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Ganzheitliche Steuerung von ETF-Portfolios

Von Dr. Oliver Everling | 11.Mai 2011

Ein idealer Portfolio-Steuerungsprozess zeichnet sich dadurch aus, dass er zu jedem Zeitpunkt eine – vor dem Hintergrund der bestehenden Anlageziele und -restriktionen – optimale Allokation des Anlagevermögens bewirkt. Dies erläutern Prof. Stefan Mittnik, PhD, und Dr. Sven Christiansen in ihrem Beitrag "Ganzheitliche Steuerung von ETF-Portfolios" zum Buch "Exchange Traded Fund Rating" (herausgegeben von Dr. Oliver Everling und Götz Kirchhoff, Art.-Nr. 22.472-1100 Bank-Verlag Medien GmbH, ISBN 978-3-86556-257-9, http://www.bank-verlag-shop.de/product_info.php/products_id/3030).

“Während Investieren traditionell eher Sequenzen diskretionärer Entscheidungen darstellten,” so die Autoren weiter, “beobachten wir heute eine zunehmende Systematisierung und quantitative Unterfütterung von Investmentprozessen.” Die moderne Portfoliotheorie nach Markowitz sei eine wesentliche Triebfeder für diesen Trend, da sie erstmalig die Zusammenhänge zwischen Rendite, Risiko und Diversifikation in einer verständlichen und mathematisch zugänglichen Weise darlegte und – in Verbindung mit spezifischen Annahmen – zeigte, wie aus einem gegebenen Anlageuniversum ein nach Rendite- und Risikogesichtspunkten optimales Portfolio konstruiert werden kann.

“Während die Markowitz-Theorie die Lösung einer statischen Einperiodenoptimierung liefert,” analysieren Mittnik und Christiansen, “hat ein ganzheitlicher Portfolio-Steuerungsprozess eine weit umfassendere Zielsetzung. Zunächst ist zu beachten, dass es sich bei einem Investmentprozess typischerweise um ein dynamisches Optimierungsproblem handelt, dessen Ergebnisse auf Änderungen von Marktgegebenheiten und Anlegerpräferenzen angemessen reagieren. Zum anderen müssen die notwendigen Prozesskomponenten etabliert werden; dazu gehören: die Spezifikation von Anlagezielen und -restriktionen, die Festlegung bzw. Anpassung des Anlageuniversums, die Definition und laufende Bestimmung der benötigten Inputparameter, die Ermittlung der sich daraus ergebenden optimalen Portfoliogewichte sowie das laufende Monitoring des Anlageerfolgs.” Darüber hinaus gelte es, diese Komponenten schlüssig miteinander zu verknüpfen, so dass zum Beispiel Risikorestriktionen, Inputparameter und die zu optimierende Zielfunktion kompatibel sind.

Ausgehend vom klassischen Markowitz-Ansatz diskutieren Mittnik und Christiansen in ihrem Beitrag zum Buch “Exchange Traded Fund Rating”, welche Herausforderungen bei der Entwicklung eines ganzheitlichen Portfolio-Steuerungsprozesses in der Praxis auftreten und wie diese in Angriff genommen werden können. Dabei konzentrieren sie sich auf die Frage der Bestimmung der erforderlichen Inputparameter, wenn „typische“ Anlageziele und realistische Finanzmarkteigenschaften unterstellt werden. Bei der praktischen Umsetzung haben sie konkret ein Anlageuniversum im Auge, das ausschließlich in Exchange Traded Funds (ETFs) investiert.

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