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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Suchergebnisse  &#187;  ezb</title>
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		<title>Wie die EZB mit dem starken Euro umgeht – und warum Zinssenkungen trotz Markt­spekulationen unwahrscheinlich sind</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2026 12:07:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag schauen die Finanzmärkte sehr genau darauf, wie die Europäische Zentralbank mit der zuletzt deutlich gestiegenen Stärke des Euro umgehen wird. Ein stärkerer Euro beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem über die Preise von Importen und damit über die Inflation. Deshalb ist die Frage wichtig, ob die EZB diese Entwicklung [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag schauen die Finanzmärkte sehr genau darauf, wie die Europäische Zentralbank mit der zuletzt deutlich gestiegenen Stärke des Euro umgehen wird. Ein stärkerer Euro beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem über die Preise von Importen und damit über die Inflation. Deshalb ist die Frage wichtig, ob die EZB diese Entwicklung zum Anlass nimmt, ihre Geldpolitik zu lockern, also etwa die Zinsen zu senken, oder ob sie gelassen bleibt. Einen Einblick in diese Überlegungen gibt ein aktueller Marktkommentar von Felix Feather, Economist bei Aberdeen Investments, der die Lage vor dem EZB-Meeting einordnet.</p>
<p>Feather weist zunächst darauf hin, dass die Ausgangslage ungewöhnlich ist. „Die EZB geht mit einem auf handelsgewichteter Basis historisch starken Euro in die Sitzung am Donnerstag.“ Das bedeutet, dass der Euro nicht nur gegenüber einer einzelnen Währung, sondern im Durchschnitt gegenüber den wichtigsten Handelspartnern sehr stark bewertet ist. Diese Entwicklung ist auch innerhalb der EZB nicht unbemerkt geblieben. „Einige geldpolitische Entscheidungsträger, darunter Kocher und Villeroy, haben ihre Besorgnis über diese Entwicklung geäußert.“ Solche öffentlichen Äußerungen haben an den Märkten Erwartungen geweckt. „Das hat Spekulationen darüber ausgelöst, dass die EZB mit einer Lockerung der Geldpolitik reagieren könnte.“</p>
<p>Ob es tatsächlich zu einer solchen Reaktion kommt, hängt laut Feather vor allem davon ab, welche Folgen der starke Euro für die Inflation hat. „Ob dies tatsächlich geschieht, hängt davon ab, wie sich die Euro-Stärke auf die Inflation auswirkt.“ Grundsätzlich gilt dabei eine einfache Faustregel, die Investoren und Notenbanker häufig heranziehen: „Als Faustregel gilt: Eine Aufwertung des Euro um 1 % ist mit einem Rückgang der Gesamtinflationsrate um vier Basispunkte verbunden.“ Ein stärkerer Euro verbilligt Importe, was tendenziell den Preisdruck senkt und damit die Inflation dämpft.</p>
<p>Allerdings ist die Situation aus Sicht der EZB komplexer. Feather erklärt, dass man argumentieren könnte, der jüngste Anstieg des Euro habe besondere Ursachen. „Allerdings könnten die Entscheidungsträger argumentieren, dass der jüngste Anstieg des Euro zum Großteil vom verbesserten makroökonomischen Ausblick für Europa getrieben wurde, und dass der disinflationäre Effekt daher geringer ausfallen könnte.“ Wenn der Euro stärker wird, weil sich die wirtschaftlichen Perspektiven in Europa verbessern, dann ist das aus Sicht der Notenbank weniger problematisch, als wenn die Aufwertung allein durch Kapitalzuflüsse oder Zinserwartungen entsteht.</p>
<p>Zudem relativiert Feather die tatsächliche Größenordnung der bisherigen Euro-Aufwertung. „Bis Mittwochmorgen ist der Euro um 0,17 % gegenüber einem handelsgewichteten Währungskorb gestiegen, verglichen mit den im Dezember von der EZB aktualisierten Prognosen.“ Dieser Anstieg ist sehr gering und hat entsprechend wenig Einfluss auf die Inflation. „Das würde auf einen nahezu vernachlässigbaren disinflationären Impuls hindeuten.“ Mit anderen Worten: Der Effekt auf die Preisentwicklung dürfte so klein sein, dass er geldpolitisch kaum ins Gewicht fällt.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Haltung der EZB-Präsidentin. Feather erinnert daran, dass Christine Lagarde in der Vergangenheit eine gewisse Gelassenheit gegenüber einem stärkeren Euro gezeigt hat. „Unabhängig davon hat Lagarde in der Vergangenheit Bereitschaft gezeigt, einen stärkeren Euro zu tolerieren.“ Vor diesem Hintergrund erwartet Aberdeen Investments keine überraschende Kehrtwende der EZB. „Wir erwarten, dass sie diese Sichtweise bekräftigen und sich gegen die jüngsten Bewegungen an den Swap-Märkten stellt, die eine mögliche Zinssenkung der EZB als Reaktion auf die Euro-Stärke einpreisen.“ Die Märkte haben also aus Sicht von Feather zu früh auf Zinssenkungen gesetzt.</p>
<p>Am Ende kommt er zu einer klaren Einschätzung für das Gesamtjahr. „Wir gehen davon aus, dass die EZB den Leitzins im gesamten Jahr unverändert lässt.“ Für Anleger und Beobachter bedeutet das: Trotz des starken Euro dürfte die EZB ruhig bleiben und vorerst keine geldpolitischen Maßnahmen ergreifen, solange sich die Auswirkungen auf die Inflation als gering erweisen.</p>
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		<title>Zwischen Bullenmarkt und Bonitätsrisiken</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 10:33:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kapitalmärkte haben ein außergewöhnliches Jahr hinter sich, doch der Optimismus wird zunehmend von Vorsicht begleitet. Trotz geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheiten zeigten sich die globalen Aktienmärkte robust. „Trotz geopolitischer Spannungen, erratischer Zollpolitik und dem konfrontativen Regierungsstil von Donald Trump präsentierten sich die globalen Aktienmärkte erstaunlich robust“, schreibt Laurent Denize, Co-CIO von ODDO BHF und [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Kapitalmärkte haben ein außergewöhnliches Jahr hinter sich, doch der Optimismus wird zunehmend von Vorsicht begleitet. Trotz geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheiten zeigten sich die globalen Aktienmärkte robust. „Trotz geopolitischer Spannungen, erratischer Zollpolitik und dem konfrontativen Regierungsstil von Donald Trump präsentierten sich die globalen Aktienmärkte erstaunlich robust“, schreibt Laurent Denize, Co-CIO von ODDO BHF und Global CIO von ODDO BHF Asset Management. Vor allem Schwellenländerbörsen und Unternehmensanleihen profitierten, während der steigende Goldpreis und ein schwächerer US-Dollar als Warnsignale interpretiert werden können. Sie deuten darauf hin, dass Investoren politische Risiken stärker einpreisen und „Anlagealternativen jenseits der USA gefragt“ bleiben.</p>
<p>Für die USA zeichnet Denize ein ambivalentes Bild. Einerseits kühlt sich der Arbeitsmarkt ab, andererseits bleibt das Inflationsrisiko begrenzt, was Zinssenkungen wahrscheinlich macht. Fiskalische Impulse wie die „One Big Beautiful Bill“ könnten Konjunktur und Aktienmärkte zusätzlich stützen. Hohe Bewertungen im Technologiesektor werden durch starke Cashflows und Eigenkapitalrenditen teilweise gerechtfertigt. Für Credit Ratings bedeutet dies kurzfristig Stabilität: Solide Ertragskraft und günstige Refinanzierungsbedingungen stützen die Bonität vieler US-Unternehmen, insbesondere im Investment-Grade-Bereich. Gleichzeitig erhöhen hohe Bewertungen die Sensitivität gegenüber geldpolitischen Überraschungen, was sich bei einer restriktiveren Notenbank schnell negativ auf Ausblicke und Ratings niederschlagen könnte.</p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Finanzierungsstrukturen im Technologiesektor. Zwar spricht laut Denize kurzfristig vieles für ein Festhalten an KI-Investments, denn „anders als in früheren Bewertungsblasen ist die Marktstimmung heute weniger euphorisch, eher vorsichtig“. Dennoch warnt er vor Risiken aus Kreisfinanzierungen zwischen Anbietern und Nutzern von KI-Rechenkapazität. „Diese Modelle sind anfällig, sobald sich Rahmenbedingungen ändern und interne Zinsfüße korrigiert werden müssen – Kursverluste können die Folge sein, selbst wenn die Unternehmen operativ solide bleiben.“ Für Ratingagenturen ist dies ein zentraler Punkt: Künstlich aufgeblähte Umsätze und komplexe Finanzierungsstrukturen erschweren die Beurteilung der nachhaltigen Schuldentragfähigkeit. Das Risiko negativer Ratingaktionen steigt, falls Transparenz oder Cashflow-Qualität leiden.</p>
<p>In Europa verschiebt sich der Fokus hin zu binnenmarktorientierten Sektoren. Schuldenfinanzierte Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung könnten das Wachstum beleben. „Sollte die Umsetzung stocken und das ohnehin verhaltene Wachstum weiter abkühlen, hätte die EZB weiterhin Spielraum für unterstützende Zinssenkungen“, schreibt Denize. Für europäische Staaten und staatsnahe Emittenten sind dies gemischte Signale: Einerseits verbessern Investitionen langfristig das Wachstumspotenzial, andererseits erhöhen sie kurzfristig die Verschuldung. Sovereign Ratings könnten stabil bleiben, solange Wachstumseffekte und günstige Finanzierungsbedingungen überwiegen; Verzögerungen oder politische Blockaden würden jedoch den fiskalischen Spielraum und damit die Bonität belasten.</p>
<p>In Südostasien sieht Denize langfristige Wachstumschancen, betont jedoch die Risiken. „Südostasien bleibt für global orientierte Investoren unverzichtbar“, doch höhere Volatilität, politische Unsicherheit und Währungsschwankungen bleiben zentrale Faktoren. Für Credit Ratings in Schwellenländern bedeutet dies eine stärkere Differenzierung: Länder und Unternehmen mit soliden Leistungsbilanzen und stabilen Institutionen könnten profitieren, während anfälligere Emittenten bei globalen Schocks schnell unter Druck geraten.</p>
<p>Im Anleihebereich mahnt Denize zur Vorsicht. Enge Spreads bei Unternehmensanleihen stehen hohen Emissionsvolumina und steigender Staatsverschuldung gegenüber. „In Bezug auf Unternehmensanleihen insgesamt und insbesondere High-Yield-Titel bleiben wir vorsichtig: Die Spreadausweitung reicht kaum aus, um die höheren Risiken auszugleichen.“ Für Ratings impliziert dies ein asymmetrisches Risiko: Während Investment-Grade-Emittenten durch kurze Laufzeiten und stabilen Cashflow geschützt sind, könnten High-Yield-Ratings bei konjunkturellen Rückschlägen rasch unter Abwärtsdruck geraten.</p>
<p>Insgesamt rechnet Denize nicht mit einem abrupten Ende des Bullenmarkts. „Wir rechnen nicht mit einer platzenden Blase, sondern mit einer Fortsetzung des Bullenmarkts.“ Für Credit Ratings bedeutet dieses Umfeld keine Entwarnung, sondern erhöhte Wachsamkeit. Solange Geld- und Fiskalpolitik unterstützend wirken, bleiben viele Ratings stabil. Doch steigende Verschuldung, komplexe Finanzierungsmodelle und geopolitische Risiken erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Ausblicke schneller drehen als in früheren Zyklen. Ratingstabilität wird damit stärker als bisher von Transparenz, nachhaltigem Cashflow und politischer Verlässlichkeit abhängen.</p>
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		<title>Quantum, KI und DLT: Die Innovationsagenda der nächsten Finanzmarkt-Generation</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 17:35:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>
		<category><![CDATA[Existenzgründerrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Handelsblatt Tagung BankenTech 2025 präsentierte das TechQuartier gemeinsam mit drei ausgewählten Startups einen Blick in die technologische Zukunft des Finanzsektors. Die Session „Startup Pitches: Quantum, AI &#038; DLT“ stellte Entwicklungen vor, die in den kommenden Jahren grundlegende Umbrüche auslösen könnten. Moderiert von Philip Viertel, Innovation Manager des Frankfurter TechQuartiers, zeigte die Runde, wie [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Handelsblatt Tagung BankenTech 2025 präsentierte das TechQuartier gemeinsam mit drei ausgewählten Startups einen Blick in die technologische Zukunft des Finanzsektors. Die Session „Startup Pitches: Quantum, AI &#038; DLT“ stellte Entwicklungen vor, die in den kommenden Jahren grundlegende Umbrüche auslösen könnten. Moderiert von Philip Viertel, Innovation Manager des Frankfurter TechQuartiers, zeigte die Runde, wie rasant sich die Innovationslandschaft bewegt und wie wichtig die Verzahnung von Finanzindustrie, Forschung und Regulierung geworden ist. </p>
<p>Viertel stellte das FinTech Hub Frankfurt vor: Es gilt als eines der zentralen Innovationsökosysteme für Finanztechnologie in Europa und vereint in einzigartiger Weise die Nähe zu Banken, Aufsicht, Wissenschaft und Startups. Getragen von einer lebendigen Community und institutionellen Ankern wie der Deutschen Bundesbank, der EZB, zahlreichen internationalen Banken, Beratungen und Tech-Unternehmen, bietet der Standort ein Umfeld, in dem neue Finanztechnologien nicht nur entwickelt, sondern auch direkt in die Praxis überführt werden können. Im Mittelpunkt stehen Coworking-Spaces, Acceleratoren, Forschungskooperationen und Netzwerkformate, die Gründern Zugang zu Kapital, Kunden und regulatorischer Expertise verschaffen. Durch Initiativen wie das TechQuartier hat sich Frankfurt zu einem Hub entwickelt, der Innovation skalierbar macht – von der frühen Ideenphase bis zur Integration in das operative Geschäft großer Finanzinstitute. Diese enge Verzahnung von Startup-Dynamik und institutioneller Stärke macht den Standort zu einem Motor für Zukunftstechnologien wie KI, DLT und Quantencomputing.</p>
<p>Niklas Hegemann, Co-Founder von JoS QUANTUM, eröffnete die Reihe mit einem Einblick in den Weg hin zu relevanten Quantencomputing-Anwendungen im Finanzsektor. Hegemann, Physiker und Ökonom mit Wurzeln in der Hochenergieforschung am DESY und langjähriger Erfahrung im Banken-Consulting, skizzierte den aktuellen Stand der Technik: echte Quantenüberlegenheit im Finanzsektor existiert zwar noch nicht, doch die Entwicklungsdynamik sei enorm. Banken müssten sich bereits heute „quantum-ready“ machen – organisatorisch, technologisch und strategisch. Potenziale liegen in der Optimierung komplexer Portfolios, der Risikomodellierung, dem Pricing strukturierter Produkte oder der Simulation extremer Marktereignisse. Hegemann betonte, dass die Frage nicht sei, ob Quantencomputing relevant werde, sondern wie schnell Finanzinstitute Kompetenzen aufbauen, um die Technologie produktiv nutzen zu können.</p>
<p>Mit Darren Douglas, CEO und Gründer von Regsearch AI, rückte anschließend ein Thema in den Mittelpunkt, das angesichts der EU-Regulierung zur KI-Transformation besondere Dringlichkeit hat: Responsible AI. Douglas, seit fast zwei Jahrzehnten im europäischen Risikomanagement und in der Compliance-Beratung tätig und als Ambassador für Responsible AI eng in regulatorische Entwicklungen eingebunden, erläuterte, warum statische Modelle für Risiko- und Compliance-Prozesse nicht mehr ausreichen. Finanzinstitute stehen vor der Herausforderung, KI sicher, transparent und nachvollziehbar einzusetzen. Regsearch AI entwickelt dafür Systeme, die Risiko- und Compliancefunktionen dynamischer, kontinuierlicher und KI-gestützt überwachen – von AML/CFT über DORA und GDPR bis zum EU AI Act. Douglas zeigte, wie eingebettete Assurance und KI-basierte Kontrollmechanismen schon heute menschliche Entscheidungsprozesse skalieren und Risiken minimieren können, ohne Innovation auszubremsen.</p>
<p>Den Abschluss bildete Michael Duttlinger, CEO und Co-Founder von Cashlink, Europas führender token-basierter Kapitalmarkt-Infrastruktur. Duttlinger, seit Jahren ein zentraler Treiber der DLT-Entwicklung in Deutschland und der EU, zeigte, wie Distributed-Ledger-Technologie den Kapitalmarkt 2.0 vorbereitet. Während Kryptowährungen und Stablecoins längst im Bankensektor angekommen sind, steht nun der nächste große Schritt bevor: der vollständig digitale, tokenisierte Kapitalmarkt. Duttlinger erklärte, dass das regulatorische Fundament – insbesondere durch die EU-DLT-Pilotverordnung – gelegt sei und Banken nun beginnen, skalierbare Anwendungsfälle zu entwickeln. DLT ermöglicht effizientere Abwicklungsprozesse, kürzere Time-to-Market-Zyklen, Fractional Ownership und eine radikale Vereinfachung von Emission, Handel und Custody digitaler Wertpapiere. Als mehrfacher FinTech-Germany-Award-Gewinner betonte er, dass Europa jetzt die Chance habe, mit regulierten, interoperablen Infrastrukturen eine globale Vorreiterrolle einzunehmen.</p>
<p>Nach jedem Pitch war das Publikum eingeladen, kritisch nachzufragen und mit den Startups in Diskussion zu gehen. Dieser Dialog zwischen Innovatoren, etablierten Banken und Regulatorik machte die Session zu einem der lebendigsten Programmpunkte noch am Ende des ersten Konferenztages. Die Vielfalt der Themen – von Quantencomputing über verantwortungsvolle KI bis hin zu DLT-basierten Kapitalmärkten – spiegelte eindrucksvoll wider, wie tief der technologische Wandel reicht und wie stark er die Finanzindustrie der kommenden Jahre prägen wird.</p>
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		<title>Dr. Rainer Polster: „Dialog statt Abhaken“ – OLB unter europäischer Bankenaufsicht</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 13:23:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Dr. Rainer Polster, Chief Financial Officer der Oldenburgischen Landesbank (OLB), nutzte seinen Vortrag auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025“, um den Übergang zur europäischen Bankenaufsicht aus Sicht eines mittelständisch geprägten Instituts einzuordnen – praxisnah, differenziert und mit klarem strategischem Fokus. Eingangs skizzierte Polster die aktuelle Positionierung der OLB, die sich als feste Größe in der Finanzierung [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dr. Rainer Polster, Chief Financial Officer der Oldenburgischen Landesbank (OLB), nutzte seinen Vortrag auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025“, um den Übergang zur europäischen Bankenaufsicht aus Sicht eines mittelständisch geprägten Instituts einzuordnen – praxisnah, differenziert und mit klarem strategischem Fokus. </p>
<p>Eingangs skizzierte Polster die aktuelle Positionierung der OLB, die sich als feste Größe in der Finanzierung des deutschen Mittelstands versteht. „Wir finanzieren immer Mittelständler. Alles, was größer ist als eine Milliarde Euro Umsatz, ist nicht unsere Kundengruppe“, erklärte er. Mit rund 70 bis 80 Prozent des Geschäfts in Deutschland und einem ergänzenden, gezielten Europa-Anteil stellt sich die OLB bewusst nicht global, sondern regional robust auf. </p>
<p>Ein besonderes Aushängeschild: Die Bank gilt als größter Fußballfinanzierer des Landes – ein Nischensegment mit stabilem Wachstumspotenzial. Die Eigenkapitalrendite liegt nach Polsters Angaben bei beeindruckenden 16 bis 17 Prozent – ein Wert, der im aktuellen Marktumfeld deutlich über dem Branchenschnitt liegt und auf eine disziplinierte Risikosteuerung und zielgerichtete Geschäftspolitik hindeutet.</p>
<p>Ein strategischer Meilenstein war für die OLB der Erwerb der Degussa Bank. Dieser Schritt markierte nicht nur eine Expansion, sondern auch eine signifikante Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank im Rahmen der Bankenaufsicht. Polster berichtete von intensiven Prüfprozessen wie Quality Reviews, Stresstests und vertieften Reporting-Anforderungen. Dabei lobte er ausdrücklich die Entwicklung des Aufsichtsdialogs unter dem Single Supervisory Mechanism (SSM). </p>
<p>Die EZB gehe &#8211; anders, als es die OLB unter BaFin und Bundesbank gewohnt war &#8211; über ein formales Abhaken hinaus und suche einen inhaltlich substanziellen, aufsichtsrechtlich begründeten Dialog mit den beaufsichtigten Instituten. Dieser Wandel werde von der OLB als Chance gesehen, sich frühzeitig mit regulatorischen Anforderungen auseinanderzusetzen und dabei auch auf qualitative Verbesserungen in Risikomodellen und Steuerungsprozessen hinzuarbeiten.</p>
<p>Im Bereich Governance unterstrich Polster die Bedeutung vollständiger Dokumentation: „Alles, was nicht dokumentiert ist, gibt es nicht.“ Dieser Leitsatz sei nicht nur regulatorisch erforderlich, sondern auch Grundlage für interne Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit. </p>
<p>Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war das Thema Nachhaltigkeit. Als CFO trägt Polster zugleich die Verantwortung für das ESG-Management der OLB. In diesem Kontext werde ESG nicht als Nebenschauplatz betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der Geschäftsstrategie – sowohl mit Blick auf Risikomanagement als auch auf Chancenbewertung. </p>
<p>Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung im Bankwesen, darunter langjährige Tätigkeiten bei der Deutschen Bank im In- und Ausland, bringt Dr. Rainer Polster umfassende Expertise in die laufende Transformation des europäischen Aufsichtsrahmens ein. Sein Vortrag zeigte, wie sich ein mittelständisches Institut professionell, dialogbereit und strategisch vorausschauend in der neuen Bankenaufsicht positioniert.</p>
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		<title>Tomorrow never dies – KI und Cyberrisiken aus Sicht der Bundesbank</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 10:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025“ setzte Karlheinz Walch, Zentralbereichsleiter Bankenaufsicht bei der Deutschen Bundesbank, mit seiner Keynote „Tomorrow never dies – KI und Cyberrisiken“ einen pointierten und zukunftsgerichteten Akzent. Er nahm das Publikum mit auf eine Analyse der disruptiven Kräfte, die Künstliche Intelligenz und Cyberrisiken derzeit auf den Finanzsektor ausüben – und stellte die Frage, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025“ setzte Karlheinz Walch, Zentralbereichsleiter Bankenaufsicht bei der Deutschen Bundesbank, mit seiner Keynote „Tomorrow never dies – KI und Cyberrisiken“ einen pointierten und zukunftsgerichteten Akzent. Er nahm das Publikum mit auf eine Analyse der disruptiven Kräfte, die Künstliche Intelligenz und Cyberrisiken derzeit auf den Finanzsektor ausüben – und stellte die Frage, ob Banken und Aufsicht diesen Herausforderungen bereits in ausreichendem Maße begegnen. </p>
<p>Der Einsatz von KI, so Walch, sei kein Zukunftsthema mehr, sondern finde längst Anwendung in Risikomodellen, der Kreditvergabe, dem Kundenservice oder bei der Betrugsbekämpfung. Doch die reale Breitenwirksamkeit bleibe bislang hinter den visionären Potenzialen zurück – nicht zuletzt, weil sich viele Institute in einem Spannungsfeld zwischen Innovationswille und regulatorischer Unsicherheit bewegten. Es sei daher entscheidend, dass die Aufsicht einen verlässlichen Rahmen &#8211; Leitplanken &#8211; für den Einsatz von KI schaffe, ohne Innovation zu ersticken. Gleichzeitig müsse man die Gefahren klar im Blick behalten: Die sogenannte „Black Box“ der KI-Modelle &#8211; zu komplex und zu intransparent &#8211; dürfen nicht dazu führen, dass Institute ihre Verantwortung für nachvollziehbare Entscheidungen aus der Hand geben. IT-Dienstleister müssen Standards ebenso einhalten.</p>
<p>Ein weiteres zentrales Thema der Keynote waren die zunehmenden Cyberrisiken. Walch machte deutlich, dass Cyberattacken nicht nur eine technische Herausforderung seien, sondern eine potenzielle Bedrohung für die Stabilität des gesamten Finanzsystems darstellen. Die Verwundbarkeit wachse mit jeder neuen Schnittstelle, mit jeder IT-Auslagerung und jeder zunehmenden Digitalisierung. Die Frage, ob Deutschlands Banken in diesem Bereich bereits genug tun, ließ er bewusst offen, formulierte aber einen klaren Appell: Cybersicherheit müsse zur Chefsache werden. Es reiche nicht aus, einzelne Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen – erforderlich sei ein ganzheitliches, strategisches Verständnis von IT-Resilienz, das tief in die Organisation eingebettet sei. </p>
<p>Die Deutsche Bundesbank misst der Umsetzung der EU-Verordnung DORA (Digital Operational Resilience Act) große Bedeutung bei und betrachtet sie als zentralen Baustein zur Stärkung der digitalen Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors. In ihrer Aufsichtspraxis legt sie besonderes Augenmerk auf die Vorbereitung der Institute auf die ab Januar 2025 verbindlichen Anforderungen, etwa zur Risikosteuerung in der Informations- und Kommunikationstechnologie, zum Umgang mit Cybervorfällen sowie zur Kontrolle von Drittanbietern. Die Bundesbank versteht DORA nicht nur als regulatorische Vorgabe, sondern als Chance, Sicherheitsstandards zu vereinheitlichen und die Resilienz des gesamten europäischen Finanzsystems zu erhöhen. In Schulungen, Aufsichtsgesprächen und technischen Leitlinien begleitet sie die Institute aktiv bei der Umsetzung und macht deutlich, dass digitale Robustheit künftig ebenso wichtig ist wie finanzielle Solidität.</p>
<p>Abschließend lenkte Walch den Blick auch auf die Aufsicht selbst. Die Digitalisierung biete auch hier enorme Chancen: effizientere Prozesse, präzisere Risikoanalysen, schnellere Reaktionszeiten. Doch auch die Aufsicht müsse mit der technologischen Entwicklung Schritt halten, sowohl technisch als auch personell. Eine moderne Aufsicht sei nicht nur Regulator, sondern auch Partner bei der sicheren Gestaltung von Innovation. Mit seiner strukturierten, sachlichen und gleichzeitig eindringlichen Analyse machte Karlheinz Walch deutlich: Die Herausforderungen der digitalen Transformation sind real, vielschichtig und nicht mit einfachen Antworten zu lösen – aber es gibt keinen Weg zurück. Morgen stirbt nicht, aber es verlangt heute nach entschlossenem Handeln.</p>
<p>Die Digitalisierungsinitiativen der Deutschen Bundesbank verfolgen das Ziel, die Institution selbst wie auch das Finanzsystem insgesamt zukunftsfähig und technologisch resilient zu gestalten. Dabei setzt die Bundesbank auf eine mehrdimensionale Strategie. Zum einen treibt sie die **Modernisierung ihrer eigenen IT-Infrastruktur** konsequent voran – etwa durch die Nutzung cloudbasierter Technologien, die Automatisierung interner Prozesse und den Einsatz von künstlicher Intelligenz für Datenanalysen und Prognosemodelle. Zum anderen fördert sie **innovative Technologien im Finanzsektor**, etwa durch die aktive Beteiligung an Projekten zu einem digitalen Euro oder durch die Erforschung von Blockchain-Anwendungen im Zahlungsverkehr und Wertpapiergeschäft. </p>
<p>Auch in ihrer **aufsichtlichen Rolle** setzt die Bundesbank auf Digitalisierung: Mittels SupTech-Instrumenten (Supervisory Technology) analysiert sie große Datenmengen effizienter und unterstützt datenbasierte Entscheidungen. Dabei arbeitet sie eng mit europäischen Institutionen zusammen, etwa im Rahmen von Initiativen der EZB oder der EBA. Nicht zuletzt fördert die Bundesbank **digitale Bildung und Fachkompetenz** innerhalb ihrer Organisation, etwa durch eigene KI-Trainings, agile Arbeitsmethoden und neue Formen der Wissensvermittlung. So will sie sicherstellen, dass sie nicht nur technologisch Schritt hält, sondern auch gestalterisch bei der digitalen Transformation des Finanzsystems mitwirkt.</p>
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		<title>Francois-Louis Michaud warnt vor strukturellen Belastungen im Bankensektor</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2025 09:33:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025 – Aktuelle europäische Entwicklungen“ analysierte Francois-Louis Michaud, geschäftsführender Direktor der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die aktuellen Belastungsfaktoren für den europäischen Bankensektor. In seinem präzise strukturierten Vortrag nahm er drei zentrale Problemfelder in den Blick: geopolitische Herausforderungen, organisatorische Engpässe und langfristige strukturelle Risiken. Mit Blick auf die geopolitische Lage betonte Michaud, dass [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Handelsblatt-Tagung „Bankenaufsicht 2025 – Aktuelle europäische Entwicklungen“ analysierte Francois-Louis Michaud, geschäftsführender Direktor der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die aktuellen Belastungsfaktoren für den europäischen Bankensektor. In seinem präzise strukturierten Vortrag nahm er drei zentrale Problemfelder in den Blick: geopolitische Herausforderungen, organisatorische Engpässe und langfristige strukturelle Risiken.</p>
<p>Mit Blick auf die geopolitische Lage betonte Michaud, dass Banken heute mit einer paradoxen Risikosituation konfrontiert seien: Trotz einer Vielzahl globaler Krisen – von geopolitischen Spannungen bis hin zu Handelskonflikten – seien die Risikokosten nach wie vor bemerkenswert niedrig. Dies könne sich als trügerisch erweisen, insbesondere für kleinere, weniger diversifizierte Banken. Für sie sei es schwieriger, Schocks abzufedern, wenn sie über keine breite Geschäftsgrundlage verfügten. Zudem würden die Zinsmargen zunehmend unter Druck geraten – eine Entwicklung, die insbesondere jene Institute belaste, die stark auf klassische Fristentransformation setzen.</p>
<p>Michaud sprach außerdem offen über organisatorische Schwächen innerhalb des Bankensektors und der Aufsicht. Komplexe Strukturen, unzureichend abgestimmte Prozesse und mangelnde Flexibilität erschwerten es, auf neue Risiken schnell und wirksam zu reagieren. Er machte deutlich, dass auch aufseiten der Aufsichtsbehörden ein Modernisierungsschub notwendig sei, um der zunehmenden Dynamik im Finanzsystem gerecht zu werden.</p>
<p>Als besonders drängend stellte Michaud die strukturellen Herausforderungen dar, vor denen viele europäische Banken stehen. Der Sektor sei nach wie vor stark fragmentiert, der Konsolidierungsdruck nehme zu, und zugleich müssten Institute massiv in Digitalisierung und Nachhaltigkeit investieren. All dies belaste die Ertragslage und stelle die Geschäftsmodelle vieler Banken auf die Probe. </p>
<p>Die Bemerkungen von Michaud müssen darauf hin analysiert werden, dass technologische Umbrüche wie Künstliche Intelligenz und digitale Plattformmodelle das Bankgeschäft grundlegend verändern werden – eine Realität, auf die sich Banken und Aufsicht gleichermaßen vorbereiten müssen.</p>
<p>Francois-Louis Michaud, der seit 2020 die Geschicke der EBA lenkt, sprach mit dem Erfahrungshintergrund eines ausgewiesenen Aufsichtsexperten. Seine Stationen bei der EZB, der französischen ACPR, der BIS, der Banque de France und der Federal Reserve Bank of New York verleihen seiner Analyse besonderes Gewicht. Sein Vortrag war ein eindringlicher Appell, den strukturellen Wandel im europäischen Bankwesen aktiv zu gestalten – mit klarer Perspektive, organisatorischer Klarheit und regulatorischem Realismus.</p>
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		<title>Stimmungsaufhellung in der deutschen Wirtschaft: Positive Signale mit Relevanz für Credit Ratings</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2025 09:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Unternehmensrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die jüngste Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine leichte Aufhellung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland hin, was auch relevante Implikationen für die Bewertung von Kreditrisiken mit sich bringt. „Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich im April überraschend verbessert“, heißt es in dem Bericht von Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb &#038; Wallwitz. Er sieht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die jüngste Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex deutet auf eine leichte Aufhellung der wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland hin, was auch relevante Implikationen für die Bewertung von Kreditrisiken mit sich bringt. „Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich im April überraschend verbessert“, heißt es in dem Bericht von Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb &#038; Wallwitz. Er sieht das als ein Anzeichen dafür, dass sich unternehmerische Erwartungen trotz anhaltender externer Unsicherheiten stabilisieren. Der Index verzeichnete im April einen Anstieg um 0,2 Punkte auf 86,9 und ist damit den vierten Monat in Folge gestiegen. Diese Dynamik könnte auf eine allmähliche Normalisierung der makroökonomischen Rahmenbedingungen hindeuten, was insbesondere für Kreditratingagenturen von Interesse ist, da sich dadurch das Risikoprofil deutscher Unternehmen verbessern könnte.</p>
<p>Dabei ist bemerkenswert, dass sich die Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage deutlich verbessert hat, obwohl die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate leicht zurückgingen. Diese Diskrepanz deutet auf eine differenzierte Risikobewertung hin, bei der kurzfristige Risiken nach wie vor bestehen, aber durch positive strukturelle Faktoren relativiert werden. Vor allem in der Binnenwirtschaft wirken derzeit mehrere unterstützende Kräfte: „Die hohe Unsicherheit und der Gegenwind durch die Handelspolitik werden durch positive binnenwirtschaftliche Weichenstellungen kompensiert“, betont Dr. Johannes Mayr. Die koordinierte Ausrichtung von Geld- und Fiskalpolitik – „erstmals seit vielen Jahren wirken Geld- und Fiskalpolitik in Deutschland in die gleiche Richtung“ – stellt dabei eine besonders tragfähige Grundlage für eine Stabilisierung der Investitionstätigkeit und somit auch der Unternehmensbilanzen dar.</p>
<p>Die sektorale Differenzierung zeigt jedoch auch, dass das Kreditrisiko nicht homogen verteilt ist. Während in der Industrie und im Handel die Stimmung aufgrund internationaler Belastungsfaktoren wie den „Zollanhebungen in den USA“ eingetrübt ist, profitieren auf das Inland fokussierte Sektoren wie Dienstleistungen und Bauwirtschaft von der positiven Binnenkonjunktur. Für Credit Ratings bedeutet dies, dass insbesondere unternehmen, die stark auf den deutschen oder europäischen Binnenmarkt ausgerichtet sind, momentan als weniger risikobehaftet einzuschätzen sein könnten. Diese Unternehmen profitieren von verbesserten Finanzierungskonditionen, wie der Mayr hervorhebt: „Zinssenkungen der EZB und der Zustrom von ausländischem Kapital“ schaffen ein Umfeld, in dem Kreditaufnahmen günstiger werden und Investitionen zunehmen können.</p>
<p>Die daraus resultierende Verbesserung der konjunkturellen Fundamentaldaten wirkt sich mittelbar auf das Default-Risiko und damit auf die Wahrscheinlichkeit von Ratinganhebungen aus – vor allem bei Emittenten, deren Geschäftsmodell stark von inländischer Nachfrage abhängt. Gleichzeitig müssen Ratinganalysten jedoch auch die weiterhin bestehende Belastung durch außenwirtschaftliche Risiken, insbesondere durch protektionistische Maßnahmen in den USA und die aggressive Preissetzung chinesischer Unternehmen, im Auge behalten. Für die Risikobewertung ergibt sich daraus ein gespaltenes Bild: stabile bis verbesserte Aussichten für binnenwirtschaftlich verankerte Unternehmen, jedoch erhöhte Unsicherheiten für exportorientierte Branchen.</p>
<p>Letztlich ist die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex ein Frühindikator, der zwar auf eine mögliche konjunkturelle Stabilisierung hinweist, dessen Aussagen aber stets kontextualisiert betrachtet werden müssen. Für die Einschätzung von Credit Ratings bleibt damit entscheidend, wie nachhaltig die beobachteten positiven Impulse sind und inwieweit sich diese in verbesserten Unternehmenskennzahlen widerspiegeln. Das aktuelle Stimmungsbild rechtfertigt zumindest eine vorsichtige Neubewertung der Risikoprämien für deutsche Emittenten – insbesondere im nicht-exportorientierten Sektor.</p>
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		<title>Deutschland mit spekulativen Risiken</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Mar 2025 20:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Länderrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Bundesregierung leitet eine Phase hoher Spekulation und Risiken ein, die sich auf Credit Ratings auswirken könnte. CDU/CSU und SPD haben über Nacht den größten fiskalpolitischen Wandel in Deutschland seit Jahrzehnten angekündigt. Drei zentrale Maßnahmen sollen noch vor dem Ende der aktuellen Legislaturperiode verabschiedet werden: ein Infrastruktur-Investitionsfonds von 500 Milliarden Euro über zehn Jahre, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Bundesregierung leitet eine Phase hoher Spekulation und Risiken ein, die sich auf Credit Ratings auswirken könnte. CDU/CSU und SPD haben über Nacht den größten fiskalpolitischen Wandel in Deutschland seit Jahrzehnten angekündigt. Drei zentrale Maßnahmen sollen noch vor dem Ende der aktuellen Legislaturperiode verabschiedet werden: ein Infrastruktur-Investitionsfonds von 500 Milliarden Euro über zehn Jahre, eine Reform der Schuldenbremse zur Ausklammerung der Verteidigungsausgaben sowie die Zulassung eines Defizits von 0,35% für die Bundesländer. Die Unterstützung der Grünen gilt als sicher, da ihre wirtschaftspolitische Ausrichtung mit diesen Vorhaben in Einklang steht.</p>
<p>Die Zahlen und der politische Kurswechsel sind bemerkenswert. Felipe Villarroel, Portfoliomanager bei TwentyFour Asset Management, betont: &#8222;CDU/CSU und SPD haben den größten fiskalpolitischen Wandel in Deutschland seit Jahrzehnten angekündigt!&#8220; Deutschland hat im Vergleich zu anderen G7-Staaten den seltenen Spielraum, um mehr zu investieren und weniger zu sparen. Die unmittelbaren Auswirkungen auf das Haushaltsdefizit werden jedoch zeitverzögert spürbar sein, da Investitionen Zeit benötigen. Laut einer ersten Schätzung von JP Morgan könnte das Defizit auf bis zu 5,5% des BIP ansteigen, doch für eine genaue Einschätzung sind weitere Details erforderlich.</p>
<p>Nach der Wahl wurde allgemein mit einer expansiveren Fiskalpolitik gerechnet, doch das Ausmaß der nun geplanten Maßnahmen übertrifft die Erwartungen. Die neue Regierung weicht damit deutlich von den bisherigen fiskalischen Normen Deutschlands ab. Die Finanzmärkte reagierten umgehend: Aktien stiegen, Kreditspreads verengten sich und Bundesanleihen wurden in den frühen Handelsstunden abgestoßen. Wann genau die erhöhte Emission von Bundesanleihen auf den Markt kommt, bleibt unsicher, doch die Richtung ist klar.</p>
<p>Die geldpolitische Reaktion der EZB wird entscheidend sein. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Europäische Zentralbank ihre Haltung unmittelbar anpasst, doch mittelfristig könnte dies erforderlich werden. EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel betonte kürzlich, dass das steigende Angebot an Staatsanleihen ein Faktor für höhere reale Zinssätze ist. Die Markterwartungen an den Endzinssatz für die Eurozone sind bislang um etwa zehn Basispunkte gestiegen. Obwohl die EZB voraussichtlich eine Zinssenkung um 25 Basispunkte vornehmen wird, dürfte der massive Fiskalplan der neuen Bundesregierung in ihre weiteren Überlegungen einfließen, insbesondere da die Inflation noch nicht das angestrebte Ziel erreicht hat.</p>
<p>Aus Sicht internationaler Investoren werden in Euro denominierte Vermögenswerte attraktiver. Die Renditen sind aufgrund der neuen Entwicklungen deutlich gestiegen. Felipe Villarroel hebt hervor, dass sich der beste Weg zur Nutzung dieser Renditen über Kredite und nicht über Staatsanleihen ergibt, da die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin stützend wirken. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit diese fiskalischen und geldpolitischen Entwicklungen die Bonität Deutschlands und seine Credit Ratings beeinflussen werden.</p>
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		<title>High Yield 2025 &#8211; sinkende Ausfallrisiken im Fokus</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Feb 2025 09:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>

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		<description><![CDATA[Alexia Latorre, Managing Director und Leiterin des Corporate High Yield Debt-Teams bei Lazard Frères Gestion, prognostiziert für das Jahr 2025 ein weiterhin robustes Marktumfeld für High Yield-Anleihen. Ihrer Einschätzung nach werden sich die Kreditkennzahlen zwar nicht wesentlich verbessern, jedoch auch keine gravierenden Verschlechterungen zeigen. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt gedämpft, aber dennoch positiv. Zudem dürften die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Alexia Latorre, Managing Director und Leiterin des Corporate High Yield Debt-Teams bei Lazard Frères Gestion, prognostiziert für das Jahr 2025 ein weiterhin robustes Marktumfeld für High Yield-Anleihen. Ihrer Einschätzung nach werden sich die Kreditkennzahlen zwar nicht wesentlich verbessern, jedoch auch keine gravierenden Verschlechterungen zeigen. Die wirtschaftliche Dynamik bleibt gedämpft, aber dennoch positiv. Zudem dürften die Ausfallquoten weiter zurückgehen, während das attraktive Renditeniveau eine stützende Wirkung auf den Markt hat, so die Hoffnung der Analystin.</p>
<p>Obwohl sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage gegenüber 2024 leicht abschwächen dürfte, bleiben die technischen Faktoren aus Sicht der Expertin günstig. Anleger profitieren weiterhin von einem soliden Carry. Eine signifikante Spread-Ausweitung oder ein Zinsanstieg von mehr als 200 Basispunkten wäre erforderlich, um den Renditevorteil von Hochzinsanleihen auszugleichen. High Yield-Anleihen haben sich bereits im Jahr 2024 als widerstandsfähig erwiesen, trotz volatiler Zinsen. Während der deutsche Zinssatz im vergangenen Jahr um 21 Basispunkte stieg, konnte dieser Effekt durch eine markante Spread-Einengung um 85 Basispunkte kompensiert werden. &#8222;Das war möglich, weil die betreffenden Unternehmen finanziell stabil geblieben sind&#8220;, erklärt Latorre.</p>
<p>Ein wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung im High Yield-Segment war die im historischen Vergleich niedrige Verschuldung der Emittenten. Trotz des moderaten Wirtschaftswachstums in Europa haben viele Unternehmen ihre Bruttoverschuldung reduziert, um sich gegen steigende Finanzierungskosten abzusichern. &#8222;Zudem konnten sie von der Inflation profitieren, indem sie höhere Kosten an ihre Kunden weitergaben, was zu stabilen EBITDA-Werten und insgesamt robusten Margen geführt hat&#8220;, führt die Expertin aus.</p>
<p>Der einzige signifikante negative Einflussfaktor war die Zinsdeckungsquote, also das Verhältnis zwischen Zinsaufwendungen und Jahresüberschuss. Diese hat sich infolge der gestiegenen Zinsen verschlechtert. Dennoch rechnet Latorre für 2025 mit einer Stabilisierung: &#8222;Dazu werden voraussichtlich die erwarteten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) beitragen, wodurch sich die Finanzierungskosten für Unternehmen mit variablen Zinssätzen reduzieren. Zudem zeigen aktuelle Daten, dass Unternehmen mit niedriger Bonität (Single-B-Rating), die ihre 2026 fälligen Anleihen refinanzieren müssen, nur mit einem moderaten Anstieg der Kupons von 5,3 Prozent auf etwa 6 Prozent rechnen müssen.&#8220;</p>
<p>Die Refinanzierungssituation hat sich 2024 weiter verbessert. Der Primärmarkt für High Yield-Anleihen war mit einem Emissionsvolumen von rund 100 Milliarden Euro außerordentlich aktiv und erreichte nahezu das Rekordniveau von 2021. Diese Entwicklung ist besonders positiv, da der Markt in den vergangenen zwei Jahren durch niedrige Emissionen und zahlreiche &#8222;Rising Stars&#8220; geschrumpft war. &#8222;Zuletzt hat sich das Angebot im High Yield-Segment jedoch stabilisiert und zeigt wieder ein leichtes Wachstum&#8220;, erläutert Latorre.</p>
<p>Ein weiteres ermutigendes Signal sieht die Expertin in der sinkenden Ausfallrate. Diese hatte ihren Höchststand im Januar 2024 mit 3,9 Prozent erreicht, ist seither jedoch auf 3,6 Prozent gesunken. Prognosen von Moody’s zufolge wird sie in den kommenden zwölf Monaten weiter auf etwa 3 Prozent zurückgehen, was dem historischen Durchschnitt entspricht. Zudem handelt es sich bei rund der Hälfte der registrierten Ausfälle um sogenannte Distressed Debt Exchanges (Schuldenrestrukturierungen), bei denen die Verluste für Anleihegläubiger geringer ausfallen als bei klassischen Zahlungsausfällen.</p>
<p>Die Bewertungen im High Yield-Segment bleiben nach Einschätzung von Alexia Latorre weiterhin attraktiv. &#8222;Auch wenn sich die Spreads verengt haben, liegt die aktuelle Rendite des High Yield-Universums mit 6,3 Prozent über dem historischen Median. Zudem ist die durchschnittliche Laufzeit der Anleihen mit 3,8 Jahren außergewöhnlich kurz. Dies bedeutet, dass das Rendite-Risiko-Verhältnis für Anleger weiterhin günstig ist – ein Niveau, das zuletzt während der Schuldenkrise 2012 erreicht wurde.&#8220;</p>
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		<title>DORA: Wie neue Meldepflichten eine bessere Übersicht über Cyberrisiken ermöglichen</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 09:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Handelsblatt-Tagung „BankenTech“ erläuterte Benedikt Queng, Referent bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die weitreichenden Auswirkungen des Digital Operational Resilience Act (DORA) auf den Finanzsektor. Diese EU-Verordnung, die ab dem 17. Januar 2025 in Kraft tritt, soll die digitale Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten stärken, indem sie einheitliche Anforderungen an die Erkennung, Meldung und das Management [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Handelsblatt-Tagung „BankenTech“ erläuterte Benedikt Queng, Referent bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die weitreichenden Auswirkungen des Digital Operational Resilience Act (DORA) auf den Finanzsektor. Diese EU-Verordnung, die ab dem 17. Januar 2025 in Kraft tritt, soll die digitale Widerstandsfähigkeit von Finanzinstituten stärken, indem sie einheitliche Anforderungen an die Erkennung, Meldung und das Management von IT-bezogenen Risiken und Vorfällen vorschreibt.</p>
<p>Queng betonte, dass Cyberangriffe, insbesondere Ransomware-Attacken, zu den größten Bedrohungen für Finanzinstitute gehören. Die zunehmende Auslagerung von IT-Dienstleistungen an Drittanbieter verschärft diese Risiken durch mögliche Abhängigkeiten und sogenannte **Konzentrationsrisiken** – das Risiko, dass viele kritische Funktionen von wenigen externen Anbietern abhängig sind. Ein Beispiel verdeutlichte Queng anhand eines Vorfalls, bei dem ein Software-Update zahlreiche Flugzeuge am Boden hielt. Solche Szenarien zeigen, wie weitreichend die Folgen von IT-Störungen sein können.</p>
<p>Ein zentraler Aspekt von DORA ist die Einführung harmonisierter Meldepflichten für schwerwiegende Informations- und Kommunikationstechnologie-Vorfälle (IKT-Vorfälle). Aktuell erfolgen solche Meldungen in Deutschland gemäß dem BaFin-Rundschreiben 03/2022 (BA). DORA wird diese Vorgaben jedoch vereinheitlichen und die BaFin zur zentralen Meldestelle machen. Queng erläuterte, dass die BaFin künftig alle Vorfallsmeldungen an relevante Institutionen wie die Deutsche Bundesbank, die Europäische Zentralbank (EZB) oder die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) weiterleiten wird, wodurch eine bessere Koordination und schnellere Reaktion ermöglicht wird.</p>
<p>Er führte aus, dass die meisten gemeldeten Vorfälle derzeit Betriebsstörungen sind – etwa 78 Prozent der Vorfälle gehen auf operationelle Fehler zurück. Nur fünf Prozent der gemeldeten Vorfälle sind sicherheitsrelevant, etwa DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) oder Betrugsversuche durch Phishing. Allerdings bedeutet dies nicht, dass Cyberangriffe selten sind; viele Angriffe werden abgewehrt, bevor sie meldepflichtig werden.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Bestandteil von DORA ist das Informationsregister, das Finanzinstitute führen müssen. Dieses Register dient sowohl als internes Risikomanagement-Tool als auch zur Informationsbereitstellung für Aufsichtsbehörden. Es soll helfen, Abhängigkeiten von kritischen Drittanbietern (Critical Third-Party Providers, CTPPs) zu identifizieren. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) sowie die EBA werden anhand dieser Informationen entscheiden, welche Drittanbieter einer besonders strengen Überwachung unterliegen.</p>
<p>Ein technisches Rahmenwerk, bestehend aus Regulatory Technical Standards (RTS) und Implementing Technical Standards (ITS), wird die Anforderungen weiter konkretisieren. Die RTS geben detaillierte Vorgaben zur Klassifizierung von Vorfällen, während die ITS die konkreten Anforderungen an die Meldeprozesse definieren.</p>
<p>Queng betonte abschließend, dass die neuen Meldepflichten und der Fokus auf IKT-Risiken nicht nur Herausforderungen, sondern auch Entlastungen mit sich bringen. Durch die zentrale Rolle der BaFin als „Hub“ werden Meldeprozesse effizienter, und Finanzinstitute erhalten klarere Leitlinien im Umgang mit IT-Risiken. Dies wird letztlich dazu beitragen, die Stabilität des Finanzsystems in einer zunehmend digitalen Welt zu sichern.</p>
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