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Alles dicht mit ElringKlinger

Von Dr. Oliver Everling | 17.Juni 2016

Dr. Volker Wiedenhöft, Dipl.-Chemiker und Werkleiter der ElringKlinger AG in Runkel bei Limburg, erinnert an die Geschichte seines Unternehmens, die mit der Fusion von Elring und Klinger eine wichtige Etappe erreichte. Wiedenhöft erinnert an den Beginn der Metalldichtungen in den 1990er Jahren. Mit einem Umsatz von rund 100 Mio. € meldet sich innerhalb des Konzerns allein schon der Standort Runkel zu Wort.

„Wir haben die Stammmannschaft in der Rezession nach 2007 trotz Personalabbaus halten können. Heute beschäftigen wir wieder ungefähr 375 am Standort“, berichtet Wiedenhöft. Zylinderkopfdichtungen und Spezialdichtungen werden von Runkel aus in alle Welt geliefert. Fast in jedem Auto werden Dichtungen benötigt und meist sind es Dichtungen von ElringKlinger.

Wiedenhöft erläutert einige produktionstechnische Vorteile und Elemente des Produktportfolios. „Wir haben uns hier an diesem Standort spezialisiert auf Flachdichtungen“, berichtet Wiedenhöft. „Die Welt wird beliefert mit unserem Material, das aus Idstein oder aus Runkel kommt.“

„Wir sind in den letzten zehn Jahren sehr stark gewachsen“, berichtet Thomas Jessulat, seit 2016 CFO und seit 2005 bei ElringKlinger. Er berichtet von einem Umsatz der Gruppe von über 1,5 Mrd. €, mit dem ein EBIT von 135,2 Mio. € erwirtschaftet wird. Mit Produkten für einen effizienten Antrieb von Automobilen bewegt sich im Mittelpunkt eines der Megatrends der Automobilindustrie und bietet Lösungen an zur Optimierung des Verbrennungsmotors via Downsizing, für alternative Antriebskonzepte, für den Ersatz von Metall durch Kunststoff und zur Reduzierung von Emissionen.

Steigende Leistungsansprüche erfordern Produktanpassungen wie höhere Druckwerte in turbogeladenen Downsizing-Motoren sowie komplexes Hitzemanagement (z.B. Abschirmteile für den Motor). Die Reduzierung von CO2-Emissonen durch alternative Antriebssysteme beschäftigt ElringKlinger beispielsweise in Bezug auf die Energiespeicherung durch Batterietechnologie oder Energieumwandlung durch Brennstoffzellentechnologie. Hier kann ElringKlinger mit Zellkontaktiersystemen und Stacks aus einzelnen Brennstoffzellen aufwarten.

Cockpitquerträger werden bei ElringKlinger durch den Einsatz von Aluminium mit angespritzten Elementen aus Hochleistungskunststoff in ihrem Gewicht reduziert. Darüber hinaus bietet der Konzern faserverstärkte thermoplastische Kunststoffe (Organo-Bleche) an, u.a. für Türmodulträger oder für Seitenaufprallschutzelemente in Fahrertüren. Jessulat kommt auch auf neue Emissionsgrenzwerte zu sprechen, die verbesserte Abgasreinigungssysteme erforderlich machen.

Jessulat rechnet eine durchschnittliche Wachstumsrate seit 2005 von 12,3 % vor, ausgehend von einem Umsatz von 475 Mio. € in 2005, der auf 1,507 Mio. € in 2015 gesteigert werden konnte. Die Erfolgsgeschichte werde nicht nur durch Erschließung neuer Märkte, Einsatz einzigartigen Prozess-Know-hows, Einführung neuer Produkte für innovative Lösungen, Ausbau des bestehenden Produktportfolios und Sicherung der Marktführerschaft in profitablen und spezialisierten Nischen getragen, sondern auch durch gezielte Akquisitionen zur Ergänzung des Konzernwachstums: Firmen in der Abschirmtechnik, Dichtungen, Abgasreinigung, Werkzeuge, Kunststoffe, Brennstoffzellensysteme, Kunststoff-Wärmetauscher, Getriebesteuerplatten und Vertrieb von Hug-Produkten. „ElringKlinger wächst stärker als der globale Fahrzeugmarkt“, unterstreicht Jessulat.

Themen: Aktienrating, Unternehmensrating | Kein Kommentar »

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