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Konjunktur- und Finanzmarktausblick 2014

Von Dr. Oliver Everling | 13.Januar 2014

Keinem einfachen Thema widmet sich Chefvolkswirt Dr. Michael Heise von der Group Public Policy & Economic Research der Allianz SE auf der Jahresauftaktveranstaltung im eff European Finance Forum e.V. in Frankfurt am Main: dem Konjunktur- und Finanzmarktausblick 2014.

„Der Ausblick ist heute viel besser als Anfang 2013. Wir haben eine sehr positive Entwicklung gesehen.“ Heise glaubt, dass insbesondere auch die positiven Signale von den Finanzmärkten zur Belebung beitrugen. „Die Rezession ist überwunden, aber die Staatsschuldenkrise ist noch da“, fügt Heise seinem Optimismus gleich auch eine kritische Bemerkung hinzu.

Die konjunkturelle Temperatur sei in den USA jedenfalls viel besser als das derzeitige Wetter dort. Niedrige Energie- und Lohnstückkosten seien.wichtige Wettbewerbsvorteile für die USA. „Ab Februar wird wieder über die Schuldenkrise diskutiert. Die Republikaner haben aber erkannt, dass sie sich damit selbst schaden.“

Abenomics in Japan greifen, glaubt Heise. Die Wirtschaft sei aus der Deflation herausgekommen. Der private Verbrauch sei angesprungen. Allerdings sei von Reformen nicht viel zu sehen. Daher könne es sich in Japan auch um ein Strohfeuer handeln.

Bei den Schwellenländern sieht Heise ein geringeres Tempo im Konvervenzprozess. Der Aufholprozess sei zwar störanfällig. Sicher sei aber, dass die Schwellenländer weiterhin schneller wachsen als die Industrieländer.

Die Stimmungsindikatoren wiesen nach der berühmten Rede von Draghi gleichermaßen in Europa nach oben. Sogar einige Krisenländer werden wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Ein Problemfall bleibe Frankreich, über das zwar schon eine große Debatte geführt wurde, die sich nicht wirklich in den letzten Jahren zeigte. Neuerdings sieht Heise aber Zeichen, dass Frankreich hinterherhinkt: „Kein Absturz, aber Wachstumsschwäche.“

Deutschland signalisiere mit seinen Indikatoren zwar keine überschäumende, aber eine positive Entwicklung. Der Wachstumskurs sei zurück. Auch würden wieder Wohnungen gebaut, was ein sehr wichtiger Faktor sei. „Es ist für mich ein großes Rätsel, dass alle Deutschland loben, aber es wird nicht investiert.“ Hier sieht Heise eine wichtige Rolle der Politik. Die Bedingungen für private Investitionen seien zu verbessern, insbesondere durch steuerliche Maßnahmen.

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