Notfalls weiter Brandbekämpfung mit Benzin

Von Dr. Oliver Everling | 23.Februar 2018

Das Jahr 2018 startete für Anleger mit einem Wechselbad der Gefühle. Nach unerwartet kräftigen Gewinnen folgte die Korrektur. „Die Kurse an den Finanzmärkten müssen nun wieder die Realität abbilden. Das Erwachen aus dem süßen Traum der letzten Jahre wird eine ganz neue Erfahrung sein“, prognostiziert Didier Saint-Georges, Managing Director und Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac.

Sobald die Aktien- und Anleihekurse die anschließende Instabilität überwunden und sich an die neue Realität angepasst haben, müssen die Anleger davon überzeugt sein, meint Saint-Georges, dass die Wirtschaft weiterhin in guter Verfassung für eine neue, auf soliden Bewertungen basierende Aktienmarktrallye ist. „Falls es zu einer solchen Rallye kommt, könnten sich ideale Möglichkeiten für den Wiedereinstieg bieten, wie es beispielsweise nach der drastischen Marktkorrektur im Oktober 1987 der Fall war. Falls sich das Wirtschaftswachstum hingegen abschwächen sollte, bliebe den Zentralbanken keine andere Option, als ihre jüngsten Mittel erneut anzuwenden, um die Märkte wieder zu beleben.“

Eine solche Kehrtwende würde zunächst für Beruhigung sorgen, wäre aber letztlich auch ein Eingeständnis des Versagens. Saint-Georges: „Und darin liegt das wahre Risiko: Falls die Wirtschaft weiterhin zu schwach wäre, um zunehmenden Stress an den Finanzmärkten zu bewältigen, könnten sich die Wachstums- und Inflationstrends umkehren. Was passiert, werden wir schon in wenigen Monaten wissen.“

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Scheinheilig

Von Dr. Oliver Everling | 23.Februar 2018

Auf den Weltranglisten der wertvollsten Konzerne der Welt besetzen Unternehmen aus Europa inzwischen hintere Plätze. Finanzministerien und Politiker bis zur Ebene der Europäischen Union befassen sich damit, wie sich Europa ein Stück vom Vermögen der Technologiekonzerne wie Alphabet, Amazon, Apple usw. durch Ändern der Steuergesetzgebung holen kann. Die Diskussion um die AAA-Konzerne, die wachsenden Wohlstand auch in die Schwellenländer schneller gebracht haben als je zuvor, blendet über noch viel größere Vermögen hinweg, die mitten aus Europa heraus gesteuert werden, namentlich durch die Kirchen.

Das Buch aus dem FinanzBuch Verlag „Scheinheilig – Das Billionen-Vermögen der Katholischen Kirche“ von Hans-Lothar Merten lenkt den Blick auf die sich einem aussagefähigen Rating entziehende Institution, die nicht erst seit 20 Jahren ein Milliardenvermögen steuert. Das hoch aktuelle Buch kommt zum rechten Zeitpunkt, zu dem die Führungskrise der katholischen Krise eskaliert. Papst Benedikts Rücktritt und die Skandale um die Vatikanbank 2013 waren nur Elemente in der Auseinandersetzung zwischen Konservativen und Reformern, die nach Ansicht von Merten „gerade erst begonnen zu haben“ scheint.

Merten setzt sich aktuell mit dem Fundament der Kirche auseinander, das auf einem – betriebswirtschaftlich gesprochen – einzigartigen Geschäftsmodell beruht und so lediglich vom Islam (mit noch wachsendem Erfolg) kopiert wurde. Das Christentum würde sich heute wohl nur mit mäßiger Bedeutung – wenn überhaupt noch existent – in das Sammelsurium der mehr als 2200 Religionen der Welt fügen, wenn nicht vor rund 1700 Jahren die finanzielle Schieflage des Römischen Caesarenreiches zum Systemwechsel gezwungen hätte.

Der Mailänder Vereinbarung aus dem Jahre 313 n.Chr. folgte die Privilegierung der Christentums im Römischen Reich. Kaiser Konstantin sicherte sich seine Macht. Das Christentum kam willkommen, um sich alten Ansprüchen zu entziehen und durch eine Hyperinflation Vermögen in ungeheurlichem Maße umzuverteilen. Diese Schubumkehr – aus Verfolgten wurden Privilegierte – schuf die entscheidende Voraussetzung zum Kern des Geschäftsmodells der Kirche, durch Mission für zahlende Gläubige zu sorgen.

Die meisten anderen Religionen kennen nicht den für Christen maßgeblichen Missionsauftrag, der die Zerstörung und Ausplünderung fremder Kulturen bis heute – und nicht nur zur Zeit der Conquista – legitimiert. Der Welterfolg gibt dem Geschäftsmodell der Katholischen Kirche recht.

Das Buch von Merten befasst sich jedoch weniger mit den historischen Wurzeln, sondern mit der heutigen Katholischen Kirche: dem Unternehmen Kirche, den Spenden, Steuern und nicht enden wollenden Staatszuschüssen, dem Kirchenschatz und den Machtkämpfen. Steuerliche Abzugsfähigkeit, Privilegien und Subventionen sorgen dafür, dass auch diejenigen die Last der Katholischen Kirsche zu tragen haben, die ihr nicht angehören.

Obwohl die Kirche zu den intransparentesten Organisationen überhaupt gehört, gelingt es Merten, an vielen Stellen Licht in die klerikale Finsternis zu werfen: Klosterorden, weltliche Orden, Verbände in der Weltkirche, Caritas, Missionswerke, Kirchenstiftungen, „Reisen im Namen des Herrn“, Urlaub und Wellness im Kloster, Ferienwerke und Freizeiteinrichtungen, Hotels, Klosterbrauereien, Weingüter, Medienunternehmen, Bibliotheken und Büchereien, Museen, Katholische Wohnungs- und Siedlungsunternehmen, Kirchenbanken, Kirchenfonds, Kirchenversicherungen, Handel – geistliche und ökonomische Macht unter dem Dach der Weltkirche.

Von einem Buch im Umfang von 269 Seiten, wie es Merten vorlegt, darf nicht erwartet werden, auch nur annähernd vollständig die Vermögenswerte der Katholischen Kirche zu erfassen. So sind seine Ausführungen zum Kirchenschatz im Vatikan und Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Großbritannien, Schweiz, Österreich, in den USA, Argentinien und Deutschland sowie speziell in Deutschlands Diözesen eher nur Schlaglichter als vollumfängliche Ausleuchtungen der Schatzkammern. Die wohl gehüteten Geheimnisse der Kirche bleiben auch einem ambitionierten Autoren wie Merten letztlich unzugänglich.

Weitere Enthüllungen zu den vielen Greueltaten der Kirche, den Machenschaften am Hof des Papstes, den Kinderschändungen und Missbrauchsfällen, zur Geldwäsche in der Kirche und sonstigen Verfehlungen sind nicht Gegenstände dieses Buchtitels. Das Buch empfiehlt sich als Sachbuch, das der ökonomischen Rolle der Katholischen Kirche und der Struktur ihres Billionen-Vermögens gewidmet ist.

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Start in den neuen Auswahlindex Scale 30

Von Dr. Oliver Everling | 20.Februar 2018

Die vergleichsweise schwache Performance der DAX Unternehmen wird vielfach beklagt. Anleger machen sich daher auf die Suche nach Alternativen. Die Hoffnungen liegen auf einem neuen Index der Deutschen Börse.
Die Mutares AG (ISIN: DE000A0SMSH2) ist unmittelbar zu dessen Start in den neuen Auswahlindex Scale 30 der Deutschen Börse aufgenommen worden. Für die Einbeziehung hat sich die Gesellschaft als einer der liquidesten Titel im Scale Segment an den Handelsplätzen Xetra und Frankfurt qualifiziert. Mutares war bereits 2017 Gründungsmitglied des Scale Segments für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), das seitdem eine Kurssteigerung von rund 30 Prozent verzeichnen konnte.
Der neue Index Scale 30 orientiert sich in der Gewichtung der einbezogenen Werte mit einer vierteljährlichen Anpassung nach der Marktkapitalisierung an den Indizes des Prime Standards. Die Abbildung der Wertentwicklung erfolgt als Kurs- und Performance-Berechnung in Euro (ISIN: DE000A2J0PW5 / DE000A2GYJT2). Schon jetzt profitieren wachstumsstarke Unternehmen mit einem etablierten Geschäftsmodell wie die Mutares AG vom Mittelstandssegment Scale durch eine gesteigerte Sichtbarkeit bei in- und ausländischen Investoren.
„Als Befürworter eines mittelständischen Wachstumssegments der ersten Stunde und Gründungsmitglied von Scale freuen wir uns sehr über die Aufnahme in den neuesten Auswahlindex. Mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung der Mutares-Aktie haben wir die erhöhte Visibilität durch Scale konsequent genutzt, um die Entwicklung unseres Unternehmens noch transparenter zu kommunizieren und konnten dessen Performance damit sogar noch übertreffen. Das wollen wir auch als Scale 30-Unternehmen tun“, sagt Robin Laik, CEO der Mutares AG.

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Lux Topic – Aktien Europa

Von Dr. Oliver Everling | 20.Februar 2018

TELOS hat den Lux Topic – Aktien Europa geratet. Der Fonds erfüllt nach Ansicht der Ratingagentur sehr hohe Qualitätsstandards und erhält die Bewertung „AA+“ auf einer Skala von A bis AAA (höchste Qualitätsstandards).

Die Agentur erstellt einige Auszüge aus dem TELOS-Kommentar zur Verfügung: „Der LuxTopic – Aktien Europa wird nach einem gut strukturierten Investmentprozess gemanagt, der einem quantitativen Ansatz folgt und sich auf den Blue-Chip-Index DJ Euro Stoxx 50 konzentriert. Das Fondsmanagement verfolgt das Ziel einer langfristig überdurchschnittlichen Performance bei unterdurchschnittlicher Volatilität im Vergleich zur Benchmark, wobei die risikoadjustierte Performance oberste Priorität hat. Langfristig wird grundsätzlich i. S. eines Marktzyklusses verstanden. Wesentliches Kernelement der Strategie ist der Einsatz von Optionsstrategien, die sich insbesondere in schwachen/(einbrechenden) Märkten als Sicherungselement mit positiven Effekten auf die relative Outperformance zum Vergleichsindex hervorhebt.“

„Das Team zeichnet sich durch Vielfalt hinsichtlich Qualifikation und Berufserfahrung aus“, so der Kommentar weiter. „Der Fondsmanager Dipl. Ing. Robert Beer bringt weit reichende Expertise aus den Optionstrategien ein, die für die Performance- und Risikozielerreichung von gehobener Bedeutung ist. Er hat unter anderem mehrere Jahre Großbanken zu diesem Thema geschult und bei der Entwicklung der Derivatesoftware mitgewirkt. Seit über fünf Jahren bringt Dipl. Inform. (FH) Peter Lukas seine praktische Erfahrung aus über einer Dekade mit ein. Weiter ergänzt auch Manuel Achatz seit einem Jahr das Team mit seinen mathematischen Fähigkeiten sowie seiner Softwarebegabung.“

Über die letzten 5 Jahre belief sich, so der Bericht der Ratingagentur, die annualisierte Performance auf 4.79% bei einer risikoadjustierten Performance in Form der Sharpe-Ratio von 0.36. „Der LuxTopic – Aktien Europa weist als charakteristisches Merkmal eine Volatilität aus, die unter jener des DJ Euro EuroStoxx 50 Index liegt.“

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Smartphones lassen die Ansprüche steigen

Von Dr. Oliver Everling | 20.Februar 2018

Millenials in den Schwellenländern bevorzugen Smartphone-Marken aus dem eigenen Land oder aus anderen Schwellenländern gegenüber westlichen Marken. Smartphones von Huawei, Xiaomi und Lenovo verzeichnen in Indien einen rasanten Umsatzanstieg, stellen Will Ballard, Head of Emerging Markets and Asia Pacific Equities, Xiaoyu Liu, Fondsmanagerin für Schwellenländeraktien und Aaron Grehan, Senior Portfolio Manager im Emerging Markets Debt Team, in einem Marktkommentar von Aviva plc fest.
„Neue Telekommunikationsunternehmen bieten dieser Bevölkerungsgruppe mobile Datenpauschalen an, die ihren Anforderungen besser entsprechen als Pakete der etablierten Betreiber. Unternehmen wie Reliance Jo mit Sitz in Mumbai ködern Millenials mit unglaublich günstigen Datenpaketen. Wir werden sehen,“ so die Experten weiter, „ob der Erfolg in diesem starken Wettbewerbsumfeld anhält. Sicher ist, dass Telekommunikationsanbieter, die nicht auf die Erwartungen der jüngeren Generationen eingehen, zurückbleiben werden. Diese Entwicklung ist in allen Schwellenländern zu beobachten.“
Aus den Beobachtungen der Fondsmanager zu den Smartphones lassen sich auch Trends in anderen Branchen erahnen. Die hohe Marktdurchdringung der Smartphones habe auch Auswirkungen auf die Bereiche Bildung, Gesundheit und Konsumgüter, machen die Experten klar. „Ein wohlhabender Millenial in Indien weiß, dass die Gesundheitsleistungen vor Ort nach internationalen Maßstäben schlecht sind. So kann es sein, dass er sich im Ausland von einer ausgezeichneten, privaten Krankenhauskette wie Bumrungrad in Thailand behandeln lässt. Grenzüberschreitende Leistungen werden in den Schwellenländern immer beliebter. Das ist ein interessanter Trend.“

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Steuerreform macht Vergleiche schwierig

Von Dr. Oliver Everling | 20.Februar 2018

Die Berichtssaison in den USA nähert sich ihrem Ende. Auch für die Fonsmanager wird es daher Zeit, Bilanz zu ziehen. Nach Recherchen von Olivier de Berranger, CIO bei La Financière de l’Echiquier, fällt diese überaus positiv aus: 78 % der amerikanischen Unternehmen wiesen über den Prognosen liegende Umsätze aus und mehr als 80 % von ihnen überraschten positiv mit ihrem Ergebnis.
Die weitere Interpretation dieser Ergebnisse erachtet er indes als schwierig. Insbesondere, weil die US-Steuerreform zu Verzerrungen geführt habe. So seien einerseits Steuersätze gesenkt, andererseits aber auch Steuervergünstigungen gestrichen worden. Auch die weitere Verwendung von im Ausland erzielten Gewinnen, die absehbar zurückgeführt werden, sei unklar.
Olivier de Berranger schließt daraus, dass die Geschäftsführer amerikanischer Unternehmen eine abwartende Haltung anscheinend für dringend geboten halten. „Die Mitteilungen der Unternehmen erweisen sich nach wie vor als sehr vage. Wenngleich die Reden der Führungskräfte nur so vor Zuversicht strotzen, sind konkrete Ankündigungen selten“, kommentiert de Berranger.

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Wohnungen knapp trotz Neubaugenehmigungen

Von Dr. Oliver Everling | 19.Februar 2018

Die Wohnungsknappheit in Frankfurt könnte sich durch Zuzug aufgrund des Brexits verschärfen. Aber auch in Berlin zeigt sich ein rasanter Anstieg des Zuzugs, wohingegen die Mietpreise im Verhältnis zu anderen Großstädten noch als moderat zu bezeichnen sind. Dementsprechend war hier der Anstieg der Kaufpreise am größten: Laut IMX (Immobilienindex von ImmoScout für die Entwicklung der Angebotskaufpreise) stiegen die Kaufpreise für Bestandsimmobilien 2017 um 13,4 Prozent in Frankfurt bzw. um 20,5 Prozent in Berlin. In München sind die Kaufpreise je nach Lage mit mittlerweile über 6.000 Euro pro Quadratmeter für Bestandsimmobilien am höchsten innerhalb Deutschlands. Die Mietrenditen sind hier hingegen bundesweit am niedrigsten.

„Innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich die Kaufpreise in München zwar mehr als verdoppelt, jedoch sind sie zuvor auch jahrelang nicht gestiegen“, kommentiert Hagen Ernst, stellvertretender Leiter des Bereichs Research & Portfoliomanagement bei der DJE Kapital AG. „Im internationalen Vergleich sind sie mit Blick auf das Verhältnis der Mietkosten zum Einkommen jedoch nicht überhöht. Darüber hinaus liegt die Mietrendite immer noch im Schnitt bei 3 Prozent und ist somit deutlich höher als aktuelle Finanzierungskosten auf 10 Jahre von ca. 1,5 Prozent. In manch anderen Metropolen wie etwa New York sieht es ganz anders aus. Die Mietrenditen sind dort mittlerweile deutlich niedriger als die Zinskosten. Das ist eher besorgniserregend und spricht für eine Blasenbildung.“

Politiker betonen immer wieder, dass die Schaffung von Wohnraum oberste Priorität hat, reflektiert Ernst. „Wenn man sich die Neubaugenehmigungen jedoch genauer ansieht, sind sie laut Statistischem Bundesamt in der Zeit von Januar bis November 2017 (Dezemberzahlen liegen noch nicht vor) um 7,8 Prozent auf 313.658 gefallen. Das dürfte kaum ausreichen, um dem Bedarf durch Zuzug gerecht zu werden. So wurden im Rekordjahr 2015 1,1 Millionen Zugezogene in Deutschland verzeichnet, 2016 waren es 750.000 Menschen. Die Zahlen für 2017 liegen aktuell noch nicht vor, dürften sich aber auf anhaltend hohem Niveau bewegen. Die Wohnungsknappheit kann somit aktuell nicht wirklich gelöst werden.“

In Berlin etwa seien laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 2016 gerade einmal 13.659 neue Wohnungen gebaut worden. Dem steht nach Recherche von Ernst ein jährlicher Zuzug von ca. 50.000 seit 2011 gegenüber. Ernst sieht darin einen Beweis, dass die Wohnungsnot in Berlin aktuell eher größer als kleiner wird. „Es ist daher wenig verwunderlich, dass gerade die Hauptstadt in den letzten Jahren einen starken Kauf – und Mietpreisanstieg verzeichnete. Schließlich ist das Angebots- und Nachfrageverhältnis neben dem Zinsniveau die entscheidende Determinante für die Entwicklung der Kaufpreise und Mieten. Solange die Zinsen nicht spürbar steigen, dürften die Immobilienpreise auch nicht fallen. Im Rahmen des Mietpreiswachstums könnten sie vielleicht sogar moderat ansteigen.“

Die Börsen reagieren nach Ansicht von Ernst zum Teil überempfindlich auf Zinsanstiege. „Nach den jünst leicht gestiegen Zinsen sind deutsche Wohnimmobilien-Aktien zum Teil stark gefallen und notieren aktuell teilweise deutlich unter ihrem Buchwert (Nettovermögenswert). Auf Grund der anhaltenden Wohnungsknappheit in Deutschland ist es allerdings unwahrscheinlich, dass die Kaufpreise in naher Zukunft fallen. Das bietet aktuell gute Einstiegsgelegenheiten für Investoren. Die Gewinn- und Dividendenperspektiven sind unverändert gut. Die DJE Kapital AG ist daher auch weiterhin in Immobilien investiert.“

Mehr zum Thema auf der Tagung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit auf der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach: Von Mietnomaden bis Immobilienhaien: Wo bleiben die marktwirtschaftlichen Prinzipien im europäischen Wohnungsmarkt?

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Capital Fonds-Kompass 2018

Von Dr. Oliver Everling | 16.Februar 2018

Vontobel Asset Management wurde im Rahmen des Capital Fonds-Kompass 2018 mit der Bestnote von fünf Sternen unter die besten vier Fondsanbieter in Deutschland gewählt. Nach Einschätzung der Jury führte vor allem „ein nahezu perfektes Ergebnis in der Fondsqualität“ zu der sehr guten Platzierung. Damit zählt Vontobel Asset Management zu den stärksten Aufsteigern im diesjährigen Fondsranking von Capital. Besonders hervorgehoben wurden in der Auswertung die Fonds Vontobel Fund – Clean Technology (LU0384405600), Vontobel Fund – mtx China Leaders (LU0278091979) und Vontobel Fund – Emerging Markets Equity (LU0040507039).

„Wir sind sehr stolz darauf, mit dieser renommierten Auszeichnung zu den besten Fondsgesellschaften in Deutschland zu gehören“, so René Weinhold, Head of Sales Deutschland und Österreich. „Diese Auszeichnung ist eine Bestätigung unserer harten Arbeit und zeugt neben dem gewissenhaften Einsatz unserer Investment-Teams auch von unserem Bemühen, einen guten Service zu liefern.“

Das Wirtschaftsmagazin Capital ermittelt seit 2003 in Kooperation mit dem Fondsanalysehaus Scope-Analysis (vormals Feri EuroRating Services) und den Service-Experten von Tetralog Systems, von welcher Fondsgesellschaft Kunden attraktive Fonds, einen guten Service und ein erfahrenes Management-Team erwarten können. Für den Capital Fonds-Kompass prüfen die Experten die Leistungen der 100 wichtigsten Fondsgesellschaften. Die Qualität der Fonds fließt dabei als wichtigstes Kriterium mit 50 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Die Produktpalette geht mit 10, das Fondsmanagement mit 15 und der Kundenservice mit 25 Prozent in die Bewertung ein.

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Mieten steigen nicht schnell genug

Von Dr. Oliver Everling | 16.Februar 2018

Die Mietpreisentwicklung bei Wohnungen bereitet zunehmend Sorgen. Die Mieten steigen nicht schnell genug, um Anleger für die mit ihren Investments eingegangen Risiken angemessen zu entschädigen. Wer eine Immobilie zu eignen Wohnzwecken oder als Kapitalanlage kauft, kann sich nicht mehr darauf verlassen, einen angemessenen Mietzins zu erhalten, denn die Renditen sind rückläufig. Die neue Catella Wohnkarte 2018 zu 80 deutschen Standorten zeigt eine weiterhin hohe Nachfrage nach Wohnungen, einen nochmaligen Anstieg bei den Mieten, aber einen Rückgang der Renditen.

Der stärkste Mietanstieg in den vergangenen zwölf Monaten erfolgte nach Recherchen der Immobilienspezialisten in der Kategorie „sehr gute Wohnlagen ohne die sieben A-Standorte“ mit +3,35 %, gefolgt von der Kategorie „sehr gute Lage in der gesamten Bundesrepublik“ (+3,31 %). Gerade in den sogenannten sehr guten Wohnlagen der Top- 7-Standorte wurde erstmals die 16 €/m²-Grenze im Durchschnitt überschritten, auch im bundesdeutschen Durchschnitt haben die sehr guten Wohnlagen an den 80 Standorten die 10 €/m² durchschritten.

Spitzenreiter bei den durchschnittlichen Mieten in sehr guten Wohnlagen ist aktuell München mit 22,25 €/m² – der geringste gemessene Wert in dieser Lagekategorie findet sich in Remscheid und Herne mit 7,12 €/m² (mittlere Lage 5,96 €/ m² bzw. 5,95 €/m²).

Mit einer durchschnittlichen Spitzenrendite von 4,7 % (5,1 % gegenüber 2017) nähert sich die Entwicklung erstmals seit 1990 der 4 % Schwelle, was sich in der sehr hohen Investorenneigung in der A-Standort-Kategorie und sehr guten Wohnlagen ausdrückt. Spitzenreiter an den A-Standorten ist München mit 2,8 % Spitzenrendite, der höchste gemessene Wert wird in Herne (7,1 %) erzielt, gefolgt von Cottbus (7,0 %) und Remscheid (6,5 %).

„An dieser Entwicklung zeigt sich deutlich, dass sich die Nachfrage in Kombination mit Mietpreisanstiegen primär auf die sehr guten Wohnlagen fokussiert“, so Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella. Zwar sind auch in den mittleren Lagen die Mietpreise gestiegen (im Durchschnitt in Deutschland um +1,98 %), der Anstieg fällt aber bei weitem nicht so stark aus.

„Klar ist aber auch, dass die deutschen Wohnimmobilienmärkte sich mehr denn je heterogener darstellen, als es in den gängigen Miet- und Preisindizees zum Ausdruck kommt, sei es mit dem Aufkommen neuer Angebote in der Wohnraumtypologie („Wohntürme“), als auch in den veränderten Flächengrößen („Micro Living“)“, so Beyerle weiter. „Vor diesem Hintergrund sollten auch diese Aspekte bei politisch motivierten Diskussionen zukünftig Einzug halten.“

Hier die vollständige Analyse. Mehr zum Thema auf der Tagung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit auf der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach: Von Mietnomaden bis Immobilienhaien: Wo bleiben die marktwirtschaftlichen Prinzipien im europäischen Wohnungsmarkt?

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Hoffnungen in Südkorea

Von Dr. Oliver Everling | 15.Februar 2018

Nach Emil Wolter, Portfoliomanager Emerging Markets bei der internationalen Fondsgesellschaft Comgest, sind für die südkoreanische Wirtschaft nach wie vor die sogenannten Chaebols; größere Familienunternehmen, die meist aus verschiedenen Sparten bestehen und als Mischkonzerne auch großen Einfluss auf die Politik nehmen. „Aber wir beobachten zunehmend, dass diese Verflechtungen allmählich aufbrechen und das Land auch im Bereich der Corporate Governance bereits spürbare Fortschritte gemacht hat.“

Für Investoren könnten die Reformen nach seiner Meinung längerfristig positiv sein, wenn sie die großen Konzerne zu Verbesserungen ihrer Corporate Governance zwingen. Positive Signale sind etwa von Südkoreas größtem Unternehmen, Samsung Electronics, zu vernehmen.

So sollen rund zehn Prozent der eigenen Aktien aus dem Verkehr gezogen werden. Darüber hinaus hat sich der Konzern verpflichtet, seine Dividende in den kommenden drei Jahren zu verdoppeln und damit einen Interessensausgleich zwischen der kontrollierenden Lee-Familie und den Minderheitsaktionären herbeizuführen. Wenn die Mitsprachemöglichkeiten der Aktionäre erweitert und Anreize für höhere Investitionen und Dividendenzahlungen geschaffen werden, könnten die Shareholder Returns und damit die Bewertungen im Laufe der Zeit steigen.

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