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Mit eSIM ins Internet der Dinge

Von Dr. Oliver Everling | 18.Februar 2016

Ab dem 11. März startet Vodafone als erster deutscher Netzbetreiber mit der Vermarktung der ‚embedded SIM‘ (kurz eSIM). Zukünftig wird diese Karte als fest eingebauter Bestandteil zum Standard für eine ganz neue Generation von Mobilfunk-Geräten. Fitness-Tracker oder Smart-Watches können dank der eSIM permanent über das Mobilfunknetz in Verbindung bleiben, die eSIM wird zum Schlüssel für das Internet der Dinge. Das erste eSIM-fähige Mobilfunk-Gerät in Deutschland ist nach Angaben der Hersteller die Smart-Watch Gear S2 classic 3G von Samsung, die Vodafone demnächst in ausgewählten Shops anbieten wird.

Immer mehr Maschinen, Waren und Alltagsgegenstände werden mit Sensoren und Funkchips ausgestattet – und kommunizieren per Funkverbindung miteinander genau wie mit dem Internet. Einer Studie des Branchenverbands Bitkom zufolge werden die Deutschen bis 2020 rund 100 Millionen vernetzte Endgeräte nutzen – Smartphone und Tablet nicht mitgerechnet. Noch wird für jedes Gerät eine eigene Mini-, Micro- oder Nano-SIM-Karte benötigt. Doch das gehört mit der eSIM der Vergangenheit an. Sie vereinfacht zukünftig die Verbindung von jedweden Geräten mit dem Internet.

„Die eSIM ist ein weiterer wichtiger Schritt in die digitale Zukunft. Sie wird zum Schlüssel für das Internet der Dinge. Hersteller werden noch mehr Geräte und Maschinen noch einfacher miteinander vernetzen. Telekommunikationsanbietern eröffnen sich völlig neue Vermarktungschancen. Und Mobilfunkkunden bietet die eSIM künftig noch mehr Komfort beim Umgang mit zahlreichen Geräten“, so der Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Denn mit der eSIM entfällt zukünftig auch der physikalische Austausch einer Plastik-SIM beim Wechsel auf ein neues Gerät. Vor allem hilft sie, kleinere Geräte wie Smart-Watches, Fitness-Tracker oder Daten-Brillen, die keinen Platz für eine herkömmliche SIM-Karte bieten, ins Internet zu bringen. Nach Auswahl des passenden Tarifs erhält der Kunde von Vodafone neben der bekannten PIN und PUK zum Entsperren seiner SIM-Karte auch eine eSIM Aktivierungscode-Karte. Auf dieser Karte ist ein QR-Code abgebildet, der mit dem Smartphone abfotografiert wird. Hierdurch wird das persönliche eSIM-Profil einfach aus dem Internet heruntergeladen und per Bluetooth beispielsweise auf die Smart-Watch übertragen. So lassen sich innerhalb weniger Minuten neue Nutzer-Profile auf der eSIM installieren, löschen und wechseln, verspricht Vodafone. Der gesamte Prozess geschieht per Funkverbindung und ist für den Kunden damit äußerst bequem. 

Wie auch bei der Plastik-SIM basiert die Sicherheit der eSIM auf dem so genannten SIM-Chip, einem eingebauten Speicher-Modul. Während der Installation wird das eSIM-Profil verschlüsselt. Sogenannte asymmetrische Verfahren sichern Ende zu Ende die gesamte Übertragung zwischen den Vodafone-Servern und dem Modul. Jedes Gerät kann dabei nur das ihm zugewiesen eSIM-Profil entschlüsseln und installieren. Damit erfüllt nach Feststellung von Vodafone die eSIM genau wie die altbekannte Plastik-SIM höchste Sicherheitsanforderungen.

„Die eSIM funktioniert wie ein hochsicherer Kleinstcomputer, der sensible Daten hochverschlüsselt in seinem SIM-Speicher aufbewahrt, auf den wiederum nur über die entsprechenden Schlüssel zugegriffen werden kann. Dadurch sind die Daten wirkungsvoll vor Manipulations- und Kopierversuchen geschützt“, erklärte Carsten Ahrens, Leiter der Division Telecommunication Industries im Geschäftsbereich Mobile Security des eSIM-Herstellers Giesecke & Devrient.

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