Geld schneller gedruckt als gespart

Von Dr. Oliver Everling | 28.April 2017

Nicht alles, was hinkt, ist auch ein gutes Beispiel. Mancher Vergleich und manches Beispiel „hinkt“, gibt aber möglicherweise doch einen Denkanstoß. So auch der Vergleich des Geldvermögenszuwachses und der Geldmengenvermehrung der Zentralbanken.  „Das Geldvermögen der Deutschen wächst weiter – pro Sekunde um rund 12.367 Euro.“ Zu diesem Ergebnis kommt aktuell das Finanzportal Tagesgeldvergleich.net auf Basis der aktuellen Quartalszahlen der Bundesbank. Bei anhaltendem Tempo, steigt das Geldvermögen innerhalb eines Monats um ca. 32 Milliarden Euro.

Nun der Vergleich: In seiner jüngsten Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) kündigt Mario Draghi an, unverdrossen die Aufkäufe von Wertpapieren an den Finanzmärkten bis mindestens Ende 2017 in Höhe von 60 Milliarden pro Monat fortzusetzen. Das sind 23.148 Euro pro Sekunde, denen keine Leistungen gegenüberstehen. Die Euros der EZB entstehen nicht durch Arbeit oder Produktion, nicht durch den Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen, sondern per Mausklicks.

Während die Deutschen also arbeiten und auf Konsum verzichten, um zu sparen, wird insbesondere zur Schuldenfinanzierung der ausufernden Staatsschulden in Italien und anderen Südländern mehr Geld „gedruckt“, als die Deutschen sparen können. Eine groß angelegte Vermögensumverteilung ist die Folge.

Die Vermögensuhr des Finanzportals tickt unter http://www.tagesgeldvergleich.net/statistiken/geldvermoegen.html . Weiterhin immens hoch ist der Anstieg beim Bargeld bzw. bei Bankeinlagen. Zwischen dem 3. und 4. Quartal 2016 kletterte das Geldvermögen in diesem Bereich um 5.447 Euro pro Sekunde. In 1- Euro-Münzen würden so ca. 40,85 Kilogramm pro Sekunde in einem Sparschwein verschwinden.

„Ebenfalls ansteigend sind Anlagen in Aktien mit 2.378 Euro pro Sekunde. Im Vergleich vom 2. und 3. Quartal 2016 lag der Zuwachs noch bei 2.151 Euro. Bei festverzinslichen Renditen gibt es indes das gewohnte Bild. Die Nachfrage sinkt um 403 Euro pro Sekunde – ein Trend, der sich mit wieder sinkenden Renditen für Anleihen erklären lässt. Zwischen dem 2. und 3. Quartal 2016 war der Rückgang mit 365 Euro pro Sekunde etwas niedriger“, berichtet das Finanzportal Tagesgeldvergleich.net.

Im Einklang mit der ungebremsten Geldmengenvermehrung durch die Europäische Zentralbank ist es kaum erstaunlich, dass über ein Rekord-Geldvermögen von 5,3 Billionen Euro zu berichten ist. Laut Bundesbank verfügten die privaten Haushalte in Deutschland am Ende des vergangenen Jahres über ein Rekordvermögen von 5.586 Milliarden Euro. Das Wachstum von 1,8 Prozent reicht nicht einmal aus, um mit dem Geldmengenwachstum gleichzuziehen.

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FinTech Germany Award

Von Dr. Oliver Everling | 27.April 2017

Der digitale Vermögensverwalter LIQID sieht sich als die Nr. 1 unter den deutschen Late-Stage-FinTechs. Das Unternehmen wurde bei den FinTech Germany Awards auf die Spitzenposition gewählt. LIQID setzte sich gegen eine dreistellige Zahl von  Mitbewerbern durch. Der FinTech Germany Award ist der führende investorenseitige Gründerpreis für FinTech- und InsurTech-Unternehmen in Deutschland.

Die Juroren bewerten Bewerber vor allem in Hinsicht auf finanzielle Realisierbarkeit, Skalierbarkeit und Exit-Chancen. Bei LIQID  überzeugte sie besonders „das attraktive und für Kunden fair gepreiste, transparente, Produktangebot, bei dem der Kunde die Wahl hat: eine durch Algorithmen gestützte passive Variante oder eine von Portfoliomanagern umgesetzte aktive Variante. Dazu eine gute Userexperience, die sich positiv abhebt. Die Kombination aus digitalen und humanen Elementen passt sehr gut in die Zeit, in der die Offline und Online- Welt im Banking zusammenkommen“, so Jurymitglied Michael Mellinghoff (Techfluence Consult) in seiner Laudatio.

LIQID CEO und Mitgründer Christian Schneider-Sickert sieht die Arbeit seines Teams durch die Auszeichnung bestätigt: „Seit unserem Launch im September 2016 haben Kunden uns fast 100 Millionen Euro anvertraut, und im Durchschnitt 260.000 Euro mit uns investiert. Für ihr Vertrauen möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Dass wir diesen Meilenstein mit minimalem Marketing erreicht haben zeigt, dass anspruchsvolle Privatkunden aktiv nach einer zeitgemäßen, kostengünstigen und professionellen Alternative zur Privatbank suchen. Über den FinTech Germany Award freuen wir uns sehr – und verstehen ihn als Ansporn, unser Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.“

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Deal of the Decade Awards

Von Dr. Oliver Everling | 27.April 2017

Das Fachmagazin PropertyEU hat am 26. April 2017 in einer feierlichen Abendzeremonie die Deal of the Decade Awards verliehen. Entscheider aus der europäischen Immobilienwirtschaft kamen im Whitehall Palace im Zentrum von London zusammen, um gemeinsam auf die Highlights der Jahre 2006 bis 2016 zurückzublicken. Preise wurden in insgesamt zwölf Kategorien vergeben.

Union Investment erhielt den Award für den besten Portfolio-Deal des Jahrzehnts und damit einen der Hauptpreise des Abends. Ausgezeichnet wurde der Verkauf des Pegasus-Portfolios, den Dr. Frank Billand im Jahr 2007 abgeschlossen hatte. Das Pegasus-Portfolio umfasste 54 Immobilien aus den Beständen des UniImmo: Deutschland und UniImmo: Europa und ging für 2,56 Milliarden Euro an Morgan Stanley und IVG Immobilien. Durch die Transaktion konnte der Bestand der Fonds entscheidend verjüngt und für die Zukunft ausgerichtet werden. Der Gewinn lag bei 325 Millionen Euro. Im Durchschnitt konnten die Objekte zu einem Preis von 14,5 Prozent über dem Verkehrswert verkauft werden.

Die Jury hob hervor, dass das Pegasus-Portfolio bis heute eine der größten Portfolio-Transaktionen darstellt, die jemals in Deutschland abgeschlossen wurde. Der Abschluss sei „ein Beispiel für das perfekte Timing und die gute Strukturierung einer komplexen Transaktion“, betonen die Branchenexperten in ihrem Urteil. „Diese Transaktion war in ihrer Größe und in ihrer Bedeutung beispielgebend für den gesamten Immobilienmarkt. Als Vorläufer für ähnliche Portfolioabschlüsse verdient sie besondere Anerkennung.“

Die 54 Objekte des Pegasus-Portfolios verteilten sich auf 27 Standorte in Deutschland. Einen Schwerpunkt bildeten die Regionen Berlin und Rhein-Main, die unter anderem mit den Büroimmobilien „Neues Kranzler Eck Berlin“ und „Frankfurter Welle“ vertreten waren. Insgesamt lag der Büroanteil bei rund 60 Prozent.

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Neue wirtschaftspolitische Agenda

Von Dr. Oliver Everling | 26.April 2017

Das 30. FERI Konjunktursymposium 2017 ist von der neuen wirtschaftspolitischen Agenda bestimmt, die sich insbesondere in den USA seit der Präsidentenwahl, aber auch in anderen Ländern zeigt. „Ich lasse mir im Leben nicht einreden, dass 9,5 % Arbeitslosenquote Vollbeschäftigung sind“, sagt Axel Angermann, Chefvolkswirt der FERI AG, mit Blick auf die Entwicklung der Arbeitslosenquote nach Monatswerten im Euroraum. Auch vor diesem Hintergrund sieht Angermann die Inflationsrate im Euroraum weiterhin eher niedrig.

„Temporärer Wachstumsschub, später konjunktureller Abschwung“, titelt Angermann zur wirtschaftlichen Dynamik in den USA. Das BIP-Wachstum 2016 in Höhe von 1,6 % werde von 2,5 % in 2017 abgelöst. Ein schwacher Jahresauftakt dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Laufe des Jahres höhere Raten geben werde. „Mit Trump hat das zunächst gar nichts zu tun, denn das liegt im Konjunkturzyklus der USA“, warnt Angermann vor der These, hier schon Ergebnisse seiner Politik zu sehen.

„Es ist nicht unser Hauptszenario, aber im Bereich der Möglichkeiten, dass die Präsidentschaft Trump scheitern könnte.“ Russland-Verbindungen, Trump als sicherheitspolitisches Risiko, Scheitern wesentlicher Vorhaben im Kongress wären Elemente dieses Szenarios. Die Rücknahme von Obamacare sei vorerst gescheitert. Wenn Trump von seinen Vorhaben und Ankündigungen im Wahlkampf nichts wirklich umsetzen kann, könnten entweder die Rahmenbedingungen der Wirtschaft weiter so bleiben, wie sie sind, oder aber erratische Politikaktionen, Protektionismus, Chaos in der Regierung und Vertrauensverlust die Folge sein.

„Die USA haben sich in den vergangenen 25 Jahren am weltweiten Steuerwettbewerb nicht beteiligt“, berichtet Angermann. Noch immer liegen die Steuersätze bei 40 %, was erhebliche Nachteile für US-Unternehmen mitsichbringe. „Das Prinzip der weltweiten Besteuerung führt zu hohem bürokratischem Aufwand für Unternehmen und Steuerbehörden.“ Angermann spricht von einer Unzahl von Ausnahmen und speziellen Regelungen, um zum Bespiel Doppelbesteuerungen zu vermeiden, und die Fragwürdigkeit der Begrenzung eines Verlustvortrags auf zwei Jahre.

Vor diesem Hintergrund hält Angermann es für möglich, dass das Steuersystem von Trump in Angriff genommen wird. Im Ergebnis sei es aber wahrscheinlich, dass es zu einer Senkung von Steuersätzen kommt. Für 2018 schließt Angermann es nicht aus, dass sich das BIP um 3,2 % erhöhen wird. Es könne aber auch sein, dass in den USA der politische Wachstumimpuls auf eine Volkswirtschaft trifft, die bereits an Vollbeschäftigung grenzt. Die Arbeitslosenquote würde noch weiter auf gut 4 % sinken, aber auch höhere Stundenlöhne zur Folge haben. „Ein weiterer Wachstumsschub hat definitiv das Potential, steigende Lohnzuwachsraten zur Folge zu haben.“

Wenn aber die Löhne steigen, ist auch mit höherer Inflation zu rechnen. Die Fed habe bereits begonnen, ihre Projektionen zu erhöhen. „Seit Dezember 2016 hebt die Fed ihre Projektionen an“, berichtet Angermann. Anfang 2016 trug die Divergenz der Geldpolitik maßgeblich zu Verwerfungen an den Kapitalmärkten bei. Fraglich bleibt, wann die Fed ihre Bilanz zurückführt.

Zwischen der Fed Funds Rate und der Federal Funds Rate nach der Taylor Regel klafft eine immer breitere Kluft. Nach der Taylor Regel müssten die Zinsen noch deutlicher angehoben werden. Damit rechnet Angermann zwar nicht, in jedem Fall aber damit, dass der Leitzins schneller angehoben wird und bei über 3 % bis 2018 landen könnte. Konjunkturelle Aufschwünge würden in der Regel am Ende durch die Zentrabank „gekillt“, formuliert Angermann. Dies könnte auch in den USA wieder passieren, so dass das Ende des aktuellen Aufschwungs 2018 käme (und damit immerhin der zweitlängste, nach dem Zyklus 1991 bis 2000, wäre).

„2020 würde die Fed für die dann erfolgende Präsidentenwahl einen wunderbaren Buhmann abgeben“, sagt Angermann und weist darauf hin, dass bisher kein republikanischer Kandidat ohne Rezession auskam. Mit einem BIP-Wachstum von 1,6 % in 2019 sowie 0,2 % 2020 sieht Feri eine deutliche Abschwächung in den USA voraus.

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Alexa sagt die Aktienkurse

Von Dr. Oliver Everling | 26.April 2017

Die comdirect Gruppe hat das erste Quartal 2017 mit einem Vorsteuerergebnis in Höhe von 27,4 Millionen Euro abgeschlossen, berichtet die Gesellschaft. Damit liegt das Ergebnis 16 Prozent über dem Vorjahreswert (23,7 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg auf 18,6 Prozent (Vorjahr 17,1 Prozent).

„Wir legen trotz weiterhin historisch niedriger Marktzinsen ein starkes Ergebnis vor, wir wachsen dynamisch und wir entwickeln uns strategisch konsequent weiter – immer mit Fokus darauf, die erste Adresse für Sparen, Anlegen und Handeln mit Wertpapieren zu sein“, sagt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank AG. „Wir wollen es den Kunden so einfach wie möglich machen, in den Vermögensaufbau mit Wertpapieren zu investieren, sei es mit der neuen intuitiven Depotübersicht, der bequemen Abfrage von Aktienkursen über Alexa oder dem Digitalen Assetmanagement, das wir Mitte Mai einführen werden.“

Die Gesamterträge in den ersten drei Monaten lagen bei 90,1 Millionen Euro und damit 1,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals (88,7 Millionen Euro). Geprägt sind die Erträge durch den Provisionsüberschuss. Dieser übertraf mit 59,1 Millionen Euro den Vorjahreswert (54,9 Millionen Euro) um 7,8 Prozent. Zwar lag die Anzahl der B2C-Trades im ersten Quartal 2017 mit 3,7 Millionen unterhalb der Rekordanzahl des Vorjahres (4,0 Millionen), jedoch war die Zusammensetzung der Trades bei zugleich höherem durchschnittlichem Ordervolumen profitabler. Zum anderen zog der Anstieg des Depotvolumens durch Kurseffekte und Nettozuflüsse höhere Vertriebsfolgeprovisionen aus dem Fondsgeschäft nach sich. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge sank angesichts des weiterhin schwierigen Zinsumfelds auf 24,5 Millionen Euro (Vorjahr: 32,0 Millionen Euro). Das sonstige Ergebnis trug mit 6,5 Millionen Euro zum Ertragswachstum bei. Dieses resultiert im Wesentlichen aus einem positiven Finanzanlageergebnis.

Ein weiterer Grund für das starke Ergebnis ist das in diesem herausfordernden Marktumfeld flexible und bewusste Steuern der Kosten und Investitionen: Die Verwaltungsaufwendungen wurden um 3,5 Prozent auf 62,7 Millionen Euro gesenkt (Vorjahreswert: 65,0 Millionen Euro).

Die Gesamtkundenzahl der comdirect Gruppe kletterte im ersten Quartal auf 3,13 Millionen, ein Plus von 17 Tausend. Das betreute Kundenvermögen stieg um 4,3 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 80,03 Milliarden Euro. Die Nettomittelzuflüsse in der Gruppe summierten sich auf 1,8 Milliarden Euro, davon allein 1,3 Milliarden Euro in Wertpapier-Depots. „Immer mehr Kunden machen bei uns immer mehr Wertpapiergeschäft,“ sagt Walter. „Genauso soll es weitergehen. Denn gerade beim langfristigen Vermögensaufbau führt an Wertpapieren kein Weg vorbei.“

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Bank für ein freieres Leben der Kunden

Von Dr. Oliver Everling | 25.April 2017

Die 9. Jahreskonferenz „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ geht mit einem Höhepunkt zu Ende: In der Frankfurt School of Finance Management gibt Arno Walter, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank AG, eine Keynote über „Bank neu denken: Für ein freieres Leben der Kunden“.

Walter spricht über die Meilensteine des Retail-Bankings. 1955 stiegen private Banken in das Privatkundengeschäft ein. 1968 gab es den ersten Geldautomaten in Deutschland. Vor zehn Jahren startete das iPhone mit gerade einmal 4 GB Speicherkapazität. „Neue Welt – neue Rolle“, ist für Walter die zwingende Konsequenz bei Banken.

„Die Trennschärfe zwischen den einzelnen Industrien geht völlig verloren“, warnt Walter. Die Kunde-Bank-Beziehung habe sich verändert und zwinge zur ständigen Weiterentwicklung. „Die Befreiung der Kunden“, titelt Walter: Extrem viel Research, das finde parallel statt. Ein durchschnittlicher Kunde google mindestens 20 mal über Baufinanzierungen, bevor er eine Filiale aufsuche.

Von Juli 2008 bis 2016 wurden mehr als 140 Mrd. Apps heruntergeladen. Die „digital adptors“ seien hochspannend. Ansehen und Marke der Bank seien passé, denn Einfachheit, Flexibilität, Kompetenz, Individualität, Vertrauen und Transparenz zählen heute. Walter gibt aus seinem Hause das Beispiel der Trading App oder MoBox, der App zum JuniorGiro.

„Multibanking ist ein alter Hut“, urteilt Walter. Die smarte Finanzzentrale mit allen Konten auf einem Blick werden dem Kunden selbstverständlich. „Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Das werden wir auch in zehn Jahren noch haben“, ist Walters erste These „zum Aufmuntern“. Seine These 2: „Mehr Freiheit für Kunden.“ Rankings, Followers, Flashmops, Shitstorms usw. dürfen nicht unterschätzt werden.

„Der nächste Step ist Virtual Banking“, so Walters dritte These. „Damit meine ich nicht die 3D-Brille. Das ist nicht der Business Case. Sondern es geht um die Vernetzung von Voice Response“, Kundenschnittstelle und Backoffice verschmelzen. Real-time, proaktiv und im privaten Umfeld zu Hause.

„Aus unserem Haushalt ist Alexa nicht mehr wegzudenken“, berichtet Walter aus seinem persönlichen Umfeld. Alexa werde an Portfolien erinnern, aber auch daran, vielleicht die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Wer sich die Entwicklung des Smartphones klarmache, könne vorausahnen, was Alexa leisten werde.

„Die einfache Flugreise buchen Sie selber. Wenn Sie einige Zwischenstopps haben, finden Sie dagegen ein Reisebüro nicht mehr so doof“, sagt Walter und sieht eine Analogie zur Bankberatung. Walter lädt dazu ein, Ideen auf www.bank-neu-denken.de zu teilen. 

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Mehr Verlass auf chinesische Unternehmen

Von Dr. Oliver Everling | 25.April 2017

Nur noch 68 Prozent der vom Kreditversicherer Coface befragten Unternehmen gaben für China an, 2016 Zahlungsverzögerungen erlebt zu haben. Im Vorjahr und im Fünf-Jahres-Durchschnitt der Befragung waren es noch rund 80 Prozent. Von den über 1000 Unternehmen, die sich an der jährlichen Untersuchung beteiligten, gaben zudem weniger Unternehmen an, dass sich die jeweiligen Beträge an Außenständen erhöht hätten. „Dennoch geben sehr lange Verzögerungen weiter Grund zu Sorge“, warnt der Kreditversicherer.

Über ein Drittel (35,7 Prozent) warteten länger als sechs Monate als vereinbart auf ihr Geld, wobei diese Außenstände mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes ausmachten und damit eine kritische Marke überschritten. 2015 waren es 33,4 Prozent der befragten Unternehmen. Auch die Überschreitungen der Zahlungsziele um mehr als 90 Tage nahmen zu: 2015 waren es 21 Prozent der Unternehmen, im vergangenen Jahr 26,3 Prozent. Über 150 Tage Verzug erlebten 15,9 Prozent nach 9,9 Prozent im Jahr zuvor.

Nach Erfahrungen von Coface werden 80 Prozent der um mehr als 180 Tage überfälligen Rechnungen nicht mehr beglichen. Machen die Forderungsverluste mehr als zwei Prozent des Jahresumsatzes aus, wird die Liquidität angegriffen. 10,9 Prozent der Unternehmen gaben sogar an, dass die sehr langen Überziehungen um mehr als 180 Tage über 10 Prozent des Umsatzes betrugen. Damit wird der Cashflow gefährlich beeinträchtigt.

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Banken nur noch Zulieferer

Von Dr. Oliver Everling | 25.April 2017

Die Veranstaltungsserie „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ geht in ihre 9. Jahreskonferenz. Der Dauerbrenner in der Frankfurt School of Finance & Management füllt auch am 24. April 2017 wieder die Säle der Hochschule. „AI and the Future of Business – Was Künstliche Intelligenz für die Zukunft von Unternehmen bedeutet“ macht einleitend Hans-Christian („Chris“) Boos klar, Geschäftsführer der arago GmbH.

„Jeder nur denkbare Prozess wird von einer KI übernommen“, sieht Boos für die Unternehmen voraus. „Mit all ihren Anwendungen bauen sie akribisch an einer Landkarte der Welt gespiesen von den Daten, die sie so erzeugen.“ Das sei das Erfolgsrezept der Internetgiganten. Eine Karte werde benötigt, um sich die Welt zu erschließen und generalisieren zu können. Hierauf baue Künstliche Intelligenz auf.

„Eine KI ist anfangs wie ein leeres Gefäß. Sie braucht unsttrukturierten Input und schult adurch ihre Sinne . Sie braucht ein semantisches Verständnis der Welt und detaillierte Informationen über ihr Umfeld, um Erfahrungen übertragbar zu machen.“ Unter diesen Bedingungen lasse sich Erfahrungswissen multiplizieren.

Boos erläutert, welche Komponenten zu einer starken KI gehören. „Die etablierte Wirtschaft steht momentan unter Angriff“, warnt Boos. Die Plattformunternehmen hätten enorme Vorteile. Wie andere Unternehmen suchen Plattformen Wachstum – und laufen dabei „automatisch“ in neue Branchen hinein. Im Unterschied zu den „etablierten“ Unternehmen könnten sich die Network-Effect-Unternehmen es leisten, in „irgendetwas“ zu investieren. „Der eine kann es nicht einmal probieren, weil er die Mittel nicht hat, der andere kann es dagegen so lange probieren, bis er es hinbekommen hat.“

Bis jetzt gab es immer eine Beziehung zwischen Marke und Kunden. Mit ihren „Assistenten“ liefern die „Network Effect Companies“ jedes Produkt und jede Dienstleistung, der „Point of Sale“ wandert in die Plattform. „Die Plattform wählt aus den angebotenen Produkten und Dienstleistungen für den Kunden. Die Plattform sucht aus, wer gekauft wird. Wo ich in Urlaub fahre. Dann sind Sie nur noch Zulieferer“, sagt Boos zu der in der Frankfurt School versammelten Bankwirtschaft.

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Globale Kunden Due Diligence

Von Dr. Oliver Everling | 25.April 2017

Regulierungsbehörden konzentrieren sich auf Know Your Customer (KYC) Anforderungen, um Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Ein Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel wäre  die Etablierung einer weltweiten Due Diligence Organisation, in der die beteiligten Finanzinstitute ihre Daten und Dokumente im Rahmen ihrer Kunden Due Diligence sammeln und diese teilen. 2016 hat LexisNexis® Risk Solutions in der Studie „Financial Inclusion & Transparency“ 300 Compliance-Verantwortliche von Finanzinstituten befragt. Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Frage, wie Finanzinstitute den Herausforderungen eines internationalen Datenaustauschs und Transfers begegnen.

Gemäß der Umfrage bestätigen 91 Prozent der Befragten in Deutschland, dass ihr eigenes Finanzinstitut mit den gesetzlichen Verpflichtungen zurechtkommt, Dienstleistungen für Personen, die von einem finanziellen Ausschluss bedroht sind, zu erbringen und aufrechtzuerhalten. Für die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer (87 Prozent) ist es unbestritten, dass finanzielle Inklusion zu mehr Transparenz im Finanzsektor führen kann. Bezogen auf ihr Finanzinstitut sagen 86 Prozent der Befragten, es wäre hilfreich, eine weltweite Due Diligence Organisation zu errichten, die sich auf finanzielle Transparenz konzentriert.

Der Zugang zu Informationen über alle Mitglieder einer Bevölkerung würde das operative Onboarding sowie Sicherheitsüberprüfungen effizienter machen, glauben 83 Prozent der Teilnehmer. Die Studie zeigt in dieser Hinsicht, dass es immer noch Handlungsbedarf gibt, da fast alle Banken infolge von Defiziten im Onboarding-Prozess auf Geschäft und Einnahmen verzichten müssen. Ob dies für das Rating der Banken Auswirkungen haben kann, müssen Ratingagenturen beurteilen.

68 Prozent der Befragten erklären, ihr Finanzinstitut sei bereit, seine Daten zu teilen, um Onboarding-, KYC- und Watchlist-Prozesse zu optimieren. In Bezug auf Onboarding glauben 71 Prozent der Compliance-Manager, es sei schwerer, Menschen ohne Bankverbindung als Kunden anzunehmen, da es bei ihnen an Transparenz mangelt.

Seyfi Günay, Direktor für Finanzkriminalität und Compliance in der Region EMEA bei LexisNexis Risk Solutions, kommentiert: „Die Umfrage der Compliance-Beauftragten zeigt erneut, dass die Mehrheit der Finanzinstitute große Vorteile in der Ausweitung der weltweiten Zusammenarbeit sieht. Ein Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit wäre die Einrichtung einer weltweiten Due Diligence Organisation, in der relevante Daten zentral erfasst werden, um mehr Transparenz zu erreichen.“

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Blockchain-Technologie und Zentralbank

Von Dr. Oliver Everling | 24.April 2017

Dirk Bullmann, Adviser, Directorate General Market Infrastructure and Payments bei der European Central Bank (EZB) spricht auf der 1. Blockchain-Jahreskonferenz der Frankfurt School of Finance and Management über „Mögliche Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf die Rolle der Zentralbank“.

In der Marktinfrastrukturrolle der EZB gehe es um Cash, Collateral und Securities. Die EZB stelle zwei der weltgrößten Marktinfrastrukturen zur Verfügung: „target 2″ und „target2securities“. Bullmann macht anhand der über diese Systeme realisierten, riesigen Umsätze klar, dass die EZB nicht „mal eben“ auf Blockchain umstellen könne.

Die EZB setze Blockchain derzeit nicht ein und plane dies auch nicht in naher Zukunft. Es gehe bei der EZB daher umden potentiellen Einfluss von Distributed Ledger Technology auf die Rolle der Zentralbank. Außerdem würden Anwendungsfelder geprüft. „Kleinere Lösungen könnten möglicherweise DLT-basiert sein“, sat Bullmann, daher würden entsprechende Anwendungen analysiert, wie auch die Frage, ob die Systeme der EZB kompatibel sind oder bleiben.

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