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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Nachhaltigkeitsrating</title>
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		<title>Neues EU-Konsortium unter Leitung der RWTH Aachen treibt nachhaltiges Batterierecycling voran</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Oct 2025 06:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein neues, europaweites Batterierecycling-Konsortium unter der Leitung des PEM der RWTH Aachen setzt Maßstäbe für die nachhaltige Nutzung kritischer Rohstoffe. Das Projekt, das durch das Land Nordrhein-Westfalen mit 2,068 Millionen Euro gefördert wird, vereint Industrie, Forschung und Technologieentwicklung mit dem Ziel, eine vollständig geschlossene Batterierecycling-Industrie in Deutschland aufzubauen. Dabei sollen recycelte Materialien in Zukunft eine [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues, europaweites Batterierecycling-Konsortium unter der Leitung des PEM der RWTH Aachen setzt Maßstäbe für die nachhaltige Nutzung kritischer Rohstoffe. Das Projekt, das durch das Land Nordrhein-Westfalen mit 2,068 Millionen Euro gefördert wird, vereint Industrie, Forschung und Technologieentwicklung mit dem Ziel, eine vollständig geschlossene Batterierecycling-Industrie in Deutschland aufzubauen. Dabei sollen recycelte Materialien in Zukunft eine gleichwertige Alternative zu primär gewonnenen Metallen darstellen.</p>
<p>Die Initiative basiert auf einer engen Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln. In den vergangenen zwölf Monaten wurden technische und kommerzielle Rahmenbedingungen erarbeitet, um das Projekt auf eine stabile Grundlage zu stellen. Mit der nun erfolgten Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung wurde nicht nur die finanzielle Absicherung, sondern auch die Governance-Struktur des Konsortiums festgelegt. Der Projektträger Jülich (PTJ) verwaltet die Fördermittel im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.</p>
<p>Innerhalb des Konsortiums übernimmt jedes Mitglied eine spezifische Rolle. Accurec Recycling GmbH ist für die Demontage und Aufbereitung der Altbatterien zuständig und produziert daraus Schwarzmasse, die anschließend an Iondrive geliefert wird. Das australische Unternehmen Iondrive bringt seine Deep-Eutectic-Solvent-Technologie (DES) ein, mit der Metalle wie Nickel, Kobalt, Lithium und Mangan umweltfreundlich extrahiert werden können. Die resultierenden hochreinen Metalle werden anschließend zu sogenannten pCAM-Materialien weiterverarbeitet, die als Vorstufe für Kathodenmaterialien dienen.</p>
<p>Ein weiterer Partner, NEUMAN &#038; ESSER Process Technology GmbH, wird das Konsortium mit modernster Anlagentechnik und Verfahrenstechnik unterstützen, um die Recyclingprozesse zu skalieren. Constantia Patz GmbH, Teil der internationalen Constantia Flexibles Gruppe, steuert Wissen über Materialdesign und Kreislaufintegration bei, um sicherzustellen, dass recycelte Metalle und Nebenprodukte effizient in neue Produktionsketten einfließen. Die RWTH Aachen schließlich wird die von Iondrive gewonnenen pCAM-Materialien weiter zu CAM-Material verarbeiten, das in der Batteriezellenproduktion getestet wird.</p>
<p>Bemerkenswert ist, dass alle im Rahmen der Konsortiumsaktivitäten erzielten technologischen Fortschritte an der DES-Technologie im Eigentum von Iondrive verbleiben. Dies ermöglicht dem Unternehmen, seine patentierte Methode unabhängig weiterzuentwickeln und weltweit zu kommerzialisieren. „Die Kooperation bietet eine ideale Plattform, um die Leistungsfähigkeit unserer Technologie im industriellen Maßstab zu validieren und gleichzeitig die Grundlage für eine europäische Lieferkette recycelter Batteriematerialien zu schaffen“, so Dr. Ebbe Dommisse, CEO von Iondrive.</p>
<p>Die Aktivitäten des Konsortiums sind zunächst auf einen Zeitraum von drei Jahren angelegt, beginnend im Oktober 2025. Neben der direkten Förderung profitiert Iondrive von kostenfreiem Zugang zu Einsatzmaterial, Validierungsdienstleistungen und einer engeren Zusammenarbeit mit potenziellen Industriepartnern. Nach Abschluss der ersten Betriebsphasen in Australien ist vorgesehen, die Pilotanlage von Iondrive nach Deutschland zu verlagern, um die Prozesse innerhalb des europäischen Marktes weiter zu optimieren.</p>
<p>Das Konsortium markiert einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer kreislauforientierten, ressourcenschonenden Batterieproduktion in Europa. Durch die Kombination aus innovativer Verfahrenstechnik, industrieller Skalierung und politischer Unterstützung soll gezeigt werden, dass ein nachhaltiger, wirtschaftlich tragfähiger Batteriekreislauf nicht nur möglich, sondern zukunftsweisend für die gesamte europäische Industrie ist.</p>
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		<title>Redwood Materials zeigt: Urban Mining erreicht Milliardenbewertungen und wird zum neuen Wachstumssektor</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2025 09:12:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die jüngste Finanzierungsrunde des US-amerikanischen Unternehmens Redwood Materials verdeutlicht eindrucksvoll, welches Bewertungspotenzial in der Branche des Urban Mining und Batterierecyclings steckt. Das in Sparks, Nevada, ansässige Unternehmen sammelte in einer Series-E-Runde 350 Millionen US-Dollar ein, angeführt von Eclipse Ventures und mit Beteiligung von NVentures, der Investmentgesellschaft des Technologiekonzerns Nvidia. Damit wird Redwood aktuell mit über [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die jüngste Finanzierungsrunde des US-amerikanischen Unternehmens Redwood Materials verdeutlicht eindrucksvoll, welches Bewertungspotenzial in der Branche des Urban Mining und Batterierecyclings steckt. Das in Sparks, Nevada, ansässige Unternehmen sammelte in einer Series-E-Runde 350 Millionen US-Dollar ein, angeführt von Eclipse Ventures und mit Beteiligung von NVentures, der Investmentgesellschaft des Technologiekonzerns Nvidia. Damit wird Redwood aktuell mit über sechs Milliarden US-Dollar bewertet – ein klares Signal, dass Investoren weltweit den Markt für wiedergewonnene Rohstoffe als strategisch und wirtschaftlich hochattraktiv einstufen.</p>
<p>Urban Mining – also die Rückgewinnung wertvoller Metalle und Materialien aus bestehenden Produkten, insbesondere Elektronik- und Batterieschrott – entwickelt sich zunehmend zu einem der zentralen Wachstumsfelder der Energiewende. Redwood Materials hat sich dabei als einer der globalen Technologieführer etabliert. Das Unternehmen betreibt nicht nur Recyclinganlagen für Batterien, sondern erweitert seine Aktivitäten um die Herstellung von Kathodenmaterialien und die Entwicklung von Energiespeicherlösungen. Besonders bemerkenswert ist, dass Redwood die Nutzung wiederaufbereiteter Batterien für den Aufbau von Stromspeichersystemen für Rechenzentren und industrielle Anwendungen vorantreibt – ein Schritt, der die Wertschöpfung über das klassische Recycling hinaus verlängert.</p>
<p>Die Höhe der Bewertung spiegelt das Vertrauen der Investoren in die technologische Führungsposition und die Marktchancen des Unternehmens wider. Mit Blick auf die globale Rohstoffknappheit, geopolitische Unsicherheiten und die steigende Nachfrage nach Batteriematerialien in der Elektromobilität und im Energiesektor sehen Investoren im Urban Mining nicht mehr nur ein Nachhaltigkeitsthema, sondern ein hochprofitables Industriefeld. Die Kombination aus technologischer Innovation, geopolitischer Relevanz und massiven Skalierungspotenzialen hat Urban Mining zu einem Investmentthema mit ähnlichem Attraktivitätsniveau wie grüne Energie- oder Halbleitertechnologien gemacht.</p>
<p>Im Vergleich dazu wirken europäische Initiativen – wie das kürzlich gestartete Batterierecycling-Konsortium unter der Leitung der RWTH Aachen – derzeit noch klein, jedoch strategisch nicht minder wichtig. Das Konsortium, an dem unter anderem Iondrive Limited beteiligt ist, verfügt über ein Finanzierungsvolumen von rund 3,1 Millionen Euro, davon 2,07 Millionen Euro aus Fördermitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Ziel ist der Aufbau einer europäischen Kreislaufwirtschaft für Batterien, bei der bis zu 80 Prozent der Materialien aus Recyclingprozessen stammen sollen. Während Redwood bereits den Sprung in die Kommerzialisierung und internationale Expansion geschafft hat, befindet sich das europäische Projekt noch in einer frühen Entwicklungs- und Demonstrationsphase.</p>
<p>Dennoch zeigt der Vergleich beider Initiativen eine klare Marktlogik: Gelingt es europäischen Unternehmen, Recyclingtechnologien wie das Deep-Eutectic-Solvent-Verfahren von Iondrive erfolgreich zu skalieren, könnten auch sie mittelfristig Bewertungen in ähnlichen Größenordnungen erreichen. Die Redwood-Transaktion zeigt, dass Investoren bereit sind, Milliardenbeträge in Unternehmen zu investieren, die eine Schlüsselrolle in der Rückgewinnung und Wiederverwertung kritischer Rohstoffe übernehmen.</p>
<p>Damit wird deutlich: Urban Mining ist längst mehr als ein Nischenthema der Kreislaufwirtschaft. Es entwickelt sich zu einem der wertvollsten Segmente im globalen Technologiesektor – mit dem Potenzial, neue „grüne Giganten“ hervorzubringen, deren Marktwert sich an den führenden Tech-Unternehmen der Welt messen kann.</p>
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		<title>Vom Zuschauen zum Mitgestalten: Virtuelle Realität als Sinnbild des Wandels von der Attention zur Action Economy</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 13:23:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum ein technologisches Feld verkörpert den gegenwärtigen ökonomischen und kulturellen Paradigmenwechsel so eindrucksvoll wie die virtuelle Realität. Während die Attention Economy durch passive Rezeption geprägt war – durch das Schauen, Liken und Konsumieren von Inhalten –, steht die virtuelle Realität für eine neue Form der Beteiligung: den Übergang vom Zuschauer zum Akteur. In immersiven Welten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum ein technologisches Feld verkörpert den gegenwärtigen ökonomischen und kulturellen Paradigmenwechsel so eindrucksvoll wie die virtuelle Realität. Während die Attention Economy durch passive Rezeption geprägt war – durch das Schauen, Liken und Konsumieren von Inhalten –, steht die virtuelle Realität für eine neue Form der Beteiligung: den Übergang vom Zuschauer zum Akteur. In immersiven Welten ist der Mensch nicht länger bloßer Empfänger von Eindrücken, sondern Mitschöpfer seiner eigenen Erfahrung.</p>
<p>Diese Verschiebung markiert den Kern dessen, was Aoshi Chen als Beginn der Action Economy bezeichnet. In seinem Denken wird Technologie nicht mehr als Mittel zur Aufmerksamkeitserzeugung verstanden, sondern als Werkzeug der Handlungsbefähigung. Virtuelle Realität (VR) und erweiterte Realität (AR) schaffen Umgebungen, in denen Erfahrung, Erkenntnis und Aktion verschmelzen. Sie bieten nicht nur Unterhaltung, sondern ermöglichen Lernen, Gestalten, Experimentieren – kurz: eine neue Qualität des Wirkens.</p>
<p>Während in der Attention Economy die Blickrichtung des Menschen kontrolliert und gelenkt wurde, erweitert die Action Economy das Handlungsspektrum. In der virtuellen Realität ist Aufmerksamkeit kein Ziel, sondern Ausgangspunkt: Sie wird zur Ressource, die durch Interaktion aktiviert wird. Das Individuum ist nicht länger ein Punkt im Datenstrom, sondern ein aktiver Teil eines Erlebnissystems. Jede Bewegung, jede Entscheidung und jede kreative Geste verändert die Welt, in der man sich befindet – und damit auch das eigene Verhältnis zur Realität.</p>
<p>In dieser aktiven Form der Teilhabe liegt der symbolische Kern des Paradigmenwechsels von Quantität zu Qualität. Es geht nicht mehr darum, wie viele Menschen zuschauen, sondern wie tief sie sich einlassen; nicht darum, wie groß die Reichweite ist, sondern wie intensiv die Erfahrung wirkt. Virtuelle Realität wird damit zum Spiegel einer neuen Ökonomie, die auf Engagement, Wirkung und Sinn ausgerichtet ist.</p>
<p>Gerade im Kontext von Bildung, Kultur und Wirtschaft wird VR zu einem Experimentierfeld für die Prinzipien der Action Economy. Unternehmen entwickeln immersive Trainingsumgebungen, in denen Mitarbeiter nicht konsumieren, sondern handeln und reflektieren. Künstler schaffen partizipative Räume, in denen das Publikum Teil des kreativen Prozesses wird. Selbst Markenkommunikation wandelt sich – weg von der Botschaft, hin zur gemeinsamen Erfahrung.</p>
<p>Diese Entwicklung hat auch strukturelle Folgen für die Art, wie Wert gemessen wird. In der Logik der Attention Economy war Wert gleichbedeutend mit Reichweite; in der Action Economy entsteht er durch Beteiligung und Wirkung. Virtuelle Welten zeigen exemplarisch, wie Wertschöpfung durch Interaktion entsteht: durch das Tun, nicht durch das Zuschauen.</p>
<p>Virtuelle Realität ist somit nicht nur eine technologische Innovation, sondern ein kulturelles Symbol. Sie steht für eine Wirtschaft, in der der Mensch wieder in den Mittelpunkt rückt – nicht als Konsument, sondern als Mitgestalter. In ihr verdichtet sich die Vision einer neuen, qualitativen Ökonomie, in der Erleben, Handeln und Sinn eine Einheit bilden. Wo die Attention Economy die Welt zur Bühne machte, verwandelt die Action Economy sie in einen Werkraum – einen Raum, in dem Zukunft nicht beobachtet, sondern gestaltet wird.</p>
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		<title>Von der Attention Economy zur Action Economy: Wie ein neues Wirtschaftsverständnis ESG und Nachhaltigkeitsratings transformiert</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 13:16:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Begriff Attention Economy entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Einsicht, dass in einer Welt des Informationsüberflusses menschliche Aufmerksamkeit zur knappsten und damit wertvollsten Ressource geworden ist. Bereits der Ökonom und Psychologe Herbert A. Simon erkannte in den 1970er-Jahren, dass „eine Fülle an Information zu einem Mangel an Aufmerksamkeit führt“. Mit [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff Attention Economy entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Einsicht, dass in einer Welt des Informationsüberflusses menschliche Aufmerksamkeit zur knappsten und damit wertvollsten Ressource geworden ist. Bereits der Ökonom und Psychologe Herbert A. Simon erkannte in den 1970er-Jahren, dass „eine Fülle an Information zu einem Mangel an Aufmerksamkeit führt“. Mit dem Aufstieg digitaler Medien, sozialer Netzwerke und algorithmischer Plattformen wurde diese Beobachtung zu einem zentralen Prinzip der modernen Wirtschaft. Unternehmen konkurrierten nicht mehr nur um Marktanteile, sondern um Zeit, Klicks und Sichtbarkeit.</p>
<p>In den 2000er- und 2010er-Jahren erreichte die Attention Economy ihren Höhepunkt. Erfolg wurde an Reichweite, Interaktionsraten und viraler Präsenz gemessen – Indikatoren, die zwar kurzfristige Aufmerksamkeit generierten, aber wenig über langfristigen Wert, Wirkung oder Verantwortung aussagten. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit förderte Oberflächlichkeit: Quantität dominierte über Qualität, Geschwindigkeit über Substanz, Wirkung über Nachhaltigkeit.</p>
<p>Diese Entwicklung führte in den letzten Jahren zunehmend zu einem Vertrauensverlust. Konsumenten, Investoren und Regierungen begannen zu erkennen, dass Aufmerksamkeit allein kein Indikator für echten gesellschaftlichen oder ökologischen Fortschritt ist. In dieser Phase des Umdenkens setzt Aoshi Chen mit seinem Konzept der Action Economy an. Gemeinsam mit Dr. Everling formulierte er 2025 das Action Economy Manifest, in dem es heißt: „Die Attention Economy fragte: Wer schaut zu? Die Action Economy fragt: Wer macht mit?“ Wert entsteht nicht mehr aus Sichtbarkeit, sondern aus Handeln, Beteiligung und Wirkung.</p>
<p>Dieses neue Paradigma hat weitreichende Folgen für die Beurteilung von Unternehmen, insbesondere im Bereich von ESG- und Nachhaltigkeitsratings. Während klassische Ratings auf quantitativen Finanzkennzahlen beruhen, und ESG-Systeme häufig auf Offenlegung und Berichterstattung fokussieren, fordert die Action Economy ein Umdenken hin zu aktiver Wirkungsmessung. Es genügt nicht länger, Strategien oder Versprechen zu kommunizieren – entscheidend ist, was tatsächlich umgesetzt wird, wie messbar Veränderungen herbeigeführt werden und welche Resonanz entsteht.</p>
<p>In diesem Sinne steht die Action Economy für eine qualitative Vertiefung der ESG-Logik. Sie verbindet ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe und ethische Governance mit der Fähigkeit zur konkreten Umsetzung. Unternehmen werden nicht mehr nur danach bewertet, was sie sagen oder wohin sie investieren, sondern wie sie handeln – ob sie Mitarbeiter, Kunden und Partner aktiv in Transformationsprozesse einbinden und ob ihre Initiativen reale, überprüfbare Wirkung entfalten.</p>
<p>Die zukünftige Entwicklung von ESG- und Nachhaltigkeitsratings wird daher von einem rein berichtsbasierten Ansatz zu einem aktionsbasierten Bewertungsmodell übergehen. Neue Kennzahlen könnten die Beteiligung an Kooperationsprojekten, die Skalierung sozialer Innovationen oder die nachweisbare Reduktion von Emissionen und Ressourcenverbrauch abbilden. In der Logik der Action Economy wird Glaubwürdigkeit zur Funktion von Handlungskompetenz: Wer nachhaltig handelt, verdient Vertrauen – und damit Kreditwürdigkeit im umfassenden Sinne.</p>
<p>So markiert der Übergang von der Attention Economy zur Action Economy nicht nur einen kulturellen und technologischen Wandel, sondern auch eine Neuausrichtung ökonomischer Bewertungssysteme. Wo früher Aufmerksamkeit als Währung galt, wird künftig Wirkung zum Maßstab. Die Unternehmen, die in dieser neuen Epoche bestehen, werden jene sein, die nicht bloß gesehen, sondern wirksam werden – durch Taten, die sowohl wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen.</p>
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		<title>Der schöne Schein der Ordnung – warum die ESG-Rating-Regulierung auf wackeligen Beinen steht</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Oct 2025 07:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat einen Zeitplan zur Einführung und Umsetzung der neuen Verordnung für ESG-Ratinganbieter veröffentlicht, der die wichtigsten Schritte von 2024 bis 2028 beschreibt. Am 27. November 2024 erfolgt zunächst die Veröffentlichung der Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union. Kurz darauf, am 17. Dezember 2024, tritt die Verordnung offiziell in Kraft. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat einen Zeitplan zur Einführung und Umsetzung der neuen Verordnung für ESG-Ratinganbieter veröffentlicht, der die wichtigsten Schritte von 2024 bis 2028 beschreibt. Am 27. November 2024 erfolgt zunächst die Veröffentlichung der Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union. Kurz darauf, am 17. Dezember 2024, tritt die Verordnung offiziell in Kraft. Damit beginnt die Übergangsphase, in der die ESMA die notwendigen technischen Standards und Ausführungsbestimmungen vorbereitet. Bis zum 2. Oktober 2025 muss die ESMA die Entwürfe für diese technischen Regulierungsstandards (RTS) vorlegen, um die praktische Umsetzung der Verordnung vorzubereiten.</p>
<p>Am 2. Juli 2026 wird die Verordnung dann anwendbar, das heißt, die ESG-Ratinganbieter müssen ab diesem Zeitpunkt die neuen Regeln einhalten. Innerhalb eines Monats, bis zum 2. August 2026, müssen die Anbieter die ESMA darüber informieren, ob sie beabsichtigen, weiterhin im europäischen Markt tätig zu sein. Für größere Anbieter endet am 2. November 2026 die Frist zur Einreichung ihres Zulassungsantrags bei der ESMA. Am selben Tag gilt für kleinere Anbieter die Frist, ihre Absicht zur weiteren Tätigkeit in der EU mitzuteilen. Damit markiert das Jahr 2026 den zentralen Abschnitt, in dem die Registrierung und Genehmigung der ESG-Ratinganbieter umgesetzt wird.</p>
<p>Nach der vollständigen Anwendungsphase beginnt die Überwachung und Auswertung des Marktes. Am 1. Dezember 2027 veröffentlicht die ESMA ihren ersten jährlichen Bericht über die Marktanteile der ESG-Ratinganbieter in der Europäischen Union. Ab dem 1. Januar 2028 müssen zudem Informationen über das European Single Access Point (ESAP) regelmäßig an die ESMA gemeldet werden. Schließlich wird am 1. Dezember 2028 die Europäische Kommission einen Bericht vorlegen, in dem die Wirksamkeit und Umsetzung der ESG-Verordnung bewertet wird.</p>
<p>Der Zeitplan verdeutlicht, dass die Einführung der ESG-Regulierung schrittweise erfolgt: von der rechtlichen Verankerung über die technische Ausgestaltung bis hin zur operativen Umsetzung und anschließenden Evaluierung. Dadurch soll sichergestellt werden, dass ESG-Ratinganbieter in der EU einheitlichen, transparenten und überprüfbaren Regeln unterliegen, die sowohl den Anlegerschutz als auch die Qualität und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsratings stärken.</p>
<p>Was auf den ersten Blick nach einem klaren und sorgfältig geplanten Fahrplan aussieht, steht in Wirklichkeit auf einem unsicheren Fundament. Die Abfolge von Fristen und Berichtspflichten vermittelt zwar den Eindruck von Ordnung und Zielstrebigkeit, doch dahinter steht die grundsätzliche Frage, ob eine solche Regulierung tatsächlich die gewünschten Wirkungen entfalten kann. Der europäische Gesetzgeber verfolgt mit der ESG-Rating-Verordnung das Ziel, Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit bei Nachhaltigkeitsbewertungen zu erhöhen. Dennoch bleibt fraglich, ob dieser regulatorische Ansatz in der Praxis mehr als eine bürokratische Struktur schaffen wird, die vor allem kleinere Anbieter belastet, ohne die tatsächlichen Marktverhältnisse grundlegend zu verändern.</p>
<p>Ein Blick auf die Regulierung der klassischen Credit Rating Agencies zeigt, dass frühere Reformen ähnliche Ambitionen verfolgten – mit ernüchternden Ergebnissen. Trotz umfangreicher Aufsicht und detaillierter Vorgaben ist es nicht gelungen, die Marktdominanz der großen, vor allem US-amerikanischen Agenturen zu brechen. Diese Akteure behalten bis heute eine zentrale Rolle in der Bewertung von Anleihen und Unternehmen und prägen damit weiterhin maßgeblich die Wahrnehmung von Kreditrisiken auf den globalen Finanzmärkten. Europäische oder kleinere Wettbewerber konnten ihre Position kaum stärken, obwohl die Regulierung eigentlich mehr Vielfalt und Unabhängigkeit fördern sollte.</p>
<p>Es besteht daher die reale Gefahr, dass sich die Geschichte im ESG-Bereich wiederholt. Die formalen Anforderungen könnten dazu führen, dass sich vor allem große, kapitalstarke Anbieter durchsetzen, die die regulatorischen Hürden leichter überwinden. Kleinere, innovative Anbieter, die alternative Bewertungsansätze entwickeln, könnten dagegen verdrängt werden. Anstatt also den europäischen Markt für ESG-Ratings zu diversifizieren und unabhängiger zu machen, könnte die neue Verordnung unbeabsichtigt genau das Gegenteil bewirken – sie könnte bestehende Machtstrukturen zementieren und den Einfluss internationaler Großakteure in einem Bereich stärken, der eigentlich mehr Wettbewerb, Transparenz und Vielfalt versprechen sollte.</p>
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		<title>Triodos IMpact Inside mit Karim Chatti: Der Kampf ums Klima</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2025 07:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kriegsrhetorik von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Eine Partei, die einst als pazifistisch galt, spricht heute mit einer Sprache, die militärische Bedrohungsszenarien heraufbeschwört und einen enormen politischen Fokus auf Verteidigung und Aufrüstung legt. Dies geschieht in einem politischen Klima, in dem Bedrohungen als absolut dargestellt werden [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kriegsrhetorik von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Eine Partei, die einst als pazifistisch galt, spricht heute mit einer Sprache, die militärische Bedrohungsszenarien heraufbeschwört und einen enormen politischen Fokus auf Verteidigung und Aufrüstung legt. Dies geschieht in einem politischen Klima, in dem Bedrohungen als absolut dargestellt werden und der Krieg als alternativlos erscheint. Diese Art der Rhetorik hat tiefgreifende Folgen für politische Prioritäten und gesellschaftliche Diskurse.</p>
<p>„Kriegsrhetorik macht abstrakte Ängste ganz konkret, sät Zwietracht und rechtfertigt fast jede staatliche Ausgabe. Wer Krieg sagt, bekommt ein riesiges Budget“, schreibt Karim Chatti treffend. Er ist Senior Relationship Manager Institutional Clients DACH bei Triodos Investment Management.</p>
<p>Genau diese Mechanismen lassen sich derzeit bei den Grünen beobachten. Wo früher Abrüstung und Diplomatie gefordert wurden, stehen heute Waffenlieferungen, Verteidigungsbereitschaft und strategische Abschreckung im Zentrum. Die Partei argumentiert, dass ein entschlossener militärischer Widerstand gegen Bedrohungen aus dem Osten notwendig sei, um die Demokratie und Freiheit in Europa zu sichern. Dabei wird nicht nur die Notwendigkeit von Waffenlieferungen betont, sondern auch ein neues Selbstverständnis als Wehrhafte in einer unsicheren Welt geformt.</p>
<p>Die Frage ist, welche Folgen diese Prioritäten haben. Während Milliarden für Verteidigung und Rüstung bereitgestellt werden, wird der Kampf gegen die Klimakrise immer wieder als zweitrangig behandelt. „Waffen, Mobilisierung, Bereitschaft – das alles klingt heldenhaft. Aber während wir die Bedrohung aus dem Osten mit voller Wucht bekämpfen, vergessen wir, einen anderen, mindestens genauso wichtigen Krieg zu führen. Einen ohne Panzer, aber mit Thermometern: Den Kampf ums Klima.“ Die Grünen haben sich einst als die ökologische Partei schlechthin verstanden. Heute scheinen sie sich jedoch auf einen Kurs begeben zu haben, bei dem militärische Sicherheit über die nachhaltige Transformation gestellt wird.</p>
<p>Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil die Klimakrise nicht nur ein Umweltproblem ist, sondern auch sicherheitspolitische Konsequenzen hat. Dürren, Extremwetter und Ressourcenkonflikte destabilisieren Regionen weltweit. Dennoch bleiben Investitionen in Klimaschutz hinter denen in Rüstung zurück. „Diese verzerrten Prioritäten zeigen schmerzhaft die politische Unfähigkeit,“ so Chatti, „sich für die langfristige Zukunft zu entscheiden: Kurzfristige Gewinne und Lobbyarbeit haben Vorrang, während der unsichtbare Feind des Klimawandels still und leise unsere Zukunft untergräbt.“</p>
<p>Die Grünen versuchen zwar, ihre Klimapolitik mit ihrer neuen Sicherheitsstrategie zu verbinden. Robert Habeck betonte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien auch eine Frage der strategischen Autonomie sei. „Wirtschaftsminister Robert Habeck verwies darauf, dass an den deutschen LNG-Terminals bereits über 80 Prozent des Brennstoffs aus den USA kommen. Doch was passiert, wenn Trump die LNG-Exporte nach Europa stilllegt?“ Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sei es aus Russland oder den USA, bleibt eine Schwachstelle. Doch der politische Fokus liegt weiterhin auf kurzfristigen sicherheitspolitischen Maßnahmen statt auf einer konsequenten nachhaltigen Transformation.</p>
<p>Europa muss sich gegen Bedrohungen verteidigen, aber es darf darüber nicht die langfristigen Herausforderungen vergessen. „Obwohl es für Europa wichtig ist, sich gegen feindliche Angriffe zu verteidigen, sollte der Kampf gegen die Klimaerwärmung nicht in den Hintergrund geraten, da die nachhaltige Umgestaltung unserer Gesellschaft nicht nur dem Klima, sondern auch unserer strategischen Autonomie nutzt.“ Die Grünen stehen vor der Herausforderung, ihren ursprünglichen Markenkern – den Klimaschutz – nicht in einer zunehmend militarisierten Politik zu verlieren. Der Wandel der Kriegsrhetorik mag kurzfristig politische Unterstützung sichern, doch die langfristigen Konsequenzen für Umwelt und Gesellschaft könnten schwerwiegend sein.</p>
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		<title>Nachhaltige familiäre Unternehmensnachfolgen – als Alternative zum Unternehmensverkauf</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Feb 2025 09:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachfolgerating]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser neues Buch im Verlag Springer Nature: ESG als Treiber von M&#38;A &#8211; Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen. Die Bedeutung nachhaltiger familiärer Unternehmensnachfolgen hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies liegt daran, dass nichtfinanzielle Angaben, wie ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance), für Investoren genauso relevant geworden sind wie finanzielle Angaben. Während finanzielle Angaben häufig eher bestätigenden Charakter [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unser neues Buch im Verlag Springer Nature: <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-45406-7">ESG als Treiber von M&amp;A &#8211; Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen.</a></p>
<p>Die Bedeutung nachhaltiger familiärer Unternehmensnachfolgen hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies liegt daran, dass nichtfinanzielle Angaben, wie ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance), für Investoren genauso relevant geworden sind wie finanzielle Angaben. Während finanzielle Angaben häufig eher bestätigenden Charakter haben, können Investoren aus nichtfinanziellen Angaben Rückschlüsse auf die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells ziehen. Die Integration von ESG-Kriterien in der Unternehmensnachfolge ist daher unverzichtbar. Durch die Anwendung von Methoden zur korrekten Berücksichtigung von ESG-Aspekten können Unternehmen nicht nur ihren ethischen und ökologischen Verpflichtungen nachkommen, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Dazu zählen die Sicherung der Unternehmenszukunft, die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die Verbesserung des Markenimages, die Mitarbeiterbindung, die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben, die Innovationsförderung und die Mitwirkung bei einer verantwortungsvolleren und nachhaltigeren Wirtschaft. Für die nachfolgenden Generationen ist das Nachhaltigkeitsthema und die damit verbundenen Ziele wichtiger als für die älteren Generationen. Daher berücksichtigen die Nachfolger bei der Nachfolgeplanung eher ESG-Aspekte.</p>
<p>Nachhaltigkeit ist inzwischen nicht nur ein Trend, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Geschäftsprozesse geworden. Unternehmen, die sich frühzeitig mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen, können sich von Wettbewerbern differenzieren. Kunden und Geschäftspartner bevorzugen zunehmend Unternehmen, die umweltfreundliche Praktiken anwenden und sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sind. Durch effizientere Ressourcennutzung und Abfallreduktion können zudem Kosten gesenkt werden. Nachhaltige Praktiken wie Energieeinsparung und Recycling tragen zur Reduktion von Betriebskosten bei und verbessern das Markenimage. Ein nachhaltiges Unternehmensimage stärkt das Vertrauen und die Loyalität der Kunden und verbessert das Ansehen und die Marktposition eines Unternehmens. Zudem sind nachhaltige Unternehmen oft attraktivere Arbeitgeber, was zu höherer Motivation und geringerer Fluktuation führt.</p>
<p>Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten spielt auch bei der Finanzierung von Unternehmensübernahmen oder von Investitionen eine zunehmend wichtige Rolle. Banken und Investoren legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeitskriterien. Unternehmen, die nachweislich nachhaltig handeln, haben bessere Chancen, Kapital von Investoren und Finanzinstituten zu erhalten. Die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards wird zunehmend gesetzlich gefordert. Unternehmen, die proaktiv handeln, sind besser auf zukünftige Regulierungen vorbereitet und vermeiden mögliche Strafen und rechtliche Probleme. Nachhaltigkeit fördert zudem Innovationen. Unternehmen, die in nachhaltige Innovationen investieren, haben die Chance zur Erschließung neuer Märkte und zur Sicherung ihres langfristigen Wachstums.</p>
<p>Für eine erfolgreiche familiäre Unternehmensnachfolge ist eine langfristige Vorbereitung entscheidend. Diese muss neben finanziellen und erbrechtlichen Aspekten auch die zukünftige Unternehmensstrategie berücksichtigen, einschließlich der angestrebten Ausrichtung zu mehr Nachhaltigkeit. Ein erfolgreicher Übergang erfordert die Sicherstellung der Unternehmenskontinuität durch qualifizierte Nachfolger, die finanzielle Absicherung der ausscheidenden Generation sowie die gerechte Verteilung des Vermögens unter den Erben, um Streitigkeiten zu vermeiden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherstellung der Liquidität, da die Unternehmensnachfolge mit finanziellen Belastungen verbunden sein kann, die die Existenz des Unternehmens gefährden könnten.</p>
<p>Die Herausforderungen bei der Suche nach passenden Nachfolgern sind eine konstante und häufig erwähnte Hürde bei einer Unternehmensnachfolge. Etwa 125.000 Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen planen bis Ende 2027, ihr Unternehmen aufzugeben und es einem Nachfolger zu überlassen. Etwa 48.500 Firmen treten jedoch jedes Jahr ohne Nachfolgeregelung aus dem Markt aus. „Die Suche nach Nachfolgern ist bereits heute intensiv und wird sich weiter verstärken“, betonen Karl A. Niggemann und Sema Eroglu in ihrem Werk. Unternehmen müssen daher frühzeitig mit der Nachfolgeplanung beginnen und sich dabei auch mit den ESG-Risiken auseinandersetzen, um langfristigen Erfolg und Stabilität zu gewährleisten.</p>
<p>Karl A. Niggemann ist einer der renommiertesten Experten auf dem Gebiet des Kaufs und Verkaufs von Unternehmensanteilen und der Unternehmensnachfolge. Mit mehr als 60 Jahren Berufserfahrung im Bank- und Beratungsbereich, davon einer 12-jährigen Tätigkeit als Vorsitzender des Vorstandes einer Genossenschaftsbank und anschließend einer 45-jährigen Tätigkeit als Geschäftsführer der IfW Niggemann &#038; Partner GmbH, verfügt er über umfangreiches Wissen und eine Fülle von Erfahrungen.</p>
<p>Sema Eroglu hat ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Universität Siegen absolviert und ist als Junior-Beraterin seit 2019 für IfW tätig. Sie unterstützt bei der Beratung zum Kauf und Verkauf von Unternehmen, erarbeitet Finanz- und Unternehmensanalysen und führt Markt- und Wettbewerbsrecherchen durch. Ferner wirkt sie bei der Erstellung von Unternehmenspräsentationen und der Ermittlung von Unternehmenswerten mit. Darüber hinaus ist sie in die Erarbeitung von Finanzierungsmodellen eingebunden.</p>
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		<title>Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Bankrisikosteuerung</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 09:54:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser neues Buch im Verlag Springer Nature: ESG als Treiber von M&#38;A &#8211; Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen. In der heutigen Finanzwelt stehen Banken vor der Herausforderung, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihre Risikosteuerungsprozesse zu integrieren. Dies ist eine direkte Reaktion auf den Klimawandel und die damit verbundenen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie auf die steigenden gesellschaftlichen Erwartungen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Unser neues Buch im Verlag Springer Nature: <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-45406-7">ESG als Treiber von M&amp;A &#8211; Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen.</a></p>
<p>In der heutigen Finanzwelt stehen Banken vor der Herausforderung, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihre Risikosteuerungsprozesse zu integrieren. Dies ist eine direkte Reaktion auf den Klimawandel und die damit verbundenen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie auf die steigenden gesellschaftlichen Erwartungen an eine umweltfreundliche und sozial verantwortliche Unternehmensführung. Jens Döhring betont, dass &#8222;alle Unternehmen in unterschiedlicher Art und Umfang neuen ESG-Risiken ausgesetzt sind, die deren Bonität beeinflussen können.&#8220; Diese ESG-Risiken betreffen sowohl physische als auch transitorische Umweltaspekte, soziale Risiken und Unternehmensführungsrisiken.</p>
<p>Physische Umweltrisiken entstehen durch direkte Auswirkungen von Klimawandel oder Umweltzerstörung auf die wirtschaftliche Aktivität von Kreditnehmern. Hierzu zählen akute Ereignisse wie Naturkatastrophen oder chronische Veränderungen wie der Anstieg des Meeresspiegels. Döhring erläutert, dass solche Risiken &#8222;wesentliche Konsequenzen für die Realwirtschaft und das Finanzsystem haben können.&#8220; Transitorische Umweltrisiken hingegen resultieren aus Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch neue Gesetze oder technologische Veränderungen, die insbesondere CO2-intensive Industrien betreffen. Beispielsweise könnten Kohlekraftwerke durch regulatorische Maßnahmen wie CO2-Bepreisungen erhebliche finanzielle Einbußen erleiden.</p>
<p>Soziale Risiken beziehen sich auf mögliche negative Effekte auf die Umsatzentwicklung oder Kosten des Unternehmens aufgrund zum Beispiel von Menschenrechtsverletzungen oder der Missachtung des Lieferkettengesetzes. Governance-Risiken können entstehen durch Korruptionsverdächtigungen, Steuerhinterziehung oder Verstöße gegen Wettbewerbsgesetze. Döhring weist darauf hin, dass nicht nur Umwelt-, sondern auch &#8222;Governance- und Soziale-Risiken [&#8230;] aus Sicht der Banken zu einer Erhöhung des Kreditrisikos (und auch des eigenen Reputationsrisikos der Banken) führen&#8220; können.</p>
<p>Zur Messung und Steuerung dieser Risiken entwickeln Banken ESG-Kreditrisiko-Scorings und ESG-Reputationsrisiko-Scorings. Diese Instrumente helfen, das Bonitätsrisiko eines Unternehmens unter Berücksichtigung von ESG-Faktoren &#8211; und auch das Reputationsrisiko der Banken selbst &#8211; zu bewerten. Ein schlechtes ESG-Kreditrisiko-Scoring kann mittelfristig eine Bonitätsverschlechterung indizieren, insbesondere, wenn transitorische Umweltrisiken realisiert werden. </p>
<p>Banken können verschiedene Maßnahmen zur Steuerung von ESG-Risiken einsetzen. Dies umfasst beispielsweise Anpassungen der Standardrisikokosten, Überprüfungen der Engagement-Strategie mit dem Kunden und Modifikationen der Kreditverträge. Bei hohen ESG-Risiken kann es zu intensiveren Überwachungen und Dokumentationen kommen. Im Extremfall kann &#8211; theoretisch &#8211; bei einzelnen Banken auch eine Kreditkündigung erwogen werden, insbesondere bei sehr schlechten ESG-Kreditrisiko-Scorings und fehlenden Transformationsanstrengungen oder fehlendem Transformationswillen des Kunden.</p>
<p>Die Integration von ESG-Kriterien in die Bankrisikosteuerung ist nicht nur eine regulatorische Anforderung, sondern auch eine gesellschaftliche Erwartung. Banken, die ESG-Risiken vernachlässigen, laufen Gefahr, selbst Reputationsrisiken ausgesetzt zu sein. Döhring betont, dass &#8222;von der allgemeinen Öffentlichkeit [&#8230;] erwartet [wird], dass sich nicht nur Unternehmen ESG-konform verhalten, sondern auch Banken bei der Kreditvergabe ESG-Aspekte ihrer Kunden berücksichtigen.&#8220; Daher müssen Banken eine umfassende und transparente Auseinandersetzung mit ESG-Risiken fördern, um ihre Rolle als Transformationsbegleiter hin zu einer klimaneutralen Welt zu erfüllen.</p>
<p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Bankrisikosteuerung eine komplexe, aber notwendige Aufgabe ist. Banken müssen sowohl physische als auch transitorische Umweltrisiken, soziale Risiken und Governance-Risiken identifizieren, messen und steuern. Durch die Entwicklung und Anwendung von ESG-Scorings können Banken fundierte Kreditentscheidungen treffen und gleichzeitig ihren Beitrag zur Förderung nachhaltiger und verantwortungsbewusster Geschäftsmodelle leisten. Dies erfordert eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der ESG-Risikosteuerungsinstrumente, um den dynamischen Veränderungen der gesetzlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden.</p>
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		<title>Dekarbonisierung von Gebäuden durch CO₂-Speicherzertifikate</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 10:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Immobilienrating]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Gebäudesektor trägt mit rund 37% erheblich zu den weltweiten CO₂-Emissionen bei. Angesichts der ehrgeizigen Netto-Null-Ziele besteht ein dringender Bedarf an innovativen Lösungen zur Reduzierung dieser Emissionen. Eine besonders vielversprechende Methode ist der moderne Holzbau, insbesondere in Kombination mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Diese Ansätze werden als Negativemissionstechnologien angesehen, da sie CO₂ nicht nur vermeiden, sondern aktiv [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gebäudesektor trägt mit rund 37% erheblich zu den weltweiten CO₂-Emissionen bei. Angesichts der ehrgeizigen Netto-Null-Ziele besteht ein dringender Bedarf an innovativen Lösungen zur Reduzierung dieser Emissionen. Eine besonders vielversprechende Methode ist der moderne Holzbau, insbesondere in Kombination mit nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Diese Ansätze werden als Negativemissionstechnologien angesehen, da sie CO₂ nicht nur vermeiden, sondern aktiv aus der Atmosphäre entfernen. Ein neuer Akteur in diesem Bereich ist das Zürcher PropTech Startup Timber Finance, das erstmals eine anerkannte Methodologie entwickelt hat, mit der Bauherren und Immobilien-Investoren die Klimaleistung ihrer Holzbauprojekte durch CO₂-Zertifikate monetarisieren können. Unterstützt wird diese Innovation unter anderem durch den Migros-Pionierfonds.</p>
<p>Während viele Industrien bereits von Einnahmen aus dem Verkauf von CO₂-Zertifikaten profitieren, gibt es nun auch für die Immobilienwirtschaft ein neues Instrument zur Förderung des Holzbaus. &#8222;Seit 2022 ist der Holzbau von internationalen Organisationen wie die UNFCCC oder der EU wie auch in der Schweiz als CO₂-Speicherlösung anerkannt&#8220;, heißt es in dem Bericht. Dies bedeutet, dass CO₂ durch Wälder der Atmosphäre entzogen und dauerhaft in den Tragkonstruktionen von Holzbauten gespeichert werden kann, sofern kein Zerfall durch Käfer, Sturm oder Feuer eintritt. Darüber hinaus ersetzt Konstruktionsholz emissionsintensive Materialien wie Stahl oder Beton und kann daher doppelt zur Dekarbonisierung beitragen.</p>
<p>Die Schweiz ist bereits als weltweit führendes Land im Ingenieurholzbau bekannt und setzt diese Tradition fort, indem sie die internationale Methodologie auf nationale Verhältnisse anpasst. Timber Finance hat kürzlich die Pilotphase gestartet, bei der rund 20 innovative Holzbauprojekte teilnehmen können, um durch CO₂-Speicherzertifikate zusätzlichen Wert zu schaffen. Auch Schweizer Forstreviere beteiligen sich an der Pilotphase und erhalten für nachhaltige Waldbewirtschaftung Vergütungen aus den Zertifikatserlösen. &#8222;Bauherren und Waldbewirtschafter sind eingeladen, sich mit Holzbauprojekten bei Timber Finance zu melden,&#8220; wird in dem Bericht hervorgehoben. Eine Ausweitung auf internationale Märkte ist für 2025 geplant.</p>
<p>Frank Vasek, Verantwortlicher für Carbon Solutions bei Timber Finance, betont die Bedeutung dieser Innovation: „Wir haben es geschafft, ein Instrument zu entwickeln, das zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors beiträgt und durch die Monetarisierung der Klimaleistung neue Werte im Bausektor schafft.&#8220; Die CO₂-Zertifikate können entweder auf den CO₂-Märkten gehandelt (Offsetting) oder von institutionellen Bauherren an der eigenen CO₂-Bilanz auf dem Weg zu Netto Null angerechnet werden (Insetting). Diese Flexibilität macht die Zertifikate besonders attraktiv für Investoren und Bauherren, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ziele verfolgen.</p>
<p>Ein  Beispiel für die Umsetzung dieser Strategie soll das Projekt Pünt der Siedlungsgenossenschaft Eigengrund in Egg sein, im Kanton Zürich. Der Ersatzneubau mit einer Hauptnutzfläche von 7’050 m² verwendet regionales und zertifiziertes Holz und speichert so 1.462 Tonnen CO₂ in der Holztragkonstruktion. Zusätzlich werden durch den Ersatz emissionsintensiver Materialien weitere 508 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie klimafreundliches Bauen wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden kann.</p>
<p>Neben Bauherren spielen auch Forstreviere eine zentrale Rolle in der Dekarbonisierungsstrategie durch Holzbau. Im Rahmen des Pilotprojekts beteiligen sich Forstreviere aus der ganzen Schweiz an der klimaoptimierten Bewirtschaftung von 15.000 Hektar Waldflächen. &#8222;Ziel ist es, die CO₂-Aufnahme zu steigern sowie die Ökosystemleistungen der Wälder zu entschädigen,&#8220; heißt es in dem Bericht. Durch eine gezielte Waldbewirtschaftung kann das Holzerntepotenzial optimal genutzt und das darin gespeicherte CO₂ langfristig gebunden werden, was einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz leistet.</p>
<p>Die Einführung von CO₂-Speicherzertifikaten durch Timber Finance stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Bauwirtschaft dar. Durch die Verbindung von Holzbau und nachhaltiger Waldbewirtschaftung entsteht ein neuer Markt, der sowohl ökologisch als auch ökonomisch attraktiv ist. Dies könnte nicht nur die Dekarbonisierung des Gebäudesektors vorantreiben, sondern auch als Modell für andere Länder dienen, die ähnliche Wege zur Erreichung ihrer Klimaziele suchen.</p>
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		<title>Ablenkungsmanöver &#8222;Innovative Klimafinanzierung&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Aug 2024 10:40:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Ein zentraler Engpass bei der Energiewende ist die Verfügbarkeit von genügend Kapital, um nachhaltige Projekte voranzutreiben. Innovative Finanzierungsmodelle wie grüne Anleihen, die in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, lenken jedoch oft von der grundsätzlichen Notwendigkeit ab, die Finanzströme grundlegend umzuschichten. Hans Stegeman, Chefökonom bei der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bekämpfung des Klimawandels erfordert erhebliche finanzielle Mittel. Ein zentraler Engpass bei der Energiewende ist die Verfügbarkeit von genügend Kapital, um nachhaltige Projekte voranzutreiben. Innovative Finanzierungsmodelle wie grüne Anleihen, die in letzter Zeit zunehmend an Bedeutung gewonnen haben, lenken jedoch oft von der grundsätzlichen Notwendigkeit ab, die Finanzströme grundlegend umzuschichten. Hans Stegeman, Chefökonom bei der Triodos Bank, argumentiert, dass diese innovativen Ansätze eher ein Ablenkungsmanöver darstellen.</p>
<p>Stegeman betont, dass Klimafinanzierung verschiedene Instrumente umfasst, die darauf abzielen, die Auswirkungen des Klimawandels zu mildern oder die Anpassung an neue Gegebenheiten zu verbessern. Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, müssten sich die Finanzströme in Richtung Klimaschutz mindestens verdreifachen. „Diese ‚Finanzierungslücke‘ bezeichnet ein Missverhältnis zwischen Projekten, die finanziert werden müssen, und dem Kapital, das zu ihrer Unterstützung zur Verfügung steht“, erklärt Stegeman. Die Climate Policy Initiative schätzt, dass bis 2030 jährlich 6,2 Billionen USD und bis 2050 7,3 Billionen USD an Klimafinanzierung benötigt werden, um den Netto-Nullpunkt zu erreichen – insgesamt fast 200 Billionen USD.</p>
<p>Angesichts dieser enormen finanziellen Anforderungen entstehen immer mehr innovative Finanzmechanismen, um die Finanzierung des Klimaschutzes attraktiv zu gestalten. Ein Beispiel ist die zunehmende Verlagerung hin zu Mischfinanzierungen, bei denen öffentliche Mittel Anfangsverluste und Risiken abdecken, um privates Kapital zu mobilisieren. 2023 erreichte diese Form der Finanzierung einen Fünfjahreshöchststand, mit einem Anstieg der klimabezogenen Mischfinanzierung um 107 % auf 11,6 Mrd. USD. Auch der Markt für grüne Anleihen, die zur Finanzierung von Nachhaltigkeitsprojekten eingesetzt werden, wird 2024 voraussichtlich ein Emissionsvolumen von 1 Billion USD erreichen.</p>
<p>Stegeman warnt jedoch davor, sich von diesen Zahlen blenden zu lassen: „Obwohl diese Mechanismen das Potenzial haben, Investitionen in den Klimaschutz zu fördern, lenken sie oft von der Tatsache ab, dass gleichzeitig weiterhin große Summen in fossile Brennstoffe fließen.“ Die größten Emittenten grüner Anleihen, insbesondere Regierungen, haben ihre Ausgaben für die Subventionierung fossiler Brennstoffe gleichzeitig erhöht.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel für innovative Klimafinanzierung sind die Kohlenstoffmärkte, die darauf abzielen, Emissionen zu reduzieren, indem sie den Preis für Kohlenstoffemissionen durch Emissionshandelssysteme (ETS) festlegen. Der größte dieser Märkte ist das EU-Emissionshandelssystem, das 2023 etwa 87 % des weltweiten Emissionshandelsvolumens ausmachte. „Auch hier sehen wir eine enorme Expansion“, sagt Stegeman. „Doch obwohl der Marktwert 2023 weltweit 949 Milliarden USD erreichte, bleibt die tatsächliche Wirkung auf die Reduktion von Emissionen oft hinter den Erwartungen zurück.“</p>
<p>Freiwillige Kohlenstoffmärkte (Voluntary Carbon Markets, VCM), die Einnahmen durch den Verkauf von Kohlenstoffgutschriften generieren, sind ebenfalls von Kontroversen um Greenwashing, Standards und Projektrentabilität geprägt. Trotz ihres Potenzials befinden sie sich laut Stegeman noch in der Anfangsphase, mit einem globalen Volumen von rund 3 Milliarden USD im Jahr 2023.</p>
<p>„Das eigentliche Problem liegt nicht darin, mehr Geld zu finden, sondern in der Umlenkung vorhandener Mittel“, argumentiert Stegeman. Die Tatsache, dass 2022 weltweit 7 Billionen USD an Subventionen für fossile Brennstoffe bereitgestellt wurden, verdeutlicht dies. „Es gibt eine grundlegende finanzielle Asymmetrie: Investitionen in fossile Brennstoffe bieten höhere Erträge als erneuerbare Energien, weil sie von einer historischen Unterbewertung von Ressourcen und externen Effekten profitieren.“</p>
<p>Stegeman fordert daher ein Umdenken im Finanzsektor: „Es geht darum, anzuerkennen, dass private Gewinne nicht auf Kosten des öffentlichen Wohls erzielt werden dürfen.“ Die Umlenkung von Kapital erfordert politische Maßnahmen, die gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und es der Finanzwelt erleichtern, die Energiewende zu unterstützen, ohne sich ausschließlich auf Finanzinnovationen zu verlassen.</p>
<p>Obwohl die Klimafinanzierung an Zugkraft gewinnt, sind finanzielle Innovationen alleine nicht ausreichend, um die benötigten Mittel für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zu mobilisieren. „Wir brauchen eine starke Politik, die Maßnahmen wie eine globale Kohlenstoffsteuer, die Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe, verbindliche Standards für Schwellenländer und eine klare Verpflichtung der Regierungen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen umfasst“, schließt Stegeman.</p>
<p>Innovative Finanzierungsmechanismen sind ein Teil der Lösung, aber ohne tiefgreifende politische und strukturelle Veränderungen bleibt ihr Nutzen begrenzt.</p>
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