« | Home | »

Bitcoin als diversifizierende Anlage: Chancen, Risiken und Mungers skeptische Haltung

Von Dr. Oliver Everling | 27.Januar 2026

Einst belächelt, gehören Kryptowährungen heute zum Instrumentarium der Vermögensanlage. Laut Nicolas Cohen-Addad, Head Investment Solutions APAC & Head Portfolio Management bei LGT Private Banking, „kann eine kleine Beimischung die Diversifikation verbessern – ist jedoch nicht für jedes Risikoprofil geeignet.“ In einem aktuellen Marktkommentar beschreibt er, wie digitale Vermögenswerte „eine diversifizierende Komponente in langfristig ausgerichteten und komplexen Portfolios darstellen können.“ Digitale Vermögenswerte gelten zunehmend als Bestandteil der Vermögensallokation, auch wenn sie keine laufenden Erträge generieren. Bitcoin und andere Kryptowährungen sind im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen noch relativ jung, aber laut Cohen-Addad „stellt [Bitcoin] zunehmend ein legitimes Mittel zur Wertaufbewahrung dar, das in der langfristigen Vermögensallokation berücksichtigt werden sollte und zu resilienteren Portfolios beitragen kann.“ Dabei sei jedoch zu beachten, dass diese Anlagen nicht für jede Anlegerin oder jeden Anleger geeignet sind und ihre Berücksichtigung stets von der Risikotoleranz innerhalb eines diversifizierten Portfolios abhängt. Während traditionelle Vermögenswerte wie Aktien oder Anleihen laufende Erträge in Form von Dividenden oder Zinszahlungen liefern, „werfen Bitcoin, physische Währungen und Gold keine laufenden Erträge ab.“ Der theoretische „Fair Value“ von Bitcoin lässt sich daher schwer bestimmen, doch auch wenn solche Berechnungen oft umstritten seien, „dienen sie als Orientierung zur Bestimmung des Vermögenswerts – und damit als Basis für die Etablierung eines Mittels zur Wertaufbewahrung.“

Bitcoin hat sich in den letzten Jahren stärker im Mainstream etabliert, unterstützt durch neue gesetzliche Regelwerke in wichtigen Finanzmärkten wie den USA, den Markteintritt institutioneller Investoren und die Einführung börsengehandelter Fonds auf Bitcoin. Cohen-Addad betont, dass Anlegerinnen und Anleger sich der „starken historischen Volatilität von Bitcoin bewusst sein“ sollten, auch wenn sich diese Schwankungen in jüngerer Zeit verringert haben. Studien zeigen, dass bereits eine geringe Beimischung von Bitcoin „die Rendite eines diversifizierten Portfolios erhöhen kann.“ Digitale Vermögenswerte wie Bitcoin werden zwar kaum das Rückgrat von Portfolios bilden, können aber für langfristig orientierte Investoren mit entsprechender Risikoneigung interessante Chancen eröffnen.

Trotz dieser Perspektiven würde der verstorbene Charles Munger von Berkshire Hathaway wahrscheinlich weiterhin keine Anlageempfehlung für Bitcoin geben. Munger war bekannt für seine vorsichtige Haltung gegenüber spekulativen digitalen Assets und betonte wiederholt, dass er Kryptowährungen skeptisch gegenüberstand. Damit bleibt selbst bei der wachsenden Anerkennung von Bitcoin durch etablierte Finanzakteure seine Haltung ein mahnendes Beispiel für die Vorsicht, die Anleger bei dieser Anlageklasse walten lassen sollten.

Themen: Kryptorating, Ratings | Kommentare deaktiviert für Bitcoin als diversifizierende Anlage: Chancen, Risiken und Mungers skeptische Haltung

Kommentare geschlossen.