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Mehr Transparenz bei Investmentfonds

Von Dr. Oliver Everling | 5.Dezember 2012

Die Anforderungen an Investmentfonds sind hoch, deren Regularien entsprechend vielfältig. Doch insbesondere die OGAW-IV-Richtlinie zeigt ihre Wirkung, stellt die Kölner Fonds Advice GmbH fest.

Was den vereinfachten Verkaufsprospekten nicht so recht gelingen wollte, ist bei den „Wesentlichen Informationen für den Anleger“ Wirklichkeit geworden, erläutert Matthias Koss, Geschäftsführer der Fonds Advice GmbH, die neue Situation: kurz gefasste Produktinformationen auf zwei Seiten mit den wichtigsten Fondsangaben, weitestgehend einheitlich gestaltet und damit vergleichbar, das ist das „Key Investor Information Document“ (KIID).

Bewertungen des Information-Rating, einem speziell zur Transparenzbeurteilung von Investmentfonds entwickelten Ratingverfahren, belegen nach Koss eine deutliche Zunahme der Transparenz von Investmentfonds seit Einführung der „Wesentlichen Informationen für den Anleger“. 56% der bewerteten Investmentfonds weisen nach Ansicht von Fonds Advice per 5. Dezember 2012 eine zumindest ausreichende Transparenz auf, gegenüber rund 45 % am Jahresende 2010, also vor Einführung der KIID.

Verkaufsprospekte der Investmentfonds zeigen insgesamt eine höhere Aktualität. Heutige Verkaufsprospekte sind im Schnitt jünger als 10 Monate, gegenüber rund 18 Monaten vor rund zwei Jahren. Damit sind die Angaben zu den Fondskosten und der Wertentwicklung aktueller denn je. „Reduzierte Transparenz ist entgegen dem allgemeinen Branchentrend vereinzelt registrierbar. Der Informationsumfang insbesondere von Jahresberichten Luxemburger Fonds“, warnt Koss, „weist eine große Bandbreite auf. Unverändert halten diverse Anbieter den Informationsgehalt der Berichte gering und beschränken sich auf das in Luxemburg erforderliche gesetzliche Mindestmaß.“ In diesemZusammenhang werden sogar Transparenzreduzierungen beobachtet, da einzelne Anbieter auf ihr bisher höheres freiwilliges Informationsangebot verzichten und beispielsweise die Aktivitäten des Fondsmanagements im Berichtszeitraum nicht mehr kommentieren und auch auf eine explizite Angabe der Wertentwicklung für den Berichtszeitraum verzichten.

Zum 5. Dezember 2012 berichtet Fonds Advice (bei Anrechnung von Anteilsklassen) für 3.024 Investmentfondsaktuelle über Ratingbewertungen von 72 Verwaltungsgesellschaften aus zwölf Herkunftsländern. Das Information-Rating ist kein Rating im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1060/2009 des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 über Ratingagenturen.

Themen: Fondsrating, Informationrating, Transparenzrating | Kein Kommentar »

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.