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Konjunkturende erkennen

Von Dr. Oliver Everling | 14.Februar 2017

„Es ist nicht einfach, das Ende eines Konjunkturzyklus zu prognostizieren“, sagt James Swanson, CFA, MFS Chief Investment Strategist. Er sieht aber eine Reihe von Warnsignalen, auf die es zu achten gilt, um das Ende rechtzeitig zu erkennen: 1. abnehmende Gewinnmargen und abnehmender Anteil der Gewinne am BIP, 2. deutlich mehr Fusionen und Übernahmen, 3. steigende Zinsen, 4. ein starker US-Dollar, 5. eine „Story‘‘, die trotz nachlassender Fundamentaldaten ein Andauern des Zyklus rechtfertigt, 6. mangelnde private Investitionen, und 7. deutlicher Anstieg der Unternehmens- und Verbraucherkredite.

„Seit den US-Wahlen im letzten Herbst waren die Anleger wie elektrisiert,“ so Swanson, „doch nach meiner Erfahrung haben Präsidentenwechsel einem in die Jahre gekommenen Konjunkturzyklus noch nie neues Leben eingehaucht. Der derzeitige Aufschwung wird jetzt acht Jahre alt. Zum Vergleich: Im Schnitt dauerten Konjunkturzyklen in den USA fünf Jahre, und der längste Zyklus aller Zeiten gerade einmal zehn. In den letzten Monaten hat sich das Weltwirtschaftswachstum etwas beschleunigt. Es gibt aber wenig Anzeichen dafür, dass dies mehr ist als ein kurzfristiges Zwischenhoch, in einem Zyklus mit vielen Auf und Abs. In den USA steigen die Realeinkommen weniger stark und die Gewinnmargen gehen zurück. Hinzu kommen einige schwache Frühindikatoren. Ich meine deshalb, dass Investoren über den Schutz ihres Kapitals nachdenken sollten – für den Fall, dass der Konjunkturzyklus plötzlich endet.“

Der fast achtjährige Anstieg der Aktienkurse und der Bewertungen sei „eindeutig“ gerechtfertigt, glaubt Swanson. Seit März 2009 verzeichnete der S&P 500 Index etwa 250% Gesamtertrag, vor allem aus zwei Gründen, urteilt der Stratege: erstens wegen der weltweit extrem lockeren Geldpolitik nach der Bankenkrise, durch die die Erträge sicherer Anlagen so niedrig wurden, dass risikoreichere Titel plötzlich wesentlich attraktiver schienen als sonst. Und zweitens wegen der gestiegenen Gewinnmargen — die in diesem Konjunkturzyklus etwa 80– 90% höher waren als im Langfristdurchschnitt — und der höheren Cashflows.

„Ich kann nicht prognostizieren,“ räumt Swanson ein, „ob der Markt 2017 steigt oder fällt. Angesichts der äußerst hohen Bewertungen sollten sich Investoren aber vielleicht mit dem Thema Kapitalschutz befassen. In diesem außergewöhnlichen Konjunkturzyklus hat man viel verdient. Kurzfristig noch mehr zu verdienen, könnte aber schwierig werden.“

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