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Mit RENA nahen Unternehmensanleihen für Privatanlager

Von Dr. Oliver Everling | 1.Dezember 2010

Aktien von Unternehmen sind traditionell Gegenstand von Analystenkonferenzen, mit denen Aktiengesellschaften über ihre Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage informieren und über ihre Strategie und Geschäftspolitik informieren. DVFA-Analystenkonferenzen (www.dvfa.de) zum Zwecke der Einführung von Anleihen in den Kapitalmarkt sind dagegen ein Novum, berichtet Prof. Dr. Wolfgang Blättchen von Blättchen Financial Advisory bei der Unternehmenspräsentation zur Platzierung einer Anleihe der RENA GmbH (www.rena.com). Analog zum „IPO“ wird inzwischen von IBO – „Initial Bond Offering“ – gesprochen.

IBOs werden durch den Markt “Bondm” ermöglicht. Der Markt wurde am 17. Mai 2010 als kapitalmarktorientierte Antwort auf die Probleme der Bankfinanzierung von der Börse Stuttgart ins Leben gerufen. Mit diesem Markt soll langfristiges Fremdkapital bereitgestellt und die Wachstumsfinanzierung für mittelständische Unternehmen abgesichert werden. Über eine „Zeichnungsbox“, Fax, Internet usw. und über den Emittenten lassen sich beim IBO die Anleihen zeichnen.

„Die Börse Stuttgart engagiert sich in ganz besonderem Maß für den Privatanleger“, berichtet Blättchen. Der Primärmarkt der Platzierung ist privatanlegerfreundlich ausgestaltet, indem z.B. in 1.000 € gestückelt wird, 50 bis 150 Mi. € Emissionsvolumen für ausreichend Material sorgen und das Mittelstandsrating, im Falle der RENA von der Euler Hermes Rating aus Hamburg (www.ehrg.de), für eine Bonitätseinschätzung bereit steht. Am Sekundärmarkt soll fortlaufende Transparenz gesichert sein, insbesondere auch ein jährliches Folgerating, sagt Blättchen.

Jürgen Gutekunst, Gründer und Geschäftsführer der RENA GmbH, stellt sein Unternehmen als ein stark wachsendes und profitables High-Tech Maschinenbauunternehmen dar, das im Jahre 1993 gegründet wurde und im Südschwarzwald ansässig ist. „RENA ist Weltmarktführer bei nasschemischen Produktionsanlagen für die Photovoltaik-Industrie. Zurzeit beschäftigt RENA 1.150 Mitarbeiter“, berichtet Gutekunst.

Das Unternehmen erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2010 eine Gesamtleistung von 104,3 Mio. Euro. „Wir wollen uns darauf einstellen, pro Jahr um mindestens 20 % zu wachsen“, gibt Gutekunst die Ziele vor. „Wir gehen davon aus, dass insbesondere Asien, aber auch die USA, Solarparks aufbauen.“

Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland und Polen. Darüber hinaus unterhält RENA eigene Service- und Vertriebsstandorte, insbesondere in Europa, China, Südkorea, Taiwan, Singapur und in den USA. Um die finanzielle Basis für das weitere Wachstum zu sichern, plant RENA die Platzierung einer Anleihe, die im Qualitätssegment „Bondm“ der Börse Stuttgart notiert werden soll.

Volker Westermann, Geschäftsführer der RENA GmbH, macht Vision und Anspruch seiner Gesellschaft klar: „Mit den innovativen, zukunftsweisenden Technologien von RENA werden die Wertschöpfungsprozesse immer wieder effizienter und kostengünstiger.“ Westermann nennt strategische Ziele: Mit neuen Technologien und Produkten zukünftig den CAPEX-Anteil von RENA-Anlagen im Wafer-, Frontend- und Backend Bereich zu verdoppeln, sukzessive den Verbrauchsmittelmarkt (Consumables) erschließen, konsequente Transformation von RENA hin zum „Serienhersteller von kundenindividuellen Produktionsanlagen“.

Mittels Optimierung der Supply Chain/Produktionsverfahren sollen nachhaltig die Herstellkosten gesenkt werden (Aufbau des weltweiten Sourcings, weltweite Produktion, neue Werkstoffe, etc.). Westermann spricht über den Ausbau des Vertriebs- und Servicenetzes und begründet den vergleichsweise späten Einstieg in Indien. „In Indien sind die Entwicklungen längst nicht so schnell wie in China.“

Westermann tritt der Vorstellung entgegen, man könne chinesische Mitarbeiter nicht ausreichend an das Unternehmen binden. „Unsere chinesischen Mitarbeiter sind RENA-Mitarbeiter und verstehen sich auch so“, sagt Westermann. „Wir halten eine einzigartige RENA Kultur über Standorte, Länder und Hierarchiestufen hinweg.“ Mittels fokussierter M&A Aktivitäten werden neue Geschäftsfelder profitabel bedient und durch ausreichende Liquiditätsmittel das Wachstum gesichert werden.

RENA plant einen Mittelzufluss aus der Anleihe in Höhe von brutto 75 Mio. €, die bis 15. Dezember 2015 läuft. 7 % p.a., jährliche Zinszahlung, Rückzahlungskurs zu 100 % nach Ablauf der Gesamtlaufzeit stehen ab 2. Dezember 2010 zur Zeichnung an. Die Ratingagentur Euler Hermes Rating (www.ehrg.de) wartet zu dieser Anleihe mit einem Rating BB+ auf.

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