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ISM sorgt für Leadership in Frankfurt

Von Dr. Oliver Everling | 11.März 2008

„Die International School of Management ist in Frankfurt angekommen“, sagt Prof. Dr. Winfried Schlaffke, Präsident der ISM, bei der Eröffnungsfeier der neuen, repräsentativen Räumlichkeiten zentral im Frankfurter Sachsenhausen. Private Initiativen würden gut zu Frankfurt passen, sagt der Chef der privaten Hochschule aus Dortmund, die sich inzwischen Ansehen weltweit verschaffen konnte. Die ISM ist u. a. auch durch das IRCF Institut für Rating und Corporate Finance im Mittelstand an der International School of Management bekannt geworden, das von Prof. Dr. Diethard B. Simmert geleitet wird. So finden auch Ausbildungen mit dem Ziel der Zertifizierung zum „Certified Rating Analyst“ statt.

Führung bedeutet u. a. die Ausübung von Autorität, sagt in seinem Vortrag „Leadership“ Hans-Dieter Wysuwa, Senior Vice President Managing Director Germany, Fujitsu Siemens Computers GmbH. Leadership sei praktiziertes Verhalten im Management, das dazu führt, eine große Organisation zielgerichtet und ganzheitlich zu ihrer Höchstleistung geführt werden. Shackleton erwähnt er als Vorbild. Nach Schiffbruch führt er seine ganze Mannschaft aus dem Eis, ohne einen einzigen Mann zu verlieren.

Mitarbeitersituationen, verlorene Aufträge, Probleme in Projekten, Krisen, Zeiträuber, privates Umfeld, Gesundheit, Gesellschaft, [Ä]ngste, Unsicherheiten, eigene Werte und Erziehung stehen neben Anforderungen bezüglich Umsatzerfüllung, Lagerproblemen, Kundenzufriedenheiten, Erfolgen, usw. gegenüber. „Führungskräfte in Deutschland haben noch nicht verstanden, dass ihr Daseinsgrund darin besteht, dass Dinge nicht so laufen, wie sie sollen“, sagt Wysuwa. Die Existenzberechtigung des Managements bestünde doch gerade darin, dass das Management Probleme löse.

Wysuwa zählt sieben Merkmale eines starken Führungskaders auf: Als echte Gemeinschaft denken und handeln, motivierende Arbeitswelt, starke Führungsimpulse, Vertrauen und Vorhersagbarkeit, Fairness, Disziplin und Standards nennt er als Beispiele. Umgekehrt seien Merkmale für schwache Führungskräfte zu identifizieren. Der „nette Chef“, der „Einzelkämpfer“, der „Herrscher“ oder der „Unsichtbare“ seien Prototypen schwachen Führungsverhaltens.

Anhand der LMQ-Studie können Unterschiede zwischen Top- und Durchschnitts-Führungskräften identifiziert werden, verweist Wysuwa auf Untersuchungen. Leadership sei die Fähigkeit eines einzelnen, jeden Tag andere zu beeinflussen, zu motivieren und zu lenken, um zur Effektivitiät und Erfolg einer Organisation beizutragen. „Niemand hat behauptet, dies sei einfach!“

In seinem Vortrag „Strategisches IT-Management der öffentlichen Verwaltung als politische Aufgabe“ geht Harald Lemke, Staatssekretär vom Hessischen Ministerium der Finanzen, auf die aktuelle Lage der Hessischen Landesregierung erwartungsgemäß nicht ein. Er kommentiert die jüngsten Vorgänge aber immerhin mit dem Satz: „Nichts ist so schlimm, dass es nicht doch als schlechtes Beispiel taugt.“

Öffentliche und private Dienstleistungen müssen eine Symbiose eingehen, um dem Land zu dienen. Politik und Wirtschaft hätten sich immer weiter voneinander entfernt. Politik müsse wissen, wie die Wirtschaft funktioniere. Umgekehrt müssten auch in der Wirtschaft mehr Kenntnisse über politische Vorgänge eingefordert werden. Managementabläufe und Entscheidungen im öffentlichen Dienst seien für viele Unternehmen ebenso wichtig wie Management in Unternehmen.

Öffentlicher Dienst und Wirtschaft hätten unterschiedliche Zielsetzungen. Ein erster Schritt hin zu einem guten Zusammenwirken sei es, dies zu verstehen. Die Verwaltung exekutiere Gesetze, deshalb heiße sie ja Exekutive. Verwaltung sei durch Recht und Gesetz definiert, das mache den Rechtsstaat aus. Es gebe eine Tendenz dahin, dem Staat mehr zuzutrauen, als er wirklich kann. In Befragungen zeige sich immer wieder, dass nach staatlichen Lösungen gerufen werde.

Wenn es um das eigene Schicksal gehe, fallen dagegen die Entscheidungen oft anders aus: Private statt öffentliche Krankenhäuser, private statt öffentliche Hochschulen. Die Anspruchshaltung steige, während gleichzeitig die Möglichkeiten des Staates zurückgingen, immer steigende Ansprüche zu finanzieren. Die Verschuldung werde innerhalb der EU immer mehr zu einem Standortproblem. Besser und effizienter zu managen, sei daher eine wachsende Herausforderung des Staates.

Auch in der öffentlichen Verwaltung müsse man mit weniger Personal und weniger Geld mehr leisten, so dass sich die Anforderungen an die Beamten wandeln. Lenke weist darauf hin, dass Deutschland zunächst einmal horizontal definiert sei, nämlich durch Bund, Länder und Kommunen. Außerdem gebe es das Ressortprinzip, so dass es eine vertikale Trennung zu beachten gelte. Wer sich in der öffentlichen Verwaltung mit IT beschäftige, werde bald mit Interessen konfrontiert, die auf die Trennung wert legen.

Die Väter der Verfassung hätten eine Aufgliederung in Länder und Gemeinden gewollt. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien zielten aber genau auf die Überwindung von Barrieren und Hindernissen. Austausch von Daten sei eine der Grundideen neuer Technologien. Der Antragsteller für eine Unternehmensgründung solle künftig nur noch einen Ansprechpartner in der öffentlichen Verwaltung haben – das sei die Vision. Kommunale Selbstverwaltung, Registergericht usw. sind bei einer Existenzgründung zu koordinieren. „Wird die richterliche Unabhängigkeit beeinträchtigt, wenn sein PC von der Finanzverwaltung administriert wird?“ Solche und weitere Blüten treibe die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Anforderungen.

Wenn die Politik die Technik von heute betrachte, sei die Technik schon weiter, wenn die Politik schließlich entschieden habe. Noch heute gelte die Faustregel, dass sich die technischen Möglichkeiten etwa alle 18 Monate verdoppeln würde. „Muss ein PC genauso geschützt werden wie Haus und Hof?“ Der Staat hat Grundrechte zu gewährleisten und Werte abzuwägen.

„Natürlich brauchen wir Standards“, so laute der Konsens, aber: „�?� solange es meine sind.“ Der Flickenteppich öffentlich-rechtlicher Ideen könne nur mit einer klaren Ansage aus der Politik neu gestaltet werden. So sei in Hessen ein neuer Weg beschritten worden. Auch in Hessen seien die „Bauchschmerzen“ geäußert worden, sich auf neue Standards einzulassen. Verwaltungsmodernisierung sei aber ein Anliegen „von ganz oben“. Saubere Abgrenzung gemeinsamer Standards, welches sind die politischen Ziele, was werde eigentlich gewollt – das seien Ausgangsfragen einer Standardisierung. Die Standardisierung der Infrastruktur spare Geld, das für weitere notwendige Projekte freigesetzt werden konnte.

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