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Vertrauen als Erfolgsfaktor der Transformation
Von Dr. Oliver Everling | 17.September 2026
Transformation ist für Unternehmen längst kein zeitlich begrenztes Projekt mehr. Künstliche Intelligenz, geopolitische Veränderungen, neue Regulierung, wirtschaftlicher Druck und gesellschaftlicher Wandel verändern Geschäftsmodelle, Organisationen und Marken gleichzeitig. Mit „Trusted Transformation“ bringt Edelman Deutschland nun ein Beratungsangebot auf den Markt, das Vertrauen stärker ins Zentrum von Veränderungsprozessen rückt.
Der Ansatz ist vor allem deshalb relevant, weil Transformation nicht allein an Strategien, Technologien oder Organisationsstrukturen entscheidet. Entscheidend ist auch, wie Veränderungen von Mitarbeitenden, Führungskräften, Kunden und anderen Stakeholdern wahrgenommen werden. Edelman geht davon aus, dass Unternehmen ihre Transformationsfähigkeit deshalb nicht nur kommunikativ begleiten, sondern systematisch Vertrauen aufbauen und erhalten müssen.
Damit berührt der Ansatz eine Fragestellung, die auch für die Mission der RATING EVIDENCE GmbH zentral ist: Wie lassen sich Wahrnehmung, Vertrauen und Reputation so erfassen, dass daraus belastbare Erkenntnisse für unternehmerische Entscheidungen entstehen? Wo Vertrauen zu einem strategischen Faktor wird, gewinnt dessen nachvollziehbare und möglichst objektive Messung an Bedeutung.
Edelman verweist in diesem Zusammenhang auf Daten aus dem eigenen Trust Barometer. Danach bewerten 60 Prozent der Führungskräfte ihre persönliche Transformationserfahrung als sehr gut, während dies auf Associate-Level lediglich 22 Prozent angeben. Die Zahlen verdeutlichen, wie unterschiedlich derselbe Veränderungsprozess innerhalb einer Organisation wahrgenommen werden kann. Gleichzeitig geben laut Edelman Trust Barometer 2026 74 Prozent der Beschäftigten in Deutschland an, ihrem eigenen Arbeitgeber zu vertrauen. 65 Prozent erwarten von CEOs, aktiv Brücken zu bauen und Vertrauen zu fördern; nur etwa ein Drittel hält CEOs darin aktuell für gut.
Für die RATING EVIDENCE GmbH liegt genau in dieser Differenz zwischen behaupteter und tatsächlich wahrgenommener Veränderungsfähigkeit ein wesentlicher Anknüpfungspunkt. Eine Transformation lässt sich nicht allein anhand von Maßnahmen und Zielvorgaben beurteilen. Ebenso relevant ist die Evidenz darüber, wie Stakeholder den Wandel tatsächlich erleben und welche Faktoren Vertrauen fördern oder beschädigen.
Edelman bezeichnet die Phase, in der strategische Zukunftsmodelle auf die gelebte Unternehmensrealität treffen, als „Danger Zone“. Hier entscheidet sich demnach besonders deutlich, ob Veränderung verstanden, akzeptiert und mitgetragen wird oder ob Widerstand entsteht. Ein solcher Blick auf Transformation erweitert die klassische Perspektive auf Kennzahlen und Projektfortschritt um eine Dimension, die häufig schwerer greifbar ist: die Qualität der Beziehungen zwischen Unternehmen und ihren Stakeholdern.
„Trusted Transformation“ setzt deshalb an sieben Bereichen an, in denen Vertrauen während einer Transformation entstehen oder verloren gehen kann. Dazu gehören ein klares Narrativ, glaubwürdige Führung, engagierte Mitarbeitende, eine zukunftsfähige Kultur, eine glaubwürdige Marke, das Vertrauen der Stakeholder und messbare Wirkung. Für Edelman bedeutet dies, Kommunikation nicht lediglich als begleitende Disziplin zu verstehen, sondern als Bestandteil der strategischen Steuerung von Veränderung.
Besonders interessant ist dabei der Anspruch, Vertrauen kontinuierlich messbar zu machen. Edelman will dafür sein Trust-Management-Modell mit der KI-gestützten Plattform „Trust Stream“ verbinden. Unternehmen sollen dadurch erkennen können, wie Kommunikation auf Vertrauen und potenzielle Reputationsrisiken wirkt und ob sich im Verlauf einer Transformation eine positive Dynamik entwickelt oder Widerstand verstärkt.
Aus Sicht der RATING EVIDENCE GmbH verweist diese Entwicklung auf einen grundsätzlichen Wandel in der Unternehmenskommunikation: Vertrauen und Reputation werden zunehmend von abstrakten Begriffen zu Größen, deren Entwicklung beobachtet, bewertet und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden soll. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Messung nicht bei einzelnen Stimmungsbildern stehen bleibt, sondern nachvollziehbare Evidenz liefert und unterschiedliche Perspektiven angemessen berücksichtigt.
Gerade bei tiefgreifenden Veränderungen entsteht damit eine Verbindung zwischen Kommunikation, Wahrnehmungsforschung und datenbasiertem Management. Unternehmen benötigen nicht nur eine überzeugende Geschichte über ihre Transformation, sondern belastbare Hinweise darauf, ob diese Geschichte von den relevanten Stakeholdern verstanden und als glaubwürdig wahrgenommen wird.
Das neue Edelman-Angebot steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt: Die Fähigkeit zur Transformation hängt nicht ausschließlich davon ab, was ein Unternehmen verändert, sondern auch davon, ob die betroffenen Menschen und Stakeholder diesen Wandel nachvollziehen können und Vertrauen in seine Richtung und Umsetzung entwickeln. Für eine evidenzbasierte Bewertung von Reputation und Vertrauen eröffnet dies ein wichtiges Feld – denn was strategisch gesteuert werden soll, muss zunächst möglichst verlässlich sichtbar und messbar gemacht werden.
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