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Neue Rolle von Verbriefungen in Deutschland und Europa

Von Dr. Oliver Everling | 24.September 2015

Dr. Michael Meister vom Bundesministerium der Finanzen spricht den „riesen Weg“ auf dem TSI Congress 2015 an, den die Finanzbranche im Thema Verbriefung zruückgelegt habe. Im Closing Forum der TSIVeranstaltung geht es um die neue Rolle von  Verbriefungen in Deutschland und Euroopa. Meister stellt die Frage an den Anfang seiner Ausführungen, wie man den Menschen erklären kann, „warum wir das tun, was will man eigentlich verbriefen, wer verantwortet den Inhalt?“

Bei der Regulierung müsse beachtet werden, ob alle Beteiligten auch wirklich verstehen, was sie tun. Die Finanzkrise habe gezeigt, dass schließlich Leute Verantwortung trugen, die nicht verstanden hattten, was sie tun. Standardisierung und Beurteilung der Qualität seien hier wichtig. In diesem Zusammenhang spricht Meister die Ratings an.

Beim Thema Automobil ist Meister nicht zum Lachen aufgelegt. „Der Vertrauensschaden muss möglichst klein gehalten werden. Bei allen Anstrengungen, unseren Standort zu verbessern, müssen wir aufpassen, nicht an anderer Stelle Schaden anzurichten.“ Es komme auf die richtige Balance an. Das müsse auch in der Regulierung berücksichtigt werden. Welche Wirkungen ein Vertrauensschaden für eine Branche haben kann, zeigte nicht zuletzt auch die Finanzkrise.

Transparenz, Standardisierung und Qualität sind aus Sicht von Meister die drei Eckpunkte der Regulierung, denn  es nutze z.B. nichts, Transparenz zu schaffen, wenn bei Verbriefungen keine Qualität „drinstecke“. Meister geht es um klare Rechtsbegriffe und darum, dass es nicht zu Erschwernissen kommt. Dem Anleger zu signalisieren, wo er eine belastbare Anlagemöglichkeit findet, sieht Meister als eine zentrale Aufgabenstellung. Meister erinnert daran, schon seit Jahren bessere Qualitätsstandards gefordert zu haben, nun stehe man kurz davor.

Philipp Otto, Herausgeber der Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, spricht die Haftung der Originatoren an. Lars Hille von der DZ BANK sieht Haftung nur für technische Dinge, nicht aber für den Inhalt, denn die tpyischen Investitionsrisiken seien von den Investoren zu tragen.

Nobert Mayer von der BMW Group unterstreicht, dass „ABS ideal zu unserem Geschäft passt“. Mit der Haftung des Originators habe BMW Group weniger Probleme, da man ohnehin die Positionen auf der Bilanz habe. Mit Blick auf die aktuelle Krise bei VW spricht Mayer andere Beispiele an, wie Toyota, wo ABS-Strukturen in Turbulenzen kamen. BMW habe das Verrtrauen wieder in den Markt bringen können. Die Stresstests hätten funktioniert und der Markt habe das ausgehalten. „Vermutlich wird es auch diesmal zu Stress kommen, aber wir werden sehen, wie gut der Markt das aushält.“

Hans-Jörg Mast von Claas spriicht von der Saisonalität seines Geschäfts. Erntethematik auf der Nordhalbkugel, Duration drei Jahre – das seien Aspekte für kurzfristige Finanzierung durch ABS. Heutzutage habe man eine Sondersituation, Mast sieht Claas bei einer Rückkehr zu „normalen Finanzierungsstrukturen“ gut positioniert. Für Mast wäre es der Idealfall, wenn Strukturen gefunden werden könnten, die die Eigenmittelunterlegung entbehrlich machen. Darüber könne aber lange diskutiert werden.

Meister warnt vor den Fristentransformationen, jedoch dürften diese auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Transparenz und Rechtssicherheit in einem Europa mit sehr vielen verschiedenen Institutionen, die an ihren eigenen Regeln „basteln“, sieht Meister in der Verantwortung der Europäischen Kommission, denn diese sei in der Lage, in Europa einheitliches Recht zu setzen.

„WIr brauchen keine Förderung“, sagt Hille, „sondern wir brauchen Standardisierung“. Mayer fügt hinzu, dass „wir nicht im regulationsfreien Raum leben wollen“, sondern Regulierung werde gebraucht, um Sicherheit und Liquidität zu schaffen.

Mast berichtet von seinen Erfahrungen mit den Ratingagenturen. Die Aufgabe der Banken stehe im Lehrbuch mit Fristentransformation und weiteren Transformationsfunktionen. „Daher werden wir weiterhin Banken brauchen“, urteilt Mast. An Ratingagenturen werde man nicht vorbeikommen. Die Struktur mache die Risikotransformation und der Markt die Fristentransformation, merkt Mayer an. „Wenn die Banken schon so reguliert werden, müsse man aufpassen, dass nicht auch das Shadow-Banking entsprechend reguliert werden“. Sonst gebe es keine dringed benötigte Alternativen. Meister wirft ein, dass man kein „Wild West“ wolle, daher müssten die Schattenbankaktivitäten mit erfasst werden.

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