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	<title>Den Nutzen von Ratings erschließen &#187; Suchergebnisse  &#187;  greensill</title>
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	<description>Dr. Oliver Everling</description>
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		<title>ESMA meldet Marktanteilsverlust von Scope Ratings von 1,83 % auf 1,23 %</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Dec 2025 03:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>

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		<description><![CDATA[Scope Ratings positioniert sich seit Jahren als europäische Alternative zu den dominierenden US-Ratingagenturen S&#038;P, Moody’s und Fitch. Die aktuellen Marktdaten der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zeigen jedoch eine deutlich gegenteilige Entwicklung: Der Marktanteil von Scope ist innerhalb eines Jahres massiv gesunken. Vor einem Jahr lag er noch um rund die Hälfte höher als heute. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Scope Ratings positioniert sich seit Jahren als europäische Alternative zu den dominierenden US-Ratingagenturen S&#038;P, Moody’s und Fitch. Die aktuellen Marktdaten der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zeigen jedoch eine deutlich gegenteilige Entwicklung: Der Marktanteil von Scope ist innerhalb eines Jahres massiv gesunken. Vor einem Jahr lag er noch um rund die Hälfte höher als heute.</p>
<p>Nach dem CRA Market Share Report 2025 von ESMA fiel der Marktanteil von Scope Ratings von 1,83 % auf 1,23 %. Das entspricht einem relativen höherem Marktanteil noch vor einem Jahr von rund 48,8 %. Damit gehört Scope zu den Agenturen mit dem stärksten Marktanteilsverlust im europäischen Ratingmarkt. Es handelt sich nicht um eine statistische Randbewegung, sondern um einen substanziellen Einschnitt in der wirtschaftlichen Stellung des Unternehmens.</p>
<p>Dieser Rückgang wiegt umso schwerer, als sich das Marktumfeld insgesamt kaum zugunsten kleinerer Anbieter verschoben hat. Zwar bleibt der europäische Ratingmarkt hochkonzentriert, doch während S&#038;P seinen Marktanteil weiter ausbauen konnte und Moody’s sowie Fitch ihre dominanten Positionen weitgehend stabil hielten, verlor Scope deutlich an Boden. Vor einem Jahr war der Marktanteil noch um etwa die Hälfte höher – heute ist Scope weiter von der kritischen Größe entfernt, die nötig wäre, um strukturell an Bedeutung zu gewinnen.</p>
<p>Bemerkenswert ist der zeitliche Zusammenhang mit den ambitionierten Zukunftsplänen des Unternehmens. In Medienberichten wurde zuletzt bekannt, dass Scope eine Expansion in die USA plant und langfristig einen Börsengang anstrebt. Gründer und Vorstandschef Florian Schoeller betont dabei regelmäßig den Anspruch, den „US-zentrierten“ Blick der großen drei Ratingagenturen um eine europäische Perspektive zu ergänzen.</p>
<p>Die ESMA-Zahlen setzen diese strategische Erzählung jedoch unter Druck. Marktanteile werden auf Basis realer Umsätze aus Rating- und Nebenleistungen berechnet und sind damit ein harter ökonomischer Indikator. Ein massiver Rückgang innerhalb eines Jahres deutet darauf hin, dass Scope aktuell weder von regulatorischen Anreizen noch von seiner Positionierung als europäische Alternative ausreichend profitieren kann – selbst im eigenen Kernmarkt.</p>
<p>Hinzu kommt die finanzielle Dimension. Rund 25 Jahre nach der Gründung hat Scope die Gewinnschwelle offenbar noch nicht nachhaltig erreicht. Verluste werden weiterhin durch Kapitalerhöhungen und den Einstieg neuer Gesellschafter ausgeglichen. Zwar signalisiert dies fortgesetztes Vertrauen von Investoren, zugleich unterstreicht es aber die fehlende Eigenfinanzierungskraft – ein kritischer Punkt mit Blick auf einen späteren Börsengang.</p>
<p>In der Gesamtschau zeigt sich ein deutliches Spannungsfeld: Auf der einen Seite stehen große strategische Ambitionen wie US-Expansion und IPO, auf der anderen Seite ein Marktanteil, der vor einem Jahr noch um die Hälfte höher lag und seither stark geschrumpft ist. Die aktuellen ESMA-Daten legen nahe, dass Scope Ratings vor allem eine Aufgabe hat: verlorenes Vertrauen und wirtschaftliche Relevanz im europäischen Heimatmarkt zurückzugewinnen. Ohne eine klare Trendwende bei Marktanteilen und Profitabilität drohen die großen Pläne auf einem zunehmend schmalen Fundament zu stehen.</p>
<p>Ein besonders belastender Punkt in der jüngeren Geschichte von Scope Ratings ist das Rating der später insolventen Greensill Bank und die damit verbundene strafrechtliche und regulatorische Aufarbeitung. Scope hatte der Greensill Bank bis Anfang März 2021 ein Investment-Grade-Rating (BBB+) erteilt, obwohl sich das Geschäftsmodell der Bank bereits in einer hochriskanten Schieflage befand. In den Monaten vor der Insolvenz folgten Herabstufungen, ehe die Ratings schließlich zurückgezogen wurden. Nach dem Zusammenbruch der Greensill-Gruppe rückte Scope in den Fokus von Aufsichtsbehörden und Politik, insbesondere wegen möglicher Interessenkonflikte: Eine zur Scope-Gruppe gehörende Einheit hatte gleichzeitig Beratungsleistungen für Greensill erbracht, während Scope Ratings die Bonitätsbeurteilung vornahm. Die europäische Aufsichtsbehörde ESMA verhängte daraufhin eine Millionenstrafe wegen unzureichender organisatorischer Vorkehrungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten. Parallel dazu dauern die strafrechtlichen Ermittlungen und Anklagen gegen frühere Verantwortliche der Greensill Bank an. Auch wenn sich diese Verfahren nicht direkt gegen Scope richten, hat der Fall dem Ruf der Agentur nachhaltig geschadet und wirft bis heute Fragen zur Qualität, Unabhängigkeit und Governance ihrer Ratingprozesse auf.</p>
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		<title>Scope Ratings entscheidend</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Oct 2024 10:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Im aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs zur Greensill-Bank betont das Gericht die zentrale Rolle von Ratingagenturen bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Banken. Der Fall, bei dem eine bayerische Gemeinde infolge der Insolvenz der Greensill-Bank erhebliche finanzielle Verluste erlitt, hob die Verantwortung und Rolle der Finanzdienstleister sowie die Bedeutung der Ratings von anerkannten Agenturen hervor. Die [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im aktuellen Urteil des Bundesgerichtshofs zur Greensill-Bank betont das Gericht die zentrale Rolle von Ratingagenturen bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Banken. Der Fall, bei dem eine bayerische Gemeinde infolge der Insolvenz der Greensill-Bank erhebliche finanzielle Verluste erlitt, hob die Verantwortung und Rolle der Finanzdienstleister sowie die Bedeutung der Ratings von anerkannten Agenturen hervor. </p>
<p>Die Klägerin, eine bayerische Gemeinde, argumentierte, dass sie bei ihren Anlagen auf die Beratung und Marktkenntnis des Finanzdienstleisters vertraut habe und davon ausgegangen sei, dass nur sichere Anlageoptionen vermittelt würden. In diesem Zusammenhang verwies die Klägerin auf verschiedene Medienberichte, die schon Monate vor der Insolvenz über mögliche Risiken bei der Greensill-Bank spekulierten und von einer Überprüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) berichteten. </p>
<p>Trotz dieser Berichte empfahl der Finanzdienstleister der Gemeinde weiterhin Anlagen bei Greensill und stützte sich dabei auf das Rating der Bank von Scope Ratings, das sich zum Anlagezeitpunkt noch auf Investment-Grade-Niveau befand. Der Bundesgerichtshof stellte klar, dass Finanzdienstleister auf aktuelle Bewertungen einer anerkannten Ratingagentur vertrauen dürfen, solange keine konkreten Hinweise vorliegen, die deren Aussagekraft infrage stellen. Er stellte fest, dass Ratingagenturen fundierte, systematische Analysen durchführen und ihre Bewertungen regelmäßig aktualisieren. Dies gewährleiste, dass die Agenturen die wesentlichen Entwicklungen auf dem Markt zeitnah berücksichtigen und somit eine verlässliche Grundlage für Investitionsentscheidungen bieten. </p>
<p>Im Urteil stellte der BGH fest, dass Finanzdienstleister nicht verpflichtet sind, zusätzliche Nachforschungen anzustellen oder Berichte in der Wirtschaftspresse zu verfolgen, sofern das Rating einer renommierten Agentur keinen Anlass zur Besorgnis gibt. In diesem Fall, so das Gericht, wären zusätzliche Recherchen nur erforderlich gewesen, wenn die Agentur selbst Zweifel an der Kreditwürdigkeit der Greensill-Bank angedeutet oder das Rating gravierend herabgestuft hätte. Medienberichte allein, die nicht auf überprüfbaren und konkreten Tatsachen beruhen, seien für die Risikoeinschätzung nicht maßgeblich. Die Klägerin konnte somit nicht beweisen, dass der Finanzdienstleister gegen eine Pflicht zur sorgfältigen Prüfung verstoßen hatte, da er das Rating der Greensill-Bank korrekt mitteilte und die darin enthaltene Beurteilung für verlässlich hielt. </p>
<p>Das Gericht entschied, dass die Verantwortung für die Einschätzung der Bank anhand des Ratings bei der Gemeinde lag, zumal diese über geschäftserfahrenes Personal in der Kämmerei verfügte. Das Urteil stärkt damit die Position der Finanzdienstleister, die auf die Aktualität und Sorgfalt der Ratingagenturen vertrauen können, solange keine konkreten Hinweise auf die Unzuverlässigkeit des Ratings vorliegen. Für zukünftige Investitionen stellt das Urteil eine klare Richtlinie dar: Solange ein Rating von einer anerkannten Agentur keine Bedenken aufwirft, ist ein Finanzdienstleister berechtigt, dieses als maßgebliche Grundlage für Empfehlungen zu nutzen.</p>
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		<title>Wirecard, Greensill, EY und Scope Ratings</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 10:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund einer personellen Doppelrolle gewinnt eine kleine, aber doch wichtige Meldung der Börsen-Zeitung vom 2. März 2021 heute für eine Berliner Ratingagentur (CRA) &#8222;Scope&#8220; an Bedeutung. &#8222;Die Finanzaufsicht BaFin prüft nach dem milliardenschweren Wirecard-Bilanzskandal die Eignung des Abschlussprüfers EY&#8220;, schrieb die Börsen-Zeitung unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters und zitierte das Amtsdeutsch: „Die BaFin untersucht derzeit, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor dem Hintergrund einer personellen Doppelrolle gewinnt eine kleine, aber doch wichtige <a href="https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/bafin-untersucht-eignung-von-ey-107607de-7b53-11eb-9b2e-701f2e479d6b?read=true" target="_blank">Meldung der Börsen-Zeitung vom 2. März 2021</a> heute für eine Berliner Ratingagentur (CRA) &#8222;Scope&#8220; an Bedeutung. &#8222;Die Finanzaufsicht BaFin prüft nach dem milliardenschweren Wirecard-Bilanzskandal die Eignung des Abschlussprüfers EY&#8220;, schrieb die Börsen-Zeitung unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters und zitierte das Amtsdeutsch: „Die BaFin untersucht derzeit, ob eine Prüfung der Abschlüsse der von ihr beaufsichtigten Unternehmen durch die Ernst &amp; Young GmbH WPG dazu führt, dass die Erreichung des Prüfungszwecks gefährdet wird, und falls ja, ob eine Gefährdung durch bestimmte Maßnahmen seitens der Unternehmen ausgeschlossen werden kann.“</p>
<p><a href="http://www.everling.de/bei-ey-steht-das-eigenkapital-auf-der-falschen-bilanzseite/" target="_blank">Georg Graf Waldersee</a> hatte jahrelang sowohl als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Ernst &amp; Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY), als auch als Vorsitzender des Aufsichtsrats dieser Scope SE &amp; Co. KGaA mit ihrer zwar weniger bekannten, aber doch von der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA registrierten Ratingagentur gleichermaßen die oberste Kontrolle. Der Registrierungsstatus bei der ESMA sichert der Agentur eine Reihe von rechtlichen Privilegien an den Finanzmärkten.</p>
<p>Beide Gesellschaften, die Ernst &amp; Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) und die Scope SE &amp; Co. KGaA, werden seit vielen Jahren so geführt, dass nur hohe Verluste gemeldet werden und daher kaum Haftungsmasse entsteht, gegen die <a href="http://www.everling.de/scope-ratings-schleusen-der-geldschoepfung/" target="_blank">Schadensersatzansprüche</a> geltend gemacht werden könnten. <a href="http://www.everling.de/bei-ey-steht-das-eigenkapital-auf-der-falschen-bilanzseite/" target="_blank">Bei EY steht das Eigenkapital auf der falschen Bilanzseite.</a> Die <a href="http://www.everling.de/verlustagentur-scope-muss-weiterhin-gesellschafter-aufnehmen/" target="_blank">Verlustagentur Scope</a> nimmt zur Fortführung ihres schon seit mehr als zwei Jahrzehnten &#8211; nach außen hin &#8211; &#8222;unprofitablen&#8220; Geschäftsmodells immer weitere Gesellschafter auf. Ein grenzenüberschreitendes System aus <a href="https://scopegroup.com/scope-foundation#board-of-trustees" target="_blank">Prominenten</a>, <a href="https://scopegroup.com/boards#executive-board" target="_blank">Boards</a>, <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank">&#8222;Botschaftern&#8220;</a> und <a href="http://www.everling.de/verschwundener-im-scope-advisory-board/" target="_blank">Beiräten</a> liefert dazu die vertrauenerweckenden <a href="http://www.everling.de/scope-ratings-schleusen-der-geldschoepfung/" target="_blank">Aushängeschilder</a>.</p>
<p>Beim Haus der Scope SE &amp; Co. KGaA zeigen sich allerdings erste Auflösungserscheinungen, denn unter <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank">https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors</a> finden sich keine &#8222;Ambassadors&#8220; mehr (Seitenabruf vom 04.04.2023).</p>
<p>ESMA hat am 29. März 2023 der Scope Hamburg GmbH auf ausdrücklichen Wunsch der CRA die Registrierung entzogen (<a href="https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-withdraws-cra-registration-scope-hamburg-gmbh" target="_blank">ESMA withdraws the CRA registration of Scope Hamburg GmbH</a>). Die Widerrufsentscheidungen folgen den offiziellen Mitteilungen der Scope Hamburg GmbH an die ESMA vom 7. Februar 2023 über ihre Absicht, auf die spezifischen Registrierungen unter den in Artikel 20 (1) (a) der CRA-Verordnung (CRAR) festgelegten Bedingungen zu verzichten.</p>
<p>Im für EY relevanten <a href="http://www.everling.de/?s=wirecard" target="_blank">Wirecard-Skandal</a> ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Bilanzfälschung, Betrug, Marktmanipulation und Geldwäsche.</p>
<p>2021 fiel die Ratingagentur &#8222;Scope Ratings&#8220; mit ihren hervorragenden Ratings für die insolvente <a href="http://www.everling.de/?s=Greensill" target="_blank">Greensill Bank</a> auf, zu der es ebenfalls <a href="http://www.everling.de/?s=maurice+thompson" target="_blank">personelle Verflechtungen im Aufsichtsrat</a> gab.</p>
<p>Die <a href="https://www.apasbafa.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/APAS/DE/2023_01_wirecard.html" target="_blank">Abschlussprüferaufsicht APAS</a> hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY nun wegen Berufspflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem Fall Wirecard sanktioniert. Zu einer Geldstrafe kommen vorübergehende Einschränkungen bei der Übernahme von Neumandaten:</p>
<p>Die Beschlusskammer „Berufsaufsicht“ der Abschlussprüferaufsicht hat <a href="https://www.apasbafa.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/APAS/DE/2023_01_wirecard.html" target="_blank">am 31. März 2023 ihre Entscheidung gefällt</a>. Sie sieht bei der Prüfung der Abschlüsse der Wirecard AG und der Wirecard Bank AG in den Jahren 2016 bis 2018 Berufspflichtverletzungen als erwiesen an und hat Sanktionen gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft selbst und fünf Wirtschaftsprüfer verhängt. Bei sieben weiteren Wirtschaftsprüfern wurden die jeweiligen Berufsaufsichts­verfahren wegen Verzichts auf die Bestellung als Wirtschaftsprüfer gesetzlich zwingend eingestellt, da die APAS nur eine Jurisdiktion über aktuelle Angehörige des Berufsstandes hat.</p>
<p>&#8222;Es handelt sich um das bisher umfangreichste von der APAS durchgeführte Verfahren (Umfangverfahren), bei dem anfangs gegen 12 Wirtschaftsprüfer und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hinsichtlich Berufspflichtverletzungen bei der Prüfung der Jahresabschlüsse 2016 bis 2019 (bei 2019 ohne Verstöße) der Wirecard AG und der Wirecard Bank AG ermittelt wurde&#8220;, berichtet APAS.</p>
<p>Die <a href="https://www.apasbafa.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/APAS/DE/2023_01_wirecard.html" target="_blank">Abschlussprüferaufsichtsstelle APAS beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle</a> schreibt: &#8222;Die Sanktionen belaufen sich bei den natürlichen Personen auf Geldbußen von 23.000 Euro bis 300.000 Euro sowie bei der juristischen Person auf 500.000 Euro sowie ein Verbot für die Durchführung gesetzlicher Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse von zwei Jahren ab Bestandskraft des Bescheides (sog. Neumandate).&#8220;</p>
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		<title>BaFin lässt die Polizei anrücken</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 13:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensrating]]></category>
		<category><![CDATA[Versicherungsrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird nicht nur in spektakulären Fällen wie im Skandal um die Greensill Bank tätig. So hat die BaFin nun die Schließung der „Repräsentanzen“ der „GemeinwohlKasse“ in Wittenberg, Dresden und Menden am 23. Februar 2023 mithilfe der örtlichen Polizei zwangsweise durchgesetzt. Die BaFin lässt die Geschäftsräume versiegeln. Die BaFin beschuldigt einen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird nicht nur in spektakulären Fällen wie im <a href="http://www.everling.de/?s=Greensill" target="_blank">Skandal um die Greensill Bank</a> tätig. So hat die BaFin nun die Schließung der „Repräsentanzen“ der „GemeinwohlKasse“ in Wittenberg, Dresden und Menden am 23. Februar 2023 mithilfe der örtlichen Polizei zwangsweise durchgesetzt. Die BaFin lässt die Geschäftsräume versiegeln.</p>
<p>Die BaFin beschuldigt einen Peter Fitzek: Dieser sammelt nämlich nach Erkenntnissen der BaFin aktuell unter der Bezeichnung „GemeinwohlKasse“ Gelder von Verbraucherinnen und Verbrauchern ein und verspricht, diese später zurückzuzahlen. Darüber hinaus biete er Krankenversicherungsverträge an, aktuell unter der Firma „Deutsche Heilfürsorge“. &#8222;Die für das Einlagen- bzw. Versicherungsgeschäft erforderlichen Erlaubnisse hat Herr Fitzek nicht&#8220;, warnt die Bundesanstalt.</p>
<p>Die BaFin hat gegenüber Herrn Fitzek bereits bestandskräftig die Beendigung und Abwicklung der unerlaubt betriebenen Geschäfte angeordnet.</p>
<p>Fitzek betreibt die Geschäfte in den „Repräsentanzen“ der „GemeinwohlKasse“ in Wittenberg, Dresden und Menden. Die BaFin nennt Namen: Die Geschäfte in Dresden und Menden verantworten vor Ort Andreas Franke beziehungsweise Patrick Hyrynko.</p>
<p>&#8222;Die BaFin hat die Geschäftsräume am 23. Februar 2023 durch örtliche Polizeikräfte versiegeln lassen. Auf die Strafbarkeit nach § 136 Strafgesetzbuch wird hingewiesen&#8220;, heißt es zu dieser Maßnahme vom 23. Februar 2023. &#8222;Die Schließungsanordnungen und die Festsetzungsbescheide zur Anwendung unmittelbaren Zwangs sind noch nicht bestandskräftig. Sie sind aber von Gesetzes wegen sofort vollziehbar.&#8220;</p>
<p>Bei berechtigtem Interesse kann unter Angabe des <a href="https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Verbrauchermitteilung/unerlaubte/2023/meldung_2023_02_23_Gemeinwohlkasse_Wittenberg_Menden.html;jsessionid=F77A253F8E7AB858FBB5B4C627AA4993.1_cid501" target="_blank">Aktenzeichens IF 2-QF 5000/00028#00129 (44590)</a> die Aufhebung der Versiegelung bei der <a href="https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Verbrauchermitteilung/unerlaubte/2023/meldung_2023_02_23_Gemeinwohlkasse_Wittenberg_Menden.html;jsessionid=F77A253F8E7AB858FBB5B4C627AA4993.1_cid501" target="_blank">BaFin</a> beantragt werden.</p>
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		<title>Verlustagentur Scope muss weiterhin Gesellschafter aufnehmen</title>
		<link>http://www.everling.de/verlustagentur-scope-muss-weiterhin-gesellschafter-aufnehmen/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2023 14:50:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Gutes Geld sollte man schlechtem nicht hinterherwerfen. Ist die Chance, noch an sein Geld zu kommen gering, so sollte man es einfach dabei belassen und nicht noch weiter Geld investieren. Das sind alte Weisheiten von Investoren und Kreditgebern. Diese Überlegungen müssen bei allen Investoren eine Rolle spielen, die in die seit mehr als zwei Jahrzehnten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gutes Geld sollte man schlechtem nicht hinterherwerfen. Ist die Chance, noch an sein Geld zu kommen gering, so sollte man es einfach dabei belassen und nicht noch weiter Geld investieren. Das sind alte Weisheiten von Investoren und Kreditgebern.</p>
<p>Diese Überlegungen müssen bei allen Investoren eine Rolle spielen, die in die seit mehr als zwei Jahrzehnten glücklos nach Kostendeckung strebende Ratingagentur in Berlin investiert und bis heute vergeblich auf Gewinne gewartet haben. Der Status einer “registrierten” und von der <a href="http://www.everling.de/beschwerdekammer-der-europaeischen-aufsichtsbehoerden-einig-gegen-scope-ratings/" target="_blank">Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA)</a> überwachten Ratingagentur garantiert nämlich keineswegs auch die Rentabilität einer Ratingagentur. ESMA könnte die Aufstockung der Eigenkapitalausstattung einer Ratingagentur verlangen, wenn die finanziellen Ressourcen so knapp werden, dass einzelnen, “rettenden” Geldgebern oder günstige Ratings nachfragenden Kunden <a href="http://www.everling.de/?s=greensill" target="_blank">unverhältnismäßiger Einfluss auf die Agentur</a> zukommen könnte.</p>
<p>Die Scope Group aus Berlin schafft es <a href="http://www.everling.de/kapitalfluesse-in-europa-bleiben-unter-us-konrolle/" target="_blank">angesichts sinkender Marktanteile europäischer Ratingagenturen</a> gegenüber den marktdominanten US-Anbietern bisher nicht, die Rentabilitätsschwelle zu erreichen. Wer &#8211; wie die Berliner &#8211; weiter mit Verlusten arbeitet, muss daher seine Anteilseigner motivieren, frisches Geld nachzulegen, und zwar trotz Ungewissheit, ob es jemals zu einem Rückfluss kommen könnte.</p>
<p>Zu den Anteilseignern von Scope zählen mehrere europäische Finanzinstitute wie B&amp;C Beteiligungsmanagement, Foyer, HDI/Talanx, Signal Iduna, SV SparkassenVersicherung, die Schweizerische Mobiliar sowie Deutschlands RAG-Stiftung. Ankeraktionäre der Scope Group bleiben Florian Schoeller und <a href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bmw-stefan-quandt-gewinnt-durch-sperrminoritaet-massiv-an-einfluss-a-1194488.html" target="_blank">BMW-Großaktionär Stefan Quandt (AQTON)</a>.</p>
<p>Wie begrenzt die Bereitschaft der Altgesellschafter der Scope Group tatsächlich ist, weiter ins Risiko zu gehen, zeigt sich daran, dass nun mit dem Eintritt eines neuen Gesellschafters in den Gesellschafterkreis <a href="http://www.everling.de/?s=greensill" target="_blank">möglicherweise endgültig vom Ideal einer unabhängigen und auf Neutralität bedachten Ratingagentur Abschied genommen</a> wurde, denn nun kommt eine mächtige Bankengruppe zum Zuge. Interessenkonflikte sind vorprogrammiert, wenn Verkauf von Wertpapieren und ihre Beurteilungen Hand in Hand gehen, also die für den Kauf von Wertpapieren maßgebenden Ratings vom Verkäufer mit gesteuert werden können.</p>
<p>Wie bei der Groupe BPCE, einer der größten Bankengruppen Frankreichs: Denn diese ist in die Reihen der institutionellen Anteilseigner der Scope Group eingetreten und soll die Position des sich <a href="http://www.everling.de/kapitalfluesse-in-europa-bleiben-unter-us-konrolle/" target="_blank">trotz eines sehr geringen Marktanteils</a> als “führenden” bezeichnenden, europäischen Anbieters von Kreditratings, ESG-Analysen und Fondsanalysen stärken.</p>
<p>„Eine wirklich europäische Ratingagentur braucht die Akzeptanz und den Rückhalt der wichtigsten europäischen Investoren und Institutionen“, kommentiert <a href="https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ratingagentur-scope-ein-schlossherr-der-fragen-aufwirft-seite-3/2697430-3.html" target="_blank">Florian Schoeller</a> nun das Ereignis, CEO und Gründer der Scope Group. „Eine der größten Bankengruppen Europas als Anteilseigner bei Scope begrüßen zu dürfen, ist ein Vertrauensbeweis einer weiteren großen Kapitalmarktinstitution und ein Beweis dafür, dass Scope zu einem festen Bestandteil des europäischen Finanzökosystems wird.“</p>
<p>Sylvain Petit, Head of Strategy bei Groupe BPCE: „Groupe BPCE hat sich entschieden, Scope Group, ein europäisches Projekt, zu unterstützen, weil wir davon überzeugt sind, dass Investoren und Regulierungsbehörden von einer größeren Vielfalt an Meinungen und Ratingansätzen profitieren können. Dank ihrer Methoden, die die europäischen sozialen und wirtschaftlichen Realitäten berücksichtigen, verbessert die Scope Group die Fähigkeit, die Aktivitäten der Wirtschaftsakteure in Europa zu bewerten.&#8220;</p>
<p>Die Investition der Group BPCE folgt der jüngsten Investition von AXA, einem der weltweit führenden Versicherer. Die gestärkte französische Aktionärsbasis von Scope soll auch die wachsende Bedeutung des französischen Marktes für Scope widerspiegeln. Die Scope Group hat ihre Präsenz in Frankreich in den letzten fünf Jahren verstärkt. Das Pariser Büro unter der Leitung von Marc Lefèvre ist heute der größte Hub außerhalb Deutschlands. Franzosen besetzen Spitzenpositionen bei Scope: Guillaume Jolivet ist Chief Analytical Officer, während Inès de Dinechin den Aufsichtsrat der Scope Group leitet.</p>
<p>Ganz allgemein gilt: Wenn ein Unternehmen dauerhaft Verluste erwirtschaftet und der Wille und die Möglichkeiten der Altgesellschafter erschöpft sind, kommt denjenigen Gesellschaftern, die zuletzt hinzutreten und bereit sind, frisches Kapital zur Deckung laufender Verluste zuzuführen, eine besonders starke Stellung zu, denn sie sind es, die als neue Gesellschafter die Bedingungen setzen können, zu denen sie ihr Geld einzahlen und eine drohende Illiquidität und schließlich Insolvenz vermeiden.</p>
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		<title>Unabhängigkeit zahlt sich für freie Ratinganalysten aus</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2023 13:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Ratings]]></category>
		<category><![CDATA[I-CV]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit &#8222;Me-too-Produkten&#8220; hatten Europäer im Wettbewerb mit führenden amerikanischen Anbietern meist keinen Erfolg. Gleich, ob Betriebssysteme für Computer &#8211; zu denken ist an Microsoft oder Apple -, Suchmaschinen wie Google oder sozialen Netzwerke wie Facebook, die bloße Kopie verspricht kaum Erfolg. So verhält es sich auch bei den Versuchen, den US-amerikanischen Ratingagenturen mit europäischen Konkurrenten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit &#8222;Me-too-Produkten&#8220; hatten Europäer im Wettbewerb mit führenden amerikanischen Anbietern meist keinen Erfolg. Gleich, ob Betriebssysteme für Computer &#8211; zu denken ist an Microsoft oder Apple -, Suchmaschinen wie Google oder sozialen Netzwerke wie Facebook, die bloße Kopie verspricht kaum Erfolg.</p>
<p>So verhält es sich auch bei den Versuchen, den US-amerikanischen Ratingagenturen mit europäischen Konkurrenten gleicher, mit Interessenkonflikten beladener Bauart Marktanteile abzunehmen. Wer nach dem gleichen Geschäftsmodell arbeitet und nicht wirklich neue Ideen einbringt, dem steht ein langer, mühsamer Weg bevor. <a href="http://www.everling.de/kapitalfluesse-in-europa-bleiben-unter-us-konrolle/" target="_blank">Die Erhebungen der für die Aufsicht über Ratingagenturen zuständigen Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) beweisen es immer wieder</a>: Die Marktanteile europäischer Wettbewerber, die wie Moody&#8217;s Investors Service, S&amp;P Global Ratings oder Fitch Ratings über eine Anerkennung als &#8222;Credit Rating Agency&#8220; nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen verfügen, <a href="http://www.everling.de/kapitalfluesse-in-europa-bleiben-unter-us-konrolle/" target="_blank">schrumpfen zugunsten der Amerikaner </a>statt zugusten der Europäer zu steigen.</p>
<p>Eine kleine Erfolgsgeschichte gibt es dagegen aus der beschaulichen Schweiz zu erzählen. Bei Steve Jobs war es die Garage, bei Independent Credit View (I-CV) gehen die Anfänge auf eine 2-Zimmerkellerwohnung im beschaulichen Schweizer Bauerndorf Lengnau zurück. Zugegebenermaßen hinkt der Vergleich zum Weltunternehmen Apple etwas, aber der Weg zum größten dedizierten Kreditanalyseteam im deutschsprachigen Raum ist auch aller Ehren wert. Vor genau 20 Jahren gründeten Daniel Pfister und Peter Jeggli I-CV mit der Vision, das bisherige Zahlungsregime im Bereich Kreditratings und Unternehmens-Analysen zu revolutionieren.</p>
<p>„Uns ging es von Anfang an um die Abkehr vom Interessenkonflikt behafteten Issuer-pay hin zum reinen Investor-pay-Ansatz. Auch wenn es vermessen wäre, das von den Regulatoren geschützte Oligopol der Ratingagenturen oder die Marktmacht von ‘gratis’ Bankenresearch brechen zu können, gibt uns der Markterfolg recht. Unser Ansatz und Leitspruch ‘the view behind the rating’ hebt sich vom Mainstream ab und unsere prägnanten Analysen und Studien sind für viele professionelle Investoren unverzichtbar geworden. Unsere Philosophie, nur im Interesse der Investoren tätig zu sein mit Fokus auf die Kundenbedürfnisse und die Umsetzung von praxisnahen Lösungen, resultiert in einer Kundenretentionsrate, welche seit Jahren bei rund 98 Prozent liegt. Und die Assets under Advisory liegen Stand Ende 2022 bei über CHF 300 Milliarden. Ein weiterer Beleg, der das Bedürfnis nach unabhängigem Research untermauert“, so Gründer Daniel Pfister.</p>
<p>Von ehemals zwei Gründern, die gleichzeitig als Analysten fungierten, ist I-CV über die vergangenen 20 Jahre behutsam und kontinuierlich zu einem Team von über 20 Mitarbeitenden angewachsen. Sämtliche Aktien des Unternehmens sind dabei in Mitarbeiterhänden. Wichtige Meilensteine waren die Gewinnung der größten deutschen Pensionskasse im Jahr 2011 sowie langjährige Mandate für große Schweizer Versicherungen, Privatbanken und Pensionskassen. „Aber auch die Etablierung des Swiss Bond Congress, der alle zwei Jahre in Zürich stattfindet und im vergangenen Jahr zum zehnten Mal über die Bühne ging, sowie die regelmäßigen Länder- und Bankenstudien führten zu einem wachsenden Bekanntheitsgrad im deutschsprachigen Raum. So stammen unsere Kunden zu etwas über der Hälfte aus der Schweiz, gefolgt von 35 Prozent aus Deutschland und knapp zehn Prozent aus Liechtenstein und Luxemburg“, sagt Pfister.</p>
<p>Pfister ist dem Unternehmen bis heute erhalten geblieben und übergab das Ruder als CEO Ende 2021 an Christian Fischer, welcher bereits 2007 ins Unternehmen eintrat. Auch hier spiegelt sich die Kontinuität des Unternehmens wider. „Die Erfolgsgeschichte von unabhängigem und investorenbezahltem Research wird mittlerweile im Bereich ESG weitergeschrieben. Denn die Berücksichtigung von ESG-relevanten Faktoren im Analyseprozess ist zum unverzichtbaren Element geworden. Mit dem im Mai 2022 lancierten ESG Radar Tool bieten wir auch in diesem Bereich eine praxisnahe Lösung, welche sich von gängigen Mainstream-Anbietern unterscheidet und dem Kunden eine Beurteilung nach seinen eigenen Wertevorstellungen ermöglicht. Generell investieren wir kontinuierlich in neue Technologien und Automation zur Effizienz- und Qualitätssteigerung in der Analyse“, so Christian Fischer.</p>
<p>Der unabhängige Blick auf die Kreditfähigkeit von Unternehmen und Staaten erweist sich insbesondere in Krisenzeiten als unabdingbar. Denn gerade dann ist die Kompetenz des Analystenteams von höchster Bedeutung. „Es ist wichtig, sich nicht von geschönten Bilanzen oder falschen Versprechen blenden zu lassen. Unser Augenmerk liegt immer auf der objektiven Betrachtung und unsere ungeschminkten Einschätzungen konnten schon das eine oder andere Mal Kunden vor Fehlinvestments bewahren. Beispielsweise haben wir frühzeitig vor Einlagen bei der Greensill Bank oder vor Investitionen in Anleihen der Islandbanken, Argentinien oder auch Wirecard abgeraten. Wir sind uns sicher, mit unserem Investor-pay-Ansatz auch in Zukunft die ideale Lösung für professionelle Anleger anzubieten, um mit einem differenzierten Blick Anlageentscheidungen treffen zu können“, meint Fischer abschließend.</p>
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		<title>Erst ohne Auftrag, jetzt mit Auftrag: EU-Kommission mit AAA von Scope</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jun 2022 13:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Anleiherating]]></category>
		<category><![CDATA[Länderrating]]></category>
		<category><![CDATA[DBRS]]></category>
		<category><![CDATA[Fitch]]></category>
		<category><![CDATA[Moody's]]></category>
		<category><![CDATA[S&P's]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine in Berlin ansässige Ratingagentur, Scope, hat von der Europäischen Kommission ein Mandat erhalten, EU-Schuldtitel zu bewerten. &#8222;Das Mandat kommt,&#8220; schreiben die Berliner in ihrer Pressemitteilung, &#8222;da Europas Reaktion auf die Pandemie und die ökologischen Herausforderungen die EU zu einem der weltweit größten Emittenten von auf Euro lautenden Schuldtiteln macht.&#8220; Scope Ratings ist die erste [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine in Berlin ansässige Ratingagentur, Scope, hat von der Europäischen Kommission ein Mandat erhalten, EU-Schuldtitel zu bewerten. &#8222;Das Mandat kommt,&#8220; schreiben die <a href="https://scopegroup.com/media-centre/The-European-Union-mandates-Scope-Ratings.html" target="_blank">Berliner in ihrer Pressemitteilung</a>, &#8222;da Europas Reaktion auf die Pandemie und die ökologischen Herausforderungen die EU zu einem der weltweit größten Emittenten von auf Euro lautenden Schuldtiteln macht.&#8220;</p>
<p>Scope Ratings ist die erste europäische Ratingagentur, die von der Europäischen Kommission – die im Auftrag der EU Kredite auf den Kapitalmärkten aufnimmt – mit der Bewertung ihrer Schuldtitel beauftragt wurde. Die Bevorzugung von Scope verschafft der Agentur einen Wettbewerbs- und Reputationsvorteil gegenüber fast zwei dutzend anderen Agenturen, die wie Scope als <a href="https://www.esma.europa.eu/supervision/credit-rating-agencies/risk" target="_blank">Ratingagenturen durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) anerkannt</a>, d.h. registriert oder zertifiziert sind.</p>
<p>Ohne Geld aus öffentlichen Kassen lässt sich die Berliner Ratingagentur möglicherweise nicht aufbauen. Im Unterschied zu anderen Ratingenturen bemüht sich die um die Jahrtausendwende gegründete Agentur seit zwei Jahrzehnten vergeblich, die Rentabilitätsschwelle zu erreichen. Jede gute Nachricht weckt daher Hoffnungen.</p>
<p>Bisher mussten immer neue Investoren gefunden und aufgenommen werden, wie auch <a href="https://scopegroup.com/media-centre/The-European-Union-mandates-Scope-Ratings.html" target="_blank">noch vor kurzem mit AXA</a>, um die nicht enden wollenden Verluste auszugleichen. Anteilseigner für die Berliner Ratingagentur konnten bisher im Umkreis derjeniger Emittenten gefunden werden, die sich selbst von Scope auch ein Rating erteilen lassen, wie beispielsweise bei der inzwischen <a href="http://www.everling.de/?s=greensill">insolventen Greensill Bank</a>.</p>
<p>Allerdings bleibt bei der Mitteilung von Scope offen, in welchem Umfang die Europäische Kommission auch für das Rating tatsächlich bezahlt. In manchen Fällen nehmen Ratingagenturen aus Gründen der Reputation auch Ratingaufträge an oder führen Ratings durch, ohne dafür angemessen entlohnt zu werden. Die Durchführungskosten der Ratingagentur werden mit solchen prestigegeleiteten Ratingverfahren nicht gedeckt. So werden auch Ratings zwar gegen Auftrag, aber kostenlos durchgeführt, wenn dies im Interesse der Ratingagentur und/oder ihrer Abonnenten bzw. Investoren liegt.</p>
<p>&#8222;Das Rating-Mandat der Europäischen Kommission ist ein weiterer Meilenstein für Scope Ratings als vertrauenswürdige und unabhängige Ratingagentur im Zentrum der Kapitalmärkte in Europa&#8220;, sagte Florian Schoeller, CEO und Gründer der Scope Group.</p>
<p>Zur Unterstützung der europäischen grünen Agenda wird die Kommission bis zu 250 Mrd. EUR in grünen Anleihen aufbringen und sich damit weltweit als Benchmark-Emittent für Investoren etablieren, die in nachhaltige Finanzinstrumente investieren möchten. Die Reaktion der EU auf die Pandemie gibt auch zusätzliche Impulse für vertiefte und breitere Finanzmärkte in Europa und die Vollendung der Kapitalmarktunion.</p>
<p>Scope nennt den ehemaligen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Horst Köhler, den ehemaligen Präsidenden der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet u.a. Prominente als <a href="http://www.everling.de/?s=Honorary+Board" target="_blank">Mitglieder ihres &#8222;Honorary Board&#8220;</a>.</p>
<p>Die Entscheidung der EU Kommission zugunsten von Scope fiel offenbar unabhängig von der Tatsache, dass die Berliner Agentur erst seit wenigen Jahren sich mit Kriterien der Nachhaltigkeit befasst, während andere Agenturen ihre Methodologien, Datenbestände und <a href="http://www.everling.de/?s=esg">ESG-Kriteriologien</a> bereits seit Jahrzehnten aufgebaut haben.</p>
<p>Die Europäische Kommission hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, die sich im Wortlaut von der der Berliner unterscheidet. Die EU Kommission weist in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass die EU-Kommission Scope beauftragt hat, ihre Kreditwürdigkeit zusammen mit ihren anderen beauftragten Ratingagenturen zu bewerten. &#8222;Durch die Ernennung von Scope demonstriert die Europäische Kommission ihr Engagement für die Unterstützung neuer Marktteilnehmer und des Wettbewerbs auf dem Markt für Kreditratings. Dies ist eines der Ziele der EU-Regeln für Ratingagenturen.&#8220;</p>
<p>Mit diesem Mandat werde aus dem bisher von Scope ohne jeden Auftrag erteilten, aktuellen AAA / Outlook stable unolicited Rating der Europäischen Kommission, die sich im Auftrag der Europäischen Union an den Kapitalmärkten verschuldet, ein solicited, also beauftragtes Rating.</p>
<p>Der für Haushalt und Verwaltung zuständige Kommissar Johannes Hahn, der die Kreditaufnahme der EU auf den Kapitalmärkten überwacht, sagte: „Mit dieser Entscheidung zeigen wir erneut, dass wir unseren Grundsätzen gerecht werden und zur Stärkung der europäischen Kapitalmärkte beitragen. Die Europäische Kommission nutzt ihre Prominenz in Bezug auf auf Euro lautende Vermögenswerte, um den EU-Kapitalmarkt zu stärken.“</p>
<p>Angesichts aktuell steigender Zinssätze und drohender zusätzlicher Zinslast kann es für die EU-Kommission bereits angeraten sein, schon heute gute Beziehungen zu Ratinganalysten durch Zahlungen und Aufträge an Ratingagenturen abzusichern. Eine vertragliche Grundlage zur Ratingagentur schafft mehr Einflussmöglichkeiten. Schließlich könnte es eines Tages darum gehen, Herabstufungen oder zumindest die Veröffentlichung von Herabstufungen abzuwenden.</p>
<p>Seit Oktober 2020 hat die Europäische Kommission über 220 Milliarden Euro an hoch bewerteten Anleihen zur Finanzierung der SURE- und NGEU-Programme sowie Back-to-Back-Programme an EU-Mitgliedstaaten und Drittländer ausgegeben. Darin enthalten sind 91,8 Milliarden Euro Sozialanleihen im Rahmen des SURE-Programms und 28 Milliarden Euro an NGEU Green Bonds.</p>
<p>Die Europäische Union wird derzeit von <a href="https://ec.europa.eu/info/strategy/eu-budget/eu-borrower-investor-relations/eus-credit-rating_en" target="_blank">S&amp;P Global Ratings mit AA+/Outlook positiv, von Moody&#8217;s Investors Service mit Aaa/Outlook stable und von Fitch Ratings mit AAA/Outlook stable beurteilt und hat auch von DBRS Morningstar ein unaufgefordertes AAA/Outlook stable-Rating</a> erhalten.</p>
<p>Dank ihrer hohen Bonität erhält die Kommission – im Auftrag der EU – günstige Konditionen für ihre Emissionen. Die Vorteile werden dann an die EU-Mitgliedstaaten und Drittstaaten weitergegeben und führen je nach Art und Zielsetzung der Förderprogramme zu Einsparungen für den EU-Haushalt.</p>
<p>Da alle erteilten Ratings Bestnoten für die EU-Kommission zum Ausdruck bringen, ergibt sich aus dem nun bekannt gegebenen Ratingauftrag an Scope kein neuer Erkenntniswert, zumal Scope zuvor schon die Verbindlichkeiten der EU-Kommission ohne Auftrag mit AAA beurteilte. Der aus öffentlichen Mitteln gespeiste EU-Auftrag kann aber gegebenenfalls einen finanziellen Beitrag dazu leisten, den privaten Investoren von Scope und ihren prominenten Fürsprechern endlich auch Rendite zu bringen.</p>
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		<title>Bankenratings gewinnen wieder an Bedeutung</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2021 09:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat am 8. Dezember 2021 eine weitere Reform seiner freiwilligen Einlagensicherung angekündigt. Damit kommt es zu noch mehr Einschränkungen, als im Februar 2017 schon beschlossenen. Nach einer kurzen Übergangsphase gibt es ab 2023 für professionelle Einleger keinen Schutz mehr. Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke, aber auch Investmentgesellschaften sowie öffentlich rechtliche Körperschaften [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) hat am 8. Dezember 2021 eine weitere Reform seiner freiwilligen Einlagensicherung angekündigt. Damit kommt es zu noch mehr Einschränkungen, als im Februar 2017 schon beschlossenen.</p>
<p>Nach einer kurzen Übergangsphase gibt es ab 2023 für professionelle Einleger keinen Schutz mehr. Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke, aber auch Investmentgesellschaften sowie öffentlich rechtliche Körperschaften und Anstalten gehen küngit leer aus. Wie der Insolvenzfall der Greensill Bank bereits manchem Stadtkämmerer und Bürgermeister in Erinnerung rief, bleiben Einlagen von Kommunen, Ländern und dem Bund wie schon bisher vom Schutz ausgeschlossen.</p>
<p>&#8222;Das Schutzversprechen wird auf private Sparer (i.e. natürliche Personen») und Unternehmen beschränkt. Auch Institutionen, die gesetzlich verpflichtet sind, ihre Einlagen zu schützen (z.B. Sozialversicherungen) können sich weiter Hoffnung auf eine Entschädigung machen&#8220;, schreiben die Schweizer Spezialisten von Independent Credit View.</p>
<p>Zudem führt der BdB ab 2023 eine feste Obergrenze für die mögliche Entschädigung von Kunden ein, deren Bank insolvent oder Gegenstand eines Abwicklungsverfahrens ist. Diese Obergrenze orientiert sich am Schutzbedarf privater Sparer. Sie wird ab 2023 von maximal EUR 5 Mio. für Privatkunden und EUR 50 Mio. für Unternehmenskunden auf EUR 1 Mio. bzw. EUR 10 Mio. in 2030 fallen. Ergänzend gilt das Schutzversprechen ab 2023 nicht mehr für Einlagen von Unternehmen mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten.</p>
<p>&#8222;Wir hatten bereits im Mai 2021 im I-CV Credit Insight &#8218;Die Sugar-Daddies und ihre Zombie-Banken&#8216; auf die kostspieligen Fehlanreize der freiwilligen Einlagensicherung für Banken wie für Investoren hingewiesen. Ihre sklerotische Wirkung&#8220;, sagt Guido Versondert, Senior Credit Analyst beim Schweizer Kreditresearch-Unternehmen Independent Credit View, &#8222;hat bislang eine angesichts der sehr heterogenen Bonität der in Deutschland ansässigen Banken überfällige Marktbereinigung verzögert. Den Opportunisten, Hasardeuren und Pechvögeln unter den Banken bietet sie bisher einen fast kostenlosen Lunch. Dies zeigen nicht nur der Fall der Greensill Bank, sondern auch die negativen Erfahrungen mit Lehman Brothers Bankhaus, Maple Bank, Valovis oder Düsseldorfer Hypothekenbank.&#8220;</p>
<p>In jedem der genannten Fälle – und in anderen auch – waren für I-CV genügend Hinweise erkennbar, die für eine vorsichtige Einschätzung von Bonitäten und Zurückhaltung bei der Kreditvergabe sprachen. &#8222;Auch wenn sich angesichts der Natur ihres Geschäfts und der Unzulänglichkeiten der Finanz- und Risikoberichterstattung vieler deutscher Banken sowie der Unwägbarkeiten der Bankenaufsicht Insolvenzen von Banken generell kaum vorhersagen lassen, lassen sich in finanzieller Hinsicht oder mit Blick auf ihre Governance schwache und anfällige Banken gleichwohl frühzeitig identifizieren.&#8220;</p>
<p>Auf Bankenratings wird es vor dem Hintergrund der beschlossenen Maßnahmen mehr noch als bisher ankommen. Insbesondere professionelle Anleger werden sich der Ratings unabhängiger Agenturen bedienen müssen, wenn sie nicht eigene Analystenstäbe aufbauen wollen.</p>
<p>Die bisherige Ausgestaltung der freiwilligen Einlagensicherung stand einer differenzierten Einschätzung von Rendite und Risiko nach Schuldnern und Instrumenten im Wege gestanden. Professionelle Investoren, die sich um eine sorgfältige Risikoabschätzung bemühten, wurden vielfach um ihre verdiente Risikoprämie gebracht. Entsprechend konnte auch mit Bankenrating kaum Geld verdient werden.</p>
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		<item>
		<title>&#8222;Scope Ratings&#8220; verflixtes siebtes Jahr</title>
		<link>http://www.everling.de/scope-ratings-verflixtes-siebtes-jahr/</link>
		<comments>http://www.everling.de/scope-ratings-verflixtes-siebtes-jahr/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2021 20:40:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Bankenrating]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob Mythos oder Realität: &#8222;Das verflixte siebte Jahr&#8220; ist nicht nur der Titel eines Films mit Marilyn Monroe aus dem Jahr 1955. Über &#8222;das verflixte siebte Jahr&#8220; liest man auch auf tausenden Seiten im Internet, in denen es um die Frage geht, wie lange eine Ehe hält. In welchem Beziehungsjahr trennen sich die meisten Paare? [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ob Mythos oder Realität: &#8222;Das verflixte siebte Jahr&#8220; ist nicht nur der Titel eines Films mit Marilyn Monroe aus dem Jahr 1955. Über &#8222;das verflixte siebte Jahr&#8220; liest man auch auf tausenden Seiten im Internet, in denen es um die Frage geht, wie lange eine Ehe hält. In welchem Beziehungsjahr trennen sich die meisten Paare? Tatsächlich zeigt das <a href="https://www-genesis.destatis.de/" target="_blank">Statistische Bundesamt Destatis</a> für Deutschland, dass nach fünf, sechs oder eben auch sieben Jahren mehr Ehen geschieden werden als in den ersten Jahren oder nach acht Jahren und später.</p>
<p>Die Beziehungen von Ratingagenturen zu den von ihnen beurteilten Emittenten sind weniger von Romantik geprägt, sondern von Zweckmäßigkeit und von der Frage, ob das Rating für die betroffenen Marktteilnehmer einen Nutzen bietet. Die Beziehung zwischen Ratingagenturen und Emittenten (wie auch zu Geldanlegern) ist aber ähnlich einer Ehe auch auf Dauer angelegt, denn die Beobachtung der Bonität eines Emittenten &#8211; möglichst über einen langen Zeitraum hinweg &#8211; liegt im Wesen der Arbeit von Ratingagenturen.</p>
<p>Privaten, insbesondere aber auch institutionellen Anlegern bzw. Gläubigern ist wenig geholfen, wenn ihnen nur punktuell, etwa zum Zeitpunkt der Platzierung einer Anleihe, ein Rating bekannt gegeben wird. Auch aus regulatorischen Gründen sind Ratings laufend aktuell zu halten, da sie beispielsweise der Kalkulation der Eigenmittelanforderungen dienen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist es interessant zu analysieren, wie lange die &#8222;Ehen&#8220; zwischen Ratingagenturen und Emittenten halten. Wie steht es um &#8222;das verflixte siebte Jahr&#8220; im Verhältnis von Ratingagentur zu ihren Kunden, insbesondere den gerateten Emittenten? Wie viele Emittenten machen nach sieben Jahren immer noch von den Diensten einer Ratingagentur Gebrauch?</p>
<p>Wer sich nun die von einer Ratingagentur in Berlin angestrebten &#8222;Ehen&#8220; anschaut, erhält ein klares Bild davon, wie viele Emittenten vom Rating dieser Agentur nach sieben Jahren (noch) Gebrauch machen. Die Ratingagentur in Berlin ist u.a. mit einer Gesellschaft namens &#8222;Scope Ratings GmbH&#8220; als Ratingagentur nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen durch die <a href="https://www.esma.europa.eu/supervision/credit-rating-agencies/risk" target="_blank">Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde</a> (ESMA) registriert und betreibt <a href="https://www.scoperatings.com/#!home" target="_blank">Websites</a>, mit denen der Versuch unternommen wird, Ratings zu verbreiten.</p>
<p>Scope Ratings erteilte am <a href="https://www.scoperatings.com/static/147489DE.html" target="_blank">2. April 2014</a> erstmalig 18 europäischen Großbanken aus sieben Ländern ein Rating. Es handelte sich um das erste Rating der Berliner Agentur für Großbanken, denn zuvor waren hauptsächlich Fonds oder Anleihen wie die der <a href="http://www.everling.de/spekulation-um-ms-deutschland-2/" target="_blank">MS Deutschland</a> mit einem Rating A (Einfach A) in den Verkauf gegangen (siehe <a href="https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/deutschland/fragwuerdiges-rating-scope-wertet-ms-deutschland-um-vier-notches-ab-25061/" target="_blank">&#8222;Fragwürdiges Rating: Scope wertet MS Deutschland um vier Notches ab&#8220;</a> oder <a href="https://www.fondsprofessionell.de/sachwerte/news/headline/scope-muss-schadenersatz-wegen-albtraum-schiff-leisten-198107/" target="_blank">&#8222;Scope muss Schadenersatz wegen &#8218;Albtraum-Schiff&#8216; leisten&#8220;</a>).</p>
<p>Bis zur Insolvenz des Vorgängerunternehmens der heutigen <a href="https://scopegroup.com/" target="_blank">&#8222;Scope Group&#8220;</a>, namentlich der <a href="http://www.portfolio-international.de/newsdetails/article/zerreissprobe-fuer-die-scope-group.html" target="_blank">FondScope AG</a>, dienten die Ratings primär Finanzvehikeln des sogenanten <a href="https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/GeldanlageWertpapiere/GrauerKapitalmarkt/grauer_kapitalmarkt_node.html" target="_blank">Grauen Kapitalmarkts</a> und nicht Emittenten der hoch regulierten Rentenmärkte. Der <a href="https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ratingagentur-scope-ein-schlossherr-der-fragen-aufwirft/2697430.html" target="_blank">Initiator</a> des Geschäftsschemas der heutigen Ratingagentur &#8211; Sitz mit Blick auf den Reichstag im politischen Berlin &#8211; war auch schon der <a href="https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/ratingagentur-scope-ein-schlossherr-der-fragen-aufwirft/2697430.html" target="_blank">Initiator der insolventen FondScope AG</a>, ebenfalls in Berlin, weit ab von Finanzzentren, an denen sonst Ratingagenturen domizilieren.</p>
<p>Im April 2014 ging es Scope Ratings dagegen um das &#8222;Who is Who&#8220; der Großbanken in Europa. Dazu gehörten Institute aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Spanien, Schweiz und Großbritannien. Für insgesamt 18 Institute aus diesen Ländern legte Scope Ratings nun Beurteilungen vor. Die Ratingagentur <a href="https://www.scoperatings.com/static/147489DE.html" target="_blank">kommentierte</a>, dass die Bewertung und Veröffentlichung dieser Ratings ein erster Schritt sei in ihren Bestrebungen, Finanzinstitutionen in ganz Europa und weltweit zu bewerten. Tatsächlich kam 2019 beispielsweise das Rating A- (Einfach A Minus) für die <a href="http://www.everling.de/?s=Greensill" target="_blank">Greensill Bank</a> hinzu, die im März 2021 <a href="http://www.everling.de/?s=Greensill" target="_blank">Insolvenz anmelden</a> musste.</p>
<p>Scope bemerkte 2014, dass die Bankenratings verbesserte Fundamentaldaten am Ende der langanhaltenden Finanzkrise widerspiegelten. Weiterhin berücksichtigten sie die neue Bankenregulierung, insbesondere die „recovery regimes“, die in der Schweiz bereits in Kraft getreten waren und sich in der Europäischen Union allmählich formierten. Die Ratingagentur wies darauf hin, dass &#8222;<a href="https://www.scoperatings.com/static/147489DE.html" target="_blank">Bankenratings zukünftig stabiler und vorhersehbarer werden sollten, sofern die Maßnahmen der Bankenregulierung durch die Aufsichtsbehörden zeitnah und vollständig umgesetzt werden</a>&#8222;.</p>
<p>Sieht man von der Commerzbank AG und der Royal Bank of Scotland plc einmal ab, die beide jeweils mit BBB+ (Dreifach B Plus) von Scope Ratings im April 2014 klassifiziert wurden, gab es nur gute bzw. noch bessere Ratings ab A- (Einfach A Minus):</p>
<p>2014 Issuer Credit Strength Rating (ICSR) / Senior Unsecured Rating and (Rating Outlook)</p>
<p><a href="https://www.santander.com/en/shareholders-and-investors/fixed-income/ratings" target="_blank">Banco Santander SA: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://home.barclays/investor-relations/fixed-income-investors/credit-ratings/#standalonecreditratings2" target="_blank">Barclays Bank plc: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://shareholdersandinvestors.bbva.com/debt-investors/ratings/" target="_blank">BBVA SA: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://invest.bnpparibas/en/debt-and-ratings" target="_blank">BNP Paribas SA: AA- / AA- (Stable)</a><br />
<a href="https://groupebpce.com/en/investors/credit-ratings-and-analysis" target="_blank">BPCE SA: A+ / A+ (Stable)</a><br />
<a href="https://www.commerzbank.de/en/hauptnavigation/aktionaere/informationen_f_r_fremdkapitalgeber/ratings/bankrating/bankrating.html" target="_blank">Commerzbank AG: BBB+ / BBB+ (Positive)</a><br />
<a href="https://www.credit-agricole.com/en/finance/finance/debt" target="_blank">Credit Agricole SA: A / A (Positive)</a><br />
<a href="https://www.bfcm.creditmutuel.fr/en/bfcm/ratings.html" target="_blank">BFCM SA (Credit Mutuel): A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://www.credit-suisse.com/about-us/de/investor-relations/anleiheninhaber/ratings-kreditberichte.html" target="_blank">Credit Suisse AG: A+ / A+ (Stable)</a><br />
<a href="https://investor-relations.db.com/creditors/ratings" target="_blank">Deutsche Bank AG: A- / A- (Stable)</a><br />
<a href="https://www.hsbc.com/investors/fixed-income-investors/credit-ratings" target="_blank">HSBC Holdings plc: AA- / AA- (Stable)</a><br />
<a href="https://www.hsbc.com/investors/fixed-income-investors/credit-ratings" target="_blank">ING Bank NV: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://www.kbc.com/en/investor-relations/ratings.html" target="_blank">KBC Groep NV: A- / A- (Stable)</a><br />
<a href="https://www.lloydsbankinggroup.com/investors/fixed-income-investors/credit-ratings.html" target="_blank">Lloyds Bank plc: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://www.rabobank.com/en/investors/credit-ratings/index.html" target="_blank">Rabobank; A+ / A+ (Stable)</a><br />
<a href="https://investors.natwestgroup.com/fixed-income-investors/credit-ratings" target="_blank">Royal Bank of Scotland plc*: BBB+ / BBB+ (Stable)</a><br />
<a href="https://investors.societegenerale.com/en/financial-and-non-financial-information/ratings/credit-ratings" target="_blank">Societe Generale SA: A / A (Stable)</a><br />
<a href="https://www.ubs.com/global/en/investor-relations/investors/bondholder-information/ratings.html" target="_blank">UBS AG: A / A (Stable)</a></p>
<p>Wer nun der Reihe nach die Websites dieser Banken besucht, erhält ein eindeutiges Ergebnis: Nur eine einzige Bank will von der &#8222;Ehe&#8220; mit Scope Ratings etwas wissen. Es ist allein der in Spanien ansässige Banco Santander, der auf seiner Website über das Rating von Scope Ratings berichtet.</p>
<p>Dabei verhält sich Scope Ratings keineswegs monogam, denn auch anderen Banken bietet sich die Agentur weiterhin dar. Alle anderen Banken ignorieren aber auf ihren für ihre &#8222;Creditor Relations&#8220; bzw. &#8222;Investor Relations&#8220; bestimmten Webseiten die Ratings der lokalen Agentur in Berlin, obwohl diese Agentur rein rechtlich gesehen den gleichen Status genießt wie die anderen anerkannten Agenturen.</p>
<p>Die &#8222;Scope Group&#8220; fing zwar eine Reihe altgedienter Politiker, Zentralbanker und Kapitalmarktakteure für ihre <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank" rel="noopener">zahlreichen Boards</a> als &#8222;Botschafter&#8220; ein, um europäischen Status und Anspruch zu unterstreichen. Keine andere Agentur versucht auf diese Weise, sich Anerkennung zu sichern. Die <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank" rel="noopener">Prominenz</a> im &#8222;Ehrenrat&#8220; usw. brachte aber mit Blick auf die führenden Kreditinstitute nicht mehr Akzeptanz.</p>
<p>Denn: Keine einzige der Banken, mit denen 2014 erstmalig bei Scope Ratings die Beurteilung von 18 europäischen Großbanken aus sieben Ländern begann, legt offenbar Wert darauf, die Analysen von Scope Ratings der Öffentlichkeit bekannt zu machen, mit Ausnahme des Banco Santander. Dabei werden sonst von diesen Großbanken durchaus auch kleinere Ratingagenturen berücksichtigt, die &#8211; ähnlich wie Scope Ratings &#8211; in der Europäischen Union nur einen Marktanteil von kaum 1 % haben. Von den 18 Großbanken werden also nicht lediglich die beiden führenden Agenturen Moody&#8217;s Investors Service und Standard &amp; Poor&#8217;s, sondern auch andere Agenturen mit ihren Ratings genannt, nicht aber Scope Ratings, obwohl die Berliner Agentur das Rating dieser Banken in den meisten Fällen bis heute fortgesetzt hat und sich nach eigenen Worten als &#8222;der führende europäische Anbieter unabhängiger Kreditratings&#8220; versteht (<a href="https://scopegroup.com/" target="_blank">&#8222;Scope is the leading European provider of independent credit ratings&#8220;</a>).</p>
<p>Angesichts des Sonderfalls &#8222;Banco Santander&#8220; lohnt sich der Blick auf die Website der Bank in Spanien, um zu erfahren, welches die Gründe dafür sein könnten, dass der Banco Santander neben anderen Agenturen doch auch Scope Ratings nennt. Hier zeigt sich ein überzeugendes Bild: Scope Ratings ist die einzige Agentur, die für den Banco Santander ein so gutes langfristiges Rating AA- (Zweifach A Minus) erteilt. Keine andere Agentur ermöglicht dem Banco Santander, mit einer so guten Bonität zu werben &#8211; das könnte ein Motiv sein.</p>
<p>Keine andere der vom Banco Santander zitierten Ratingagenturen bescheinigt der Bank mit AA- (Zweifach A Minus) eine so hohe Kreditwürdigkeit. Nicht nur das: <a href="https://www.santander.com/en/shareholders-and-investors/fixed-income/ratings" target="_blank">Alle anderen Agenturen sind sich sogar darüber einig</a>, dass der Banco Santander nicht in die AA-Kategorie (Zweifach A), sondern in die A-Kategorie (Einfach A) gehört, und sie unterscheiden sich nur hinsichtlich des Modifikators, der innerhalb der Hauptkategorie des Ratings die Bonität durch ein Plus- oder Minus-Symbol bzw. durch eine Ziffer (1, 2, 3) nuanciert.</p>
<p>Scope Ratings setzt auf ein Geschäftsmodell, bei dem in erster Linie die Emittenten für die erteilten Ratings bezahlen, die Noten und Berichte aber kostenlos Anlegern auf Websites zur Verfügung gestellt werden. Daher ist es besonders zu unterstreichen, dass dieses vom Banco Santander veröffentlichte Rating nicht einmal von der Bank bezahlt wurde. Das Rating wurde von Scope Ratings auch noch nach sieben Jahren ohne Auftrag der Bank gemacht. So stellt es die <a href="https://www.scoperatings.com/#!search/research/detail/159410EN" target="_blank">Meldung von Scope Ratings</a> klar: &#8222;The rating was not requested by the rated entity or its agents.&#8220;</p>
<p>Der Banco Santander veröffentlicht das Rating von Scope Ratings also nur geschenkt und mit einer Bonitätsnote, die über der aller anderen Ratingagenturen liegt. Der Bericht von Scope Ratings über den Banco Santander wird offenbar kaum beachtet, denn sonst wäre längst beanstandet und korrigiert worden, dass es sich bei dem <a href="https://www.santander.com/content/dam/santander-com/en/contenido-paginas/accionistas-e-inversores/informaci%C3%B3n-economico-financiera/ratings/do-ratings-scope-septiembre-2019.pdf" target="_blank">Text von Scope Ratings lediglich um einen Entwurf</a> handelt und er sich zudem nicht einmal auf das gesuchte Emittentenrating bezieht, sondern auf <a href="https://www.santander.com/content/dam/santander-com/en/contenido-paginas/accionistas-e-inversores/informaci%C3%B3n-economico-financiera/ratings/do-ratings-scope-septiembre-2019.pdf" target="_blank">Covered Bonds</a>.</p>
<p>Mit dem Berliner Geschäftsmodell wurden zwar auf Gesellschafterebene immerhin schon insgesamt achtstellige Geldzuflüsse organisiert, durch die eine Reihe von Gesellschaftern mit Millionenbeträgen beansprucht wurden. Nach fast zwei Jahrzehnten werden in der &#8222;Scope Group&#8220; jedoch immer noch keine Gewinne erzielt. Daher sollte die Ratingagentur eigentlich auf jeden Ertrag aus ihren Aktivitäten Wert legen. Zu dieser Annahme steht nun die Beboachtung unter den 18 genannten Adressen im Widerspruch, dass nicht einmal die einzige Großbank, die auf ihrer Website die Meinung von &#8222;Scope Ratings&#8220; publiziert, für das Rating bezahlt hat.</p>
<p>Auch beim Banco Santander findet sich die Zahl 7 wieder: Die Ansichten von sieben Ratingagenturen stehen in der Frage nach der Bonität des Banco Santander gegen die eine Ratingagentur, Scope Ratings. So bleibt als Fazit, dass es Scope Ratings nach sieben Jahren des Ratings von Großbanken offenbar nicht gelungen ist, aus &#8222;Affären dauerhafte Ehen zu machen&#8220;, um im Bild zu bleiben. Die Großbanken aus den sieben Ländern bevorzugen es heute, ihre Wege ohne Scope Ratings zu gehen.</p>
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		<title>Verständnis von &#8222;Diversity&#8220; bei der &#8222;Scope Group&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2021 09:23:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Dr. Oliver Everling]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeitsrating]]></category>
		<category><![CDATA[Scope]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Begriff &#8222;Diversity&#8220; umfasst Akzeptanz und Respekt. &#8222;Vielfalt&#8220; bedeutet zu verstehen, dass jeder Mensch einzigartig ist, und unsere individuellen Unterschiede zu erkennen. Diese können sich auf die Dimensionen Rasse, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung, sozioökonomischer Status, Alter, körperliche Fähigkeiten, religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, andere Ideologien oder sonstige Merkmale beziehen. „Das Scope Ambassadors Council vereint international renommierte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Begriff &#8222;Diversity&#8220; umfasst Akzeptanz und Respekt. &#8222;Vielfalt&#8220; bedeutet zu verstehen, dass jeder Mensch einzigartig ist, und unsere individuellen Unterschiede zu erkennen. Diese können sich auf die Dimensionen Rasse, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung, sozioökonomischer Status, Alter, körperliche Fähigkeiten, religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, andere Ideologien oder sonstige Merkmale beziehen.</p>
<p>„Das Scope Ambassadors Council vereint international renommierte Persönlichkeiten, die als Botschafter für Scope auf dem Weg zur alternativen europäischen Ratingagentur agieren“, <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank">sagt eine Ratingagentur</a> in Berlin. Diese ist derzeit unter „Scope Ratings GmbH“, „Scope Hamburg GmbH“ oder anderen, in der Vergangenheit immer wieder wechselnden Firmennamen zu finden. Nach fast zwanzigjähriger Tätigkeit vor allem in Berlin, aber auch im europäischen Ausland kämpft die Agentur noch um einen Marktanteil in der Europäischen Union von einem Prozent.</p>
<p>Dieser eine Prozentpunkt Marktanteil kontrastiert mit dem seit Jahren erhobenen <a href="https://scopegroup.com/" target="_blank">Anspruch der Agentur</a>: &#8222;Scope ist der führende europäische Anbieter von unabhängigen Ratings, ESG-Analysen, Fondsanalysen und schafft so mehr Meinungsvielfalt für institutionelle Anleger.&#8220; ESG steht für &#8222;Environmental, Social, and Corporate Governance&#8220;.</p>
<p>Ebenso klangvoll ist nicht nur der Name, sondern auch der Anspruch des <a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank">&#8222;Abassadors Council&#8220;</a> der Ratingagentur: „Der Ambassadors Council repräsentiert die europäische Vielfalt und ihre vielfältigen Finanzmärkte und Volkswirtschaften. Alle Mitglieder bringen ihre Reputation, ihr Netzwerk und ihre Expertise ein, um die Sichtbarkeit der europäischen Rating-Alternative zu stärken.“</p>
<p><a href="https://scopegroup.com/boards-and-ambassadors" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-11905" src="http://www.everling.de/wp-content/uploads/2021/08/Screenshot-2021-08-17-10.47.32.png" alt="Screenshot 2021-08-17 10.47.32" width="400" /></a></p>
<p>Was die Scope Group mit „Vielfalt“ (&#8222;Diversity&#8220;) bei der Vorstellung ihres „Ambassadors Council“ meint, wird deutlich, wenn man sich die Mitglieder dieses Beirats anschaut. In diesem wichtigen Gremium der Scope Group wird Diversity als Gruppe ergrauter Männer verstanden. Nach diesem Verständnis der Scope Group wird die Vielfalt Europas beispielsweise nicht durch Frauen repräsentiert, geschweige denn durch ethnische oder nach anderen Kriterien identifizierbare Minderheiten oder Mehrheiten.</p>
<p>Scope Ratings und ihre Schwestergesellschaften basieren mit ihrer Muttergesellschaft Scope SE &amp; Co. KGaA auf einem System von Gremien: Honorary Board, Board of Trustees und Ambassadors Council – in all diesen Gremien sitzen ausschließlich Männer.</p>
<p>Erst nachdem durch den Greensill-Skandal ein Beiratsmitglied und Scope-Investor, Maurice Thompson, <a href="http://www.everling.de/verschwundener-im-scope-advisory-board/" target="_blank">unauffällig verschwunden</a> war und <a href="http://www.everling.de/verschwundener-im-scope-advisory-board/" target="_blank">öffentlich auf die einseitige Zusammensetzung aller Gremien der Scope-Gruppe hingewiesen</a> wurde, fügte der Aufsichtsrat der Scope SE &amp; Co. KGaA zwei Frauen hinzu. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Georg Graf Waldersee, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der in den Wirecard-Skandal verwickelten Ernst &amp; Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist, wurde erst <a href="http://www.everling.de/die-tragoedie-des-scope-ratings-fuer-greensill-bank/" target="_blank">nach Aufdeckung all dieser Machenschaften</a> abgelöst.</p>
<p>Auch nach diesen Veränderungen bleibt es bei einem überwiegend von Männern kontrollierten Geschäftsmodell in allen Schlüsselpositionen und für alle Sitze im Ehrenrat, Kuratorium, Botschafterrat, Aufsichtsrat, Vorstand und in den Geschäftsführungen des Berliner Unternehmens.</p>
<p>Seit den 1960er Jahren wurde in den Vereinigten Staaten der „Business Case for Diversity“ in Form von positiven Maßnahmen begründet. Diese schöpfen aus dem Gesetz und der Notwendigkeit, die im Civil Rights Act von 1964 umgesetzten Beschäftigungsziele für Chancengleichheit zu erfüllen. Die Maßnahmen folgen dem Ideal, dass jede Person, die akademisch oder physisch für eine bestimmte Stelle qualifiziert ist, den Erhalt dieser Stelle anstreben können sollte, ohne aufgrund ihrer Identität diskriminiert zu werden.</p>
<p>Diversity ist jedoch nicht eine amerikanische Idee, die mit der europäischen Identität in Konflikt stünde und daher keinen Platz in einer europäischen Ratingagentur hätte. Die Unternehmenspraxis der Scope Group steht nämlich auch im <a href="https://sdgs.un.org/goals" target="_blank">Gegensatz zu den Sustainable Development Goals</a> der <a href="https://www.un.org/en/" target="_blank">Vereinten Nationen</a>: <a href="https://sdgs.un.org/goals/goal5" target="_blank">Geschlechtergerechtigkeit</a> erreichen und alle Frauen und Mädchen stärken.</p>
<p>Wenn es sich um ein privates Unternehmen handeln würde, das Dienstleistungen in irgendeinem Nischenmarkt anbietet, wäre dieser Punkt irrelevant und unangemessen, um ihn hier zu diskutieren. Aber im Fall der Scope Group bürgen <a href="http://www.everling.de/scope-ratings-frank-walter-steinmeier-versus-horst-koehler/" target="_blank">altgediente Spitzenpolitiker und sogar ein ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank</a> für diese veraltete und politisch nicht länger akzeptable Praxis der Ratingagentur.</p>
<p>Einer der Gründe, warum das Diversitätsverständnis der Scope Group besorgniserregend ist, besteht darin, dass die Scope Group nun versucht, Angebote anderer anerkannter Ratingagenturen nach anderen „ESG“-Kriterien zu kopieren, was zu einer anderen Bewertung von Unternehmen nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien führen könnte.</p>
<p>Auf diese Weise droht sich das Verständnis von „Diversity“, wie es in der Scope Group praktiziert wird, unter den von der Ratingagentur bewerteten Unternehmen zu vervielfachen. Siehe die <a href="https://scopegroup.com/what-we-do" target="_blank">Website von Scope</a>: „Scope bietet eine ESG-Auswirkungsanalyse, basierend auf einem makroökonomischen quantitativen Modell, das die gesamte Lieferkette eines Unternehmens erfasst. Scope wendet einen modularen Ansatz an, wobei jede Stufe auf der vorherigen aufbaut, um einen Rahmen mit zunehmender Präzision aufzubauen. Die ESG-Lösungen von Scope bedienen die Bedürfnisse von Anlegern und Emittenten gleichermaßen.“</p>
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