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China lässt weniger Gas ab

Von Dr. Oliver Everling | 5.April 2018

China gilt als der weltgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Bereits 2013 sagte China der Luftverschmutzung jedoch den Kampf an, verspricht Joyce Tan, Portfolio Specialist bei NN Investment Partners. „Konkret bedeutet das eine landesweite Begrenzung der Kohlenutzung,“ so Tan, „verschärfte Kontrollen von Stahl- und Aluminiumhütten und das Verbot von Kohle zum Heizen in Privathaushalten.“

Diese massiven Maßnahmen haben schon Wirkung gezeigt, recherchiert Tan: Laut Greenpeace ist die Konzentration des gefährlichen Feinstaubs der Partikelgröße PM 2,5 zwischen 2013 und 2017 im Durchschnitt um 33 Prozent gesunken. Zu Beginn dieses Jahres hat China – weltgrößter Importeur von Kunststoffmüll – die Einfuhr von Plastikmüll aus anderen Ländern untersagt.

Mit dem zunehmenden Engagement von Regierungen und der Privatwirtschaft für Nachhaltigkeit erlebt auch der Rentenmarkt eine rapide Zunahme der Emission von Green Bonds. Tan: „Dabei handelt es sich im Wesentlichen um normale Anleihen, allerdings mit dem Unterschied, dass sie für umweltfreundliche Investitionen genutzt werden.“

2017 war China schon der zweitgrößte Emittent von Green Bonds weltweit und übertraf damit traditionelle Vorreiter wie Frankreich. Nur die USA emittieren ein größeres Volumen. Nach Angaben der Climate Bonds Initiative legte China vergangenes Jahr Green Bonds im Wert von 37,1 Milliarden US-Dollar auf, sowohl in Form von Onshore- als auch Offshore-Anleihen.

Tan zieht einen Vergleich: Noch 2015 belief sich das Volumen auf nur eine Milliarde US-Dollar. Überdies gehen Chinas Unternehmen am jungen Green-Bond-Markt allmählich von inländischen Geldquellen und Interbankausleihungen zu Emissionen über, die auf US-Dollar oder Euro lauten.

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