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Inflation als Retter der Staatsverschuldung

Von Dr. Oliver Everling | 3.September 2013

„Die Fed-Politik ist sicherlich ein Vorbild für Zentralbanken in anderen Währungsräumen“, sagt Prof. Dr. Thorsten Polleit auf dem „Deutsche Böörse ETF-Forum 2013″ in Frankfurt am Main. Polleit ist Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel, skizziert die Risiken der aktuellen Geldpolitik für die Volkswirschaften. Es sei beabsichtigt, die Zinsen und Geldmengen so zu steuern, dass einerseits die Zinsen nicht so hoch werden, dass sie Wachstum und Beschäftigung durch fehlende Investitionsneigung abwürgen, auf der anderen Seite aber doch so hoch, dass sie die Inflation nicht ausufern lässt, aber doch die Entwertung der Ersparnisse ermöglicht.

Die Geldmengevermehrung treibe unzweifelhaft die Preise auf Dauer nach oben. Die Bankkredite wachsen stärker als die Wirtschaftsleistung. Dies zeigt der Blick auf das Bruottinlandsprodukt und die Bankkredite in den USA. Das sei schon seit Beginn der 1990er Jahre so, berichtet Polleit anhand der Statistik. Die Volkswirtschaften bewegen sich daher systemantisch in eine Überschuldungssituation weiter hinein.

Die Geldmengenausweitung treibe auch den Goldpreis in der langen Frist. In der frühen 1990er Jahren – unter dem Einfluss der Goldverkäufe der Zentralbainken – sei dieser Zusammenhang unterbrochen gewesen, mündete aber in den Übertreibungen in den letzten Jahren.

„Die Chancen und Risiken, die sich aus meinen Überlegungen ableiten lassen, erfordern ein Investitionskonzept mit handhabbaren Prinzipien. Aktien bleiben die beste Strategie von allen, denn gute Unternehmen können mehr Rendite erwirtschaften, als durch die Geldentwertung aufgezehrt wird“, sagt Polleit. Allerdings sei auch ein gutes Investment dann unvorteilhaft, wenn es zu teuer eingekauft werde. Der US$ werde  im Vergleich zu RMB oder Yen weiterhin „die Nase vorn haben“, so die Worte von Polleit.

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  • Die meisten Unternehmen messen ihre Erfolge auch heute noch in Währungseinheiten, in Euro oder Dollar zum Beispiel. Dabei lassen sich die Einflussfaktoren des Erfolgs nicht allein an einer Zahl abbilden. Zur Steuerung von Investitionen reicht es einerseits nicht aus, Investitionen lediglich zu beschreiben, andererseits sind viele Umstände nicht kardinal zu skalieren. Klassifizierungen mit Ratingskalen sind daher eine Methode, mehr Transparenz für praktische Entscheidungen zu schaffen.