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Betriebswirtschaftliche Betrachtungen zum Social Credit Rating

Von Dr. Oliver Everling | 20.Dezember 2020

Welche Handlungsalternativen ergeben sich für Unternehmen mit Blick auf die Volksrepublik China nach Abwägung der Rahmenbedingungen und Restriktionen? Dieser Frage geht Thomas Pache in seinem Beitrag zum Buch „Social Credit Rating“ im Springer-Verlag nach.

Alternative 1 sei der „Verzicht auf Teilnahme am chinesischen Markt“: Abstinente Unternehmen müssen – zumindest kurzfristig – kein gesteigertes Augenmerk auf Gesetzeskonformität mit chinesischen Vorschriften legen, die Opportunitätskosten durch das außer Acht lassen eines solch großen und zukünftig noch wichtiger werdenden Marktes dürften mittel- bis langfristig jedoch gravierend sein.

Alternative 2 sei das „Abwarten – Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“ Hierdurch spare ein Unternehmen kurzfristig die Aufwendungen zur Identifizierung und Erreichung gesetzeskonformen Verhaltens, „wird aber höchstwahrscheinlich mittelfristig einen hohen wirtschaftlichen Preis, bis hin zur Aufgabe des Geschäftsbetriebs in China, zahlen müssen“, warnt Pache.

Paches Alternative 3 lautet „SCS-konforme Aufstellung des Unternehmens“: Diese Alternative scheine bei kurzfristiger Betrachtung die kostenintensivste zu sein, sie sei jedoch wahrscheinlich die langfristig einzige Erfolgversprechende, da heutige Verhaltensmuster (inkl. Schmiergeldzahlungen etc.) in einem funktionierenden SCS kaum noch realisierbar sein dürften.

Thomas Pache verantwortet den Bereich Cyberversicherungen bei einem großen skandinavischen Assekuradeur. Er beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit Technologierisiken und deren Absicherungsmöglichkeiten. Pache ist Mitglied in den Arbeitsgruppen Cyber und IT-Haftpflichtversicherungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sowie Dozent bei der Deutschen Versicherungsakademie (DVA) und Autor von Fachbüchern und Artikeln zu dieser Thematik.

In seinem Beitrag zum Buch „Social Credit Rating“ im Springer-Verlag wird das Thema des Sozialkrediratings aus konsequent betriebswirtschaftlicher Unternehmensperspektive beleuchtet. Zukünftig zu erwartende Risiken, Kosten aber auch die aus einem unbestechlichen Social Credit System resultierenden Chancen werden gegenübergestellt und Handlungsalternativen abgewogen um Unternehmensentscheidern einen ersten Überblick zu geben.

 

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