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Finanzdienstleister der nächsten Generation in Frankfurt

Von Dr. Oliver Everling | 13.Mai 2015

Regulation, Technologie, soziokulturelle Veränderungen und Kapitalflut für neue Geschäftsmodelle sind die Treiber einer Entwicklung, die Finanzdienstleister der nächsten Generation hervorbringen. Prof. Dr. Jürgen Moormann, ConCardis-rofessor für Bank- und Prozessmanagement und Leiter des ProcessLab an der Frankfurt School of Finance & Management führt in die Konferenz ein: Zum fünften Mal führt der Frankfurt School Verlag eine ausgebuchte Konferenz zum Thema „Finanzdienstleister der nächsten Generation“ durch.

Moormann skizziert die vielen Chancen, die sich für junge Unternehmer, aber auch Banken ergeben. Für Banken eröffnet sich die Chance der Erneuerung. DIe US-Unternehmen, aber auch asiatische Wettbewerber würden mit atemberaubender Geschwindigkeit neue Produkte entwickeln, berichtet Moormann und erwartet große Unsicherheit im Management etablierter Unternehmen. Die Konferenz liefert Ansätze und Anstöße zu den aufkommenden Fragen.

Die Konferenz nahm ihren konzeptionellen Ursprung in dem Buch von Oliver Everling und Robert Lempka (Herausgeber): Finanzdienstleister der nächsten Generation: Die neue digitale Macht der Kunden, 1. Auflage Frankfurt am Main 2013, Frankfurt School Verlag, 462 Seiten, ISBN 978-3-940913-62-3. Zum Jahresende 2015 wird es ein weiteres Buch im Frankfurt School Verlag zu diesem Thema geben.

„Die Auswahl und Überwachung sind entscheidend bei Investitionen“, spricht Prof. Dr. Michael Koetter, Professor of Banking and Finance an der Frankfurt School eine Rolle an, die (auch) Banken zukommt. Informationsasymmetrien bei jungen, intransparenten Firmen, Pecking-Order der Kapitalstruktur, Relationship Lending, Kreditangebotsbeschränkungen bei gestressten Banken usw. sind Stichworte für das, was Firmen zum Crowd Funding (CF) bewegt.

Koetter erläutert seinen Forschungsansatz, mit dem Firmen mit und ohne CF und Banken mit und ohne Krisengeschichte analysiert werden u.a. unter der Annahme, dass junge Firmen ihre Bankbeziehung nicht abhängig von Stressindikatoren auswählen. Mit einer kontrafaktischen Stichprobe aus jungen FIrmen, welche nicht CF genutzt haben (alle Mitglieder des Bundesverbandes Deutsche Statups, BDS). Equity CF ahnelt Aktienhandel mit regulatorischen Hürden. In Deutschland handle es sich nicht um echtes Eigenkapital (Umsatzbeteiligung, keine Stimmrechte). Es besteht keine Prospektpflicht, wenn Angebote p.a. < 100 k €). Koetter stützt sich auf die Untersuchungen von Daniel Blaseg, der seit 2011 die Daten über CF-Plattformen, Bundesanzeiger, Bürgel, Bankscope und Creditreform erfasste. Koetter legt ausführlich weitere Einzelheiten seines Forschungsansatzes offen. Koetter ermittelt, dass es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Unternehmen gebe, die sich von einer „gestressten“ oder „nicht gestressten“ Bank Geld holen. Die Unterschiede zwischen den Gruppen seien gering. „Hat es einen Einfluss auf meine Finanzierungsentscheidung, wenn sich herausstellt, dass meine Bank gestresst ist?“ Unternehmen, die als schlechte Kreditrisiken eingestuft werden, nutzen mit höherer Wahrscheinlichkeit CF. Große junge Unternehmen und solche, die viele „tangible assets“ haben, nutzen CF weniger. „Die Frage, ob ich an einem gestressten Banker hänge, ist irrelevant für die Erfüllung dieser Finanzierungsform, aber doch für die Wahl des CF“, analysiert Koetter und hängt ähnliche Ergebnisse bei alternativen Indikatoren an. Junge Unternehmen mit Beziehungen zu gestressten Banken, so eine Schlussfolgerung von Koetter, dürfen CF als ernstzunehmende Alternative sehen. Sie haben eine rund 18 % höhere Wahrscheinlichkeit, CF zu nutzen. Aber sie zeichnen sich durch schlechtere Kreditratings, kleinere FIrmen und weniger materielle Vemrögenswerte aus. Sie könnte auf schlechtere Qulität der Firmen hinweisen oder (unbeobachtete) ungewöhnliche Erträge relativ zu einer Benchmark.

Themen: Bücher, Veranstaltungen | Kein Kommentar »

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