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Megatrends und Regulierungstsunami

Von Dr. Oliver Everling | 13.Mai 2011

Megatrends sind wie Gletscher im Hochgebirge: Sie bewegen sich langsam, aber mit unerhörter Macht und Kraft schieben sie sich und alles voran, was sich ihnen in den Weg stellt. Dr. Wolfang Paul, Partner der WEPEX Unternehmensberatung GmbH, skizziert die Bedeutung von Megatrends für die Kapitalanlage auf der itechx Fachtagung “Trends und Perspektiven in der Kapitalanlage” in Frankfurt am Main.

Volker Braunberger, Geschäftsführer der itechx GmbH, spannt den Bogen zur Praxis des professionellen Asset Managements. Basis für die erfolgreiche Positionierung ist die Beantwortung strategischer Kernfragen als Basis der Geschäftsstrategie. Braunberger nennt Beispiele, wie Kundensegmentierung (Welche Zielkunden werden angestrebt – Private / Institutionelle / Volumen des
Kunden / Branche des Kunden?), Servicesegmentierung(Welche Wertschöpfungskette &-tiefe wird angestrebt – Make or buy / USPFixierung?) oder Preisstrategie (Welche Kosten liegen zugrunde und welches Preismodell wird angestrebt – Kostentransparenz? / Preismodelle des Wettbewerbs? / Kampfpreisstrategie? /
Rentabilitätsbetrachtung).

Der regulatorische Tsunami werden mit jedem neuen Gesetz eine gigantische IT-Investition notwendig, warnt Braunberger: “Regulierung und andere exogene Einflussgrößen führen zu mehr Komplexität und Aufwand im Tagesgeschäft.” Er substantiiert seine Argumentation durch Betrachtung der Aufblähung der Organisationsstruktur (Einführung neuer Organisationseinheiten, z.B. Compliance, Stab- und Schnittstelleneinheiten, Ausweitung der Verantwortung von „Legal“ durch regulatorische Projekte, Personalausbau in den neuen und in den bereits vorhanden Organisationseinheiten, Linientätigkeiten, Projektarbeit der Linienmitarbeiter, OE-interne Stäbe für z.B. Risiko, Controlling, Strategie, IT/Org, zusätzliche Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten: Risikostrategien, Business Continuity Pläne
etc.) und Ausdehnung der Prozessketten.

“Prozessketten werden länger und komplexer, z.B. wegen zusätzlicher Kontroll- und Abstimmungspflichten, sagt Braunberger, und verweist auch auf zusätzliche Prozesse im Zusammenhang mit dem Ausbau der Organisation sowie die Einbindung externer Prozesse in eigene Prozessketten wegen zusätzlicher Abstimmungs- oder Reportingvorschriften. Bei steigenden Anforderungen und Kosten wird Spezialisierung und operationelle Effizienz zum Schlüssel zum Erfolg – oder gar zum Überleben.

Mehr zu diesem Thema im Buch von Volker Braunberger, Oliver Everling und Uwe Rieken (Herausgeber): Rating von Depotbank und Master-KAG, Anlegerschutz und Effizienzsteigerung für Investmentfonds, Gabler Verlag – Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, http://www.gabler.de, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8349-2578-7.

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