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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Fitch</title>
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		<title>Martini.ai sieht bei Stellantis einen „Credit-Stresstest“ für den US-Markt</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Oct 2025 05:09:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Datenanbieter Martini.ai bewertet den jüngsten Schritt von Stellantis, 13 Milliarden US-Dollar in die Ausweitung seiner US-Produktion zu investieren, als Balanceakt zwischen industrieller Stärke und finanzieller Belastung. „Das Vorhaben ist das größte Einzelinvestment in der Unternehmensgeschichte und soll die heimische Produktion um 50 % steigern“, heißt es in der Analyse. Gleichzeitig warnt Martini.ai, dass die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Datenanbieter Martini.ai bewertet den jüngsten Schritt von Stellantis, 13 Milliarden US-Dollar in die Ausweitung seiner US-Produktion zu investieren, als Balanceakt zwischen industrieller Stärke und finanzieller Belastung. „Das Vorhaben ist das größte Einzelinvestment in der Unternehmensgeschichte und soll die heimische Produktion um 50 % steigern“, heißt es in der Analyse. Gleichzeitig warnt Martini.ai, dass die Kapitalstruktur zunehmend unter Druck gerät.</p>
<p>Nach Angaben der Plattform liegt das Kreditrating von Stellantis aktuell bei B1, mit einer einjährigen Ausfallwahrscheinlichkeit von 0,08 %. Damit bewege sich der Konzern „auf einem Niveau mit höher eingestuften, aber risikoreicheren Investment-Grade-Peers wie Ford“. Der 5-Jahres-Z-Spread notiere bei rund 160 Basispunkten – mehr als doppelt so hoch wie bei General Motors, das bei etwa 70 Basispunkten gehandelt werde.</p>
<p>„Das Problem liegt in der Kapitalstruktur“, schreibt Martini.ai. Das Unternehmen weise eine Netto-Cash-Position von rund –11,6 Milliarden US-Dollar sowie ein negatives Free-Cash-Flow-Ergebnis von etwa –14 Milliarden US-Dollar zur Jahresmitte 2025 aus. S&#038;P Global und Fitch hätten Stellantis bereits Anfang des Jahres von BBB+ auf BBB herabgestuft – ein Schritt, den Fitch mit „anhaltendem Margendruck und erhöhter Verschuldung“ begründet habe. Um ein Investment-Grade-Profil zu halten, seien laut Fitch „EBIT-Margen über 6 % und nachhaltige Free-Cash-Flow-Margen über 2 % erforderlich“.</p>
<p>Der auf Martini.ai basierende „Assistant’s Take“ vergleicht Stellantis zudem mit den Konkurrenten Ford und GM. Kurzfristig werde die Investition „neue Schulden erfordern, sofern sie nicht durch höhere Profitabilität oder Vermögensverkäufe ausgeglichen wird“. Das erhöhe das Verschuldungsrisiko in einer Phase „anhaltender Cashflow-Volatilität“. Während GM „die stabilste Finanzlage mit besseren Margen“ habe, bewege sich Ford auf ähnlichem Druckniveau wie Stellantis. Letzterer „hinke bei Liquidität und Nettoverschuldung hinterher“ und nähere sich bei weiter steigender Verschuldung „den Schwellenwerten des spekulativen Bereichs“.</p>
<p>Langfristig sieht Martini.ai jedoch Potenzial: Die Expansion solle „die Wettbewerbsfähigkeit in den USA stärken, mit fünf neuen Elektrofahrzeugmodellen und 19 Produktauffrischungen bis 2029“. Wenn der Plan aufgehe, könne „die Profitabilität zurückkehren und die kurzfristigen Kreditbelastungen durch Skaleneffekte und optimierte Lieferketten kompensiert werden“.</p>
<p>Das Fazit fällt abgewogen aus: „Die Expansion ist zugleich ein Meilenstein der industriellen Erneuerung und ein Kredit-Stresstest“, resümiert Martini.ai. Der Konzern beweise langfristigen Optimismus, doch bleibe „eine wachsame Beobachtung der Kreditkennzahlen unabdingbar“. Sollte sich die Cash-Generierung nicht deutlich verbessern, könne der „Kredittrend von Stellantis bis 2026 in Richtung spekulativer Einstufung driften“.</p>
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		<title>Bundesfinanzminister verspricht Wirtschaftswende</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jul 2024 13:48:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
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		<description><![CDATA[Die jüngsten Ankündigungen der Freien Demokraten bezüglich des neuen Haushalts und der wirtschaftspolitischen Maßnahmen Deutschlands haben das Potenzial, signifikante Auswirkungen auf verschiedene Arten von Ratings, insbesondere Credit Ratings und Kreditratings der Banken, zu haben. Diese Ratings spielen eine zentrale Rolle im Finanzsystem, da sie die Kreditwürdigkeit eines Landes oder Unternehmens bewerten und damit die Konditionen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die jüngsten Ankündigungen der Freien Demokraten bezüglich des neuen Haushalts und der wirtschaftspolitischen Maßnahmen Deutschlands haben das Potenzial, signifikante Auswirkungen auf verschiedene Arten von Ratings, insbesondere Credit Ratings und Kreditratings der Banken, zu haben. Diese Ratings spielen eine zentrale Rolle im Finanzsystem, da sie die Kreditwürdigkeit eines Landes oder Unternehmens bewerten und damit die Konditionen beeinflussen, zu denen sie sich Geld leihen können.</p>
<p>&#8222;Heute haben wir Freie Demokraten gute Nachrichten für Deutschland&#8220;, schreibt Christian Lindner: &#8222;Der Haushalt steht, die Wirtschaftswende kommt. Und auch im nächsten Jahr werden wir die Schuldenbremse einhalten. Zugleich investieren wir auf Rekordniveau, stärken Sicherheit und Verteidigung, entlasten Menschen und Unternehmen und dämpfen die Steigerung der Sozialausgaben durch Arbeitsanreize. Darüber hinaus haben wir eine Wachstumsinitiative in der Koalition durchsetzen können. Mit 49 konkreten Maßnahmen verdoppeln wir das Wachstumspotenzial für unser Land. Das Paket trägt unsere liberale Handschrift.&#8220;</p>
<p>Die Einhaltung der Schuldenbremse signalisiert fiskalische Disziplin und eine nachhaltige Finanzpolitik. Diese Maßnahme wird von Ratingagenturen wie Standard &#038; Poor&#8217;s bzw. S&#038;P Global Ratings, Moody&#8217;s und Fitch Ratings positiv bewertet, da sie die Verschuldung des Landes begrenzt und langfristig die finanzielle Stabilität sicherstellt. Ein stabiler Haushalt reduziert das Risiko von Zahlungsausfällen und erhöht somit das Vertrauen der Investoren. Dies kann zu einer Verbesserung des Credit Ratings Deutschlands führen oder zumindest dazu beitragen, das aktuelle hohe Rating zu halten.</p>
<p>Die geplanten Investitionen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro in Infrastruktur, digitale Technologien und klimaneutrale Technologien sind ein klares Signal für ein langfristiges Wirtschaftswachstum. Infrastrukturinvestitionen fördern die wirtschaftliche Produktivität, während Investitionen in digitale und klimafreundliche Technologien die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Wirtschaft stärken. Diese Maßnahmen können das Wirtschaftswachstum ankurbeln und somit positiv auf die Kreditratings wirken, da sie die zukünftige Einnahmebasis des Staates verbessern.</p>
<p>Die zusätzlichen Mittel für Sicherheitsbehörden und das Zwei-Prozent-Ziel der NATO signalisieren eine starke Verteidigungspolitik und innere Sicherheit. Ratingagenturen bewerten die politische und wirtschaftliche Stabilität eines Landes, und starke Sicherheitsmaßnahmen tragen zur allgemeinen Stabilität bei. Dies kann sich positiv auf die Wahrnehmung der Kreditwürdigkeit Deutschlands auswirken.</p>
<p>Die umfassende Wachstumsinitiative mit 49 Maßnahmen zur Steigerung des Wachstumspotenzials hat das Potenzial, die Wirtschaft dynamisch zu beleben. Maßnahmen wie Steuererleichterungen, Bürokratieabbau und Anreize für Arbeit und Investitionen können das wirtschaftliche Umfeld verbessern. Ein dynamisches Wirtschaftswachstum kann zu höheren Steuereinnahmen und einer besseren fiskalischen Position führen, was wiederum die Kreditwürdigkeit des Landes stärkt.</p>
<p>Die Ausgleichung der kalten Progression und die verbesserten Abschreibungsbedingungen entlasten die Steuerzahler und Unternehmen. Geringere Steuerbelastungen und weniger bürokratische Hürden fördern unternehmerische Aktivitäten und Investitionen. Diese Maßnahmen können das Wirtschaftswachstum unterstützen und die Einnahmebasis des Staates stärken, was positive Auswirkungen auf die Credit Ratings haben kann.</p>
<p>Die Anpassung des Lieferkettengesetzes zur Entlastung der Unternehmen reduziert deren regulatorische und administrative Lasten. Dies kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stärken und Investitionen anziehen, was langfristig die wirtschaftliche Stabilität und damit die Kreditratings verbessern kann.</p>
<p>Die steuer- und beitragsfreie Stellung von Überstundenzuschlägen und Prämien für längere Arbeitszeiten schaffen zusätzliche Anreize für Arbeitnehmer, mehr zu arbeiten. Diese Maßnahmen können die Produktivität und das Arbeitsangebot erhöhen, was positive Effekte auf das Wirtschaftswachstum und damit auf die Kreditwürdigkeit des Landes haben kann.</p>
<p>Die jüngsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Freien Demokraten zur Stärkung der deutschen Wirtschaft und zur Sicherstellung der fiskalischen Stabilität könnten sich somit auf vielfältige Weise positiv auf die Credit Ratings und Kreditratings der Banken auswirken. Die geplanten Investitionen und die Einhaltung der Schuldenbremse signalisieren eine nachhaltige Finanzpolitik, die von Ratingagenturen positiv bewertet wird. Investitionen in Infrastruktur und Technologie fördern das langfristige Wirtschaftswachstum und stärken die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, was wiederum die Kreditwürdigkeit des Landes verbessern kann.</p>
<p>Zusätzlich stärken die erhöhten Ausgaben für Sicherheit und Verteidigung die politische und wirtschaftliche Stabilität, was sich ebenfalls positiv auf die Ratings auswirken kann. Die Wachstumsinitiative, die auf Steuererleichterungen, Bürokratieabbau und Anreize für Arbeit und Investitionen setzt, kann das wirtschaftliche Umfeld dynamisieren und das Wachstumspotenzial Deutschlands erhöhen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die fiskalische Position des Staates zu verbessern, indem sie das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Einnahmenbasis erweitern.</p>
<p>Die Steuererleichterungen und der Abbau bürokratischer Hürden fördern unternehmerische Aktivitäten und Investitionen, was das Wirtschaftswachstum unterstützt und die finanzielle Stabilität des Landes stärkt. Die Anpassung des Lieferkettengesetzes zur Entlastung der Unternehmen und die Anreize für Mehrarbeit und Fachkräftemobilisierung können die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität der deutschen Wirtschaft weiter steigern.</p>
<p>Insgesamt zeigen diese Maßnahmen, dass die Freien Demokraten entschlossen sind, die deutsche Wirtschaft zu stärken und die fiskalische Stabilität zu sichern. Diese Initiativen haben das Potenzial, das Vertrauen der Investoren zu stärken, die finanzielle Stabilität des Landes zu sichern und das langfristige Wirtschaftswachstum zu fördern. Eine solide wirtschaftliche Basis und eine nachhaltige Finanzpolitik sind entscheidend für die positive Bewertung durch Ratingagenturen, was wiederum die Finanzierungskosten für das Land und seine Unternehmen senken kann. Durch die Umsetzung dieser Maßnahmen könnten die Credit Ratings Deutschlands auf einem hohen Niveau gehalten oder bei Unternehmen sogar verbessert werden, was der deutschen Wirtschaft langfristig zugutekommen würde.</p>
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		<title>Die CRA-Verordnung und die Förderung des Wettbewerbs im Rating</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Dec 2023 08:12:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Credit Rating Agency (CRA) Regulation, eine Regelung zur Regulierung von Ratingagenturen in der Europäischen Union (EU), verfolgt unter anderem das Ziel, den Wettbewerb in den Märkten für Kreditbeurteilungen zu erhöhen. Ein zentraler Ansatzpunkt hierbei ist die Ermutigung von Emittenten oder damit verbundenen Dritten, kleinere Ratingagenturen zu nutzen. Gemäß Artikel 8d der CRA-Verordnung sind Emittenten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Credit Rating Agency (CRA) Regulation, eine Regelung zur Regulierung von Ratingagenturen in der Europäischen Union (EU), verfolgt unter anderem das Ziel, den Wettbewerb in den Märkten für Kreditbeurteilungen zu erhöhen. Ein zentraler Ansatzpunkt hierbei ist die Ermutigung von Emittenten oder damit verbundenen Dritten, kleinere Ratingagenturen zu nutzen.</p>
<p>Gemäß Artikel 8d der CRA-Verordnung sind Emittenten oder damit verbundene Dritte, die beabsichtigen, zwei oder mehr Kreditbewertungsagenturen für die Bewertung einer Emission oder Einrichtung zu beauftragen, dazu aufgefordert, zumindest eine Agentur mit nicht mehr als 10% des Gesamtmarktanteils in der EU zu berücksichtigen. Durch diese Regel sollte der Marktanteil der kleineren Agenturen quasi automatisch steigen.</p>
<p>Entscheidet sich ein Emittent oder damit verbundener Dritter trotzdem dafür, keine Agentur mit weniger als 10% Gesamtmarktanteil zu beauftragen, verlangt die CRA-Verordnung (Artikel 8d), dass diese Entscheidung dokumentiert wird. Die Einhaltung der Pflichten nach Artikel 8d wird auf nationaler Ebene von den zuständigen sektoralen Aufsichtsbehörden überwacht und durchgesetzt.</p>
<p>Um Emittenten oder damit verbundene Dritte bei dieser Bewertung zu unterstützen, sieht Artikel 8d der CRA-Verordnung vor, dass die European Securities and Markets Authority (ESMA) jährlich eine Liste der registrierten Ratingagenturen sowie die Arten von Ratings veröffentlicht. Diese Liste enthält auch eine Berechnung der Umsätze der Ratingagenturen aus Kreditbewertungsaktivitäten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene.</p>
<p>Die Gesamtmarktanteile jeder registrierten Kreditbewertungsagentur werden gemäß Artikel 8d(3) der CRA-Verordnung anhand des Jahresumsatzes aus Kreditbewertungsaktivitäten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene in der EU berechnet. Für die Berechnung der Gesamtmarktanteile für das Jahr 2022 wurden die geprüften Finanzberichte der Kreditbewertungsagenturen herangezogen.</p>
<p>Die Marktanteile nach Ratingkategorien, die in Abschnitt 9 aufgeführt sind, basieren auf dem Anteil der Instrumente, für die eine von EU-registrierten Kreditbewertungsagenturen ausgestellte Bewertung vorliegt.</p>
<p><a href="https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/2023-12/ESMA84-2037069784-2106_2023_CRA_Market_Share_Calculation.pdf" target="_blank">Die Tabelle der ESMA gibt eine Liste aller in der EU registrierten Kreditbewertungsagenturen gemäß der CRA-Verordnung wieder</a>. In diesem Zusammenhang operieren derzeit mehrere Gruppen von Kreditbewertungsagenturen in der EU. Für jede Agentur oder Gruppe von Agenturen stellt die ESMA den jeweils anwendbaren Gesamtmarktanteil bereit. Um Informationen zur Entwicklung des Marktes bereitzustellen, gibt die ESMA auch Auskunft über die jährliche Veränderung des Marktanteils jeder Agentur.</p>
<p>In diesem Jahr führte die Abmeldung von zwei Kreditbewertungsagenturen zu Veränderungen am Marktanteil. Die beiden abgemeldeten Agenturen waren Qivalio SAS (ehemals Spread Research) und Scope Hamburg GmbH (ehemals Euler Hermes Rating GmbH).</p>
<p>Abschließend gibt die ESMA einen Überblick über die Gesamtmarktanteile der einzelnen Agenturen, wobei S&amp;P Global Ratings Europe Limited den größten Anteil mit 48,63 % hält. Die Marktanteile anderer Agenturen variieren, wobei einige einen Anstieg und andere einen Rückgang verzeichnen. Auf S&amp;P Global Ratings Europe Limited folgt Moody&#8217;s Investor Services mit 31,45 %. Fitch Ratings Ireland Limited konnte seinen Marktanteil auf 10,26 % steigern (im Vorjahr 10,05 %), wie auch die nächstgrößte, aber schon unter der kritischen 10-%-Marke liegende DBRS Ratings GmbH auf 1,81 % kam (im Vorjahr 1,31 %), während die genannten anderen Ratingagenturen Marktanteile verloren. 16 weitere Ratingagenturen spielten eine untergeordnete Rolle.</p>
<p>Die Veröffentlichung dieser Informationen und die daraus resultierenden Maßnahmen sollen sicherstellen, dass der Kreditbewertungsmarkt in der EU transparent bleibt und Wettbewerb sowie Vielfalt gefördert werden.</p>
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		<title>Dysfunktionale Fiskalpolitik der USA im Rating</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Nov 2023 13:26:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die US-Ratingagentur Moody’s könnte den Vereinigten Staaten demnächst ihre bisherige Topbewertung entziehen. Der Ausblick für das Land sei von „stabil“ auf „negativ“ gesetzt worden, wie die Ratingagentur am Freitag mitteilte. Angesichts hoher Zinsen und ohne Schritte zur Ausgabenkürzung oder Einnahmeerhöhung würde das US-Haushaltsdefizit wahrscheinlich „sehr hoch bleiben, was die Erschwinglichkeit der Schulden erheblich schwächt“, hieß [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die US-Ratingagentur Moody’s könnte den Vereinigten Staaten demnächst ihre bisherige Topbewertung entziehen. Der Ausblick für das Land sei von „stabil“ auf „negativ“ gesetzt worden, wie die Ratingagentur am Freitag mitteilte. Angesichts hoher Zinsen und ohne Schritte zur Ausgabenkürzung oder Einnahmeerhöhung würde das US-Haushaltsdefizit wahrscheinlich „sehr hoch bleiben, was die Erschwinglichkeit der Schulden erheblich schwächt“, hieß es. Die Abwärtsrisiken für die fiskalische Stärke der USA hätten zugenommen und könnten möglicherweise nicht mehr vollständig durch die einzigartigen Kreditstärken des Landes ausgeglichen werden.</p>
<p>„Die dysfunktionale Fiskalpolitik der USA wird zur Belastung für die Welt“, schreibt Prof. Dr. Jan Viebig, CIO der ODDO BHF SE, in einem aktuellen Marktkommentar. An der Bonität der USA sind zuletzt die Zweifel etwas größer geworden. Nach S&#038;P Global Ratings im Jahr 2011 hatte im August 2023 eine zweite große Ratingagentur, Fitch Ratings, dem Land die höchste Bonitätsnote AAA entzogen und auf AA+ gesenkt. „Das muss die Gläubiger der USA nicht beunruhigen. US-Staatsanleihen zählen weiterhin zu den sichersten Anlagemöglichkeiten der Welt. Dennoch: Die amerikanische Finanzpolitik entwickelt sich aus unserer Sicht eindeutig in die falsche Richtung. Der Vorzug, die Leitwährung für die globale Wirtschaft zu emittieren, entbindet nicht von der Pflicht, verantwortungsvoll mit den Staatsfinanzen umzugehen“, so Viebig. „Der Haushaltsprozess funktioniert in den USA seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Der Kongress habe Mühe, die Haushaltsgesetze rechtzeitig vor Beginn des Fiskaljahres zu verabschieden. „Einen regulären Haushalt gibt es nicht mehr, nur Haushaltsentwürfe, Einzelgesetze, befristete Ausgabenermächtigungen oder Pakete sachlich unverbundener Einzelgesetze.“</p>
<p>Vor allem wenn der Kongress gespalten ist, komme es immer wieder zu schwerwiegenden Konflikten. „Es droht ein Shutdown. Wird die Schwelle erreicht, dürfen keine weiteren Finanzierungen am Kapitalmarkt vorgenommen werden, auch nicht zur Deckung der Zinsverpflichtungen.“ Dadurch stünden die USA immer wieder vor einem zumindest „technischen“ Zahlungsausfall. Aktuell ist die Schuldengrenze bis Januar 2025 ausgesetzt, wenn die nächste Wahlperiode oder Amtszeit des nächsten Präsidenten beginnt. Derzeit könne sich die politische Klasse wieder nicht einigen. Wie kontraproduktiv diese Streitkultur geworden ist, zeigt sich Viebig zufolge auch daran, dass die öffentlichen Finanzen aus dem Ruder laufen: Die Defizitquote liegt regelmäßig über 5 Prozent. „Die Defizitquote könnte künftig noch steigen, wenn das Zinsniveau „höher für länger“ bleibt“, befürchtet der Chefanlagestratege. Die Steuersenkungen von Biden-Vorgänger Trump, besonders die individuellen Steuern, werden Ende 2025 auslaufen. Würden sie verlängert oder in dauerhafte Steuersenkungen umgewandelt, könnten die Defizite nochmals höher ausfallen. „Auch die Schulden steigen kontinuierlich. Die Gesamtverschuldung des Bundeshaushalts liegt nach Angaben des US-Finanzministeriums bei rund 33,7 Billionen Dollar oder 123 Prozent des Bruttoinlandsprodukts“, rechnet Viebig vor.</p>
<p>Das Bizarre an diesen Konflikten sei, dass die Politiker um einen kleiner werdenden Spielraum streiten. „Nur rund 1,7 Billionen Dollar der insgesamt 6,4 Billionen Dollar Staatsausgaben sind Verfügungsmasse der Politiker. Der Rest teilt sich auf Zinsen und Ausgaben auf, zu denen der Staat gesetzlich verpflichtet ist, beispielsweise im Rahmen von Rentenzahlungen“, stellt Viebig klar. Vor allem das Gewicht der Zinsen drückt immer mehr: Im Fiskaljahr 2023 zahlte die Bundesregierung 663 Milliarden Dollar Zinsen. In neun Jahren, bis 2032, wird sich dieser Betrag nach CBO-Prognose auf 1,35 Billionen Dollar mehr als verdoppeln. Ein Ausweg aus dieser verfahrenen Situation ist nicht in Sicht. Notwendig wäre eine grundlegende Reform, zu der den USA, angesichts der zunehmenden Polarisierung zwischen den beiden dominierenden Parteien, offenkundig die Kraft fehlt. Darüber könnte die Welt gelassener hinwegsehen, wären die USA nicht die führende Wirtschaftsmacht der Welt und Hüter der Weltleitwährung.</p>
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		<title>Ratingagenturen: Igel falsch als Leopard dargestellt</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Apr 2023 12:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die Finanzmarktregulierungs- und -aufsichtsbehörde der EU, hat heute ihren Bericht über den Markt für Kreditratings der Europäischen Union (EU) veröffentlicht, der erstmals einen marktübergreifenden Überblick über die an die EU gemeldeten Kreditratings bietet. Der ESMA Market Report „EU Credit Ratings market 2023“ spricht von den „Big 5 CRAs (DBRS, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die Finanzmarktregulierungs- und -aufsichtsbehörde der EU, hat heute ihren Bericht über den Markt für Kreditratings der Europäischen Union (EU) veröffentlicht, der erstmals einen marktübergreifenden Überblick über die an die EU gemeldeten Kreditratings bietet.</p>
<p>Der <a href="https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/2023-04/ESMA50-165-2477_EU_Credit_Ratings_market_2023.pdf" target="_blank">ESMA Market Report „EU Credit Ratings market 2023“</a> spricht von den „Big 5 CRAs (DBRS, Fitch, Moody’s, Scope und S&amp;P)“. Als wäre es bezahlte Werbung für DBRS und Scope, wiederholt der Bericht die Aufzählung „Big 5 CRAs (DBRS, Fitch, Moody’s, Scope und S&amp;P)“ 13 Mal.</p>
<p>Diese Gruppe der „Big 5“ setzt sich keineswegs aus vergleichbaren &#8222;Tieren&#8220; zusammen. Das kann auch nicht dadurch entschuldigt werden, dass einige in Europa ansässige Ratingagenturen eine große Anzahl unbeauftragter Ratings erteilen, für die niemand bezahlt, durch die sie aber optisch näher an die führenden Agenturen in den Statistiken heranrücken.</p>
<p>Der neueste ESMA <a href="http://www.everling.de/kapitalfluesse-in-europa-bleiben-unter-us-konrolle/" target="_blank">„Report on CRA Market Share“</a> zeigt einen „Total Market Share 2021“ für S&amp;P Global Ratings 50,13 %, Moody’s Investor Service 32,79 %, Fitch Ratings 10,05 %, DBRS Ratings 1,31 %. Damals lag Scope auf Augenhöhe mit DBRS, wenn man die beiden Scope-Schwesterunternehmen <a href="http://www.everling.de/?s=%22Scope+Ratings%22" target="_blank">„Scope Ratings“</a> und <a href="http://www.everling.de/?s=%22Scope+Hamburg%22" target="_blank">„Scope Hamburg“</a> zusammen betrachtet, 1,31 %.</p>
<p>Früher nannten Großwildjäger fünf Tiere in Afrika die &#8222;Big Five&#8220;. Es waren Afrikanischer Elefant, Nashorn (das Spitzmaulnashorn, die aggressivere und früher häufigere Art, oder das Breitmaulnashorn), Kapbüffel, Löwe und Leopard.</p>
<p>Der Elefant ist das größte lebende Landsäugetier und lebt in der afrikanischen Savanne. Er erreicht ein Gewicht von 6 t, kann bis zu 7,50 m lang und 4,00 m hoch werden. Der kleinste der „Big 5“ ist der Leopard. Im Allgemeinen sind im Wald lebende Leoparden kleiner und stämmiger, während Leoparden in offenen Lebensräumen im Allgemeinen schlanker und größer sind. Der Leopard ist 90-190 cm lang, den 60-110 cm langen Schwanz nicht mitgezählt. Männliche Leoparden wiegen durchschnittlich 58 kg und haben eine Schulterhöhe von 70-80 cm.</p>
<p>Als größtes der fünf Tiere ist der Elefant nur fünfmal so groß wie das kleinste der &#8222;Big 5&#8243;. Es muss auch daran erinnert werden, dass es die Schwierigkeit der Jäger war, den Leoparden zu erlegen, die ihm den Status einbrachte, zu den „Big 5“ zu gehören.</p>
<p>In Europa ist S&amp;P Global Ratings jedoch 38,3-mal größer als DBRS oder Scope. Überträgt man dieses Größenverhältnis auf die „Big 5“ der Tierwelt, würde das kleinste Tier der „Big 5“ für Jäger kaum sichtbar und schwer mit Großkaliber zu jagen sein, denn mit einer Schulterhöhe von 10 cm über dem Boden würden die Tiere in der Savanne kaum auffallen.</p>
<p>Bei einer Körperhöhe von 10 cm sprechen wir beispielsweise von Igeln, denn selbst Hasen wären gigantisch. Laut Tierschutzgesetz müssen Kaninchen in Käfigen bis zu einer Höhe von mindestens 80 cm stehen dürfen. Agenturen wie DBRS oder Scope sind im Vergleich zu S&amp;P Global Ratings (als Elefanten im Markt) weit davon entfernt.</p>
<p>Es bleibt daher die Frage, wie die ESMA derart unterschiedliche Ratingagenturen einfach in dieselbe Kategorie einordnen konnte, da doch eine größere Zahl von Agenturen in Europa den Status von „Mäusen“ mit ähnlich geringen Marktanteilen beanspruchen kann.</p>
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		<title>Kapitalflüsse in Europa bleiben unter US-Kontrolle</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2022 18:58:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ratingagenturen nehmen wichtige Schleusenfunktionen an den Finanzmärkten wahr. Eines der Ziele der im Zuge der globalen Finanzkrise in Kraft gesetzten EU-Verordnung über Ratingagenturen bzw. Credit Rating Agencies (CRA-Verordnung) besteht deshalb darin, den Wettbewerb auf den Märkten für Ratings zu erhöhen, indem Emittenten oder verbundene Dritte ermutigt werden, kleinere Ratingagenturen zu beauftragen. In diesem Zusammenhang verpflichtet Artikel [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ratingagenturen nehmen wichtige Schleusenfunktionen an den Finanzmärkten wahr. Eines der Ziele der im Zuge der globalen Finanzkrise in Kraft gesetzten EU-Verordnung über Ratingagenturen bzw. Credit Rating Agencies (CRA-Verordnung) besteht deshalb darin, den Wettbewerb auf den Märkten für Ratings zu erhöhen, indem Emittenten oder verbundene Dritte ermutigt werden, kleinere Ratingagenturen zu beauftragen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang verpflichtet Artikel 8d der CRA-Verordnung Emittenten oder verbundene Dritte, die beabsichtigen, zwei oder mehr Ratingagenturen mit der Bewertung einer Emission oder eines Unternehmens zu beauftragen, in Erwägung zu ziehen, mindestens eine Ratingagentur mit nicht mehr als 10 % des Gesamtmarktanteils in der EU zu beauftragen. Entscheidet sich ein Emittent oder verbundener Dritter in solchen Fällen nicht dafür, eine CRA mit einem Gesamtmarktanteil von weniger als 10 % zu benennen, verlangt die CRA-Verordnung (Artikel 8d), dass diese Entscheidung dokumentiert wird. Die Verpflichtungen aus Artikel 8d werden auf nationaler Ebene von den jeweiligen sektoralen zuständigen Behörden überwacht und durchgesetzt.</p>
<p>Um Emittenten oder verbundenen Dritten bei dieser Bewertung zu helfen, muss die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) gemäß Artikel 8d der CRA-Verordnung jährlich eine Liste der registrierten Ratingagenturen und der von ihnen abgegebenen Arten von Ratings zusammen mit einer Berechnung der Einnahmen der Ratingagenturen aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene veröffentlichen.</p>
<p>Gemäß Artikel 8d Absatz 3 der CRA-Verordnung wird der Gesamtmarktanteil für jede registrierte Ratingagentur unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz berechnet, der aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene in der EU für diese Ratingagentur oder Gruppe von Ratingagenturen generiert wird. So betrachtet gibt es derzeit eine Reihe von Gruppen von Ratingagenturen, die in der EU tätig sind. Der Gesamtmarktanteil wurde nun von der ESMA jeweils auf der Grundlage der geprüften Jahresabschlüsse der Ratingagenturen unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen für das Jahr 2021 berechnet.</p>
<p>Das Ergebnis der Berechnungen bleibt eindeutig wie in allen Jahren zuvor: Die drei führenden US-Ratingagenturen dominieren den Markt in der EU mit einem Anteil von zusammen 92,97 %. Als ob 91,59 % Marktanteil im Vorjahr nicht schon genug gewesen wären, konnten die US-Agenturen ihren Marktanteil also noch weiter ausbauen.</p>
<p>S&amp;P Global Ratings wird im Bericht 2022 mit einem Marktanteil von 50.13% (51.17% im Vorjahr), Moody&#8217;s Investor Service mit 32.79% (30.12% im Vorjahr) und Fitch Ratings 10.05% (10.30% im Vorjahr) angegeben.</p>
<p>Alle 17 weiteren Ratingagenturen teilen sich mithin einen Marktanteil von knapp über 7 % &#8211; zusammen genommen. Die &#8222;führende europäische&#8220; Ratingagentur bringt es auf 1,31 % und steht damit auch noch in Konkurrenz mit einer anderen Agentur mit kanadischem Ursprung, die ebenfalls mit 1,31 % am Ratingmarkt in der EU teilnimmt.</p>
<p>Da es von erteilten Ratings abhängt, zu welchen Konditionen sich Staaten, Gebietskörperschaften, öffentliche und private Unternehmen aus allen Sektoren der Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft und der Industrie, Finanzmittel beschaffen können, bleibt angesichts dieser Marktanteile die Kontrolle über Kapitalzu- und -abflüsse in der EU fest in US-amerikanischer Hand.</p>
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		<title>Anspruch und Wirklichkeit der Ratingagenturen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2022 13:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat ihren Bericht über die Marktanteile der Ratingagenturen in Großbritannien veröffentlicht. Diesem Bericht kommt angesichts der Größe und Relevanz des Finanzplatzes London in Europa wie auch weltweit besondere Bedeutung zu. Die Berechnungen beziehen sich auf das Jahr 2021. Spitzenreiter unter den Ratingagenturen bleibt S&#38;P Global Ratings UK Limited mit einem [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat ihren Bericht über die Marktanteile der Ratingagenturen in Großbritannien veröffentlicht. Diesem Bericht kommt angesichts der Größe und Relevanz des Finanzplatzes London in Europa wie auch weltweit besondere Bedeutung zu. Die Berechnungen beziehen sich auf das Jahr 2021.</p>
<p>Spitzenreiter unter den Ratingagenturen bleibt S&amp;P Global Ratings UK Limited mit einem Marktanteil von 34,81 %, gefolgt von Moody&#8217;s Investors Service Limited mit 30,42 %. Fitch Ratings Ltd. liegt dicht auf mit 27,03 %. Alle anderen Ratingagenturen schaffen jeweils nicht die kritische Schwelle von 10 % Marktanteil, sondern verfehlen diese gesetzlich verankerte Marke bei weitem.</p>
<p>DBRS Ratings Limited, die inzwischen zur Gruppe von Morningstar gehört, rangiert auf dem vierten Platz mit 3,77 %. Der Versicherungsspezialist A.M. Best Europe – Rating Services Limited kommt aufgrund seiner Branchenspezialisierung &#8211; wie immer &#8211; nur auf einen kleinen Gesamtmarktanteil, nämlich jetzt 1,47 %.</p>
<p>In Großbritannien konkurrieren weitere Ratingagenturen um die Aufmerksamkeit der Anleger und Emittenten: The Economist Intelligence Unit Limited erreichte einen Marktanteil von 1,38 %, Kroll Bond Rating Agency UK Limited von 0,59 %, ARC Ratings (UK) Limited 0,29 %.</p>
<p>Bei den Ratingagenturen The Economist Intelligence Unit Limited handelt es sich um eine britische Agentur &#8211; eine durch die gleichnamige Fachzeitschrift bekannte Adresse. Bei ARC Ratings (UK) Limited handelt es sich um die Gesellschaft einer pan-europäischen Agentur. Die Schwestergesellschaft ist auf dem europäischen Kontinent auch durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) registriert.</p>
<p>Schlusslicht ist eine Ratingagentur, die sich selbst stets als <a href="https://scoperatings.com/about-scope" target="_blank">&#8222;the leading European credit rating agency&#8220;</a> darstellt. Für Scope Ratings UK Ltd berechnet die Behörde in Großbritannien einen Marktanteil von 0,24 %.</p>
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		<title>Erst ohne Auftrag, jetzt mit Auftrag: EU-Kommission mit AAA von Scope</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 13:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine in Berlin ansässige Ratingagentur, Scope, hat von der Europäischen Kommission ein Mandat erhalten, EU-Schuldtitel zu bewerten. &#8222;Das Mandat kommt,&#8220; schreiben die Berliner in ihrer Pressemitteilung, &#8222;da Europas Reaktion auf die Pandemie und die ökologischen Herausforderungen die EU zu einem der weltweit größten Emittenten von auf Euro lautenden Schuldtiteln macht.&#8220; Scope Ratings ist die erste [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine in Berlin ansässige Ratingagentur, Scope, hat von der Europäischen Kommission ein Mandat erhalten, EU-Schuldtitel zu bewerten. &#8222;Das Mandat kommt,&#8220; schreiben die <a href="https://scopegroup.com/media-centre/The-European-Union-mandates-Scope-Ratings.html" target="_blank">Berliner in ihrer Pressemitteilung</a>, &#8222;da Europas Reaktion auf die Pandemie und die ökologischen Herausforderungen die EU zu einem der weltweit größten Emittenten von auf Euro lautenden Schuldtiteln macht.&#8220;</p>
<p>Scope Ratings ist die erste europäische Ratingagentur, die von der Europäischen Kommission – die im Auftrag der EU Kredite auf den Kapitalmärkten aufnimmt – mit der Bewertung ihrer Schuldtitel beauftragt wurde. Die Bevorzugung von Scope verschafft der Agentur einen Wettbewerbs- und Reputationsvorteil gegenüber fast zwei dutzend anderen Agenturen, die wie Scope als <a href="https://www.esma.europa.eu/supervision/credit-rating-agencies/risk" target="_blank">Ratingagenturen durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) anerkannt</a>, d.h. registriert oder zertifiziert sind.</p>
<p>Ohne Geld aus öffentlichen Kassen lässt sich die Berliner Ratingagentur möglicherweise nicht aufbauen. Im Unterschied zu anderen Ratingenturen bemüht sich die um die Jahrtausendwende gegründete Agentur seit zwei Jahrzehnten vergeblich, die Rentabilitätsschwelle zu erreichen. Jede gute Nachricht weckt daher Hoffnungen.</p>
<p>Bisher mussten immer neue Investoren gefunden und aufgenommen werden, wie auch <a href="https://scopegroup.com/media-centre/The-European-Union-mandates-Scope-Ratings.html" target="_blank">noch vor kurzem mit AXA</a>, um die nicht enden wollenden Verluste auszugleichen. Anteilseigner für die Berliner Ratingagentur konnten bisher im Umkreis derjeniger Emittenten gefunden werden, die sich selbst von Scope auch ein Rating erteilen lassen, wie beispielsweise bei der inzwischen <a href="http://www.everling.de/?s=greensill">insolventen Greensill Bank</a>.</p>
<p>Allerdings bleibt bei der Mitteilung von Scope offen, in welchem Umfang die Europäische Kommission auch für das Rating tatsächlich bezahlt. In manchen Fällen nehmen Ratingagenturen aus Gründen der Reputation auch Ratingaufträge an oder führen Ratings durch, ohne dafür angemessen entlohnt zu werden. Die Durchführungskosten der Ratingagentur werden mit solchen prestigegeleiteten Ratingverfahren nicht gedeckt. So werden auch Ratings zwar gegen Auftrag, aber kostenlos durchgeführt, wenn dies im Interesse der Ratingagentur und/oder ihrer Abonnenten bzw. Investoren liegt.</p>
<p>&#8222;Das Rating-Mandat der Europäischen Kommission ist ein weiterer Meilenstein für Scope Ratings als vertrauenswürdige und unabhängige Ratingagentur im Zentrum der Kapitalmärkte in Europa&#8220;, sagte Florian Schoeller, CEO und Gründer der Scope Group.</p>
<p>Zur Unterstützung der europäischen grünen Agenda wird die Kommission bis zu 250 Mrd. EUR in grünen Anleihen aufbringen und sich damit weltweit als Benchmark-Emittent für Investoren etablieren, die in nachhaltige Finanzinstrumente investieren möchten. Die Reaktion der EU auf die Pandemie gibt auch zusätzliche Impulse für vertiefte und breitere Finanzmärkte in Europa und die Vollendung der Kapitalmarktunion.</p>
<p>Scope nennt den ehemaligen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Horst Köhler, den ehemaligen Präsidenden der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet u.a. Prominente als <a href="http://www.everling.de/?s=Honorary+Board" target="_blank">Mitglieder ihres &#8222;Honorary Board&#8220;</a>.</p>
<p>Die Entscheidung der EU Kommission zugunsten von Scope fiel offenbar unabhängig von der Tatsache, dass die Berliner Agentur erst seit wenigen Jahren sich mit Kriterien der Nachhaltigkeit befasst, während andere Agenturen ihre Methodologien, Datenbestände und <a href="http://www.everling.de/?s=esg">ESG-Kriteriologien</a> bereits seit Jahrzehnten aufgebaut haben.</p>
<p>Die Europäische Kommission hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, die sich im Wortlaut von der der Berliner unterscheidet. Die EU Kommission weist in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass die EU-Kommission Scope beauftragt hat, ihre Kreditwürdigkeit zusammen mit ihren anderen beauftragten Ratingagenturen zu bewerten. &#8222;Durch die Ernennung von Scope demonstriert die Europäische Kommission ihr Engagement für die Unterstützung neuer Marktteilnehmer und des Wettbewerbs auf dem Markt für Kreditratings. Dies ist eines der Ziele der EU-Regeln für Ratingagenturen.&#8220;</p>
<p>Mit diesem Mandat werde aus dem bisher von Scope ohne jeden Auftrag erteilten, aktuellen AAA / Outlook stable unolicited Rating der Europäischen Kommission, die sich im Auftrag der Europäischen Union an den Kapitalmärkten verschuldet, ein solicited, also beauftragtes Rating.</p>
<p>Der für Haushalt und Verwaltung zuständige Kommissar Johannes Hahn, der die Kreditaufnahme der EU auf den Kapitalmärkten überwacht, sagte: „Mit dieser Entscheidung zeigen wir erneut, dass wir unseren Grundsätzen gerecht werden und zur Stärkung der europäischen Kapitalmärkte beitragen. Die Europäische Kommission nutzt ihre Prominenz in Bezug auf auf Euro lautende Vermögenswerte, um den EU-Kapitalmarkt zu stärken.“</p>
<p>Angesichts aktuell steigender Zinssätze und drohender zusätzlicher Zinslast kann es für die EU-Kommission bereits angeraten sein, schon heute gute Beziehungen zu Ratinganalysten durch Zahlungen und Aufträge an Ratingagenturen abzusichern. Eine vertragliche Grundlage zur Ratingagentur schafft mehr Einflussmöglichkeiten. Schließlich könnte es eines Tages darum gehen, Herabstufungen oder zumindest die Veröffentlichung von Herabstufungen abzuwenden.</p>
<p>Seit Oktober 2020 hat die Europäische Kommission über 220 Milliarden Euro an hoch bewerteten Anleihen zur Finanzierung der SURE- und NGEU-Programme sowie Back-to-Back-Programme an EU-Mitgliedstaaten und Drittländer ausgegeben. Darin enthalten sind 91,8 Milliarden Euro Sozialanleihen im Rahmen des SURE-Programms und 28 Milliarden Euro an NGEU Green Bonds.</p>
<p>Die Europäische Union wird derzeit von <a href="https://ec.europa.eu/info/strategy/eu-budget/eu-borrower-investor-relations/eus-credit-rating_en" target="_blank">S&amp;P Global Ratings mit AA+/Outlook positiv, von Moody&#8217;s Investors Service mit Aaa/Outlook stable und von Fitch Ratings mit AAA/Outlook stable beurteilt und hat auch von DBRS Morningstar ein unaufgefordertes AAA/Outlook stable-Rating</a> erhalten.</p>
<p>Dank ihrer hohen Bonität erhält die Kommission – im Auftrag der EU – günstige Konditionen für ihre Emissionen. Die Vorteile werden dann an die EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten weitergegeben und führen je nach Art und Zielsetzung der Förderprogramme zu Einsparungen für den EU-Haushalt.</p>
<p>Da alle erteilten Ratings Bestnoten für die EU-Kommission zum Ausdruck bringen, ergibt sich aus dem nun bekannt gegebenen Ratingauftrag an Scope kein neuer Erkenntniswert, zumal Scope zuvor schon die Verbindlichkeiten der EU-Kommission ohne Auftrag mit AAA beurteilte. Der aus öffentlichen Mitteln gespeiste EU-Auftrag kann aber gegebenenfalls einen finanziellen Beitrag dazu leisten, den privaten Investoren von Scope und ihren prominenten Fürsprechern endlich auch Rendite zu bringen.</p>
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		<title>Ratingagentur nimmt die Kryptowährungen aufs Korn</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2022 10:34:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fitch]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Kreditenzyklopädie von Fitch wirft einen umfassenden Blick auf den globalen Markt für dezentrale Finanzen (DeFi). Mit dem Titel &#8222;Credit Encyclopedia Series: Decentralized Finance Primer&#8220; veröffentlicht Fitch Ratings erstmals eine ausführliche Beschreibung und Stellungnahme zum Thema DeFi. Obwohl es keinen Konsens über eine Definition von DeFi gibt, wird es im Allgemeinen als ein globales [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Kreditenzyklopädie von Fitch wirft einen umfassenden Blick auf den globalen Markt für dezentrale Finanzen (DeFi). Mit dem Titel <a href="https://www.fitchratings.com/" target="_blank">&#8222;Credit Encyclopedia Series: Decentralized Finance Primer&#8220;</a> veröffentlicht Fitch Ratings erstmals eine ausführliche Beschreibung und Stellungnahme zum Thema DeFi.</p>
<p>Obwohl es keinen Konsens über eine Definition von DeFi gibt, wird es im Allgemeinen als ein globales Ökosystem von Webanwendungen und elektronischen Geldbörsen charakterisiert, die Computerprogramme oder Smart Contracts nutzen, die auf öffentlichen Blockchains gespeichert sind, ohne dass ein zentralisierter vertrauenswürdiger Vermittler wie eine Bank oder ein anderes erforderlich ist. DeFi hebt sich daher auch vom traditioneller Austausch von Devisen und Sorten ab, also auch von Bargeld, das sich außerhalb des ausstellenden Staates, in welchem es als gesetzliches Zahlungsmittel gilt, in Umlauf befindet.</p>
<p>&#8222;Unser Leitfaden deckt alles ab, von den Merkmalen des DeFi-Ökosystems, den Rating-Überlegungen, den wichtigsten Risikofaktoren und regulatorischen Überlegungen in diesem Bereich bis hin zur Rolle der Rating-Agenturen&#8220;, verspricht die internationale Ratingagentur.</p>
<p>&#8222;Wir hoffen, dass dieser neueste Eintrag in unserer Credit Encyclopedia-Reihe als nützliches Lehrmittel und Ressource für Forscher und Finanzdienstleistungsexperten gleichermaßen dienen wird&#8220;, schreibt Fitch Ratings.</p>
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		<title>Marktanteile der US-Agenturen bleiben ein europäisches Debakel</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2021 13:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es bleibt dabei: Die überbordende Regulierung von Ratingagenturen hat in der Europäischen Union (EU) ihr Ziel verfehlt. Es bleibt bei der Dominanz US-amerikanischer Ratingagenturen, die für die Allokation der volkswirtschaftlichen Ressource &#8222;Kapital&#8220; auch in Europa praktisch allein maßgebend bleiben. Die drei führenden US-Agenturen S&#38;P Global Ratings Europe, Moody&#8217;s Investors Service und Fitch Ratings vereinen inzwischen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es bleibt dabei: Die überbordende Regulierung von Ratingagenturen hat in der Europäischen Union (EU) ihr Ziel verfehlt. Es bleibt bei der Dominanz US-amerikanischer Ratingagenturen, die für die Allokation der volkswirtschaftlichen Ressource &#8222;Kapital&#8220; auch in Europa praktisch allein maßgebend bleiben. Die drei führenden US-Agenturen S&amp;P Global Ratings Europe, Moody&#8217;s Investors Service und Fitch Ratings vereinen inzwischen 92,19 % der Umsätze auf sich &#8211; und das auch noch nach &#8222;Brexit&#8220;, obwohl die US-Agenturen im angelsächsischem Raum natürliche Vorteile haben und diese Umsatzanteile in neue Berechnungen nicht mehr eingehen.</p>
<p>Der Marktanteil dieser drei Agenturen, <a href="http://investor.spglobal.com/" target="_blank">S&amp;P Global Ratings Europe</a>, <a href="https://www.moodys.com/" target="_blank">Moody’s Investors Service</a> und <a href="https://www.fitchratings.com/" target="_blank">Fitch Ratings</a>, ist nach dem <a href="https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/2015/11/esma_cra_market_share_calculation.pdf" target="_blank"> Jahr 2012 zum Beispiel mit 87,02 %</a> und<a href="https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma_33-9-383_cra_market_share_calculation_2020_0.pdf" target="_blank"> mit 91,07 % im letzten Jahr 2019</a> nun 2020 mit 92,19 % noch höher als damals, als die Politik in Europa meinte, die Chance der Finanzkrise nutzen zu können, die US-Agenturen in Schranken zu verweisen.</p>
<p>Zu berücksichtigen ist bei diesen Zahlen außerdem, dass eine Reihe von Ratingagenturen Maßnahmen ergriffen hat, um die Kontinuität ihrer Ratingtätigkeiten sicherzustellen, bevor der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU am 31. Dezember 2020 abgeschlossen wurde. Ratingagenturen, die &#8211; wie die US-amerikanischen Marktführer &#8211; eine bedeutende Präsenz im Vereinigten Königreich haben, verfolgten unterschiedliche Ansätze zur Umstrukturierung ihrer Geschäfte. Diese Änderungen wirkten sich im Jahr 2020 auf die anwendbaren Einnahmen der Ratingagenturen aus EU-Kreditratingaktivitäten aus und spiegeln sich in den Veränderungen der Marktanteile der Ratingagenturen im diesjährigen Marktanteilsbericht wider.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund sind insbesondere die Marktanteilsveränderungen bei S&amp;P Global Ratings Europe und Moody&#8217;s Investors Service, aber auch bei DBRS Ratings zu sehen. S&amp;P Global Ratings Europe steigert durch die neue Zuordnung den Marktanteil 2020 auf 51.77% (von 40.40% in 2019), während Moody&#8217;s Investor Service mehr Umsatz in Vereinigten Königreich behält (Marktanteil in der EU 2020 nur 30.12% nach 33.12% in 2019). Auch die kanadische <span style="font-weight: 400;">DBRS Ratings gibt ab (1.11% 2020 nach 2.99% 2019), ebenso die auf Versicherungen spezialisierte Agentur AM Best Europe-Rating Services (Marktanteil 2020 nur noch 0.41% nach 0.95% in 2019). Allen Agenturen, die Marktanteile abgegeben haben, ist gemeinsam, dass sie ihre Muttergesellschaften auf dem amerikanischen Kontinent und einen Tätigkeitsschwerpunkt im wichtigsten europäischen Finanzzentrum haben, dem vom Brexit betroffenen London.<br />
</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Anstieg der Marktanteile der in der EU verbliebenen Ratingagenturen bewegt sich vor dem Hintergrund der genannten Effekte im kosmetischen Bereich. CERVED Rating Agency (Anstieg auf 1.18% 2020 nach 0.84% 2019), Scope Ratings (Anstieg auf 1.00% 2020 nach 0.62% 2019) und CreditReform Rating (Anstieg auf 0.84% nach 0.53%). Aus der Rechenmechanik der Marktanteilsberechnung folgt, dass auch die anderen Agenturen Marktanteilsgewinne aufweisen können, obwohl die Dominanz der US-Agenturen nicht gebrochen wurde.</span></p>
<p>Eines der Ziele der EU-Verordnung über Ratingagenturen (Credit Rating Agencies bzw. CRA-Verordnung) besteht darin, den Wettbewerb auf den Märkten für Ratings zu stärken, indem Emittenten oder verbundene Dritte ermutigt werden, kleinere Ratingagenturen zu beauftragen. In dieser Hinsicht verlangt Artikel 8d der CRA-Verordnung, dass Emittenten oder verbundene Dritte, die beabsichtigen, zwei oder mehr CRAs zum Rating einer Emission oder eines Unternehmen zu beauftragen, die Bestellung von mindestens einer CRA mit nicht mehr als 10 % des Gesamtmarktanteils in Erwägung ziehen.</p>
<p>Für den Fall, dass der Emittent oder ein verbundener Dritter keine Ratingagentur mit einem Gesamtmarktanteil von nicht mehr als 10 % ernennt, verlangt die Verordnung (Artikel 8d), dass diese Entscheidung dokumentiert wird. Die Verpflichtungen aus Artikel 8d werden auf nationaler Ebene von den zuständigen sektoralen Behörden überwacht und durchgesetzt. Um Emittenten oder verbundene Dritte bei dieser Bewertung zu unterstützen, verlangt Artikel 8d der CRA-Verordnung, dass die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) eine Liste der registrierten Ratingagenturen und der von ihnen abgegebenen Ratingarten zusammen mit einer Berechnung von Einnahmen der Ratingagenturen aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene veröffentlicht.</p>
<p>Ratingtätigkeiten beziehen sich auf die Definition von Ratings gemäß Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a der CRA-Verordnung. Diese Aktivitäten beinhalten die Abgabe von Gutachten über die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, einer Schuld oder einer finanziellen Verpflichtung, einer Schuldverschreibung, einer Vorzugsaktie oder eines anderen Finanzinstruments oder eines Emittenten einer solchen Schuld oder einer solchen finanziellen Verpflichtung, einer Schuldverschreibung, einer Vorzugsaktie oder eines anderen Finanzinstruments.</p>
<p>Gemäß Artikel 8d Absatz 3 der CRA-Verordnung wird der Gesamtmarktanteil jeder registrierten Ratingagentur anhand des Jahresumsatzes berechnet, der aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene in der EU für diese Ratingagentur oder Gruppe von Ratingagenturen erzielt wird. Für die Zwecke dieser Untersuchung wurde von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) der Gesamtmarktanteil auf der Grundlage der geprüften Jahresabschlüsse der Ratingagenturen in Bezug auf den Jahresumsatz aus den Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen für das Kalenderjahr 2020 berechnet.</p>
<p>Die heute von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) veröffentlichte <a href="https://www.esma.europa.eu/document/report-cra-market-share-calculation-2021" target="_blank">Tabelle enthält eine Liste aller CRAs</a>, die gemäß der CRA-Verordnung in der EU registriert sind. Für jede Ratingagentur stellt die ESMA den anwendbaren Gesamtmarktanteil bereit. Schließlich liefert die ESMA einen Indikator dafür, ob eine Ratingagentur einen Gesamtmarktanteil von weniger als 10 % hat.</p>
<p>Auf den <a href="http://www.everling.de/sp-und-moodys-verlieren-marktanteile-in-der-eu/" target="_blank">Jahr für Jahr peinlicher werdenden Bericht der ESMA</a> über das Scheitern der EU-Regulierung über Ratingagenturen lässt die ESMA Jahr für Jahr länger warten. Nun wurde es schon der 22. Dezember 2021, also kurz vor den Feiertagen, bis der Bericht über 2020 fertig wurde.</p>
<p>Der <a href="https://www.esma.europa.eu/document/report-cra-market-share-calculation-2021" target="_blank">Bericht der ESMA</a> enthüllt außerdem, wie man sich von den zahlreichen Ratingveröffentlichungen kleinerer Agenturen blenden lassen kann: So könnten die vielen Meldungen mancher Agenturen über die von ihnen erteilten Ratings Glauben machen, sie würden in ähnlichem Umfang von Anlegern und Emittenten nachgefragt wie die führenden US-Agenturen. Das ernüchternde Bild der ESMA: Während die Ratings von S&amp;P Global Ratings Europe oder Moody&#8217;s Investors Service fast immer nur nach Auftrag erfolgen, erteilen manche kleinere Agenturen überwiegend oder sogar ganz ungefragt ihre Ratings (siehe Kapitel 8 &#8222;<a href="https://www.esma.europa.eu/document/report-cra-market-share-calculation-2021" target="_blank">Market Share of EU Registered CRAs by Rating Category</a>&#8220; des &#8222;<a href="https://www.esma.europa.eu/document/report-cra-market-share-calculation-2021" target="_blank">Report on CRA Market Share Calculation</a>&#8220; der European Securities and Markets Authority).</p>
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