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Klinz setzt auf Selbstregulierung und Transparenz

Von Dr. Oliver Everling | 20.Oktober 2008

„Sie buhlen um die Gunst ein und desselben Retailinvestor“, sagt Dr. Wolf Klinz, MdEP auf dem „Deutsche Derivate Tag ’08“ in Frankfurt am Main mit Blick auf die verschiedenen Produktanbieter. Entsprechend würde von diesen Lobbyarbeit geleistet. Klinz wendet sich aber gegen die Vorstellung, dass nur staatliche Regulierung zielführend sein könne, sondern spricht vielmehr der Selbstregulierung das Wort, die sich an Transparenz, Anlegerinformation und klaren Rahmenbedingungen das Wort.

„Gehen Sie in einen konstruktiven Dialog“, ruft er den Teilnehmern des Fachkongresses zu. „Die Politik ist nicht drin in der Materie.“ Durch das Rating sei wertvolle Vorarbeit geleistet worden. Klinz lobt die Ansätze, die mit wissenschaftlicher Fundierung im Rating entwickelt wurden, um auch Zertifikate zu durchleuchten. „Viele von denen, die jetzt gebeutelt sind, haben die Produkte gekauft mit der Erwartung, dass ihnen nicht viel passieren könne“, sagt Klinz.

Fazit von Klinz: Die Entwicklung der Finanzkrise hat zu einer gewandelten Einstellung geführt. Er hoffe, dass man nun nicht über Bord gehe. „Wir müssen was tun, was Transparenz und Wissen angeht“, fordert Klinz. „Financial and economic literacy“ seien wichtige Schlagworte. Viele würden mangels Bildung mit falschen Vorstellungen in Finanzprodukte investieren. Hier fordert Klinz aufzuholen.

„Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich“, kritisiert Dr. Hartmut Knüppel, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Derviate Verbands e.V., den Ausspruch von Walter, dass man den Hunden nicht überlassen dürfe, den Wurstvorrat zu verwalten. Bei den Derivaten stünden eine ganze Reihe von Anbietern in einem scharfen Wettbewerb zueinander. Knüppel pflichtet Klinz darin bei, die Möglichkeiten der Selbstregulierung zu nutzen.

Das Expertenwissen müsse miteinander in Verbindung kommen. Die staatliche Regulierung dürfe nicht strikt genommen und die Selbstregulierung völlig ausgeschlossen werden. Produkttransparenz liege auch im eigenen Interesse der Branche. Nur wenn Anleger fair beraten würden, könne es gelingen, die Anleger, die wir haben, zu halten und neue zu gewinnen.

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