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Investment Consulting im institutionellen Asset Management

Von Dr. Oliver Everling | 19.August 2012

Bastian Runge legt eine Konzeption und empirische Analyse mit globaler Perspektive unter besonderer Würdigung der Manager Selection im Uhlenbruch Verlag vor (ISBN 978-3-933207-78-4, Band 28 aus der Reihe „Portfoliomanagement“, herausgegeben von Prof. Dr. Lutz Johanning, Prof. Dr. Raimond Maurer und Prof. Dr. Markus Rudolf). Runge ist Executive Director bei UBS Deutschland AG in Frankfurt am Main und Head Consultant für Deutschland, Österreich und Osteuropa bei UBS Global Asset Management. Die Arbeit ist einfach und überzeugend strukturiert, denn sie beginnt mit der Einleitung mit der üblichen Skizze der Problemstellung und des Gangs der Untersuchung, der konzeptionellen Basis, den Bestimmungsdimensionen der Nachfrage, den Leistungskomponenten des Angebots, den Bestimmungsdimensionen des Umfelds und der Interaktion und endet mit einer empirischen Untersuchung des Investment Consultings und schließlich einer Gesamtzusammenfassung mit Implikationen und Ausblick. Unter „konzeptioneller Basis“ ist hier ein definitorischer Teil zu verstehen mit Begriffsbestimmungen und Einordnungen.

Der wissenschaftliche Wert der Arbeit von Runge liegt einmal in der Reflexion der bisher zu diesem Thema vorliegenden, insbesondere angelsächsischen Literatur, zum anderen in der explorativ-vergleichenden Querschnittsanalyse. Runge legt sein Vorgehen detailliert dar, so dass genau nachvollzogen werden kann, wie die befragten Marktteilnehmer angesprochen und von diesen Antworten online gegeben wurden.

In Bezug auf die teilnehmenden Investment Consultants beansprucht Runge Repräsentativität seiner Ergebnisse. Sein primäres Forschungsziel ist ansonsten die Aufdeckung von Strukturen und Zusammenhängen zur Erkundung von Hypothesen und nicht eine populationsbeschreibende Erhebung. Runge zeigt eine Reihe von Implikationen seiner Arbeit für die Praxis auf, so dass der Titel nicht nur Anstoss zu weiterer wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit diesem bisher wenig erforschten Thema geben sollte, sondern auch bei Asset Managern, institutionellen Anlegern und Investment Consultants Früchte tragen könnte.

Da das Buch die Rolle von Investment Consultants ausführlich analysiert, bleiben für die künftige Forschung die Möglichkeiten von Ratingansätzen zu vertiefen. Scoring-Instrumente in der Theorie werden von Runge ebenso angesprochen wie ein Credit Points-System für die Praxis. Wie sich aber Investment Consultants in Konkurrenz oder komplementär zu objektivierenden Asset Manager Ratings und Fondsratings verhalten und Ratings von Depotbanken und Master-KAGen zu optimierten Entscheidungen führen, bleibt künftigen Arbeiten vorbehalten.

Themen: Bücher, Depotbankrating, Fondsrating, Master-KAG Rating, Rezensionen | Kein Kommentar »

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