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Einzelheiten zum Feri Zertifikaterating

Von Dr. Oliver Everling | 28.April 2009

Die Feri EuroRating Services AG kommt sehr stark aus der Fondsanalyse mit einer Kernkompetenz in der Beurteilung von Fonds, macht Dr. Tobias Schmidt, Vorstand der Ratingagentur aus Bad Homburg einleitend zu seinem Vortrag zum Zertifikaterating auf der 22. Feri Frühjahrstagung deutlich. „Im Vergleich zu den Fonds ist die Datenlage bei den Zertifikaten eine Katastrophe“, sagt Schmidt und liefert damit ein Argument, warum sich seine Agentur weniger forsch als andere Agenturen der Beurteilung von Zertifikaten angenommen hat. Die Einführung des Zertifikateratings trägt jedoch der Tatsache Rechnung, dass die Anzahl notierte Zertifikate schon 2008 mehr als 350.000 erreichte und seitdem der Markt trotz Krise nicht zusammengebrochen ist.

Discount- und Bonusstrukturen sind weiterhin am meisten verbreitet. Bonuszertifikate sind seit 2008 mit ca. 30 % rückläufig, eine Auswirkung der Marktrückgänge. Gleichzeitig nahmen Garantieprodukte stark zu, um dem Sicherheitsbedürfnis der Anleger Rechnung zu tragen. Indexzertifikate stagnieren, der Markt ist hier aber auch nahezu abgedeckt. Einfache Strukturen (Bonus-, Discount-, Garantie-, Index-, Basketzertifikate und Aktienanleihen) und komplexe Produkte (Outperformance- und sonstige Produkte) liegen etwa gleichauf, der Anteil einfacher Strukturen am Gesamtmarkt ist nur leicht steigend. Innerhalb der Anlageprodukte (ohne Hebel) werden einfache Strukturen immer beliebter. „Anleger wollen entweder kurze spekulative Investments oder verständliche Anlageprodukte“, so das Fazit von Schmidt zur Frage der Transparenz im Zertifikatemarkt.

Staatliche Rettungspakete bremsen den weiteren Anstieg der Credit Spreads, das zeigt die Entwicklung der Credit Spreads, die weiterhin auf hohem Niveau sind. Die Unsicherheit halte an, so Schmidt. „In Zukunft werden sicherlich mehr Anbieter mehr besicherte Produkte auf unterschiedliche Underlyings mit unterschiedlichsten Ausgestaltungen emittiert werden. Seit der Erholung der Aktienmärkte sind auch Hebelprodukte wieder attraktiver geworden. Anlageprodukte sind allerdings weiterhin beliebter als spekulative Hebelprodukte.

Das Zertifikaterating der Feri setzt seinen Fokus auf die Entscheidungshilfe bei der Produktselektion. Es geht um mittel-/langfristig orientierte Investoren mit ausgeglichenem Chance/Risiko-Profil. Die Zielgruppen sind auf verschiedenen Ebenen zu finden: Privatanleger, die sich für die Ratingnote interessieren, professionelle Anleger, die wie die Anlageberatung eine differenzierte Betrachtung nach Ratingindikatoren erhalten, und der Vertrieb, dem mit dem angesehenen Rating der Agentur ein Qualitätssiegel an die Hand gegeben wird (http://www.feri-zeritifkaterating.de/).

Voraussetzungen für ein freies (unsolicited) Rating ist die deutsche Vertriebszulassung, gelistet bei EUWAX oder Scoach, Typus und Underlying im Feri Ratinguniversum, Mindestrestlaufzeit von 180 Tagen und die Verfügbarkeit eines letzten gehandelten Kurses innerhalb der letzten fünf Handelstagen. Hinsichtlich des Emittenten werden Beurteilungen anhand von Credit Spreads und Bonitätseinschätzungen vorgenommen. Die Peergroup muss mindestens 20 vergleichbare Zertifikate umfassen, die die obigen Voraussetzungen erfüllen.

Produkt- und Emittentenqualität greifen im Feri Zertifikaterating zusammen. Chance und Risiko bestimmen die Einschätzung des Produktqualität. Die Emittentenqualität wird anhand der Erfahrung (Emissionserfahrung, Quote der Top-Ratings bei Produktqualität), Fairness (Mistrades, Häufigkeit der Preisfeststellung) und Stabilität (Credit Spreads und Bonität) beurteilt. Dr. Yann Samson, COO beim Feri Kooperationspartner financial.com, erläutert die Vorgehensweise bei der Simulation von Kursdaten: Für jedes Underlying werden 10.000 mögliche Kursverläufe simuliert (geometrische Brownsche Bewegung). Die Basis für die Simulation ist der aktuelle Kurs des Underlyings (Startwert), der risikolose Zins abzüglich der Dividendenrendite (Driftparameter) und die historische Varianz des Underlyings (Steuerung Zufallseinfluss).

Das Auszahlungsprofil der Zeritifikate wird für alle Kurssimulationen des Underlyings berechnet mit dem Ergebnis mit Renditen und Renditeverteilung der Zertifikate. Ratingrelevante Kennzahlen werden auf dieser Grundlage berechnet. Das Scoringmodell sieht eine Normierung zwischen 1 und 100 vor mit einer gewichteten Aggregation.

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