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Schwedische Covered Bonds in S&P’s Kategorie 1

Von Dr. Oliver Everling | 17.Juni 2010

Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Kategorisierung schwedischer Covered Bonds in ihrer seit Dezember 2009 neu angewandten Ratingmethodologie geändert. Ab sofort stehen die gedeckten Anleihen aus Schweden in Kategorie 1 und erhalten somit in diesem Schritt der Methodologie die bestmögliche Einstufung. Bisher waren die Bonds in Kategorie 2 eingestuft. Über diese Veränderungen berichtet die DZ BANK in ihrer Research-Publikation „Covered Bonds Biweekly“.

In der Begründung der neuen Einstufung verweist S&P vor allem auf die Verabschiedung der Novelle des schwedischen Covered-Bond-Gesetzes am 1. Juni 2010. Als wichtigste Änderung der bisherigen Gesetzesfassung wird dem Insolvenzverwalter im Insolvenzfall des Covered-Bond-Emittenten im Interesse der Gläubiger von Covered Bonds die Möglichkeit eingeräumt, aktiv das Management von Liquiditäts-, Zins- und Währungsrisiken vorzunehmen, um hierüber im Idealfall eine Insolvenzeröffnung der Deckungsmasse zu verhindern.

S&P vertritt die Auffassung, dass die Änderungen zusammen mit der aus Sicht der Agentur hohen systematischen Relevanz schwedischer Covered Bonds die Möglichkeiten der Refinanzierung für schwedische Emittenten derart gestiegen sind, dass von nun an eine Einstufung in Kategorie 1 gerechtfertigt sei. Der Ratingansatz von S&P ist fünfstufig aufgebaut, die aktuellen Änderungen hinsichtlich der Einstufung der schwedischen Covered Bonds betrifft den ersten Ratingschritt.

In der ersten Stufe der Ratingmethodologie, erläutert Sebastian Sachs vom DZ BANK Research, werden verschiedene Risikotypen (Asset-Liability-Mismatch, Ausfallrisiko der Aktiva, operationelle Risiken, Derivatekontrahenten-Risiken) von Covered-Bond-Programmen bestimmt, berechnet und anschließend in Abhängigkeit des Berechnungsergebnisses insgesamt fünf Kategorien zugeordnet (Zero, low, moderate, high, not applicable). Auf der ersten Stufe determinieren diese Kategorien vorerst und allein im Hinblick auf die Risikokategorien den maximal möglichen Ratingunterschied zwischen Covered Bonds und dem Emittentenrating (unbegrenzt, 5-7 Stufen, 4-6 Stufen, 3-5 Stufen).

Aktuell stehen noch sämtliche von S&P gerateten schwedischen Covered-Bond-Programme auf CreditWatch negative, der Einstufung, auf die sie bei Einführung der neuen Methodologie am 16. Dezember 2009 gesetzt wurden. Sachs: „Da die neue Kategorisierung ab sofort angewandt wird, dürfte es unproblematisch sein, dass alle Programme ihre S&P-Bestnote von AAA behalten.“

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