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Scope übernimmt EU-anerkannte Ratingagentur PSR

Von Dr. Oliver Everling | 25.Januar 2012

Mit der vollständigen Übernahme der PSR Rating hat die Ratingagentur Scope das Geschäftsfeld Credit Rating als drittes strategisches Geschäftsfeld der Unternehmensgruppe aufgestellt. „Damit setzt Scope die Bedürfnisse seiner institutionellen Kunden um,“ heißt es dazu aus Berlin, „das Leistungsspektrum der Gruppe auf dem Anleihesektor auszubauen und abzurunden. Rund 900 institutionelle Kunden nutzen die Scope Analysesysteme bereits bei der Auswahl und der Prüfung sowie bei dem Monitoring und der Risikokontrolle von Investments. Gegenstand des Geschäftsfelds Credit Rating sind zum einen die Bewertung der Bonität von Unternehmen und der Ausfallrisiken von Unternehmensanleihen sowie das Rating von Covered und Structured Bonds.“

Mit den drei Geschäftsfeldern Investment Rating, Management Rating und Credit Rating, in denen aktuell Vermögenswerte im Volumen von über 1,2 Billionen Euro bewertet werden, ist Scope als führende von Banken und Rückversicherern unabhängige Ratingagentur in Europa aufgestellt. Das Unternehmen beschäftigt aktuell an den Standorten in Berlin, Frankfurt, im Raum Stuttgart, Amsterdam und Luxemburg 70 Mitarbeiter.

Die übernommene PSR Rating mit Sitz im Großraum Stuttgart ist auf die Analyse der wirtschaftlichen Stabilität und der Ausfallrisiken von deutschen mittelständischen Unternehmen mit dem Schwerpunkt Automobilindustrie spezialisiert. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen die Bonität von 80 Unternehmen mit einer Bilanzsumme von 22,7 Mrd. Euro bewertet. Innerhalb der Scope Group wird die PSR Rating GmbH künftig als Scope Credit Rating GmbH mit der Scope Holding als alleinige Gesellschafterin weitergeführt. Sie ist eine gemäß EU-Verordnung registrierte Europäische Rating Agentur. Geschäftsführer der Scope Credit Rating GmbH ist Thomas Morgenstern, der die Agentur bereits in den vergangenen fünf Jahren geführt hat.

„Scope wie auch PSR sind in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern etablierte und renommierte Ratingagenturen. Beide zeichnen sich durch hohe Professionalität im Umgang mit Ratings aus und ergänzen sich in ihren Kernkompetenzen ideal“, bewertet Florian Schoeller, Chief Executive Officer der Scope Group die rückwirkend zum 1. Januar 2012 erfolgte Übernahme der PSR und ihre Eingliederung in die Scope Group. Beide Unternehmen blicken auf eine über 10-jährige Historie in ihren jeweiligen Segmenten zurück. „Durch die Übernahme erhalten wir Zugang zu großen, international agierenden institutionellen Investoren. In Zukunft werden wir unsere Stärken bei der Bewertung von Kreditrisiken auf einer wesentlich breiteren Plattform zum Einsatz bringen“, bewertet der Geschäftsführer der Scope Credit Rating, Thomas Morgenstern, die neu geschaffenen Perspektiven.

In der neuen Konstellation wird die Scope Credit Rating ihre Geschäftstätigkeit auf das gesamte mittelständische verarbeitende Gewerbe ausdehnen. „Vor allem mittelständische Unternehmen schließen ihre durch die Zurückhaltung der Banken entstehenden Finanzierungslücken mittels Begebung von Corporate Bonds“, so Florian Schoeller. „Bei Bondemissionen mittelgroßer Unternehmen greifen institutionelle Investoren nur zu, wenn Ratings als unabhängige Bonitätsprüfungen vorliegen.“ Darüber hinaus wird die Scope Credit Rating auch Covered Bonds bewerten. „Scope verfügt seit jeher über eine nachgewiesene Expertise in der Bewertung von Real Assets wie z.B. Immobilien. Damit haben wir eine starke Basis für das Rating von Bonds aufgebaut, die mit solchen Assets als Sicherheiten unterlegt sind“, so Schoeller.

Scope wird das bisherige und im Bereich des Investment Rating bewährte Geschäftsmodell auf den Bereich Credit Rating übertragen. Dem Unternehmensgrundsatz der Transparenz und Nachvollziehbarkeit folgend, werden die Credit Ratings grundsätzlich veröffentlicht. Im Unterschied zu Wettbewerbern fußt das Finanzierungsmodell der Scope Credit Rating vorrangig auf institutionellen Investoren und nicht ausschließlich auf Emittenten. Mit diesem Konzept stellt Scope die Unabhängigkeit und Objektivität der Ratings nachhaltig sicher.

Den Eintritt von Scope in das Geschäftsfeld Credit Rating bewertet Florian Schoeller als Initiative zur Belebung der europäischen Ratingkultur auf privatwirtschaftlicher Basis. Die Idee einer politisch motivierten europäischen Agentur, ob als Behörde oder in Form einer Stiftung, hält er für realitätsfremd. „Nicht alles, was politisch gewollt ist, wird am Finanzmarkt akzeptiert. Ein Rating, das eine ideologische Bewertungskomponente beinhaltet, verliert seinen Wirkungsgrad und wird die Kapitalströme nicht wesentlich beeinflussen können“, urteilt der CEO der Scope Group. Ratingagenturen, die Glaubwürdigkeit am Markt erlangen wollten, müssten flexibel auf neue Marktentwicklungen reagieren, ihre Bewertungsansätze ständig weiterentwickeln und in der Lage sein, Haftung zu übernehmen. Eine Ratingagentur, die wie eine Behörde aufgestellt sei, könne dies nicht leisten. Von den politischen und regulatorischen Instanzen Europas fordert Schoeller vielmehr, den geeigneten Rahmen für Wettbewerb im europäischen Ratingmarkt zu schaffen.

Themen: Anerkennung, Ratingagentur | Kein Kommentar »

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