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Beratung mit Szenarioanalysen

Von Dr. Oliver Everling | 5.April 2011

SRRI-Berechnung und Szenarioanalyse sind Herausforderungen, die sich ab 1. Juli 2011 mit der Aushändigung von Produktinformationsblättern (PIBs) bzw. Key Investor Information Documents (KIIDs) vor Vertragsabschluss stellen.

Ziele von PIB und KIID sind die Verbesserung des Produktverständnisses, der Produktvergleichbarkeit und die Feststellung der Produkteignung (WpHG-Bogen und Beratungsprotokoll) sowie der Schutz vor Falschberatung. „Falschberatung“ sei allerdings oft nur ein vorgeschobenes Argument, wenn Risiken eingetreten sind, warnt Prof. Dr. Lutz Johanning auf der vwd Info-Veranstaltung KID/PIB mit Allen & Overy, WM Datenservice und der EDG in Frankfurt am Main.

Nach dem KIID muss eine Berechnung des Risikos (SRRI = Synthetic Risk and Reward Indicator) und im PIB eine Szenarioberechnung präsentiert werden. Seit 1. Januar 2010 muss nach dem WpHG das Beratungsprotokoll erstellt werden. Packaged Retail Investment Products (PRIPs) sind Gegenstand der aktuellen Konsultation, berichtet Johanning und zeigt auf, wie sich die verschiedenen Finanzmarktregulierungen zusammenfügen.

CESR unterschied Market Fonds, Absolute Return Fonds, Total Return Fonds, Life Cycle Fonds und strukturierte Fonds. Entsprechend sind heute unterschiedliche Berechnungsmethoden je Fondskategorie notwendig. Johanning weist darauf hin, dass die KIID Risikoklassen nicht glücklich gewählt sind. Die Aktualisierung des KIID ist grundsätzlich nicht mehr als einmal pro Jahr geplant, jedoch „material changes“ im SRRI führt zu sofortiger Erneuerung des KIID.

„Material changes“ bedeutet, so Johanning: Der SRRI fällt aus der bisherigen Risikoklasse über den gesamten Zeitraum der letzten vier Jahre. Somit ist laufend eine Berechnung des SRRI erforderlich. Der 4 Monatszeitraum gilt auch für Grenzprodukte zwischen zwei Klassen, d.h. wenn vier Monate der Fonds stabil in der neuen Klasse bleibt, ändert sich der SRRI und somit das KIID. Die Aktualisierung des SRRI ist erforderlich, wenn Änderungen erfolgen.

Die Herausforderungen liegen in der Abbildung der „Aussichten für Kapitalrückzahlung und Erträge“, hier müssen auch die Anlagehorizonte berücksichtigt werden. Die Laufzeitendebetrachtung für Produkte mit fixer Fälligkeit (z.B. Zertifikate) erfordert realistische Annahmen für Vertriebsprodukte („Buy and Hold“), Wertpapiere müssen untereinander vergleichbar sein, also der Ansatz für die Szenarioanalysen identisch für jede Assetklasse. Ebenso müssen Änderungen der Produktausstattungen berücksichtigt werden.

„Auch wir können die Zukunft nicht vorhersehbar machen, aber wir können die Sachen quantifizieren“, sagt Johanning. Sezanrioanalysen für Aktien vermögen aufzuzeigen, mit welchen Wahrscheinlichkeiten – ausgehend von früher beobachteten Kursverläufen – Risiken in der Vergangenheit schlagend wurden.

Themen: Aktienrating, Zertifikaterating | Kein Kommentar »

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