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Coface ins Jahr 2011 mit neuer Spitze

Von Dr. Oliver Everling | 29.Dezember 2010

Mit dem 55jährigen Jean-Marc Pillu lenkt ein neuer Chef den internationalen Kreditversicherer Coface in das Jahr 2011. Er tritt an die Stelle von Jérôme Cazes, von dem über unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Strategie des Unternehmens als Grund seiner Ablösung berichtet wird.

Jean-Marc Pillu wurde am Institut d’Etudes Politiques de Paris (IEP) ausgebildet und verfügt über ein Diplom in Öffentlicher Wirtschaft. Von Pillu wird nun eine neue Geschäftsausrichtung erwartet, die mit der Strategie des Coface-Gesellschafters Natixis konform geht. Pillu wechselt vom Konkurrenten Euler Hermes; 1979 war er im französischen Transportministerium, von dort ging er ins Wirtschafts- und Finanzministerium. 1992 wechselte er zur Cogema (Compagnie Générale des Matières Nucléaires).

Zum Kreditversicherer Euler Hermes war Pillu Im Jahr 2000 gekommen , wo er in den Vorstand berufen und zum Chef der französischen Einheit Euler Hermes Sfac (2004 bis 2007) bestellt wurde. 2007 nahm er die Funktionen des Chief Financial Officer (CFO) in der Groupe Mornay war, einer der Hauptakteure im Bereich Sozialabsicherungen in Frankreich.

Jérôme Cazes nahm über viele Jahren in der Coface eine zentrale Führungsrolle in der Konzernspitze wahr. Die Bankengruppe Natixis konnte sich offenbar mit dem Vorhaben von Cazes nicht anfreunden, sich durch einen IPO von ihrer Tochter zu trennen.

Mit dem Abgang von Cazes steht zur Diskussion, inwieweit die Natixis noch bereit sein wird, die Coface als internationale Ratingagentur antreten und damit der politischen Forderung nach Alternativen zu den großen drei Agenturen nachkommen zu lassen. Cazes war ein erklärter Anhänger dieser Idee, Jean-Marc Pillu hat sich dazu bisher nicht öffentlich geäußert. Schon Mitte Dezember 2010 wurde berichtet, dass die Coface ihre Registrierungsprozesse als anerkannte Ratingagentur nicht wie von Cazes angedacht fortsetzen würde.

Themen: Anerkennung, Ratingagentur, Ratings | Kein Kommentar »

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  • Die meisten Unternehmen messen ihre Erfolge auch heute noch in Währungseinheiten, in Euro oder Dollar zum Beispiel. Dabei lassen sich die Einflussfaktoren des Erfolgs nicht allein an einer Zahl abbilden. Zur Steuerung von Investitionen reicht es einerseits nicht aus, Investitionen lediglich zu beschreiben, andererseits sind viele Umstände nicht kardinal zu skalieren. Klassifizierungen mit Ratingskalen sind daher eine Methode, mehr Transparenz für praktische Entscheidungen zu schaffen. Seit Ende der 1980er Jahre arbeiten wir daran und deshalb gibt es seit 1998 diesen Blog. RATING EVIDENCE GmbH - Wofür wir stehen: Es ist unser Anspruch, Werte zu schaffen, indem wir den Nutzen von Ratings erschließen.