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Griechen nicht mehr auf Konsolidierungskurs

Von Dr. Oliver Everling | 9.Mai 2012

Die Feri EuroRating Services AG lässt im Mai die Credit Ratings aller analysierten Länder unverändert. Weder die jüngsten konjunkturellen Entwicklungen in den Krisenländern der Eurozone noch die Wahlen vom Wochenende bieten nach Angaben der Ratingagentur aus Bad Homburg einen Anlass für eine neue Bewertung der Bonitätsrisiken einzelner Länder der Eurozone.

„Insbesondere Spanien ist wegen trüber Wirtschaftsaussichten in den letzten Wochen zunehmend in den Fokus der Finanzmärkte geraten, was sich an den gestiegenen Zinsen auf spanische Staatsanleihen ablesen lässt“, berichtet Axel D. Angermann, Leiter Economics, Feri EuroRating Services AG. Angesichts des Platzens der spanischen Immobilienblase hatte sich zwar das Feri Rating für Spanien von Mitte 2007 bis April 2010 kontinuierlich verschlechtert. Allerdings liegt es seither konstant bei C, der untersten Stufe des Investment Grades. Als Grund dafür geben die Analysten der Ratingagentur an, dass sich die Wirtschaftsleistung in den letzten beiden Jahren zwar schwach entwickelte, gleichzeitig aber auch das Haushaltsdefizit und das Leistungsbilanzdefizit Spaniens abgebaut wurden. „Zudem wirken die bereits eingeleiteten Strukturreformen positiv auf die prognostizierte Wirtschaftsentwicklung“, fügt Angermann hinzu, „und damit dem negativen Effekt auf das Rating entgegen, der von der aktuellen Rezession ausgeht.“

Auch für die beiden Euroländer, in denen am Wochenende gewählt wurde, ändert sich die Bonitätseinschätzung nicht. In Frankreich, das bereits seit April 2010 nur noch mit der zweithöchsten Ratingnote AA von Feri bewertet wird, haben sich die grundlegenden Aussichten der Wirtschaft durch die Wahl nicht verändert. „Dementsprechend bleibt auch das Bonitätsrisiko gleich. In Griechenland zeigt die Wahl lediglich,“ beobachtet Angermann, „dass der bisherige Konsolidierungskurs keine hinreichende Unterstützung mehr hat. Unter realistischen Annahmen bleibt die Entwicklung der griechischen Staatsfinanzen damit bei weitem nicht tragfähig.“

Feri erwartet daher nach wie vor ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion, wobei in diesem Fall das Risiko eines erneuten Zahlungsausfalls sehr hoch ist. Angermann: „Das Rating für Griechenland bleibt daher nur eine Stufe oberhalb des Defaults bei E-.“

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