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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Suchergebnisse  &#187;  esg</title>
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	<description>Dr. Oliver Everling</description>
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		<title>Immobilienrating: Von der Einzelimmobilie zur vernetzten Immobilienwelt</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 14:38:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Immobilienrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Immobilien sind keine statischen Vermögenswerte. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt von einer Vielzahl miteinander verbundener Faktoren ab: Standort, Nutzung, Mieter, Mietverträge, Finanzierung, baulicher Zustand, Marktumfeld, Nachhaltigkeit und zukünftige Entwicklungsperspektiven. Je komplexer ein Immobilienbestand wird, desto wichtiger wird eine systematische Bewertung, die über den reinen Marktwert eines Objekts hinausgeht. Die Entwicklung des Immobilienratings zeigt, wie sich diese [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Immobilien sind keine statischen Vermögenswerte. Ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt von einer Vielzahl miteinander verbundener Faktoren ab: Standort, Nutzung, Mieter, Mietverträge, Finanzierung, baulicher Zustand, Marktumfeld, Nachhaltigkeit und zukünftige Entwicklungsperspektiven. Je komplexer ein Immobilienbestand wird, desto wichtiger wird eine systematische Bewertung, die über den reinen Marktwert eines Objekts hinausgeht.</p>
<p>Die Entwicklung des Immobilienratings zeigt, wie sich diese Betrachtung über die vergangenen Jahre ausdifferenziert hat. Für unterschiedliche Immobilienarten und Fragestellungen sind spezialisierte Ratingansätze entstanden. Drei Bücher verdeutlichen diese Entwicklung besonders anschaulich: „Rating von Einzelhandelsimmobilien“, „Rating von Immobilienportfolios“ und „Rating von Industrieimmobilien“. Sie stehen für unterschiedliche Perspektiven auf die Bewertung von Immobilien und zeigen zugleich, wie vielseitig Rating als Instrument für Investition, Finanzierung und Management eingesetzt werden kann.</p>
<p>„Rating von Einzelhandelsimmobilien“ von Oliver Everling, Olaf Jahn und Elisabeth Kammermeier erschien 2009 bei Gabler und widmet sich der Frage, wie Qualität, Potenziale und Risiken von Einzelhandelsimmobilien systematisch bewertet werden. Das umfangreiche Werk behandelt unter anderem Shopping-Center, Fachmärkte, Standortfaktoren, Markt- und Objektratings, Finanzierung, Asset Management, Nachhaltigkeit sowie rechtliche und technische Aspekte.</p>
<p>Gerade bei Einzelhandelsimmobilien zeigt sich, dass der Wert eines Objekts nicht allein aus seiner baulichen Substanz entsteht. Entscheidend sind auch die Lage, die Wettbewerbssituation, die Attraktivität des Standorts, die Mieterstruktur und die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Nutzungskonzepts. Ein Einkaufszentrum kann beispielsweise über eine hochwertige Immobilie verfügen und trotzdem wirtschaftlich unter Druck geraten, wenn sich Kundenströme, Wettbewerbsstrukturen oder das lokale Umfeld verändern.</p>
<p>Das Buch „Rating von Immobilienportfolios“ von Oliver Everling und Raphael Slowik richtet den Blick auf die nächste Ebene. Hier steht nicht mehr die einzelne Immobilie im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel zahlreicher Objekte innerhalb eines Portfolios. Das 2009 erschienene Praxishandbuch behandelt Grundlagen der Beurteilung und Bewertung von Immobilienportfolios, Marktdaten und Bewertungsrisiken sowie den Nutzen von Ratings für verschiedene Bereiche der Immobilienwirtschaft.</p>
<p>Ein Portfolio bringt zusätzliche Komplexität. Die Qualität eines einzelnen Objekts sagt noch nichts über die Qualität des gesamten Bestands aus. Regionale Konzentrationen, unterschiedliche Nutzungsarten, Mietvertragsstrukturen, Finanzierungen und Marktzyklen beeinflussen das Gesamtrisiko. Ein professionelles Immobilienrating muss deshalb sowohl die einzelnen Objekte als auch deren Beziehungen zueinander betrachten.</p>
<p>Mit „Rating von Industrieimmobilien“ von Oliver Everling und Peter Salostowitz kommt eine weitere wichtige Perspektive hinzu. Das 2023 bei Springer Gabler erschienene Werk beschäftigt sich mit Industrie- und Logistikimmobilien und berücksichtigt dabei unter anderem Markt- und Standortentwicklung, Finanzierung, Bewertungsstandards, künstliche Intelligenz, Machine Learning, Smart Data, ESG, technische Gebäudeausrüstung und die Perspektive der Fondsbranche.</p>
<p>Gerade bei Industrieimmobilien zeigt sich, wie stark sich die Anforderungen an Immobilien verändern. E-Commerce, Automatisierung, Robotik, Elektromobilität, neue Lieferketten und veränderte Produktionsstrukturen beeinflussen die Anforderungen an Standorte und Gebäude. Eine Immobilie, die heute optimal für einen bestimmten Nutzer geeignet ist, muss nicht automatisch auch langfristig zukunftsfähig sein. Das Rating muss deshalb neben der aktuellen Situation auch die Anpassungsfähigkeit und Zukunftsperspektive einer Immobilie erfassen.</p>
<p>Die drei Bücher machen deutlich, dass Immobilienrating längst mehr ist als die Vergabe einer einzelnen Note. Rating strukturiert komplexe Informationen, macht unterschiedliche Objekte vergleichbar und unterstützt Entscheidungen in den Bereichen Investition, Finanzierung und Management. Gleichzeitig wird deutlich, dass unterschiedliche Immobilienarten unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe benötigen.</p>
<p>Genau an diesem Punkt eröffnet <a href="https://data2space.com" target="_blank">Data2Space</a> eine neue Dimension. Der Service verbindet Immobilien-, Finanz- und Unternehmensdaten mit immersiver Visualisierung und macht komplexe Strukturen in interaktiven dreidimensionalen Umgebungen sichtbar. Damit lassen sich die Informationen hinter einem Immobilienrating nicht nur in Tabellen und Berichten darstellen, sondern als zusammenhängende Informationswelt erkunden.</p>
<p>Bei einer Einzelhandelsimmobilie können beispielsweise Standort, Einzugsgebiet, Wettbewerb, Mieterstruktur, Umsätze und wirtschaftliche Kennzahlen miteinander verbunden werden. Bei einem Immobilienportfolio können zahlreiche Objekte räumlich und wirtschaftlich in Beziehung gesetzt werden. Bei Industrieimmobilien lassen sich Standortqualität, Gebäudeeigenschaften, technische Ausstattung, Nutzerstruktur und weitere Faktoren gemeinsam betrachten.</p>
<p>Damit entsteht ein Wechsel von der isolierten Bewertung zur vernetzten Analyse. Der Nutzer sieht nicht nur, dass eine Immobilie eine bestimmte Ratingbewertung erhält. Er kann auch nachvollziehen, welche Faktoren zu dieser Bewertung beitragen und wie diese Faktoren mit anderen Informationen verbunden sind.</p>
<p>Data2Space wird dadurch zum Gamechanger für die nächste Generation des Immobilienratings. Der Service ersetzt weder die Immobilienbewertung noch die Ratingmethodik. Er erweitert vielmehr den Zugang zu den Daten und Zusammenhängen, auf denen die Bewertung basiert.</p>
<p>Besonders relevant wird dies bei Immobilienportfolios. Ein klassischer Bericht kann hunderte Objekte mit zahlreichen Kennzahlen enthalten. Die Herausforderung besteht darin, daraus ein Gesamtbild zu entwickeln. Eine immersive Datenvisualisierung schafft eine zusätzliche Perspektive, indem sie einzelne Objekte, Regionen, Nutzungsarten und wirtschaftliche Merkmale in einen gemeinsamen Raum bringt.</p>
<p>Auch Veränderungen lassen sich dadurch anders betrachten. Ein Portfolio kann nicht nur hinsichtlich seines aktuellen Zustands analysiert werden. Entwicklungen bei Standorten, Mietern, Nutzungsarten oder wirtschaftlichen Kennzahlen können in den größeren Zusammenhang gestellt werden. Damit wird das Rating zu einem Instrument für kontinuierliche Beobachtung und strategische Steuerung.</p>
<p>Die drei Bücher zeigen zugleich eine Entwicklung des Ratinggedankens: von der spezialisierten Betrachtung einzelner Immobilienarten über die Analyse von Portfolios bis hin zur Berücksichtigung neuer technologischer, wirtschaftlicher und regulatorischer Anforderungen. „Rating von Einzelhandelsimmobilien“ schafft eine detaillierte Perspektive auf Handelsimmobilien, „Rating von Immobilienportfolios“ erweitert den Blick auf Bestände und deren Risiken, während „Rating von Industrieimmobilien“ aktuelle Herausforderungen der Industrie- und Logistikimmobilien aufgreift.</p>
<p>Data2Space setzt an der Schnittstelle dieser Entwicklungen an. Der Service macht aus einer Vielzahl von Immobilieninformationen eine interaktive Datenlandschaft. Dadurch können Einzelobjekte, Portfolios und unterschiedliche Immobilienklassen innerhalb eines gemeinsamen Informationsmodells betrachtet werden.</p>
<p>Der eigentliche Gamechanger liegt deshalb nicht allein in der dreidimensionalen Darstellung. Entscheidend ist die Verbindung von Ratingmethodik, Daten und Visualisierung. Das Rating liefert die strukturierte Bewertung, die Daten liefern die Grundlage und Data2Space macht die Beziehungen zwischen den Informationen sichtbar.</p>
<p>So entwickelt sich Immobilienrating von einer statischen Bewertung zu einem dynamischen Analyseinstrument. Die Immobilie wird nicht mehr isoliert betrachtet, sondern als Teil eines wirtschaftlichen, räumlichen und strukturellen Zusammenhangs. Aus einzelnen Objekten werden Portfolios, aus Kennzahlen werden Beziehungen und aus einem Rating wird eine interaktive Perspektive auf die gesamte Immobilienwelt.</p>
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		<title>Vom Rating zur immersiven Evidenz</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2026 13:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der Blog everling.de 1998 entstand, stand eine Frage im Mittelpunkt, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat: Wie lassen sich Informationen über Unternehmen, Märkte und Risiken so aufbereiten, dass daraus verlässlichere wirtschaftliche Entscheidungen entstehen können? Das Credit Rating war dafür ein besonders geeignetes Instrument. Es verdichtet eine Vielzahl von Informationen zu einer [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als der Blog everling.de 1998 entstand, stand eine Frage im Mittelpunkt, die bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren hat: Wie lassen sich Informationen über Unternehmen, Märkte und Risiken so aufbereiten, dass daraus verlässlichere wirtschaftliche Entscheidungen entstehen können? Das Credit Rating war dafür ein besonders geeignetes Instrument. Es verdichtet eine Vielzahl von Informationen zu einer Einschätzung der Bonität und schafft damit Orientierung für Investoren, Banken und andere Marktteilnehmer. Daraus folgt der Slogan &#8222;Den Nutzen von Ratings erschließen&#8220;.</p>
<p>Doch mit der zunehmenden Komplexität der Wirtschaft hat sich auch der Gegenstand der Analyse verändert. Aus der ursprünglichen Beschäftigung mit Bonität und Kreditrisiken entwickelte sich ein immer umfassenderer Blick auf Qualität, Risiko, Governance, Nachhaltigkeit, Technologie und die Faktoren, die Vertrauen in wirtschaftliche Beziehungen ermöglichen.</p>
<p>Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Themen des Blogs wider. Rating wurde nicht mehr nur als Bewertung der Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls verstanden, sondern zunehmend als Methode, wirtschaftlich relevante Eigenschaften systematisch sichtbar und vergleichbar zu machen. Fragen nach ESG, Corporate Governance, technologischer Leistungsfähigkeit, Soft Skills, Immobilienqualität oder der Qualität wirtschaftlicher Beziehungen gehören deshalb nicht zufällig in dasselbe Themenfeld. Sie folgen einer gemeinsamen Logik: Entscheidend ist nicht allein, was sich unmittelbar in einer Bilanz ablesen lässt, sondern welche Faktoren die zukünftige Leistungsfähigkeit, Stabilität und Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens bestimmen.</p>
<p>Damit rückt der von der <a href="https://rating-evidence.com" target="_blank">RATING EVIDENCE GmbH</a> besetzte Begriff der Evidenz stärker in den Mittelpunkt. Quantitative Kennzahlen bleiben unverzichtbar, reichen aber häufig nicht aus, um komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Ein Unternehmen kann eine hervorragende Bilanz aufweisen und dennoch erheblichen technologischen, regulatorischen oder strategischen Risiken ausgesetzt sein. Umgekehrt können Eigenschaften, die sich zunächst nicht in klassischen Finanzkennzahlen ausdrücken, für die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens von erheblicher Bedeutung sein. Die Herausforderung besteht deshalb darin, quantitative und qualitative Informationen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern in einer nachvollziehbaren Analyse miteinander zu verbinden.</p>
<p>Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz verschärft diese Herausforderung und eröffnet zugleich neue Möglichkeiten. Noch nie standen so große Mengen wirtschaftlicher Informationen zur Verfügung, und noch nie konnten solche Datenmengen so schnell analysiert werden. Mehr Daten bedeuten allerdings nicht automatisch mehr Erkenntnis. Im Gegenteil: Je größer die Informationsmenge wird, desto wichtiger wird die Fähigkeit, relevante Zusammenhänge zu erkennen, Informationen zu strukturieren und die Entstehung einer Bewertung nachvollziehbar zu machen. Die Zukunft der Analyse liegt deshalb nicht allein in der Geschwindigkeit der Berechnung, sondern in der Qualität der Verbindung zwischen Daten, Evidenz und menschlichem Urteil.</p>
<p>An diesem Punkt gewinnt auch Immersive Analytics an Bedeutung. Während traditionelle Analyseinstrumente Informationen überwiegend in Tabellen, Berichten und zweidimensionalen Grafiken darstellen, eröffnet die immersive Visualisierung die Möglichkeit, komplexe Beziehungen in einem räumlichen Informationsmodell zu erkunden. Der Nutzer kann Perspektiven verändern, Zusammenhänge unmittelbar wahrnehmen und unterschiedliche Dimensionen eines Unternehmens oder eines Investments miteinander in Beziehung setzen. Die Visualisierung wird damit nicht lediglich zu einer attraktiveren Form der Präsentation, sondern kann selbst zu einem Instrument der Erkenntnis werden.</p>
<p>Gerade für Rating und Investmententscheidungen ist diese Entwicklung interessant. Ein Unternehmen lässt sich als komplexes System betrachten, in dem finanzielle Kennzahlen, Geschäftsmodell, Technologie, Marktposition, Lieferketten, ESG-Faktoren, Governance und weitere Eigenschaften miteinander verbunden sind. Eine einzelne Ratingnote kann eine solche Komplexität verdichten, aber sie kann sie nicht vollständig sichtbar machen. Immersive Analytics kann dazu beitragen, den Weg von den zugrunde liegenden Informationen zur Bewertung besser nachvollziehbar zu machen. Rating verdichtet Komplexität, künstliche Intelligenz unterstützt ihre Analyse und immersive Visualisierung macht Zusammenhänge erfahrbar. Die Entscheidung selbst bleibt beim Menschen.</p>
<p>Der nächste Schritt besteht daher darin, diese Entwicklung nicht bei der Analyse und Visualisierung von Informationen enden zu lassen. Mit <a href="https://data2space.com" target="_blank">Data2Space</a> entsteht eine Perspektive, in der Daten und wirtschaftliche Zusammenhänge in einen räumlichen Kontext gebracht werden können. Die Idee ist besonders für Projekte interessant, bei denen Investitionen, Finanzierungen, Unternehmen und ihre Beziehungen zueinander nicht mehr nur als einzelne Zahlen oder Dokumente betrachtet werden sollen, sondern als miteinander verbundene Informationsräume.</p>
<p>Data2Space kann dabei eine Brücke zwischen der langjährigen Erfahrung mit Ratings und der nächsten Generation der Datenvisualisierung bilden. Informationen über Unternehmen, Investitionen und Finanzierungen werden nicht mehr lediglich gelesen oder in Tabellen verglichen, sondern können in ihren Beziehungen und Zusammenhängen sichtbar und explorierbar werden. So setzt sich eine Entwicklung fort, die bereits mit dem klassischen Credit Rating begonnen hat. Das Ziel war damals wie heute, Unsicherheit zu reduzieren und bessere Entscheidungen zu ermöglichen. Verändert haben sich die Daten, die Methoden und die technischen Möglichkeiten. Die grundlegende Aufgabe bleibt jedoch bestehen: Aus Informationen belastbare Evidenz zu gewinnen, aus Evidenz Vertrauen zu schaffen und damit eine bessere Grundlage für Entscheidungen und eine intelligentere Allokation von Kapital zu schaffen.</p>
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		<title>Wenn Kreditrisiken zusammenhängen: Wie Data2Space die neue Realität des Immobilienratings sichtbar macht</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 11:34:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Immobilienrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Analyse von Scope Ratings zum europäischen Immobilienmarkt zeigt ein Problem, das für das moderne Kreditrating immer wichtiger wird: Die entscheidenden Risiken liegen häufig nicht in einzelnen Kennzahlen, sondern in den Beziehungen zwischen ihnen. Genau hier setzt Data2Space an. Data2Space macht komplexe Finanz- und Unternehmensdaten räumlich sichtbar und schafft damit eine Umgebung, in der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuelle Analyse von Scope Ratings zum europäischen Immobilienmarkt zeigt ein Problem, das für das moderne Kreditrating immer wichtiger wird: Die entscheidenden Risiken liegen häufig nicht in einzelnen Kennzahlen, sondern in den Beziehungen zwischen ihnen. Genau hier setzt <a href="https://data2space.com" target="_blank">Data2Space</a> an. Data2Space macht komplexe Finanz- und Unternehmensdaten räumlich sichtbar und schafft damit eine Umgebung, in der Zusammenhänge nicht nur beschrieben, sondern unmittelbar untersucht werden können.</p>
<p>Scope beschreibt den europäischen Immobilienmarkt als zunehmend zweigeteilt. Nachhaltigkeitsbezogene Investitionen in Immobilien dienen demnach immer weniger allein der Wertsteigerung, sondern zunehmend dem Werterhalt. Für Immobilienunternehmen wird die Frage entscheidend, wie viel Kapital erforderlich ist, um bestehende Gebäude attraktiv, vermietbar und finanzierbar zu halten. Diese Entwicklung zeigt exemplarisch, warum klassische Einzelkennzahlen für die Beurteilung von Kreditqualität an Grenzen stoßen.</p>
<p>Ein sogenanntes „stranded asset“ ist dabei keineswegs nur ein leerstehendes Gebäude. Gemeint sind Immobilien, die aufgrund mangelnder Energieeffizienz, veralteter Ausstattung oder eines ungünstigen Standorts Schwierigkeiten bekommen, vermietet oder verkauft zu werden. Entscheidend ist also nicht nur der aktuelle Zustand eines Objekts, sondern die Beziehung zwischen Immobilie, Mietern, Investoren, Kreditgebern und regulatorischen Anforderungen. Genau diese Beziehungen sind für Data2Space der zentrale Anwendungsfall.</p>
<p>Ein herkömmlicher Ratingbericht kann beispielsweise feststellen, dass steigende Investitionen in die Energieeffizienz erforderlich sind. Er kann die daraus resultierenden Auswirkungen auf Cashflow, Verschuldung und Immobilienwerte analysieren. Die Informationen bleiben jedoch häufig über verschiedene Tabellen, Kennzahlen und Textpassagen verteilt. Data2Space führt diese Informationen in einem gemeinsamen räumlichen Modell zusammen.</p>
<p>Eine Immobilie kann mit ihrem Standort, ihrem Energiezustand, ihren Mietern, ihrer Bewertung, ihren Finanzierungen und ihren notwendigen Investitionen verbunden werden. Gleichzeitig lässt sich die Immobilie der Kapitalstruktur des Eigentümers zuordnen. Damit wird sichtbar, wie ein zunächst als ESG-Thema erscheinendes Problem unmittelbar zu einem Kreditrisiko werden kann. Diese Verbindung ist für das Rating besonders relevant.</p>
<p>Die Scope-Analyse verweist darauf, dass strengere Regulierung, veränderte Anforderungen der Mieter und eine stärkere Prüfung durch Kreditgeber den Investitionsbedarf erhöhen. Gleichzeitig konzentriert sich die Nachfrage zunehmend auf hochwertige und energieeffiziente Immobilien. Ineffizientere Objekte in sekundären Lagen geraten dagegen unter Druck und werden mit einem zunehmenden Abschlag gehandelt. Data2Space kann diese Marktaufspaltung räumlich darstellen.</p>
<p>Auf einer Ebene erscheinen die einzelnen Immobilien. Auf einer anderen Ebene lassen sich Standortqualität, Energieeffizienz und Nachfrageentwicklung abbilden. Eine weitere Ebene zeigt die Eigentümer- und Finanzierungsstruktur. Der Nutzer kann zwischen diesen Ebenen wechseln und erkennen, wie Veränderungen eines Faktors auf andere Bereiche wirken. Damit wird aus „ESG-Risiko“ ein vernetztes Kreditrisiko.</p>
<p>Besonders deutlich wird dies beim erforderlichen Capex. Nach der zitierten Analyse können umfassende Energieeffizienzmaßnahmen und Renovierungen bei europäischen Büroimmobilien einen erheblichen Anteil des Immobilienwerts erreichen. Bei stärkerer funktionaler oder physischer Überalterung können sogar sehr umfangreiche Repositionierungen oder Neubauentwicklungen erforderlich werden. Für das Rating ist aber nicht allein die Höhe des Capex entscheidend. Entscheidend ist die Frage, wer diesen Kapitalbedarf finanzieren kann.</p>
<p>Data2Space macht genau diese Beziehung sichtbar. Die erforderlichen Investitionen werden mit Liquidität, Verschuldung, Cashflow und Zugang zu Kapital verbunden. Der Nutzer sieht dadurch unmittelbar, ob ein Immobilienunternehmen über ausreichende finanzielle Flexibilität verfügt, um die notwendigen Investitionen zu stemmen. Das führt zu einer wesentlich differenzierteren Betrachtung der Kreditqualität.</p>
<p>Zwei Immobilienunternehmen können beispielsweise ein vergleichbares Immobilienportfolio besitzen und dennoch ein völlig unterschiedliches Kreditprofil aufweisen. Das eine Unternehmen verfügt über hohe Liquiditätsreserven, moderates Leverage und guten Kapitalmarktzugang. Das andere ist hoch verschuldet und besitzt nur begrenzte finanzielle Spielräume. Der gleiche Capex-Bedarf erzeugt deshalb bei beiden Unternehmen ein völlig unterschiedliches Kreditrisiko. In einer klassischen Tabelle muss diese Beziehung zunächst gedanklich hergestellt werden. In Data2Space wird sie Bestandteil der Informationsstruktur.</p>
<p>Auch die Auswirkungen auf die Vermögenswerte lassen sich miteinander verbinden. Sinkende Attraktivität eines Gebäudes kann die Vermietbarkeit beeinträchtigen. Eine geringere Vermietung kann den Cashflow reduzieren. Sinkende Cashflows können die Verschuldungskennzahlen verschlechtern. Gleichzeitig kann ein sinkender Immobilienwert die Besicherung von Finanzierungen schwächen und die Refinanzierung erschweren. Aus einem einzelnen Problem entsteht eine Kette von Kreditrisiken. Data2Space macht diese Kette sichtbar.</p>
<p>Gerade für Immobilienratings ist dies entscheidend. Die eigentliche Frage lautet nicht nur, ob ein Gebäude energieeffizient ist. Die entscheidende Ratingfrage lautet vielmehr: Welche wirtschaftlichen Konsequenzen hat die fehlende Energieeffizienz für Mieter, Mieteinnahmen, Immobilienwert, Cashflow, Verschuldung, Refinanzierung und Recovery? Diese Faktoren lassen sich in Data2Space als miteinander verbundene Elemente einer gemeinsamen Ratinglandschaft darstellen.</p>
<p>Auch der sogenannte „brown discount“ erhält dadurch eine andere Bedeutung. Ein Preisabschlag für weniger effiziente Immobilien ist zunächst ein Marktphänomen. Für einen Kreditgeber wird daraus ein potenzielles Sicherheiten- und Recovery-Risiko. Sinkt der Wert einer Immobilie, verändert sich möglicherweise die Beleihungssituation. Bei einer Refinanzierung kann dies wiederum die Finanzierungsmöglichkeiten des Eigentümers beeinflussen.</p>
<p>Data2Space verbindet Marktwert, Sicherheiten und Finanzierung in einer gemeinsamen Struktur. Damit wird auch verständlicher, warum finanzielle Flexibilität nach der Scope-Analyse zunehmend zu einem entscheidenden Differenzierungsmerkmal der Kreditqualität wird. Nicht jede Immobiliengesellschaft muss dieselben Risiken tragen. Entscheidend ist ihre Fähigkeit, auf diese Risiken zu reagieren. Data2Space stellt deshalb nicht nur Risiken dar, sondern auch Handlungsspielräume.</p>
<p>Liquidität, Verschuldung, Cashflow, verfügbare Finanzierung und erwarteter Investitionsbedarf können gemeinsam betrachtet werden. Der Nutzer erkennt, wo finanzielle Puffer vorhanden sind und wo sich Engpässe entwickeln. Diese Perspektive ist insbesondere für die Zukunftsanalyse eines Ratings relevant.</p>
<p>Ein Immobilienunternehmen kann heute noch ein solides Kreditprofil aufweisen. Wenn jedoch in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen erforderlich werden und gleichzeitig große Finanzierungen fällig werden, kann sich die Situation erheblich verändern. Das Risiko liegt dann nicht in einer einzelnen aktuellen Kennzahl, sondern in der zeitlichen Überlagerung mehrerer Entwicklungen. Data2Space bildet solche Überlagerungen ab.</p>
<p>Investitionsbedarf, Refinanzierungstermine, Mietvertragslaufzeiten und erwartete Cashflows können innerhalb einer zeitlichen Informationsstruktur dargestellt werden. Damit wird sichtbar, wann mehrere Belastungen gleichzeitig auftreten. Dies führt zu einer wichtigen Erweiterung des Ratingverständnisses: Kreditrisiko ist nicht nur eine Eigenschaft, sondern eine Entwicklung.</p>
<p>Auch Szenarioanalysen werden dadurch besonders anschaulich. Ein Analyst kann beispielsweise untersuchen, wie sich ein höherer Investitionsbedarf auf Verschuldung und Liquidität auswirkt. Ebenso lässt sich analysieren, welche Folgen eine sinkende Vermietungsquote oder ein Rückgang der Immobilienwerte für das gesamte Kreditprofil hat. Die einzelnen Szenarien erscheinen nicht als isolierte Tabellen, sondern als Veränderungen innerhalb derselben räumlichen Struktur. Damit wird die Ratingmethodologie interaktiv erfahrbar.</p>
<p>Die Analyse von Scope zeigt zudem, dass Nachhaltigkeitsinvestitionen zunehmend eine Voraussetzung für die langfristige Werterhaltung werden. Das bedeutet für das Rating eine wichtige Verschiebung: ESG-Capex ist nicht mehr ausschließlich eine Frage langfristiger Nachhaltigkeitsziele. Er wird zu einem unmittelbaren Bestandteil der kurzfristigen und mittelfristigen Kreditqualität. Data2Space macht diese Verschiebung sichtbar, weil ESG-Faktoren direkt mit finanziellen Faktoren verbunden werden.</p>
<p>Energieeffizienz steht dann neben Mietentwicklung, Mietentwicklung neben Cashflow, Cashflow neben Verschuldung und Verschuldung neben Refinanzierung. Die Verbindung zwischen diesen Faktoren wird nicht erst im Text erklärt, sondern als Teil der Datenstruktur dargestellt. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer bloßen Visualisierung und einem räumlichen Analysemodell.</p>
<p>Die Stärke von Data2Space besteht nicht darin, einen Ratingbericht dreidimensional abzubilden. Die eigentliche Leistung besteht darin, die Beziehungen zwischen den Daten sichtbar und interaktiv untersuchbar zu machen. Damit erhält auch die Aussage über die zunehmende Zweiteilung des europäischen Immobilienmarktes eine zusätzliche Dimension. Auf der einen Seite stehen Immobilien, die ausreichend Kapital erhalten, um ihre Attraktivität und Liquidität zu bewahren. Auf der anderen Seite stehen Objekte, bei denen der erforderliche Investitionsaufwand die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Eigentümers übersteigt.</p>
<p>Diese beiden Welten lassen sich in einer Data2Space-Umgebung als unterschiedliche Bereiche einer Immobilien- und Kreditlandschaft darstellen. Für Investoren und Kreditgeber entsteht dadurch eine neue Form der Analyse. Sie sehen nicht nur, welche Immobilien oder Unternehmen heute ein bestimmtes Rating besitzen. Sie erkennen auch, welche Faktoren dieses Rating stabilisieren oder gefährden und wie sich diese Faktoren gegenseitig beeinflussen. Das ist der entscheidende Mehrwert für das Kreditrating.</p>
<p>Data2Space macht aus der statischen Ratingaussage ein interaktives Modell der Kreditqualität. Gerade bei Immobilien, wo technische Eigenschaften, regulatorische Anforderungen, Mietmärkte, Investitionsbedarf, Immobilienwerte und Finanzierungsstrukturen eng miteinander verbunden sind, wird dadurch eine wesentliche Eigenschaft moderner Kreditrisiken sichtbar: Das Risiko befindet sich nicht in einem einzelnen Datenpunkt. Es entsteht aus dem Zusammenspiel der Datenpunkte.</p>
<p>Die aktuelle Diskussion über europäische Immobilien und stranded assets zeigt, wie wichtig diese Perspektive geworden ist. Data2Space liefert dafür die passende Informationsarchitektur: Nicht nur Daten werden sichtbar, sondern ihre Beziehungen. Damit wird aus ESG-Risiko Kreditrisiko, aus Kreditrisiko eine vernetzte Struktur und aus der Ratinganalyse eine interaktive Landschaft, in der Investoren und Kreditgeber die Entstehung und Veränderung von Kreditqualität unmittelbar untersuchen können.</p>
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		<title>Soft Skill Rating</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 07:54:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Hard Skill Rating]]></category>
		<category><![CDATA[Soft Skill Rating]]></category>

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		<description><![CDATA[In einer zunehmend von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Automatisierung geprägten Wirtschaftswelt verschiebt sich der entscheidende Wettbewerbsvorteil von Unternehmen radikal. Während Fachwissen und technische Fertigkeiten heute so schnell veralten wie nie zuvor oder direkt von KI-Systemen übernommen werden, rücken die sogenannten Soft Skills in den Mittelpunkt strategischer Unternehmensführung. Doch wie lassen sich persönliche, soziale und methodische [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einer zunehmend von künstlicher Intelligenz, Algorithmen und Automatisierung geprägten Wirtschaftswelt verschiebt sich der entscheidende Wettbewerbsvorteil von Unternehmen radikal. Während Fachwissen und technische Fertigkeiten heute so schnell veralten wie nie zuvor oder direkt von KI-Systemen übernommen werden, rücken die sogenannten Soft Skills in den Mittelpunkt strategischer Unternehmensführung.</p>
<p>Doch wie lassen sich persönliche, soziale und methodische Kompetenzen wie Empathie, Resilienz, Führungskraft oder interkulturelle Kommunikationsfähigkeit objektiv bewerten, managen und in Ratingsysteme integrieren? Dieser zentralen Frage widmet sich das im Springer Gabler Verlag erschienene Standardwerk &#8222;Soft Skill Rating: Messung, Management und Bewertung sozialer Kompetenz&#8220;, herausgegeben von Dr. Oliver Everling von der RATING EVIDENCE GmbH und Dominik Wever von emerse.ai.</p>
<p>Jahrzehntelang wurden soziale Kompetenzen in der Unternehmenspraxis als weiche Faktoren stiefmütterlich behandelt. Während Finanzkennzahlen, Liquiditätsgrade und technische Qualifikationen bis ins Detail gemessen und geratet werden, verließ man sich bei der Beurteilung von Soft Skills bei Führungskräften und Teams meist auf das Bauchgefühl, unstrukturierte Interviews oder vage Feedback-Bögen. Das Ergebnis dieses Paradigmenwechsels ist eindeutig: Die Mehrheit aller Post-Merger-Integrationen scheitert nicht an falschen Zahlen, sondern an kulturellen Reibungsverlusten. Startup-Finanzierungen schlagen selten wegen fehlender Technologie fehl, sondern am Zerwürfnis des Gründerteams. Und in Transformationsprozessen entscheiden nicht die Systeme über Erfolg oder Niederlage, sondern die Change-Competence der handelnden Personen. Soft Skills sind längst keine Beigabe mehr, sondern bilden die harte Infrastruktur gelingender Zusammenarbeit.</p>
<p>Das Werk Soft Skill Rating schlägt eine entscheidende Brücke zwischen wissenschaftlicher Psychometrie, technologischer Innovation und praktischer Unternehmenssteuerung. Es zeigt auf, wie durch die Kombination traditioneller Testverfahren mit moderner Technologie eine hohe Messgüte, Validität und Verlässlichkeit erzielt werden kann. Zu den Kernbausteinen des modernen Soft Skill Ratings gehören Verhaltensanker und Situational Judgment Tests, durch die abstrakte Eigenschaften wie Kritikfähigkeit oder Adaptivität im Arbeitsalltag messbar gemacht werden. Darüber hinaus ermöglichen künstliche Intelligenz und Natural Language Processing die Skalierung von Feedback und Training, indem sie Kommunikationsmuster objektiv und frei von menschlichen Wahrnehmungsverzerrungen analysieren. Immersive Technologien wie Virtual Reality erlauben es zudem, Stress-Situationen, Führungsentscheidungen und Kundeninteraktionen in virtuellen Räumen realitätsnah zu testen und zu bewerten.</p>
<p>Die im Buch versammelten Fachbeiträge renommierter Autorinnen und Autoren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung verdeutlichen das breite Anwendungsspektrum. Im Bereich Executive Search und Venture Capital entscheidet das Soft-Skill-Profil bei der Beurteilung von Gründern und Top-Executiven über Risikominimierung und Kapitalvergabe. Auch im Rahmen der Social- und Governance-Säulen von ESG-Kriterien werden Soft Skill Ratings zu einem essenziellen Bestandteil von Due-Diligence-Prozessen bei M&#038;A-Transaktionen. Am Beispiel der Charité Berlin wird zudem gezeigt, wie moderne Soft-Skill-Konzepte Arbeitsabläufe und Mitarbeiterbindung selbst in extrem fordernden Arbeitsumfeldern des Gesundheitswesens nachhaltig verbessern.</p>
<p>Die Bewertung sozialer Kompetenzen ist kein theoretisches Gedankenspiel, sondern eine Notwendigkeit für zukunftsfähiges Risikomanagement und nachhaltigen Unternehmenserfolg. Das Fachbuch Soft Skill Rating setzt hierbei maßgebliche Standards und belegt eindrucksvoll: Wenn Unternehmen Dialoge ernst nehmen, Anker sauber formulieren und Feedback erklärbar machen, wird Entwicklung planbar, objektiv und messbar.</p>
<p>Everling, Oliver / Wever, Dominik (Hrsg.): Soft Skill Rating. Messung, Management und Bewertung sozialer Kompetenz. Springer Gabler, Wiesbaden. ISBN 978-3-658-50267-6.</p>
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		<item>
		<title>EthiFinance und ESG Book sehen sich schon als Europas neuen Rating-Champion</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 10:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[EthiFinance und ESG Book schließen sich zusammen und schaffen nach eigenen Angaben eine der größten unabhängigen europäischen Agenturen für Kredit- und Nachhaltigkeitsratings. Mit der Fusion entsteht unter der Marke EthiFinance ein Anbieter, der Nachhaltigkeits- und Kreditratings aus einer Hand bereitstellt und sich als europäische Alternative zu den etablierten US-Anbietern positionieren will. Die Unternehmen sehen den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>EthiFinance und ESG Book schließen sich zusammen und schaffen nach eigenen Angaben eine der größten unabhängigen europäischen Agenturen für Kredit- und Nachhaltigkeitsratings. Mit der Fusion entsteht unter der Marke EthiFinance ein Anbieter, der Nachhaltigkeits- und Kreditratings aus einer Hand bereitstellt und sich als europäische Alternative zu den etablierten US-Anbietern positionieren will.</p>
<p>Die Unternehmen sehen den Zusammenschluss als Reaktion auf die wachsenden Anforderungen im Markt für Sustainable Finance. Hintergrund sind der steigende Bedarf an belastbaren Nachhaltigkeitsdaten, regulatorische Vorgaben und die zunehmende Bedeutung von ESG-Analysen für Investoren, Banken und Unternehmen. Die neue Unternehmensgruppe soll Finanzinstituten, Investoren und Emittenten ein integriertes Angebot aus Daten, Analysen und Ratings bieten.</p>
<p>Carol Sirou, CEO von EthiFinance, bezeichnet den Zusammenschluss als wichtigen Schritt für den Markt: „Wir stehen an einem entscheidenden Moment für Sustainable Finance. Durch die Bündelung unserer Stärken schaffen wir eine Plattform, die den Anforderungen von Finanzinstituten, Investoren und Emittenten in einem dynamischen Markt gerecht wird.“</p>
<p>Auch Justin Fitzpatrick, CEO von ESG Book, sieht in der Fusion eine strategische Weichenstellung. „In einem Markt, der zunehmend von datenbasierter Materialität geprägt ist, braucht Europa einen starken, unabhängigen Champion, der lokales Marktverständnis mit globaler Leistungsfähigkeit verbindet“, erklärt er.</p>
<p>Nach Angaben der Unternehmen beschäftigt die neue Gruppe mehr als 300 Expertinnen und Experten in Europa, den USA, Indien und Japan. Sie betreut über 500 Kunden und verfügt über eine globale Abdeckung von mehr als 76.000 Unternehmen. Zum Leistungsangebot gehören ESG- und Kreditratings, Nachhaltigkeits- und Kreditdaten, Portfolioanalysen, regulatorisches Reporting, Benchmarking sowie Lösungen für das Management von Lieferkettenrisiken. Ergänzt wird das Portfolio durch eine integrierte Technologieplattform, die den Zugang zu Daten und Analysen bündeln soll.</p>
<p>Die Unternehmen betonen zudem ihre Kompetenzen bei der Modellierung von Nachhaltigkeits- und Finanzrisiken. Dazu zählen unter anderem Kennzahlen zu physischen Klimarisiken, Transitionsrisiken und Biodiversität. Ziel sei es, finanzielle und nichtfinanzielle Risikobetrachtungen enger miteinander zu verbinden und insbesondere bestehende Datenlücken in öffentlichen und privaten Märkten zu schließen.</p>
<p>EthiFinance wurde 2004 in Paris gegründet und ist als europäische Ratingagentur auf Kredit- und Nachhaltigkeitsratings spezialisiert. Das Unternehmen ist bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA registriert und wird unter anderem von EIOPA und EBA anerkannt. ESG Book mit Hauptsitz in Frankfurt wurde 2018 gegründet und bietet Finanzinstituten weltweit ESG-Daten, Nachhaltigkeitsanalysen sowie Softwarelösungen für Datenmanagement und regulatorische Anforderungen. Mit dem Zusammenschluss wollen beide Unternehmen ihre Marktposition im europäischen Sustainable-Finance-Sektor deutlich ausbauen.</p>
<p>Mit dem Zusammenschluss von EthiFinance und ESG Book wächst der Druck auf die Berliner Scope Group erheblich. Während Scope in den vergangenen Jahren den Anspruch erhoben hat, sich als führende europäische Alternative zu den großen US-Ratingagenturen zu etablieren, sind ihre Marktanteile in mehreren Geschäftsbereichen zuletzt unter Druck geraten. Der neue Wettbewerber vereint nun Kredit- und Nachhaltigkeitsratings, umfangreiche ESG-Daten sowie eine globale Technologieplattform unter einem Dach und verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 300 Experten, mehr als 500 Kunden und eine Abdeckung von bis zu 76.000 Unternehmen. Damit dürfte es für Scope schwieriger werden, ihre führende Stellung im europäischen Ratingmarkt zu behaupten – insbesondere im wachstumsstarken Sustainable-Finance-Segment, in dem Größe, Datenverfügbarkeit und internationale Reichweite zunehmend zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren werden.</p>
<p>Rückblickend zeigt sich, dass die Scope Group möglicherweise eine strategische Chance verpasst hat. Während Wettbewerber ihre Geschäftsmodelle frühzeitig um Nachhaltigkeitsratings sowie die Analyse ökologischer, sozialer und Governance-bezogener (ESG-)Risiken erweitert und diese eng mit der klassischen Kreditanalyse verzahnt haben, blieb Scope in diesem Bereich vergleichsweise zurückhaltend positioniert. Der Zusammenschluss von EthiFinance und ESG Book verdeutlicht nun, wie stark der Markt auf integrierte Lösungen setzt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Scope den Zeitpunkt verpasst haben könnte, sich frühzeitig als führender europäischer Anbieter für die Bewertung ethischer, ökologischer und sozialer Kriterien zu etablieren – ein Segment, das heute als zentraler Wachstumstreiber im Sustainable-Finance-Markt gilt.</p>
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		<title>ESG und Quality Economy treffen den Zeitgeist</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 08:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die bemerkenswerte Resonanz auf das Buch „ESG als Treiber von M&#38;A – Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen“ mit mehr als 230.000 Downloads ist kein Zufall. Der Erfolg spiegelt eine Entwicklung wider, die inzwischen tief im institutionellen Kapitalmarkt verankert ist: Nachhaltigkeit wird nicht mehr als ideologisches Zusatzthema verstanden, sondern als integraler Bestandteil von Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Bewertung [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die bemerkenswerte Resonanz auf das Buch „<a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-45406-7" target="_blank">ESG als Treiber von M&amp;A – Unternehmenskäufe und -zusammenschlüsse erfolgreich managen</a>“ mit mehr als 230.000 Downloads ist kein Zufall. Der Erfolg spiegelt eine Entwicklung wider, die inzwischen tief im institutionellen Kapitalmarkt verankert ist: Nachhaltigkeit wird nicht mehr als ideologisches Zusatzthema verstanden, sondern als integraler Bestandteil von Unternehmensstrategie, Risikomanagement, Bewertung und Wertschöpfung.</p>
<p>Eine aktuelle Untersuchung von Union Investment unter 130 institutionellen Investoren in Deutschland bestätigt genau jene Thesen, die das Buch in seinen zahlreichen Fachbeiträgen behandelt. Danach berücksichtigen heute 85 Prozent der institutionellen Anleger ESG-Kriterien bei ihren Investments. Gleichzeitig sind 68 Prozent überzeugt, dass Nachhaltigkeit langfristig einen hohen ökonomischen Nutzen erzeugt.</p>
<p>Harald Rieger, Leiter des institutionellen Kundengeschäfts bei Union Investment, bringt die Entwicklung auf den Punkt: „Bei den meisten institutionellen Investoren ist Nachhaltigkeit im Investmentprozess fest etabliert. Sie lassen sich durch öffentliche Debatten wenig beeindrucken und konzentrieren sich stattdessen auf die Qualität ihrer Anlagestrategie und den Anlageerfolg.“</p>
<p>Genau diese Verbindung von Nachhaltigkeit und Qualität macht den Kern des Erfolgs des Buches aus. Die Autoren betrachten ESG nicht als regulatorische Pflichtübung, sondern als Instrument zur Verbesserung der Entscheidungsqualität im gesamten M&amp;A-Prozess – von der Due Diligence über die Unternehmensbewertung bis zur Integration nach der Transaktion.</p>
<p>Besonders bemerkenswert ist, dass die Investoren Nachhaltigkeit keineswegs als Gegensatz zu wirtschaftlichem Erfolg betrachten. Vielmehr sehen die meisten Anleger nachhaltige und konventionelle Anlagen hinsichtlich Rendite und Risiko auf vergleichbarem Niveau. Für 40 Prozent besitzt Nachhaltigkeit sogar eine hohe Bedeutung für das Risikomanagement ihrer Kapitalanlagen.</p>
<p>Rieger betont daher ausdrücklich: „Nachhaltigkeit bleibt bei institutionellen Investoren in der Breite etabliert. Die nachhaltige Kapitalanlage ist jedoch kein Selbstzweck, sondern muss auch ökonomisch sinnvoll sein.“</p>
<p>Damit wird ein Gedanke bestätigt, der weit über ESG hinausreicht und unmittelbar zur Bedeutung des Buches <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-45360-2">Quality Economy</a> führt.</p>
<p>Während ESG die ökologischen, sozialen und Governance-bezogenen Aspekte wirtschaftlichen Handelns strukturiert erfasst, geht die Idee der Quality Economy einen Schritt weiter. Sie fragt nach der Qualität wirtschaftlicher Entscheidungen insgesamt. Qualität bedeutet dabei nicht nur Produktqualität. Sie umfasst die Qualität von Managemententscheidungen, Unternehmensführung, Risikobewertung, Transparenz, Daten, Prozessen, Ratings und langfristiger Wertschöpfung.</p>
<p>Die Ergebnisse der Investorenbefragung zeigen, dass genau diese Qualitätsdimensionen heute über den Erfolg von Kapitalanlagen entscheiden. Nachhaltigkeit wird von den Investoren nicht deshalb berücksichtigt, weil sie politisch gefordert wird, sondern weil sie als Qualitätsmerkmal wirtschaftlicher Entscheidungen verstanden wird.</p>
<p>Besonders deutlich wird dies an der Kritik der Investoren an der Regulierung. 92 Prozent fordern eine praktikablere ESG-Regulierung. Gleichzeitig geben 60 Prozent an, bereits über gute oder sehr gute Kenntnisse nachhaltiger Kapitalanlagen zu verfügen. Die Investoren wünschen sich also nicht weniger Nachhaltigkeit, sondern bessere Qualität in der Umsetzung.</p>
<p>Auch hierzu liefert die Studie eine bemerkenswerte Aussage. Laut Rieger sehen institutionelle Anleger Nachhaltigkeit inzwischen als „integrales Instrument ihres Investmentprozesses und Risikomanagements“. Genau diese Integration verschiedener Qualitätsdimensionen steht im Zentrum der Quality Economy.</p>
<p>Die Studie zeigt zudem eine hohe Realitätsnähe der Investoren. So glauben 91 Prozent nicht daran, dass die Pariser Klimaziele in ihrer heutigen Form erreicht werden können. Gleichzeitig halten 87 Prozent an nachhaltigen Anlagestrategien fest. Diese Kombination aus Ambition und Pragmatismus ist charakteristisch für eine Qualitätsorientierung. Es geht nicht um Symbolpolitik oder reine Absichtserklärungen, sondern um wirksame Verfahren zur Steuerung von Risiken und Chancen.</p>
<p>Auch die Diskussion um Künstliche Intelligenz bestätigt diesen Trend. Die große Mehrheit der Investoren erwartet Auswirkungen der KI auf Nachhaltigkeit. Während 56 Prozent positive Effekte sehen, befürchten 44 Prozent steigenden Ressourcenverbrauch und zusätzliche Belastungen für das Klima. Die Debatte wird also nicht ideologisch geführt, sondern entlang von Chancen, Risiken und Qualität der Ergebnisse.</p>
<p>Der Erfolg von „ESG als Treiber von M&amp;A“ beruht letztlich darauf, dass das Werk einen Paradigmenwechsel frühzeitig aufgegriffen hat. Nachhaltigkeit wird darin als Bestandteil langfristiger Wertschöpfung verstanden. Die aktuelle Investorenbefragung bestätigt diese Sichtweise eindrucksvoll. Nachhaltigkeit ist für professionelle Anleger weder Modeerscheinung noch Selbstzweck. Sie ist Teil eines umfassenden Qualitätsverständnisses wirtschaftlicher Entscheidungen.</p>
<p>Genau deshalb gewinnt auch die Idee der <a href="https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-45360-2" target="_blank">Quality Economy</a> an Bedeutung. In einer Zeit wachsender Unsicherheit, komplexer Regulierung, technologischer Umbrüche und steigender Anforderungen an Transparenz wird Qualität zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Die mehr als 230.000 Downloads des ESG-Buches zeigen, dass Wirtschaft, Finanzmärkte und Wissenschaft nach Orientierung suchen. Die Quality Economy liefert den übergeordneten Rahmen dafür: Sie verbindet Nachhaltigkeit, Governance, Risiko- und Qualitätsmanagement zu einem gemeinsamen Ziel – der Schaffung langfristiger, belastbarer und verantwortungsvoller Wertschöpfung.</p>
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		<title>Mehr Ratings für mehr Verantwortung: Warum die Rentenreform transparente Anlageklassifikationen erforderlich macht</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2026 07:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge markiert einen tiefgreifenden Strukturwandel des deutschen Kapitalmarkts. Wenn künftig Millionen Bürger stärker eigenverantwortlich für ihre Altersvorsorge investieren sollen, wächst zugleich die Notwendigkeit, Anlageprodukte transparenter, vergleichbarer und verständlicher zu klassifizieren. Die Digitalisierung des Vorsorgemarkts, wie sie derzeit von Unternehmen wie ODDO BHF Asset Management und Xaver Group GmbH vorangetrieben wird, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die geplante Reform der privaten Altersvorsorge markiert einen tiefgreifenden Strukturwandel des deutschen Kapitalmarkts. Wenn künftig Millionen Bürger stärker eigenverantwortlich für ihre Altersvorsorge investieren sollen, wächst zugleich die Notwendigkeit, Anlageprodukte transparenter, vergleichbarer und verständlicher zu klassifizieren. Die Digitalisierung des Vorsorgemarkts, wie sie derzeit von Unternehmen wie ODDO BHF Asset Management und Xaver Group GmbH vorangetrieben wird, erhöht zwar Effizienz und Marktzugang, bedingt aber gleichzeitig die Anforderungen an Orientierung, Risikotransparenz und Qualitätsstandards.</p>
<p>Die heutige Pressemitteilung der beiden Finanzinstitutebeschreibt die Reform der privaten Altersvorsorge ausdrücklich als „Gamechanger“. Dr. Stefan Steurer von ODDO BHF Asset Management erklärt: „Die für 2027 geplante Reform der privaten Altersvorsorge ist ein Gamechanger. Mit dieser erweiterten Partnerschaft wollen wir den Markt für private kapitalgedeckte Altersvorsorgelösungen aktiv und langfristig mitgestalten.“ Gerade diese aktive Gestaltung eines neuen Vorsorgemarktes macht deutlich, dass traditionelle Produktkategorien allein künftig nicht mehr ausreichen werden, um Anlegern eine belastbare Entscheidungsgrundlage zu geben. Wenn White-Label-Produkte, hybride Vertriebsmodelle, Private-Market-Zugänge und KI-gestützte Beratungssysteme zunehmend miteinander verschmelzen, entsteht ein Markt mit hoher Innovationsdynamik, aber auch wachsender Komplexität.</p>
<p>Die Diskussion über Ratings beschränkt sich bislang häufig auf Emittenten, Staaten oder einzelne Fonds. Tatsächlich wäre jedoch eine wesentlich breitere Klassifikation von Anlageprodukten sinnvoll. Altersvorsorgedepots, Standarddepots, fondsgebundene Vorsorgelösungen, hybride Versicherungsprodukte oder KI-gestützte Vermögensverwaltungen sollten stärker anhand standardisierter Rating- und Transparenzkriterien bewertet werden. Dabei geht es nicht nur um klassische Bonitätsaspekte, sondern um multidimensionale Qualitätsindikatoren: Kostenstabilität, Liquiditätsrisiken, Governance-Strukturen, ESG-Integration, technologische Robustheit, Verständlichkeit der Produkte sowie Interessenkonflikte in Vertrieb und Beratung.</p>
<p>Gerade im Zuge der Rentenreform entsteht eine Situation, in der der Staat den Bürgern mehr Freiheiten einräumt, gleichzeitig aber implizit auch mehr Verantwortung überträgt. Max Bachem, Gründer und CEO von Xaver, formuliert dies nahezu programmatisch: „Die Rentenreform ist der Startschuss für eine neue Ära der Altersvorsorge in Deutschland.“ Eine neue Ära bedeutet jedoch auch neue Risiken. Wenn Anleger verstärkt selbst entscheiden müssen, welche Produkte ihrer langfristigen Vorsorge dienen, benötigen sie Instrumente zur Einordnung der tatsächlichen Qualität und Nachhaltigkeit dieser Angebote. Ratings können hierbei eine ähnliche Funktion übernehmen wie Hygienestandards in der Lebensmittelindustrie oder Sicherheitsbewertungen im Automobilsektor: Sie reduzieren Informationsasymmetrien und schaffen vergleichbare Maßstäbe.</p>
<p>Zugleich darf ein erweitertes Ratingsystem nicht zu einer Entmündigung der Anleger führen. Vielmehr sollte es die Eigenverantwortung stärken. In der Vergangenheit wurde Regulierung häufig so interpretiert, dass sie Anleger vor Fehlentscheidungen schützen müsse. Dieses paternalistische Modell stößt jedoch an Grenzen, wenn Kapitalmärkte immer dynamischer und individualisierter werden. Die Zukunft der Altersvorsorge wird nicht allein durch Garantien geprägt sein, sondern durch Risiko-Rendite-Entscheidungen, die Bürger eigenständig treffen müssen. Ratings können dabei Orientierung geben, ohne die Verantwortung abzunehmen.</p>
<p>Die Pressemitteilung verweist mehrfach auf die „regulatorische Komplexität“ des neuen Vorsorgemarktes. Gerade diese Komplexität macht transparente Produktklassifikationen notwendig. Denn ein Markt, der technisch hochentwickelt ist, KI-native Infrastrukturen nutzt und automatisierte Beratungsprozesse integriert, darf nicht gleichzeitig intransparent bleiben. Wenn Plattformen künftig „die schnelle Einführung wettbewerbsstarker Produkte“ ermöglichen, muss parallel auch die Fähigkeit der Anleger gestärkt werden, die Qualität dieser Produkte unabhängig beurteilen zu können.</p>
<p>Besonders relevant wird dies vor dem Hintergrund der geplanten automatischen Überführung sogenannter „Altersvorsorgedepot-Brückenprodukte“ in regulierte Altersvorsorgedepots ab 2027. Solche Übergangsmodelle schaffen Marktdynamik, bergen aber auch die Gefahr, dass Produkte primär unter Vertriebs- und Wachstumsaspekten entwickelt werden. Die Pressemitteilung spricht ausdrücklich davon, dass Partner „frühzeitig Marktanteile sichern“ können. Genau an diesem Punkt gewinnen unabhängige Ratingsysteme an Bedeutung: Sie können helfen, kurzfristige Vertriebsinteressen von langfristiger Produktqualität zu unterscheiden.</p>
<p>Darüber hinaus dürfte die Integration von Private Markets in Altersvorsorgeprodukte die Bedeutung von Ratings weiter erhöhen. Private Equity und Private Debt versprechen höhere Renditen, bringen aber zugleich geringere Transparenz, eingeschränkte Liquidität und komplexere Bewertungsmechanismen mit sich. Wenn solche Anlageformen künftig breiteren Anlegergruppen zugänglich gemacht werden, braucht es robuste und allgemein verständliche Bewertungsmaßstäbe. Ratings könnten hier eine Brücke zwischen institutionellen Analyseverfahren und privater Anlageentscheidung schlagen.</p>
<p>Bemerkenswert ist zudem der Hinweis von ODDO BHF Asset Management auf die Zertifizierung nachhaltiger Fonds „durch unabhängige Stellen“. Bereits heute existiert also ein Markt für externe Qualitätsbeurteilungen. Die logische Weiterentwicklung wäre eine systematische Ausweitung solcher Bewertungsansätze auf gesamte Vorsorgeprodukte und Vertriebsarchitekturen. Nicht nur einzelne Fonds, sondern komplette Altersvorsorgelösungen könnten hinsichtlich Stabilität, Transparenz, Nachhaltigkeit und Interessenausrichtung bewertet werden.</p>
<p>Die Rentenreform wird damit auch zu einer Frage der Finanzbildung. Ratings allein ersetzen keine finanzielle Kompetenz, sie können jedoch ein wichtiges Instrument zur Strukturierung komplexer Informationen sein. Entscheidend ist, dass Anleger lernen, Ratings nicht als Garantie, sondern als analytisches Hilfsmittel zu verstehen. Eigenverantwortung bedeutet nicht, Risiken zu vermeiden, sondern Risiken bewusst einzugehen und ihre Tragfähigkeit einschätzen zu können.</p>
<p>Der Übergang von einer staatszentrierten zu einer stärker kapitalmarktbasierten Altersvorsorge verlangt deshalb zwei parallele Entwicklungen: erstens mehr Transparenz und unabhängige Klassifikation von Anlageprodukten, zweitens eine Stärkung der Verantwortung und Entscheidungskompetenz der Anleger selbst. Nur wenn beide Elemente zusammenwirken, kann die neue Ära der Altersvorsorge tatsächlich zu mehr Vermögensbildung und langfristiger Stabilität führen.</p>
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		<title>Gemeinschaftliches Wohnen zwischen europäischer Plattformstrategie und lokaler Realität</title>
		<link>http://www.everling.de/gemeinschaftliches-wohnen-zwischen-europaeischer-plattformstrategie-und-lokaler-realitaet/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 08:49:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Immobilienrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Start von NestFrame entsteht eine neue europäische Plattform für gemeinschaftsorientierte Wohnformen. Das in Stockholm ansässige Unternehmen beschreibt sich als „pan-European investment and operating platform dedicated exclusively to community living operators“ und will regionale Betreiber vollständig übernehmen, ohne deren Identität aufzugeben. „Our ambition is permanent ownership“, sagt CEO Niklas Andersson. Man baue „not to [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Start von NestFrame entsteht eine neue europäische Plattform für gemeinschaftsorientierte Wohnformen. Das in Stockholm ansässige Unternehmen beschreibt sich als „pan-European investment and operating platform dedicated exclusively to community living operators“ und will regionale Betreiber vollständig übernehmen, ohne deren Identität aufzugeben. „Our ambition is permanent ownership“, sagt CEO Niklas Andersson. Man baue „not to flip“, sondern für langfristige Trägerschaft. Der Anspruch ist klar formuliert: „The opportunity is structural. The ownership is permanent. The strategy is to compound, region by region.“</p>
<p>Überträgt man diesen Ansatz auf eine Gemeinde wie Rodenbach, stellt sich die Frage, ob das Modell eines europaweit skalierenden Community-Living-Investors auch in einer kleineren Kommune nachhaltig und wirtschaftlich tragfähig sein kann. Rodenbach steht exemplarisch für viele Gemeinden im suburbanen Raum Deutschlands: stabile Eigentümerstrukturen, moderate Mietniveaus, alternde Bevölkerung und zugleich der Wunsch nach zeitgemäßen Wohnformen. Urbanisierung und Mobilität, die NestFrame als Treiber beschreibt, wirken hier abgeschwächt, doch gesellschaftliche Themen wie Vereinsamung im Alter oder veränderte Haushaltsstrukturen sind durchaus präsent.</p>
<p>NestFrame argumentiert, Europa leide nicht an fehlenden Betreibern, sondern an fehlender „coordinated scale and long-term alignment“, wie Chairman Jonas Häggqvist formuliert. In einer Gemeinde wie Rodenbach wäre jedoch weniger die Skalierung über Ländergrenzen hinweg entscheidend als vielmehr die lokale Einbettung. Nachhaltigkeit bemisst sich hier nicht nur an CO₂-Bilanzen oder ESG-Reports, sondern an sozialer Integration, langfristiger Bezahlbarkeit und kommunaler Akzeptanz.</p>
<p>Ein zentraler Aspekt der wirtschaftlichen Tragfähigkeit ist das Mietniveau. Community Living mit professionellem Management, Gemeinschaftsflächen und Serviceelementen erzeugt höhere Betriebskosten als klassischer Wohnungsbau. In Metropolen lassen sich diese Kosten durch hohe Nachfrage und Zahlungsbereitschaft kompensieren. In Rodenbach hingegen müsste sorgfältig geprüft werden, ob die Zielgruppen – etwa Senioren, Alleinerziehende oder Berufspendler – bereit und in der Lage sind, einen Aufpreis für Gemeinschaft und Services zu zahlen. Die von NestFrame betonte „resilient unit economics“ müssen sich im ländlich geprägten Markt erst beweisen.</p>
<p>Gleichzeitig kann das Modell strukturelle Vorteile bieten. Die Plattform verspricht „stability, growth capital and shared capabilities“, also Stabilität, Kapital und professionelle Strukturen. Gerade kleinere Gemeinden profitieren oft von erfahrenen Betreibern, die Governance, Datenanalyse und Finanzierung beherrschen. Wenn ein Projekt in Rodenbach beispielsweise als Mehrgenerationenquartier mit 40 bis 60 Einheiten konzipiert würde, könnte ein langfristig orientierter Eigentümer tatsächlich Planungssicherheit schaffen. Die Aussage „We are building a platform of regional leaders designed for long-term stewardship“ verweist auf einen Ansatz, der nicht auf kurzfristige Exit-Strategien setzt, sondern auf dauerhafte Bewirtschaftung. Das ist aus kommunaler Sicht grundsätzlich positiv.</p>
<p>Die ökologische Nachhaltigkeit hängt stark von der konkreten Ausgestaltung ab. Gemeinschaftliches Wohnen kann Flächen effizienter nutzen, Ressourcen teilen und durch geteilte Infrastruktur – von Gemeinschaftsräumen bis zu Mobilitätsangeboten – den individuellen Verbrauch senken. Entscheidend ist jedoch, dass Neubauten energieeffizient errichtet und langfristig instand gehalten werden. Ein kapitalstarker Plattformbetreiber könnte hier Vorteile haben, sofern ESG-Kriterien nicht nur marketingseitig, sondern operativ umgesetzt werden.</p>
<p>Sozial nachhaltig wäre ein solches Projekt in Rodenbach vor allem dann, wenn es lokale Strukturen stärkt statt ersetzt. Gemeinschaftliches Wohnen darf nicht als abgeschlossene Insel entstehen, sondern sollte Vereine, Nachbarschaften und kommunale Einrichtungen einbeziehen. Nur dann kann das Versprechen eingelöst werden, zur „more connected urban housing landscape“ beizutragen – auch wenn Rodenbach kein urbaner Hotspot ist.</p>
<p>Wirtschaftlich tragfähig wird das Modell letztlich, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: ausreichende Nachfrage, tragfähige Baukosten und langfristige Finanzierung zu stabilen Konditionen. Das von NestFrame propagierte „asset-light model“ mit Add-on-Akquisitionen und operativer Optimierung zielt auf Skaleneffekte. In einer einzelnen Gemeinde sind diese Effekte jedoch begrenzt. Die Tragfähigkeit würde steigen, wenn Rodenbach Teil einer regionalen Strategie wäre, die mehrere Standorte in Rheinland-Pfalz oder im angrenzenden Rhein-Main-Gebiet umfasst. Dann könnte die Plattformidee tatsächlich greifen.</p>
<p>Zusammenfassend zeigt das Beispiel Rodenbach, dass der Ansatz von NestFrame nicht automatisch übertragbar ist, aber Potenzial birgt. Seine Nachhaltigkeit hängt weniger von der europäischen Dimension als von der lokalen Anpassungsfähigkeit ab. Wenn dauerhafte Eigentümerschaft, professionelle Bewirtschaftung und echte soziale Integration zusammenkommen, kann gemeinschaftliches Wohnen auch in einer kleineren Gemeinde wirtschaftlich funktionieren. Bleibt es hingegen bei einem auf Metropolen zugeschnittenen Skalierungsnarrativ, dürfte die strukturelle Logik zwar überzeugend klingen – in Rodenbach jedoch nur eingeschränkt tragen.</p>
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		<title>Mit Primärdaten zu einer souveränen Datenstrategie</title>
		<link>http://www.everling.de/mit-primaerdaten-zu-einer-souveraenen-datenstrategie/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Jan 2026 09:59:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Sammelband „Digitale Dimensionen in der Finanzbranche“, herausgegeben von Dietmar Schmidt, Marcus W. Mosen und Jürgen Moormann und erschienen 2026 im Frankfurt School Verlag, versammeln Expertinnen und Experten Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Finanzsektor. Das Buch beleuchtet Themen wie Datenmanagement, regulatorische Anforderungen, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und innovative Geschäftsmodelle und richtet sich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Sammelband „Digitale Dimensionen in der Finanzbranche“, herausgegeben von Dietmar Schmidt, Marcus W. Mosen und Jürgen Moormann und erschienen 2026 im Frankfurt School Verlag, versammeln Expertinnen und Experten Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Finanzsektor. Das Buch beleuchtet Themen wie Datenmanagement, regulatorische Anforderungen, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und innovative Geschäftsmodelle und richtet sich sowohl an Praktikerinnen und Praktiker aus Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungen als auch an Studierende und Wissenschaftlerinnen der Wirtschaftsinformatik und Finanzwirtschaft.</p>
<p>Durch die Kombination aus theoretischen Grundlagen, praxisnahen Fallbeispielen und strategischen Handlungsempfehlungen vermittelt der Sammelband ein umfassendes Bild davon, wie digitale Transformation erfolgreich gestaltet werden kann. Besonders interessant ist der Beitrag „Mit Primärdaten zu einer souveränen Datenstrategie“ von Dietmar Schmidt, Stefan Lütticke und Florian Schneider, der aufzeigt, wie Unternehmen durch gezielte Nutzung verlässlicher Primärquellen ihre Datenstrategie stärken, Compliance sicherstellen und neue Geschäftspotenziale erschließen können: Der Beitrag thematisiert die strategische Bedeutung von Primärquellen für Unternehmen und zeigt auf, wie eine datengetriebene Unternehmensstrategie durch den konsequenten Einsatz solcher Quellen unterstützt werden kann. Die Autoren verbinden regulatorische Entwicklungen mit praxisnahen Empfehlungen und verdeutlichen, warum Primärquellen künftig ein unverzichtbares Element der Unternehmensführung darstellen.</p>
<p>Der Beitrag beginnt mit einem Überblick über die regulatorische Landschaft und die Notwendigkeit der Harmonisierung der europäischen Datenlandschaft. Die Autoren betonen, „regulatorische Initiativen wie der EU Data Act‘ sowie der EU AI Act verdeutlichen die Dringlichkeit, die fragmentierte europäische Datenlandschaft zu harmonisieren und klare, einheitliche Datenstandards zu schaffen.“ Ziel dieser Initiativen ist es, die Datensouveränität zu stärken und gleichzeitig den Zugang zu qualitativ hochwertigen Daten zu erleichtern. Schmidt et al. stellen die internationale Einordnung dar: Während die USA einen marktorientierten Ansatz verfolgen und China stark zentralisiert Daten erhebt, versucht die EU, durch harmonisierte Standards sowohl Integrität als auch Souveränität der Daten zu sichern. Die Autoren argumentieren, dass Unternehmen durch die Nutzung regulatorisch bereitgestellter Datenzugänge einen strategischen Vorteil erhalten, da die Daten direkt nutzbar, zuverlässig und rechtssicher sind.</p>
<p>Primärquellen werden im Beitrag klar definiert: „Als Primärquellen werden direkte, unverfälschte Datenquellen bezeichnet. Diese enthalten Daten zu Personen, Unternehmen, Gebäuden und anderen relevanten Objekten, die unmittelbar von zuständigen Behörden oder Institutionen stammen.“ Die Autoren betonen, dass Primärquellen gegenüber Sekundärquellen erhebliche Vorteile in Bezug auf Qualität, Verlässlichkeit und regulatorische Compliance bieten. So werden unter anderem das Kraftfahrt-Bundesamt, die Bundesdruckerei, der Deutsche Wetterdienst und das Deutsche Patent- und Markenamt als zentrale Primärquellen genannt. Auch europäische Initiativen wie das geplante Zugangsportal ESAP tragen zur Standardisierung und zur Steigerung der Datenqualität bei. Schmidt et al. heben hervor, „Die Nutzung der Primärquellen gewährleistet nicht nur die Einhaltung regulatorischer Anforderungen, sondern verspricht zugleich eine signifikante Verbesserung der Datenqualität und Transparenz.“ Primärquellen schaffen eine durchgängige Vertrauenslinie vom Ursprung der Daten bis zur unternehmerischen Entscheidung.</p>
<p>Der Beitrag zeigt auf, wie Unternehmen Primärquellen aktiv in ihre Datenstrategie integrieren können. Die Autoren schreiben: „Die aktuelle Praxis im Datenmanagement vieler europäischer Unternehmen zeigt deutliche Schwächen, vor allem in Bezug auf Datenintegrität, -qualität und Compliance.“ Traditionelle Ansätze seien häufig von isolierten Datensilos geprägt, die Redundanzen und Inkonsistenzen verursachen. Schmidt et al. schlagen einen chancenbasierten Ansatz vor, bei dem Unternehmen gezielt Primärquellen nutzen, um Effizienz, Datenqualität und regulatorische Sicherheit zu verbessern. Dabei wird betont, dass die Nutzung von Primärquellen „kein ‚IT-Projekt‘ ist, sondern eine Haltungsfrage. Und nicht jedes Detail muss von Beginn an perfekt sein. Es sollte mit klaren, spürbaren Anwendungsfällen gestartet werden, z.B. mit der verlässlichen Bestätigung der Unternehmensstammdaten oder einer schlanken Identitätsprüfung. Die gewonnenen Erfahrungen können dann Schritt für Schritt ausgebaut werden.“</p>
<p>Der Beitrag illustriert den praktischen Nutzen von Primärquellen anhand konkreter deutscher Institutionen. So liefert das Kraftfahrt-Bundesamt Fahrzeug- und Unfalldaten zu mehr als 70 Millionen Fahrzeugen. Die Autoren erklären: „Versicherer profitieren von diesen präzisen Informationen beim Rahmen ihrer Risikomodelle und Tarifangebote, was sowohl die Wirtschaftlichkeit der Tarife als auch die Kundenzufriedenheit erhöht.“ Besonders großes Potenzial entfaltet sich in Kombination mit Künstlicher Intelligenz und telematischen Daten. Durch die Verknüpfung von Fahrzeugstammdaten und Unfalldaten aus dem KBA mit Echtzeitinformationen aus Telematiksystemen können Versicherer granularere und dynamischere Risikomodelle entwickeln. Daraus entstehen neue Produktkategorien wie Pay-as-you-drive-Tarife, die ein faires, verhaltensbasiertes Pricing ermöglichen und zugleich eine präzisere Steuerung von Risiken erlauben. Der Nutzen dieser Primärquelle reicht über die Versicherungsbranche hinaus: Wenn Daten aus verlässlichen, hoheitlichen Quellen besser verstanden werden, lassen sich Produkte transparenter gestalten und Zielgruppen fairer ansprechen.</p>
<p>Der Beitrag unterstreicht außerdem die Bedeutung von Primärquellen für Nachhaltigkeitsthemen. Verlässliche Daten ermöglichen Unternehmen, ihre ESG-Strategien zu messen, Risiken entlang der Lieferkette zu bewerten und regulatorische Anforderungen, etwa im Rahmen der EU-Taxonomie, zu erfüllen. Auch im Bereich KYC werden Primärdaten zunehmend unverzichtbar, da sie eine zuverlässige Identitätsprüfung und die sichere Verifizierung von Vertragspartnern ermöglichen, wodurch Compliance-Risiken deutlich reduziert werden.</p>
<p>Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Handlungsempfehlung: Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten sie ihre Datenstrategie aktiv auf die Integration der Primärquellen ausrichten. Dazu gehört nicht nur die technische Anbindung solcher Quellen, sondern auch die Entwicklung klar definierter Prozesse und Verantwortlichkeiten im Datenmanagement. Zukünftig wird die Relevanz von Primärquellen weiter zunehmen, insbesondere im Kontext weiter steigender regulatorischer Anforderungen und neuer technologischer Möglichkeiten. Hinsichtlich der nächsten Jahre zeichnen sich drei wesentliche Veränderungen ab: Entscheidungswege werden kürzer, weil die Herkunft der Daten unstrittig ist; Zusammenarbeit wird einfacher, weil alle Beteiligten auf dieselben, anerkannten Quellen zugreifen; und der Dialog mit Kunden wird klarer, weil Aussagen auf nachvollziehbaren Fakten beruhen. Diese Veränderungen sollten mit einem chancenbasierten Ansatz verfolgt werden. Unternehmen, die dieses erkennen, profitieren langfristig von gesteigerter Effizienz, höherer Datenqualität und besseren strategischen Entscheidungen.</p>
<p>Insgesamt vermittelt der Beitrag einen umfassenden und praxisnahen Einblick in die strategische Nutzung von Primärquellen. Er zeigt sowohl regulatorische Hintergründe als auch konkrete Anwendungsfelder auf und bietet Unternehmen klare Handlungsempfehlungen, um Daten zu einem strategischen Vermögenswert zu entwickeln. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Theorie, regulatorischen Anforderungen und konkreten Praxisbeispielen, die den Beitrag zu einem wertvollen Leitfaden für Unternehmen macht, die ihre digitale Datenstrategie zukunftsfähig gestalten wollen.</p>
<p>Dietmar Schmidt / Marcus W. Mosen / Jürgen Moormann (Hg.)<br />
Digitale Dimensionen in der Finanzbranche<br />
Intelligence, Resilience, Simplicity<br />
1. Auflage 2026<br />
536 Seiten, Hardcover, 69,90 EUR<br />
ISBN 978-3-95647-230-5<br />
<a href="https://fsforum.de/ddfb" target="_blank">https://fsforum.de/ddfb</a></p>
<p><a href="https://amzn.eu/d/4z4yUsA" target="_blank">https://amzn.eu/d/4z4yUsA</a></p>
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		<title>Von der Attention Economy zur Action Economy: Wie ein neues Wirtschaftsverständnis ESG und Nachhaltigkeitsratings transformiert</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2025 13:16:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensrating]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff Attention Economy entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus der Einsicht, dass in einer Welt des Informationsüberflusses menschliche Aufmerksamkeit zur knappsten und damit wertvollsten Ressource geworden ist. Bereits der Ökonom und Psychologe Herbert A. Simon erkannte in den 1970er-Jahren, dass „eine Fülle an Information zu einem Mangel an Aufmerksamkeit führt“. Mit dem Aufstieg digitaler Medien, sozialer Netzwerke und algorithmischer Plattformen wurde diese Beobachtung zu einem zentralen Prinzip der modernen Wirtschaft. Unternehmen konkurrierten nicht mehr nur um Marktanteile, sondern um Zeit, Klicks und Sichtbarkeit.</p>
<p>In den 2000er- und 2010er-Jahren erreichte die Attention Economy ihren Höhepunkt. Erfolg wurde an Reichweite, Interaktionsraten und viraler Präsenz gemessen – Indikatoren, die zwar kurzfristige Aufmerksamkeit generierten, aber wenig über langfristigen Wert, Wirkung oder Verantwortung aussagten. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit förderte Oberflächlichkeit: Quantität dominierte über Qualität, Geschwindigkeit über Substanz, Wirkung über Nachhaltigkeit.</p>
<p>Diese Entwicklung führte in den letzten Jahren zunehmend zu einem Vertrauensverlust. Konsumenten, Investoren und Regierungen begannen zu erkennen, dass Aufmerksamkeit allein kein Indikator für echten gesellschaftlichen oder ökologischen Fortschritt ist. In dieser Phase des Umdenkens setzt Aoshi Chen mit seinem Konzept der Action Economy an. Gemeinsam mit Dr. Everling formulierte er 2025 das Action Economy Manifest, in dem es heißt: „Die Attention Economy fragte: Wer schaut zu? Die Action Economy fragt: Wer macht mit?“ Wert entsteht nicht mehr aus Sichtbarkeit, sondern aus Handeln, Beteiligung und Wirkung.</p>
<p>Dieses neue Paradigma hat weitreichende Folgen für die Beurteilung von Unternehmen, insbesondere im Bereich von ESG- und Nachhaltigkeitsratings. Während klassische Ratings auf quantitativen Finanzkennzahlen beruhen, und ESG-Systeme häufig auf Offenlegung und Berichterstattung fokussieren, fordert die Action Economy ein Umdenken hin zu aktiver Wirkungsmessung. Es genügt nicht länger, Strategien oder Versprechen zu kommunizieren – entscheidend ist, was tatsächlich umgesetzt wird, wie messbar Veränderungen herbeigeführt werden und welche Resonanz entsteht.</p>
<p>In diesem Sinne steht die Action Economy für eine qualitative Vertiefung der ESG-Logik. Sie verbindet ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe und ethische Governance mit der Fähigkeit zur konkreten Umsetzung. Unternehmen werden nicht mehr nur danach bewertet, was sie sagen oder wohin sie investieren, sondern wie sie handeln – ob sie Mitarbeiter, Kunden und Partner aktiv in Transformationsprozesse einbinden und ob ihre Initiativen reale, überprüfbare Wirkung entfalten.</p>
<p>Die zukünftige Entwicklung von ESG- und Nachhaltigkeitsratings wird daher von einem rein berichtsbasierten Ansatz zu einem aktionsbasierten Bewertungsmodell übergehen. Neue Kennzahlen könnten die Beteiligung an Kooperationsprojekten, die Skalierung sozialer Innovationen oder die nachweisbare Reduktion von Emissionen und Ressourcenverbrauch abbilden. In der Logik der Action Economy wird Glaubwürdigkeit zur Funktion von Handlungskompetenz: Wer nachhaltig handelt, verdient Vertrauen – und damit Kreditwürdigkeit im umfassenden Sinne.</p>
<p>So markiert der Übergang von der Attention Economy zur Action Economy nicht nur einen kulturellen und technologischen Wandel, sondern auch eine Neuausrichtung ökonomischer Bewertungssysteme. Wo früher Aufmerksamkeit als Währung galt, wird künftig Wirkung zum Maßstab. Die Unternehmen, die in dieser neuen Epoche bestehen, werden jene sein, die nicht bloß gesehen, sondern wirksam werden – durch Taten, die sowohl wirtschaftlichen als auch gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert schaffen.</p>
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