IndustrialPort ermöglicht Savills Vorreiterrolle

Von Dr. Oliver Everling | 16.Oktober 2018

Urbanisierung und Digitalisierung treffen auf Flächenknappheit und Lärmschutzverordnungen – das Logistikimmobilien-Segment untersteht einem äußerst dynamischen Wandel. Umso schwieriger ist es, aktuelle Marktentwicklungen zu erfassen und einheitlich für alle Akteure abzubilden. Der 2018 etablierte IW-IndustrialPort-Industrieimmobilien-Index (IWIP-Index) schafft dabei Abhilfe. Nun haben die beiden Begründer – das Institut der deutschen Wirtschaft und das Beratungsunternehmen IndustrialPort – einen weiteren Experten dazugewonnen. Ab 2019 wird das international tätige Immobiliendienstleistungs-Unternehmen Savills den Index mit Vermietungsdaten direkt aus dem Markt füttern. Dabei wurden bislang insgesamt 11.500 Logistik-, Lager- und Produktionshallen mit 100 Mio. m² Hallenfläche in ganz Deutschland erfasst.

„Die Assetklasse boomt und wird durch eine stetig steigende Nachfrage vorangetrieben, ist hinsichtlich immobilienökonomischer Kennzahlen jedoch durch eine schwache Faktenlage gekennzeichnet. Eine vergleichsweise große Intransparenz sowohl für Investoren als auch für Nutzer ist die Folge“, sagt Peter Salostowitz, Geschäftsführer bei IndustrialPort. „Umso mehr freuen wir uns, durch die Zusammenarbeit mit Savills auf eine breitere Datenbasis zurückgreifen zu können und den Markt mithilfe eines neuen Branchenstandards noch präziser abbilden zu können.“ Bisher wurden zur Berechnung des Indexes Zahlen aus öffentlich zugänglichen Statistiken herangezogen, sodass insgesamt 40 Einflussvariablen bei der Auswertung Berücksichtigung fanden.

Jan Stemshorn, Director, Prokurist und Teamleader Industrial Agency bei Savills in Köln, fügt hinzu: „Wir beobachten angesichts der in den letzten Jahren stark zunehmenden Grundstücksknappheit, unter anderem beeinflusst durch die hohe Nachfrage aus den Bereichen E-Commerce und Handel, deutlich steigende Mieten, insbesondere in den städtischen Zentren. Jedoch muss bei der Mietzinsbetrachtung von Logistik- und Industrieimmobilien nicht nur stark zwischen Lage-, Objekt- und Ausstattungskriterien differenziert werden, sondern auch nach Nutzern und vereinbarten Mietvertragslaufzeiten.“

Zwar sind laut IWIP-Index die Mieten in den vergangenen fünf Jahren von durchschnittlich 2,80 Euro/m² auf 3,80 Euro/m² gestiegen, jedoch gibt es von Fläche zu Fläche deutliche Preisgefälle, stellen die Analysten fest. Während für beheizte Logistikhallen 2017 Durchschnittsmieten von über 4 Euro/m² aufgerufen wurden, lagen diese bei reinen Lager- oder Produktionshallen deutlich darunter. „Unser Ziel ist es daher, die Mietentwicklung für dieses sehr wichtige wirtschaftliche Segment zukünftig noch detaillierter wiederzugeben“, sagt Ralph Henger, Immobilienexperte beim IW.

Mit der Kooperation nimmt Savills eine Vorreiterrolle ein und sensibilisiert für die sukzessive Umstrukturierung am Logistikmarkt, die mit den Veränderungen im Einzelhandel einhergeht. Im Laufe des Jahres planen das IW und IndustrialPort noch weitere Partner aus der Branche dazuzugewinnen.

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Ungebremster Anstieg der globalen Verschuldung

Von Dr. Oliver Everling | 21.September 2018

Zum neunten Mal veranstaltete das unabhängige Kreditresearch-Unternehmen Independent Credit View (I-CV) zusammen mit der auf Anlagelösungen im Anleihenbereich spezialisierten Fisch Asset Management AG den Swiss Bond Congress.

Der wichtigste Anlass in der Schweiz für institutionelle Bondinvestoren und Risikomanager präsentierte den Gästen in Zürich am 19. September zahlreiche Vorträge, Diskussionsrunden sowie Workshops. Darunter beispielsweise die Referate von zwei renommierten und anerkannten Experten. Konrad Hummler, Schweizer Unternehmer, Publizist und ehemaliger Privatbankier, beleuchtete den Brennpunkt Europa und Sebastian Heilmann, deutscher Politikwissenschaftler, analysierte die Weltmacht China.

Ob Politik der Notenbanken, Brexit, die Themen Italien und Griechenland oder zunehmende Handelsstreitigkeiten: es sind viele Einflussfaktoren, die Investoren heute berücksichtigen müssen. Doch insbesondere der ungebremste Anstieg der globalen Verschuldung sollte als Warnsignal von Anleiheninvestoren registriert werden.

„Wir verzeichnen einen ungemein hohen Anstieg. Die globale Haushaltsverschuldung im Verhältnis zum Brutto-Inlandprodukt lag im Jahr 1999 noch bei 200 Prozent. Ende des Jahres 2017 betrug dieser Wert bereits 275 Prozent. Angesichts wirtschaftlich sehr solider Entwicklungen, die optimale Rahmenbedingungen zum Schuldenabbau darstellen, ist dieser Anstieg eine Gefahr, wenn nicht gar ein Pulverfass. Stark steigende Zinsen und/oder eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten könnten zu einer Explosion führen. Wir wollen natürlich nicht den Teufel an die Wand malen, denn es gilt auch die positiven Signale zu bewerten. Und genau dafür ist der Swiss Bond Congress da. Er soll Anleiheninvestoren Chancen und Opportunitäten aufzeigen, um künftige Anlageentscheidungen optimal abzustützen“, so Daniel Pfister, CEO von I-CV, zum Congress-Einstieg.

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Markt für Wohnen auf Zeit mit Service boomt

Von Dr. Oliver Everling | 19.September 2018

Der Markt für Serviced Apartments (auch Boardinghäuser genannt) ist ein stark wachsender Teilmarkt des Beherbergungsmarktes: Georg Consulting schenkt schon seit Jahren seine Aufmerksamkeit diesen Apartments und sucht deren Entwicklung zu erfassen. 2Hierzu befragen wir mithilfe eines standardisierten Fragebogens Anbieter in Deutschland“, sagt Georg. „Erstmalig erfolgte die Befragung im Jahr 2009.“

Die neue Studie von Georg Consulting zum Serviced Apartment-Markt Deutschland 2018 zeigt, der Markt für Wohnen auf Zeit mit Service boomt.

Die Größe der Serviced-Apartment-Märkte schwankt deutlich zwischen den 16 bevölkerungs-reichsten Städten Deutschlands. München verbuchte 2017 unseren Hochrechnungen zufolge 2,3 Millionen Übernachtungen und ist damit der größte Serviced-Apartment-Markt in Deutschland.

Es folgen Berlin mit rund 1,4 Millionen und Frankfurt am Main mit etwa 996.000 Übernachtungen in Serviced Apartments. Relativ betrachtet rangiert München erstmals ebenfalls an erster Stelle und hat Hannover vom Spitzenplatz verdrängt.

14,9 Prozent der gesamten Übernachtungen 2017 fallen in München auf Serviced Apartments, berichtet Georg. In Niedersachsens Landeshauptstadt beträgt der entsprechende Anteil 13,4 Prozent. Es folgt erneut Frankfurt am Main mit einem Anteil von 10,4 Prozent an dritter Stelle.

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Investitionschancen im Pflegemarkt wachsen

Von Dr. Oliver Everling | 18.September 2018

Basierend auf dem neuen Kurzreport „Eckdaten Pflegeheimmarkt Deutschland 2018“ hat das Beratungsunternehmen Avivre Consult die aktuellsten Zahlen und Fakten erneut zusammengetragen.

Besonders gegenüber anderen Assetklassen hebt Ines Löwentraut von der Avivre Consult hervor, dass der Pflegemarkt in den vergangenen 10 Jahren kontinuierlich um ca. 5 Prozent wächst. Der Ausblick auch in den kommenden Jahren einen Pflegeboom zu erwarten, so Ines Löwentraut, Geschäftsführerin von Avivre Consult.

„Das Segment Pflege ist nach den Segmenten Krankenhäusern und Arztpraxen somit der drittgrößte Einzelbereich im Gesundheitswesen. Ein ausgewogener Dienstleistungsmix,“ so Löwentraut, „der auch ambulante Angebote beinhaltet, wird also zukünftig immer wichtiger.“

Es zeigt sich nach Feststellung der Experten der Avivre Consult, dass die Ausgaben im ambulanten Sektor von 2014 – 2016 um ca. € 3 Milliarden gestiegen sind. Löwentraut stellt fest, dass der stationäre sowie ambulante Pflegebereich im Vergleich zu anderen Segmenten des Gesundheitswesens in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen ist und stetig weiterwachsen wird, da im Jahr 2015 rund 3 Millionen Menschen pflegebedürftig waren – dies sind 50% mehr als 1999. Der Anteil des Segments Pflege stieg dementsprechend von 1997 bis 2013 von 9,3% auf 13,7%, rechnet die Spezialistin vor.

„Bis zum Jahr 2035 könnten in Deutschland also rund 4 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein“, folgert Löwentraut und hebt besonders hervor, dass der Pflegemarkt ambulant wie stationär weiterhin bis 2030 stark wächst, „nach unseren Einschätzungen bei ca. 85 Mrd., dies nur in Deutschland“, so Ines Löwentraut.

Der 40 seitige Kurzreport von Ines Löwentraut und ihren Kollegen spiegelt transparent die Entwicklung und Prognosen sowie das Transaktionsvolumen im deutschen Pflegemarkt wieder. Außerdem wird Stellung genommen zu Alternativen Wohnformen, Fachkraftquote und Pflegeschlüssel. Des Weiteren findet man Informationen über die Zusammensetzung der Heimentgelte und Investitionskosten.

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Newsflow der DEFAMA reißt nicht ab

Von Dr. Oliver Everling | 17.September 2018

Die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) meldet den Abschluss eines Kaufvertrages über ein Fachmarktzentrum in Templin, etwa 60 Kilometer nördlich von Berlin. Die Investitionssumme beträgt rund 2 Mio. €.

Die vermietbare Fläche des aus zwei Gebäuden bestehenden voll vermieteten Objektes umfasst insgesamt 4.500 qm, berichtet der Vorstand. Größte Mieter des Fachmarktzentrums sind ein BayWa-Baumarkt sowie NORMA und Getränkeland.

Mit Abschluss der Transaktion steigt die annualisierte Jahresnettomiete der DEFAMA auf 8,3 Mio. €. Das Portfolio umfasst nunmehr 27 Standorte mit über 110.000 qm Nutzfläche, die zu 96% vermietet sind. Zu den größten Mietern zählen ALDI, EDEKA, LIDL, Netto, NORMA, Penny, REWE, Getränke Hoffmann, Dänisches Bettenlager, Deichmann, Takko und toom. Auf Basis des aktuellen Portfolios liegt der annualisierte FFO bei 4 Mio. €, entsprechend 1,13 € je Aktie.

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Jubiläum einer Insolvenz

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2018

„Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers haben die unorthodoxen Maßnahmen der Zentralbanken zur Bekämpfung der globalen Finanzkrise ein fragiles Umfeld hinterlassen“, stellt Edward Bonham Carter fest, Vice Chairman bei Jupiter Asset Management. „Die Perspektiven für eine globale Konjunkturerholung haben sich verschlechtert. Die Assetpreise haben zwar Allzeithochs erreicht, aber das Vertrauen ist weiterhin zerbrechlich.“

Insofern sorgen sich viele Marktteilnehmer, dass der nächste globale Schock direkt bevorsteht. „Anleger reagieren nervös, wie es sich in den Währungskrisen in der Türkei und in Argentinien zuletzt zeigte. Dann kommen unrühmliche Jahrestage nach Lehman-Art hinzu,“ sagt er, „die nicht wirklich zur Beruhigung der Nerven beitragen.“

In der Öffentlichkeit dürfte genau so darüber berichtet werden, spekuliert Carter, was noch in Ordnung zu bringen ist, wie über die sehr greifbaren Fortschritte, die seit 2007 und 2008 erzielt wurden. „Nur wenn wir verstehen, wo die Schwachstellen im derzeitigen Wirtschaftssystem liegen, haben wir eine Chance, für den nächsten Abschwung gerüstet zu sein. Der zehnte Jahrestag der Lehman-Pleite bietet uns Gelegenheit dazu.“

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Savills steigt bei DEFAMA ein

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2018

Die Savills Group mischt sich mit einem Fonds unter die Aktionäre des Aufsteigers DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG. Savills fällt durch das geschickte Knüpfen eines Netzwerks aus hochkarätigen Experten auf, zum Beispiel durch eine Zusammenarbeit mit IndustrialPort.

Savills IM ist ein renommierter Immobilien-Investor und zählt mit 300 Mitarbeitern sowie einem verwalteten Volumen von 17 Milliarden Euro zu den größten europäischen Real Estate Asset Managern.

Nun nimmt ein Fondsmanager aus der obersten Liga DEFAMA ins Portfolio. Der verantwortliche Fondsmanager Thomas Körfgen ist zugleich einer der beiden Geschäftsführer der deutschen Tochter von Savills IM und bekannt für seine jahrzehntelange Branchenkenntnis.

„Besonders stolz sind wir darauf,“ sagt Matthias Schrade, Vorstand der DEFAMA, „dass die DEFAMA-Aktie eine von nur zwei deutschen Immobilien-Aktien und zugleich als zweitgrößte Position im Savills IM Real Estate Securities Income Fund gewichtet. Wir werten dies als Gütesiegel für unsere Arbeit und nehmen den neuen Investor als Ansporn, die erfolgreiche Entwicklung nach besten Kräften fortzusetzen.“

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DEFAMA Objekt verkauft sich von selbst

Von Dr. Oliver Everling | 11.September 2018

DEFAMA hat den mit der HD Gruppe geschlossenen Joint-Venture-Vertrag zum EKZ Radeberg gekündigt. DEFAMA wird den für 2019 geplanten Umbau des Objekts gemeinsam mit dem beauftragten Architekten und einem neu eingestellten erfahrenen Projektleiter umsetzen. Der Bauantrag wird in wenigen Wochen gestellt.

Unverändert erwartet DEFAMA für 2018 einen Jahresüberschuss von 1,75 Mio. € sowie einen FFO von 3,4 Mio. €. Der mit Umsetzung des Joint-Ventures avisierte positive Einmaleffekt von rund 900 T€ im laufenden Jahr entfällt.

Hingegen erhöht sich der im kommenden Jahr mögliche Sondergewinn aus dem nach Umbau geplanten Verkauf des Objekts nun auf einen deutlich siebenstelligen Betrag. Obwohl DEFAMA die Vermarktung noch nicht gestartet hat, haben mehrere potenzielle Käufer bereits konkretes Interesse angemeldet.

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Solidarität braucht Freiheit

Von Dr. Oliver Everling | 2.September 2018

Der Ruf nach Solidarität ist in der Politik überall zu hören. Vielen erscheint es dabei offenbar als selbstverständlich, dass Solidarität erzwungen werden muss und nicht aus den Herzen der Menschen kommen kann. Von links und rechts des politischen Spektrums mangelt es daher nicht an Forderungen, wie Solidarität staatlich verordnet werden sollte.

René Rock und André Uzulis stellen dem sozialistischen Entwurf der bevormundeten Solidarität ein anderes Konzept entgegen. In ihrem neuen Buch „Solidarität braucht Freiheit – Für eine verantwortungsvolle Bürgergesellschaft“ zeigen sie auf, wie ehrliche Solidarität nur in Freiheit gelebt werden kann.

Das Buch erscheint zum rechten Zeitpunkt, stehen im Bundesland Hessen doch Wahlen bevor. Am 28. Oktober 2018 wird der 20. Hessische Landtag gewählt. Der Mitautor des Buches, René Rock, ist bei dieser Landtagswahl der Spitzenkandidaten der Freien Demokraten. Dass sich René Rock einer breiten Unterstützung aus seiner Partei sicher sein kann, wird nicht erst durch das Geleitwort des Bundesvorsitzenden der FDP deutlich, Christian Lindner.

Wer zu diesem Buch greift, brauch trotz Nähe des Wahltermins nicht mit billiger Wahlpropaganda zu rechnen. Im ersten Kapitel geht es um Bildung und Entwicklung, das Hineinwachsen in die Gesellschaft. Schon auf den ersten Seiten spielt René Rock seine Stärken als Sozialpolitiker aus. Wie kaum ein anderer weiß er den Einsatz für mehr Bildung im Land als Liberaler zu argumentieren.

Im zweiten Kapitel geht es um das Arbeitsleben: Wirtschaft und Kreativität sind heute mehr noch als je zuvor untrennbare Begriffe, denn nur durch Kreativität können Unternehmen im Wettbewerb bestehen. Die Autoren widmen sich in drei weiteren Kapiteln der Digitalisierung und Gesellschaft, der Identität in Würde und dem liberalen Leben, „was uns erfolgreich macht“, so die Formulierung von René Rock und André Uzulis.

Das Buch ist kurzweilig: Eine Fülle von Fakten und Argumentationen sind in das Gewand eines Gesprächs gekleidet, das Uzulis und Rock miteinander führen. Mal ist es mehr Interview wie bei einem Journalisten, mal mehr Gespräch unter Freunden. In jedem Fall liest es sich so, als säße der Leser beim Gespräch unmittelbar dabei. Keine unbequeme Frage wird ausgespart.

Das Buch hilft, u.a. auch durch farbige Bilder, den Menschen René Rock näher kennenzulernen, denn das Buch erzählt auch von seinen Begegnungen, den Menschen, die ihm wichtig waren und sind, sowie von seinen zahlreichen Aktivitäten. Der Leser vermag das tägliche Arbeitspensum dieses Spitzenpolitikers erahnen, der zwischen programmatischer Arbeit, Bürokratie des Landtags auch noch mehr als 100 Kitas in Hessen besucht.

René Rock ist klar, dass „Selbständigkeit die höchste Form der Selbstausbeutung bei maximalem Risiko ist. Aber ich habe“, sagt Rock, „es trotzdem gemacht, sehr gerne gemacht sogar“. Rock kennt die Ursachen für den erlahmten Mut der Deutschen, unternehmerische Verantwortung zu tragen: „“In Deutschland hat man Schulden als Person. Das steigert das Risiko deutlich.“ In den USA lägen dagegen mehr Schulden auf den Dingen, nicht auf den Menschen. „Wer scheitert, kann problemlos mit etwas Anderem weitermachen, kann etwas Neues versuchen.“

Die Autoren öffnen dem Leser die Augen dafür, dass mit jeder Verantwortung, die der Staat übernehmen soll, wieder ein Jurist benötigt wird, der sich die Regeln ausdenkt, und Bürokraten, die diese Regeln überprüfen. So höre man den Leiter eines Altenpflegeheimes sagen: „Lieber möchte ich hier alles geregelt haben, sodass ich sagen kann, wenn etwas passiert: Ich bin nicht schuld.“ Verantwortungsbereite Menschen hören sich anders an.

Dass in einem von Liberalen geschriebenen Buch die Digitalisierung und die Versäumnisse auch auf Landesebene ein wichtiges Thema sind, technologisch Schritt zu halten, versteht sich fast von selbst. Jeder Bürger kann sich vom Rückwärtsgang der Landesregierung aus CDU und Grünen überzeugen, die den Bürgern sogar die Übertragung der Landtagssitzungen ins Internet abgeschaltet hat – angeblich aus Kostengründen: In einer Zeit, in der sich Teenager von ihrem Taschengeld digitale Kameras und Internet leisten können, muss dies wie Realsatire klingen.

„Der Staat wird oftmals zu beliebig und verliert dabei Kernaufgaben aus den Augen. Das ist augenfällig in unseren großen Städten,“ sagt Rock, „in manchen Vierteln, in denen man sich als Bürger nicht mehr sicher fühlt. Es gibt Orte in unseren Städten, wo das Gefühl herrscht, dass sich der Staat nicht mehr durchsetzen kann.“

Zu diesen Sätzen hätte sich Rock zur Illustration des Buches vor illegalen Graffitis ablichten lassen können, deren Sachbeschädigung heute geradezu selbstverständlich überall in Hessen hingenommen wird. Selbst wer nur eine Garage besitzt, kann sich nicht mehr sicher sein, die Farben und Formen selbst wählen zu dürfen und sie nicht dem Gestaltungswahn eines Graffitikünstlers auszusetzen.

Rock sieht eine gefährliche Entwicklung in der „Debatte zur Gerechtigkeit, die den Staat immer weiter stärken will und die Freiheit zurückfährt. Dass Solidarität nicht mehr als eine frei gegebene angesehen wird, sondern als eine staatlich verordnete. Durch diese Umdefinition verlieren diese Werte an Akzeptanz in der Gesellschaft, und das dürfen wir nicht zulassen.“

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DEFAMA prüft Wachstumbeschleuniger „Kapitalerhöhung“

Von Dr. Oliver Everling | 30.August 2018

Die börsennotierte Aktiengesellschaft DEFAMA steht in weit fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb von vier Einkaufszentren in Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 12 Mio. €. Das lässt der Vorstand der Gesellschaft wissen.

Damit würde sich das Portfolio-Volumen der DEFAMA auf mehr als 100 Mio. € erhöhen. Bei erfolgreichem Abschluss aller Transaktionen steigt der annualisierte FFO der DEFAMA um über 500 T€ auf gut 4,4 Mio. €, rechnet der Vorstand vor.

Aufgrund dieser beabsichtigten Käufe prüft der Vorstand, eine Kapitalerhöhung um bis zu 10% des Grundkapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts durchzuführen und damit rund 4,2 Mio. € als Bruttoemissionserlös zu generieren. Der Angebotspreis der neuen Aktien soll sich am Börsenkurs orientieren. Genauere Details zur Kapitalerhöhung, insbesondere der Zeitplan, stehen derzeit noch nicht fest. Die entsprechenden Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat seien noch zu fassen.

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