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Falsche Hoffnungen durch EZB-induzierte Börsenhausse

Von Dr. Oliver Everling | 30.März 2015

Eine Vielzahl von Finanzdienstleistern der nächsten Generation setzen auf den Vertrieb von Fonds über das Internet. In zahlreichen Finanzportalen werden per Mausklick Angaben zur Performance von Fonds geboten, aus den bisherigen Wertentwicklungen sogar eine Art „Rating“ gemacht. Diese Informationen sollen es Anlegern erleichtern, auch ohne Berater den richtigen Fonds zu finden.

Die bloße Wertsteigerung, wie sie in der Vergangenheit zu beobachten war, ist für sich genommen jedoch noch kein Garant für zukünftige Performance. Dieses Thema wird angesichts der geldpolitisch induzierten Kurssteigerungen an den Renten – und Aktienmärkten der letzten Jahre an Bedeutung gewinnen und möglicherweise noch viele Anleger in die Irre führen, die auf eine Fortschreibung der ungewöhnlichen Wertentwicklung mancher Fonds hoffen.

Jens Kummer, Managing Partner von Mars Asset Management aus Bad Homburg, kennt die Probleme: „Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen quantitativen und qualitativen Ratings. Die Prognosekraft quantitativer Ratings ist jedoch sehr gering“, warnt Kummer. „Wählt der Investor heute nach gewissenhafter Recherche einen top-bewerteten Fonds, so sagt dies rein gar nichts über dessen Qualität in den nächsten Jahren aus.“

„Ein gutes quantitatives Fondsrating zum Zeitpunkt des Fondskaufs gibt dem Investor somit überhaupt keine Indikation bzw. keinen Anhaltspunkt, künftig eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zu erzielen.“ Anders sieht Kummer die Möglichkeiten, mit einem qualitativen Fondsrating die Spreu vom Weizen zu trennen: „Die Trennschärfe und Prognosekraft qualitativer Fondsratings sehen wir wesentlich positiver.“

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