Zahlen der comdirect Gruppe

Von Dr. Oliver Everling | 5.Februar 2016

Die Kundengesamtzahl der comdirect Gruppe betrug Ende Januar 2,998 Mio.(Dezember: 2,989 Mio.), berichtet die Gesellschaft. Es wurden 1,792 Mio. Wertpapierdepots geführt (Dezember: 1,786 Mio.), und das betreute Kundengesamtvermögen lag im Januar bei 62,54Mrd. Euro (Dezember: 65,50 Mrd. Euro).

Im Geschäftsfeld B2C (comdirect bank) wurden nach Angaben der Gesellschaft 1,393 Mio.Orders ausgeführt (Dezember: 1,193 Mio.). Die Kundenzahl lag im Januar bei 2,010 Mio. (Dezember: 2,001 Mio.). Ende Januar wurden 950 TausendWertpapierdepots geführt (Dezember: 944 Tausend). Das betreute Kundenvermögen lag im Januar bei 38,49 Mrd. Euro (Dezember: 39,94 Mrd. Euro). Davon entfallen 22,67Mrd. Euro auf das Depotvolumen (Dezember: 24,14 Mrd. Euro) und 15,83 Mrd. Euro auf das Einlagevolumen (Dezember: 15,80 Mrd. Euro).

Das Geschäftsfeld B2B (ebase) zählte im Januar 988 Tausend Kunden (Dezember: 988 Tausend). Das betreute Kundenvermögen lag im Januar bei 24,04 Mrd. Euro (Dezember: 25,56 Mrd. Euro).

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KMU mit Gründergeist statt „German Angst“

Von Dr. Oliver Everling | 5.Februar 2016

Datenschutz, Vertrags- und Haftungsfragen – Unternehmensberaterinnen und -berater aber auch die von ihnen unterstützen Unternehmen arbeiten unter immer komplexer werdenden gesetzlichen Rahmenbedingungen. Der Verband „Die KMU-Berater – Bundesverband freier Berater e. V.“ will diese Komplexität auf seiner Frühjahrstagung am 8. und 9. April 2016 in Frankfurt am Main transparenter machen. Unter der Überschrift „Der KMU-Berater und sein rechtliches Umfeld“ werden Experten aus Politik und Rechtswissenschaft Hintergründe beleuchten und Praxistipps für den Umgang mit rechtlichen Fallstricken geben. Tagungsprogramm und Anmeldung unter www.tagung.kmu-berater.de.

Die Tagung startet mit einem optimistischen Appell von Wolfgang Greilich (FDP), Vizepräsident des Hessischen Landtags, der in seinem Grußwort fordert: „Gründergeist statt ‚German Angst’”. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Dr. Julius Reiter von baum reiter & collegen Rechtsanwälte unter dem Titel „Chancen und Risiken der Regulierung für die Beraterbranche“. Die immer größer werdende Bedeutung des Datenschutzes und die damit verbundenen Möglichkeiten für die Erweiterung der Beratungskompetenz stellt Rechtsanwalt Alexander Wagner vor, Partner bei WOLFF GÖBEL WAGNER und Lehrbeauftragter für IT-Recht der FH Südwestfalen.

Bereits bei der Akquise von Beratungsaufträgen drohen rechtliche Stolperfallen. Noch mehr gilt dies für den Abschluss des Beratungsvertrages. Rechtsanwalt und KMU-Berater Martin Janssen gibt in seinem Vortrag deshalb Formulierungshilfen. Die „Haftungsthemen für den KMU-Berater“ sind vielfältig. Besonders in der Krisen- und Sanierungsberatung können Haftungsrisiken erheblichen Umfang erreichen. Dr. Johannes Thoma von Schindhelm Rechtsanwälte zeigt die wesentlichen Haftungsthemen und die passenden Vermeidungsstrategien auf. Ergänzt wird dieses Thema durch den Vortrag von Erich Reiter von der ERGO-Versicherung über „Typische Schadensereignisse in der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung“.

Kreditverträge und kapitalbildende Lebensversicherungen stehen im Mittelpunkt des Vortrags von Tobias Stöhr von Merz & Stöhr Rechtsanwälte. Er wird über den wirtschaftlichen Mehrwert dieser Verträge sprechen und darstellen, wie man diesen erhöhen kann.

Zu den Tagungen des Verbandes sind ausdrücklich auch Nicht-Mitglieder eingeladen. „Zur Frühjahrstagung 2016 bieten wir Beraterinnen und Beratern einen Rabatt auf die Teilnehmerbeiträge an. So möchten wir die Diskussionsbasis für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erweitern“ sagt der Verbandsvorsitzende Thomas Thier und weist damit auf einen besonderen Vorteil dieser Tagung hin.

Ergänzt wird das Programm durch einen Marktplatz. Beratungsnahe Dienstleister wie Die KMU-Akademie e. V., der Bundesverband StrategieForum e. V., das Finanzportal Compeon und andere suchen den Austausch mit den Beraterinnen und Beratern.

„Die Zahl der Gesetze und Verordnungen steigt kontinuierlich. Viele davon betreffen unser Geschäft als Beraterinnen und Berater. Als Verband sehen wir die zunehmende Regelungsdichte für unser Geschäft, aber auch für die Geschäftsmodelle unserer Kunden und Mandanten, nicht ohne Sorge. Darum beschäftigt sich unsere diesjährige Frühjahrstagung mit dem rechtlichen Umfeld der KMU-Beratung und lädt zum Wissens- und Erfahrungsaustausch ein“, sagt Thier.

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Dr. Claus Proschka Leiter Debt Advisory bei REAG

Von Dr. Oliver Everling | 3.Februar 2016

Die REAG Real Estate Advisory Group, Teil der weltweit tätigen Duff & Phelps Gruppe, hat Dr. Claus Proschka (55) zum Leiter Debt Advisory ernannt. In dieser neu geschaffenen Position wird er von Frankfurt aus für die REAG den Aufbau des Debt-Advisory-Geschäfts übernehmen. Der promovierte Jurist berichtet in seiner neuen Funktion direkt an James Bauer MRICS, Geschäftsführer der REAG.

Dr. Claus Proschka ist seit 20 Jahren im Immobilienfinanzierungsgeschäft tätig. Vor seinem Wechsel zu REAG war er Geschäftsführer der TARGET Investment Management, die insbesondere ausländische Investoren bei deren Investments in deutsche Immobilien betreut. Im Laufe seiner Karriere leitete er zudem unter anderem die Niederlassung der Bank of Ireland in Frankfurt und das internationale Geschäft der Allgemeinen Hypothekenbank.

Schwerpunkte der REAG sind Bewertung, Transaction Advisory, Datenräume, Asset Management Support und technische Beratung im Immobilienbereich. Hierbei ist sie eines der führenden Unternehmen auf dem deutschen Markt. Mit dem neuen, von Dr. Claus Proschka geleitetem, Segment Debt Advisory vervollständigt die REAG ihr umfangreiches Leistungsangebot und stärkt ihre Position als Kompetenzzentrum für dieses Geschäftsfeld innerhalb der global agierenden Duff & Phelps Gruppe.

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Online allein ist kein Effizienzgewinn

Von Dr. Oliver Everling | 3.Februar 2016

So praktisch eine Warenkreditversicherung (WKV) auch ist, die üblichen Kommunikationsformen mit der Kreditversicherung ziehen einen nicht zu unterschätzenden Aufwand nach sich, warnt die Prof. Schumann GmbH. Üblicherweise bieten die Kreditversicherungen ein Online-Portal an, in dem die Kunden ihre Anfragen stellen. Sie können darüber die Ergebnisse verfolgen, erhalten diese aber auch per E-Mail und Fax. Das bedeutet, dass die Informationen oftmals in getrennten Systemen vorliegen oder überhaupt nicht elektronisch verfügbar sind.

Eine Integration in die Kundensysteme fehlt völlig, alle Daten sind manuell zu übertragen, berichtet die Prof. Schumann GmbH aus der Praxis. Dieses führt zu Doppelaufwand, bewirkt Fehler und kann auch dazu führen, dass einzelne Sachverhalte bei der Prüfung und Meldung vergessen werden können. Zudem ist die Einhaltung der Obliegenheitspflichten manuell nur mit hohem Personal- und Zeitaufwand zu leisten. Die Abläufe sind oftmals uneinheitlich und bergen ein enormes Fehlerrisiko. Zu spät erstattete Nichtzahlungsmeldungen oder überschrittene Deckungszusagen können im schlimmsten Fall sogar dafür sorgen, dass der Versicherungsschutz erlischt. Ein systematischer Überblick über die anstehenden Aufgaben ist nur schwer zu erhalten. Und die Auswertungen, welcher Kunde mit welchem Limit versehen ist oder welche Kunden im Rahmen der Pauschalversicherung versichert sind, sind aufgrund der Dynamik schwierig und zeitaufwändig.

Verschiedene Kreditversicherungen bieten aber auch Online-Schnittstellen für ihre Kunden an, die diese in ihre operativen Systeme einbinden können. „Nutzt der Kunde eine integrierte Kreditmanagement-Lösung, wie den Credit Application Manager CAM, die online die Warenkreditversicherung anbindet, so lassen sich viele Prozesse oder Teilprozesse automatisieren und die Probleme überwinden. CAM unterstützt sowohl Kreditantragsprozesse als auch Bonitätsmonitoring und die Erfüllung von Obliegenheitspflichten“, weiß Frau Dr. Martina Städtler-Schumann, die Geschäftsführerin der Prof. Schumann GmbH.

Die elektronische Einbindung von WKV-Prozessen in die eigene Systemlandschaft bietet viele Vorteile. Alle Informationen sind aktuell und auf einen Blick in einer zentralen Kreditakte verfügbar. Je nach Anbieter können Stammdatenabgleich, Bonitätsprüfung und verschiedene Aspekte der Antragsverwaltung automatisiert durchgeführt werden. 

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Mikrowohnen im Rating

Von Dr. Oliver Everling | 1.Februar 2016

Städteverdichtung bei steigenden Mieten und Bodenpreisen stellt in Europa eine Herausforderung dar. Eine Antwort darauf sind Mini- oder Mikrohäuser. Sie bieten ein Zuhause auf kleinstem Raum, vorausgesetzt die Bewohner lassen sich auf eine ganz neue Wohn- und Lebensweise ein.

Um der in den europäischen Metropolen gegenwärtig herrschenden Wohnraumverknappung und den steigenden Kauf- und Mietpreisen entgegenzuwirken, wird als Lösungsvorschlag zumeist die Angebotsausweitung empfohlen, gemäß der Doktrin „mehr Bauen“. „Doch ohne dies aus den Augen zu verlieren, kann man auch den Weg der Nutzungsverknappung wählen“, so Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research von Catella. „Und zwar durch Fokussierung auf „Wohnfläche pro Kopf““. Das mag auf den ersten Blick zunächst undogmatisch und vielleicht sogar unpopulär sein, doch nicht umsonst wird in der Immobilienwirtschaft zurzeit der Begriff des Mikrowohnens intensiv diskutiert und entsprechende Konzepte werden präsentiert. Eine Antwort auf die skizzierten Herausforderungen scheinen Mini- oder Mikrohäuser zu sein.

„Unsere Gesellschaft verändert sich und damit verändern sich auch unsere Wohnbedürfnisse. Trotz der kompakten Bauweise in den Städten Europas besteht nur punktuell Erfahrung in Bezug auf das Thema Verdichtung“, so die Catella-Analysten im aktuellen Market Tracker.

Doch das hat seinen Preis in Form einer Änderung des gewohnten Lebensstils. „Um in einem Mikrohaus „überleben“ zu können, muss man seinen Lebensstil auf die geänderten Bedingungen anpassen, d.h. sich reduzieren und eine gewisse Affinität zum Minimalismus entwickeln“, so Beyerle weiter. Nicht zuletzt deshalb zielt diese Art des Wohnens primär auf eine jüngere, flexible und vorwiegend mobile Generation – die sog. 25-Stunden-Gesellschaft. Sie verbringt die meiste Zeit außer Haus, die Stadt ist ihr „Wohnzimmer“.

Die von Catella untersuchten Mikrohäuser in Europa weisen hinsichtlich der Größe/Wohnfläche folgende Verteilung auf: Der größte Teil der Objekte (58%) liegt in der Größenklasse 25-60 qm, 13% ≤ 24 qm, 29% ≥ 61 qm. Auch die Baustruktur wurde untersucht: Über die Hälfte (55%) sind aus Holz gebaut, 18% im Steinbau, 11% bestehen aus Plastik und 9% aus Stroh; ohne oder ergänzend mit Fundament, auf Rollen oder im Wasser als sog. Floating Homes. Sie alle sind dabei größtenteils voll ausgestattete Wohnungen, mit Schlafbereich, Küchennische, Bad und Wohnzimmer sowie teilweise einer Terrasse.

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Globales Wirtschaftswachstum steigt

Von Dr. Oliver Everling | 1.Februar 2016

Suneil Mahindru, Chief Investment Officer für internationale Aktien bei Goldman Sachs Asset Management, kommentiert die Aktienmärkte: sie haben sich 2015 weltweit uneinheitlich entwickelt. Während Europa und Japan die meisten Märkte geschlagen haben, war die Ausbeute in den USA und den Emerging Markets enttäuschend. Auch wenn wir für 2016 wieder schwierige Marktbedingungen erwarten, bleiben Aktien unsere erste Wahl.

Das globale Wirtschaftswachstum wird 2016 – nach einer gewissen Abkühlung im vergangenen Jahr – wieder leicht steigen, so die Prognose von Mahindru. Dies sollte reichen, um die Profitabilität der Unternehmen aufrechtzuerhalten und die Aktienkurse höher zu treiben. Die Zentralbanken werden jedoch vor dem Hintergrund des immer noch fragilen Weltwirtschaftswachstums an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan könnten infolge der unter den Zielwerten liegenden Inflationsraten die Zinsen in der zweiten Jahreshälfte noch weiter senken. Der wirtschaftspolitische Kurs Chinas hingegen ist nach seiner Meinung weniger berechenbar, denn im Land der Mitte müssen die politischen Entscheidungsträger konkurrierende Ziele hinsichtlich Wachstum und Reformen in Einklang bringen. Eine weitere Abwertung des Yuan durch die People’s Bank of China ist vermutlich wahrscheinlich.

Aktien werden daher in einem erneut von niedrigen Renditen geprägten Jahr weiter besser abschneiden als die meisten anderen Anlageklassen. Doch eine Renditeentwicklung prognostizieren zu wollen käme dem Versuch einer weltweiten Wettervorhersage gleich. Investoren sollten daher über den Tellerrand der Schlagzeilen, Durchschnittswerte und Gesamtzahlen blicken.

Die niedrigen Wachstumsraten trieben Investoren im vergangenen Jahr dazu, Wachstum um jedem Preis zu suchen. Das Ergebnis am Ende des Jahres lautete: FANG (Facebook, Amazon, Netflix, Google) +75 Prozent, die restlichen 496 Aktien des S&P 500-Index landeten bei -2 Prozent (1). Diese extreme Dynamik führte zu Marktumständen, von denen versierte Stock-Picker 2016 profitieren können. Viele Marktteilnehmer werden sich auf fundamentale Unternehmensbewertungen zurückbesinnen, bedingt durch das große Risiko der teuer gehandelten Aktien und der relativ hohen Attraktivität jener Aktien, die unterhalb der Marktmultiplikatoren gehandelt werden. Somit könnte 2016 eine Spiegelung von 2015 werden, in dem die schlechte Performance weniger gut bewerteter Aktien durch die positive Entwicklung hunderter anderer Aktien ausgeglichen wird.

In Europa interessieren uns insbesondere Unternehmen, die stärker von der Erholung am europäischen Markt abhängen und weniger von den Emerging Markets. Europäische Aktien könnten davon profitieren, dass das Gewinnwachstum am heimischen Markt wieder aufholt. Das wäre bereits bei einer nur moderaten Zunahme des Wirtschaftswachstums möglich. Zwar steht die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone noch am Anfang, aber die Bilanzen europäischer Unternehmen sind kerngesund und der M&A-Bereich entwickelt sich weiterhin lebhaft.

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Volatiler Januar für Rohstoffe

Von Dr. Oliver Everling | 1.Februar 2016

„Der Januar war ein sehr volatiler Monat für Rohstoffe. Die Ölmärkte standen weiter im Fokus und konnten in der vergangenen Woche ein starkes Comeback verbuchen“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Grund hierfür seien Gerüchte um ein bisher unbestätigtes Abkommen zwischen der Opec und Russland bezüglich einer Förderkürzung. Diese Spekulationen hätten die Reduzierung von Shortpositionen ausgelöst, womit der Energiesektor letztlich um 5,6 Prozent zulegen konnte. „Auf Monatssicht bleibt der Sektor allerdings mit acht Prozent im Minus. Damit rangiert der Bloomberg Rohstoffindex den siebten Monat in Folge im Minus“, sagt Hansen.

Wie schon im vergangenen Jahr verzeichnete Gold starke erste vier Wochen. Die weiter fallenden Ölpreise hätten eine positive Korrelation zwischen Öl und Aktien ausgelöst, was zur Erholung des gelben Metalls im Laufe des Januars geführt habe. „Wir bleiben zwar skeptisch, ob Gold zum jetzigen Zeitpunkt über wesentlich mehr Kurspotenzial verfügt. Gleichzeitig sehen wir aber, dass die Anzeichen für einen Goldpreissturz auf 1.000 US-Dollar pro Feinunze abnehmen“, sagt Hansen. Ein Unterschied zum vergangenen Jahr – als Gold im Laufe des ersten Quartals starke Kursverluste hinnehmen musste – bestünde in den derzeit limitierten Longpositionen auf dem Markt. „Die kombinierte Menge an Futures und ETPs ist fast ein Drittel niedriger als im vergangenen Jahr. Selbst wenn sich die Marktbedingungen verbessern sollten, bleibt der Verkaufsdruck bei Gold beschränkt“, sagt Hansen.

Bereits im Anschluss an das letzte Opec-Meeting am 4. Dezember 2015 habe es Bemühungen des Kartells gegeben, mit Hilfe Russlands den Preisverfall bei Öl zu stoppen. „Dieses einst undenkbare Szenario wurde nun durch Kommentare beider Seiten wieder ins Spiel gebracht. Die Reaktion der Märkte fiel entsprechend deutlich aus“, sagt Hansen. Ein solches Abkommen könne zu Produktionskürzungen von mehreren 100.000 Barrel Öl pro Tag führen. „Fahren beide Parteien ihre Produktion um fünf Prozent zurück, bedeutet dies im Grunde das Ende der täglichen Überproduktion. Es würde die Dynamik der Ölmärkte erheblich verändern und die Kurse wieder auf über 40 USD pro Barrel befördern“, sagt Hansen. „Sollte es jedoch zu keiner Übereinkunft kommen, wird sich der Ölpreis auf kurzer Sicht seitlich zwischen 30 und 35 USD pro Barrel bewegen“, sagt Hansen abschließend.

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Trübere Aussichten

Von Dr. Oliver Everling | 29.Januar 2016

Der internationale Kreditversicherer Coface hat im Rahmen der jährlichen Country Risk Conference in Paris die Aussichten für 2016 vorgestellt. Zwar rechnen die Coface-Experten mit einem leicht höheren Wachstum der Weltwirtschaft von 2,7% (nach 2,5% in 2015), insgesamt steigen die Risiken aber weltweit. Das führte zu einigen Abwertungen innerhalb der Coface Länderrisikobewertung. So wird Brasilien innerhalb eines Jahres bereits zum zweiten Mal abgestuft und erreicht nur noch C. Grund: die politische Krise und ein daher erwarteter weiterer wirtschaftlicher Abschwung. Kanada verliert aufgrund der großen Abhängigkeit vom Ölpreis seine Spitzenbewertung und rutscht auf A2. Südafrika wird von A4 auf B abgewertet.

Den Industrieländern machen vor allem die Schwankungen an den Finanzmärkten, die Abkühlung des chinesischen Wachstums und in Förderländern wie Kanada der niedrige Ölpreis zu schaffen. Gemeinsam mit der allgemeinen Eintrübung des Geschäftsklimas weltweit aufgrund zunehmender politischer Risiken, darunter die US-Wahlen, einem möglichen „Brexit“, Unsicherheiten im Nahen Osten und allgemeiner Terrorgefahr, sind die Wachstumsaussichten mäßig. Coface erwartet in den Industrieländern ein moderates Wachstum um etwa 2%. Im Kreis der Industrieländer zählt insbesondere Japan (A1 unter Beobachtung auf eine Abwertung gesetzt) mit seiner starken Abhängigkeit vom chinesischen Markt (18% der japanischen Exporten gehen nach China) zu den potentiellen Opfern des Konjunkturrückgangs in China. Die japanischen Wachstumsaussichten steigen nicht über 0,9%.

In den Schwellenländern ist besonders der hohe Grad an Unternehmensverschuldungen riskant. Laut den Wirtschaftsexperten der Coface gehören chinesische Firmen zu den am höchsten verschuldeten Unternehmen. Ihre Verschuldung entspricht mehr als 160% des Bruttoinlandsprodukts und liegt 60 Punkte über den Zahlen von 2008. Hinter China liegen die Türkei (+30 Punkte), Brasilien (+17 Punkte) und Malaysia (+11 Punkte). Die Wachstumsraten der Schwellenländer haben sich innerhalb von 5 Jahren halbiert. Coface erwartet 3,9% Wachstum für 2016.

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Ruhe nach dem Zinsentscheid

Von Dr. Oliver Everling | 27.Januar 2016

Die Analysten im Research der Bayerischen Landesbank sehen Lichtblicke für italienische Banken: „Die italienische Regierung und die Europäische Kommission einigten sich nach monatelangen Verhandlungen auf einen Plan zur Abwicklung bzw. Auslagerung von Problemkrediten, was zu einer Entlastung der Bilanzen italienischer Banken beitragen wird.“

Im Blickpunkt steht für die Analysten der Zinsentscheid des FOMC der US-Notenbank. „Wir rechnen dabei nicht mit einer Änderung der Leitzinsen. Nachdem die Fed auf ihrer Dezember-Sitzung zum ersten Mal den Leitzins wieder angehoben und für das Jahr 2016 vier weitere Zinsschritte signalisiert hat,“ so die Analysten, „sind angesichts der weltweiten Finanzmarktturbulenzen mit China, der sinkenden Ölpreise, der fallenden Inflationserwartungen und der sich häufenden enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA die Zweifel hinsichtlich weiterer Zinsanhebungen aber stark gestiegen.“

Die Analysten bleiben bei ihrem Szenario eines einzigen Zinsschritts im September. Mehrere Stimmungsindikatoren aus dem Euro-Raum wirken auf das Marktgeschehen ein, darunter auch das Gfk-Verbrauchervertrauen, das im Februar auf unverändert hohem Niveau verharrte. Die Berichtssaison setzt sich u.a. mit Banco Santander, FCA, Novartis, Robert Bosch (vorläufiges Jahresergebnis) und United Tech.

Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag, 26. Januar 2016, aufgrund des besser als erwartet ausgefallenen Conference Board Verbrauchervertrauens und überwiegend positiv aufgenommenen Unternehmensergebnissen sowie dank des zumindest etwas stabilisierten Ölpreises mit Kursgewinnen (S&P 500: +1,4%). Die Aktienmärkte in Fernost tendierten am folgenden Morgen uneinheitlich. Angesichts des Zinsentscheids am Mittwochabend erwarten das Research der Bayerischen Landesbank das Handelsgeschehen im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen in etwas ruhigeren Bahnen.

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Zu hoch korreliert

Von Dr. Oliver Everling | 26.Januar 2016

Weltweit halten es institutionelle Investoren derzeit für schwierig, mit Hilfe traditioneller Anlageklassen einen Diversifikationseffekt zu erzielen. So erklären über die Hälfte (54%) der im Rahmen einer aktuellen Umfrage von Natixis Global Asset Management befragten Anleger, dass Aktien und Anleihen derzeit zu eng miteinander korreliert sind, um voneinander unabhängige Anlageerträge zu erzielen. Darüber hinaus sprechen die Umfrageergebnisse dafür, dass alternative Anlagen in institutionellen Portfolios eine immer bedeutendere Rolle spielen, um höhere risikobereinigte Erträge zu generieren – das im Jahr 2016 vorrangige Anlageziel.

„Angesichts des aktuellen Marktumfelds hat sich die traditionelle Asset Allokation zu einer Art Nullsummenspiel entwickelt“, so John Hailer, CEO bei Natixis Global Asset Management für Amerika und Asien und Head of Global Distribution. „Deshalb bedarf es eines Investmentansatzes, der für die Märkte unserer Zeit geeignet ist. Aus diesem Grund setzen institutionelle Anleger neben traditionellen Aktien- und Anleiheninvestments zunehmend auf eine breitere Mischung unkorrelierter Vermögenswerte.“

Die Mehrheit der deutschen Investoren (57%, vs. 66% weltweit) ist der Meinung, dass durch höhere Engagements in unkorrelierte Anlagen wie Private Equity, Privatkredite und Hedgefonds das Risiko effektiv reduziert werden kann. Mehr als die Hälfte (60%) der in Deutschland Befragten gibt an, dass Allokationen in alternative Investments unerlässlich sind, um Portfoliorisiken zu reduzieren.

Jörg Knaf, Executive Managing Director – DACH Countries bei Natixis Global Asset Management ergänzt: „Während deutsche Investoren (68%, vs 65% global) sich zwar bewusst sind, dass alternative Anlagen der optimale Weg sind, um Diversifizierung zu erzielen, setzen nur wenige Akteure diese Strategie auch tatsächlich um (22%). Dies ist besonders vor dem Hintergrund interessant, dass im Jahr 2016 das primäre Ziel der deutschen Investoren darin liegt, die Volatilität zu managen (41%), welches noch vor dem Ziel des Kapitalwachstums (29%) steht. Dieser Widerspruch zeigt die Notwendigkeit für Investoren, ihre traditionellen Techniken der Portfoliokonstruktion zu überdenken. Eine Umschichtung hin zu alternativen Investments könnte ihnen dabei helfen, sich besser für die Jagd nach Rendite in volatilen Märkten zu rüsten.“

Im Rahmen der Natixis-Umfrage unter 660 institutionellen Investoren wurden Unternehmen, öffentliche und staatliche Pensionskassen, Staatsfonds, Versicherungsgesellschaften sowie Stiftungen befragt, die insgesamt Kundengelder in Höhe von 35 Bio. US-Dollar verwalten.

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