Masterflex Group bleibt innovativ

Von Dr. Oliver Everling | 24.Juni 2016

Zum 23. Mal werden die TOP 100 ausgezeichnet, die innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Die Masterflex Group gehört in diesem Jahr zu dieser Innovationselite. Das weltweit tätige Unternehmen mit Zentrale in Gelsenkirchen/Ruhrgebiet nahm zuvor an einem anspruchsvollen, wissenschaftlichen Auswahlprozess teil. Untersucht wurden das Innovationsmanagement und der Innovationserfolg. Der Mentor des Innovationswettbewerbs, Ranga Yogeshwar, ehrt den Top-Innovator im Rahmen des Deutschen Mittelstands-Summits am 24. Juni in Essen.

Die mit dem TOP 100-Siegel ausgezeichnete Masterflex Group lebt buchstäblich von „guten Verbindungen“: Das Gelsenkirchener Unternehmen stellt Hightech-Schläuche aus anspruchsvollen Kunststoffen für fast alle Branchen her, etwa für den Maschinenbau, die Luftfahrt- und die Automobilindustrie oder für den Lebensmittel- und Pharmasektor. Dabei müssen immer wieder Materialien mit neuen Eigenschaften entwickelt werden. Die Ideen kommen aus dem Vertrieb und von den Technikern des Hauses, aber auch von Lieferanten und Forschungsinstituten. In dem 1987 gegründeten Unternehmen arbeiten weltweit über 600 Beschäftigte.

„Der technische Markt ist eher trocken und sachlich. Daher wollen wir etwas wagen und aus der Masse hervorstechen“, sagt Dr. Andreas Bastin, Vorstandsvorsitzender des börsennotierten Schlauchherstellers. Dabei sind vor allem die Marketingleute des TOP 100-Unternehmens aktiv. Ein Beispiel: Weil die Techniker bei einem neuen Produkt von „ihrem Baby“ gesprochen haben, entwickelte die Marketingabteilung eine Kampagne mit einem Neugeborenen – darunter ein Direkt-Mailing in Form einer Dankeskarte, wie man sie zur Geburt seines Kindes verschickt.

Über 4.000 Unternehmen interessierten sich in diesem Jahr für eine Teilnahme an TOP 100. 366 von ihnen bewarben sich für die Qualifikationsrunde. Davon kamen 284 in die Finalrunde. 238 schafften schließlich den Sprung in die TOP 100 (maximal 100 in jeder der drei Größenklassen). Bewertet wurden die Unternehmen wieder von Prof. Dr. Nikolaus Franke und seinem Team vom Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie fragten über 100 Parameter in fünf Bewertungskategorien ab: „Innovationsförderndes Top-Management“, „Innovationsklima“, „Innovative Prozesse und Organisation“, „Innovationsmarketing/Außenorientierung“ und „Innovationserfolg“.

Die TOP 100 zählen in ihren Branchen zu den Schrittmachern. Das belegen die Zahlen der Auswertung: Unter den Unternehmen sind 97 nationale Marktführer und 32 Weltmarktführer. Im Durchschnitt erzielten sie zuletzt 40 Prozent ihres Umsatzes mit Marktneuheiten und Produktverbesserungen, die sie vor der Konkurrenz auf den Markt brachten. Ihr Umsatzwachstum lag dabei um 28 Prozentpunkte über dem jeweiligen Branchendurchschnitt. Zusammen meldeten die Mittelständler in den vergangenen drei Jahren 2.292 nationale und internationale Patente an. Diese Innovationskraft zahlt sich auch in Arbeitsplätzen aus: Die TOP 100 planen, in den kommenden drei Jahren rund 9.500 neue Mitarbeiter einzustellen.

TOP 100: der Wettbewerb – Seit 1993 vergibt compamedia das TOP 100-Siegel für besondere Innovationskraft und überdurchschnittliche Innovationserfolge an mittelständische Unternehmen. Die wissenschaftliche Leitung liegt seit 2002 in den Händen von Prof. Dr. Nikolaus Franke vom Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien. Mentor von TOP 100 ist der Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Ranga Yogeshwar. Projektpartner sind die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und der BVMW. Als Medienpartner begleitet das manager magazin den Unternehmensvergleich. Mehr Infos unter www.top100.de.

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Beim Sparen nicht an den Brexit gedacht

Von Dr. Oliver Everling | 24.Juni 2016

Viele deutsche Sparer machen sich gerade Gedanken, was nach dem Brexit mit ihrem Geld passiert – speziell jene, die eine Sparanlage auf der Insel besitzen. Bekannte Finanzinstitute wie die FirstSave €uro (FBN Bank), Close Brothers Limited oder die Bank of Scotland bieten ihre Tages- bzw. Festgelder seit längerer Zeit hierzulande an.

Es gilt nun, die Einlagensicherung in britischen Pfund zu beachten. „Prinzipiell sind die Einlagen weiterhin sicher“, erklärt Daniel Franke, Betreiber des Fachportals Tagesgeldvergleich.net. „Allerdings wird die Einlagensicherung in Großbritannien in Pfund gewährt.“ Entsprechend empfiehlt der Anlageexperte, derzeit nicht mehr als 80.000 Euro dort zu parken.

Die schwächelnde britische Währung sorgt dafür, dass die als Einlagensicherung vorgeschriebenen 75.000 GBP nicht mehr – wie sonst in der EU üblich – eine Sicherungshöhe von 100.000 Euro umfassen. Stattdessen liegt der Schutz aktuell bei nur rund 93.000 Euro. „Wir raten dazu, ein wenig Puffer einzubauen“, erläutert Daniel Franke weiter.

Länder außerhalb der Eurozone sind gehalten, die Einlagensicherung alle fünf Jahre hinsichtlich des Devisenkurses zum Euro zu überprüfen. In Großbritannien fand diese Überprüfung erst im Jahr 2016 statt. Mehr Details und die wichtigsten Aspekte für Sparer finden sich unter http://www.tagesgeldvergleich.net/veroeffentlichungen/brexit.html

Eine weitere mögliche Konsequenz wäre die Verlängerung der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), sofern die übrigen Volkswirtschaften der EU durch die prognostizierte Rezession in Großbritannien in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein Anstieg des Leitzinses gerät außer Sicht. „Im Augenblick betrifft der Brexit das Gros der Sparer nicht. Und für den Rest heißt es, frei nach dem Briten Douglas Adams: Keine Panik“, beruhigt Daniel Franke.

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Brexit schafft neue Aufgaben

Von Dr. Oliver Everling | 24.Juni 2016

„Inhaber von Unionsmarken und Gemeinschaftsgeschmacksmustern sollten dringend ihre rechtliche Position prüfen und geeignete Maßnahmen ergreifen“, schreiben die Rechtsanwälte von Liesegang & Partner mbB am Tag nach der Brexit-Entscheidung. „Die Folgen, die diese Entscheidung für die weitere, insbesondere die weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der Europäischen Union haben wird, sind derzeit weder überschaubar noch vorhersehbar. Denn die Entscheidung der Briten führt nicht zum sofortigen Austritt des Vereinigten Königreiches, sondern bedeutet den Beginn von Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU über die Form und den Vollzug dieses Austritts. Einzelheiten regelt Art. 50 des EU-Vertrages.“

Für Einzelne mag das Votum der Briten wie ein Konjunkturprogramm wirken. Verträge müssen neu ausgehandelt, Standorte überdacht und Währungsklauseln erneuert werden. Überall werden dafür Anwälte, Prüfer und Berater benötigt. Insbesondere für britische Unternehmen, die sich bisher auf den Verbleib in der Europäischen Union verlassen haben, steht nun das Überdenken der Strategie an. Die Versicherungswirtschaft könnte profitieren, wenn eine Phase erhöhter Unsicherheit zu verstärkter Nachfrage nach Versicherungsprodukten führt. In jedem Fall werden bedeutende zusätzliche Ressourcen eingesetzt werden müssen, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.

„Jetzt haben wir den Schlamassel: Die Bürger Großbritannien haben sich bei dem gestrigen Referendum für die Abkehr von der Europäischen Union ausgesprochen. Mit knapp 52% für den Austritt fiel die Entscheidung knapp aus“, kommentiert Bernd Krampen von der Nord LB das Ergebnis. „Nun wird es darauf ankommen, wie die Politiker sowohl in Großbritannien als auch in den Ländern Kontinentaleuropas darauf reagieren werden: Derzeit ist nicht absehbar, ob dies der Anfang eines Auseinanderdriftens Europas ist, oder ob der ‚Schuss vor den Bug‘ des Schiffes Europas genutzt wird, das Projekt Europa zu verbessern.“

Die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft beiderseits des Ärmelkanals werden sich jetzt zusammenreißen müssen, meint das Economics Team der NORD/LB Research/Volkswirtschaft: „Denn die Risiken ausgehend vom Brexit können immens sein: Die nun zu erwartenden Wachstumseinbußen bedeuten immer auch mehr Arbeitslosigkeit und weniger Einkommen – sogar für viele gestern Unbeteiligte.“

Für die Ratingagenturen steht nun eine Phase der Überprüfung von Ratings an, insbesondere bei solchen Emittenten, die entweder auf der Seite ihrer Finanzierung eine hohe Abhängigkeit von Pfund und Euro Wechselkursverhältnissen zeigen oder die auf die Absatzmärkte in Grossbritannien angewiesen sind.

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Main Funders vom Main Incubator

Von Dr. Oliver Everling | 22.Juni 2016

Im Fokus der Main Incubator GmbH steht das Mittelstandsgeschäft. Dabei verfolgt der Inkubator nach eigenen Angaben drei Ziele: Trends erkennen, an ihnen partizipieren und Trends selbst gestalten. Dem dritten Ziel geht der main incubator aktiv nach. Main Funders, der Finanzierungsmarktplatz für den Mittelstand, ist das erste – im Company-Building-Ansatz für die Commerzbank AG – entwickelte Projekt.

Im Zuge von z.B. Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen hohe Investitionsbedarfe auf der einen Seite einer hohen Liquidität durch die anhaltende Niedrigzinsphase auf der anderen gegenüber. „Die Geschäftsmodelle mittelständischer Bankkunden verändern sich und so auch Ihre Finanzierungs- und Anlagewünsche“, erklärt Christian Hoppe, Founder Director des main incubators. „Mit Main Funders reagieren wir proaktiv auf diese veränderten Kundenbedürfnisse und setzen relevante Trends.“, so Hoppe weiter.

Birgit Storz, Founder Director des main incubators und Bereichsleiterin Segment Management und Development in der Mittelstandsbank der Commerzbank: „Die Entwicklung einer solchen Plattform war nur durch die enge Kooperation zwischen Commerzbank und main incubator möglich. Gleichzeitig liegt Main Funders eine innovative und nutzerfreundliche Plattform zugrunde, die im main incubator konzeptioniert wurde.“, fährt Storz fort.

„Ein weiteres wichtiges Kriterium ist das Einhalten der strengen Technologie- und Qualitätsstandards der Commerzbank“ ergänzt Bala Nagaraj, IT-Projektleiter von Main Funders. „Um dies zu erfüllen haben wir die Plattform mit Acellere, einem jungen innovativen IT-Unternehmen, gebaut. Dabei hat uns die Commerzbank-IT bei der Integration der Plattform in die Bank sowie die Einhaltung der Standards der Bank hervorragend unterstützt.“, so Nagaraj.

“Die hohen regulatorischen und formalen Anforderungen der Commerzbank zu erfüllen und gleichzeitig das Produkt verhältnismäßig schnell an den Markt zu bringen war eine der größten Herausforderung für das Projektteam“, ergänzt Helge Michael fachlicher Projektleiter von Main Funders.

Die Commerzbank sieht jetzt ihre große Chance mit ihren bestehenden Kundenpotentialen das Thema Peer-2-Peer-Lending als festen Finanzierungsbaustein im deutschen Mittelstand zu etablieren. Main Funders ist ein entscheidender Schritt um in einem potentiellen Wachstumsmarkt, der zurzeit in erster Linie von FinTech Startups bedient wird, relevant zu bleiben. Der main incubator freut sich Main Funders aktiv getrieben und mitgestaltet zu haben und damit den Mutterkonzern im Bereich Innovation und Digitalisierung unterstützt zu haben.

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Mehr Insolvenzen im deutschen Finanz- und Versicherungssektor

Von Dr. Oliver Everling | 22.Juni 2016

Die verbesserte wirtschaftliche Situation in Europa wirkt sich günstig auf die Unternehmen in den meisten europäischen Ländern aus. So gingen 2015 die Insolvenzen in vier Ländern zurück, die Coface in einem neuen Panorama untersucht hat: Niederlande (-20,7%), Schweden (-11%), Deutschland (-4%) und Dänemark (-0,5%). Dieser positive Trend gilt für fast alle Branchen in diesen Ländern mit Ausnahme von Dänemark, wo die Entwicklung unterschiedlich verläuft. Die Insolvenzen verteilten sich in den Ländern etwa gleichmäßig auf Handel, Transport, Beherbergung/Gastgewerbe und Bau. Dagegen gab es weniger häufig Insolvenzen im verarbeitenden Gewerbe.

Auch dieses Jahr werden nach Einschätzung von Coface die Insolvenzen in drei der betrachteten Länder weiter zurückgehen. „Aber weniger stark als zuvor“, erklärt Dr. Mario Jung. Die stärkste Verbesserung erwartet der Senior Regional Economist bei Coface in Mainz für die Niederlande mit minus 11,1 Prozent, Schweden mit minus 8 Prozent und Deutschland mit minus 2,5 Prozent. Anders sieht es für Dänemark aus. „Dort war der Rückgang schon 2015 am schwächsten. Diese Jahr könnten die Insolvenzen sogar deutlich um über 60 Prozent steigen“, erwartet Dr. Mario Jung.

Deutschland hatte 2015 die wenigsten Insolvenzen seit der Insolvenzrechtsreform 1999. Mit einer weiteren Verbesserung 2015 um 4 Prozent sank die Zahl auf 23.000. Das sind 30 Prozent unter dem Wert von 2009. Der positive makroökonomische Rahmen zeigt sich auch in der soliden Verfassung der Unternehmenslandschaft. Fast alle Branchen meldeten 2015 weniger Insolvenzen. Ausnahme war der Finanz- und Versicherungssektor mit plus 5 Prozent. Besonders gut lief es in der Informations- und Kommunikationsbranche (-11,1%) und im Bereich Landwirtschaft/Forst/Fischerei (-9,1%). Verbesserungen gab es auch in Handel, Transport, Beherbergung/Gastgewerbe. In diesen Branchen gingen die Zahlen um etwa 6 Prozent zurück. In der Industrie – ohne Bau – wurden über 4 Prozent weniger Insolvenzen gemeldet. 2016 hält der positive Trend nach Ansicht von Coface an. Nach den Zahlen der ersten beiden Monate (-2,3%) verläuft die Entwicklung aber etwas langsamer. Mit Schwankungen über das Jahr dürfte die Gesamtzahl 2016 um 2,5 Prozent sinken.

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Millionen Deutsche pflegebedürftig

Von Dr. Oliver Everling | 21.Juni 2016

Der demografische Wandel stellt in Deutschland weitreichende Herausforderungen an Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Darunter an die soziale Infrastruktur, die medizinische Versorgung und die Pflege. Eine quantitative und qualitative Abschätzung dieser Herausforderungen ist sowohl für politische Entscheidungsträger auf kommunaler bis nationaler Ebene als auch für Investoren, Entwickler und Betreiber von Pflegeeinrichtungen interessant.

Das Beratungsinstitut Georg Consulting hat im Juni 2016 seinen neuen „PflegeheimReport Deutschland 2030“ veröffentlicht. Die Kurzexpertise stellt einen Orientierungsrahmen für die zukünftigen Bedarfe an Pflegeheimplätzen und Pflegeheimpersonal in den deutschen Bundesländern dar.

Laut Prognosemodell wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland im Jahr 2030 bei rund 3,5 Millionen liegen. Dabei wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Pflegeheimen (vollstationär) bis zum Jahr 2030 in allen Bundesländern um mehr als 20 Prozent zunehmen. In Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg beträgt der Anstieg über 30 Prozent. In Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein überschreitet er sogar 40 Prozent.

Bei einer gleichbleibenden Pflege- und Heimquote im Vergleich zum Basisjahr 2013 liegt der Bedarf zusätzlicher Pflegeheimplätze bis 2030 laut Georg Consulting bei rund 293.300 (Heimquote 2013 konstant). Die absolut höchsten Zahlen zusätzlicher Pflegeheimplätze würden bis zum Jahr 2030 laut Prognose in Bayern (48.600 Heimplätze), Nordrhein-Westfalen (47.900 Heimplätze) und Baden-Württemberg (41.600 Heimplätze) benötigt.

Die Heimquote gibt den Anteil der Pflegebedürftigen, die sich in vollstationärer Dauerpflege befinden, an. Erhöht sich diese Quote bis zum Jahr 2030 um beispielsweise fünf Prozentpunkte, wie es zum Beispiel durch einen unzureichenden Ausbau der ambulanten Pflege der Fall sein könnte, fällt der Bedarf an zusätzlichen Heimplätzen weit höher aus. 2030 würde er unter diesem Szenario bei 498.800 (Heimquote 2013 plus fünf Prozentpunkte) Plätzen liegen.

Was die Versorgung in den Heimen betrifft, wird sich nach Georg bei einem gleichbleibenden Verhältnis von Personal zu Pflegebedürftigen der Bedarf an zusätzlichem Personal (Vollzeit, Teilzeit, Hilfskräfte, Auszubildende etc.) in Pflegeheimen bis 2030 auf teils über 30.000 Beschäftigte im Vergleich zum Basisjahr 2013 erhöhen, so in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt werden in ganz Deutschland bis zum Jahr 2030 laut Basisszenario rund 222.700 mehr Beschäftigte als im Jahr 2013 in Pflegeheimen benötigt, schätzt Georg. „Natürlich gilt es hierbei neben den quantitativen Betrachtungen auch, sich verändernde qualitative Anforderungen an das Personal in den Heimen zu berücksichtigen, wie sie zum Beispiel im Zuge einer kulturell diverseren Gesellschaft entstehen.“

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Neuer Fonds, neue Hoffnung

Von Dr. Oliver Everling | 20.Juni 2016

Der börsennotierte Investmentmanager Jupiter Asset Management baut mit der Auflegung des Jupiter Global Absolute Return SICAV seine Fondspalette weiter aus. Als neuer Teilfonds des Jupiter Global Fund SICAV strebt der globale Absolute Return Fonds unabhängig von den jeweiligen Marktbedingungen eine absolute Rendite über einen rollierenden Zeitraum von drei Jahren an. Dabei investiert der neu lancierte Fonds auf globaler Basis und wird verwaltet von James Clunie, Head of Strategy, Absolute Return.

In den 27 Jahren seiner Tätigkeit in der Vermögensverwaltung hat sich James Clunie einen exzellenten Ruf als Manager von Long/Short-Strategien aufgebaut. Seit seinem Wechsel zu Jupiter im September 2013 verantwortet er sehr die globale Absolute-Return-Strategie eines 433 Millionen Euro schweren, in Großbritannien ansässigen Investmentfonds, der nach eigenen Angaben seine Benchmark in diesem Zeitraum um mehr als zehn Prozent übertroffen hat. Vor seinem Wechsel zu Jupiter verwaltete Clunie einen britischen Equity-Long/Short-Fonds sowie eine Reihe britischer Long-only-Strategien.

James Clunie ist in erster Linie Bottom-up-Investor. Als solcher stützt er sich bei der Portfoliokonstruktion auf eine Mischung aus quantitativen und fundamentalen Analysen. Potenzielle Long- und Short-Ideen identifiziert er mithilfe quantitativer Aktienfilter. Clunie hat dabei das makroökonomische Umfeld im Auge und führt Top-down-Analysen durch, um das Risiko zu reduzieren. Sein Anlageprozess soll von Makroüberlegungen jedoch unberührt bleiben.

„Für mich beruht erfolgreiches Investieren auf einer nicht minder erfolgreichen Suche nach Informations- und Verhaltensvorteilen. So bemühe ich mich, die Ökologie des Marktes, seine verhaltensspezifischen und emotionalen Neigungen sowie die Anomalien zu verstehen, die daraus erwachsen können“, sagt James Clunie. „Der Leerverkauf oder das Short-Selling von Einzeltiteln ist ein Bereich, in dem ich über umfangreiche theoretische und praktische Erfahrung verfüge. Ich glaube, hier für Anleger einen erheblichen Mehrwert generieren zu können.“

Clunie, der weiterhin als Honorarprofessor an der University of Edinburgh fungiert, hat einen PhD-Abschluss in Short-Selling sowie diverse Bücher und theoretische Abhandlungen zu diesem Thema verfasst. Darüber hinaus war er beratend für die Weltbank tätig und hat Vorlesungen an der SWUFE in Chengdu gehalten, einer führenden Universität für Wirtschaft und Finanzwesen in China.

Dazu Kevin Scott, Head of EMEA bei Jupiter: „Unser internationaler Kundenstamm wächst beständig und wir freuen uns über den entsprechenden Ausbau unseres Produktangebots, um diese Nachfrage zu bedienen. James Clunie ist ein außerordentlich talentierter Fondsmanager und wir sind überzeugt, dass der Fonds für Anleger eine spannende Gelegenheit bietet, an der erfolgreichen Absolute Return Strategie zu partizipieren.“

Die in der Vergangenheit erzielte Performance ist kein Indikator für die aktuelle oder künftige Wertentwicklung. Die Performanceangaben berücksichtigen nicht die Provisionen und Kosten, die bei der Ausgabe und Rücknahme von Anteilen anfallen. Für einen neuen Fonds gibt es auch noch nicht aussagefähige Fondsratings, da keine Historie des speziellen Ansatzes aus der Praxis berücksichtigt werden kann.

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Volatilität ohne Ende

Von Dr. Oliver Everling | 20.Juni 2016

„Das Brexit-Referendum am kommenden Donnerstag und die damit einhergehende Unsicherheit beeinflusst und stört zunehmend die Marktaktivitäten. Investoren suchten in der vergangenen Woche Schutz – Aktienkurse gingen auf Talfahrt, während Anleihen zumindest kurzzeitig zulegten“, sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Hinzu kam Ende der Woche ein explizit zurückhaltendes Statement des Federal Open Market Committees (FOMC) hinsichtlich weiterer Leitzinserhöhungen. All diese Entwicklungen hätten den Rohstoffsektor in Mitleidenschaft gezogen. Der Bloomberg Rohstoffindex gab zum ersten Mal seit sechs Wochen nach. „Angesichts eines wohl sehr knappen Ausgangs des Referendums in Großbritannien ist mit erhöhter Volatilität an den Märkten und in sämtlichen Asset-Klassen zu rechnen“, sagt Hansen.

„Gold hingegen erlebte in der vergangenen Woche ein starkes Comeback. Dies lag nicht zuletzt am Fehlschlag des FOMC, an den Märkten eine aggressivere Geldpolitik zu etablieren“, sagt Hansen. Während Aktien unter Druck gerieten, verschärfte sich auch die Lage für Staatsanleihen. Zuletzt fiel die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen sogar unter null Prozent. „Sobald sich der Staub im Anschluss an das Referendum legen wird, werden sich Investoren nach wie vor in einer Welt mit immer weniger positiven Anleihezinsen befinden. In Kombination mit dem jüngsten Statement des FOMC wird dies alternative Investments wie etwa Edelmetalle unterstützen“, sagt Hansen. Gold werde zwischen 1.271 und 1.258 USD pro Feinunze Unterstützung suchen. Um die Stimmung jedoch wieder auf die bullische Seite zu drehen und die Konsolidierung zu verlassen, müsse das gelbe Metall wieder über Marke von 1.300 USD pro Feinunze springen.

Unterdessen ging der mehrwöchigen Öl-Rallye die Luft aus und der Kurs konnte die Marke von 50 USD pro Barrel nicht behaupten. „Grund hierfür sind die Unsicherheiten um den Brexit-Ausgang sowie ein spürbar überkaufter Ölmarkt“, sagt Ole Hansen. Versorgungsstörungen in Nigeria, Libyen und Venezuela würden gleichwohl den Gleichgewichtsprozess weiter vorantreiben. US-Produzenten benötigten allerdings über mehrere Monate hinweg einen Ölpreis von deutlich über 50 USD pro Barrel, bevor es zu einem Umdenken hinsichtlich der Fördermengen käme. „Öl wird sich in den kommenden Monaten zwischen 45 USD und einem niedrigen 50 USD-Bereich pro Barrel bewegen. Die Brexit-Entscheidung und die potenziellen Auswirkungen eines Austritts bleiben die größten Unsicherheitsfaktoren für spekulative Positionen“, sagt Hansen abschließend.

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Unbeliebter Konjunkturzyklus

Von Dr. Oliver Everling | 20.Juni 2016

„Seit sechs Jahren erleben wir nun einen der langanhaltendsten, aber zugleich auch unbeliebtesten Konjunkturzyklen der Geschichte“, schreibt James Swanson, MFS Chief Investment Strategist. „Die Märkte haben eine größere Fähigkeit bewiesen, die Effekte der globalen Finanzkrise zu überwinden, als es die  Öffentlichkeit vermochte.“ Warum ist das so? Wenn man den Experten zugehört hat, konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Märkte von nichts als heißer Luft und Zentralbankliquidität getragen wurden. „Doch dies trifft die Wahrheit nicht im Entferntesten“, warnt Swanson. „Tatsächlich haben die Unternehmensgewinne den Märkten zu neuen Höchstständen verholfen. Seit seinem Tiefststand Anfang 2009 hat sich der Wert des S&P 500 verdreifacht. Und es ist dabei kein Zufall, dass sich die Gewinne der S&P Unternehmen ebenfalls verdreifacht haben.“

Die Gewinne der großen multinationalen Unternehmen – wie etwa derjenigen im S&P – wurden nach Ansicht von Swanson getrieben durch den produktiven Einsatz von Arbeit und Kapital, einem schnellen Kapitalumschlag, geringen Energiekosten – und zugegebenermaßen auch durch historisch niedrige Kapitalkosten aufgrund der expansiven Zentralbankpolitik.

„In den letzten Monaten allerdings haben die Gewinne zunehmend nachgelassen und mit ihnen auch mein Vertrauen in den Aufwärtstrend der Märkte. Der Druck auf die Gewinne und Einnahmen kommt scheinbar aus zwei Richtungen. Erstens durch den Überschuss an weltweiter Produktionskapazität,“ unterstreicht Swanson, „vor allem in China. In den Industriestaaten reagiert die Produktion schneller auf eine geänderte Nachfragesituation. In China dagegen reagiert die Nachfrage aufgrund der dortigen politischen Gegebenheiten nicht so zügig. Die Überkapazitäten in der Weltwirtschaft reduzieren aber nicht nur die Preisgestaltungsmacht chinesischer Unternehmen sondern der Unternehmen weltweit.“

Der zweite Faktor, der die Gewinne nach Ansicht von Swanson schwächt, ist die zurückhaltende Verbrauchernachfrage. Er hatte erwartet, dass die „Energiedividende“ aufgrund der gesunkenen Gas- und Energiekosten, sich in einer höheren Nachfrage in den Industrieländern niederschlagen wird. Stattdessen zeigte sich bereits, dass ein signifikanter Anteil der Energiedividende angespart wird und nicht zurück in die Wirtschaft fließt. Gleichzeitig fangen die Energiekosten an zu steigen, wodurch die Verbrauchernachfrage langfristig unter Druck geraten dürfte. Dies könnte das Umsatzwachstum einiger Unternehmen zusätzlich beeinträchtigen.

Dieses ausbleibende Umsatzwachstum hat zu sinkenden Investitionen der großen, global tätigen Unternehmen geführt. „Dies ist meines Erachtens ein besorgniserregendes Zeichen, da Investitionen die Antriebskraft für Arbeitsplätze und Profite sind“, so
Swanson.

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Alles dicht mit ElringKlinger

Von Dr. Oliver Everling | 17.Juni 2016

Dr. Volker Wiedenhöft, Dipl.-Chemiker und Werkleiter der ElringKlinger AG in Runkel bei Limburg, erinnert an die Geschichte seines Unternehmens, die mit der Fusion von Elring und Klinger eine wichtige Etappe erreichte. Wiedenhöft erinnert an den Beginn der Metalldichtungen in den 1990er Jahren. Mit einem Umsatz von rund 100 Mio. € meldet sich innerhalb des Konzerns allein schon der Standort Runkel zu Wort.

„Wir haben die Stammmannschaft in der Rezession nach 2007 trotz Personalabbaus halten können. Heute beschäftigen wir wieder ungefähr 375 am Standort“, berichtet Wiedenhöft. Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen werden von Runkel aus in alle Welt geliefert. Fast in jedem Auto werden Dichtungen benötigt und meist sind es Dichtungen von ElringKlinger.

Wiedenhöft erläutert einige produktionstechnische Vorteile und Elemente des Produktportfolios. „Wir haben uns hier an diesem Standort spezialisiert auf Flachdichtungen“, berichtet Wiedenhöft. „Die Welt wird beliefert mit unserem Material, das aus Idstein oder aus Runkel kommt.“

„Wir sind in den letzten zehn Jahren sehr stark gewachsen“, berichtet Thomas Jessulat, seit 2016 CFO und seit 2005 bei ElringKlinger. Er berichtet von einem Umsatz der Gruppe von über 1,5 Mrd. €, mit dem ein EBIT von 135,2 Mio. € erwirtschaftet wird. Mit Produkten für einen effizienten Antrieb von Automobilen bewegt sich im Mittelpunkt eines der Megatrends der Automobilindustrie und bietet Lösungen an zur Optimierung des Verbrennungsmotors via Downsizing, für alternative Antriebskonzepte, für den Ersatz von Metall durch Kunststoff und zur Reduzierung von Emissionen.

Steigende Leistungsansprüche erfordern Produktanpassungen wie höhere Druckwerte in turbogeladenen Downsizing-Motoren sowie komplexes Hitzemanagement (z.B. Abschirmteile für den Motor). Die Reduzierung von CO2-Emissonen durch alternative Antriebssysteme beschäftigt ElringKlinger beispielsweise in Bezug auf die Energiespeicherung durch Batterietechnologie oder Energieumwandlung durch Brennstoffzellentechnologie. Hier kann ElringKlinger mit Zellkontaktiersystemen und Stacks aus einzelnen Brennstoffzellen aufwarten.

Cockpitquerträger werden bei ElringKlinger durch den Einsatz von Aluminium mit angespritzten Elementen aus Hochleistungskunststoff in ihrem Gewicht reduziert. Darüber hinaus bietet der Konzern faserverstärkte thermoplastische Kunststoffe (Organo-Bleche) an, u.a. für Türmodulträger oder für Seitenaufprallschutzelemente in Fahrertüren. Jessulat kommt auch auf neue Emissionsgrenzwerte zu sprechen, die verbesserte Abgasreinigungssysteme erforderlich machen.

Jessulat rechnet eine durchschnittliche Wachstumsrate seit 2005 von 12,3 % vor, ausgehend von einem Umsatz von 475 Mio. € in 2005, der auf 1,507 Mio. € in 2015 gesteigert werden konnte. Die Erfolgsgeschichte werde nicht nur durch Erschließung neuer Märkte, Einsatz einzigartigen Prozess-Know-hows, Einführung neuer Produkte für innovative Lösungen, Ausbau des bestehenden Produktportfolios und Sicherung der Marktführerschaft in profitablen und spezialisierten Nischen getragen, sondern auch durch gezielte Akquisitionen zur Ergänzung des Konzernwachstums: Firmen in der Abschirmtechnik, Dichtungen, Abgasreinigung, Werkzeuge, Kunststoffe, Brennstoffzellensysteme, Kunststoff-Wärmetauscher, Getriebesteuerplatten und Vertrieb von Hug-Produkten. „ElringKlinger wächst stärker als der globale Fahrzeugmarkt“, unterstreicht Jessulat.

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