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M&A-Berater im Finanzsektor starten mit deutlichen Verschiebungen ins Jahr 2026
Von Dr. Oliver Everling | 27.April 2026
Im ersten Quartal 2026 haben sich die Kräfteverhältnisse unter den Beratern für Fusionen und Übernahmen im Finanzdienstleistungssektor deutlich verschoben. Laut aktuellen Auswertungen von GlobalData dominieren vor allem große internationale Investmentbanken und Anwaltskanzleien das Geschehen, wobei sowohl beim Transaktionsvolumen als auch beim Gesamtwert der Deals teils erhebliche Zuwächse zu verzeichnen sind.
Im Bereich der Finanzberater sicherte sich Barclays die Spitzenposition nach Transaktionswert mit beratenen Deals im Umfang von 31,4 Milliarden US-Dollar, während Houlihan Lokey nach Anzahl der Transaktionen führte und insgesamt 15 Deals begleitete. Die Entwicklung unterstreicht eine bemerkenswerte Dynamik innerhalb der Branche. Dazu erklärte Aurojyoti Bose: „Houlihan Lokey was the top adviser by volume in Q1 2025 and managed to retain that in Q1 2026. Interestingly, the number of deals it advised also remained unchanged.“ Gleichzeitig konnten alle Top-10-Berater nach Dealwert ihre Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr steigern. Besonders auffällig ist der Aufstieg von Barclays, das einen massiven Sprung nach vorne machte. Bose kommentierte hierzu: „In fact, Barclays saw more than a seven-fold jump in the total value of deals advised by it, improving its ranking from eighth in Q1 2025 to the top position in Q1 2026.“
Hinter Barclays folgen Morgan Stanley, Goldman Sachs, Lazard und JPMorgan, die allesamt Transaktionen im zweistelligen Milliardenbereich begleiteten. Beim Transaktionsvolumen liegt Goldman Sachs auf Platz zwei, gefolgt von Piper Sandler, Stifel/KBW und Raymond James Financial.
Auch bei den rechtlichen Beratern zeigen sich deutliche Verschiebungen. Sullivan & Cromwell führt das Ranking nach Dealwert mit 20,7 Milliarden US-Dollar an, während Kirkland & Ellis mit 15 Transaktionen die höchste Aktivität verzeichnete. Die Entwicklung bei Kirkland & Ellis ist besonders bemerkenswert, wie Bose hervorhebt: „There was a three-fold jump in the total number of deals advised by Kirkland & Ellis in Q1 2026 compared to Q1 2025 and resultantly, its ranking by volume jumped from 17th to the top position.“ Auch Sullivan & Cromwell konnte massiv zulegen. Bose erklärte: „Similarly, there was more than a five-fold jump in the total value of deals advised by Sullivan & Cromwell, lifting its ranking from 14th by value in Q1 2025 to top spot in Q1 2026.“
Weitere führende Kanzleien nach Dealwert sind White & Case, Clifford Chance, Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison und Latham & Watkins. Beim Transaktionsvolumen folgt Latham & Watkins auf Platz zwei, während Simpson Thacher & Bartlett, Paul, Weiss sowie Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom ebenfalls zu den aktivsten Akteuren zählen.
Insgesamt zeigt sich, dass insbesondere großvolumige Transaktionen eine zentrale Rolle für die Verschiebung der Ranglisten spielen. Mehrere milliardenschwere Deals, darunter sogenannte Mega-Deals mit einem Volumen von über zehn Milliarden US-Dollar, haben maßgeblich dazu beigetragen, dass einzelne Akteure innerhalb kurzer Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Die Analyse basiert auf umfassenden Datenbanken und kontinuierlicher Marktbeobachtung, wodurch ein detailliertes Bild der aktuellen M&A-Aktivitäten im Finanzsektor entsteht.
Themen: Ratings | Kommentare deaktiviert für M&A-Berater im Finanzsektor starten mit deutlichen Verschiebungen ins Jahr 2026
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