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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Feri</title>
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		<title>Wenn die Unabhängigkeit der Fed zum Ratingfaktor wird</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2026 16:18:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist längst zu einem zentralen Faktor für die Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität der Vereinigten Staaten geworden. Für unabhängige Ratingagenturen zählt nicht nur die Höhe der Staatsverschuldung oder das Wachstum, sondern auch die institutionelle Verlässlichkeit der Geldpolitik. Genau hier setzt die Analyse von Axel D. Angermann an. Der Chef-Volkswirt [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Diskussion um die Unabhängigkeit der US-Notenbank ist längst zu einem zentralen Faktor für die Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität der Vereinigten Staaten geworden. Für unabhängige Ratingagenturen zählt nicht nur die Höhe der Staatsverschuldung oder das Wachstum, sondern auch die institutionelle Verlässlichkeit der Geldpolitik. Genau hier setzt die Analyse von Axel D. Angermann an. Der Chef-Volkswirt der FERI Gruppe schreibt: „Würde die Federal Reserve (Fed) auf diese Linie einschwenken, wäre ihre Unabhängigkeit faktisch beendet. Damit ginge ein wesentlicher wirtschaftlicher Erfolgsfaktor der USA der vergangenen Jahrzehnte verloren.“ Aus Sicht der Ratingagenturen wäre ein solcher Vertrauensverlust kein politisches Detail, sondern ein strukturelles Risiko für die Bonität des Landes.</p>
<p>Die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger von Jerome Powell wird deshalb von den Kapitalmärkten nicht nur als Personalie, sondern als Signal an Investoren und Bewertungsinstitutionen verstanden. Angermann betont, dass Warsh zwar möglichen Zinssenkungen offener gegenübersteht, aber „keine ausgewiesene Taube“ ist. Seine fachliche Eignung stehe „als ehemaliger Notenbankgouverneur außer Frage“. Für Ratingagenturen ist diese Einschätzung entscheidend, da sie Stabilität und Kontinuität in der Geldpolitik als Grundlage für ein hohes Credit Rating ansehen.</p>
<p>Besonders relevant ist auch die Zusammensetzung des Offenmarktausschusses. Angermann verweist darauf, dass „der Chairman die geldpolitischen Entscheidungen nicht allein“ trifft, sondern mit elf weiteren Mitgliedern, von denen mehrere aktuell „geldpolitisch falkenhafter als ihre Vorgänger“ seien. Daraus folgert er, dass das Entscheidungsgremium „im Vergleich zum vergangenen Jahr insgesamt weniger geneigt“ ist, politischen Druck zu akzeptieren. Für die Kreditwürdigkeit der USA bedeutet dies, dass die institutionellen Kontrollmechanismen bislang noch greifen.</p>
<p>Gleichzeitig warnt Angermann vor den möglichen Folgen eines politischen Eingriffs in die Notenbank. Er schreibt: „Wird die Unabhängigkeit der Fed ernsthaft infrage gestellt, drohen massive Finanzmarktturbulenzen.“ Besonders wahrscheinlich seien „ein weiterer drastischer Verfall des US-Dollars und deutlich steigende Langfristzinsen“. Für Ratingagenturen wären genau diese Entwicklungen ein klares Warnsignal, da sie die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen unmittelbar belasten würden.</p>
<p>Trotz der kurzfristigen Beruhigung bleibt die Lage fragil. Angermann macht deutlich, dass die Gefahr nicht gebannt ist: „Mittel- bis langfristig werden die Versuche weitergehen, die Unabhängigkeit zu unterminieren.“ Für Investoren und Ratingagenturen bedeutet dies, dass die politische Einflussnahme auf die Geldpolitik zu einem dauerhaften Risikofaktor für das Credit Rating der USA geworden ist.</p>
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		<title>Implikationen geopolitischer und fiskalischer Risiken für das Credit Rating</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2026 11:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten haben auch für das Credit Rating von Staaten und Unternehmen bedeutsame Implikationen. Trotz der geopolitischen Spannungen, die durch die US-Intervention in Venezuela, die Proteste im Iran und den kurzlebigen Streit um Grönland ausgelöst wurden, zeigen die Märkte bisher bemerkenswerte Stabilität. Wie Dr. Eduard Baitinger im FERI Markets Update [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten haben auch für das Credit Rating von Staaten und Unternehmen bedeutsame Implikationen. Trotz der geopolitischen Spannungen, die durch die US-Intervention in Venezuela, die Proteste im Iran und den kurzlebigen Streit um Grönland ausgelöst wurden, zeigen die Märkte bisher bemerkenswerte Stabilität. Wie Dr. Eduard Baitinger im FERI Markets Update betont, rechtfertigen die Fundamentaldaten diese Stabilität: „Die Unternehmensgewinne bleiben auf Wachstumskurs, während Rezessionsrisiken derzeit kaum zu sehen sind.“ </p>
<p>Für Ratingagenturen bedeutet dies, dass die kurzfristige Bonität von Unternehmen in den USA weiterhin solide eingeschätzt werden kann, auch wenn politische Turbulenzen den US-Dollar unter Druck setzen. Baitinger weist darauf hin, dass die US-Währung „empfindlich gegenüber einem weiter zunehmenden Vertrauensentzug internationaler Investoren“ ist, was das Risiko von Währungsstress für international investierende Unternehmen erhöht und somit indirekt auch Ratings beeinflussen kann.</p>
<p>In Japan werfen steigende Zinsen Fragen zur Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen auf. Mit einer Staatsverschuldung von deutlich über 200 Prozent der Wirtschaftsleistung besteht langfristig ein erhöhtes fiskalisches Risiko, auch wenn eine akute Krise derzeit nicht absehbar ist. Baitinger stellt klar: „Eine akute Fiskalkrise ist damit zwar nicht absehbar, die strukturelle Verwundbarkeit der öffentlichen Finanzen nimmt jedoch zu.“ Für Ratingagenturen bedeutet dies, dass die langfristige Bonität Japans möglicherweise unter Druck geraten könnte, insbesondere wenn sich die Zinskosten weiter erhöhen und die Notenbankinterventionen intensiver werden müssen.</p>
<p>Die Widerstandsfähigkeit der Märkte trotz geopolitischer und fiskalischer Unsicherheiten zeigt, dass Ratingbewertungen nicht ausschließlich auf kurzfristigen politischen Ereignissen basieren sollten. Vielmehr sollte der Fokus auf nachhaltigen Fundamentaldaten liegen. Die hohe Managementqualität und Profitabilität vieler US-Unternehmen sowie die günstige Zinsstruktur in Japan stützen weiterhin positive Bewertungen. Gleichzeitig muss die Verwundbarkeit gegenüber Währungsschwankungen und steigenden Zinskosten in die Risikobewertungen einfließen, um ein realistisches Bild der Bonität zu gewährleisten. Insgesamt zeigt sich, dass trotz politischer Unwägbarkeiten und geopolitischer Risiken die aktuelle Marktstabilität den Ratingprozess nicht fundamental gefährdet, wohl aber eine differenzierte Betrachtung erfordert, die sowohl kurzfristige Volatilität als auch langfristige strukturelle Risiken berücksichtigt.</p>
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		<title>Deutschlands Hausaufgaben unerledigt</title>
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		<pubDate>Tue, 06 May 2025 15:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufnimmt, steht sie vor einer ernüchternden wirtschaftlichen Realität: „Auch im laufenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung aller Voraussicht nach nicht wachsen“, konstatiert Axel Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe. Damit würde das Jahr 2025 das sechste Jahr in Folge ohne wirtschaftliches Wachstum markieren. Die deutsche Wirtschaft stagniert auf dem Niveau von [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufnimmt, steht sie vor einer ernüchternden wirtschaftlichen Realität: „Auch im laufenden Jahr wird die Wirtschaftsleistung aller Voraussicht nach nicht wachsen“, konstatiert Axel Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe. Damit würde das Jahr 2025 das sechste Jahr in Folge ohne wirtschaftliches Wachstum markieren. Die deutsche Wirtschaft stagniert auf dem Niveau von Ende 2019, also vor der Corona-Pandemie. Besonders problematisch ist dabei die Entwicklung der Industrie. „Die Industrieproduktion befindet sich seit Ende 2017 in einem ausgeprägten Abwärtstrend“, erklärt Angermann. Aktuell liege sie „mehr als 15 Prozent unter dem damals erreichten Wert“. Der Fahrzeugbau sei besonders betroffen und habe „Einbußen von mehr als einem Viertel“ verzeichnet. Besserung sei nicht in Sicht – im Gegenteil: „Die deutsche Industrieproduktion wird deshalb im laufenden Jahr erneut um mehr als ein Prozent schrumpfen.“</p>
<p>Als Belastungsfaktor sieht Angermann unter anderem die drohenden protektionistischen Maßnahmen aus den USA. „Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle belasten die exportorientierte Industrie auf verschiedene Art und Weise.“ Einerseits würden die Exporte in die USA betroffen sein, andererseits verschärfe sich der Wettbewerb mit Anbietern aus Asien sowohl im Inland als auch auf Drittmärkten. Zudem käme aus den USA ein zusätzlicher negativer Impuls, „falls die dortige Wirtschaftslage sich deutlich eintrübt“, was sich bereits andeute.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund fallen Angermanns Erwartungen an die neue Bundesregierung hoch aus – der Koalitionsvertrag aber enttäuscht: „Der große Wurf, von dem ein deutliches Aufbruchsignal ausgehen könnte, ist es nicht geworden.“ Statt klarer Prioritäten und konkreter Maßnahmen fehle es an Mut und Entschlossenheit. Positiv bewertet Angermann zwar die geplante Senkung der Stromsteuer und das Bekenntnis zum Bürokratieabbau sowie zur Digitalisierung. Doch warnt er: „Angesichts der Fruchtlosigkeit bisheriger Bemühungen reicht das allein für das erwähnte Aufbruchsignal allerdings nicht aus.“ Besonders kritisch sieht er die Zurückhaltung bei steuerlichen Entlastungen: „Wirklich enttäuschend ist die Mutlosigkeit in der Frage steuerlicher Entlastungen sowohl für die Einkommensbezieher als auch für die Unternehmen.“</p>
<p>Für Angermann steht fest: Die Bundesregierung sollte die Aufmerksamkeit stärker auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten lenken. „Es kommt nicht in erster Linie darauf an, welche Ideen und Maßnahmen Trump als nächstes in den Ring wirft“, stellt er klar. Viel entscheidender sei, „was wir hier in Deutschland (und Europa) selbst beeinflussen können und letztlich auch nur selbst ins Werk setzen können.“ Trotz aller Herausforderungen bleibt er vorsichtig optimistisch: „Die gute Nachricht ist: Es gibt viele Stellschrauben, an denen angesetzt werden kann.“ Damit seien „Hoffnungen auf das Ende der Misere und einen neuen Aufschwung also allemal begründbar.“</p>
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		<title>Das große Bild in 2025 zur Frühwarnung</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 16:27:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das „Big Picture: 2025“, eine neue Publikation des FERI Cognitive Finance Institute (FCFI), stellt eine detaillierte Analyse zukünftiger Entwicklungen und Herausforderungen dar. Die Studie verknüpft 35 Schlüsselszenarien aus sechs Erkenntnisbereichen – Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Finanzsystem, Technik und Umwelt – zu einem umfassenden Zukunftsbild. Mithilfe der Cognitive Finance-Methodik überwindet das FCFI traditionelle Denkgrenzen und identifiziert dynamische [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das „Big Picture: 2025“, eine neue Publikation des FERI Cognitive Finance Institute (FCFI), stellt eine detaillierte Analyse zukünftiger Entwicklungen und Herausforderungen dar. Die Studie verknüpft 35 Schlüsselszenarien aus sechs Erkenntnisbereichen – Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Finanzsystem, Technik und Umwelt – zu einem umfassenden Zukunftsbild. Mithilfe der Cognitive Finance-Methodik überwindet das FCFI traditionelle Denkgrenzen und identifiziert dynamische Wechselwirkungen, die oft vernachlässigt werden.</p>
<p>Die Studie hebt hervor, wie geopolitische Spannungen, technologischer Fortschritt und wirtschaftliche Disruptionen ineinandergreifen und weitreichende Konsequenzen für globale Machtstrukturen und nationale Finanzsysteme haben können. Insbesondere die geopolitischen Konflikte zwischen den USA, China und Russland sowie die damit einhergehenden Strategien zur Währungs- und Wirtschaftsmacht zeigen, wie anfällig nationale Ratings gegenüber politischen und ökonomischen Umbrüchen sind.</p>
<p>Die Studie gibt Anlass zur Vermutung, dass der Druck auf Länder-Ratings aufgrund mehrerer Entwicklungen steigen könnte. Zum einen untergräbt die zunehmende Polarisierung in der Weltpolitik die Stabilität und Glaubwürdigkeit globaler Wirtschaftssysteme. Der „neue Kalte Krieg“ und hybride Kriegführung durch antiwestliche Allianzen wie die CRINKs destabilisieren Märkte und erhöhen Risiken. Zum anderen wird die Verschuldungsdynamik, insbesondere in den USA, durch wachsende Zinslasten und politische Einflussnahme auf die US-Notenbank als potenzielle Bedrohung für das Vertrauen in den US-Dollar beschrieben. Hinzu kommt die Möglichkeit eines wachsenden Einflusses von Kryptowährungen, was bestehende Finanzarchitekturen zusätzlich belasten könnte.</p>
<p>Auch technologische Trends wie der exponentielle Aufstieg der Künstlichen Intelligenz, Quantencomputing und Blockchain treiben strukturelle Veränderungen voran. Diese Innovationen bieten zwar Chancen, stellen jedoch auch etablierte Finanzsysteme infrage. Schließlich führt der Klimawandel mit seinen disruptiven Effekten auf Biodiversität und Ressourcenverfügbarkeit zu neuen Herausforderungen, die ebenfalls die Bewertung von Ländern beeinflussen könnten.</p>
<p>Die „Big Picture“-Analyse macht uns deutlich, dass sich Ratings in einer Zeit wachsender Komplexität und Unsicherheit zunehmend als fragil erweisen könnten. Sie appelliert an Unternehmen und Investoren, die genannten Trends als Frühwarnsystem zu nutzen und Strategien zur Risikominimierung und Chancennutzung zu entwickeln.</p>
<p>Die Studie „Big Picture: 2025“ schöpft erstmals in einzigartiger Weise umfassend aus dem tiefgehenden Wissens- und Forschungspool des FERI Cognitive Finance Institute, das seit seiner Gründung im Jahr 2016 kontinuierlich aufgebaut wurde. Durch die innovative Cognitive Finance-Methodik integriert sie Erkenntnisse aus sechs zentralen Analysefeldern – von Geopolitik bis Umwelt – und verdichtet diese zu einem kohärenten Gesamtbild globaler Zukunftstrends. Indem kognitive Verzerrungen und Wahrnehmungslücken überwunden werden, gelingt es der Studie, zahlreiche komplexe Zusammenhänge und wechselseitige Abhängigkeiten sichtbar zu machen, die in traditionellen Analysen oft unbeachtet bleiben. Mit dieser erstmaligen Offenlegung eines einzigartigen Research-Schatzes bietet das Institut Unternehmern und Investoren strategisch wertvolle Einblicke und Handlungsperspektiven.</p>
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		<title>Trump-Präsidentschaft: Nüchterne Analyse, Sorgen bleiben</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jan 2025 10:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor der Amtseinführung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten offenbarte sich eine bemerkenswerte Diskrepanz. Axel D. Angermann analysiert als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen, geldpolitischen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte. Axel Angermann beschreibt die Diskrepanz als eine Spannung zwischen der „steigenden Nervosität in der medialen Öffentlichkeit“ und einer [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor der Amtseinführung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten offenbarte sich eine bemerkenswerte Diskrepanz. Axel D. Angermann analysiert als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen, geldpolitischen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte. </p>
<p>Axel Angermann beschreibt die Diskrepanz als eine Spannung zwischen der „steigenden Nervosität in der medialen Öffentlichkeit“ und einer „scheinbaren Gelassenheit an den Kapitalmärkten“. Diese Gelassenheit an den Märkten, so Angermann, rührt daher, dass sich Investoren auf die konkrete Politik konzentrieren, die von Trump in den kommenden Monaten zu erwarten sei. „Das Ergebnis der Analysen fällt bislang offenbar nicht klar negativ aus“, erklärt Angermann und verweist auf zwei wesentliche Punkte, die die Märkte bereits im Umfeld des Wahltermins positiv beeinflussten: „Sowohl die Aussicht auf weitere Steuersenkungen als auch auf umfassende De-Regulierungsmaßnahmen lassen höhere Unternehmensgewinne insbesondere für US-Unternehmen erwarten.“</p>
<p>Trotz dieser positiven Erwartungen gibt es auch kritische Signale, insbesondere an den steigenden Langfristzinsen erkennbar. „Hinter dieser Entwicklung steht die Sorge vor einer anhaltend hohen oder möglicherweise sogar wieder steigenden Inflation in den USA“, so Angermann. Er identifiziert gleich mehrere Faktoren, die einen solchen Inflationsanstieg begünstigen könnten. Erstens nennt er „die Drohung mit Zöllen auf US-Importe“, die das Preisniveau in den USA nach oben treiben könnte. Auch wenn derzeit die Erwartung überwiegt, dass Zölle vor allem als Druckmittel eingesetzt werden, warnt Angermann: „Die Drohung allein bereits geeignet ist, eine Re-Allokation globaler Produktionsressourcen zu verursachen, die für sich genommen preistreibend wirkt.“ Hinzu kommt die Möglichkeit, dass Zölle tatsächlich implementiert werden könnten, was die Preissteigerungen weiter verstärken würde.</p>
<p>Ein weiterer Faktor ist die angekündigte restriktivere Einwanderungspolitik, einschließlich der „massenhaften Abschiebung illegaler Migranten“. Angermann weist darauf hin, dass dies „spürbar negative Konsequenzen für den US-amerikanischen Arbeitsmarkt“ haben könnte, was steigende Löhne und damit höhere Preise im Dienstleistungssektor zur Folge hätte. Allerdings sieht er auch interne Spannungen in der republikanischen Partei: „Zuletzt waren hier Risse zwischen den Absichten einzelner Politiker und der MAG-orientierten Basis der republikanischen Partei sichtbar.“ Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, bleibt laut Angermann abzuwarten.</p>
<p>Die expansive Fiskalpolitik stellt einen weiteren zentralen Risikofaktor dar. Sie birgt das „Risiko eines anhaltend hohen Haushaltsdefizits und eines hohen Schuldenstandes“. Angermann erklärt, dass Anleger in diesem Szenario „höhere Zinsen für US-Staatsanleihen einfordern“ könnten. Er sieht hierin eine der größten Herausforderungen für die Trump-Regierung, denn „zwischen der angestrebten Begrenzung der Defizite und den anderen geplanten Maßnahmen“ besteht ein klarer Zielkonflikt.</p>
<p>Abschließend betont Angermann, dass „weiter steigende Zinsen die größte Bedrohung für ein fortgesetzt positives Aktienmarktumfeld“ darstellen. Er fordert eine „nüchterne Analyse des tatsächlichen Handelns des neuen Präsidenten jenseits seiner täglichen Verlautbarungen“ und warnt zugleich vor „unangebrachter Sorglosigkeit“. Dieses Spannungsfeld aus wirtschaftspolitischen Risiken und Marktreaktionen wird, so Angermann, in den kommenden Wochen und Monaten besonders im Fokus stehen.</p>
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		<title>Eine zweite Trump-Präsidentschaft als Chance für Europa</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 11:59:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Die Reaktion der Kapitalmärkte auf den Wahlsieg Trumps zeigte eindeutig, wie die Akteure dort die Folgen für Europa einschätzen“, schreibt Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe: „negativ. Die Aussicht, dass Waren aus Europa generell mit Importzöllen belegt werden, könnte sich tatsächlich als zusätzliche Belastung für eine bereits schwach wachsende Wirtschaft darstellen. Die Möglichkeit, dass [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Reaktion der Kapitalmärkte auf den Wahlsieg Trumps zeigte eindeutig, wie die Akteure dort die Folgen für Europa einschätzen“, schreibt Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe: „negativ. Die Aussicht, dass Waren aus Europa generell mit Importzöllen belegt werden, könnte sich tatsächlich als zusätzliche Belastung für eine bereits schwach wachsende Wirtschaft darstellen. Die Möglichkeit, dass eine neue US-Administration die NATO infrage stellt oder ultimativ höhere Verteidigungsausgaben von den europäischen Mitgliedern fordert, wird manchem Finanzminister jetzt schon Sorgen bereiten. Und eine Einstellung der US-amerikanischen Unterstützung für die Ukraine sowie ein nachfolgender Deal zwischen Trump und Putin über die Köpfe der Ukrainer hinweg birgt das Risiko, dass die Sicherheitsinteressen der EU übergangen werden.“</p>
<p>Mit einer Mischung aus Angst und Besorgnis auf Trump zu schauen, greife jedoch zu kurz. „Vielmehr muss sich Europa jetzt endlich mit den eigenen strukturellen Schwächen auseinandersetzen. Diese sind schon seit langem bekannt, aber spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine mit erheblich negativen Konsequenzen verbunden: Die hohe Abhängigkeit europäischer Volkswirtschaften von Exporten ist zunehmend problematisch in einer Welt, in der vom Welthandel kaum noch positive Impulse ausgehen und die Herausbildung voneinander abgekoppelter Blöcke droht, zwischen denen Europa mit seinen bislang umfassenden Handelsbeziehungen zu beiden Seiten hin und her navigieren müsste. Handelsabkommen mit anderen Partnern, die das Problem lindern könnten, sind in der Vergangenheit aus ideologischen Gründen verworfen worden und kommen auch jetzt nicht wirklich voran. Dass die EU eigene geopolitische Interessen definieren, zu deren Vertretung veränderte Abstimmungsprozesse und institutionelle Vorkehrungen treffen und zu ihrer Umsetzung auch Ressourcen bereitstellen muss, ist inzwischen eine Binse – in der praktischen Politik hat sich dies bislang aber weder auf europäischer noch auf nationaler Ebene niedergeschlagen.“</p>
<p>Im Falle eines Wahlsiegs von Kamala Harris wäre zu befürchten gewesen, dass sich die europäischen Regierungen erleichtert zurückgelehnt und so weitergemacht hätten wie bisher. „Dies ist nun für jeden sichtbar als Illusion enttarnt. So gesehen bietet der Wahlsieg Trumps die Chance, dass die europäischen Regierungen endlich das tun, was sie auch ohne Trump schon längst hätten tun müssen“, so Angermann: „deutlich stärker in die eigene Verteidigungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu investieren.“</p>
<p>Europa muss jetzt in kurzer Zeit die Versäumnisse der Vergangenheit nachholen. Das Jahr 2025 wird daher von entscheidender Bedeutung. Eine positive Prognose könnte so aussehen, folgert der Chef-Volkswirt: „Europa einigt sich auf ein EU-weites, schuldenfinanziertes Programm in erheblichem Umfang zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Europas, zum Ausbau der Rüstungskapazitäten und zur Koordinierung diesbezüglicher Aktivitäten zwischen den EU-Staaten. Möglicherweise wird dieses Programm durch ein weiteres für Infrastrukturinvestitionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen ergänzt. Aus ökonomischer Sicht bliebe dabei festzuhalten: Schulden auf EU-Ebene mit gemeinschaftlicher Haftung der Mitgliedsländer sind kein Rezept aus dem ordnungspolitischen Lehrbuch und bergen auch Risiken. Umso wichtiger wäre es sicherzustellen, dass die Mittel tatsächlich zielgerichtet für eine Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit respektive Wettbewerbsfähigkeit eingesetzt würden und, noch wichtiger, dass sie ergänzt würden durch einen umfassenden Bürokratieabbau. Wenn dies gelänge, könnten wir Ende des kommenden Jahres vielleicht sagen: Europa hat unter dem Druck einer Trumpschen Präsidentschaft endlich Schritte in die richtige Richtung unternommen.“</p>
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		<title>Chinas Wirtschaft in der Liquiditätsfalle</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Oct 2024 10:17:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die von der chinesischen Zentralbank beschlossenen Zinssenkungen und vom Politbüro der Kommunistischen Partei angekündigten Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft haben seit der letzten Septemberwoche ein Kursfeuerwerk am chinesischen Aktienmarkt ausgelöst. Noch ist allerdings nicht erkennbar, dass dieser Stimulus tatsächlich zu einem nachhaltigen Aufschwung der chinesischen Wirtschaft führen wird. Dazu sind die Herausforderungen, mit denen die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die von der chinesischen Zentralbank beschlossenen Zinssenkungen und vom Politbüro der Kommunistischen Partei angekündigten Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft haben seit der letzten Septemberwoche ein Kursfeuerwerk am chinesischen Aktienmarkt ausgelöst. Noch ist allerdings nicht erkennbar, dass dieser Stimulus tatsächlich zu einem nachhaltigen Aufschwung der chinesischen Wirtschaft führen wird. Dazu sind die Herausforderungen, mit denen die chinesische Führung derzeit konfrontiert ist, zu komplex, urteilt Axel D. Angermann, der als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe die konjunkturellen, geldpolitischen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte analysiert.</p>
<p>&#8222;Der Entschluss der Regierung, die im Immobiliensektor über lange Zeit entstandenen Exzesse abzubauen, hat dazu geführt, dass die Immobilienpreise seit rund zwei Jahren sinken. Das hat die chinesische Wirtschaft in eine Liquiditätsfalle bewegt: Sinkende Zinsen führen nicht zu einer Belebung der Investitionstätigkeit, weil die Akteure angesichts des hohen Überangebots an Wohnungen mit anhaltend sinkenden Preisen rechnen. Anders als beabsichtigt hat dies eine Kettenreaktion mit gesamtwirtschaftlich gravierenden Folgen ausgelöst: Wegen der aus den sinkenden Immobilienpreisen resultierenden Vermögensverluste wird auch der private Konsum massiv beeinträchtigt, was wiederum die gesamtwirtschaftliche Dynamik erheblich bremst&#8220;, so Angermann. &#8222;Der Versuch, dem mittels steigender Exporte entgegenzuwirken, ist nur in begrenztem Maße erfolgreich, weil die Weltwirtschaft insgesamt schwächelt und sowohl die US-amerikanische Regierung als auch neuerdings die EU-Kommission Maßnahmen gegen die Flutung ihrer Märkte mit günstigen chinesischen Produkten ergreifen.&#8220;</p>
<p>Die bisherigen Schritte zur Stabilisierung der Wirtschaft waren jeweils nur kurzzeitig erfolgreich, heißt es aus dem Hause der FERI. So stellte die Zentralbank 500 Milliarden Yuan für den Kauf leerstehender Wohnungen durch lokale staatliche Unternehmen bereit, wovon bisher nur 25 Milliarden genutzt wurden, da das Geschäft für die Firmen offenbar unattraktiv ist. Zudem gibt es Widerstand von Hausbesitzern, die auf Dauer geringere Marktpreise und eine ungünstige Veränderung der Sozialstruktur in ihren Wohnvierteln befürchten, wenn ein Großteil der Häuser als Sozialwohnungen vermietet wird. Für eine nachhaltige Stabilisierung der Immobilienpreise wäre ein großes Zentralbankprogramm notwendig, wie es zuletzt im Jahr 2015 der Fall war. Die derzeitigen Maßnahmen bleiben in ihrem Umfang deutlich dahinter zurück und zielen vor allem darauf ab, das BIP-Wachstumsziel von 5% zu erreichen und ein weiteres Abrutschen der Wirtschaft zu verhindern. Dieses Ziel immerhin dürfte wohl erreicht werden, zumal die Führung in Aussicht gestellt hat, die Maßnahmen bei Bedarf auszuweiten. Eine dauerhaft deutlich höhere Wachstumsdynamik ist jedoch unwahrscheinlich: Es gibt keine Anzeichen dafür, dass die chinesische Führung unter Xi Jinping ihre Prioritäten grundsätzlich verändert hätte, und diese Prioritäten liegen gerade nicht in einer hohen Wachstumsdynamik, sondern in möglichst umfassender Kontrolle und der Verfolgung spezifischer Ziele zur Stärkung (welt-)politischer Ambitionen.</p>
<p>Aufschlußreich war die ausbleibende Reaktion des Ölpreises auf die neuen Stützungsmaßnahmen: Würde Chinas Wirtschaft tatsächlich auf einen höheren Wachstumspfad einschwenken, hätte das erfahrungsgemäß den Ölpreis deutlich steigen lassen, da China weiterhin zu den größten Ölkonsumenten zählt. Bei chinesischen Aktien ergibt sich für professionelle Investoren angesichts der bisherigen dramatisch niedrigen Bewertung eine taktische Opportunität. Die strategischen Perspektiven bleiben allerdings verhalten.</p>
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		<title>Steigende Arbeitslosigkeit in den USA</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Aug 2024 08:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der jüngste Einbruch an den Börsen hat für Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, ein Thema in den Fokus gerückt, das an den Kapitalmärkten lange Zeit nahezu vollständig ignoriert wurde: die Möglichkeit einer bevorstehenden Rezession der US-Wirtschaft. &#8222;Angesichts der starken Straffung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank seit März 2022 ist dieses Szenario eigentlich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der jüngste Einbruch an den Börsen hat für Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, ein Thema in den Fokus gerückt, das an den Kapitalmärkten lange Zeit nahezu vollständig ignoriert wurde: die Möglichkeit einer bevorstehenden Rezession der US-Wirtschaft. </p>
<p>&#8222;Angesichts der starken Straffung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank seit März 2022 ist dieses Szenario eigentlich naheliegend. Denn höhere Zinsen bremsen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Bislang hat die restriktive Geldpolitik der Fed, eingesetzt zur Eindämmung der Inflation, die Konjunktur jedoch nicht geschwächt&#8220;, sagt Angermann.</p>
<p>Der Grund liegt nach seinen Erkenntnissen zum einen in Überschuss-Ersparnissen aus den Zeiten der Corona-Pandemie, von denen der private Konsum lange Zeit zehren konnte. Zum anderen wies der amerikanische Arbeitsmarkt – ebenfalls als Folge der Pandemie – erhebliche Verzerrungen auf. Diese führten dazu, dass sich die schwächere Nachfrage nach Arbeitskräften nicht in einem Anstieg der Arbeitslosenquote bemerkbar machte. Die expansive Fiskalpolitik und insbesondere die hohen Anreize für Investitionen in „grüne“ Technologien kamen als zusätzlicher konjunkturstimulierender Faktor hinzu.</p>
<p>In den zurückliegenden Monaten hat sich die Lage nun geändert: &#8222;Seit März ist die Arbeitslosenquote viermal in Folge um insgesamt 0,5 Prozentpunkte gestiegen. Zusammen mit einer sinkenden Zahl offener Stellen, höheren Erst- und Folgeanträgen auf Arbeitslosenhilfe und einem verlangsamten Lohnwachstum deutet dies durchaus auf eine bevorstehende Rezession hin. Sicher ist der Befund allerdings nicht: Auffällig ist das anhaltend geringe Niveau der betriebsbedingten Kündigungen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote resultiert also vor allem daraus, dass die Zahl der Arbeitssuchenden weiter steigt, die Unternehmen aber immer weniger Neueinstellungen vornehmen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte sich weiter fortsetzen, könnte sich aber insgesamt langsamer vollziehen als in früheren Konjunkturzyklen.&#8220;</p>
<p>Die zu erwartende Folge wäre gemäß Angermann in jedem Fall ein schwächeres Konsumwachstun: &#8222;Die Überschuss-Ersparnisse der Haushalte sind inzwischen weitgehend aufgebraucht, und die Sparquote ist auf ein niedriges Niveau von weniger als 3,5 Prozent gesunken. Zudem ist die Gefahr, seinen Job zu verlieren und nicht sofort einen neuen zu finden, gestiegen. Dies dürfte zu mehr Vorsorge-Ersparnis führen. Bislang ist der private Konsum allerdings noch überwiegend stabil. Wie schnell sich dies ändert, bleibt abzuwarten. Eine schwächere Nachfrage der Haushalte hätte ihrerseits wiederum negative Wirkungen auf den Arbeitsmarkt. Damit würde ein wirtschaftlicher Abschwung unweigerlich näher rücken. Diese Rezession dürfte angesichts fehlender gravierender Ungleichgewichte in der Gesamtwirtschaft zwar moderat ausfallen. Für die ohnehin schwächelnde europäische Wirtschaft wären dies dennoch schlechte Nachrichten.&#8220;</p>
<p>Der Glaube, dass die Fed mit ihren im September einsetzenden Zinssenkungen eine solche Rezession aufhalten könnte, sei unrealistisch, so Angermann: &#8222;erstens wegen der Wirkungsverzögerungen der Geldpolitik von mindestens einem halben Jahr und zweitens wegen des begrenzten Umfangs von Zinssenkungen in einem Umfeld, in dem die Inflation noch immer über der 2%-Marke liegt. Dass die Fed sich ausschließlich auf das Beschäftigungsziel konzentriert und mit drastischen Zinssenkungen in kürzester Zeit einen Wiederanstieg der Inflation riskiert, ist nicht anzunehmen. Es ist also Zeit, sich auf eine erneute Abschwächung der weltwirtschaftlichen Dynamik durch eine US-Rezession einzustellen.&#8220;</p>
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		<title>Die Zukunft der EU in einer geopolitischen Neuordnung: Herausforderungen und Chancen</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Jun 2024 10:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Länderrating]]></category>
		<category><![CDATA[Feri]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Welt erlebt eine geopolitische Neuordnung, ausgelöst durch die Rivalität zwischen den USA und China. Die Rolle der Europäischen Union (EU) in der Weltwirtschaft und -politik des 21. Jahrhunderts steht auf dem Spiel. Die EU muss entweder als bedeutender globaler Akteur auftreten oder riskiert, eine Nebenrolle zu spielen. Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt erlebt eine geopolitische Neuordnung, ausgelöst durch die Rivalität zwischen den USA und China. Die Rolle der Europäischen Union (EU) in der Weltwirtschaft und -politik des 21. Jahrhunderts steht auf dem Spiel. Die EU muss entweder als bedeutender globaler Akteur auftreten oder riskiert, eine Nebenrolle zu spielen.</p>
<p>Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, analysiert die wirtschaftlichen Entwicklungen und beeinflusst die Multi-Asset-Strategie der FERI. Er hat langjährige Erfahrung in der Makroanalyse und begann seine Karriere beim Max-Planck-Institut für Ökonomie und beim Verband der chemischen Industrie. Angermann studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Bayreuth.</p>
<p>Europa steht vor drei zentralen Herausforderungen, schreibt Angermann: Es muss seine Verteidigungsfähigkeit sicherstellen, im globalen Kontext einheitlich auftreten und wirtschaftliche Dynamik zurückgewinnen. Die EU-Wirtschaft wächst seit der Finanzkrise 2008 langsamer als die der USA.</p>
<p>Hier seine Analyse im Einzelnen: Die Welt befindet sich in einem Prozess der geopolitischen Neuordnung, angetrieben durch die strategische Großmachtrivalität zwischen den USA und China. Das Ergebnis dieses Prozesses ist noch ungewiss. Die Europäische Union steht jedoch vor der konkreten Frage, welche Rolle der &#8222;alte&#8220; Kontinent in der Weltwirtschaft und -politik des 21. Jahrhunderts einnehmen will und kann. Dabei gilt: Entweder tritt die EU einheitlich als bedeutender globaler Akteur auf, oder sie und ihre Mitgliedsstaaten spielen künftig bestenfalls eine Nebenrolle.</p>
<p>&#8222;Drei zentrale Themen werden in den kommenden Jahren darüber entscheiden,&#8220; so Angermann, &#8222;ob die EU ihrem Anspruch, die globale Ordnung mitzugestalten, gerecht werden kann. Erstens muss Europa seine eigenen Angelegenheiten selbständig regeln können und insbesondere seine Verteidigungsfähigkeit sicherstellen, was derzeit nicht der Fall ist. Zweitens muss die EU im globalen Kontext als einheitlicher Akteur auftreten, ihre Interessen definieren und mit einer Stimme vertreten. Dies erfordert einen weiteren Souveränitätsverzicht der Nationalstaaten in außenpolitischen Fragen und eine Änderung der Entscheidungsmechanismen innerhalb der EU, weg vom Einstimmigkeitsprinzip. Drittens muss Europa wieder zu wirtschaftlicher Dynamik finden, da dies die Voraussetzung für globalen Einfluss ist. Seit der Finanzkrise 2008 ist die Wirtschaft in der EU nur halb so stark gewachsen wie die der USA, was den Handlungsbedarf deutlich macht.&#8220;</p>
<p>Auf die neue Kommission und ihre Präsidentin (oder ihren Präsidenten) warten deshalb nach der Europawahl wirtschaftspolitisch große Herausforderungen. &#8222;Das fängt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme an. Das suggestive Beschwören eigener Größe und Stärke, ohne dass substanzielle Verbesserungen geschehen, wird die anderen globalen Akteure immer weniger beeindrucken. Prioritäten sollten eine stärkere Wachstumsdynamik sowie eine höhere Innovationsfähigkeit haben. Vor allem müssen Wege gefunden werden, wie gesellschaftlich notwendige Ziele erreicht werden können, ohne die wirtschaftliche Substanz zu gefährden. Das betrifft vor allem die Klimaschutzziele: Im globalen Kontext ist eine wirksame Begrenzung der CO2-Emissionen nur realistisch, wenn Europa hierfür Lösungen entwickelt, die für andere globale Akteure attraktiv und nachahmenswert sind.&#8220;</p>
<p>Für die EU-Kommission bedeutet dies, folgert Angermann, das Verhältnis zwischen europäischer Koordination und nationalen Lösungsansätzen neu zu bestimmen. Einige Themen sollten auf europäischer Ebene geregelt, andere besser dem Wettbewerb der europäischen Unternehmen oder nationalstaatlichen Strategien überlassen werden. In diesem Zusammenhang werden auch eigene Finanzierungsquellen und gemeinschaftliche Schulden der EU diskutiert. Letzteres kann in bestimmten Bereichen sinnvoll oder notwendig sein, steht aber im Spannungsverhältnis zu hohen nationalen Schulden und der daraus resultierenden Gefahr neuer Finanzkrisen im Euroraum. Insgesamt sollte die EU-Kommission stärker auf marktwirtschaftliche Anreize und ein innovationsfreundliches Klima setzen, da sich die gerade zuletzt anschwellende Flut kleinteiliger Verordnungen und Richtlinien als Irrweg erwiesen hat.</p>
<p>&#8222;Bedauerlicherweise spielten all diese Fragen im Wahlkampf für das Europäische Parlament so gut wie keine Rolle&#8220;, bedauert Angermann. &#8222;Es bleibt zu hoffen, dass die notwendigen Diskussionen nach der Wahl geführt und geeignete Lösungen gefunden werden.&#8220;</p>
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		<title>Positive Impulse und dennoch vorsichtig bleiben</title>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2024 09:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feri]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Wirtschaftsleistung im Euroraum ist im ersten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Schlussquartal 2023 gestiegen und erreichte damit „den höchsten Wert seit eineinhalb Jahren“, wie Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, feststellt. Trotz dieser positiven Entwicklung blieb das Wachstum im Euroraum bereits zum siebten Mal in Folge hinter dem der USA zurück. Zwei [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wirtschaftsleistung im Euroraum ist im ersten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Schlussquartal 2023 gestiegen und erreichte damit „den höchsten Wert seit eineinhalb Jahren“, wie Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, feststellt. Trotz dieser positiven Entwicklung blieb das Wachstum im Euroraum bereits zum siebten Mal in Folge hinter dem der USA zurück.</p>
<p>Zwei entscheidende Faktoren trugen zum Aufschwung bei: „Erstens legt der private Konsum wieder zu. Die sinkende Inflation sorgt zusammen mit relativ hohen Nominallohnzuwächsen für eine positive Entwicklung der Realeinkommen.“ Tatsächlich wurden Realeinkommenszuwächse von mehr als 2 % zuletzt Ende 2020 verzeichnet. Obwohl das Konsumentenvertrauen „immer noch auf einem niedrigen Niveau liegt, hat es sich seit einem Tiefpunkt im Oktober 2023 spürbar verbessert.“ Angermann geht davon aus, dass diese positive Entwicklung „dem Konsum auch in den kommenden Quartalen positive Impulse geben“ wird.</p>
<p>Ein weiterer Treiber für das Wachstum ist die „Trendwende im globalen Zyklus der Industrieproduktion.“ Indikatoren wie „die Exporte Singapurs und Taiwans, die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und hier besonders die Differenz zwischen den Auftragseingängen und den Fertigwarenlagern sind ins Positive gedreht.“ Die europäische Industrie profitiert bereits davon, und die Produktion ist in den ersten Monaten des Jahres um 1,6 % gestiegen. „Es gibt gute Gründe anzunehmen, dass sich auch diese Entwicklung fortsetzen und möglicherweise an Dynamik gewinnen wird“, betont Angermann.</p>
<p>In den kommenden Quartalen erwartet er daher ein Wachstum der Wirtschaftsleistung „mindestens in der Größenordnung des ersten Quartals.“ Rückenwind könnte „die Wirtschaft von Zinssenkungen der EZB erhalten.“ Zwar würde die realwirtschaftliche Wirkung verzögert eintreten, doch „die Notenbank wird wahrscheinlich vorsichtig agieren.“ Angermann schätzt, dass das Wachstum 2024 „in die Nähe der 1 %-Marke“ kommen könnte.</p>
<p>Gleichzeitig betont er jedoch, dass „es eindeutig zu früh ist, einen neuen, nachhaltigen Aufschwung auszurufen.“ Die Entwicklung der US-Wirtschaft bleibt ein entscheidender Unsicherheitsfaktor. Aufgrund der restriktiven Geldpolitik wird dort „eine deutliche Abschwächung der konjunkturellen Dynamik bis hin zu einer moderaten Rezession um die Jahreswende 2024/25 herum“ erwartet. „Der insgesamt noch fragile Aufschwung könnte dadurch einen Rückschlag erleiden“, warnt Angermann.</p>
<p>Er sieht in der langfristigen Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft eine wesentliche Aufgabe. Der Rückstand gegenüber den USA verdeutlicht „die Notwendigkeit dazu eindrucksvoll.“ Eine neue EU-Kommission sollte „dieser Aufgabe mehr Priorität widmen als bisher und dabei stärker auf marktwirtschaftliche Kräfte als auf eine detailliert regulierte Steuerung von politisch gewollten Transformationsprozessen setzen.“</p>
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