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Der Crash ist da

Von Dr. Oliver Everling | 23.Februar 2019

„Der Crash ist da“ ist nicht etwa die Schlagzeile einer Pressemitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern der Titel des neuesten Buches von Florian Homm und Moritz Hessel im FinanzBuch Verlag. Von der EZB wäre eine solche Meldung niemals zu erwarten. Wer einen solchen Titel wählt, widerspricht Darstellungen der Staatsmedien und positioniert sich außerhalb der Machteliten.

Das neue Buch knüpft gut an einen Bestseller an, der es bis in die Buchhandlungen und Büchereien von Kleinstädten geschafft hat: „Der Draghi-Crash„, das Buch, das vor zwei Jahren bereits den wirtschaftlichen Zusammenbruch prophezeite.

Wer beim Titel „Der Crash ist da“ also auch an den Draghi-Crash denkt, liegt richtig: Eigentlich gehört auf das Buch von Florian Homm ein Aufkleber „Krall Inside“, wie es Aufkleber „Intel Inside“ auf Personal Computers gibt, die in ihrem Inneren Chips von der Firma Intel führen, denn Dr. Markus Krall gehört zu den Autoren des Buches. Das dritte Kapitel „Von schwarzen Schwänen und chinesischen Fabelwesen“ stammt aus seiner Feder.

Neben Florian Homm, Moritz Hessel und Dr. Markus Krall wirkten auch noch Santina Berger und Raphael Hug am Entstehen des Buches mit, das sich deutlicher als die früheren Bücher von Florian Homm nun praktisch als Nebenprodukt des Börsenbriefes „Florian Homm Long & Short“ ergibt. Nach Verfolgung und dem Erlebnis einer 15monatigen Auslieferungshaft hat sich Florian Homm neu positioniert und berichtet gerne über Anlageerfolge, die er für jene Anleger bereithält, die seinen Empfehlungen folgen.

So dürfte für Crash-Propheten das Jahr 2018 glücklich zu Ende gegangen sein, denn die auf breiter Front verzeichneten Kursrückgänge in der zweiten Jahreshälfte überraschten doch viele Fondsmanager, die sich stets der herrschenden Meinung anschließen. Verluste mit deutlich zweistelligen Prozentsätzen dürften vielen Anlegern einen Vorgeschmack auf den Crash gegeben haben, von dem Florian Homm, Dr. Markus Krall und andere sprechen.

Noch ist die Wortbildung „Draghi-Crash“ nicht in den Duden aufgenommen worden. Dr. Markus Krall ist aber auf dem besten Wege, sich im Duden ein Monument zu schaffen: So spricht Florian Homm mit Blick auf die europäische Enteignungspolitik schon vom „Krall(en)-Faktor“.

Im Unterschied zu anderen Autoren begnügt sich das Autorenteam um Florian Homm nicht mit vagen Andeutungen und dunklen Prophezeiungen, sondern knüpfen an die makroökonomischen und politischen Analysen konkrete Handlungsempfehlungen und Anlagetipps. „Was Sie jetzt tun müssen“ ist daher der Untertitel dieses Buches, das von der Analyse des Marktumfeldes, der technologischen Trends, der Bedrohungen aus China usw. zu immer konkreteren Tipps und Hinweisen übergeht. So werden mögliche „Mega-Trades“ präsentiert wie auch im Kapitel 7 explizit einzelne Aktien für Stock-Picker diskutiert.

Im Schlusswort dürfte es Crash-Gläubige vielleicht überraschen, dass Florian Homm unter drei möglichen Szenarien von „Alles wird gut!“ bis „Kollaps!“ dem Szenario „Kuddelmuddel“ mit ca. 70 Prozent die höchste Wahrscheinlichkeit einräumt, während wir nur in einem von fünf Fällen mit Insolvenzen en masse, Währungsreformen, Kapitalflucht, Edelmetall-Hausse, Depression, Immobiliencrash und hohen Verlusten für Anleger zu rechnen hätten.

„Wir wollen hier den Teufel nicht an die Wand malen“, schreibt Florian Homm. Jedoch hält er es für möglich, dass ein „Kuddelmuddel“ schließlich doch im Kollaps endet. Das Buch trägt letztlich dazu bei, die Strategien von Investoren besser zu verstehen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit mit einem umfassenden wirtschaftlichen Crash rechnen.

 

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