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Cryan warnt vor Negativzinspolitik

Von Dr. Oliver Everling | 31.August 2016

„Europa war enorm erfolgreich“, sagt John Cryan von der Deutschen Bank auf der 21. Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“, die mit dem Handelsblatt und mit Unterstützung von accenturestrategy veranstaltet wird. Cryan weist darauf hin, dass die Wirtschaftskraft Europas insgesamt nach wie vor keine Parallele in Amerika oder Asien findet.

Mit Blick auf die Versuche der Geldpolitik, die Wirtschaftsentwicklung in Europa weiter anzukurbeln, warnt Cryan vor den potentiell schädlichen Wirkungen der Niedrigzinspolitik. Insbesondere seien die Wirkungen negativer Zinsen nicht ausreichend erforscht. „Der Transmissionsmechanismus negativer Zinsen funktioniert nicht“, ist sich Cryan sicher.

Für Versicherungen und Pensionskassen erodiere die Negativzinspolitik ihre Vermögensbasis. Neben der Revision der Zinspolitik sieht Cryan das Erfordernis, die Kapitalmarktunion zur Realität zu machen. Wichtig seien aber auch die Harmonisierung der Steuern in Europoa. Außerdem müsse mehr Flexibilität der Arbeitsmärkte erreicht werden.

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.