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Bärenmarktstrategien im Bondbereich

Von Dr. Oliver Everling | 19.Juni 2012

Über Bärenmarktstrategien im Bondbereich sprach beim DVFA Asset Management Forum in Frankfurt am Main Reiner Back von der MEAG Munich Ergo Kapitalanlagegesellschaft mbH: Ultralange Anleihen zeigen zwar höhere Kursausschläge, aber geringere Kursauschläge pro Durationseinheit, zeigt Bakck auf.

Duration könne durch Spreads ersetzt werden. „Dort, wo man sie nicht braucht, kann auf Duration verzichtet werden“, sagt Back. Ein Spread am kurzen Ende sei in jedem Fall risikoloser als am langen Ende. Umsetzungsmöglichkeiten sieht Back z.B. in ABS, kurz laufende Corporates oder Emerging Markets. Die Chance liege darin, von einem Renditeanstieg weniger betroffen zu sein und eine höhere laufende Verzinsung zu erzielen.

Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Wiederanlagerisiken seien nicht zu vernachlässigen: General Motors sei vor 30 Jahren auch noch ein AAA-Risiko gewesen. Wer bis zur Endfälligkeit hält, müsse sich daher mit der Ratingmigration befassen.

Innerhalb der Hauptmärkte sieht Back Chance durch relative Outperformance. „Wenn man den Markt richtig lesen kann, kann man durch aktives Management Beiträge liefern“, macht Back klar. Mit Diversifikation innerhalb der Eurozone sei man „ganz schön auf die Füße gefallen“. Man wolle den Euro um jeden Preis zusammenhalten. Wenn aber die ganzen Hilfen in den betroffenen Ländern nicht helfen, würden diese sich lösen wollen. Umgekehrt könnte sich auch in den Geberländern der politische Wille ändern. Back fühlt als Deutscher die Außenseiterolle. „Alle Achtung vor Frau Merkel,denn sie muss den Druck wohl noch viel stärker spüren als wir“. In jedem Fall zahlen die Eurostaaten einen hohen Preis für den Zusammenhalt.

Back redet in jedem Fall der Diversifikation das Wort, denn Diversifikation wirke: „Die Schere geht auseinander, aber die Durchschnittsrendite blieb etwa gleich“, rechnet Back vor. „Haben wir aber wirklich einmal einen Ausfall, sieht die Rechnung natürlich anders aus.“

Themen: Anleiherating, Länderrating | Kein Kommentar »

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.