Digitale Wirtschaft relativ robust

Von Dr. Oliver Everling | 4.Januar 2023

Die deutsche Wirtschaft sieht Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe, zu Beginn des Jahres 2023 in einer Rezession, die vor allem auf die Kaufkraftverluste infolge der hohen Inflation zurückzuführen ist: „In diesem Umfeld müssen sich die meisten Branchen im Jahr 2023 auf sinkende preisbereinigte Umsätze einstellen. Das gilt in besonderem Maße für den Einzelhandel, wo sich die Konsumzurückhaltung der Haushalte bereits in den letzten Monaten des Jahres 2022 spürbar bemerkbar machte. Im Jahresverlauf dürften rückläufige Inflationsraten zwar eine leichte Besserung bringen, unter dem Strich schrumpft der preisbereinigte Umsatz jedoch um 3,5 Prozent.“

Für die Industrie sind seine Perspektiven gemischt: „Viele Betriebe der chemischen Industrie drosselten bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 deutlich ihre Produktion, weil manche Anlagen infolge der hohen Rohstoff- und Energiekosten unrentabel wurden. Ob die Gaspreisbremse für Unternehmen diesen Niedergang aufhalten oder gar umkehren kann, ist eine der spannenden Fragen für das Jahr 2023. Selbst wenn sich die Lage im Jahresverlauf verbessert, muss für das Gesamtjahr 2023 mit einem Rückgang der Chemieproduktion um mehr als 10 Prozent gegenüber dem schon schwachen Jahr 2022 gerechnet werden.“

In der deutschen Automobilindustrie sind die Aussichten für das kommende Jahr nicht so positiv, so der Chef-Volkswirt, wie es das erwartete Produktionsplus von mehr als 7 Prozent nahelegen würde: „Dieses Plus ist nämlich dem Umstand geschuldet, dass die Hersteller dank einer besser werdenden Versorgung mit Speicherchips ihren hohen Auftragsstand sukzessive abarbeiten können. Perspektivisch müssen sich die Hersteller von Fahrzeugen aber auf schlechtere Zeiten einstellen, denn in der Rezession dürfte die Nachfrage nach Autos spürbar sinken, und auch weltwirtschaftlich muss die stark exportorientierte Branche mit Gegenwind rechnen. Die geringere Förderung von Elektrofahrzeugen ist ein Faktor, der die Erwartungen zusätzlich dämpft.“

Vor einem Jahr hatte Axel Angermann geschrieben, das deutsche Baugewerbe könne zu den Gewinnern des Regierungswechsels gehören. Inzwischen ist klar: „Das Ziel, bis zu 400.000 Wohneinheiten pro Jahr neu zu errichten, wird auch im Jahr 2023 deutlich verfehlt. Steigende Zinsen und hohe Baukosten haben viele private Bauherren dazu gebracht, ihre Bauvorhaben nicht weiter zu verfolgen, und auch öffentliche Auftraggeber zeigen sich zunehmend zurückhaltend. Auch für den Gewerbebau ist in einer Rezession nicht mit positiven Impulsen zu rechnen. Insgesamt wird die Bauproduktion nach dem deutlichen Minus im Jahr 2022 auch 2023 weiter zurückgehen.“

Die hohen Umsatzzuwächse von fast 100 Prozent für die Reisebüros und -veranstalter und von mehr als 40 Prozent für das Gastgewerbe im Jahr 2022 ordnet er vor dem Hintergrund eines pandemiebedingt sehr geringen Ausgangsniveaus ein: „In beiden Bereichen liegt der Umsatz damit noch erheblich unter dem Niveau des Jahres 2019. Nachdem die pandemiebedingten Aufholeffekte im Wesentlichen abgeschlossen sind, wird die Entwicklung des privaten Konsums zum wichtigsten Bestimmungsfaktor der weiteren Umsatzentwicklung, und das lässt für beide Bereiche ein Minus des preisbereinigten Umsatzes von etwa 4 Prozent im Jahr 2023 erwarten.“

Positiv bleibt die Umsatzentwicklung im IT-Sektor und damit verbundenen Branchen, so der Chef-Volkswirt: „Der Umsatz mit Dienstleistungen der Informationstechnologie liegt ebenso wie der in der Datenverarbeitung und mit Webportalen um mehr als 10 Prozent über dem Niveau des Jahres 2019 und wird im Jahr 2023 weiter steigen, wenn auch mit deutlich geringerer Dynamik als zuletzt. Dass sich Deutschland in Sachen Digitalisierung weiterhin eher auf dem Niveau eines Entwicklungslandes befindet, eröffnet den Unternehmen in diesen Bereichen prinzipiell weiterhin positive Perspektiven. Damit sich diese realisieren können, braucht es allerdings mehr Impulse auch aus dem politischen Bereich. Mehr Engagement von Kommunen und Ländern in der Digitalisierung von Verwaltungsabläufen und Bürgerdienstleistungen wäre hier hilfreich.“

Themen: Branchenrating | Kein Kommentar »

Kapitalflüsse in Europa bleiben unter US-Kontrolle

Von Dr. Oliver Everling | 15.Dezember 2022

Ratingagenturen nehmen wichtige Schleusenfunktionen an den Finanzmärkten wahr. Eines der Ziele der im Zuge der globalen Finanzkrise in Kraft gesetzten EU-Verordnung über Ratingagenturen bzw. Credit Rating Agencies (CRA-Verordnung) besteht deshalb darin, den Wettbewerb auf den Märkten für Ratings zu erhöhen, indem Emittenten oder verbundene Dritte ermutigt werden, kleinere Ratingagenturen zu beauftragen.

In diesem Zusammenhang verpflichtet Artikel 8d der CRA-Verordnung Emittenten oder verbundene Dritte, die beabsichtigen, zwei oder mehr Ratingagenturen mit der Bewertung einer Emission oder eines Unternehmens zu beauftragen, in Erwägung zu ziehen, mindestens eine Ratingagentur mit nicht mehr als 10 % des Gesamtmarktanteils in der EU zu beauftragen. Entscheidet sich ein Emittent oder verbundener Dritter in solchen Fällen nicht dafür, eine CRA mit einem Gesamtmarktanteil von weniger als 10 % zu benennen, verlangt die CRA-Verordnung (Artikel 8d), dass diese Entscheidung dokumentiert wird. Die Verpflichtungen aus Artikel 8d werden auf nationaler Ebene von den jeweiligen sektoralen zuständigen Behörden überwacht und durchgesetzt.

Um Emittenten oder verbundenen Dritten bei dieser Bewertung zu helfen, muss die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) gemäß Artikel 8d der CRA-Verordnung jährlich eine Liste der registrierten Ratingagenturen und der von ihnen abgegebenen Arten von Ratings zusammen mit einer Berechnung der Einnahmen der Ratingagenturen aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene veröffentlichen.

Gemäß Artikel 8d Absatz 3 der CRA-Verordnung wird der Gesamtmarktanteil für jede registrierte Ratingagentur unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz berechnet, der aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen auf Gruppenebene in der EU für diese Ratingagentur oder Gruppe von Ratingagenturen generiert wird. So betrachtet gibt es derzeit eine Reihe von Gruppen von Ratingagenturen, die in der EU tätig sind. Der Gesamtmarktanteil wurde nun von der ESMA jeweils auf der Grundlage der geprüften Jahresabschlüsse der Ratingagenturen unter Bezugnahme auf den Jahresumsatz aus Ratingtätigkeiten und Nebendienstleistungen für das Jahr 2021 berechnet.

Das Ergebnis der Berechnungen bleibt eindeutig wie in allen Jahren zuvor: Die drei führenden US-Ratingagenturen dominieren den Markt in der EU mit einem Anteil von zusammen 92,97 %. Als ob 91,59 % Marktanteil im Vorjahr nicht schon genug gewesen wären, konnten die US-Agenturen ihren Marktanteil also noch weiter ausbauen.

S&P Global Ratings wird im Bericht 2022 mit einem Marktanteil von 50.13% (51.17% im Vorjahr), Moody’s Investor Service mit 32.79% (30.12% im Vorjahr) und Fitch Ratings 10.05% (10.30% im Vorjahr) angegeben.

Alle 17 weiteren Ratingagenturen teilen sich mithin einen Marktanteil von knapp über 7 % – zusammen genommen. Die „führende europäische“ Ratingagentur bringt es auf 1,31 % und steht damit auch noch in Konkurrenz mit einer anderen Agentur mit kanadischem Ursprung, die ebenfalls mit 1,31 % am Ratingmarkt in der EU teilnimmt.

Da es von erteilten Ratings abhängt, zu welchen Konditionen sich Staaten, Gebietskörperschaften, öffentliche und private Unternehmen aus allen Sektoren der Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft und der Industrie, Finanzmittel beschaffen können, bleibt angesichts dieser Marktanteile die Kontrolle über Kapitalzu- und -abflüsse in der EU fest in US-amerikanischer Hand.

Themen: Nachrichten | Kein Kommentar »

Das deutsche Gesundheitssystem

Von Alex Bergmann | 14.Dezember 2022

ANZEIGE

Gesundheitsversorgung ist ein grundlegendes Menschenrecht, aber in vielen Teilen der Welt ein Privileg. Das Problem mit dem Gesundheitssystem ist, dass viele Menschen auf der Welt wegen der hohen Kosten nicht die Versorgung bekommen, die sie brauchen.

Das deutsche Gesundheitssystem ist eines der besten der Welt. Es gibt relativ kurze Wartzeiten bei Ärzten, übersichtliche Eigenleistungen und eine gute Wahl von Zusatzleistungen. Als größtes Problem gilt aktuell der Personalmangel. Fach- und Pflegekräfte beklagen zu wenig finanzielle Anreize und die hohe körperliche Belastung.

Krankenversicherung und Gesundheitssystem sind eng miteinander verbunden. Wer krankenversichert ist, kann sich von Ärzten in Praxen und Krankenhäuser kostenlos medizinisch behandeln lassen. Der Staat stellt allen Menschen eine Grundversicherung als Krankenversicherung zur Verfügung.

Die als international bekannte ”Health Insurance Germany” ist obligatorisch und wird durch das deutsche Gesetz geregelt. Dieses Gesetz schreibt vor, dass jeder Mensch eine Krankenversicherung abschließen muss, denn niemand kann sicher sein, ob er irgendwann in seinem Leben medizinische Versorgung benötigt. Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer.

Aufgaben der Gesundheitsversorgung

Gesundheitsversorgung ist ein weit gefasster Begriff, der medizinische Dienstleistungen und Produkte umfasst, die zur Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden.

Die wesentlichen Aspekte des Gesundheitssystem sind die Erhaltung und Förderung der Gesundheit, Prävention von Erkrankungen, Rehabilitation und Behindertenpolitik.

Gesundheit ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Es geht nicht nur darum, sich gut zu ernähren, aktiv zu bleiben oder genug Schlaf zu bekommen – es geht auch darum, Zugang zu einem Gesundheitsdienstleister zu haben, der Krankheiten diagnostizieren, behandeln und verhindern kann.

Gesetzliche und private Krankenkassen

Deutschland hat ein gesetzliches und ein privates Gesundheitssystem. Das gesetzliche Gesundheitssystem finanziert sich aus Steuern und Pflichtbeiträgen der Arbeitgeber- und Nehmer und Rentenversicherungsträgern. Es gilt das Prinzip der Solidargemeinschaft. Die besten Krankenkassen in Deutschland sind diejenigen, die ihren Kunden ein breites Spektrum an Leistungen und Vorteilen bieten. Diese Unternehmen bieten ihren Kunden die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Plänen und Paketen zu wählen, die ihren Bedürfnissen entsprechen.

Wer mehr absichern möchte, kann diese bei privaten Anbietern tun und Zusatzversicherungen abschließen um zum Beispiel nicht abgedeckte Leistungen wie alternative Behandlungsmethoden, bestimmte Zahnbehandlungen oder präventive Gesundheitsmaßnahmen zu erhalten.

Der Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung wird durch private Unternehmen angeboten und kommt ohne staatliche Zuschüsse aus. Die Beiträge der Versicherten werden gewinnbringend angelegt und verzinst, um damit medizinische Versorgung zu finanzieren. Ungefähr 10% der Menschen sind hier privat versichert, dazu zählen Beamte, Selbständige und Gutverdiener.

Die private Krankenversicherung hat viele Vorteile; Es bietet eine erschwinglichere Deckung, mehr Flexibilität bei der Auswahl von Anbietern und Plänen, mehr Kontrolle über persönliche Gesundheitsentscheidungen und mehr Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf Leistungen.

Die private Krankenversicherung hat auch Nachteile; Es kann teuer für diejenigen sein, die weniger gesund sind oder Vorerkrankungen haben bei der Antragstellung. Auch ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nicht immer einfach. Ein Nachteil ist auch die Beitragserhöhung mit steigendem Alter. Behandlungskosten werden rückwirkend von den privaten Leistungsträgern erstattet.

ANZEIGE

Themen: Health Care Rating, Werbung | Kein Kommentar »

Dritte Dimension tangiert auch Ratings

Von Dr. Oliver Everling | 14.Dezember 2022

Ein führendes globales Technologiedienstleistungsunternehmen der Fortune 500, DXC Technology, hat fünf Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich das Metaversum in den nächsten 5 Jahren auf Leben und Geschäft und damit auf jedes Rating auswirken wird.

Über die Perspektive von DXC Technologies auf das Metaverse berichtet Nathalie Vancluysen, Leiterin von XR und Distinguished Technologist bei DXC Technology. Sie leitet das globale Extended Reality (XR)-Geschäft in DXC, das immersive Technologien wie AR, VR und MR umfasst. Sie ist verantwortlich für den Aufbau der Strategie und des Portfolios, während sie mit wichtigen Partnern und Kunden zusammenarbeitet.

1. Die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz wird nie wieder dieselbe sein

Weltweit wird das Metaverse für immer mehr Mitarbeiter Teil der täglichen Arbeit werden. Anstatt auf ein Raster zweidimensionaler Gesichter auf einem Videokonferenzbildschirm zu starren, können Kollegen ihren Platz an einem virtuellen Tisch auswählen, den Raum für eine Pause verlassen und sogar mit ihrem Chef einen virtuellen Spaziergang machen.

Um die Vorteile zu maximieren, kombinieren viele Unternehmen bereits traditionelle Videokonferenzen mit immersiven Collaboration-Technologien. DXC hat die positiven Auswirkungen seiner eigenen privaten virtuellen Welt mit gesteigerter Produktivität, Engagement und Kreativität seiner Mitarbeiter festgestellt.

„Metaverse-Erfahrungen helfen Mitarbeitern, sich besser zu konzentrieren und mehr Informationen zu behalten. Virtuelle Welten können uns helfen, aus unserer Videokonferenz-Routine herauszukommen und die Tür zu mehr Zusammenarbeit und Innovation zu öffnen“, sagt Nathalie Vancluysen, Head of Extended Reality bei DXC Technology.

2. Professionelle Großveranstaltungen werden virtuell

Das Metaverse ist ein Ort, an dem Tausende von Avataren auf der ganzen Welt zusammenkommen können, um zu interagieren, sich zu treffen und sich zu engagieren. Personalisierte 3D-Avatare werden von Menschen bequem von ihrem gewählten Standort aus gesteuert und können sich frei über einen nahezu unendlichen Raum bewegen und sich augenblicklich von einem Ort zum anderen teleportieren. In Zukunft werden mehr Großveranstaltungen wie Konferenzen, Ausstellungen und Gipfeltreffen in virtuellen Welten stattfinden, was größere Möglichkeiten der weltweiten Zusammenarbeit ermöglicht und den Zeit-, Ressourcen- und CO2-Fußabdruck beim Reisen reduziert.

3. Bands, DJs, Sportvereine und Dating werden ins Metaverse übergehen

Immer mehr Einzelpersonen und Organisationen aus der Musik- und Sportbranche ermutigen Fans, sich ihnen von virtuellen Plätzen aus in virtuellen Veranstaltungsorten anzuschließen und die Aufregung von Konzerten und Spielen in das eigene Zuhause zu bringen. Darüber hinaus bieten einige Dating-Apps wie Nevermet und Flirtual bereits Dienste im Metaversum an. In den nächsten fünf Jahren werden den Verbrauchern mehr interaktive, immersive Möglichkeiten geboten, die Dinge zu tun, die sie in der physischen Welt lieben – alles über ihren digitalen Avatar.

4. Marken werden sich auf neue Weise ausdrücken

Virtuelle Kundenerlebnisse werden alltäglich werden, wenn Marken nach neuen und aufregenden Wegen suchen, um mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Große Einzelhandelsmarken wie Louis Vuitton, Adidas, Gucci, Coke und Nike sowie Autohersteller wie Nissan, Toyota und Ferrari experimentieren bereits mit virtuellen Umgebungen und Augmented Reality. In den nächsten fünf Jahren erwartet DXC, dass immer mehr Marken ihren Kunden die Möglichkeit bieten, ihre Marken, Lösungen und Dienstleistungen in 3D zu erkunden – von Hotels über Städte bis hin zu Flughäfen.

5. Rekrutierung und Onboarding werden transformiert

Die Rekrutierung von Talenten ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs eines jeden Unternehmens, und das Erreichen von Talenten ist der erste Schritt. In den nächsten fünf Jahren werden sich Unternehmen zunehmend dem Metaversum zuwenden, um auf ansprechende Weise mit Kandidaten in Kontakt zu treten. Das Metaverse kann auch gut für Inklusivität sein. Das Veranstalten von Erstgesprächen im Metaverse kann Personalvermittlern dabei helfen, Kandidaten mit dem richtigen Verhaltensprofil zu identifizieren – und nicht nur diejenigen mit den „richtigen“ Lebenslaufzeugnissen oder dem „richtigen“ Aussehen.

„Einzelpersonen und Unternehmen öffnen sich für die Möglichkeit, das Metaversum in alltäglichen Aktivitäten einzusetzen“, fasst Nathalie Vancluysen zusammen. „Viele der jungen Erwachsenen von heute sind mit Online-Geselligkeiten und -Spielen aufgewachsen, daher müssen Unternehmen, Regierungsorganisationen und Marken in der Lage sein, sie mit Produkten und Dienstleistungen zu begeistern, die sich vertraut und aufregend anfühlen.“

Themen: Nachrichten | Kein Kommentar »

Rating von Nutzungskonzepten in transformierten Immobilien

Von Dr. Oliver Everling | 14.Dezember 2022

Nach ihrer Grundlagenstudie zu „Transformationsimmobilien“ vom Herbst 2021 haben Union Investment und bulwiengesa jetzt eine umfassende Marktanalyse zu diesem Trend- und Zukunftsthema vorgelegt. Die Studie gibt Erkenntnisse darüber an die Hand, unter welchen Bedingungen sich die Transformation im Immobilienbestand lohnt und folglich Ratings verbessert werden können.

Die Studie basiert auf einer im Sommer 2022 durchgeführten Befragung von fast 200 erfahrenen Marktakteuren in Europa. Die Ergebnisse und Erkenntnisse sollen helfen, die Planung und Umsetzung von Transformationsprojekten zu erleichtern.

Die zentrale Aussage der Studie: „Die Transformation im Immobilienbestand lohnt sich 360 Grad. Sowohl für die Erreichung der Klimaziele als auch aus Investmentperspektive sowie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität der Städte sind Transformationsimmobilien ein gewinnbringender Lösungsansatz. Und Investoren und Projektentwickler sind bereit, ihren Beitrag zu leisten. Dabei müssten sich jedoch die politischen Rahmenbedingungen für Transformationsprojekte nachhaltig verändern.“

„Im Kontext der aktuellen Herausforderungen – knappe Rohstoffverfügbarkeit, steigende Energiekosten und Nachhaltigkeitsanforderungen an Immobilien, sich rapide verändernde Nutzeranforderungen und nicht zuletzt starke Umbrüche bei der Flächennachfrage in einzelnen Segmenten – ist Transformation ein zentraler Baustein der neuen Realität. Transformationsimmobilien haben das Potenzial, diese Vielfalt an Themen ganzheitlich zu beantworten. Die in der Transformation liegenden Chancen werden auch von Investoren in zunehmendem Maße erkannt“, sagt Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Global bei Union Investment.

So ist mit 90 Prozent die deutliche Mehrheit der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer der Ansicht, dass Mixed-Use-Konzepte bei Transformationsimmobilien helfen, Ertragssicherheit über den gesamten Lebenszyklus zu gewährleisten. Knapp 60 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Transformationsimmobilien viele Probleme lösen, die durch steigende Baukosten, steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten entstehen. 57 Prozent teilen die Ansicht, dass dieser Immobilientypus immer nachhaltiger ist als Abriss oder Neubau.

Die befragten Immobilienakteure sind zudem der Auffassung, dass auch beim gewerblichen Mieter ein Umdenken begonnen habe. Beispielsweise gehen sie von der Akzeptanz einer höheren Kaltmiete bei energieeffizienteren Flächen und ökologisch nachhaltiger Bauweise aus. Zudem beobachten die Befragten beim Mieter auch eine wachsende Bereitschaft, z.B. Zugeständnisse beim Einsatz von recyceltem Material zu machen.

Die Befragungsergebnisse lassen zudem auf eine grundsätzlich starke Bereitschaft auf Investoren- bzw. Entwicklerseite schließen, in Vorleistung zu gehen. Gefragt nach der „Investitionsbereitschaft“, um eine schnellere Baugenehmigung zu erhalten, würden die befragten Immobilienakteure ihre Schwerpunkte bei der Transformation deutlich auf Nachhaltigkeitsaspekte legen. Dazu zählen Investments in energetische Fassaden, besonders hochwertige Außenanlagen oder ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Akzeptiert werden auch Mehrkosten für kreislauffähige Konstruktionen und Baustoffe bzw. zur Vermeidung von Bauabfall beim Umbau. Bemerkenswert: 60 Prozent der Befragten würden für eine schnelle Baugenehmigung auch mietreduzierte Flächen für soziale und kulturelle Flächen anbieten. Demgegenüber wären jedoch nur knapp 50 Prozent bereit, einen höheren Anteil von sozial gefördertem Wohnraum bereitzustellen.

Der Großteil der Befragten verbindet mit der Transformation einer innerstädtischen Immobilie die Chance, ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept umzusetzen. An zweiter Stelle folgen die wirtschaftlichen Ziele „Hohe Ertragssicherheit“ und „Werterhöhung der Immobilie“, gefolgt von Nachhaltigkeitszielen wie „möglichst geringe CO2-Emissionen für den gesamten weiteren Lebenszyklus“ und „architektonische bzw. städtebauliche Umfeldverbesserung“.

Wie die Studie aufzeigt, sind Wohnnutzungen das bevorzugte Nutzungsangebot nach einer Transformation, in den Formen freifinanziert, gefördert und betreutes Wohnen, sowie Einzelhandel des periodischen Bedarfs. Überraschendes Ergebnis: Auch fast 90 Prozent der Befragten sind bei der Realisierung von Transformationsimmobilienprojekten bereit, eine gewisse Kostenunsicherheit in Kauf zu nehmen.

Transformationsimmobilien stehen aktuell im Spannungsfeld von hohen Baukosten, steigenden Zinsen, hoher Inflation und hohen Energiepreisen sowie Nachhaltigkeitsanforderungen durch die EU-Taxonomie. Auch die Baukonjunktur ist im Herbst 2022 abrupt gestoppt worden. Daher erstaunt es wenig, dass nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer (77 Prozent) insbesondere die knappe Rohstoffverfügbarkeit ein starker Treiber ist, der die Transformation von Immobilien anstelle von Neubau bzw. Abriss und Neubau begünstigt. Auch nationale und EU-Nachhaltigkeitsanforderungen sind starke Triebfedern, die nach Ansicht der Befragten die Transformation von Immobilien anstelle von Neubau bzw. Abriss und Neubau begünstigen. Ebenfalls eine Mehrheit (59 Prozent) glaubt, dass bei der Umsetzung von Transformationsimmobilien weniger Probleme durch steigende Bau- und Energiekosten und gestörte Lieferketten entstehen als bei Neubauvorhaben.

Breit gefächert sind die Wünsche an politische Institutionen, um die Umsetzbarkeit von Transformationsimmobilien zu verbessern. Felix Embacher, Bereichsleiter Research und Data Science bei bulwiengesa: „Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen eine erleichterte Nutzungserlaubnis und eine Befreiung von Auflagen sowie die Erlaubnis einer höheren Flächenausnutzung. 80 Prozent der Befragten wünschen eine klare ämterübergreifende Projektorganisation bei den Kommunen sowie die Zusammenführung von schnellen Planungsprozessen und Bürgerbeteiligung.“ Eher verhalten positiv werden die potenziellen Fördermöglichkeiten für Transformationsprozesse gesehen – hier gibt es sicherlich noch Optimierungspotenziale von Seiten des Gesetzgebers und der Förderinstitute, so Embacher.

Themen: Immobilienrating | Kein Kommentar »

Mindestens drei Szenarien im ersten Halbjahr denkbar

Von Dr. Oliver Everling | 12.Dezember 2022

In den vergangenen Wochen hat sich der Inflationsdruck abgeschwächt, damit verbunden sind die Langfristzinsen gesunken. Die Aktienmärkte haben sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, stellt Dr. Eduard Baitinger fest, seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Im Gegenteil, sagt er: „Der nachlassende Inflations- und Zinsdruck wird als sicheres Zeichen dafür gewertet, dass die geldpolitische Straffung zunehmend in der Realwirtschaft ankommt und die Unternehmensgewinne bald spürbar unter Druck geraten könnten. Die Analysten rechnen zwar mit einer gewissen Fragilität bei den Unternehmensgewinnen, nicht jedoch mit einer deutlichen Eintrübung. Es drohen also spürbare Revisionen bei den Gewinnschätzungen. Diese könnten so stark ausfallen, dass sie die positiven Effekte der reduzierten Marktzinsen auf die Bewertungen überkompensieren. Neue drastische Abverkäufe wären die Konsequenz. Die Marktteilnehmer warten daher die weitere Entwicklung ab.“

Für die kommenden Monate erscheinen ihm drei unterschiedliche Szenarien vorstellbar: Im besten Fall lässt der Inflationsdruck schneller nach als erwartet und die globalen Notenbanken gehen wieder dazu über, die Märkte zins- und liquiditätsseitig zu unterstützen. Die globale Wirtschaft zeigt sich zudem stabil und der befürchtete Einbruch der Unternehmensgewinne bleibt aus. Gegen dieses äußerst optimistische Szenario sprechen jedoch allein schon die makroökonomischen Vorlaufindikatoren, die auf ernsthafte Rezessionsrisiken hindeuten. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass sich die Konjunktur weiter abschwächt und die Gewinnprognosen der Unternehmen nach unten angepasst werden müssen. In diesem mittleren Szenario würden die Aktienmärkte in den nächsten Monaten negativ tendieren. Der Abverkauf könnte allerdings dadurch gemildert werden, dass die Langfristzinsen angesichts des schwachen Makroumfelds weiter nachgeben. Im schlimmsten Fall droht eine harte makroökonomische Stagflation gepaart mit einer Gewinnrezession. Dies könnte passieren, wenn sich die geopolitische Lage weiter zuspitzt, etwa bei einer Ausweitung des Ukrainekrieges sowie einer militärischen Eskalation rund um die Taiwan-Frage oder im Iran-Konflikt. Es käme dann zu deutlichen Einbrüchen an den Märkten, die nicht mehr durch sinkende Marktzinsen oder die Fed eingefangen werden könnten. Kurzfristig hat dieses Negativszenario nur eine begrenzte Wahrscheinlichkeit. Grundsätzlich sind geopolitische Störfeuer im Verlauf des Jahres 2023 und darüber hinaus aber nahezu sicher.

Professionelle Anleger sollten sich mit den von der FERI skizzierten Szenarien vertraut machen. Im ersten Halbjahr 2023 erscheint dabei eine defensive Grundausrichtung der Asset Allocation angemessen, die jedoch genügend Flexibilität lässt, um vom phasenweise freundlichen Zinsumfeld zu profitieren. Gleichzeitig sind Absicherungen gegen geopolitische Risiken weiterhin sinnvoll.

Themen: Aktienrating, Anleiherating | Kein Kommentar »

Anspruch und Wirklichkeit der Ratingagenturen

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) hat ihren Bericht über die Marktanteile der Ratingagenturen in Großbritannien veröffentlicht. Diesem Bericht kommt angesichts der Größe und Relevanz des Finanzplatzes London in Europa wie auch weltweit besondere Bedeutung zu. Die Berechnungen beziehen sich auf das Jahr 2021.

Spitzenreiter unter den Ratingagenturen bleibt S&P Global Ratings UK Limited mit einem Marktanteil von 34,81 %, gefolgt von Moody’s Investors Service Limited mit 30,42 %. Fitch Ratings Ltd. liegt dicht auf mit 27,03 %. Alle anderen Ratingagenturen schaffen jeweils nicht die kritische Schwelle von 10 % Marktanteil, sondern verfehlen diese gesetzlich verankerte Marke bei weitem.

DBRS Ratings Limited, die inzwischen zur Gruppe von Morningstar gehört, rangiert auf dem vierten Platz mit 3,77 %. Der Versicherungsspezialist A.M. Best Europe – Rating Services Limited kommt aufgrund seiner Branchenspezialisierung – wie immer – nur auf einen kleinen Gesamtmarktanteil, nämlich jetzt 1,47 %.

In Großbritannien konkurrieren weitere Ratingagenturen um die Aufmerksamkeit der Anleger und Emittenten: The Economist Intelligence Unit Limited erreichte einen Marktanteil von 1,38 %, Kroll Bond Rating Agency UK Limited von 0,59 %, ARC Ratings (UK) Limited 0,29 %.

Bei den Ratingagenturen The Economist Intelligence Unit Limited handelt es sich um eine britische Agentur – eine durch die gleichnamige Fachzeitschrift bekannte Adresse. Bei ARC Ratings (UK) Limited handelt es sich um die Gesellschaft einer pan-europäischen Agentur. Die Schwestergesellschaft ist auf dem europäischen Kontinent auch durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) registriert.

Schlusslicht ist eine Ratingagentur, die sich selbst stets als „the leading European credit rating agency“ darstellt. Für Scope Ratings UK Ltd berechnet die Behörde in Großbritannien einen Marktanteil von 0,24 %.

Themen: Nachrichten | Kein Kommentar »

Black Friday erfreut mit schwarzen Zahlen

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Während größere Unternehmen der deutschen Wirtschaft derzeit einen scharfen Gegenwind verspüren, finden sich an den Kapitalmärkten doch auch Beispiele für Unternehmen, die durch nachhaltiges Wachstum überraschen.

Die Allterco JSCo verzeichnete einen Anstieg der Black-Friday-Verkäufe mit mehr als einer halben Million verkaufter Hausautomatisierungsgeräte für insgesamt über EUR 6,8 Mio. (BGN 13,2 Mio.), was einem Wachstum von 44 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kunden aus über 100 Ländern auf der ganzen Welt nutzten die Sonderangebote und bestellten ihre Shelly-Geräte, wobei das größte Interesse in Deutschland und Italien zu verzeichnen war, gefolgt von Spanien, Portugal, den Niederlanden, Österreich und Belgien.

Hier machten sich nach Ansicht des Unternehmens die gezielt vorangetriebenen Investitionen in die Vertriebs- und F&E-Strukturen im laufenden Geschäftsjahr bemerkbar. Mit dem erfolgreichen Black Friday-Verkauf bestätigt das Unternehmen die angehobene Prognose am oberen Ende der Bandbreite mit einem Umsatz von EUR 45-46 Mio. und einem EBIT von EUR 10-10,5 Mio. für das Geschäftsjahr 2022.

Um die internationale Expansion zu beschleunigen, hat Allterco das irische Dublin, die globale Hochburg und Talentschmiede der IT-Entwicklung, als Standort für sein neuestes F&E-Zentrum ausgewählt. Das Unternehmen konnte bereits erfahrene Spitzenkräfte rekrutieren, die in Positionen bei führenden internationalen IT-Unternehmen ihre visionäre Kraft bei der Realisierung des Smart Home der Zukunft unter Beweis gestellt haben. Für Allterco markiert dieser Schritt den nächsten Meilenstein, um die Produktentwicklung auf eine neue Ebene zu heben.

Dimitar Dimitrov, Co-CEO von Allterco JSCo, kommentierte: „Der Erfolg unserer Black Friday-Verkäufe in allen unseren geografischen Märkten ist eine Bestätigung dafür, dass wir mit unserer Expansionsstrategie auf dem richtigen Weg sind. Mit dem neuen Entwicklungszentrum in Irland ziehen wir hochkarätige IT-Spezialisten an, um den Forschungs- und Entwicklungsprozess kontinuierlich zu verbessern und so unsere Expansionsstrategie konsequent fortzusetzen. Wir freuen uns auf die neuen Impulse aus der schillernd bunten Entwicklerszene in Irland, die so international ist wie Allterco selbst.“

Wolfgang Kirsch, Co-CEO von Allterco JSCo, ergänzte: „Die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr und die Black Friday-Verkäufe haben deutlich gezeigt, dass es für unseren Erfolg entscheidend ist, unsere Entwicklungsstrukturen im Einklang mit unseren Markteintritten aufzubauen. Allterco hat Kunden in allen wichtigen Regionen der Welt. Unsere bisher fünf internationalen Standorte sind ein Zeichen für unseren Expansionsdrang, und mit Dublin kommt ein weiterer hinzu. Wir freuen uns, die Erfolge im Geschäftsjahr 2022 mit einer Bestätigung der angehobenen Prognose am oberen Ende der Bandbreite zu unterstreichen.“

Themen: Aktienrating | Kein Kommentar »

Deutsche Wirtschaft im Gegenwind

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2022

Einem alten Bonmot zufolge besteht Wirtschaft zu 50 Prozent aus Psychologie, und in diesen dunklen Dezembertagen kann ein wenig Aufmunterung sicher nicht schaden, schreibt Axel D. Angermann als Chef-Volkswirt der FERI Gruppe und analysiert die konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen aller für die Asset Allocation wesentlichen Märkte.

„Ein paar gute Nachrichten gab es zuletzt tatsächlich“, berichtet der Chef-Volkswirt: „Die Erdgasspeicher sind so gut gefüllt, dass eine echte Gasmangellage mit der zwangsweisen Stilllegung von Produktionsprozessen sehr unwahrscheinlich geworden ist. Die Inflation ist im November leicht gesunken, und die Stimmung hat sich sowohl unter den Verbrauchern als auch in den Unternehmen etwas aufgehellt. Insgesamt lässt sich aus heutiger Sicht sagen: Manches Katastrophenszenario von vor ein paar Monaten hat sich als zu pessimistisch herausgestellt.“

Dieser erfreuliche Befund könne aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Wirtschaft höchstwahrscheinlich schon im laufenden Quartal auf dem Weg in eine Rezession ist. Der genauere Blick auf die Daten zeigt, dass nicht alles Gold ist, was auf den ersten Blick glänzt: Der Rückgang der Inflationsrate beruhte fast ausschließlich auf niedrigeren Energiepreisen. Die übrigen Preise stiegen auch im November mit nahezu unverminderter Dynamik weiter an. Es sei deshalb noch ein weiter Weg, bis die Inflationsrate wieder auf ein akzeptables Niveau von etwa 2 Prozent gesunken sein wird. „Auch der Ifo-Index entpuppt sich bei näherem Hinsehen bestenfalls zur Hälfte als gute Nachricht: Die Lageeinschätzung der Unternehmen hat sich nämlich auch im November weiter verschlechtert, und die Verbesserung der Erwartungskomponente vollzog sich von einem extrem niedrigen Niveau aus.“

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird nach Ansicht von Axel Angermann in den kommenden Monaten mit einigen Widerständen konfrontiert. Vier Faktoren spielen hierbei eine Rolle:

Erstens wird der private Konsum in den nächsten beiden Quartalen sinken, weil viele Haushalte nur begrenzt dazu in der Lage sind die Preissteigerungen, insbesondere für Gas und Strom, mit einem Abbau von Ersparnissen zu kompensieren. Die deutlich gesunkene Sparquote und die rückläufige Entwicklung der Sichteinlagen bei den Banken verdeutlichen dies.

Zweitens verschlechtern die stark gestiegenen Zinsen die Finanzierungsbedingungen. Die realwirtschaftlichen Folgen sind deutlich im Bausektor zu sehen, dessen Wertschöpfung bereits seit zwei Quartalen sinkt. Eine Verbesserung ist vorerst nicht in Sicht, zumal die Kreditzinsen weiter steigen werden.

Drittens lassen das Scheitern der Null-Covid-Politik und die erneuten Lockdowns in China dort vorerst eine sehr schwache Wirtschaftsentwicklung und damit stark begrenzte Exportaussichten erwarten. Darunter leidet vor allem die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Viertens schließlich werden sich möglicherweise auch die Exportaussichten in die USA eintrüben, denn die dortige Straffung der Geldpolitik hat die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auch in den USA signifikant erhöht.

Insgesamt spricht nach Darstellungen des Chef-Volkswirten vieles dafür, dass die Rezession vergleichsweise milde verlaufen und die deutsche Wirtschaftsleistung im Jahr 2023 insgesamt um weniger als 1 Prozent schrumpfen wird: „Dennoch gibt es keinen Grund zum Zurücklehnen: Wenn auf die milde Rezession ein Aufschwung folgen soll, muss die Energieversorgung auch im nächsten Winter 2023/24 ohne russisches Gas gewährleistet werden. Die Sicherung oder Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bleibt also eine ebenso herausfordernde wie vielschichtige Aufgabe.“

Themen: Nachrichten | Kein Kommentar »

Smart zu Hause mit Allterco

Von Dr. Oliver Everling | 1.Dezember 2022

Die Allterco JSCo, ein Anbieter von IoT- und Smart-Home-Lösungen mit Sitz in Sofia, Bulgarien, hat die Einladung zur außerordentlichen Hauptversammlung der Aktionäre aktualisiert, die für den 13. Dezember 2022 in Sofia, Bulgarien, einberufen wurde.

Auf offiziellen Antrag des Aktionärs Svetlin Todorov, der mehr als 5 % der Allterco-Aktien besitzt, wurden zusätzliche Fragen sowie ein Vorschlag zur Entscheidung über einen der Tagesordnungspunkte in die Tagesordnung aufgenommen.

Svetlin Todorov ist Mitbegründer und CEO von Allterco Robotics US, Hersteller der preisgekrönten Smart-Home-Produkte Shelly. Shellys Reihe intelligenter Relais, Stecker und Sensoren wurde speziell entwickelt, um die Flexibilität und Konnektivität zu bieten, die erforderlich sind, um Heimautomatisierung, intelligente Gebäude und IoT-basierte Produkte Wirklichkeit werden zu lassen.

Sveltin ist außerdem Mitbegründer, Co-CEO und Vorstandsmitglied von Allterco, der in Bulgarien ansässigen Holdinggruppe, die sich auf die globale Entwicklung und den Vertrieb von IoT-Produkten und -Lösungen konzentriert. 2019 trat Allterco Robotics, eines von sieben Unternehmen der Allterco-Familie und „Best of IFA“-Gewinner, in den nordamerikanischen Markt ein.

Vor der Gründung von Allterco war Svetlin Mitbegründer des in Europa ansässigen Unternehmens TERACOMM und fungierte als Co-CEO des Unternehmens sowie als CEO der in den USA ansässigen Division Global TERACOMM. Seit fast 20 Jahren ist TERACOMM führend in der kommerziellen und technischen Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen für die Mobilfunk- und Unterhaltungsindustrie und gehört jetzt zu Allterco.

Die Allterco JSCo ist eine Technologie-Holding, die für Innovation durch die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von hochwertigen IoT-Produkten steht. Das Herzstück der Entwicklung sind dabei stets die Endverbraucher und ihre Bedürfnisse. Allterco wurde in Bulgarien gegründet und arbeitet mit einem Team junger, talentierter Entwickler, die sich der Herstellung wettbewerbsfähiger und benutzerfreundlicher Produkte verschrieben haben.

Die Gruppe besteht aus 5 Tochterunternehmen und hat Niederlassungen in Bulgarien, China und den USA und Deutschland. Die Produkte von Allterco haben bereits über 100 Märkte erobert. Seit Dezember 2016 ist Allterco an der bulgarischen Wertpapierbörse gelistet. An der Frankfurter Börse notiert die Gesellschaft seit November 2021 unter der WKN A2DGX9, der ISIN BG1100003166 und dem Ticker A4L.

Themen: Aktienrating | Kein Kommentar »

« Voriger Beitrag Folgender Beitrag »