Jubiläum einer Insolvenz

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2018

„Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers haben die unorthodoxen Maßnahmen der Zentralbanken zur Bekämpfung der globalen Finanzkrise ein fragiles Umfeld hinterlassen“, stellt Edward Bonham Carter fest, Vice Chairman bei Jupiter Asset Management. „Die Perspektiven für eine globale Konjunkturerholung haben sich verschlechtert. Die Assetpreise haben zwar Allzeithochs erreicht, aber das Vertrauen ist weiterhin zerbrechlich.“

Insofern sorgen sich viele Marktteilnehmer, dass der nächste globale Schock direkt bevorsteht. „Anleger reagieren nervös, wie es sich in den Währungskrisen in der Türkei und in Argentinien zuletzt zeigte. Dann kommen unrühmliche Jahrestage nach Lehman-Art hinzu,“ sagt er, „die nicht wirklich zur Beruhigung der Nerven beitragen.“

In der Öffentlichkeit dürfte genau so darüber berichtet werden, spekuliert Carter, was noch in Ordnung zu bringen ist, wie über die sehr greifbaren Fortschritte, die seit 2007 und 2008 erzielt wurden. „Nur wenn wir verstehen, wo die Schwachstellen im derzeitigen Wirtschaftssystem liegen, haben wir eine Chance, für den nächsten Abschwung gerüstet zu sein. Der zehnte Jahrestag der Lehman-Pleite bietet uns Gelegenheit dazu.“

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Savills steigt bei DEFAMA ein

Von Dr. Oliver Everling | 14.September 2018

Die Savills Group mischt sich mit einem Fonds unter die Aktionäre des Aufsteigers DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG. Savills fällt durch das geschickte Knüpfen eines Netzwerks aus hochkarätigen Experten auf, zum Beispiel durch eine Zusammenarbeit mit IndustrialPort.

Savills IM ist ein renommierter Immobilien-Investor und zählt mit 300 Mitarbeitern sowie einem verwalteten Volumen von 17 Milliarden Euro zu den größten europäischen Real Estate Asset Managern.

Nun nimmt ein Fondsmanager aus der obersten Liga DEFAMA ins Portfolio. Der verantwortliche Fondsmanager Thomas Körfgen ist zugleich einer der beiden Geschäftsführer der deutschen Tochter von Savills IM und bekannt für seine jahrzehntelange Branchenkenntnis.

„Besonders stolz sind wir darauf,“ sagt Matthias Schrade, Vorstand der DEFAMA, „dass die DEFAMA-Aktie eine von nur zwei deutschen Immobilien-Aktien und zugleich als zweitgrößte Position im Savills IM Real Estate Securities Income Fund gewichtet. Wir werten dies als Gütesiegel für unsere Arbeit und nehmen den neuen Investor als Ansporn, die erfolgreiche Entwicklung nach besten Kräften fortzusetzen.“

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DEFAMA Objekt verkauft sich von selbst

Von Dr. Oliver Everling | 11.September 2018

DEFAMA hat den mit der HD Gruppe geschlossenen Joint-Venture-Vertrag zum EKZ Radeberg gekündigt. DEFAMA wird den für 2019 geplanten Umbau des Objekts gemeinsam mit dem beauftragten Architekten und einem neu eingestellten erfahrenen Projektleiter umsetzen. Der Bauantrag wird in wenigen Wochen gestellt.

Unverändert erwartet DEFAMA für 2018 einen Jahresüberschuss von 1,75 Mio. € sowie einen FFO von 3,4 Mio. €. Der mit Umsetzung des Joint-Ventures avisierte positive Einmaleffekt von rund 900 T€ im laufenden Jahr entfällt.

Hingegen erhöht sich der im kommenden Jahr mögliche Sondergewinn aus dem nach Umbau geplanten Verkauf des Objekts nun auf einen deutlich siebenstelligen Betrag. Obwohl DEFAMA die Vermarktung noch nicht gestartet hat, haben mehrere potenzielle Käufer bereits konkretes Interesse angemeldet.

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Solidarität braucht Freiheit

Von Dr. Oliver Everling | 2.September 2018

Der Ruf nach Solidarität ist in der Politik überall zu hören. Vielen erscheint es dabei offenbar als selbstverständlich, dass Solidarität erzwungen werden muss und nicht aus den Herzen der Menschen kommen kann. Von links und rechts des politischen Spektrums mangelt es daher nicht an Forderungen, wie Solidarität staatlich verordnet werden sollte.

René Rock und André Uzulis stellen dem sozialistischen Entwurf der bevormundeten Solidarität ein anderes Konzept entgegen. In ihrem neuen Buch „Solidarität braucht Freiheit – Für eine verantwortungsvolle Bürgergesellschaft“ zeigen sie auf, wie ehrliche Solidarität nur in Freiheit gelebt werden kann.

Das Buch erscheint zum rechten Zeitpunkt, stehen im Bundesland Hessen doch Wahlen bevor. Am 28. Oktober 2018 wird der 20. Hessische Landtag gewählt. Der Mitautor des Buches, René Rock, ist bei dieser Landtagswahl der Spitzenkandidaten der Freien Demokraten. Dass sich René Rock einer breiten Unterstützung aus seiner Partei sicher sein kann, wird nicht erst durch das Geleitwort des Bundesvorsitzenden der FDP deutlich, Christian Lindner.

Wer zu diesem Buch greift, brauch trotz Nähe des Wahltermins nicht mit billiger Wahlpropaganda zu rechnen. Im ersten Kapitel geht es um Bildung und Entwicklung, das Hineinwachsen in die Gesellschaft. Schon auf den ersten Seiten spielt René Rock seine Stärken als Sozialpolitiker aus. Wie kaum ein anderer weiß er den Einsatz für mehr Bildung im Land als Liberaler zu argumentieren.

Im zweiten Kapitel geht es um das Arbeitsleben: Wirtschaft und Kreativität sind heute mehr noch als je zuvor untrennbare Begriffe, denn nur durch Kreativität können Unternehmen im Wettbewerb bestehen. Die Autoren widmen sich in drei weiteren Kapiteln der Digitalisierung und Gesellschaft, der Identität in Würde und dem liberalen Leben, „was uns erfolgreich macht“, so die Formulierung von René Rock und André Uzulis.

Das Buch ist kurzweilig: Eine Fülle von Fakten und Argumentationen sind in das Gewand eines Gesprächs gekleidet, das Uzulis und Rock miteinander führen. Mal ist es mehr Interview wie bei einem Journalisten, mal mehr Gespräch unter Freunden. In jedem Fall liest es sich so, als säße der Leser beim Gespräch unmittelbar dabei. Keine unbequeme Frage wird ausgespart.

Das Buch hilft, u.a. auch durch farbige Bilder, den Menschen René Rock näher kennenzulernen, denn das Buch erzählt auch von seinen Begegnungen, den Menschen, die ihm wichtig waren und sind, sowie von seinen zahlreichen Aktivitäten. Der Leser vermag das tägliche Arbeitspensum dieses Spitzenpolitikers erahnen, der zwischen programmatischer Arbeit, Bürokratie des Landtags auch noch mehr als 100 Kitas in Hessen besucht.

René Rock ist klar, dass „Selbständigkeit die höchste Form der Selbstausbeutung bei maximalem Risiko ist. Aber ich habe“, sagt Rock, „es trotzdem gemacht, sehr gerne gemacht sogar“. Rock kennt die Ursachen für den erlahmten Mut der Deutschen, unternehmerische Verantwortung zu tragen: „“In Deutschland hat man Schulden als Person. Das steigert das Risiko deutlich.“ In den USA lägen dagegen mehr Schulden auf den Dingen, nicht auf den Menschen. „Wer scheitert, kann problemlos mit etwas Anderem weitermachen, kann etwas Neues versuchen.“

Die Autoren öffnen dem Leser die Augen dafür, dass mit jeder Verantwortung, die der Staat übernehmen soll, wieder ein Jurist benötigt wird, der sich die Regeln ausdenkt, und Bürokraten, die diese Regeln überprüfen. So höre man den Leiter eines Altenpflegeheimes sagen: „Lieber möchte ich hier alles geregelt haben, sodass ich sagen kann, wenn etwas passiert: Ich bin nicht schuld.“ Verantwortungsbereite Menschen hören sich anders an.

Dass in einem von Liberalen geschriebenen Buch die Digitalisierung und die Versäumnisse auch auf Landesebene ein wichtiges Thema sind, technologisch Schritt zu halten, versteht sich fast von selbst. Jeder Bürger kann sich vom Rückwärtsgang der Landesregierung aus CDU und Grünen überzeugen, die den Bürgern sogar die Übertragung der Landtagssitzungen ins Internet abgeschaltet hat – angeblich aus Kostengründen: In einer Zeit, in der sich Teenager von ihrem Taschengeld digitale Kameras und Internet leisten können, muss dies wie Realsatire klingen.

„Der Staat wird oftmals zu beliebig und verliert dabei Kernaufgaben aus den Augen. Das ist augenfällig in unseren großen Städten,“ sagt Rock, „in manchen Vierteln, in denen man sich als Bürger nicht mehr sicher fühlt. Es gibt Orte in unseren Städten, wo das Gefühl herrscht, dass sich der Staat nicht mehr durchsetzen kann.“

Zu diesen Sätzen hätte sich Rock zur Illustration des Buches vor illegalen Graffitis ablichten lassen können, deren Sachbeschädigung heute geradezu selbstverständlich überall in Hessen hingenommen wird. Selbst wer nur eine Garage besitzt, kann sich nicht mehr sicher sein, die Farben und Formen selbst wählen zu dürfen und sie nicht dem Gestaltungswahn eines Graffitikünstlers auszusetzen.

Rock sieht eine gefährliche Entwicklung in der „Debatte zur Gerechtigkeit, die den Staat immer weiter stärken will und die Freiheit zurückfährt. Dass Solidarität nicht mehr als eine frei gegebene angesehen wird, sondern als eine staatlich verordnete. Durch diese Umdefinition verlieren diese Werte an Akzeptanz in der Gesellschaft, und das dürfen wir nicht zulassen.“

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DEFAMA prüft Wachstumbeschleuniger „Kapitalerhöhung“

Von Dr. Oliver Everling | 30.August 2018

Die börsennotierte Aktiengesellschaft DEFAMA steht in weit fortgeschrittenen Verhandlungen über den Erwerb von vier Einkaufszentren in Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 12 Mio. €. Das lässt der Vorstand der Gesellschaft wissen.

Damit würde sich das Portfolio-Volumen der DEFAMA auf mehr als 100 Mio. € erhöhen. Bei erfolgreichem Abschluss aller Transaktionen steigt der annualisierte FFO der DEFAMA um über 500 T€ auf gut 4,4 Mio. €, rechnet der Vorstand vor.

Aufgrund dieser beabsichtigten Käufe prüft der Vorstand, eine Kapitalerhöhung um bis zu 10% des Grundkapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts durchzuführen und damit rund 4,2 Mio. € als Bruttoemissionserlös zu generieren. Der Angebotspreis der neuen Aktien soll sich am Börsenkurs orientieren. Genauere Details zur Kapitalerhöhung, insbesondere der Zeitplan, stehen derzeit noch nicht fest. Die entsprechenden Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat seien noch zu fassen.

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Zombies umlagern die Akropolis

Von Dr. Oliver Everling | 23.August 2018

Rund 250.000 kleine und mittlere Unternehmen wurden während der Krise in Griechenland insolvent. Dennoch sind die Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung nach Ansicht des Kreditversicherers Coface erkennbar. So hätten die Reformen Bilanzen verbessert und die Kreditwürdigkeit gestärkt. Der Export zieht an, während die Binnennachfrage schwach bleibt. Für 2018 erwartet Coface ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent.

„Zwischen 2008 und 2015 verlor Griechenland 25 Prozent seines BIPs, Investitionen gingen um 60 Prozent zurück und die Arbeitslosenquote erreichte 28 Prozent. In einigen Branchen, wie Textil,“ gibt Coface Beispiele, „Möbel und Karton, ging die Wertschöpfung um mehr als 70 Prozent zurück. Auf der Unternehmensseite brach der Umsatz um ein Drittel ein. Die Investitionsquote sank um fast 49 Prozent. Kleinstunternehmen und KMU, die mehr als 60 Prozent der Erwerbsbevölkerung beschäftigen, wurden am härtesten getroffen. Rund 250.000 KMUs gingen in diesem Zeitraum in die Insolvenz.“

Unternehmensinsolvenzen bleiben nach Einschätzung von Coface ein unterschätztes Risiko. Die verfügbaren Daten berücksichtigten nicht die üblichen Vorinsolvenzverfahren, und der gerichtliche Liquidationsprozess sei zu langsam. Unzulänglichkeiten im Insolvenzrecht machten es zudem möglich, dass insolvente und unrentable „Zombie“-Gesellschaften weiter existierten. Das Ausfallrisiko von Unternehmen belastet gleichzeitig die Profitabilität der Banken. Trotz ihrer Rekapitalisierung haben griechische Banken immer noch eine hohe Anzahl an notleidenden Krediten in den Büchern.

„Allerdings gab es auf der Unternehmensseite auch deutliche Verbesserungen. Das sinkende Lohnniveau hat dazu beigetragen,“ so Coface, „die Kostenwettbewerbsfähigkeit des Landes gegenüber anderen europäischen Ländern zu verbessern. Die Exporte, die zwischen 2008 und 2017 um 27 Prozent gestiegen sind, haben der Wirtschaft eine neue Dynamik verliehen. Dies gilt besonders für mittlere und große Firmen in einigen produzierenden Branchen, wie Ölraffinerien und Pharma. Eines der Signale für eine nachhaltigere Erholung ist die Höhe der Margen der griechischen Unternehmen, die sich seit dem zweiten Quartal 2016 verbessert hat und über dem europäischen Durchschnitt liegt. Die schwache Inlandsnachfrage bremst derzeit aber die wirtschaftliche Erholung.“ Coface erwartet für 2019, dass sich die Rentabilität der Unternehmen verbessern wird und die Investitionen steigen.

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2025 – Die Versicherung der Zukunft

Von Dr. Oliver Everling | 15.August 2018

Die 2. Auflage des Buches von Volker P. Andelfinger mit dem Titel „2025 – Die Versicherung der Zukunft“ befasst sich nicht nur mit Trends und Szenarien. Es geht implizit oder explizit nicht nur der Frage nach, wie die Versicherungswirtschaft der Zukunft gestaltet sein wird, sondern auch, wie „wir“ sie gestalten wollen. Zu viele Zukunftsforscher verkünden apodiktisch, wie die Zukunft aussehen wird. Zu wenige fragen danach, was wirklich wünschenswert wäre.

Im ersten Teil geht es im engeren Sinne um das Thema des Buches, während der zweite Teil einen sehr ausführlichen Exkurs aus der ersten Auflage über den Menschen und seinen Arbeitsplatz enthält. Während der zweite Teil eher konventionellen Vorstellungen von einem gegliederten, prosaischen Sachbuch entspricht, bietet Andelfinger im ersten Teil eine Art Tagebuch aus der Zukunft.

Der Leser braucht nicht zu befürchten, hier nur ein Sammelsurium von Ideen vorzufinden, die sich wie in einem „echten“ Tagebuch gegebenenfalls auch wiederholen oder nur rein chronologisch aneinanderordnen. Vielmehr gelingt es Andelfinger, geschickt fachlich zu strukturieren und außerdem unterhaltsam zu schreiben.

Ein roter Faden ergibt sich aus den Konsequenzen der neuen Technologien, der Digitalisierung und den sich aus diesen ergebenden, neuen Geschäftsmodellen. Andelfinger geht auf einzelne Versicherungsprodukte ebenso ein wie auf Vertriebswege, Kommunikationsstrategien, Kundenservice bis hin zur Entwicklung islamischer Produkte.

Das Buch von Andelfinger ist kein Lehrbuch zur bloßen Wissensvermittlung, sondern ein Diskussionsbeitrag und Denkanstoß. Wer sich auf dieses Buch einlässt, kann sich gedanklich leicht in ein virtuelles Gespräch mit dem Autor verwickeln, der zudem auch als Berater seit 2009 tätig ist.

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DEFAMA jetzt auch in Staßfurt

Von Dr. Oliver Everling | 3.August 2018

Die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) meldet den Abschluss eines Kaufvertrages über ein Fachmarktzentrum in Staßfurt, etwa 40 Kilometer südlich von Magdeburg. Der Kaufpreis des aus zwei Gebäuden bestehenden Objektes beträgt 2,6 Mio. €. Bei Vollvermietung belaufen sich die jährlichen Nettomieterträge auf rund 290 T€.

Die vermietbare Fläche des zu 95% vermieteten Objektes umfasst insgesamt 3.300 qm. Größte Mieter des Fachmarktzentrums sind ALDI, ABC Schuhe und Vidrea Deutschland („Miller & Monroe“, vormals Charles Vögele). Daneben gibt es drei Büromieter. Der Standort liegt verkehrsgünstig und bestens sichtbar an einer Kreuzung zweier Hauptstraßen im Osten von Staßfurt.

Mit Abschluss der Transaktion steigt die annualisierte Jahresnettomiete der DEFAMA auf mehr als 8 Mio. €. Das Portfolio umfasst nunmehr 26 Standorte mit über 100.000 qm Nutzfläche, die zu 96% vermietet sind. Zu den größten Mietern zählen ALDI, EDEKA, LIDL, Netto, NORMA, Penny, REWE, Coop/Sky, Dänisches Bettenlager, Deichmann, Takko, Hammer und toom. Auf Basis des aktuellen Portfolios liegt der annualisierte FFO bei 3,9 Mio. €, entsprechend 1,10 € je Aktie.

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Logistik- und Industrieinvestmentmarkt Deutschland I 2018

Von Dr. Oliver Everling | 1.August 2018

IndustrialPort und Savills berichten über den Logistik- und Industrieinvestmentmarkt Deutschland: „Das Transaktionsvolumen belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf 3,15 Mrd. Euro – ein Rückgang von 45 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, der angesichts der Rekordumsätze im Jahr 2017 jedoch zu erwarten war.“ In den Top-7-Logistikregionen, wo immerhin knapp die Hälfte des Transaktionsvolumens erwirtschaftet wurde, nahm der Umsatz demgegenüber lediglich um 14 % ab. „Obwohl die handelspolitischen Verwerfungen zwischen den USA einerseits und China sowie Europa andererseits über kurz oder lang wohl auch die deutsche Exportwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen dürften, ist am Logistikimmobilienmarkt von einer getrübten Stimmung bislang nichts zu spüren. Der E-Commerce-Boom befeuert hingegen die Flächennachfrage und die Mieten gleichermaßen und das lockt immer mehr Investoren ins Logistiksegment“, konstatiert Matthias Pink, Director / Head of Research Germany bei Savills.

Begründet liegt die Abnahme insbesondere im Rückgang der Transaktionen bei Logistikimmobilien (- 58 %), wohingegen die Umsätze bei Industrieimmobilien (+ 27 %) und speziell bei Gewerbeparks (+ 153 %) zunahmen. Auch hier wurden die Objekte überwiegend in den Top-7-Regionen gehandelt. Im Fokus der Investoren standen dabei fast ausnahmslos Produkte mit hoher Qualität in guten Makrolagen. So entfielen knapp 10 % des gesamten Transaktionsvolumens im ersten Halbjahr 2018 auf Projektentwicklungen. „Trotz der sehr guten Marktlage und des damit verbundenen Angebotsmangels in den Logistikregionen gibt es kaum Nachfrage nach Objekten in der logistischen Peripherie. Das Geld fließt vor allem in jene Lagen, in denen die Bevölkerungs- und Industriedichte am höchsten sind“, sagt Peter Salostowitz, Geschäftsführer beim Beratungsunternehmen IndustrialPort, das den Logistik- und Industrieinvestmentmarkt in Deutschland gemeinsam mit Savills analysiert.

Diese Verteilung der Aktivitäten ist primär auf die anhaltende Risikoaversion der Investoren zurückzuführen. „Angesichts des durch die politischen Umstände getrübten Umfeldes gehen wir davon aus, dass die Investoren risikoavers bleiben. Da zugleich von langfristig steigenden Mieten auszugehen ist, dürften die Spitzenrenditen in den kommenden Quartalen noch leicht zurückgehen“, so die Prognose von Marcus Lemli, CEO Germany und Head of Investment Europe bei Savills zum weiteren Marktgeschehen. Aktuell liegen diese bei 4,7 %.

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Arno Walters smarter Finanzbegleiter

Von Dr. Oliver Everling | 1.August 2018

Die comdirect Gruppe meldet für das erste Halbjahr 2018 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 48,0 Millionen Euro (Vorjahr: 50,9 Millionen Euro). Die Eigenkapitalrendite vor Steuern lag bei 15,5 Prozent (Vorjahr 17,4 Prozent), rechnet Arno Walter vor, Vorstandsvorsitzender der comdirect bank AG. „Gleichzeitig haben wir unser Wachstum im Kerngeschäft B2C mit über 100 Tausend Neukunden im ersten Halbjahr stark beschleunigt. Das zeigt, dass wir als smarter Finanzbegleiter für die Generation Mobile und als erste Adresse für das Sparen, Anlegen und Handeln mit Wertpapieren gut ankommen. Genauso soll es weitergehen. Mit dem vereinbarten Verkauf von ebase fokussieren wir uns noch stärker auf das Wachstum und die Weiterentwicklung unseres Kerngeschäfts. Für das Gesamtjahr streben wir ein Ergebnis von rund 145 Millionen Euro vor Steuern inklusive Wachstumsinvestitionen und mit einem erwarteten Einmalertrag aus dem ebase Verkauf an“, sagt Walter. Das würde dem folgend einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von rund 22 Prozent entsprechen.

Auf dem Weg zum smarten Finanzbegleiter für die Generation Mobile habe comdirect in den vergangenen Monaten weitere smarte Produkte und Services auf den Markt gebracht. Als erste Bank in Deutschland ermögliche comdirect seit Juli Überweisungen mit Google Assistant, dem Sprachassistenten von Google. Zudem könnten comdirect Kunden über den Google Assistant einfach und schnell ihren Konto- und Depotstand abfragen. Über Amazons Alexa erhalten Trader jetzt Push-Alerts, wenn eines der ausgewählten Wertpapiere ein bestimmtes Kurslimit über- oder unterschreitet.

Auch im Bereich Mobile Payment hat comdirect sieht Walter seine Bank in der Vorreiterrolle. So gehört comdirect zu den wenigen Banken, die Google Pay zum Deutschlandstart Ende Juni eingeführt haben. Android-Nutzer können einfach und sekundenschnell mit dem Smartphone zahlen.

Im Rahmen der Innovationspartnerschaft mit dem Deutschen Volleyball-Verband testet comdirect außerdem eine Bezahlfunktion mit Wearables. Das kontaktlose Bezahlen wird bei den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften am Timmendorfer Strand mit einem Armband möglich sein. Partner und Mit-Initiator dieser Aktion ist Visa. Walter: „Als smarter Finanzbegleiter wollen wir unseren Kunden Lösungen bieten, die das Leben rund um alle finanziellen Themen einfacher und leichter machen. Mit dem Ausbau unserer Services beim Voice Banking und beim Mobile Payment sind wir hier jetzt einen großen Schritt vorangekommen.“

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