Palmira gewinnt Peter Salostowitz als Head of Research

Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2020

Palmira Capital Partners (Palmira), einer der führenden unabhängigen Full-Service-Investmentmanager für europäische Logistik- und Industrieimmobilien, hat Peter Salostowitz FRICS zum Head of Research ernannt.

Für Palmira analysiert Peter Salostowitz in dieser neu geschaffenen Position die Kerninvestitionsmärkte des Unternehmens, zu denen neben Deutschland auch die Benelux-Länder, Frankreich, Österreich, Polen und Spanien gehören. Ziel ist es, mit Hintergrundanalysen und detaillierten Marktberichten, Investoren noch umfassender bei ihren Anlageentscheidungen zu unterstützen. Damit erweitert und vertieft Palmira den seit Jahren bestehenden Research-Ansatz des Unternehmens und trägt dem Anspruch einer tiefen Durchdringung der europäischen Logistikimmobilienmärkte und einer fundierten Beratung seiner Kunden Rechnung.

Peter Salostowitz ist studierter Bau- und Wirtschaftsingenieur und hat bereits 2011 ein eigenes Wirtschaftsinstitut gegründet. Peter Salostowitz ist RICS Registered Valuer (VRS) und Mitglied verschiedener Immobilienverbände. Von 2015 bis 2019 war er zudem Dozent für „Standort- und Immobilienmanagement“ sowie Studiengangsleiter für „Logistik und Handel“ an der Hochschule Fresenius, Standort Idstein.

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DEFAMA sieht keine Insolvenzwelle bei Mietern

Von Dr. Oliver Everling | 2.Juni 2020

Die Deutsche Fachmarkt AG (DEFAMA) vermeldet Vermietungserfolge im Bestandsportfolio und eine sich deutlich entspannende Situation rund um die temporären Mietaussetzungen während der behördlich angeordneten Schließungen.

Durch die Neuverhandlung von bald auslaufenden Mietverträgen, überwiegend mit kleineren Mietern, sowie geplante bzw. bereits getätigte Investitionen in Bestandsobjekte hat DEFAMA trotz der Corona-Krise das eigene Portfolio weiterentwickelt und sich Mietsteigerungen gesichert. Zudem konnten etliche größere Mietverträge verlängert werden oder stehen kurz vor dem Abschluss, darunter auch mit Ankermietern mehrerer Standorte.

So plant DEFAMA in Büdelsdorf den Anbau eines Aufzugs und hat in diesem Zuge neue, langfristige Verträge mit Mietern im Obergeschoss geschlossen. In Lübbenau wurden eine Vergrößerung und Modernisierung des Fleischers durchgeführt und der Umzug des Elektronikgeschäfts in eine andere Fläche vereinbart. Darüber hinaus haben sich hier etliche andere Mieter zu teils signifikant erhöhter Nettomiete langfristig gebunden. Auch in Bleicherode, Waldeck und Eberswalde konnten neue Verträge mit teils deutlich erhöhten Mieten geschlossen werden. Zudem haben eine ganze Reihe größerer Mieter in den letzten Monaten ihre Verträge verlängert, meist durch Ausübung von Optionen und überwiegend mitten in der Corona-Krise.

Matthias Schrade, Vorstand der DEFAMA, beschreibt die aktuelle Situation: „Inzwischen durften alle Geschäfte in unseren Objekten wieder öffnen. Keiner unserer Mieter musste Insolvenz anmelden. Über 90% der April- und Mai-Mieten haben wir bereits erhalten. Im Juni gehen wir von einem annähernd normalen Mieteingang aus. Zwar sind spätere Nachwirkungen der Corona-Krise etwa durch einen schwächeren Geschäftsgang und dadurch resultierende Mietausfälle weiterhin denkbar. Aber selbst unter Berücksichtigung solcher möglichen Effekte gehe ich davon aus, dass wir unsere Ziele für 2020 erreichen.“

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Finanzmärkte reflektieren reale Verhältnisse

Von Dr. Oliver Everling | 29.Mai 2020

„Die Finanzmärkte scheinen sich immer weiter von der Realwirtschaft abzukoppeln. Diesen Eindruck kann man zunehmend gewinnen“, schreibt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt & Leiter Research bei der DZ BANK. Haben sich die Finanzmärkte wirklich abgekoppelt?

„Alle Assetklassen profitieren von den weltweit niedrigen Zinsen, den sehr niedrigen Zinsenerwartungen bei gleichzeitig einer schier unerschöpflichen Bereitstellung von Liquidität. Dazu kommt noch ein nicht enden wollender Reigen an staatlichen Hilfspaketen. Alles zusammen scheint ein Umfeld zu erschaffen, in dem selbst in der schlimmsten wirtschaftlichen Krise seit mehr als 50 Jahren,“ schreibt Bielmeier, „die Hoffnung alle aktuellen Ängste und Sorgen überwiegt. Die Folge sind hohe Bewertungen in allen Assetklassen, insbesondere Staats- und Unternehmensanleihen haben sich von den fundamentalen Grundlagen zum Teil weit entfernt, da hier die Zentralbanken auch direkt kaufen.“

Diese Beobachtungen sind für Bielmeier nicht neu. Seit der Finanzmarktkrise könne man diese Entwicklung an den Finanzmärkten mit unterschiedlicher Intensität beobachten. „Die hohen Bewertungen waren in der Vergangenheit zu keiner Zeit ein wesentlicher Risikofaktor. Wichtig war letztendlich nur, dass die Zentralbanken jederzeit bereit sind die Finanzmärkte zu stützen. In Anbetracht der steigenden Staatsverschuldung dürfte es daran auch in der Zukunft nicht mangeln.“

Dies ist natürlich kein Perpetuum Mobile, macht Bielmeier klar, denn die Handlungsfähigkeit und die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken werden im Zeitablauf sinken. „Somit wird man in der Zukunft den Punkt erreichen, dass die Bewertung der Märkte durch den Glauben an die Zentralbanken nicht mehr gedeckt ist. Mit gravierenden Folgen für die Finanzmärkte. Bis dahin haben wir noch genügend Zeit gegenzusteuern und die Verschuldung organisch zu senken. Aus heutiger Sicht möglich, aber leider unwahrscheinlich.“

Aus den Beobachtungen von Bielmeier lässt sich nicht auf eine gar „mysteriöse“ Abkopplung der Finanzmärkte von der Realwirtschaft schließen. Die aktuellen Kurssteigerungen reflektieren nicht etwa eine verbesserte Qualität der Unternehmen (weil beispielsweise die Rettungspakete eine so gute Wirkung hätten), sondern reflektieren nur die noch stärker verschlechterte Qualität des Geldes: Preise sind relativ. Trotz eingetrübter Ertragsaussichten der Unternehmen ist die Qualität des Geldes – gleich, ob Euro oder US-Dollar – schneller gesunken als die Qualität der Unternehmen. Der relative Vorteil für Unternehmen führt zu entsprechenden Kurssteigerungen. Wie Moody’s aktuell nachweist, erodiert die Kreditqualität deutscher Unternehmen, selbst wenn der Lockdown gelockert oder aufgehoben wird (Moody’s research report „Coronavirus will weigh on German company credit quality even as lockdown eases“).

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Kunden nicht aus den Augen verlieren

Von Dr. Oliver Everling | 16.April 2020

Die Regulierung des Kundenstroms im Einzelhandel und weiteren öffentlichen Gebäuden ist eine wichtige Maßnahme auf dem Weg aus dem Shutdown. Sie ermöglicht betroffenen Unternehmen die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs. Doch wie lassen sich Einlassbeschränkungen in der Praxis schnell und unkompliziert umsetzen? Welche Kosten kommen auf den Einzelhandel zu? Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Dafür bietet die artec technologies AG (ISIN DE0005209589) eine automatisierte, einfach zu bedienende und kostengünstige Lösung an. Das System ist ideal für Gebäude mit eindeutigen Ein-/Ausgängen wie Supermärkte, Einkaufszentren, Drogerien und Baumärkte. Herzstück des Systems ist die artec App MULTIEYE Overcrowding Watch. Darüber hinaus sind lediglich eine Kamera am Eingangs-/Ausgangsbereich sowie ein app-fähiger Monitor nötig. Über die App wird die Personenanzahl im Gebäude mit der zulässigen Anzahl pro Quadratmeter abgestimmt. Die Kommunikation mit den Kunden erfolgt über den Monitor mit einem Ampelsystem und kurzen Textinformationen, wie viele Personen noch eintreten dürfen oder mit der Bitte um Geduld, bis jemand den Laden verlässt. Optional lässt sich die Anlage um die Erkennung von getragenen Gesichtsmasken erweitern. Außerdem lässt sich die Hardware auch nach der Krise nutzen: Der Monitor beispielsweise für Werbemaßnahmen und die Kamera zur normalen Videoüberwachung und Kundenzählung.

„Mit unserer Lösung wollen wir den Einzelhandel auf dem Weg aus dem Shutdown und hin zur Normalität unterstützen. Dabei stehen geringe Kosten, schnelle Installation und leichte Bedienung im Vordergrund“, sagt artec Vorstand Thomas Hoffmann. „Die Handhabung von MULTIEYE Overcrowding Watch erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Die App ist praktisch selbsterklärend und das gesamte System innerhalb weniger Stunden einsatzbereit.“

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FinTech-Startup mutiert zur COVID-Hilfe

Von Dr. Oliver Everling | 7.April 2020

In der Corona-Krise mutiert ein Frankfurter FinTech-Startup: Die Firma savedroid hat die Hilfsplattform COVIDsoforthilfe.de gestartet. Ziel sei es, von der Corona-Krise betroffenen Kleinstunternehmen und Soloselbständigen dabei zu helfen, die dringend benötigten staatlichen Soforthilfen zu beantragen. Gleichzeitig will savedroid damit Menschen unterstützen, die durch die Corona-Krise in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit geraten sind. Diese Personen werden von savedroid geschult und als Helfer/innen zur Unterstützung der Antragsteller eingesetzt. „Die ganze Welt redet über Corona – wir wollen handeln und helfen. Mit COVIDsoforthilfe.de leisten wir einen Beitrag. Es geht uns darum, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise für diejenigen zu mildern, die wirtschaftlich am härtesten von ihr betroffen sind“, sagt Dr. Yassin Hankir, savedroid-Gründer und -Vorstandsvorsitzender.

Die Plattform COVIDsoforthilfe.de soll betroffenen Unternehmer/innen helfen, ihre Fragen rund um das Thema Corona-Soforthilfen zu beantworten, ihre Soforthilfe-Anträge richtig auszufüllen und bei der zuständigen Behörde einzureichen. Sie steht auch im Nachgang mit Rat und Tat zur Seite. Dafür bezahlen Unternehmer/innen und Soloselbständige eine Erfolgsgebühr von 5 Prozent bezogen auf die effektiv auf ihr Konto ausgezahlte Corona-Soforthilfe – ein Kostenrisiko entsteht ihnen also nicht, versprechen die Leute vom FinTech-Startup.

Die Corona-Krise trifft Kleinstunternehmen und Selbstständige am härtesten. Kunden bleiben aus, oftmals müssen sie ihre Geschäfte komplett schließen. Liquiditätsengpässe sind die Folge, die wirtschaftliche Existenz steht auf dem Spiel. Deshalb haben Bund und Länder Soforthilfen von mehr als 50 Milliarden Euro beschlossen, die schnell ausgezahlt werden sollen und nicht zurückgezahlt werden müssen. Das Problem ist allerdings, dass es bei der Beantragung der Corona-Soforthilfe viele Unklarheiten und offene Fragen gibt. So können die Anträge in einigen Bundesländern nur Online gestellt werden und die Internetseiten sind überlastet. Außerdem sind die Antragsformulare oftmals kompliziert, teilweise missverständlich und zudem nur in deutscher Sprache verfügbar. Das benachteiligt insbesondere weniger digitale, etwa ältere Unternehmer/innen sowie Selbstständige mit Sprachbarrieren oder anderen Beeinträchtigungen. „Von Chancengleichheit im Antragsprozess der Corona-Soforthilfen kann daher aus unserer Sicht keine Rede sein. Genau aus diesem Grund haben wir COVIDsoforthilfe.de ins Leben gerufen, um Unternehmer/innen, die Schwierigkeiten mit dem Soforthilfe-Antrag haben, unter die Arme zu greifen“, sagt Hankir.

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Monitoring ist jetzt gefragt

Von Dr. Oliver Everling | 6.April 2020

Die artec technologies AG (ISIN DE0005209589) hat Ende 2019 eine nationale und internationale Vertriebsoffensive gestartet, um neue Kunden und Reseller für ihr intelligentes Media Monitoring- / Analyse-System „XENTAURIX“ zu gewinnen und ihren Marktanteil auszubauen. Dies zahlt sich aus: artec hat in der vergangenen Woche Aufträge von mehreren namhaften Medienunternehmen aus dem In- und Ausland erhalten. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf über TEUR 400. Die Aufträge können weitestgehend noch im April umsatzwirksam abgewickelt werden. Darüber hinaus hat artec bereits zahlreiche mündliche Zusagen, berichtet der Vorstand, unter anderem aus Katar und dem Oman, für weitere Aufträge erhalten.

„Die Nachfrage nach unseren Lösungen für Medienunternehmen und Sicherheitsbehörden ist weiterhin hoch. Unser operatives Geschäft läuft, wir haben soweit wie möglich auf Homeoffice umgestellt und halten die Lieferketten aufrecht. Wir planen derzeit keine Kurzarbeit“, sagt artec-CEO Thomas Hoffmann. „Zu unseren Kunden gehören zivile und staatliche Einrichtungen, die als systemrelevant gelten. Um auch in Zukunft unter allen Umständen zu ihrer Funktionsfähigkeit beitragen zu können, hat artec bei den zuständigen Behörden die Einstufung als systemrelevantes Unternehmen beantragt.“ Dies ist eine Vorsorgemaßnahme, um im Falle von Ausgangssperren oder sonstiger Einschränkungen berufliche Bewegungsfreiheiten der artec-Mitarbeiter zu den Kunden, zum hausinternen IT-Leitstand und dem „Situation Room“ der Gesellschaft zu gewährleisten.

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Neu im Frankfurt School Verlag

Von Dr. Oliver Everling | 31.März 2020

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Rendite mit unterdurchschnittlichen Fonds verschenkt

Von Dr. Oliver Everling | 30.März 2020

Das gute Börsenjahr 2019 hat den Anbietern von fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen ein außergewöhnliches Geschäftsjahr beschert. Fondsportfolios mit Wertzuwächsen von 20 Prozent und mehr waren in 2019 keine Seltenheit. Die anhaltend schlechte Fondsqualität des Anlagestocks der deutschen Versicherer macht jedoch deutlich, dass Anbieter und mandatierte Fondsgesellschaften diesen Erfolg nicht für sich reklamieren können, denn auch in 2019 wurde das durch die positive Marktentwicklung vorgelegte Renditepotenzial für die anvertrauten Kundengelder nicht ausgeschöpft. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie der f-fex AG über den Fondspolicen-Markt in Deutschland, bei der 77 Fondspolicen-Anbieter und 176 Fondsgesellschaften im Detail analysiert und bewertet wurden.

„Immerhin gibt es beim Neugeschäft inzwischen vielversprechende Anlagekonzepte, die den Kunden über den Tag des Vertragsabschlusses hinaus mit intelligent gemanagten Portfolios oder kontinuierlich bereitgestellten, digitalen Beratungstools versorgen, so dass die Wahrscheinlichkeit, nachhaltig Outperformance zu generieren, zunehmen sollte“, so Dr. Tobias Schmidt, CEO der f-fex AG. Viele Portfolios des Bestandsgeschäfts blieben jedoch ohne Unterstützung durch Versicherer oder Berater, so dass ungünstige Zusammenstellungen von unterdurchschnittlichen Fonds häufig dauerhaft weiter bespart werden, so Schmidt. „Hier werden Renditepotenziale verschenkt, die unbedingt gehoben werden sollten, wenn die Ablaufleistung zum Vertragsende halbwegs mit den Projektionen, die bei Vertragsabschluss in Aussicht gestellt wurden, übereinstimmen soll. Unter Einbeziehung unvorhersehbarer Marktrisiken, wie wir sie aktuell mit der Corona-Krise erleben, gilt dies noch viel mehr.“

Die Unterschiede in der Fondsqualität des Anlagestocks sind zwischen den anbietenden Lebensversicherern zum Teil erheblich. Bei der hierfür herangezogenen durchschnittlichen Fondsratingnote (volumengewichtet) schneiden unter den großen Versicherern die Zurich LV, R+V und Cosmos am besten ab. Volkswohl Bund, Gothaer und Nürnberger bilden hier die Schlusslichter. Letztere kommen auch bei der Verteilung der Ratings über den Anlagestock nicht gut weg. Bei Gothaer und Nürnberger sind immerhin 45 bzw. 44 Prozent des Anlagestocks in schwach bis sehr schwach bewertete Fonds investiert. Beim Thema Outperformance 2019 stehen Provinzial Nordwest (+7,3%), R+V (+4,6%) und Alte Leipziger (+4,5%) an der Spitze der großen Gesellschaften. Auf den hintersten Rängen finden sich WWK (+0,2%), Allianz (+0,1%) und Gothaer (-0,5).

Auch bei den Fondsgesellschaften ist die Qualitätsspanne der bei Fondspolicen eingesetzten Fonds groß. Bei den im Anlagestock stark vertretenen Fondsgesellschaften stechen Lyxor, BlackRock und DWS mit vergleichsweise hohen durchschnittlichen Fondsratingnoten hervor. Schlusslichter bilden hier Oddo BHF, Franklin Templeton und Carmignac.
Wenn es um den Beitrag der Fondsgesellschaften zur Outperformance 2019 geht, schneiden unter den großen Gesellschaften vor allem Union Investment (+4,6%), AXA (+3,6%) und DWS (+3,4%) gut ab. Am unteren Ende der Leiter finden sich in dieser Kategorie neben INKA (- 2,6%) erneut Oddo BHF (-3,8%) und Franklin Templeton (-5,1%).

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DEFAMA zeigt Verantwortungsbewusstsein

Von Dr. Oliver Everling | 13.März 2020

In der Krise beweist sich die Qualität eines Managements. Des Weiteren hat DEFAMA alle Hausmeister und Reinigungsdienste in den betriebenen Fachmarkt- und Einkaufszentren angewiesen, potenziell übertragungsgefährliche Oberflächen in den allgemein zugänglichen Bereichen mehrmals täglich zu desinfizieren. Dazu zählen insbesondere Türgriffe, Geländer, Aufzugtasten, Handläufe und Ähnliches. Den Mietern wird geraten, innerhalb ihrer Räume ähnliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Darüber hinaus appelliert der Vorstand an die Betreiber sämtlicher Geschäfte, die keine Güter des täglichen Bedarfs anbieten, aus Vorsichtsgründen zu schließen. Die Miete einschließlich Nebenkosten entfällt ab dem Tag der Schließung zunächst bis zum 30. April oder zum Zeitpunkt einer behördlichen Anordnung. Entsprechende Schreiben an die Mieter werden heute versandt.

„Als Betreiber hochfrequentierter Gebäude sehen wir uns in der Verantwortung, in dieser Krise pro-aktiv zu handeln, obwohl uns bisher an keinem Standort unserer Objekte von Infektionsfällen bekannt geworden ist“, erklärt DEFAMA-Vorstand Matthias Schrade. „Ich persönlich befürchte jedoch, dass wir hierzulande nur 8 Tage hinter der Situation in Italien liegen. Die offizielle Fallzahl stellt aufgrund der exponentiellen Entwicklung und der Vorlaufzeit zur Identifikation vermutlich nur einen Bruchteil der tatsächlich bereits existierenden Fälle dar.“

Der DEFAMA-Vorstand trägt alle durch die Schutzmaßnahmen in den Objekten entstehenden Mehrkosten sowie etwaige Mietausfälle persönlich über die ihm gehörende MSC Invest GmbH. Die abgegebene Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt der Vorstand ausdrücklich.

Der Vorstand zeigt mit diesen Maßnahmen eindrücklich, Verantwortung für alle Stakeholder des Unternehmens zu übernehmen. Die Maßnahmen liegen im Interesse der Mitarbeiter, der Mieter und ihrer Kunden, jedes Geschäftspartners wie auch letztlich der Aktionäre, die sich angesichts dieser vorbildlichen Maßnahmen vom Verantwortungsbewusstsein des Vorstands überzeugen können.

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Coronavirus mit Folgen

Von Dr. Oliver Everling | 12.März 2020

Das Coronavirus trifft Weltwirtschaft und Börsen weitaus stärker als noch vor kurzem erwartet. „Das bisherige Szenario für 2020 hat sich durch CoViD19 abrupt verändert und birgt gravierende Risiken für Wirtschaft und Kapitalmärkte“, sagte Dr. Heinz-Werner Rapp, Vorstand und Chief Investment Officer von FERI, im Rahmen des Jahrespressegesprächs in Frankfurt. Insbesondere die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession sei inzwischen signifikant gestiegen. Der aktuelle Aktienmarkt-Crash reflektiere zwar neue Konjunkturrisiken, sei von echten Rezessionsniveaus aber noch deutlich entfernt. „Auch nach dem jüngsten ‚Corona-Crash‘ bleibt noch Raum für weitere Korrekturen. Falls die aktuelle CoViD19-Verunsicherung in eine scharfe globale Rezession mündet, werden die Märkte dieses Risiko schon in Kürze einpreisen“, warnt Rapp.

Wenig überraschend rücke nun wieder die globale Geldpolitik in den Fokus. „Die Märkte haben sich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass Zentralbanken jederzeit und ohne Limit als Retter in der Not auftreten“, so Rapp. Gegen eine Pandemie könne Geldpolitik jedoch grundsätzlich nur wenig ausrichten. Zudem habe speziell die EZB die Grenzen ihrer konventionellen Möglichkeiten längst erreicht. „Dennoch gehen die Notenbanken weltweit erneut in den Krisenmodus – und müssen mit immer extremeren Maßnahmen Handlungsfähigkeit demonstrieren“, erklärt Rapp. Im Risikofall sei nicht auszuschließen, dass wie in Japan auch in Europa bald Elemente von „Overt Monetary Financing“ (OMF) kommen, also eine „Monetisierung“ von Staatsausgaben zur Stützung der Konjunktur.

Auch für die Weltwirtschaft und den Welthandel hat sich die Ausgangslage innerhalb kürzester Zeit geändert. „Klar ist, dass sich große Teile der Weltwirtschaft, darunter Deutschland, schon jetzt in einer scharfen Abschwächung befinden“, so Axel D. Angermann, Chef-Volkswirt der FERI Gruppe. FERI hat seine Prognosen im laufenden Jahr deutlich nach unten angepasst und rechnet beispielsweise für Deutschland im Jahr 2020 mit einem Minus von bis zu 1 Prozent beim BIP. Diese Prognose unterstelle, dass bis zur Jahresmitte eine Eindämmung der Pandemie gelingt und sich dann die Chance einer konjunkturellen Erholung im zweiten Halbjahr biete. Signifikante Wahrscheinlichkeit habe aber auch ein Risikoszenario, in dem Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Bekämpfung der Pandemie deutlich länger andauerten. Dadurch würde sich die Rezession dynamisch verschärfen, wobei auch Elemente einer Finanz- oder Kreditkrise auftreten könnten. „Weil das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen erst in einigen Monaten erkennbar sein wird, bleibt es vorerst bei einer sehr hohen Unsicherheit“, erwartet Angermann.

Der Corona-Schock hat Zweifel geweckt, ob die Weltwirtschaft nach dem Ende der Ausnahmesituation wieder in den Normalmodus umschalten kann oder ob das globale Wirtschaftssystem irreparable Folgeschäden davontragen wird. „Fakt ist, die Gesellschaften des Westens durchlaufen im neuen Jahrzehnt eine massive Transformation. Das Zusammentreffen von Klimawandel, Überalterung, hoher Verschuldung, Nullzinspolitik und digitaler Revolution wird tiefgreifende Strukturveränderungen nach sich ziehen. In welche Richtung sich das Gesamtbild entwickelt, hängt stark davon ab, wie Regierungen und Notenbanken die neuen Herausforderungen managen“, so Dr. Heinz-Werner Rapp.

Nach Einschätzung von FERI zeichnen sich zwei mögliche Szenarien ab: Auf der einen Seite stehe die Chance auf ein Comeback der „Roaring Twenties“ als Synonym für eine Dekade, die geprägt ist von großen Zukunftsinvestitionen und neuen Wachstumsschüben durch digitale Innovation. Auf der anderen Seite drohe jedoch eine „Dark Decade“, falls es nicht gelinge, demographisch bedingte Wachstumsschwächen durch kluge Politik und starke Innovationszyklen aufzufangen. In diesem Fall wären eine Vertiefung sozialer Spaltung sowie ein weiteres Abdriften der Politik in Richtung Populismus zu befürchten, also letztlich ein Jahrzehnt verschärfter gesellschaftlicher Konflikte.

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