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Dann geht es wieder

Von Dr. Oliver Everling | 21.Juli 2014

Die wuchernden Literatur zur Lebenshilfe, zum Selbstmanagement, zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Kommunikation muss zu denken geben: Entweder ist das Mitteilungsbedürfnis von Autoren und Experten gestiegen, so dass sich das steigende Angebot vielleicht auch ein Stück weit seine Nachfrage schafft, oder es suchen tätsächlich immer mehr Menschen nach neuen Prioritäten, so dass die steigende Nachfrage das Angebot an einschlägigen Büchern wachsen lässt.

Das Buch „Geht’s noch?: Impulse für Lebensqualität und Gelassenheit im Alltag und Beruf“ stößt in dieses Marktsegment. Der Autor, Dirk Rauh, geboren 1965 und aufgewachsen in einer schwäbischen Kleinstadt tritt nach Fachhochschulreife mit integrierter Lehre ein BWL Studium und die Selbstständigkeit im Vertrieb an. Nach mehrjährigem USA-Aufenthalt mit prägenden Seminaren und Fortbildungen im Bereich Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung etabliert er sich als Trainer und Seminaranbieter im Bereich Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und NLP, ab 2001 mit der Entwicklung des Seminarkonzeptes „E-in-sich-T.”

Die zunehmende Regulierung des Finanzsektors, die in den zahlreichen EU-Verordnungen und Richtlinien erst ihren Anfang genommen hat und sich durch zahlreiche gesetzliche Reparaturarbeiten noch über Jahre anhalten wird, sichert Trainern und Autoren wie Dirk Rauh noch für viele Jahre Kundschaft. Wer über viele Jahre hinweg widersprüchliche Regeln anwenden muss und in Banken oder sonstigen Organisationen tätig ist, die nur durch ständig neue staatliche Eingriffe am Leben erhalten werden, oder wem bewusst wird, dass die Geldschwemme der Zentralbanken heutige Probleme lediglich auf die Zukunft vertagt, dem stellt sich möglicherweise hin und wieder die Frage des Autors dieses Buches: „Geht’s noch?“

Wie sollen es beispielsweise Ratinganalysten mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn sie aufgrund aller Fakten Anlass für die Herabstufung des Länderratings sehen, aber aufgrund der EU-Verordnung über Ratingagenturen unter Androhung hoher Strafen dazu gezwungen werden, mit einem besseren Rating für Staatsanleihen Sparer zumindest vorübergehend über die wirkliche Situation der Staatsverschuldung zu täuschen? Zugleich werden Politiker nicht müde, vom Versagen der Ratingagenturen zu reden und die Überbringer der schlechten Nachrichten zu strafen, so dass die Widersprüche perpetuiert werden.

„Querdenken, die Richtung oder das Tempo mal wechseln, Prioritäten setzen: Das kann lebensverändernd sein“, sagt Rauh und zeigt Schritte zu Veränderungen, zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit auf. Kreative Impulse setzt Rauh beim Leser schon dadurch, dass er seine Botschaften im wahrsten Sinne des Wortes auch farbig transportiert und nicht nur auf Worte, sondern auch auf intuitive Wahrnehmung und Verständnis des Lesers setzt.

Die Gliederung seines neuen Buches ist einfach und prägnant: Müll, Weltmacht, Illusion, Garantie, EinsichT, Jetzt, Wert-voll. Wie schon das Inhaltsverzeichnis zeigt, reiht sich Rauh nicht in die Reihe der Gurus, die durch Glauben an esoterische Kräfte wundersame Heilung versprechen. Vielmehr gibt das Buch nach seinen eigenen Worten „Anstöße zum Experimentieren, zum Staunen, zum Denken, zum Fühlen, zum Verändern und sicherlich genug zum Schmunzeln über die Ver-rückt-heiten des Lebens“.

Rauh hilft ganz praktisch, wieder Klarheit im Kopf zu erlangen. So verbirgt sich im Kapitel „Müll“ die Aufforderung, sich von den vielen überflüssigen Dingen zu verabschieden, unter anderem auch von sinnentleerten Meetings oder Veranstaltungen. Seine Formulierungen werden manchen Studenten des Steuerrechts an die Vorlesungen eines in Deutschland führenden Steuerexperten erinnern, Prof. Dr. Klaus Tipke (Steuerrecht): Denn schon Tipke sprach auch regelmäßig vom abzubauenden „Wissensmüll“ , der tagtäglich die Finanzbehörden, Gerichte, Steuerberatungsgesellschaften, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bis hin zu Hochschulen verlasse bzw. von diesen verbreitet werde und mehr verneble, als den Blick aufs Wesentliche freimache.

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  • Die meisten Unternehmen messen ihre Erfolge auch heute noch in Währungseinheiten, in Euro oder Dollar zum Beispiel. Dabei lassen sich die Einflussfaktoren des Erfolgs nicht allein an einer Zahl abbilden. Zur Steuerung von Investitionen reicht es einerseits nicht aus, Investitionen lediglich zu beschreiben, andererseits sind viele Umstände nicht kardinal zu skalieren. Klassifizierungen mit Ratingskalen sind daher eine Methode, mehr Transparenz für praktische Entscheidungen zu schaffen. Seit Ende der 1980er Jahre arbeiten wir daran und deshalb gibt es seit 1998 diesen Blog. RATING EVIDENCE GmbH - Wofür wir stehen: Es ist unser Anspruch, Werte zu schaffen, indem wir den Nutzen von Ratings erschließen.