Aufsichtsrechtliche Sicht zur Blockchain-Technologie

Von Dr. Oliver Everling | 24.April 2017

Zum Thema „Aufsichtsrechtliche Sicht zur Blockchain-Technologie“ spricht auf der 1. Blockchain-Jahreskonferenz in der Frankfurt School of Finance and Management Christoph Kreiterling, Referent, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). „Nach § 54 KWG können Sie im Gefängnis landen“, macht Kreiterling Unterschiede zwischen Banken und Unternehmen aus anderen Branchen klar, die mangelnder Anmeldung ihres Gewerbes lediglich mit Bußgeldern zu rechnen hätten.

Fälschungssichere, verteilte Datenstrukturen, ohne zentrale Instanz, in denen Transaktionen in der Zeitfolge protokolliert und nachvollziehbar sind, wurden erstmals im US Patent 4074066 schon 1976 erwähnt. „Blockchain eignet sich nicht für alles“, unterstreicht Kreiterling. Data, Application, Host, Infrastruktur und Perimeter definieren das mögliche Sicherheits- und Schutzniveau.

Blockchain bewege sich nur auf dem untersten Niveau der Daten. Oberstes Ziel der BaFin sei es aber, die Funktionsfähigkeit, Stabilität und Integrität des deutschen Finanzplatzes sicherzustellen. Grundsatz der Proportionalität, prinzipienbasierter Regulierungsansatz – also führe ein gleiches Geschäftsmodell zu gleicher Regulierung.

Interoperabilität ist für Kreiterling ein wichtiges Schlagwort. „Was nutzt es, wenn jeder seine eigene Blockchain einsetzt?“ Für die BaFin sei es außerdem nicht entscheidend, ob ein Unternehmen Blockchains einsetze, sondern, was damit gemacht werde. Hinsichtlich der Erlaubnispflicht weist Kreiterling darauf hin, dass es fürr die Verwirklichung eines Straftatbestandes nicht wichtig sei, ob auch Anleger geschädigt wurden.

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Revolution oder Evolution der Finanzmarktinfrastruktur

Von Dr. Oliver Everling | 24.April 2017

Zum Thema „(R)evolution der Finanzmarktinfrastruktur durch Blockchain – Rechtliche Aspekte“ sprechen auf der Konferenz „Blockchain-Technologie – Revolutionärer Impact“, der 1. Jahreskonferenz am 24. April 2017 in Frankfurt am Main in der Frankfurt School of Finance & Management Dr. André Hofmann, Rechtsanwalt, Linklaters LLP, und Dr. Florian Reul, Rechtsanwalt, Linklaters LLP.

„Vertrauen ist die Grundlage einer Transaktion“, führt Reul in das Thema ein. Blockchains stellen eine ALternative dar, wie Vertrauen unter Transaktionspartnern hergestellt werden kann. Distributed Ledger Technology (DLT) birgt eigene Risiken: „Starke Interdependenz führe zu hoher Komplexität“, sagt Reul und spricht Aspekte wie Unwiderruflichkeit, Angriffsflächen, „hard fork“ mit der Gefahr einer Zersplitterung und das Risiko der Potenzierung von Fehlern an.

„Recht als geronnene Politik ist von Natur aus rückwärtsgewandt“, macht Reul klar und kontrastiert den „Trial and Error“-Prozess in der Praxis. Das Aufsichtsrecht sei jedoch nicht das einzige Hindernis der Entwicklung.

Hofmann widmet sich einzelnen Regelwerken, die Organisation, Produkte und Infrastruktur betreffen, und fragt danach, wie zum Beispiel Blockchain mit Geldwäscherecht vereinbar ist. „Der Vertragspartner muss eindeutig identifiziert werden“, das ist ein Fundament der Geldwäschegesetzgebung. Hofmann ist sich sicher, dass der Gesetzgeber in diesem Thema nicht den Schritt zurück in die Anonymität gehen wird. Dementsprechend bleiben auch bei Einsatz der Blockchain-Technologie die hinter den Transaktionen stehenden Parteien eindeutig zu identifizieren.

„Die aufsichtsrechtlichen Grenzen wiegen schwer“, sagt Hofmann. Die regulatorische Unklarheit hindert die Entwicklung und Anwendung der Technologie. „Die Aufsicht muss es auch ermöglichen, technische Erfahrung außerhalb des bestehenden Rahmens zu sammeln“, fordert Hofmann. Marktaufsicht, Institutsaufsicht, Verbraucherschutz, Marktentwicklung, Wettbewerbsförderung – die Ausrichtung von Aufsichtsbehörden ist unterschiedlich.

„Weder Bestandsschutz für Etablierte, noch Privilegien für Neue“ seit der Grundsatz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). In vielen Ländern sei eine „Regulatory Sandbox“ aktiv oder geplant. In den USA gelte das Prinzip „Do No Harm“, so dass Innovation durch den Regulator nicht behindert wird. „Man fragt sich, warum das nicht in Deutschland geht. Vielleicht geht es Deutschland zu gut“, spekuliert Hofmann.

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DEFAMA mit beachtlicher FFO-Steigerung

Von Dr. Oliver Everling | 21.April 2017

Im ersten Quartal 2017 erzielte die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA)  nach eigenen Angaben der Gesellschaft bei einem Umsatz von 1.061 (Vj. 670) T€ ein Ergeb­nis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 684 (463) T€. Dabei wurde ein Ergebnis vor Steuern von 296 (241) T€ erwirtschaftet, teilt die börsennotierte Gesellschaft mit. Das Nettoergebnis betrug 236 (192) T€. Dies entspricht einem Gewinn von 0,07 € je Aktie. Die Funds From Operations (FFO) erreichten 472 (320) T€ und erhöhten sich somit um 47% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Zu beachten sei, das hebt der Vorstand hervor, dass im ersten Quartal 2017 Kosten für den Aufbau des eigenen Property Managements anfielen, während das Ergebnis im Vorjahresquartal durch Einmaleffekte aus dem Erwerb des EKZ Radeberg positiv beeinflusst war. Zudem seien in den Zahlen des ersten Quartals 2017 erst die Erträge von zwölf Bestandsobjekten enthalten.

Der Nutzen-/Lasten-Wechsel für die Objekte Büdelsdorf und Wittenburg wird im zweiten Quartal 2017 erfolgen, kündigt die Gesellschaft an. Das nach dem Bilanzstichtag erworbene Westerwald-Portfolio wird voraussichtlich ab dem dritten Quartal 2017 zusätzliche Ergebnisbeiträge generieren. Daher sind deutliche Ergebnisschübe im weiteren Jahresverlauf bereits vorprogrammiert, glaubt der Vorstand.

Der Vorstand sieht die DEFAMA daher auf gutem Kurs, die Prognose eines FFO von 2,4 Mio. € und eines Nettogewinns nach HGB von rund 1,3 Mio. € bzw. 0,37 € je Aktie zu erreichen. Vor diesem Hintergrund ist es das erklärte Ziel der Gesellschaft, die Dividende für 2017 erneut anzuheben.

Auf Basis des aktuellen Portfolios liegt der annualisierte FFO bei 2,9 Mio. €, entsprechend 0,82 € je Aktie. Da die DEFAMA zum 31. März 2017 über einen Cashbestand von mehr als 4 Mio. € verfügte, geht der Vorstand davon aus, den annualisierten FFO mit den vorhandenen liquiden Mitteln noch deutlich steigern zu können.

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Verkaufen und nicht kaufen

Von Dr. Oliver Everling | 20.April 2017

Ratingagenturen müssen bei ihrem Credit Rating stets auch das Verhalten von Investoren in Aktien im Auge behalten. In seiner neuesten Ausgabe des „Investment Outlook“ analysiert Dieter Wermuth, Head of Macroeconomic Research bei Wermuth Asset Management, die derzeitigen Aussichten für Aktien, Bonds und den Euro-Wechselkurs.

Im Januar riet Wermuth zum Verkauf von Bonds und Kauf von Aktien. Letztere sind seit Anfang des Jahres an den wichtigsten Märkten um 5 bis 10 Prozent gestiegen und sind inzwischen sehr teuer. Deshalb lautet Wermuths aktuelle Empfehlung „verkauft Bonds, kauft keine Aktien“. Gemessen an den Kurs-Gewinnverhältnissen müssten die Unternehmensgewinne erneut stark steigen, um die aktuellen Bewertungen zu rechtfertigen. Das ist nach seiner Meinung in dieser Spätphase des Aufschwungs nicht realistisch.

Außerdem werde die EZB nach dem Sommer allmählich einen Kurswechsel einleiten, also über höhere Leitzinsen zu diskutieren beginnen und so mit einer langen Verzögerung der amerikanischen Notenbank folgen. „Steigende Leitzinsen sind Gift für die Aktienmärkte“, schreibt der Autor der Studie. Allerdings ist nicht erwiesen, dass die guten Absichten der Europäischen Zentralbank über die nächsten Wahltermine, insbesondere die Bundestagswahl, hinausreichen werden. Die Parteien der großen Koalition in Deutschland wie auch in anderen Ländern für Eurozone haben ein massives Interesse daran, bis zur Wahl den Eindruck zu erwecken, die Wirtschaft und die Finanzmärkte hätten sich seit der Finanzkrise stabilisiert und normalisiert.

„Europäische Bonds dürften nach den jüngsten Zahlen für die Verbraucherpreise erst einmal auf der Stelle treten. Noch hat sich der beträchtliche Anstieg der Inflation auf den vorgelagerten Stufen nicht voll auf die Konsumentenpreise ausgewirkt. Da die Kapazitätsauslastung aber weiter zunimmt und die Einfuhrpreise infolge des schwachen Euro kräftig steigen,“ so Wermuth, „ist das nur eine Frage der Zeit. Ein Ausverkauf an den Anleihemärkten wird kaum zu vermeiden sein. Bisher liegen die Renditen weit unter dem Niveau, das angesichts des erfreulichen Wirtschaftswachstums und der Inflationsaussichten zu erwarten ist.“

Euro und Dollar haben ein symbiotisches Verhältnis. Real und handelsgewogen bewegen sich die Wechselkurse seit Jahrzehnten seitwärts – wenn sie stark vom Mittelwert abweichen, also stark aufgewertet oder abgewertet haben, stellt sich früher oder später eine Korrektur ein. Damit rechnet Wermuth erneut: Der Euro wird nach seiner jahrelangen Schwäche wieder aufwerten, der Dollar abwerten.

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20 Jahre Credit Management Software aus Göttingen

Von Dr. Oliver Everling | 18.April 2017

Vor genau 20 Jahren begann die Erfolgsgeschichte des Göttinger Unternehmens Prof. Schumann GmbH. Am 14.04.1997 erfolgte die Eintragung ins Handelsregister und legte den Grundstein für ein sich stetig entwickelndes Unternehmen, das heute in Deutschland als Marktführer für Credit Management-Software in verschiedenen Branchen gilt.

Am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Göttingen entwickelte Prof. Dr. Matthias Schumann eine Software, die als Expertensystem in der Lage war, Prozesse nach individuellen Regeln zu automatisieren und Datensätze anhand ihrer Merkmalsausprägungen zu beurteilen. Schnell kristallisierte sich der Anwendungsbereich für Credit Management-Prozesse heraus, der erste Kunde war ein großes deutsches Kreditversicherungsunternehmen. Die Geschäftsführung der 1997 gegründeten GmbH übernahm Dr. Martina Städtler-Schumann. „Die Automatisierung von Prozessen war von Anfang an unser Kerngeschäft, hinzu kam die Integration in die jeweilige Unternehmens-IT durch Schnittstellen“, erklärt Städtler-Schumann. Die promovierte Diplom-Kauffrau war vorher im elterlichen Beratungs- und Softwarehaus tätig und führt das Unternehmen bis heute.

Im Jahr 2000 begann die erste Erweiterung: Die Prof. Schumann GmbH zog in größere Räume in der Weender Landstraße und begann mit der Ausbildung von IT-Fachinformatikern. Die beiden ersten Auszubildenden sind inzwischen bei der Prof. Schumann GmbH in verantwortlichen Positionen beschäftigt. Der Aufwärtstrend blieb stabil und vor allem in den letzten zwei Jahren hat die Prof. Schumann GmbH einen deutlichen Wachstumsschub bewältigt. Mehr als 20 neue Mitarbeiter wurden allein im Jahresverlauf 2016 angestellt und machten eine Erweiterung der Geschäftsräume um 600 m² nötig. Die Gründung eines russischen Tochterunternehmens in 2016 ist zudem Ausdruck der verstärkten internationalen Ausrichtung. Städtler-Schumann resümiert: „Nach dieser starken Expansionsphase haben wir auch unsere Zielgruppenmärkte neu konsolidiert. Kerngeschäft sind wie schon zu Beginn Versicherungen und Unternehmen, die ihren Kunden Zahlungsziele für das Begleichen ihrer Rechnungen einräumen. Aber auch im Bereich der Finanzdienstleister herrscht gerade eine unglaubliche Bewegung; mobile Lösungen, Automatisierungen und schnelle Prozesse werden auch hier im B2B-Bereich immer wichtiger. Seit 20 Jahren bestehen wir mit unseren Leistungen am Markt, weil wir nie aufhören, uns und unsere Produkte weiterzuentwickeln und das ist auch unsere Maxime für die Zukunft.“

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Recht der Unternehmensfinanzierung

Von Dr. Ingo Natusch | 18.April 2017

Baums, Theodor
Recht der Unternehmensfinanzierung
Grundlagen des Rechts der Unternehmensfinanzierung

Verlag C. H. Beck, 2017, 824 S., ISBN 978-3-406-68963-5

Das Handbuch schließt eine für das deutsche Recht bestehende Lücke zur Verbindung der Literatur zur Unternehmensfinanzierung aus der Sicht der Wirtschaftswissen und der traditionellen Aufteilung des Rechts der Unternehmensfinanzierung auf verschiedene Fächer (Gesellschafts- und Konzernrecht, Bilanzrecht, Bankvertragsrecht, Insolvenzrecht, Wertpapierrecht und Kapitalmarktrecht). Diese Art der Ordnung und Darstellung eines Handbuchs ist nicht völlig neu, war jedoch bislang immer auf andere Rechtsordnungen ausgerichtet. Das Buch ist in acht Teile gegliedert (Eigenkapitalfinanzierung, Fremdkapitalfinanzierung, Konzernfinanzierung, Umwandlung und Umtausch von Finanzierungsinstrumenten, Absicherung gegen Marktpreisänderungen und Bestandsrisiken, freie und gerichtlich begleitete Sanierungsfinanzierung, Akquisitions- und Projektfinanzierungen und Außenhandelsfinanzierung) und bietet eine anschauliche systematische Darstellung des Rechts der Unternehmensfinanzierung mit zahlreichen praktischen Beispielen. Hierbei ist die Darstellung der zivil-, gesellschafts- und insolvenzrechtlichen Grundlagen für Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Einzelunternehmen unterschiedlich gewichtet. Für den Leser ist dies insofern wertvoll, da eine grundrissartige Darstellung mit weiterführenden Literaturhinweisen gegeben wird und Ausführungen zu einigen in der juristischen Literatur bisher weniger beachteten Gebieten ausführlicher ausfallen. Es ist insbesondere Studierenden im Schwerpunktbereich Unternehmens- bzw. Wirtschaftsrecht, Rechtsanwälten, juristischen Mitarbeitern in Finanzierungsabteilungen von Unternehmen und im Finanzdienstleistungssektor zu empfehlen.

http://www.beck-shop.de/Baums-Recht-Unternehmensfinanzierung/productview.aspx?product=16049671

Dr. Ingo Natusch

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217 Bewerber für PropTech Innovation Award

Von Dr. Oliver Everling | 16.April 2017

Aus 46 Ländern kommen die Einreichungen für den PropTech Innovation Award, der in diesem Jahr zum ersten Mal von Union Investment und GTEC durchgeführt wird. Dem Bewerbungsaufruf zur Teilnahme folgten weltweit 217 junge Startup-Unternehmen mit Geschäftsideen, die die gesamte immobilienwirtschaftliche Wertschöpfungskette und alle relevanten Assetklassen abdecken, heißt es aus dem Hause der Union Investment Real Estate GmbH.

„Als Jurymitglied freue ich mich sehr über die große Bandbreite innovativer Ansätze, aus der wir die Preisträger auswählen können“, sagt Jörn Stobbe, Geschäftsführer der Union Investment Real Estate GmbH. Der Schwerpunkt der Einreichungen stammt von Startups aus Deutschland (54) und den USA (35), gefolgt von Großbritannien (22) und Indien (11).

In der Endrunde des PropTech Innovation Award 2017 treten zwischen zehn und fünfzehn Startups an, die aus dem Bewerberkreis für die Shortlist nominiert werden. Diese präsentieren ihre Geschäftsideen in einem Live-Pitch am 17. Mai in Berlin der Fachjury und dem Publikum. Der Award ist mit einem Preisgeld von insgesamt 35.000 Euro dotiert. Neben zwei Hauptpreisen wird ein Special Award vergeben, für den das Voting des Publikums ausschlaggebend ist.

Der Jury gehören Christian Schulz-Wulkow (Geschäftsführer von Ernst & Young Real Estate), Dr. Dirk Hecker (Geschäftsführer von Fraunhofer Allianz Big Data), Jörn Stobbe (COO und Geschäftsführer der Union Investment Real Estate GmbH), Prof. Wolfgang Schäfers (Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienmanagement an der IREBS), Ron Hillmann (Managing Director von BVP Berlin Venture Partners), Benjamin Rohé (Managing Director von GTEC) und Jan Thomas (CEO von NKF und Herausgeber des Start-up-Magazins Berlin Valley) an.

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TELOS wartet mit ESG-Rating auf

Von Dr. Oliver Everling | 15.April 2017

Die Aberdeen Asset Management Deutschland AG hat erstmals ihr Geschäftsfeld Immobilien im Rahmen eines Immobilien Investmentprozess Nachhaltigkeits (ESG) Ratings von TELOS qualifizieren lassen. TELOS ist sonst für ein qualitatives Fondsrating von Investmentgesellschaften in Deutschland bekannt und hat seine Produktpalette mittlerweile auf das Rating von Asset Management-Gesellschaften, Master-KVGen und Depotbanken erweitert.

Nun steigt TELOS in das Nachhaltigkeitsrating ein: Der Immobilien Investmentprozess von Aberdeen Asset Management Deutschland AG wurde hinsichtlich der Implementierung und Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien (ESG) mit der Note „AA+ (Ausblick AAA-)“ bewertet. Dabei gilt zu beachten, dass es zwischen den Nachhaltigkeitsratings verschiedener Agenturen große Unterschiede gibt. Die führende Agentur ist in Deutschland die oekom research AG in München.

Im Rahmen des erstmals durchgeführten Immobilien Investmentprozess Nachhaltigkeits (ESG) Ratings hat TELOS die Organisation sowie die Geschäftsabläufe der Aberdeen Asset Management Deutschland AG in den Bereichen Fondsmanagement, Research, Transaktionsmanagement sowie Asset Management, Treasury, Controlling/Qualitätsmanagement und Team mit speziellem Fokus auf die Implementierung und Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien (ESG) analysiert und bewertet. TELOS hat dabei den Aspekt der Nachhaltigkeit zum einen unter prozessualen Gesichtspunkten, zum anderen unter besonderer Berücksichtigung der ESG-Kriterien bei der Selektion der Immobilienobjekte in dem Rating-Report integriert.

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DEFAMA mit Portfolio im Westerwald

Von Dr. Oliver Everling | 15.April 2017

Die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) hat Kaufverträge über drei im Westerwald gelegene Fachmarktzentren geschlossen. Der Kaufpreis beläuft sich auf insgesamt gut 6,2 Mio. €. Die jährlichen Nettomieterträge liegen derzeit bei rund 680 T€. Die Nutzfläche der drei Objekte beträgt insgesamt etwa 6.300 qm.

Die in Berlin ansässige Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) investiert gezielt in kleine Einzelhandelsobjekte in kleinen und mittleren Städten, überwiegend in Nord- und Ostdeutschland. Wichtigste Kaufkriterien sind je zwei oder mehr bonitätsstarke Filialisten als Ankermieter, ein Kaufpreis von maximal der 9-fachen Jahresnettomiete, möglichst nicht mehr als 10 Mieter und eine Jahresnettomiete von mindestens 100 T€.

Hauptmieter der Fachmarktzentren in Gebhardshain, Höhn und Puderbach ist jeweils NORMA. Daneben sind in den Objekten jeweils eine große Getränkemarktkette sowie weitere kleinere Mieter wie Bäcker, Fleischer, Lotto/Zeitschriften, Apotheke, Friseur und Sparkasse vertreten. Alle drei Objekte sind voll bzw. nahezu vollvermietet und in den jeweiligen Orten stark positioniert.

Mit Abschluss aller Käufe steigt die annualisierte Jahresnettomiete der DEFAMA-Gruppe auf 5,4 Mio. €. Das Portfolio umfasst 17 Standorte mit über 70.000 qm Nutzfläche, die zu 97% vermietet sind. Zu den größten Mietern zählen ALDI, EDEKA, LIDL, Netto, NORMA, Penny, REWE, Coop/Sky, Dänisches Bettenlager, Deichmann, Takko, Hammer und toom. Auf Basis des aktuellen Portfolios liegt der annualisierte FFO nun bei 2,9 Mio. €, entsprechend 0,82 € je Aktie.

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Nachhaltigkeit im Aufwind

Von Dr. Oliver Everling | 12.April 2017

Die unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research stellt in ihrem aktuellen Jahresbericht „Corporate Responsibility Review 2017“ zur Nachhaltigkeit in der globalen Unternehmensführung erstmals einen mehr als nur leichten Aufwärtstrend fest. Dieser ist vor allem im Mittelfeld der bewerteten Unternehmen zu beobachten. Als einer der Gründe kann hierfür vor allem der Veränderungsdruck angesehen werden, der von vielen Seiten auf die Unternehmen wirkt und Impulse für mehr Nachhaltigkeit setzt. Hierzu zählen internationale Initiativen wie die UN Sustainable Development Goals (SDG), staatliche Regulierungen, die gestiegenen Anforderungen des nachhaltigen Kapitalmarktes und ein allgemein gewachsenes Nachhaltigkeitsbewusstsein. Zudem müssen Unternehmen verstärkt auf Transformationsprozesse in der Wirtschaft reagieren, wie sie sich beispielsweise durch die Dekarbonisierung für die Energiebranche oder die E-Mobilität für den Automobilsektor darstellen. In der Studie wird deutlich, dass nicht alle Branchen für diese Chancen und Herausforderungen gleichermaßen gut aufgestellt sind. Der Verbesserungsbedarf in Richtung einer umfassenden Nachhaltigkeit ist weiterhin groß.

Während der Anteil der Unternehmen in der Spitzengruppe, die gute oder sehr gute Nachhaltigkeitsleistungen aufweisen und somit mit dem oekom Prime Status ausgezeichnet wurden, im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben ist (von 16,29 Prozent in 2015 auf knapp über 16,5 Prozent in 2016), ist der Anteil der Unternehmen im Mittelfeld, die zumindest grundlegende Ansätze für ein Nachhaltigkeitsmanagement zeigen, verhältnismäßig deutlich gestiegen. Waren es hier in 2015 noch 35,86 Prozent, so sind es nun bereits 40,15 Prozent. Mit 43,31 Prozent weist jedoch nach wie vor die größte Gruppe der Unternehmen unzureichende Leistungen auf. Dies sind aber immerhin knapp zehn Prozentpunkte weniger als noch vor vier Jahren.

Das Ranking der Branchen wird angeführt von den Bereichen Automobile und Household & Personal Products, jedoch sind beide von einer bestmöglichen Bewertung immer noch weit entfernt. Mit Werten von 46,5 bzw. 44,7 Punkten bleiben sie auf einer Skala von 0 bis 100 sogar deutlich unter 50 Punkten. Ähnlich wie die Automobilbauer, die trotz Abwertungen einzelner Unternehmen im Zuge der Vorkommnisse um Abgas- und Emissionswerte immer noch relativ gute Bewertungen erzielten, ist auch die Branche Household & Personal Products vergleichsweise klein. Sie weist in einigen zentralen Bereichen gute Standards ohne größere Abweichungen nach unten auf. Unter den jeweils bestplatzierten Unternehmen pro Branche stammen die meisten aus Frankreich (16 Unternehmen), gefolgt von Deutschland (12) und Großbritannien (11). Dahinter kommen die USA und Schweden (jeweils 6) vor den Niederlanden (5) und Japan (4). Die kontroversesten Branchen mit schwerwiegenden Verstößen gegen die Prinzipien des UN Global Compact stammen auch dieses Jahr wieder aus dem Rohstoffsektor. Negativer Spitzenreiter ist die Branche Oil & Gas Equipment /Services, in der sechs von zehn Unternehmen entsprechende Kontroversen aufweisen.

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