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Geringe Aussagekraft der Porsche-Daten

Von Dr. Oliver Everling | 19.Juni 2008

Die Porsche Automobil Holding SE hat am 18. Juni 2008 Eckdaten zur Entwicklung der ersten zehn Monate des Geschäftsjahres 2007/2008 vorgelegt. Aus analytischer Sicht sind die von Porsche veröffentlichten Eckdaten nur von geringer Aussagekraft, stellen die Analysten aus dem Research der DZ BANK fest. „Wir belassen unseren CRESTA-SCORE für Porsche unverändert bei A“.

Im Zeitraum August 2007 bis Mai 2008 steigerte der Sportwagenhersteller den Konzernumsatz um 0,7% auf 6,02 Mrd. Euro. Der Absatz legte um 3,1% auf 82.025 Fahrzeuge zu. Die Cayenne- Baureihe konnte mit einem Absatzzuwachs von 46,5% den lebenszyklusbedingten Rückgang der 911er-Reihe (-14,9%) sowie der Boxter-Baureihe (-20,4%) kompensieren, berichten die Analysten aus dem Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken. In regionaler Hinsicht legte der Fahrzeugabsatz außerhalb der Stammmärkte USA und Deutschland um 6,2% zu. Insbesondere China trug hierzu mit einem Anstieg um 152,2% bei, geben die Analysten der DZ BANK die Fakten weiter.

In den USA und Kanada wurde ein Absatzplus von 2,1% erzielt. In Deutschland lag der Fahrzeugabsatz in der Betrachtungsperiode um 5,3% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Wenig konkret äußerte sich Porsche mit Blick auf die Ertragsentwicklung. Der Sportwagenhersteller teilte lediglich mit, dass das Ergebnis zum 31. Mai 2008 auf dem Vorjahresniveau liegt. Für das Gesamtjahr rechnet Porsche damit, dass „wiederum ein gutes Ergebnis“ erzielt werde. Der Gesamtertrag des Geschäftsjahres wird wesentlich beeinflusst von der Ergebnisentwicklung von Volkswagen sowie von Kurssicherungsgeschäften im Zusammenhang mit der Beteiligungsaufstockung an VW.

Mit Blick auf die erforderlichen Genehmigungen hatte die EU-Kommission mitgeteilt, die Entscheidung bis 23.07.2008 zu treffen. „In dem neu entstehenden Porsche-Konzernverbund gehen wir davon aus, dass Volkswagen, aufgrund der Größe, das bedeutendste Asset für die Bonitätsbewertung darstellt. Auf aktueller Informationsbasis lässt sich allerdings noch keine abschließende Bonitätseinstufung treffen“, warnen die Experten von der DZ BANK.

Mit Blick auf den Refinanzierungsbedarf aus dem Absatzfinanzierungsgeschäft von Volkswagen sehen die Analysten einen starken Anreiz, die Transaktion zur Finanzierung der Aufstockung der Volkswagen-Beteiligung so zu strukturieren, dass ein Rating für Volkswagen im A-Bereich erhalten bleibt. „Das aufgrund der unvollständigen Informationslage nicht auszuschließende Downside-Risiko sehen wir jedoch auf eine Einordnung in den oberen BBB-Bereich beschränkt.“

Nach Vorlage weiterer Informationen beispielsweise über die Höhe der Aufstockung und den Finanzierungsmix wollen die Analysten von der DZ BANK die Auswirkungen auf das Bonitätsprofil erneut überprüfen. „In dem aktuellen Umfeld sehen wir die offenen Fragen in den CDSPrämien von Porsche mittlerweile reichlich eingepreist. Marktteilnehmer befürchten derzeit insbesondere, dass die Nachfrage nach Porsche-Protection im Zusammenhang mit der Finanzierung der Aufstockung der VW-Beteiligung steigen könnte. Wir erwarten daher keine Outperformance des Porsche-CDS, bevor weitere Informationen zur Finanzierung der Beteiligungsaufstockung an VW bekannt sind.“ Die Relative-Value-Einstufung für den Porsche-CDS lautet – so das Fazit aus dem Bericht der DZ BANK – „Marketperformer“.

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