Die Zukunft des Geldes

Von Dr. Oliver Everling | 12.Juni 2017

Steht eine goldene Zukunft bevor? „Wie Gold unser Zahlungssystem revolutionieren wird“ ist der Untertitel des neuen Buches von Harald Seiz im FinanzBuch Verlag. Bei dem Titel des Buches, „Die Zukunft des Geldes“, dürften viele eher an Bitcoin als an Bullion denken, eher an digitale Währungen als an Gold, das seine Funktion als Tausch- und Zahlungsmittel schon seit Jahrtausenden besitzt. Umso interessanter ist es daher, die Argumentation des Autors kennenzulernen.

Wer Prognosen über die Zukunft des Geldes machen will, muss sich zwangsläufig mit der aktuellen Finanz- und Währungspolitik befassen. So steigt auch Seiz in das Thema mit einer Analyse des alarmierenden Zustands des Euros ein. Griechenland und andere Krisen sind für Seiz Symbol für die Euro-Konstruktionsfehler.

Der Autor befasst sich mit alternativen Zahlungsmitteln, Geldtransfers und neuen Währungen, dem historisch gewachsenen Stabilitätsfaktor Gold, mit Kriminalität, Krisen, Katastrophen und die nötige Vorsorge. Das als unfair und gefährlich wahrgenommene Weltfinanzsystem ist nicht nachhaltig, lässt Seiz durch einen Gastautoren diskutieren. Schließlich kommt der Autor auf konkrete Möglichkeiten zu sprechen, die Wertentwicklung der eigenen Kasse nicht von willkürlichen Entscheidungen der Zentralbankräte abhängig zu machen, sondern von Gold.

Seiz kommt auf eine Reihe von Fehlentwicklungen im Finanzsystem zu sprechen. Er glaubt hier eine gefährliche Ablösung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft zu sehen. Beim Stichwort Derivate bestätigt er zwar ihre grundsätzliche Berechtigung, um Risiken abzusichern. Unter dem Eindruck des tragischen Schicksals einzelner Spekulanten, wie des Großunternehmers Adolf Merckle, übersieht er jedoch den Widerspruch in der Argumentation der sozialistisch geprägten Kritiker eines marktwirtschaftlichen Finanzsystems, der darin besteht, die Einschränkungen oder das Verbot derivativer Geschäfte mit ihren schädlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu begründen.

„Dabei dürfen wir nie vergessen, dass es in der Natur einer Wette liegt, dass zwei (oder mehrere) Leute völlig unterschiedlicher Meinung sind, es also am Ende ein Nullsummenspiel ist“, schreibt Seiz. Wenn es sich bei Derivaten lediglich um Nullsummenspiele handeln würde, hätten sie keine Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Darin liegt der Denkfehler. Das Vermögen würde einfach nur vom einen auf den anderen verteilt. Tatsächlich haben aber alle Transaktionen einer Wirtschaft Auswirkungen auf die Allokation von Ressourcen.

Gerade die Unwägbarkeit staatlichen Handelns ist Auslöser der als ungerecht empfundenen Vermögensverschiebungen. Eine Vielzahl von Milliardäre hat ihr Vermögen dadurch geschaffen, dass sie auf Eingriffe des Staates gewettet haben. Es ist gerade die staatliche Aktivität und der Regulierungswille von Regierungen, die Anlass zu Spekulationen geben und zu riesigen Gewinnen und Verlusten führen. Seiz selbst nennt in anderem Zusammenhang ein passendes Beispiel, nämlich „die milliardenschwere Attacke von Georges Soros auf das britische Pfund im Herbst 1992″.

Da jede Investition und jede Finanzierung einen Zeitbezug aufweist, ist auch jeder Investition und jeder Finanzierung das Element der Spekulation imanent. Die Spekulation über den wirtschaftlichen Einsatz von Ressourcen zur Befriedigung des menschlichen Bedarfs ist Grundlage jedes Gewinns, der über ein bloßes Entgelt für überlassenes Kapital hinausgeht.

Seiz sieht die größeren Zusammenhänge. So zeigt er beispielsweise, dass den Beziehern von Mindestlöhnen mit dem neuen gesetzlichen Zwang kaum geholfen wurde. Eine Umverteilung kann nicht gelingen, wenn allen zugleich mehr versprochen wird, und widerspricht dem marktwirtschaftlichen Leistungsprinzip.

Dass die Zukunft des Geldes nicht einfach einer Kryptowährung wie Bitcoin gehören wird, macht Seiz anhand des steinigen Wegs einiger neuer Versuche deutlich. Er geht auch auf eine Finanzinnovation aus Kenia ein, M-Pesa, und auf Regionalgeld, wie es von der örtlichen Wirtschaft in verschiedenen Regionen auch in Deutschland geschaffen wurde.

Digitalisierung setzt eine ununterbrochene Stromversorgung voraus. Nicht nur spektakuläre Aktionen von Hackern, sondern auch schon Stromausfall impliziert daher Risiken. Seiz geht daher in einem Exkurs auf die verschiedenen Gefährdungen ein, wie etwa auf die Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls für Finanzdienstleistungen („Was bei einem Blackout geschieht. Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls.“ Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag).

Zum Thema „Unfair und gefährlich: Das Weltfinanzsystem ist nicht nachhaltig“ meldet sich im Buch von Seiz ein Vorstandsmitglied im Bundesverband für Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft zu Wort, Michael Schumann. Wie wird die Digitalisierung den Umgang mit Geld und den Bezug dazu verändern? Dieser Frage geht Dr. Anabel Ternès im Kapitel „Geld 4.0″ nach.

Seiz schließt sich Experten an, die „handfeste Vorteile in einer (Wieder-)Zulassung von Gold als anerkanntem Zahlungsmittel“ sehen. „Es sollte freien Bürgern in Form von freiem Marktgeld als Alternative zu politisch abhängigem Geld oder experimentellen Währungen zur Seite stehen. Besonders im Kapitel über Gold habe ich herausgearbeitet, welche Vorteile es hat, etwas von dem Edelmetall zu besitzen.“ Seiz liefert die wichtigsten Gründe, Gold zu kaufen.

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Welt vor dem Geldinfarkt

Von Dr. Oliver Everling | 12.Juni 2017

Markus Miller, langjähriger Vermögensschutzexperte, will in seinem Buch „Die Welt vor dem Geldinfarkt“ zeigen, wie sich jeder in Zeiten drohender Währungsreformen oder der Bargeldabschaffung vom jetzigen Geldsystem unabhängig machen und sein persönliches „Fort Knox“ schaffen kann. „Aufhänger“ des Buches ist praktisch die Entwicklung hin zum Draghi-Crash, die jeden Anleger dazu veranlassen sollte, nach Alternativen zur bloßen Geldhortung zu suchen.

Miller skizziert „die Welt aus den Fugen und vor dem Geldinfarkt“, indem er die Warnsignale nennt, „tickende EU-Zeitbomben“ usw. Folglich widmet er sich ausführlich der Suche nach Alternativen zum Euro. Soweit ähnelt das Buch anderen Titeln, die insbesondere auch im FinanzBuch Verlag schon Empfehlungen verdienten.

Anders als andere Autoren beschränkt Miller aber seine Betrachtungen nicht nur auf Papiere, die Wertpapierkennungen oder eine ISIN aufweisen. Er spricht auch von Diamanten, strategischen Metallen, Kunst, Numismatik bis hin zu Rolex-Uhren und Whisky. Miller nimmt sich in seinem Buch alles vor, was man mit der Absicht kaufen kann, Werte zu bewahren. Dabei kommt er auch auf Fragen zu sprechen, wie sich ganz konkret die betreffenden Vermögenswerte ordern, verwalten oder lagern lassen.

Das Buch ist voller origineller Ideen und Meinungen des Autors. Er erhebt nicht den Anspruch, jede Empfehlung auch wissenschaftlich untermauern zu können, sondern bekennt sich zu seiner persönlichen Sichtweise. Für den Leser ist das Buch dennoch interessant, da es erlaubt, einmal konkret nachzuvollziehen, wie ein Anleger wie Miller Vermögensoptimierung betreibt. So erfährt man von seinen Vorlieben für das Fürstentum Liechtenstein, auf dessen Vorzüge er an verschiedenen Stellen des Buches zu sprechen kommt.

Das Buch Buch „Die Welt vor dem Geldinfarkt“ ist alles andere als eine rein geldtheoretische Monografie. Wie auf seinen Websites www.geopolitcal.biz, www.kapitalschutz.me und in seinen Informationsdiensten gibt Miller vielmehr zweckdienliche Anleitungen dazu, wo und wie man konkret agieren kann und liefert Post-, Internet- und E-Mailadressen, Telefonnummern und zum Teil sogar namentlich gleich auch die Ansprechpartner.

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Schwache Inlandsnachfrage wird zum Problem

Von Dr. Oliver Everling | 9.Juni 2017

Der konjunkturelle Rückenwind sollte nicht Anlass zur Selbstzufriedenheit sein, warens Axel Angermann, Chefvolkswirt der FERI Gruppe: „Vielmehr ist jetzt die Zeit, darüber nachzudenken, wie die gute Beschäftigungslage dauerhaft gesichert werden kann. Ein Ansatz wäre es, die Binnennachfrage in Deutschland zu stärken und den Dienstleistungssektor weiter auszubauen. Dies würde auch dazu beitragen, den hohen deutschen Leistungsbilanzüberschuss zumindest teilweise abzubauen.“

In den USA trug der private Konsum in den vergangenen Jahren 1,6 Prozentpunkte pro Jahr zum Wachstum bei – doppelt so viel wie in Deutschland, analysieren die Experten aus Bad Homburg. Spürbare Steuersenkungen, die den Bürgern einen größeren Anteil ihrer Einkommen zur eigenen Verwendung überlassen, würden den privaten Konsum auch hierzulande anregen und wären für den Staat, der ja seinerseits immer neue Einnahmerekorde verzeichnet, ohne weiteres verkraftbar.

„In guten Zeiten sollte der Staat investieren, um damit die Attraktivität des Standorts für die Zukunft zu sichern. Die Infrastruktur muss vielerorts dringend überholt werden und das Breitbandkabelnetz genügt längst nicht höchsten Ansprüchen. Ein leichterer Marktzugang im Dienstleistungssektor und der Abbau von Regulierungen, die vor allem dazu dienen, (ausländische) Wettbewerber fernzuhalten,“ mahnt Angermann an, „wären weitere Maßnahmen um Wachstumsimpulse zu generieren.“

Weil also auch in Deutschland manches verbessert werden könnte, gibt es nach Ansicht der Analysten der FERI allen Grund, sich mit den europäischen Partnern offen darüber zu verständigen, was man möglicherweise gemeinsam in Angriff nehmen könnte. „Unterbleibt diese ergebnisoffene Diskussion, könnte sich schnell herausstellen, dass die guten Stimmungswerte mehr Schein als Sein reflektieren und die reale Wirtschaftsentwicklung nicht folgt. Das langfristige Wachstumspotenzial  für Deutschland liegt unter den gegebenen Umständen jedenfalls näher an 1% als an den 2%, die wir in diesem Jahr vielleicht doch noch einmal erreichen.“

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IT-Nachhilfe für Genossen

Von Dr. Oliver Everling | 9.Juni 2017

Die Genossen lernen, den Computer einzuschalten: „Das ist die richtige Antwort auf die digitale Transformation“, heißt es in den GermanBoardNews des Deutschen Corporate Governance Institut (DCGI) UG (haftungsbeschränkt) aus Düsseldorf, „Führungskräfte der DZ Bank müssen an Seminaren und Webinaren teilnehmen, in denen Experten neue digitale Produkte und Technologien erklären.“

Und dabei bleibe es nicht, zitieren die Führungsexperten aus Düsseldorf den DZ-Bank-Vorstand Thomas Ullrich: Die Top-Manager müssen anschließend unter Beweis stellen, was sie gelernt haben. Nur, wer besteht, erhält den „digitalen Führerschein“.

Die Prüfung werde deshalb offenbar ernst genommen: „Wenn dann 50 Manager in einem Raum sitzen, alles Alphatiere, steigt schon mal der Druck“, sagte Ullrich der „Frankfurter Rundschau“. DCGI meint dazu: „Angesichts des rasanten Wandels müssen eben auch Alphatiere wieder lernen, die Schulbank zu drücken.“

Das gelte übrigens auch für Aufsichtsräte, die angesichts des rasanten Wandels nicht nur BWL-Basiswissen, sondern auch Kenntnisse in Sachen Digitalisierung und Cybersicherheit brauchen (das Deutsche Corporate Governance Institut bereitet deshalb derzeit einen „Cyber-E-Learning“-Kurs für Aufsichträte vor).

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Mehr Insolvenzen in Großbritannien zu erwarten

Von Dr. Oliver Everling | 7.Juni 2017

Die britische Wirtschaft wird derzeit gestützt vom privaten Konsum (plus 2,6 % in 2016), günstigen Kreditkonditionen und der starken globalen Nachfrage. Dennoch soll es nach Prognose des Kreditversicherers Coface bald mehr Insolvenzen geben. Im letzten Quartal 2016 stiegen die Unternehmensgewinne auf über 105 Milliarden Pfund Sterling und damit auf ein Allzeit-Hoch. „Die Zuversicht ist wieder erkennbar gestiegen, besonders unter KMU, nachdem sie unmittelbar nach dem Referendum deutlich gesunken war“, heißt es in der Coface-Analyse. Bei einem gebremsten Wachstum – 1,4% in diesem und 1,2% im nächsten Jahr – bleiben Insolvenzen nicht aus. Das erwartet der internationale Kreditversicherer Coface in einer aktuellen Analyse der britischen Wirtschaft. Coface errechnet plus 8,7% Insolvenzen 2017 und plus 8% in 2018.

„Trotz der hohen Profite zeigen die Ungewissheiten bezüglich des Ausganges der Verhandlungen mit der EU Auswirkungen auf die Investitionen. Sie lagen mit 8,8 Prozent des BIP 2016 auf dem niedrigsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2008. Diese Entwicklung dürfte sich bis April 2019 verstärken. Am stärksten betroffen sind Branchen, in denen Investitionen besonders kostenintensiv sind: Metallverarbeitung, Automobil, Bau“, warnen die Experten der Coface.

Die Verhandlungsphase wird für die britische Wirtschaft zu einer harten Belastungsprobe. Die steigende Inflation wird die Kauflaune der Konsumenten und damit den Einzelhandel bremsen. Coface hat die Branche im März 2017 von „mittleres“ in „hohes Risiko“ herabgestuft. Problematisch sehen die Coface-Analysten auch, dass voraussichtlich weniger EU-Bürger einwandern werden. Allein das bremse das BIP-Wachstum um 0,3 Punkte bei einem „weichen“ und um 0,6 Punkte bei einem „harten Brexit“.

Unabhängig von einer harten oder weichen Trennung – Coface hält einen weichen Brexit für wahrscheinlich – wirkt sich der Ausstieg aus der EU auf die Attraktivität des Landes für Investoren aus. Derzeit ist Großbritannien die erste Adresse für FDI in Europa. Investitionen fließen vor allem in den Finanzsektor, in die Informations- und Kommunikationsbranchen, gefolgt von Transport und Logistik. „Der Brexit wird Investitionen und damit auch Innovationen und Forschung und Entwicklung bremsen“, erwartet Coface. Dennoch hebele der Brexit nicht die strukturelle Attraktivität Großbritanniens aus. Wichtige Faktoren bleiben bestehen: Transparenz, gute Governance, differenzierter und flexibler Arbeitsmarkt und nicht zuletzt das günstige Steuersystem. Und um die Nachteile des EU-Ausstiegs abzufedern und einen Einbruch der Direktinvestitionen aus dem Ausland (FDI) zu verhindern, werde die Regierung sicher weitere Vergünstigungen für Investoren schaffen.

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Opfer des Desinteresses an Geldfragen

Von Dr. Oliver Everling | 6.Juni 2017

Geld verdienen ist gut, Geld ausgeben noch besser. Aber sich mit Geld beschäftigen? „Geld interessiert mich nicht“ – Das sei noch immer von vielen Frauen zu hören, berichtet Anne E. Connelly, Geschäftsführerin der herMoney GmbH. „Dabei können es sich Frauen gar nicht leisten, sich nicht um ihr Geld und die finanzielle Vorsorge zu kümmern. Denn: Frauen verdienen im Schnitt 21% weniger als Männer (unbereinigte Gender Pay Gap) und Frauen beziehen ca. 40% weniger Rente als Männer (Gender Pension Gap).“

Frauen achten nach Erkenntnissen der herMoney GmbH bei der Jobwahl kaum auf die Einkommensperspektiven; sie verzichten zugunsten der Familie auf Karriere – und sie werden für vergleichbare Tätigkeiten oft schlechter bezahlt. Die Folge: Sie verdienen weniger und müssen sich auch im Alter mit einer kleineren Rente begnügen als Männer.

„Gute Vorsorge tut also Not. Da wir überzeugt sind, dass finanzielle Unabhängigkeit eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben ist,“ so Connelly, „haben wir herMoney gegründet.“ herMoney sei das unabhängige Finanzforum für Frauen und einzigartig in Deutschland. „Es ist eine werbefinanzierte Webseite, die grundlegende Finanzinformationen vermittelt. Die Einordnung in typische Lebensphasen von Frauen erlaubt eine leichte Orientierung. Die Inhalte werden fortlaufend ergänzt und vertieft und professionell begleitet von Birgit Wetjen. Ich freue mich sehr, dass ich die renommierte Finanzjournalistin für die redaktionelle Leitung des Portals gewinnen konnte.“

Warum Frauen eine spezielle Plattform benötigen? „Finanzinformationen gibt es schließlich genug und Frauen können diese gleichermaßen nutzen. Das stimmt“, räumt Connelly ein. „Frauen benötigen keine anderen Produkte, sehr wohl aber eine andere Ansprache, um sich dem Thema zu öffnen. Das möchten wir mit herMoney erreichen.“

„Ich darf mich bei allen, die mich zum Start von herMoney unterstützt haben herzlich bedanken. Alle Fondsfrauen,“ sagt die Initiatorin der gleichnamigen Initiative, „Journalistinnen, Geschäftsfreunde, Freundinnen und langjährige Wegbegleiter, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen und stehen. Ich bedanke mich bei den ersten Werbepartnern DWS, Pioneer Investments und WWK für ihr Vertrauen, dass wir herMoney zu dem unabhängigen Finanzforum für Frauen in Deutschland machen werden.“

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Mehr ESG Portfolios

Von Dr. Oliver Everling | 6.Juni 2017

Portfolios unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien gewinnen an Bedeutung. Die Diversifikator GmbH zum Beispiel bietet jetzt bereits 8 ESG Portfolios an und über einen neuen Partner auch deren Verwaltung.

Diversifikator hat am ersten Juni mit dem Global Equities ESG, dem Global Equities S ESG und dem ESG ETF-Portfolio Trend drei weitere verantwortungsvolle ESG- (Environment, Social, Governance) Portfolios gestartet. Das erste dieser Portfolios wurde für eine Stiftung entwickelt und besteht aus 30 internationalen Aktien, das zweite ist ein aus nur fünf Aktien bestehendes Renditeportfolio und das dritte Portfolio aus fünf ETFs mit Trendphasen-Steuerung wird für einen unabhängigen Vermögensverwalter eingeführt.

Die bisher fünf ESG Portfolios von Diversifikator haben sich in 2017 mit +2,7 bis +14% nach Angaben der Gesellschaft wie folgt entwickelt: ESG ETF-Portfolio +2,7%, Islamic ETF-Portfolio, +4,1%, Deutsche Aktien ESG +14,0%, Infrastructure ESG +12,6%, Real Estate ESG +6,7%.

Besonderheiten der Aktienportfolios sind die sehr weitgehenden Ausschlüsse unerwünschter Unternehmensaktivitäten sowie der starke Fokus auf gute Unternehmensführung und nicht nur ökologische oder soziale Aspekte.

„Wir nutzen für alle ESG Aktienportfolios die gleichen optimierungsfreien ESG-Regeln und auch die Regeln für unsere Trendfolgeportfolios sind identisch“, sagt Prof. Dr. Dirk Söhnholz, der Geschäftsführer und Gründer von Diversifikator. „Wir kennen keinen anderen Anbieter, der öffentlich so viele und so konsequente und günstige ESG-Portfolios wie wir anbietet. Stiftungen und anderen institutionellen Anlegern aber auch Banken, unabhängigen Beratern und Vermögensverwaltern können wir maßgeschneiderte ESG-Portfolios sogar schon ab Anlagesummen von nur einer Million Euro anbieten“, sagt Dirk Söhnholz.

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit der MYRA Capital AG (siehe Myra-IVV). Ab Anlagebeträgen von 50.000 Euro können ab sofort alle Portfolios von Diversifikator auch mit einer individuellen professionellen Vermögensverwaltung von MYRA umgesetzt werden.

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USA wandeln das Klima alleine

Von Dr. Oliver Everling | 2.Juni 2017

Isolationistische und nationalistische Tendenzen in Großbritannien und in den USA sind – nach dem islamistischen Fundamentalismus – die größte geopolitische Gefahr für die westliche Welt. Zu dieser Einschätzung kommt das FERI Cognitive Finance Institute in einem aktuellen Strategiepapier.

Das Strategiepapier der FERI ist vor dem Hintergrund des Ausstiegs der USA aus dem Pariser Abkommen höchst aktuell. Trump stoppt und revidiert die Umsetzung des Klimaabkommens in den USA auch um den Preis, das gemeinsame Bemühen der führenden Staaten um nachhaltiges Wirtschaften infrage zu stellen. Seine Kernargumente zielen auf Widersprüche des Abkommens, beispielsweise den Bau von Kohlekraftwerken in Asien zuzulassen, während sie zugleich in den USA abgebaut werden sollen und Arbeitsplätze in den USA kosten. Außerdem kritisiert Trump, dass dem bedingungslosen Commitment der USA die Bedingungen von Ländern wie Indien gegenüberstehen, die ihre Bemühungen von Milliardenzahlungen abhängig gemacht haben.

Zu den aktuellen Ereignissen passt die Analyse der FERI. Derzeit manifestiere sich eine neue, zutiefst beunruhigende „globale Weltordnung 2.0“. „Diese ist im Gegensatz zu früheren Phasen durch tiefe Risse und ideologische Gräben quer durch die geopolitische Weltkarte geprägt“, sagt Dr. Heinz-Werner Rapp, Gründer des FERI Cognitive Finance Institute und Autor der Analyse.

Verantwortlich dafür sei zum einen der EU-Ausstieg Großbritanniens („BREXIT“), zum anderen die national-populistisch motivierten Vorstöße der USA unter Präsident Trump („TRUMPISMUS“). „In beiden Fällen wendet sich das jeweilige Land gegen einen bisher relativ stabilen politischen Verbund, stellt diesen offen in Frage oder verlässt ihn sogar“, erläutert Dr. Heinz-Werner Rapp. Ursächlich sei in beiden Fällen eine starke populistische Grundströmung mit tiefen Wurzeln und gemeinsamen Ursachen.

Durch den kompromisslosen Ausstieg der Briten aus der EU würden wichtige Beziehungen und gemeinsame Interessen innerhalb Europas belastet, gefährdet oder zerstört. Donald Trump opfere strategische Beziehungen und seit Jahrzehnten gewachsene geopolitische Netzwerke zugunsten kurzfristiger und eher wahltaktischer Vorteile – wie zuletzt beim NATO-Gipfel in Brüssel sowie beim G7-Treffen in Taormina demonstriert. Dieser Zerfall globaler Koordinationsmechanismen erzeuge erhöhte Unsicherheit und gefährde letztlich die „Global Governance“.

„Sowohl Großbritannien als auch die USA vollziehen derzeit Schritte, die man als isolationistisch oder sogar nationalistisch bezeichnen könnte“, so Rapp. Wie diese Entwicklungen durch Prinzipien der Spieltheorie zu einer „Neuen Weltordnung 2.0“ führen und welche Konsequenzen und strategischen Chancen sich daraus für einzelne Länder und Regionen ergeben, analysiert das FERI Institut in seinem aktuellen „Cognitive Comment“.

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Intel im nx-25

Von Dr. Oliver Everling | 1.Juni 2017

Mit einem Anstieg von rund 1.013% in den letzten gut 20 Jahren (seit 1.4.1997) liegt der „grüne“ nx-25-Index rund 878 Prozentpunkte vor dem „konventionellen“ Benchmark-Index MSCI-World (+135%), berichtet Max Deml, Öko-Invest-VerlagNeu unter den 25 Titeln des Natur-Aktienindex nx-25 ist ab 1.6.2017 die US-Aktie von Intel, einem Halbleiter-Konzern mit weltweit rund 106.000 Beschäftigten (davon rund die Hälfte in den USA). Intel ersetzt die Aktie des japanischen Büromaschinen-/IT-Unternehmens Ricoh (www.ricoh.com, Jahresumsatz rund $ 20 Mrd.). 

Der Intel-Aktienkurs stieg in den 1990-er Jahren steil von rund $ 1 auf $ 75 an, fiel bis zur Finanzkrise 2008 auf $ 12,50 zurück und hat seither wieder fast 200% zugelegt. Intel wurde 1999 (u.a. zusammen mit Microsoft) in den Dow-Jones-Index aufgenommen und ist nun die erste und einzige Aktie, die sowohl im Dow Jones (mit 1,1% Gewichtung) als auch im nx-25 (mit dzt. 3,5%) gelistet ist. Der nx-25 startete 1997 mit 1.000 Punkten und liegt aktuell bei gut 11.000 Punkten – u.a. dank Titeln wie Tesla, deren Kurs sich seit dem Börsengang 2010 (zu $ 17) auf nunmehr über $ 340 verzwanzigfacht hat.

Intel zählt zu den Vorreitern in Sachen CSR/Sustainability, die Aktie hat beim oekom-research-Report kürzlich die beste „Prime“-Bewertung aller untersuchten IT-Titel erhalten. Intel zählt seit 2008 laut EPA als grösster freiwilliger Käufer von Grünstrom. Beim aktuellen weltweiten Ranking der 100 “most reputable companies“ (www.reputationinstitute.com) liegt Intel (77,74 Punkte) auf Platz 8 (Vorjahr Platz 11); Rolex führt hier mit 80,32 Punkten vor Lego mit 79,46, Bosch belegt Platz 6 mit 78,12 Punkten. Bei den „100 Most Authentic Brands“ (www.rankingthebrands.com) liegt Intel auf Platz 6, hinter Disney (1), BMW (2) und Apple (5). Bei der Fortune-Liste von 50 „Change the World“-Unternehmen, die soziale Verbesserungen bringen, kommt Intel auf Rang 12, nach First Solar (10) und vor Tesla (50).

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KMU sehen Kreditzugang verschlechtert

Von Dr. Oliver Everling | 31.Mai 2017

Für 52 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland hat sich in den vergangenen zwölf Monaten der Zugang zu klassischen Bankkrediten verschlechtert. Das ergab der schon zum zweiten Mal vom digitalen Kreditmarktplatz creditshelf erhobene „Finanzierungsmonitor“, für den zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 100 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt wurden.

Das Fintech creditshelf reagiert auf diese gerade für kleine und mittlere Betriebe mitunter existenzbedrohende Situation mit einer Kreditinitiative, für die über 100 Millionen Euro zur Finanzierung von Mittelständlern bereit stehen. Beim creditshelf-Sofortkredit verspricht das Portal die Kreditentscheidung innerhalb von nur 48 Stunden.

„Die festen Zusagen von Investoren in Höhe von über 100 Millionen Euro zeigen, dass sich unser Kreditmodell – Investoren finanzieren das Wachstum von Unternehmen – voll etabliert hat“, sagt creditshelf-Geschäftsführer Dr. Daniel Bartsch. Von Juni bis August können damit kurzfristige Betriebsmittelfinanzierungen ab einem Volumen von 100.000 Euro und mit einer Laufzeit von bis zu sechsunddreißig Monaten schnell und einfach zugesagt werden.

„Sowohl aus unserer Studie als auch aus den täglichen Gesprächen mit Unternehmern wissen wir um die Bedeutung des Faktors Zeit“, so Bartsch weiter. „Daher garantieren wir mit unserem creditshelf-Sofortkredit, dass keine Kreditentscheidung länger als 48 Stunden dauert.“

„Kleine und mittlere Firmen haben zuletzt eher wenig von der angeblichen Kreditschwemme gespürt und erwarten auch jetzt nicht, bei der Kreditaufnahme von der immer noch anhaltenden Niedrigzinsphase zu profitieren“, fasst Prof. Dr. Dirk Schiereck von der TU Darmstadt die aktuelle Situation zusammen. „Im Gegenteil: 64 Prozent der für die Studie befragten Betriebe halten künftig sogar noch schwierigere Kreditkonditionen durch steigende Zinsen für wahrscheinlich, 67 Prozent fürchten dies als Folge einer verschärften Regulierung und 63 Prozent aufgrund einer restriktiveren Kreditvergabe seitens der Hausbanken.“

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