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Irland mit verbesserter Bonitätseinschätzung

Von Dr. Oliver Everling | 30.November 2015

Die FERI EuroRating Services stuft im November das Sovereign Rating von Slowenien, Russland, Brasilien, Kolumbien, Indonesien und Philippinen herab. Eine verbesserte Bonitätseinschätzung erhält Irland. Ukraine ist bereits auf Default.

Das Sovereign Rating Irlands wurde im November um eine Stufe von A- auf A heraufgestuft. Die deutlichen Verbesserungen der allgemeinen volkswirtschaftlichen Aussichten für Irland wirken auch bei den irischen Staatsfinanzen, Staatsschulden und der Haushaltsbelastung des irischen Staates durch Zinszahlungen. Zudem hat Irland Erfolg bei der Inflationsbekämpfung und eine verbesserte Preisstabilität, meint Gerald Christoph Dorsch, Leiter Credit Rating, FERI EuroRating Services AG.

Im November wurde das Sovereign Rating Sloweniens um eine Stufe von BBB auf BBB- herabgestuft. Steigende Staatsschulden und die daraus resultierenden Belastungen für die Staatsfinanzen verschlechterten die wirtschaftlichen Aussichten für Slowenien nachhaltig. Der Finanzsektor wird weiterhin von der negativen Auswirkung der Finanzkrise in 2013 belastet. Notwendige Finanzreformen und eine geplante Privatisierung staatlicher Unternehmen stoßen nach Ansicht der Ratingagentur weiterhin auf deutlichen Widerstand aus der Bevölkerung und verzögern damit die Entlastung der Staatsfinanzen.

Die Bonitätseinschätzung Russlands wird um eine Stufe von BB auf BB- herabgestuft. Die Auswirkung der Sanktionen, sowie der starke Preisverfall von mehreren für die russischen Exporte sehr wichtigen Rohstoffen, vor allem Öl und Gas, bewirkt eine deutliche Verschlechterung der russischen Wirtschaftsentwicklung, da Russland nach wie vor sehr viel importieren muss. Obwohl die russischen Exporte vom gesunkenen Rubel profitieren, überwiegt die Auswirkung der Abwertung des Rubels auf die Importpreisen. Die durch importierte Inflation angetriebenen Preissteigerungen erschweren die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich.

Im November wurde das Sovereign Rating von Brasilien um eine Stufe von BBB auf BB+ herabgestuft. Die Probleme Brasiliens sind vielfältig: die Abhängigkeit von Rohstoffexporten, die schwache Entwicklung der Kaufkraft, steigende Staatsschulden. Zudem kommen ernsthafte politische Probleme durch die Korruptionsaffären um Petrobas. Die deutliche Abwertung des Reals wirkt ebenfalls ungünstig auf die Inflation in Brasilien. Die Rohstoffexporte werden zwar durch die Abwertung des Reals begünstigt, aber die sinkenden Weltpreise überwiegen die Vorteile. Der Konsum in Brasilien ist durch die schwache Kaufkraftentwicklung gebremst, hier wirkt die Inflationsentwicklung negativ.

Das Sovereign Rating Kolumbiens wurde im November 2015 von BBB- auf BB+ herabgestuft. Die schlechte Wirtschaftsentwicklung und der drohende innenpolitische Streit beim größten Handelspartner Kolumbiens, Venezuela, wirkt sich zunehmend negativ auf den Handel der zwei Länder und der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung in Kolumbien aus.

Ebenfalls herabgestuft sind Indonesien und die Philippinen, jeweils um eine Stufe. Die Entwicklung in beiden Ländern wird nachhaltig durch die schwächere Entwicklung des Handels in Asien negativ beeinträchtigt. Beide Länder dienen als Lieferanten von Rohstoffen, Halbfertig- und Fertigwaren. Die Verlangsamung des Wachstums in China und das relative schwache Wachstum in den USA und Japan wirken negativ auf das Wachstum dieser Länder.

Am 31. August 2015 hat FERI EuroRating Services AG die Ukraine bereits auf Default gesetzt. Die Vereinbarung zur Restrukturierung der Schulden, die am 27. August 2015 vereinbart worden ist, stellt formal einen Default-Grund dar. Das Ratingkomitee fasste die Ratingbeschlüsse am 20. November 2015, berichtet die Gesellschaft.

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