider Projekthistorie bei großen staatlichen Kunden in Serbien, wachsendem Auslandsgeschäft – vor allem in den Niederlanden – und einer grundsätzlich robusten Nachfrage in den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Scope hat Kodar Energomontaža erstmals mit B/Stable bewertet und der geplanten RSD-5,9-Mrd.-Anleihe ein vorläufiges (P) B gegeben. Das Rating zeigt ein gemischtes Bild: Auf der einen Seite steht ein Unternehmen mit solider Projekthistorie bei großen staatlichen Kunden in Serbien, wachsendem Auslandsgeschäft – vor allem in den Niederlanden – und einer grundsätzlich robusten Nachfrage in den Bereichen Stromnetze, Telekommunikation und Glasfaser. Auf der anderen Seite bleibt Kodar ein kleiner Anbieter mit begrenzter Verhandlungsmacht, hoher Kundenkonzentration und stark schwankender Profitabilität, was das Risikoprofil deutlich erhöht.</p>
<p>Positiv wirkt die breite Aufstellung innerhalb des EPC-Geschäfts: Kodar ist in Übertragungs- und Verteilnetzen, Telekommunikationsinfrastruktur, Glasfaser, Solarprojekten und Netzbau tätig. Diese Segmente reagieren unterschiedlich auf Konjunktur und Regulierung und mildern so Ertragsschwankungen. Die EBITDA-Marge lag im langjährigen Schnitt bei rund 9% und dürfte mit den neuen Projekten kurzfristig um 10% liegen. Gleichzeitig stammen rund 90% der Umsätze von nur zehn Kunden, was das Unternehmen stark von einzelnen Auftraggebern abhängig macht.</p>
<p>Finanziell hat sich Kodar zuletzt deutlich entschuldet, doch diese Entwicklung kehrt sich mit der geplanten Anleihe um. Die Verschuldung soll wieder auf etwa das Dreifache des EBITDA steigen, während die Zinsdeckung nach Abschluss der aktuellen Großprojekte deutlich zurückgehen dürfte. Hinzu kommt ein erheblicher Refinanzierungsbedarf im Jahr 2031 durch die endfällige Rückzahlung der Anleihe.</p>
<p>Besonders kritisch bewertet Scope die Governance-Risiken: Mittelabflüsse an verbundene Unternehmen und die enge Verflechtung mit externen Projekten des Eigentümers gelten als potenziell nachteilig für Gläubiger. Dieser Faktor führte zu einer Abwertung um eine Ratingstufe.</p>
<p>Insgesamt ist das B/Stable-Rating nachvollziehbar: Kodar verfügt über ein funktionierendes Geschäftsmodell und strukturelle Wachstumstreiber, bleibt jedoch anfällig für Projektverzögerungen, Finanzierungsschwankungen und Interessenkonflikte im Konzernumfeld. Für Investoren bedeutet dies eine attraktive Renditechance – jedoch mit klar erhöhtem Risiko.</p>
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		<title>Emerging-Markets-Anleihen 2026: Verbesserte Fundamentaldaten und stabile Marktstruktur schaffen Chancen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 10:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Länderrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Diskussion um Emerging-Markets-Anleihen war lange von Volatilität und Unsicherheit geprägt, doch im Jahr 2026 zeichnet sich eine strukturelle Neubewertung dieser Anlageklasse ab. Thomas Christiansen, Head of Emerging Markets Fixed Income bei der UBP, beschreibt in seinem Marktkommentar einen grundlegenden Wandel, der nicht nur auf kurzfristigen Marktbewegungen beruht, sondern auf nachhaltig verbesserten Rahmenbedingungen. Während viele [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussion um Emerging-Markets-Anleihen war lange von Volatilität und Unsicherheit geprägt, doch im Jahr 2026 zeichnet sich eine strukturelle Neubewertung dieser Anlageklasse ab. Thomas Christiansen, Head of Emerging Markets Fixed Income bei der UBP, beschreibt in seinem Marktkommentar einen grundlegenden Wandel, der nicht nur auf kurzfristigen Marktbewegungen beruht, sondern auf nachhaltig verbesserten Rahmenbedingungen. Während viele entwickelte Volkswirtschaften mit steigenden Finanzierungskosten und einer angespannten Fiskalpolitik kämpfen, zeigen zahlreiche Schwellenländer eine deutlich robustere Ausgangslage. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Kreditratings wider, denn „2025 lag das Verhältnis von Rating-Upgrades zu Downgrades bei rund 2:1 – ein klares Signal für eine strukturelle Verbesserung innerhalb der Anlageklasse“.</p>
<p>Neben der verbesserten Bonität hat sich auch die Marktstruktur gewandelt. Ein wachsender Anteil lokaler Investoren reduziert die Abhängigkeit von internationalen Kapitalströmen und erhöht die Stabilität über den gesamten Marktzyklus hinweg. Gleichzeitig steht die Unternehmensseite auf einem soliden Fundament. Die durchschnittliche Nettoverschuldung liegt bei nur etwa 1,2x und damit nicht nur unter dem Niveau der entwickelten Märkte, sondern auch deutlich unter den Werten von vor zehn Jahren. Diese konservative Bilanzqualität trägt wesentlich zu stabileren Erträgen und einer attraktiveren Spread-Vergütung bei, was die Anlageklasse für Investoren wieder interessanter macht.</p>
<p>Trotz der in den vergangenen Jahren erfolgten Spread-Einengung bestehen weiterhin Renditechancen. Die Kapitalflüsse haben sich 2025 klar gedreht und sind wieder positiv, während die Anlageklasse global nach wie vor untergewichtet ist. Dieses strukturelle Unterinvestment eröffnet zusätzlichen Spielraum für weitere Zuflüsse, sobald Investoren die verbesserten Fundamentaldaten stärker in ihre Allokationsentscheidungen einbeziehen. Besonders hervorzuheben sind Lokalwährungsanleihen, die von hohen realen Zinsen, einem attraktiven Verhältnis von Carry zu Volatilität sowie der Erwartung eines moderat schwächeren US-Dollars profitieren. Dieser Effekt entlastet Emittenten mit Dollarverbindlichkeiten und erhöht zugleich das Renditepotenzial lokaler Währungen.</p>
<p>Auch Frontier Markets rücken in diesem Umfeld stärker in den Fokus. Zwar bleiben sie ein Nischenmarkt, doch sie bieten für selektive Investoren überdurchschnittliche Chancen bei weiterhin robuster Wachstumsbasis. Insgesamt vereinen Schwellenländeranleihen für 2026 attraktive Ertragschancen, eine weiter verbesserte Kreditqualität und einen hohen Diversifikationseffekt. Geopolitische Risiken und mögliche Gegenbewegungen des US-Dollars bleiben zwar relevante Themen, dominieren das Marktbild derzeit jedoch nicht. Angesichts der robusten Fundamentaldaten, der geringen Allokationen und der zunehmenden Stabilität der Anlageklasse spricht vieles dafür, dass EM-Anleihen im kommenden Jahr überdurchschnittlich abschneiden dürften.</p>
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		<title>EM-Unternehmensanleihen: Warum Fundamentaldaten und Makro-Trends die Bewertungen stützen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2026 10:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[EM-Unternehmensanleihen stehen weiterhin im Fokus internationaler Investoren, da sie in einem Umfeld moderater Zinsen und stabiler Konjunktur attraktive Ertragschancen bieten. Trotz bereits enger Spreads und hoher Nachfrage bleibt der Ausblick für diese Anlageklasse positiv, weil sowohl die Fundamentaldaten der Emittenten als auch das makroökonomische Umfeld unterstützend wirken. Denise Simon, Portfoliomanagerin und Analystin im Emerging Market [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>EM-Unternehmensanleihen stehen weiterhin im Fokus internationaler Investoren, da sie in einem Umfeld moderater Zinsen und stabiler Konjunktur attraktive Ertragschancen bieten. Trotz bereits enger Spreads und hoher Nachfrage bleibt der Ausblick für diese Anlageklasse positiv, weil sowohl die Fundamentaldaten der Emittenten als auch das makroökonomische Umfeld unterstützend wirken. Denise Simon, Portfoliomanagerin und Analystin im Emerging Market Debt-Team bei Lazard Asset Management, betont, dass die Anlageklasse „weiterhin attraktive laufende Erträge“ biete und zudem „noch etwas Potenzial für weitere Spreadeinengungen bei Schwellenländeranleihen relativ zu US-Unternehmensanleihen“ bestehe.</p>
<p>Ein zentraler Grund für diese Einschätzung liegt in der robusten finanziellen Verfassung vieler Emittenten. Simon analysiert: „Mit Ausnahme einiger Emittenten aus der Chemiebranche sind die Unternehmensfundamentaldaten insgesamt weiterhin solide und bewegen sich am oberen Ende der historischen Bandbreite.“ Diese Stabilität schafft Vertrauen bei Investoren und bildet die Grundlage dafür, dass die aktuellen Bewertungen trotz der bereits engen Spreads als gerechtfertigt angesehen werden können. Gleichzeitig trägt das makroökonomische Umfeld zur Unterstützung bei. „Viele Entwicklungs- und Schwellenländer verzeichnen ein angemessenes Wirtschaftswachstum, eine gedämpfte Inflation und profitieren von stärkeren Währungen“, so Simon. In mehreren Ländern verbessern sich zudem die fundamentalen Trends nach Phasen erhöhter Belastung, während politische Veränderungen, etwa in Lateinamerika, zusätzliche wirtschaftsfreundliche Impulse liefern könnten.</p>
<p>Auch von der geldpolitischen Seite kommen unterstützende Signale. Die Erwartung stabiler bis sinkender US-Zinsen wirkt entlastend für Schwellenländeranleihen und erhöht deren Attraktivität im Vergleich zu US-Unternehmensanleihen. Laut Simon profitieren sie „aufgrund technischer Faktoren von höheren Renditen und Spreads in den Schwellenländern im Vergleich zu den USA“, was die Nachfrage nach Anlagen außerhalb der Vereinigten Staaten zusätzlich antreibt. Dennoch weist sie darauf hin, dass der Markt nicht frei von Risiken ist. Eine Belebung der Neuemissionstätigkeit könne zeitweise für Gegenwind sorgen und die Kurse belasten, auch wenn dies aus langfristiger Sicht neue Chancen eröffnet.</p>
<p>In ihrem Fazit unterstreicht Simon, dass das aktuelle Spreadniveau zwar „am unteren Ende der historischen Spannen“ liege und damit das durchschnittliche Kurspotenzial begrenze, die Bewertungen jedoch weiterhin durch Fundamentaldaten und das gesamtwirtschaftliche Umfeld gestützt würden. Gleichzeitig eröffnet die unterschiedliche Bewertung einzelner Emittenten Spielraum für eine gezielte Titelauswahl. „Darüber hinaus erwarten wir, dass sowohl Neuemissionen als auch unterjährige Volatilität potenzielle Alphaquellen bieten“, sagt sie. Zugleich mahnt sie zur Vorsicht, da der geringere Spreadpuffer die Fehlertoleranz reduziere. Eine sorgfältige Kreditauswahl und ein aktives Portfoliorisikomanagement bleiben daher entscheidend, um in diesem Marktumfeld nachhaltig erfolgreich zu sein. U</p>
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		<title>Venezuela-Krise: Geopolitische Risiken und ihre Bedeutung für Ratings und Creditmärkte</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2026 09:29:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktienrating]]></category>
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		<category><![CDATA[Länderrating]]></category>
		<category><![CDATA[Rohstoffrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die politischen Umwälzungen in Venezuela sind weniger ein isoliertes regionales Ereignis als vielmehr ein Stresstest für die Risikowahrnehmung an den globalen Kapitalmärkten – mit klaren Implikationen für Credit Spreads, Länder- und Sektorratings sowie die Allokation institutioneller Investoren. In Phasen geopolitischer Unsicherheit reagieren Märkte typischerweise nicht nur über Preise, sondern auch über eine Neubewertung von Ausfallrisiken, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die politischen Umwälzungen in Venezuela sind weniger ein isoliertes regionales Ereignis als vielmehr ein Stresstest für die Risikowahrnehmung an den globalen Kapitalmärkten – mit klaren Implikationen für Credit Spreads, Länder- und Sektorratings sowie die Allokation institutioneller Investoren. In Phasen geopolitischer Unsicherheit reagieren Märkte typischerweise nicht nur über Preise, sondern auch über eine Neubewertung von Ausfallrisiken, Refinanzierungsbedingungen und langfristiger Schuldentragfähigkeit. Die jüngsten Entwicklungen bestätigen dieses Muster, auch wenn die unmittelbaren Marktreaktionen bislang begrenzt bleiben.</p>
<p>Kurzfristig zeigte sich die klassische Flucht in sichere Anlagen. Gold und der US-Dollar legten spürbar zu, was weniger als Signal einer systemischen Krise zu lesen ist, sondern vielmehr als temporäre Risikoabsicherung. Michael Bradshaw, Leiter Edelmetalle bei Allspring Global Investments, bringt dies auf den Punkt: „Infolge der politischen Unruhen in Venezuela stieg der Goldpreis um fast zwei Prozent und unterstrich damit seine traditionelle Rolle als sicherer Hafen in Zeiten der Unsicherheit.“ Für Kreditmärkte ist diese Bewegung insofern relevant, als sie auf eine erhöhte Sensibilität gegenüber politischen Schocks hindeutet, ohne bislang eine nachhaltige Risikoaversion auszulösen. Bradshaw relativiert zugleich die langfristige Bedeutung geopolitischer Impulse für Bewertungsmodelle: „Aus unserer Sicht sind geopolitische Ereignisse wie dieses zwar grundsätzlich ein Grund, Gold zu besitzen, aber nicht unbedingt ein Grund, heute Gold zu kaufen.“</p>
<p>Für Sovereign- und Corporate-Credit-Analysten steht Venezuela selbst weiterhin außerhalb des investierbaren Universums vieler institutioneller Portfolios. Entscheidend ist daher weniger das Land an sich als die Frage nach Zweitrundeneffekten, insbesondere über den Ölmarkt. Matthias Scheiber, Leiter Multi-Asset Solutions bei Allspring Global Investments, betont: „Zwar sind die unmittelbaren Auswirkungen offenbar auf einzelne Anlageklassen wie Gold und den US-Dollar beschränkt, doch die Auswirkungen auf Rohstoffe, die regionale Politik und die globale Machtbalance verdienen eine genauere Betrachtung.“ Aus Ratingsicht ist dabei zentral, dass Venezuela mit rund einem Prozent der weltweiten Ölproduktion angesichts eines von der Internationalen Energieagentur prognostizierten Überangebots von 3,8 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2026 keine preisbestimmende Rolle spielt. Entsprechend bleiben die Auswirkungen auf inflationsgetriebene Kreditrisiken und die Cashflow-Profile energieintensiver Schuldner überschaubar.</p>
<p>Mittelfristig verschiebt sich der Fokus jedoch auf strukturelle Faktoren, die auch in Kreditratings eine zentrale Rolle spielen: Investitionsklima, institutionelle Stabilität und Infrastrukturqualität. Trotz der weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven ist Venezuelas Produktionsbasis durch jahrzehntelange Unterinvestitionen und den Verfall der Infrastruktur geschwächt. Selbst bei einer politischen Stabilisierung würde eine signifikante Ausweitung der Förderung Jahre in Anspruch nehmen, was die kurzfristige Verbesserung der Schuldentragfähigkeit unrealistisch erscheinen lässt. Die von der Opposition in Aussicht gestellte Verdreifachung der Förderung auf rund drei Millionen Barrel pro Tag bleibt damit ein langfristiges Szenario mit hoher Unsicherheit – ein klassischer Fall, in dem Ratingagenturen Potenzial klar von Realisierbarkeit trennen.</p>
<p>Für Emerging Markets insgesamt ist der politische Umbruch dennoch relevant, da er die regionale Risikowahrnehmung beeinflusst. Derrick Irwin, Co-Head Intrinsic Emerging Markets Equity bei Allspring Global Investments, verweist auf die politische Signalwirkung: „Der politische Umbruch in Venezuela hat weitreichende Auswirkungen auf Lateinamerika und die globale Geopolitik.“ In einem Umfeld mehrerer wichtiger Wahlen in Lateinamerika im Jahr 2026 könnten politische Verschiebungen die fiskal- und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen einzelner Länder verändern – ein Aspekt, der sich direkt in Ratingausblicken und Risikoaufschlägen niederschlägt, auch wenn Irwin betont, dass sich die grundsätzliche Einschätzung für den Großteil der Region bislang nicht geändert habe.</p>
<p>Auf globaler Ebene berührt Venezuela zudem die strategischen Kalküle großer Akteure wie China, was indirekt auch für Kreditmärkte relevant ist. Veränderungen in geopolitischen Allianzen und Machtprojektionen fließen zunehmend in qualitative Ratingfaktoren ein, etwa über Handelsbeziehungen, Investitionsströme oder Sanktionsrisiken. Ob die Ereignisse in Venezuela eher abschreckend oder eskalierend wirken, bleibt offen – in beiden Fällen erhöht sich jedoch die Bedeutung geopolitischer Szenarioanalysen im Credit Research.</p>
<p>Für Anleiheinvestoren bleibt die Lage vorerst kontrollierbar. Jamie Newton, Leiter des globalen Fixed Income Research bei Allspring Global Investments, fasst zusammen: „Die Anleiherenditen dürften stabil bleiben, da die Märkte bislang keine signifikante militärische Eskalation oder erhöhte Verteidigungsausgaben eingepreist haben.“ Damit rücken erneut die klassischen Treiber von Ratings und Credit Spreads in den Vordergrund: Geldpolitik, Inflation und Wachstumsperspektiven. Solange sich die Unsicherheit nicht zu einer breiteren geopolitischen Eskalation ausweitet, dürfte Venezuela eher als Mahnung dienen denn als Auslöser einer Neubewertung globaler Kreditrisiken.</p>
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		<title>Private Markets und die wachsende Bedeutung von Credit-Qualität, Ratings und stabilen Cashflows</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Dec 2025 08:54:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Kreditrating]]></category>
		<category><![CDATA[PE-Rating]]></category>

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		<description><![CDATA[Angesichts der anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten rücken Credit-Qualität, Ratings und die Stabilität von Cashflows stärker in den Fokus institutioneller Investoren. Private Markets profitieren dabei von einer besonderen Ausgangslage: Während viele Segmente der Public Markets nahe ihren Höchstständen notieren, befinden sich private Anlageklassen in einer anderen Phase des Zyklus. Diese Entkopplung schafft laut Dr. Nils [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Angesichts der anhaltenden makroökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten rücken Credit-Qualität, Ratings und die Stabilität von Cashflows stärker in den Fokus institutioneller Investoren. Private Markets profitieren dabei von einer besonderen Ausgangslage: Während viele Segmente der Public Markets nahe ihren Höchstständen notieren, befinden sich private Anlageklassen in einer anderen Phase des Zyklus. Diese Entkopplung schafft laut Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital, ein Umfeld, in dem sich Risiko und Ertrag neu austarieren lassen. „In Zeiten wie diesen sind Anleger gefordert, über kurzfristige Trends hinauszuschauen und sich stattdessen auf die Beständigkeit von Erträgen sowie auf die Bottom-Up-Wertschöpfung zu konzentrieren“, betont Rode im Private Markets Outlook 2026.</p>
<p>Für Credit-Investoren ist diese Phase besonders relevant, da die Neubewertung vieler Segmente mit einer stärkeren Disziplin bei Strukturen, Covenants und Kapitalallokation einhergeht. Sinkende Bewertungen und geringere Fremdkapitalquoten verbessern das Risikoprofil vieler Transaktionen und wirken sich positiv auf die implizite Kreditqualität aus. Gleichzeitig bleiben die Fundamentaldaten in weiten Teilen robust. Schroders Capital verweist darauf, dass die Bilanzen von Unternehmen und Verbrauchern insgesamt solide sind, auch wenn es in stärker verschuldeten Bereichen zu Belastungen kommt. Die geldpolitische Ausrichtung, die sich zunehmend von der Inflationsbekämpfung hin zur Beschäftigungssicherung verlagert, stützt Kreditnehmer mit variabler Verzinsung und begrenzt die Ausfallrisiken über große Teile des Kreditspektrums hinweg.</p>
<p>Im Private-Equity-Umfeld führt die aktuelle Neukalibrierung zu einer stärkeren Differenzierung nach Qualität und Resilienz. Besonders Buyouts kleiner und mittlerer Unternehmen gewinnen an Bedeutung, da sie im Durchschnitt 40 bis 50 Prozent unter den Bewertungen großer Buyouts und börsennotierter Vergleichsunternehmen gehandelt werden. Diese niedrigeren Einstiegspreise verbessern nicht nur das Eigenkapitalrenditepotenzial, sondern wirken auch stabilisierend auf die Kreditkennzahlen der Portfoliounternehmen. Kleinere Buyouts sind weniger stark fremdfinanziert, setzen stärker auf operative Wertschöpfung und weisen häufig stabilere, regional verankerte Geschäftsmodelle auf. Aus Sicht von Kreditgebern und Rating-Analysten bedeutet dies eine geringere Abhängigkeit von volatilen Kapitalmärkten und eine höhere Visibilität der Cashflows.</p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit kommt den Private-Debt-Segmenten zu, die in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit eine wichtige Rolle für Income-orientierte Portfolios spielen. Infrastructure Debt gilt weiterhin als verlässliche Quelle defensiver Erträge, gestützt durch Sachwerte, langfristige Verträge und häufig inflationsgebundene Einnahmen. Diese Merkmale wirken sich positiv auf die Stabilität von Ratings und die Werthaltigkeit der Kredite aus, selbst bei erneutem Inflationsdruck. Schroders Capital sieht in diesem Segment „eine der effektivsten Möglichkeiten, um Renditestabilität mit Absicherung gegen Kursverluste zu kombinieren“.</p>
<p>Darüber hinaus gewinnen Asset-Based-Finance-Strategien an Bedeutung, da sie Zugang zu diversifizierten Risikopools bieten und von strukturellen Ineffizienzen profitieren. Spezial- und Konsumentenkredite eröffnen attraktive Spreads, sofern der Fokus auf gut besicherte Vermögenswerte und kreditstarke Schuldner gelegt wird. Die breite Streuung dieser Portfolios reduziert idiosynkratische Risiken und erhöht zugleich die Liquidität am Sekundärmarkt, was aus Rating-Sicht ein zusätzlicher Stabilitätsfaktor ist.</p>
<p>Auch die großen strukturellen Transformationen wirken als Kreditkatalysatoren. Investitionen in Dekarbonisierung, Energiesicherheit und digitale Infrastruktur schaffen langfristige, planbare Zahlungsströme, die sowohl für Eigen- als auch für Fremdkapitalinvestoren attraktiv sind. Schroders Capital bevorzugt dabei Strategien mit hoher Cashflow-Transparenz in der Betriebs- und Bauphase, während Engagements in sehr frühen Entwicklungsstadien zurückhaltend beurteilt werden.</p>
<p>Mit Blick auf 2026 zeigt sich, dass Private Markets zwar nicht immun gegen Volatilität sind, jedoch durch ihren langfristigen Ansatz, aktive Steuerung und stärkeren Fokus auf Fundamentaldaten gut positioniert bleiben. Entscheidend wird die Fähigkeit sein, Kapital kontinuierlich, aber selektiv einzusetzen. Oder wie Dr. Nils Rode es zusammenfasst: Private Markets können „eine wichtige Rolle in diversifizierten, widerstandsfähigen Portfolios spielen“, gerade weil sie Credit-Qualität, stabile Erträge und strukturelles Wachstum miteinander verbinden.</p>
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		<title>Schwächerer US-Dollar und steigende Bonität als Treiber für Schwellenländeranleihen</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2025 09:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Länderrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach mehr als einem Jahrzehnt der US-Dollar-Dominanz deutet vieles auf einen strukturellen Wandel im globalen Finanzsystem hin, der insbesondere für Schwellenländeranleihen neue Perspektiven eröffnet. In ihrem Marktkommentar erläutern Thomas Christiansen, Head of Emerging Markets Fixed Income, und Sergio Tarazona, Investment Specialist für Emerging Market Debt bei der Union Bancaire Privée, dass sich „nach über einem [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nach mehr als einem Jahrzehnt der US-Dollar-Dominanz deutet vieles auf einen strukturellen Wandel im globalen Finanzsystem hin, der insbesondere für Schwellenländeranleihen neue Perspektiven eröffnet. In ihrem Marktkommentar erläutern Thomas Christiansen, Head of Emerging Markets Fixed Income, und Sergio Tarazona, Investment Specialist für Emerging Market Debt bei der Union Bancaire Privée, dass sich „nach über einem Jahrzehnt der Stärke das Blatt für den globalen Zyklus des US-Dollars gewendet“ habe. Nach Einschätzung der beiden Autoren wirkt der schwächere Dollar wie ein zentraler Stabilisator für Schwellenländer, da er die Fremdwährungsschulden entlastet, die lokalen Währungen stärkt und die Fundamentaldaten verbessert. Christiansen und Tarazona verweisen darauf, dass Schwellenländeranleihen in früheren Phasen eines schwachen US-Dollars regelmäßig eine Outperformance erzielten, weshalb das aktuelle Umfeld Parallelen zu diesen historischen Zyklen aufweise.</p>
<p>Auch die politische Dimension wird in dem Kommentar klar benannt. Christiansen und Tarazona erinnern daran, dass US-Präsident Trump signalisiert habe, das Leistungsbilanzdefizit unter anderem über einen schwächeren Dollar reduzieren zu wollen. Sie ordnen diese Strategie historisch ein und verweisen auf frühere Episoden, in denen US-Regierungen bewusst eine Dollarabwertung in Kauf nahmen, etwa beim Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971 oder im Rahmen des Plaza-Abkommens 1985. Beide Ereignisse hätten, so die Autoren, „ein Jahrzehnt der US-Dollar-Schwäche ausgelöst“. Ergänzend führen sie Daten an, nach denen der Anteil des US-Dollars an den globalen Währungsreserven laut COFER-Datenbank des Internationalen Währungsfonds auf rund 58 Prozent gefallen sei, verglichen mit über 70 Prozent vor zwanzig Jahren, was sie als Hinweis auf einen längerfristigen strukturellen Trend interpretieren.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund betonen Christiansen und Tarazona die veränderten geldpolitischen Rahmenbedingungen in den Schwellenländern. Anders als in früheren Stressphasen, etwa 2018 oder 2022, als ein starker Dollar und aggressive Zinserhöhungen der US-Notenbank EM-Anleihen belasteten, sei die Situation heute deutlich günstiger. Nach Aussage der UBP-Experten lasse die Inflation in den Schwellenländern nach, während die Zentralbanken genügend Spielraum hätten, das Wachstum zu stützen und zugleich die Zinsen auf einem Niveau zu halten, das die Währungsstabilität sichere. Entscheidend sei, dass „die Inflation schneller sinkt als die Leitzinsen“, wodurch die Realrenditen anstiegen und Schwellenländeranleihen im internationalen Vergleich attraktiver würden.</p>
<p>Eine zentrale Rolle in dieser Argumentation spielen die Credit Ratings. Christiansen und Tarazona heben hervor, dass die Schwellenländer seit der Pandemie ihre Staatsfinanzen konsolidiert und ihre Bonität verbessert hätten. In ihrem Kommentar stellen sie fest, dass „die Ratings lokaler Anleihen gestiegen sind, während jene in den Industrieländern gefallen sind“. Diese Entwicklung werten sie als Ausdruck der Reife der Anlageklasse und als wichtigen Faktor für das gestiegene Anlegervertrauen. Aus Sicht der Autoren fungieren Credit Ratings dabei nicht nur als formale Risikokennziffern, sondern als verdichteter Ausdruck verbesserter Fundamentaldaten, stabilerer Währungen und robusterer institutioneller Rahmenbedingungen in den Schwellenländern.</p>
<p>Abschließend kommen Christiansen und Tarazona zu dem Schluss, dass das Zusammenspiel aus schwächerem US-Dollar, unterstützender Geldpolitik und verbesserten Bonitätskennzahlen ein günstiges Umfeld für Schwellenländeranleihen geschaffen habe. Mit Verweis auf Umfragen wie die HSBC EM Sentiment Survey, die einen hohen Anteil optimistischer Investoren zeige, sehen sie EM-Anleihen als „überzeugende Chance“ für Anleger, die nach Wachstum, attraktiven Realrenditen und Diversifikation suchen.</p>
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		<title>Hybride Credit-Strategien treffen Rating-Realität</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2025 08:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem Umfeld, in dem Unternehmensanleihen zunehmend komplexer und globaler werden, spielt die Fähigkeit, Fehlbewertungen zu erkennen und zu nutzen, eine bedeutende Rolle für die Ertragsgenerierung und das Risikomanagement. Julien Houdain von Schroders betont, dass „der Markt für Unternehmensanleihen hochkomplex“ ist und dadurch Ineffizienzen entstehen, die aktiven Investoren Chancen eröffnen. Diese Ineffizienzen entstehen nicht zuletzt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einem Umfeld, in dem Unternehmensanleihen zunehmend komplexer und globaler werden, spielt die Fähigkeit, Fehlbewertungen zu erkennen und zu nutzen, eine bedeutende Rolle für die Ertragsgenerierung und das Risikomanagement. Julien Houdain von Schroders betont, dass „der Markt für Unternehmensanleihen hochkomplex“ ist und dadurch Ineffizienzen entstehen, die aktiven Investoren Chancen eröffnen. Diese Ineffizienzen entstehen nicht zuletzt dadurch, dass „bis zu 30 %“ der Einflussfaktoren auf den Preis einer Anleihe nicht eindeutig definierbar sind – ein Bereich, in dem sich die Kombination aus systematischen Modellen und Fundamentalanalyse besonders bewährt.</p>
<p>Dieser hybride Ansatz verbindet maschinengesteuerte Prozesse mit menschlicher Expertise, um unvollständig bewertete Situationen im Kreditmarkt aufzudecken. Computer können enorme Datenmengen in kurzer Zeit analysieren – „in weniger als 25 Minuten“ ist es möglich, das gesamte Universum globaler Unternehmensanleihen zu bewerten. Gleichzeitig sorgt die Fundamentalanalyse dafür, dass idiosynkratische Risiken berücksichtigt werden, etwa bei Unternehmen, die von Rechtsstreitigkeiten oder strukturellen Geschäftsproblemen betroffen sind. So wird verhindert, dass scheinbar attraktive Chancen übersehen oder Fehlbewertungen ungeprüft übernommen werden. Denn „wenn die Bewertung einer Anleihe zu gut erscheint, um wahr zu sein“, erfordert dies eine tiefergehende Prüfung durch Experten.</p>
<p>Dieser Ansatz ist eng mit dem Konzept des Credit Ratings verbunden, da beide Methoden darauf abzielen, die Kreditwürdigkeit eines Emittenten und damit das Ausfallrisiko einzuschätzen. Ratings großer Agenturen wie S&#038;P, Moody’s oder Fitch bieten eine wichtige Orientierung im Markt, doch sie spiegeln nicht immer zeitnah fundamentale Veränderungen wider. Der beschriebene Prozess schafft hier einen Vorteil: Während Ratings oft verzögert angepasst werden, kann ein hybrider Ansatz schneller auf neue Risikoentwicklungen reagieren und „potenzielle Verluste minimieren“. Zudem hilft er, jene Fälle zu identifizieren, in denen die Marktbewertung oder sogar das offizielle Rating zu pessimistisch ausfällt und Chancen aufspürt, bevor sie breiter erkannt werden. Ein Beispiel ist die Analyse der Deutschen Pfandbriefbank, bei der fundamentale Risiken früher erkannt wurden, obwohl marktbasierte Indikatoren zunächst ein anderes Bild zeichneten.</p>
<p>Maschinelle Modelle reduzieren emotionale Verzerrungen – „Entscheidungen werden nicht emotional getroffen“ –, während Analysten einzigartige qualitative Risiken erkennen, die sich nicht aus historischen Daten ableiten lassen. Damit ergänzt der hybride Ansatz nicht nur Credit Ratings, sondern erweitert sie um eine dynamische, marktorientierte Perspektive. In einem zunehmend datengetriebenen Marktumfeld entsteht so ein Wettbewerbsvorteil, der sowohl Transparenz als auch Flexibilität bietet. Am Ende steht die Erkenntnis, dass eine umfassende Methodik „das gesamte globale Universum der Unternehmensanleihen durchleuchten“ kann und gleichzeitig die Fähigkeit besitzt, sich an veränderte Marktdynamiken anzupassen – etwas, das starre Bewertungsmodelle und passive Strategien nicht leisten können.</p>
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		<title>Egan-Jones Ratings Company sieht begrenzte Risiken im Data-Center-Boom</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 13:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensrating]]></category>
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		<description><![CDATA[Der globale Ausbau von Rechenzentren verschlingt gewaltige Summen, und viele fragen sich, ob dieses Kapital sinnvoll eingesetzt ist und ob Investoren mit einer angemessenen Rendite rechnen können. Nach Einschätzung der RatingagenturEgan-Jones Ratings Company sei diese Frage „ungenau oder unvollständig gestellt, da einige der stärksten Unternehmen weltweit die Hauptschuldner sind und damit die meisten, wenn nicht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der globale Ausbau von Rechenzentren verschlingt gewaltige Summen, und viele fragen sich, ob dieses Kapital sinnvoll eingesetzt ist und ob Investoren mit einer angemessenen Rendite rechnen können. Nach Einschätzung der RatingagenturEgan-Jones Ratings Company sei diese Frage „ungenau oder unvollständig gestellt, da einige der stärksten Unternehmen weltweit die Hauptschuldner sind und damit die meisten, wenn nicht alle, der inhärenten Risiken abmildern“. Der Boom der Künstlichen Intelligenz ist zum entscheidenden Treiber geworden: „Wenn Artificial Intelligence (AI) auch nur einen Bruchteil ihres Versprechens einlöst, wird sie die Welt für immer verändern.“ Die Geschwindigkeit der Entwicklung zwingt Unternehmen dazu, ihre Infrastruktur rasch auszubauen, um nicht von effizienteren Wettbewerbern überholt zu werden.</p>
<p>Gleichzeitig bleiben Parallelen zu früheren Technologiewellen nicht aus. Egan-Jones erinnert an den „Dot Com Bust“ im Jahr 2000, als überzogene Erwartungen zu massiven Kursverlusten führten. Dennoch sei der Bedarf an Rechenzentren robust, auch wenn neue Modelle wie das chinesische „Deep Seek“ oder Elon Musks „Grok“ die Branche überraschten. Die Herausforderungen liegen weniger im technologischen Fortschritt als in den Rahmenbedingungen: „Ein weiteres Problem für Branchenakteure besteht darin, geeignete Standorte für Rechenzentren zu finden und die Stromversorgung sicherzustellen.“ Der wachsende Energiebedarf bringe Versorgungsnetze an ihre Grenzen, weshalb „stabile und leicht skalierbare Energiequellen, insbesondere nukleare, benötigt werden“. Während China hier Kostenvorteile hat, bleiben für US-Standorte Regionen mit reichlich Erdgas – etwa Texas oder Pennsylvania – attraktiv.</p>
<p>Auch der Engpass bei Chips, noch vor einem Jahr ein dominierendes Thema, habe sich laut Egan-Jones entschärft: „Dieses Problem wurde gemildert, da Nvidia die Produktion hochgefahren und tragfähige Alternativen entstanden sind.“ Entscheidend bleibt aus Kreditsicht jedoch, dass die großen Schuldner – die Tech-Giganten – über außergewöhnliche Bonität verfügen. „Aus Sicht der Gläubiger wird die Diskussion über die Aussichten der Rechenzentren von der Tatsache überlagert, dass die typischen Schuldner in der Lage sind, ihren Verpflichtungen unabhängig von den Projektaussichten nachzukommen.“</p>
<p>Der Markt für Rechenzentren sei daher in einer paradoxen Lage: enorme Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot, was bestehende oder geplante Projekte begünstigt. „Vielleicht ist dies ein Bereich, in dem das Risiko begrenzt ist – aufgrund der Stärke der Schuldner und der starken Nachfrage nach dem Vermögenswert im Verhältnis zum Angebot“, so das Fazit der Egan-Jones Ratings Company. Damit zeigt sich, dass Technologie, Energiepolitik und Kapitalmärkte zunehmend ineinandergreifen – und dass die wahren Risiken weniger in den Datenleitungen als in den Stromleitungen liegen dürften.</p>
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		<title>Rendite mit Ratingqualität</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2025 08:09:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wiederaufnahme des Lockerungszyklus der US-Notenbank hat die Aufmerksamkeit vieler Anleger wieder auf den Anleihemarkt gelenkt – und damit auch auf jene Faktoren, die für das Credit Rating von Emittenten und Fondsstrategien von zentraler Bedeutung sind. Während das Zinsniveau in den USA und Europa nach den Höchstständen von 2023 und 2024 wieder gesunken ist, bleibt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wiederaufnahme des Lockerungszyklus der US-Notenbank hat die Aufmerksamkeit vieler Anleger wieder auf den Anleihemarkt gelenkt – und damit auch auf jene Faktoren, die für das Credit Rating von Emittenten und Fondsstrategien von zentraler Bedeutung sind. Während das Zinsniveau in den USA und Europa nach den Höchstständen von 2023 und 2024 wieder gesunken ist, bleibt das Umfeld für Anleiheinvestoren günstig. Philippe Gräub, Head of Global &#038; Absolute Return Fixed Income bei der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP), schreibt: „Die Kerninflation in den USA und in Europa sind weitgehend unter Kontrolle, und die Zinsen auf beiden Seiten des Atlantiks bewegen sich bereits seit einigen Monaten in einer engen Bandbreite.“</p>
<p>Aus Rating-Perspektive ist entscheidend, wie Fondsmanager in einem solchen Umfeld Kreditrisiken steuern. Der UBP-Experte betont, dass sich attraktive risikogewichtete Erträge im gesamten Spektrum des globalen Anleihemarktes, insbesondere im Kreditbereich, finden lassen. Neben hochverzinslichen Segmenten wie BB-Anleihen, Emerging Markets oder AT1-Anleihen komme es auf die aktive Durationssteuerung und die Diversifikation an. Diese Elemente sind auch aus Sicht von Ratingagenturen zentrale Faktoren für die Beurteilung der Stabilität von Fondsrenditen und ihrer Ausfallwahrscheinlichkeit.</p>
<p>Mit dem Fonds UBAM – Strategic Income demonstriert Gräub, wie eine Strategie, die „in europäische, US-amerikanische sowie Emerging-Markets-Anleihen investiert und gezielt auf Marktbereiche mit überdurchschnittlichem Einkommen setzt“, dennoch ein solides Bonitätsprofil wahren kann. Er unterstreicht: „Wir können auch in AT1- bzw. CoCos sowie in verbriefte Schuldtitel (Collateralised Loan Obligations, CLOs) und bis zu 50% in Hochzinsanleihen investieren, solange das durchschnittliche Rating des Fonds bei mindestens BBB, also Investment Grade, liegt.“ Dieses Ziel eines Investment-Grade-Durchschnittsrating ist für institutionelle Investoren und Ratinganalysten gleichermaßen relevant, da es ein Mindestniveau an Kreditqualität und Stabilität sichert.</p>
<p>Interessant ist dabei, dass der Fonds seit seiner Auflegung eine Performance erzielt, die typisch für den High-Yield-Bereich ist, ohne dessen Bonitätsrisiken vollständig zu übernehmen. Gräub erläutert: „Letztlich ermöglicht die aktive Steuerung des Portfolios über alle Segmente die Erzielung einer Rendite aus dem Hochzinsbereich mit einem deutlich besseren Bonitäts- und Risikoprofil.“ In der Sprache der Ratinganalysten bedeutet das: eine optimierte Spread-Kompensation pro Risikoeinheit.</p>
<p>Das gegenwärtige makroökonomische Umfeld – mit positivem nominalem BIP-Wachstum, kontrollierter Inflation und unterstützenden Zentralbanken – begünstigt laut Gräub Investitionen in einkommensstarke Kreditsegmente. Besonders attraktiv erscheine derzeit der Markt für BB-Anleihen, „weil der Unterschied in der Verschuldung zwischen US-Unternehmen mit BB- und BBB-Rating so gering ist wie selten zuvor“. Diese Beobachtung ist auch für Credit-Rating-Modelle relevant, da sie auf eine Annäherung der fundamentalen Kreditqualität zwischen den oberen High-Yield- und unteren Investment-Grade-Segmenten hinweist.</p>
<p>Der Fonds, der am 2. Dezember 2025 sein dreijähriges Jubiläum feiert, blickt auf eine überdurchschnittliche Entwicklung zurück: Eine Gesamtrendite von 26,6 % seit Auflegung im Vergleich zu 13,4 % des Bloomberg Global Aggregate Index zeigt, dass sich aktives Kreditmanagement und Diversifikation nicht nur auf die Performance, sondern auch auf die Stabilität des Ratings positiv auswirken können. Mit einem Gesamtvermögen von 809 Millionen USD ist der UBAM – Strategic Income Fonds ein Beispiel dafür, wie ein durchdachtes Bonitätsmanagement in einem Umfeld sinkender Zinsen nachhaltige Erträge ermöglichen kann – und zugleich Ratingqualität als integralen Bestandteil des Investmentansatzes versteht.</p>
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