Ausgezeichnete Vermögensverwaltungen

Von Dr. Oliver Everling | 26.März 2015

Die firstfive AG zeichnet die besten Vermögensverwaltungen in drei Auswertungszeiträumen aus. Die Sieger sind die Walser Privatbank AG, BHF Trust Management GmbH und Flossbach von Storch AG. Sie mussten in unterschiedlichen Risikoklassen herausragende Leistungen zeigen, um den Spitzenplatz zu erreichen. Diese anspruchsvolle Aufgabe gibt den firstfive-Awards einen besonderen Stellenwert.

„Unsere Auswertungen werden auf Basis realer Depots vorgenommen. Die Datenbank der firstfive AG von rund 300 Depots ist einzigartig und wir grenzen uns damit von Performanceprojekten oder Depotcontests anderer Institutionen ab. Diese haben eher den Charakter eines Börsenspiels und müssen mit der realen Vermögensverwaltung eines Anbieters nicht identisch sein“ stellt Jürgen Lampe, Vorstand der firstfive AG, bei der Preisverleihung fest.

Im 12 Monatszeitraum haben Österreicher die Nase vorn. Platz 1 belegt die Walser Privatbank AG aus Riezlern knapp gefolgt von der Raiffeisen Capital Management Vermögensverwaltung aus Wien. Platz 3 belegt das Wealth Management der Deutsche Bank AG. Sehr ausgewogene Leistungen in drei Risikoklassen bescherten der Walser Privatbank den Gesamtsieg. Sie war bei moderaten Risiken mit ETFs auf euopäische Aktienindices sowie mit langlaufenden Staatsanleihen erfolgreich.

„Die Auszeichnung zur Vermögensverwaltung des Jahres 2015 ist für uns eine besondere Freude, weil sich unser seit fast acht Jahren über alle Anlagenstrategien eingesetzter risikokontrollierter Investmentansatz gegen unsere Mitbewerber durchsetzen konnte“ sagt Stephan Modler, Geschäftsführer der WALSER Privatbank Invest SA.

Bei der 3-Jahresauswertung erreichte BHF TRUST Management GmbH, die Vermögens verwaltung der BHF Bank AG, mit 99,7 Punkten von max. 100 das absolute Topergebnis und verwies die Walser Privatbank und M.M. Warburg & CO KGaA aus Hamburg mit deutlichen Abstand auf die Plätze. Erfolgreiches Stockpicking in Europa und Nordamerika und Investitionen in mittelfristige Unternehmensanleihen sind das Erfolgsrezept der Frankfurter.

„Wir sind stolz auf die Auszeichnung zum besten Vermögensverwalter über die letzten drei Jahre. Die Auswertung realer Depots über mehrere Risikokategorien belegt, dass unsere Investmentstrategie nicht nur im Lehrbuch funktioniert, sondern auch in einem schwierigen, von Krisen geprägten Marktumfeld echten Mehrwert für unsere Kunden erwirtschaftet. Wir sind sicher, dass uns das mit einer aktiven Asset Allocation und einer qualitätsorientierten Titelauswahl auch in 2015 wieder gelingen wird.“ sagt Dr. Manfred Schlumberger, Sprecher der Geschäftsführung von BHF Trust.

In der Königsdiziplin, der 5-Jahresauswertung, musste sich die BHF dagegen Flossbach von Storch AG aus Köln geschlagen geben. Die unabhängigen Vermögensverwalter sind mit ihren eigenen Fonds erfolgreich. Platz 3 belegt erneut die M.M. Warburg & CO KGaA aus Hamburg.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung! Denn die vergangenen Jahre waren besonders herausfordernd – aus verschiedenen Gründen: Eurokrise, Nullzins, dazu wachsende geopolitische Risiken wie der Konflikt in der Ukraine. Die Auszeichnung zeigt, wie wichtig es ist, eine Anlagestrategie langfristig auszurichten und dann auch konsequent umzusetzen – und sich nicht vom Getöse der täglichen Nachrichten verrückt machen zu lassen. Wir orientieren uns ganz bewusst an keinerlei Referenzindizes. Oberstes Ziel ist es, langfristig attraktive Renditen für unsere Kunden zu erwirtschaften. Dieser Ansatz führt zum Ursprung allen Investierens: Anlagegelegenheiten erkennen und nutzen.“  sagt Michael Otto, Leiter der Privaten Vermögens verwaltung von Flossbach von Storch AG. Für die Zukunft empfiehlt er, dass „langfristig ausgerichtete Investoren Kursschwankungen nicht als Risiko missverstehen sollten, sondern als das erkennen, was sie sind: Normalität. Nur so werden sich die Herausforderungen der kommenden Jahre meistern lassen.“

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Benötigt die Stadt Frankfurt ein Geschäftsmodell?

Von Karl-Heinz Goedeckemeyer | 26.März 2015

Frankfurt platzt aus allen Nähten. Vergleichbar mit Immobilienhochburgen wie München und Hamburg profitierte die Mainmetropole von einer starken Zuwanderung. Jährlich zählt die Stadt 15.000 Einwohner mehr. Ende vergangenen Jahres lebten rund 700.000 Menschen mit Hauptwohnsitz in der größten hessischen Kommune. Setzt sich der Trend in diesem Tempo fort, könnte die Prognose des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zutreffen, wonach Frankfurt die Marke von rund 860.000 Einwohnern bis 2030 erreichen könnte. Das wären dann fast 25 % mehr als im Jahr 2012. Städte mit einer wie Frankfurt profitieren nicht nur von ihrer hohen Internationalität und guten Infrastruktur, sondern auch davon, dass die Immobilienmärkte weltweit längst nicht mehr auf Länderebene miteinander konkurrieren. Inzwischen hat sich die Konkurrenz auf Städte und Standorte, die ein hohes Potenzial versprechen, verlagert.

Da bereits jetzt der Markt für Miet- und Eigentumswohnungen sehr angespannt ist und das Immobilienangebot zusehends knapper wird, stellt sich die Frage, wie eine wachsende Stadt wie Frankfurt sicherstellen will, auch künftig für “Normalverdiener” genug bezahlbaren Wohnraum bereit zu stellen. Da im kommenden Jahr in Hessen Kommunalwahlen stattfinden, steht die Stadt – und in vorderster Front der Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) – unter enormen Handlungsdruck. Die Stadt versucht mit der Ausweisung neuer Baugebiete und einer stärkeren Nachverdichtung das Angebot zu vergrößern und somit auch die Preise auf dem Immobilienmarkt nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Dabei muss die Politik sich mit Widerständen auseinandersetzen.

„Grenzen sind in der Akzeptanz der Bevölkerung“, sagte Cunitz auf der Konferenz „Wohn-Dialog Frankfurt am Main“ des Veranstalters Heuer-Dialog am 25. März 2015. Der Dezernent, der seine Arbeit trotz der kommenden Kommunalwahl in Ruhe kontinuierlich fortsetzen will, hat auf der Konferenz auf die Erfolge bei der Ausweisung neuer Baugebiete wie z. B. dem Bosch- und Siemens-Areal und der Schaffung neuer Wohnungen hingewiesen und betont, dass kurz- und mittelfristig ausreichenden Wohnraum zur Verfügung stehe. Demnach bestehe ein Potenzial von 30.000 Wohneinheiten plus der Realisierung des Potenzials aus dem Wohnbauentwicklungsprogramm. Gleichwohl könnten aus den anvisierten 30.000 Wohneinheiten 3.000 wegen Störfälle (Soweso-Problematik) wohl nicht realisiert werden. Trotzdem zeigt sich Cunitz optimistisch, gemäß dem Planungsrecht in den nächsten drei Jahren 12.000 – 13.000 neue Wohnungen schaffen zu können. Um mehr Flächen auszuweisen, muss das Wachstum der Stadt regional betrachtet  und viel Überzeugungsarbeit bei den Kommunen im Umland geleistet werden, sagte der Grünen-Politiker. Da die Stadt zu 25% aus Ackerflächen besteht, ist das Realisierungspotenzial weiterer Baugebiete aber beschränkt.

Vor dem Hintergrund des gestiegenen Preisniveaus  – immerhin haben sich die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt seit 2007 (Stand: Q4 2014) um nahezu 25 % verteuert – müsste man davon ausgehen, dass sich Familien zusehends Wohnraum in den Peripheriestandorten zu suchen. Laut Frank Alexander, Geschäftsführer der Hermann Immobilien GmbH, ist bislang zwar noch keine Trendwende in Richtung Umland zu erkennen. Allerdings gebe es Signale, dass die Zuwanderung in einigen Kreisen zunehme. So habe die Zuwanderung im Main-Taunus und Hochtaunus-Kreis im vergangenen Jahr um +13% im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. In anderen Regionen wie dem Wetterau und Offenbach Kreis sei die Zuwanderung bislang moderat. Das treffe auch auf die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen zu.

Gemäß Alexander liegen die Preise für ETW in Friedberg zwischen 2.600 und 2.900 Euro pro qm und im Main-Kinzig-Kreis zwischen 2.500 und 2.800 Euro pro qm – und damit deutlich unter Frankfurt, wo der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Neubau-ETWs bei rund 4.000 Euro liegt. Großes Potenzial verspreche die Stadt Offenbach. Hier bestehe eine unfassbar große Nachfrage nach Reihenhäusern, betont Alexander.

Angesichts des enormen Zuwanderungsdrucks und der Tatsache, dass sich viele Stadtteile wie z. B das Nordend oder Ostend im Wandel befinden, stellen sich für Akteure wie Jürgen H. Conzelmann, Vorstandsvorsitzender Haus und Grund, die Frage, ob die Stadt ein Geschäftsmodell hat? „Wo ist die generelle Übersicht, was die Stadt noch erwartet und wie werden Landstücke nicht entvölkert“, will Conzelmann wissen. Mit Blick auf die Tatsache, dass derzeit viele Bauträger und Projektentwickler „viel Kohle machen“ weist der Haus und Grund-CEO auch auf die unkalkulierbaren Kosten und die hohe Rechtsunsicherheit für Vermieter hin. Abschließend betonte Conzelmann, dass er Angst habe, dass der Bestandswohnungsbau ausblutet. Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde auch baurechtlichen Aspekte wie die Stellplatzverordnung angesprochen. Während Städte wie Berlin und Hamburg diese abgeschafft habe, sollte auch Frankfurt die Stellplatzsatzung streichen.

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Mit Nachhaltigkeitskriterien die Rendite steigern

Von Dr. Oliver Everling | 26.März 2015

“Der Global Challenges Index (GCX) setzt seine Erfolgsgeschichte fort”, meldet die Börse Hannover. Nach einem Anstieg um mehrere Hundert Punkte innerhalb weniger Monate übersprang das Nachhaltigkeitsbarometer im März erstmals die Marke von 2000 Punkten. Erst im Juni 2014 war der Index, der 50 internationale Aktien von besonders nachhaltig orientierten Unternehmen umfasst, auf über 1.500 Punkte geklettert. Auf ein Jahr gesehen hat der GCX damit erneut den performancestarken Deutschen Aktienindex (DAX) geschlagen: Während dieser binnen Jahresfrist um rund 30 Prozent zulegte, notiert der GCX heute um 40 Prozent höher als noch Ende März 2014.

“Viele Titel profitieren vom aktuellen Positivtrend am Aktienmarkt. Die Aktien der besonders nachhaltig orientierten Unternehmen im GCX konnten den Markt sogar schlagen”, erläutert Dr. Sandra Reich, Geschäftsführerin der Börse Hannover, die Entwicklung. “Das ist ein erneuter Beleg dafür, dass sich die nachhaltige Geldanlage auszahlen kann.”

Aufgenommen werden in den GCX nur Unternehmen, die aktiv einen Beitrag zur Bewältigung von sieben globalen Herausforderungen leisten. Dazu zählen Klimawandel, Trinkwasserversorgung, Erhalt der Artenvielfalt, nachhaltige Waldwirtschaft, Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Führungsstrukturen. Die Index-Zusammensetzung wird laufend überprüft und halbjährlich angepasst. Wenn Aktien nicht mehr den strengen, von der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom research und der Börse Hannover entwickelten Auswahlkriterien genügen, werden an ihrer Stelle neue Titel in den Index aufgenommen. Der Nachhaltigkeitsindex GCX wurde 2007 von der Börse Hannover initiiert und legte bis heute um fast 100 Prozent zu (Stand: 24.03.2015).

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Leifheit bringt Männer zum Putzen

Von Dr. Oliver Everling | 26.März 2015

Ein deutlich gesteigertes Konzernergebnis stellt Thomas Radke, Vorsitzender des Vorstands der Leifheit AG, in den Vordergrund der Analysten- und Bilanzpressekonferenz der Leifheit AG. In Frankfurt am Main berichtet er von einem Konzernumsatz von 220,7 Mio. €, einem EBIT von 21,5 Mio. € 9,8 %.

Von der deutlichen Dollarkurssteigerung profitierte auch die Leifheit AG, berichtet Dr. ClausO. Zacharias, CFO der Leifheit AG. Das positive Fremdwährungsergebnis beziffert Zacharias auf 21,5 Mio. €. “Auf der obersten Ebene haben wir einen relativ stabilen Umsatz. Produkte mit mehr Marge haben wir in den Mittelpunkt gestellt, Produkte mit weniger Marge haben wir an die Seite geschoben”, erklärt Zacharias die Bruttomarge von 47,7 %.

Das um das Fremdwährungsergebnis bereinigte EBIT präsentiert sich stabil mit 16,4 Mio. €. “Die Liquidität ist auch top gelaufen. Am Ende sitzen wir auf einer Kasse von 62,8 Mio. €.” In 2015 werde ein Lager für 3 Mio. € gebaut und weiter investiert, so dass in 2015 mit einer niedrigeren Liquidität zu rechnen sei. Die Eigenkapitalquote sank auf 42,5 %.

Der Handel sei immer kurzfristiger geworden. Mit asiatischer Fertigung könne man dn Anforderungen nicht gerecht werden, daher bevorzuge Leifheit Standorte in Europa. Mit den Pensionsverpflichtungen komme auf manche Unternehmen – auch solche im DAX – im dauerhaften Niedrigzinsumfeld ein signifkantes Problem zu. Bei Leifheit habe man vorgesorgt.

“Eine falsche Entscheidung ist oft schwer zu korrigieren”, erinnert isch Zacharias mit Blick auf die Probleme, die sich vor rund zehn Jahren in Verlusten bemerkbar machten. Wie die Ergebnisentwicklung seit 2001 deutlich zeigt, wurde bei Leifheit die Wende zum Besseren offenbar nachhaltig geschafft.

Radke erläutert die erfolgreiche Strategie des Konzerns anhand eines Werbespots, der auf die neue Rolle von Männern im Haushalt anspielt. Die Etablierung der Strategie “Leiheit 2020″ fing mit einer gemeinsamen Vision aller Mitarbeiter an: “Wir sind deine führenden Experten für Lösungen, die dein tägliches Leben zuhause einfacher und bequemer machen.”

Das Leben werde digitaler werden, Mobilität werde zunehmen und doppelte Berufstätigkeiten würden sich weiter verbreiten. 10 strategische Leitlinien umreißen die Handlungsfelder und definieren, “wie wir wachsen werden.” Die Leitlinien werden durch die Schlagworte Konsumenten, Marken/Kategorien, Regionen/Länder und Handelskunden (Frage nach dem Wo?) einerseits, Produktqualität, erstklassigen Nutzer-Fokus, innovative und führende Lösungen für die Zielgruppen, innovative und führend lösungen für die Handelskunden, Effizienz in der Wertschöpfungskette und Kultur und Mitarbeiter (Frage nach dem Wie?) andererseits rubriziert.

Gründe für ein Investment in Leifheit sind in starken Marken, einem stabilen Geschäftsmodell, solider Basis mit Blick auf Kostenstruktur, Eigenkapitalquote und Cashflows, attraktive Dividenpolitik und signifikantem Wachstumspotenzial zu suchen. Bekannte Marken mit hohem Verbrauchervertrauen, führende Marktpositionen in Deutschland und vielen europäischen Ländern sowie die Positionierung als Qualitätsanbieter im mittleren und gehobenen Preissegment kennzeichnen Leifheit mit einem weniger zyklischen Geschäft, da Produkte des täglichen Bedarfs immer gefragt sind. “Wir sind gut aufgestellt, um von wachsender E-Commerce-Dynamik zu profitieren”, sagt Radke und unterstreicht die “intelligente Kombination aus Fremd- und Eigenfertigung”.

“Wir werden uns extrem auf den Konsumenten ausrichten”, sagt Radke. “Wir sind mit Leifheit im obersten Preisbereich. Wir werden in Zukunft auch das mittlere Preissegment ansprechen.”

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Europäische Unternehmen deutlich vor US-amerikanischen

Von Dr. Oliver Everling | 25.März 2015

Die unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research hat die nachhaltigkeitsbezogene Performance von Unternehmen untersucht und vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über das Freihandelsabkommen TTIP auch einen Vergleich zwischen europäischen und US-amerikanischen Unternehmen gezogen. Ergebnisse veröffentlicht oekom research heute in seinem Jahresbericht „oekom Corporate Responsibility Review 2015“.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über das Freihandelsabkommen TTIP hat oekom research geprüft, wie sich die ökologische und soziale Verantwortung von europäischen und US-amerikanischen Unternehmen unterscheidet. Die europäischen Unternehmen erreichen eine durchschnittliche Bewertung von 40,6 auf der von 0 bis 100 (Bestwert) reichenden Skala, Unternehmen mit Sitz in den USA kommen auf eine durchschnittliche Bewertung von nur 25,2, also einen deutlich niedrigeren Wert. Auch in Branchen, in denen der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen den beiden Wirtschaftsräumen besonders groß ist, wie z. B. in der Automobilbranche, dem Maschinenbau oder der Chemiebranche, zeigen europäische Unternehmen bessere Leistungen im Nachhaltigkeitsbereich. Kritiker des TTIP-Abkommens befürchten, dass das Abkommen zu einer Angleichung der sozialen und ökologischen Standards auf dem unteren Niveau führen wird. Bewahrheitet sich dies, wird es spannend, welche Auswirkungen auf das Nachhaltigkeitsmanagement der europäischen und US-amerikanischen Unternehmen damit verbunden sind.

Die Gesamtbewertung der Nachhaltigkeitsperformance der international tätigen, börsennotierten Großunternehmen mit Sitz in den Industrieländern ist im vergangenen Jahr recht stabil geblieben. Knapp die Hälfte (49,7%) der Unternehmen zeigt kaum oder kein Engagement im Bereich Nachhaltigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil um 3,4 Prozentpunkte gesunken. Als Ursache kann gelten, dass sich die Transparenz über das Engagement im Umwelt- und Sozialbereich insbesondere bei bisher intransparenten Unternehmen etwas verbessert hat. Allerdings erfüllt nicht einmal jedes sechste Unternehmen (16,3%) die von oekom research branchenspezifisch definierten Mindestanforderungen an das Nachhaltigkeitsmanagement und wird mit dem oekom Prime Status ausgezeichnet.

Im internationalen Branchenvergleich erreichen die Hersteller von Haushaltsprodukten für ihr Nachhaltigkeitsmanagement die höchste Bewertung. Auf Rang 2 der Branchenbewertung landen die Unternehmen der Automobilindustrie. Am unteren Ende der Rangliste platzieren sich der Einzelhandel, die Öl- und Gasbranche sowie die Immobilienbranche. Auffällig ist, dass selbst die besten Branchen nicht die Hälfte der Maximalpunktzahl erreichen, die meisten Branchen nicht einmal ein Drittel.

Unternehmen der Metall- und Bergbaubranche sowie der Öl- und Gasbranche verstoßen am häufigsten gegen mindestens eines der Prinzipien des UN Global Compact. Mehr als jedes dritte Unternehmen zeigt hier einen Verstoß gegen die Prinzipien, besonders häufig sind Umweltverstöße und Menschenrechtsverletzungen. Auf Rang 3 der Branchen mit den häufigsten Verstößen folgt die Textilbranche, in der rund jedes fünfte Unternehmen (20,7%) in Verstöße gegen die UN-Prinzipien verwickelt ist. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Arbeitsrechtsverletzungen, die vor allem in der Zulieferkette stattfinden.

„Im Vergleich zum vergangenen Jahr sehen wir bei den Unternehmen minimale Fortschritte beim Umgang mit den ökologischen und sozialen Herausforderungen“, fasst Matthias Bönning, COO und Head of Research von oekom research, die Ergebnisse zusammen. „Doch vor dem Hintergrund der großen globalen Probleme und der sich daraus ergebenden Handlungsnotwendigkeit reicht das mit Sicherheit noch nicht aus.“

Um Veränderungen im Unternehmensbereich anzustoßen, die für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind, ist der nachhaltige Kapitalmarkt ein wichtiger Impulsgeber. Das Rekordvolumen von fast zehn Billionen Euro allein in Europa und ein weltweiter Anteil nachhaltiger Geldanlagen am Gesamtkapitalmarkt von 30,2 Prozent werden die Unternehmen nicht unbeeindruckt lassen. „Der Anreiz für Unternehmen, sich bei der Gestaltung ihres Nachhaltigkeitsmanagements an den Anforderungen der Investoren zu orientieren, wächst mit jedem nachhaltig angelegten Euro“, so Matthias Bönning.

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Morningstar’s European Fundmanager of the Year Awards 2015

Von Dr. Oliver Everling | 25.März 2015

Wojciech Stanislawski, Fondsmanager beim unabhängigen internationalen Vermögensverwalter Comgest, ist bei den jüngsten “Morningstar´s European Fundmanager of the Year Awards 2015” zum “Global Fund Manager of the Year” ernannt worden. Die Preisverleihung fand am 19. März im Rahmen der Morningstar Institutional Conference in Amsterdam statt. In der Vorwoche war der Aktienspezialist Comgest bereits im Rahmen der “Morningstar´s Fund Awards 2015 in Luxemburg“ geehrt worden. Für seine robuste Performance auf Basis der Selektion von Qualitätswachstumsunternehmen über das gesamte Produktspektrum hinweg hatte Comgest den Preis “Best Fund House: Specialist Equity” erhalten und zwar in den Märkten Deutschland, Frankreich und Luxemburg.

Wojciech Stanislawski hat den Preis an der Seite von Vincent Strauss für sein Management des Comgest Growth Emerging Markets sowie des Magellan Fonds gewonnen. Sowohl Stanislawski als auch Strauss verwalten bei Comgest seit über 15 Jahren gemeinsam Emerging Market Aktienportfolios. Bei der Aktienauswahl verfolgen die beiden Investmentspezialisten strikte Anlagekriterien. Das Ergebnis ist eine der besten Risiko-Rendite-Kennzahlen in der Morningstar-Kategorie der Globalen Schwellenländeraktien. Im Jahr 2014 platzierten sich ihre Fonds sicher im Top-Quartil der Vergleichsgruppe. Die Strategie hat sich besonders in der zweiten Hälfte des Jahres bewährt, als die Volatilität im Markt anstieg.

Dazu Arnaud Cosserat, CIO bei Comgest: „Morningstar vergibt pro Jahr in Europa nur drei Manager of the Year Awards. Aus diesem Grund freuen wir uns besonders für Wojciech Stanislawski und Vincent Strauss. Der Award würdigt Comgests solide Investmentstrategie, die sich auf Qualitätswachstumsunternehmen konzentriert.“ Innerhalb der letzten vier Jahre ist Comgest bereits zum dritten Mal bei den renommierten Awards nominiert gewesen; Stanislawski und Strauss schon 2012 in der selben Kategorie wie 2015, Laurent Dobler und Arnaud Cosserat gewannen als “European Equity Fund Manager of the Year”.

Auch Comgests Portfoliomanager Charles Biderman und Juliette Alves konnten sich freuen. Bei den Lipper Fund Awards 2015 erzielte ihr Fonds Comgest Growth Latin America in der Peer Group “Equity Emerging Markets Latin America” die höchste Wertung für seine stabile Ertragskraft.

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Lipper Fund Awards 2015

Von Dr. Oliver Everling | 25.März 2015

Henderson Global Investors, die weltweit tätige Vermögensverwaltungsgesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von 104 Mrd. €, erhielt bei den Lipper Fund Awards 2015 in Frankfurt am Main eine Reihe von Auszeichnungen.

Nick Sheridan, Fondsmanager des Henderson Horizon Euroland Fund, wurde die „Lipper Fund Award Trophy 2015“ verliehen. Der Henderson Horizon Euroland Fund gewann die „Trophy“ durch den höchsten Punktwert für beständige Ergebnisse. Er setzte sich gegen 85 andere Fonds seiner Vergleichsgruppe durch. Darüber hinaus wurde der Fonds zum besten Fonds in seiner Kategorie „Equity Eurozone“ über 3 und 5 Jahre gekürt.

Dazu Nick Sheridan: „Die Anerkennung, die dem Fonds sowohl innerhalb seiner Kategorie als auch für die Performance in den letzten 3 und 5 Jahren zuteil wurde, betrachten wir als große Ehre.“

Daniela Brogt, Head of Sales Deutschland, fügt hinzu: „Wir sehen darin eine herausragende Würdigung der Bemühungen unseres Hauses, mit einer Vielzahl von Fonds bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Für Nick Sheridan ist die Auszeichnung eine Anerkennung für die beständige Performance seiner Anlagestrategie, die auf der gezielten Suche nach unterbewerteten Titeln basiert. Diese Strategie hat sich klar ausgezahlt. Das ist nun das vierte Jahr in Folge, in dem Henderson für seine Erfolge Auszeichnungen von Lipper erhält.“

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9 Preise für ARTS Asset Management gemanagte Fonds 

Von Dr. Oliver Everling | 25.März 2015

Beim Lipper Fund Award 2015 (für Europa und Deutschland), der am 24. März verliehen wurde, haben von der C-QUADRAT Tochter ARTS Asset Management gemanagte Fonds  insgesamt neun Preise erhalten.  Der Grund für den Award-Regen war die Top-Performance der Fonds in ihrer jeweiligen Vergleichsgruppe.Diese mittels technischem ARTS-Trendfolgesystem gemanagten Fonds weisen – vor allem auch bei Betrachtung eines längeren Zeitraums von zehn Jahren – eine überdurchschnittliche Qualität auf. Aus diesem Grund wurden auch etliche C-QUADRAT ARTS Fonds bereits Ende Januar 2015 bei den €uro Fund Awards prämiert.

Unter anderen zeichnete Lipper den C-QUADRAT ARTS Best Momentum in der Kategorie „Absolute Return EUR High“ als Top Performer auf Sicht von drei Jahren aus (für Europa und Deutschland). Auch bei den €uro Fund Awards wurde dieser Investmentfonds prämiert, der grundsätzlich in Aktienfonds anlegt und dabei versucht, die trendstärksten Produkte auszuwählen; €uro zeichnete ihn für sein Abschneiden über zehn Jahre aus.

Über einen Zeitraum von ebenfalls zehn Jahren war der C-QUADRAT Total Return Global AMI der Top Performer bei Lipper in Deutschland und Europa. Dieser flexible Mischfonds weist eine Aktienquote auf, die je nach Marktsituation von 0 bis 100 Prozent reicht.

Darüber hinaus wurden von Lipper die beiden von ARTS gemanagten Mischfonds DWS Concept ARTS Conservative und DWS Concept ARTS Dynamic als Top Performer in Deutschland und Europa über einen Zeitraum von zehn Jahren prämiert. Auch über fünf Jahre war der DWS Concept ARTS Conservative in Europa im Sektor „Mixed Asset EUR Conservative – Global“ laut Lipper der beste Fonds.

Auch bei den €uro Fund Awards wurden der DWS Concept ARTS Conservative, der DWS Concept ARTS Dynamic sowie der DWS Concept ARTS Balanced und der innovative C-QUADRAT Total Return Bond, der grundsätzlich in Anleihen-  oder Geldmarkfonds bzw. geldmarktnahe Fonds investiert, ausgezeichnet.

Das Erfolgsrezept aller C-QUADRAT ARTS Fonds ist das von Fondsmanager Leo Willert, Geschäftsführer und Head of Trading der C-QUADRAT Tochter ARTS Asset Management, selbst entwickelte technische Handelssystem. Dieses trifft Anlageentscheidungen allein aufgrund komplexer mathematischer Regeln und damit unabhängig von menschlichen Emotionen.

Leo Willert sagt: „Schön, dass uns zum wiederholten Mal von einer renommierten Adresse bestätigt wird, dass unsere Fonds Top-Produkte sind. Nur muss ich mir bald eine neue Vitrine für die zahlreichen Auszeichnungen kaufen.“

Thomas Rieß, C-QUADRAT Gründungs- und Vorstandsmitglied, erklärt: „Besonders freut es mich, dass unsere Fonds im Langfristvergleich an der Spitze stehen. Denn von dieser überdurchschnittlichen Performance profitieren alle Anleger, die über Jahre in unseren C-QUADRAT ARTS Produkten investiert sind.“

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Cofactor meldet sich in Israel

Von Dr. Oliver Everling | 23.März 2015

Coface hat von den Aufsichtsbehörden in Israel die Lizenz für Kreditversicherung erhalten. Sie ermöglicht den direkten Vertrieb von Kreditversicherungen an israelische Unternehmen. Diese können ihre Forderungen absichern und vom größten internationalen Netzwerk profitieren. Coface ist im Land bereits mit der größten Gesellschaft für Wirtschaftsinformationen BDI-Coface vertreten.

Coface CEO Jean-Marc Pillu sieht in Israel einen viel versprechenden Markt. „Die Unternehmen sind erfahren darin, mit dem Auf und Ab im wirtschaftlichen Zyklus umzugehen. Ihre finanzielle Situation ist aktuell gut, unsere Zahlungserfahrungen sind positiv.“ Coface kenne den lokalen Markt und sei zudem international breit aufgestellt. So können wir die Unternehmen jeder Größe in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung unterstützen.“

Coface baut die eigene globale Präsenz und das internationale Netzwerk kontinuierlich weiter aus. Im vergangenen Jahr waren Kreditversicherungslizenzen in Kolumbien und Marokko hinzugekommen. Zudem hat die Gruppe Büros auf den Philippinen und in Kasachstan eröffnet sowie eine Kooperationsvereinbarung in Serbien unterzeichnet. Jetzt ist Coface in 67 Ländern direkt vertreten und über Partner in insgesamt 98 Ländern. Die Gruppe beschäftigt rund 4400 Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Umsatz in Höhe von 1,441 Milliarden Euro. Das Deckungsvolumen, die Summe der abgesicherten Forderungen von Unternehmen, betrug über 500 Mrd. Euro.

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Banken benötigen FinTechs als Partner

Von Dr. Oliver Everling | 20.März 2015

Zwei Drittel (67,2 Prozent) der von der DVFA befragten Investment Professionals sind der Meinung, dass Banken früher oder später FinTechs als Partner benötigen werden, um auf die fortschreitende Digitalisierung und sich ändernde Kundenbedürfnisse angemessen zu reagieren. Ein knappes Drittel (32,8 Prozent) geht davon aus, dass traditionelle Banken ausreichend Innovationskraft besitzen, um dies aus eigener Kraft zu bewerkstelligen.

FinTechs sind Unternehmen, die auf Basis von digitalen Medien oder IT neue Services und Produktlösungen auf den Markt bringen – bislang zumeist fokussiert auf einzelne Elemente der Wertschöpfungskette im Banking oder Asset Management. Der Großteil der Befragten, 80 Prozent, geht davon aus, dass FinTechs für Banken mit einem traditionellen Geschäftsmodell eine zunehmende Konkurrenz darstellen. Nur 20 Prozent der Investment Professionals sehen hier keinen verstärkten Wettbewerb.

Während die etablierten Institute über Vorteile wie eine bekannte Marke, Kundenbeziehungen und nicht zuletzt den Besitz einer Banklizenz verfügen, können FinTechs oft modernstes technisches Knowhow und innovative Produktlösungen für Kunden vorweisen. „Ausschlaggebend wird sein, ob traditionelle Banken und FinTechs Kooperationsmodelle entwickeln können, die beide Seiten stärken“, erläutert Ralf Frank, Generalsekretär der DVFA e.V. Eine Plattform hierfür hat die DVFA mit dem FinTech Forum entwickelt, das am 24. März 2015 zum ersten Mal in Frankfurt stattfinden wird. FinTech-Unternehmen erhalten die Möglichkeit, sich vor Investment Professionals zu präsentieren. Bankenvertreter können sich einen Überblick über aktuelle Angebote von FinTechs verschaffen und Kontakt mit Anbietern aufnehmen.

Mehr zum Thema in Oliver Everling und Robert Lempka (Herausgeber): Finanzdienstleister der nächsten Generation: Die neue digitale Macht der Kunden, 1. Auflage Frankfurt am Main 2013, Frankfurt School Verlag, 462 Seiten, ISBN 978-3-940913-62-3.

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