Fed löscht mit Benzin

Von Dr. Oliver Everling | 31.Oktober 2008

Wie erwartet hat die US-Notenbank Fed am Mittwoch die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 1% gesenkt. Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve beschloss die Zinssenkung einstimmig, heißt es. Eine, von nicht wenigen Marktteilnehmern prognostizierte koordinierte Zinssenkung gab es dennoch nicht.

Die Notenbanken kommen aus dem selbst verursachten Teufelskreis nicht mehr heraus, kommentiert dazu der Fuchsbrief (www.fuchsbriefe.de, 62. Jahrgang / 86). „Jetzt versucht die Fed den Brand mit Benzin zu löschen: Der Leitzins ist jetzt da, wo er nach 9/11 (2001) war: bei 1%. Der Realzins: deutlich negativ, denn die Inflationsrate in den USA bewegt sich immer noch bei 4,9% (September). Worauf aber zielt diese Leitzinssenkung, welcher Brand soll da eigentlich gelöscht werden? Ein direkter Impuls für die Realwirtschaft ist nicht zu erwarten.“

Kein Unternehmen wird jetzt wegen des niedrigen Zinses investieren – im Gegenteil, so der Fuschbrief: „Die Wirtschaft ist ja auch nicht – wie in einem normalen Zyklus – aufgrund hoher Zinsen nach kräftigen Inflationssteigerungen in die Knie gegangen. Das Zinsniveau war relativ niedrig und der Einbruch kommt von den Finanzmärkten her. Die Banken rücken im Moment kein Geld mehr raus.“

Die Fed sprach in ihrer Stellungnahme nach der Entscheidung von andauernder Schwäche in weiten Teilen der Wirtschaft, sowohl in binnenwirtschaftlichen Sektoren wie Konsum und Investitionen. Darüber hinaus sieht der Offenmarktausschuss weiterhin Risiken für zusätzliche Wachstumsschwäche in den kommenden Monaten, da insbesondere die strafferen Kreditbedingungen eine Beschränkung darstellten. Aufgrund der sich weiter abschwächenden wirtschaftlichen Aktivität und der rückläufigen Rohstoffpreise geht die Fed allerdings davon aus, dass die Inflation weiter fallen wird und damit Preisstabilität gewährleistet sein dürfte.

Nicht näher eingegangen ist die Notenbank auf die drohende Rezession. Zwar weisen die offiziellen Statistiken bisher noch keine zwei Quartalsrückgänge in Folge beim BIP-Wachstum aus, doch ist bereits seit dem 4. Quartal 2007 eine unterdurchschnittliche Zunahme der Wirtschaftsaktivität zu konstatieren. Die bisher veröffentlichten Daten lassen zudem für das abgelaufene 3. Quartal den stärksten BIP-Rückgang seit dem 3. Quartal 2001 befürchten.

Vor dem Hintergrund einer tendenziell steigenden Sparquote bei einem sich spürbar eintrübenden Arbeitsmarkt und einer anhaltenden Investitionszurückhaltung der Unternehmen ist noch mindestens bis zum 1. Quartal 2009 mit rückläufigen BIP-Quartalsraten zu rechnen. In diesem Umfeld dürfte die US-Notenbank die Leitzinsen nach dem gestrigen Zinsschritt in den kommenden Monaten weiter zurückfahren, sagt Finanzanalyst Karl-Heinz Goedeckemeyer.

Die geldpolitische Lockerung wird sich weltweit weiter fortsetzen. So haben in Japan die Auswirkungen der Finanzmarktkrise die Wirtschaft zuletzt derart verstärkt erfasst, so dass die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 BP auf der Notenbanksitzung am Freitag gestiegen ist.

Bis vor kurzem hat es noch danach ausgesehen, dass die Bank of Japan (BoJ) mit ruhiger Hand durch die Finanzmarktkrise steuert und ihren Leitzins – den Zielsatz für Tagesgeld konstant bei 0,50 % belässt. Doch japanischen Medienberichten zufolge erwägt die BoJ bei ihrer nächsten Zinsentscheidung am 31. Oktober den Leitzins auf 0,25 % zu senken. Es ist dann wohl nur mehr eine Frage der Zeit, bis die BoJ noch eine zweite Zinssenkung nachliefert und damit zur Nullzinspolitik zurückkehrt.

Die von EZB-Chef Trichet in Aussicht gestellte Zinssenkung für die erste Novemberwoche ist angesichts der verschlechterten konjunkturellen Lage auf dem alten Kontinent längst überfällig. Es ist von einer Reduzierung um 50 bp auszugehen, wobei dieser Schritt nicht die letzte Lockerung gewesen sein dürfte.

So hat sich im Oktober die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone deutlich stärker eingetrübt als erwartet. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte ist der Economic Sentiment Index (ESI) revidiert von 87,5 Punkten im Vormonat auf 80,4 Punkte gesunken. Volkswirte hatten zuvor mit einem wesentlich moderateren Rückgang auf lediglich 86,0 Punkte gerechnet. Darüber hinaus hat sich auch das Geschäftsklima in der Eurozone im Oktober erneut kräftig eingetrübt. Der Business Climate Indicator (BCI) ist von revidiert minus 0,82 Punkten im Vormonat (zuvor minus 0,79) auf minus 1,34 Punkte gesunken. weiter mit. Dies ist der tiefste Stand der Kennzahl seit fast sieben Jahren.

Infolge dessen forderte der für Währung zuständige Kommissar Joaquín Almunia die Regierungen der 27 EU-Staaten auf, die Folgen eines möglichen Abschwungs „abzufedern“. Er versprach eine „flexible Anwendung“ des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, der die Verschuldung der EU-Staaten begrenzt. Wir müssen dem wirtschaftlichen Abschwung mit der gleichen Entschlossenheit begegnen wie der Finanzkrise“, sagte Barroso „Wir müssen dem wirtschaftlichen Abschwung mit der gleichen Entschlossenheit begegnen wie der Finanzkrise“, sagte Barroso. Derzeit prüfe die Kommission, ob die Verwirklichung großer Infrastrukturprojekte, für die bis 2013 bereits 350 Mrd. Euro vorgesehen sind, beschleunigt werden könnten.

Zudem solle die Europäische Investitionsbank (EIB) mehr Kapital bekommen, um besonders den Mittelstand zu fördern. Die EU-Staaten wurden sowohl von Barroso als auch von Almunia ermuntert, auf nationaler Ebene wirtschaftliche Anreize zu geben. „Es muss in einem Abschwung für die Steuer- und Haushaltspolitik die Möglichkeit geben, die Nachfrage aufrecht zu erhalten und Arbeitsplätze zu schützen.

Aber wird die EZB im gleichen Maße wie die US-Notenbank die Zinsen senken? Hierbei lohnt ein Vergleich über die verschiedenen geldpolitischen Ziele der Notenbanken.

Währen die Fed seit August 2007 sich auf die Wachstums- und Finanzmarktstabilisierung fokussiert hat, indem sie die Fed Funds Rate stark gesenkt hat, hat die EZB ihren Leitzins im Juli 2008 sogar erhöht hat. Da der europäische Zyklus der US-Konjunktur mit einer Verzögerung zwischen zwei Quartalen und zwei Jahren folgt, dürfte es kaum überraschen, dass die EZB häufig erst später in Aktion tritt als die Fed, sagt Goedeckemeyer.

In der historischen Betrachtung weist die Geldpolitik der EZB und der Fed in Bezug auf ihre Ziele, Unabhängigkeit, Strategie, Entscheidungsprozesse und Kommunikationsstil mehrere Unterschiede auf. Die unterschiedlichen Ziele der Fed und der EZB kamen besonders seit dem Ausbruch der Subprime-Krise im August 2007 zum Ausdruck, die 2007/08 mit einem weltweiten starken Inflationsanstieg, verursacht durch die hohen Öl- und Nahrungsmittelpreise, einherging.

Die Fed verfolgt eine Politik der konjunkturellen Stimulierung und Finanzmarktstabilisierung, indem sie umfangreiche Zinssenkungen vorgenommen hat. Sie verbindet damit die Hoffnung, dass Inflationsrisiken durch die schwache Konjunktur eingedämmt werden können. Diese Strategie ist seit Monaten mit einem negativen Realzinsniveau verbunden. Die EZB indes hat anders reagiert und ihren Leitzins im Juli 2008 nicht gesenkt, sondern erhöht.

Laut einer Studie der db Research waren die US-Inflationsrate und das US-Wachstum seit der Gründung der EWU im Jahr 1999 im Durchschnitt ca. 1 Prozentpunkt höher als in Euroland. Diese Konstellation wurde natürlich nicht nur durch die Geldpolitik diesseits und jenseits des Atlantiks verursacht, sondern gleichzeitig das Ergebnis einiger anderer Faktoren wie der größeren Flexibilität der amerikanischen Wirtschaft.

Gleichwohl ist mit Blick auf die unterschiedlichen Ziele der Notenbanken darauf hinzuweisen, dass die US Leitzins -und Geldmarktzinssätze im Zeitraum 1990-2008 weitaus stärker geschwankt sind als in der Eurozone. Die EZB hingegen verfolgt zwar eine weitaus stetigere und berechenbarere Geldpolitik als die Fed. Oftmals jedoch scheinen die Währungshüter die Risiken von Konjunkturabschwüngen nicht richtig oder nur mit Verzögerung einzuschätzen. Anders ist die Zinserhöhung im Juli nicht zu erklären.

Doch laut Goedeckemeyer dürften die Märkte mit Zinssenkungen allein nicht zu stabilisieren sein, denn niedrige Zinssätze würden bedeuten, dass sich die Renditestrukturkurve weiterhin überaus steil verlaufen wird. Mit der Folge, dass japanische Investoren den gestiegenen Anteil ihres mit ausländischen Währungen dominierten Bondportfolio stärker hedgen müssen, was wiederum den Yen weiter in die Höhe treiben wird. Deswegen haben japanische Investoren in der letzten Woche knapp 715 Bio. Yen aus dem Ausland abziehen müssen, sagt Goedeckemeyer. Das reale Risiko für die Weltwirtschaft ist jedoch die Aufwertung niedrig-rentierender Währungen. In diesem Falle dürften auch die Volatilitäten in den Assetklassen weiter zunehmen, sagte der Analyst abschließend.

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KanAm-Anteile über Börse verkaufen

Von Dr. Oliver Everling | 29.Oktober 2008

Über die Börse Hamburg sind Anteile der offenen Immobilienfonds von KanAm weiterhin handelbar. Die Umsätze beim KanAm grundinvest Fonds sowie beim KanAm US-grundinvest Fonds sind an der Börse Hamburg sprunghaft angestiegen seit die Investmentgesellschaft keine Anteile mehr zurücknimmt.

KanAm hat die Anteilsrücknahme Anfang dieser Woche zunächst für drei Monate ausgesetzt. Dies erfolgte laut KanAm, weil Anleger hohe Summen abgezogen hatten, nicht aufgrund von Mietausfällen oder anderen wirtschaftlichen Gründen. „Der Handel über die Börse Hamburg erfolgt bei diesen beiden Fonds nach Angebot und Nachfrage. Wir haben sowohl viele Kauf- als auch Verkaufsorders erhalten, so dass Anleger die KanAm-Produkte handeln und ihre Investmententscheidungen umsetzen konnten“, sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg.

Der KanAm grundinvest Fonds (WKN 679180) ist derzeit der mit Abstand am stärksten gehandelte Fonds an der Börse Hamburg. Seit vergangenem Dienstag betrug der Umsatz innerhalb von einer Woche 5 Millionen Euro. Im Oktober wechselten bisher Anteile im Wert von 18,9 Millionen Euro die Besitzer. Zum Vergleich: Der Fonds mit dem zweithöchsten Umsatz, der UniOpti4, erzielte in den letzten vier Wochen einen Umsatz von 7,4 Millionen Euro.

Beim KanAm US-grundinvest Fonds (WKN 679181) lag der Umsatz seit vergangenem Dienstag bei knapp 600.000 Euro und damit weit über dem Durchschnitt. Im Zeitraum seit 1. Oktober betrug der Umsatz 1,5 Millionen Euro. Dies katapultierte den Fonds in die Top-30 der im Einmonats-Vergleich am stärksten gehandelten Fonds.

Die Börse Hamburg sieht sich als Pionier für den Börsenhandel mit offenen, aktiv gemanagten Fonds in Deutschland. Anleger können börsentäglich zwischen 9 Uhr und 20 Uhr rund 3.600 Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu aktuellen Preisen handeln. Neben der Maklercourtage von 0,08 Prozent fällt die individuelle Bankprovision an. Die Orderaufgabe erfolgt – wie bei anderen Wertpapiergeschäften – über die Haus- oder Online-Bank. Als Börsen- bzw. Handelsplatz ist lediglich Hamburg anzugeben. Bei der Ausführung über die Börse Hamburg lassen sich Orders preislich und zeitlich limitieren. Der Handel vollzieht sich unter Aufsicht der Handelsüberwachungsstelle an der Börse Hamburg.

Die Börse Hamburg erteilt keine Anlageempfehlungen und veröffentlicht ausschließlich produktbezogene oder allgemeine Informationen. Historische Wertentwicklungen sind keine geeignete Indikation für die künftige Rendite. Das Rating der Scope Analysis für die Fonds der KanAm wurde ausgesetzt.

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US-Hauspreis auf neuen Rekordtiefs

Von Dr. Oliver Everling | 29.Oktober 2008

In den USA hat sich die Talfahrt bei den Hauspreisen im August weiter fortgesetzt. Mit einer Jahresrate von 17,7 Prozent (10-City Composite) bzw. -16,6 Prozent (20-City Composite) ist der S&P/Case-Shiller-Hauspreisindex im August auf ein neues Rekordtief gefallen, sagte Karl-Heinz Goedeckemeyer, Certified Real Estate Investment Analyst. Obwohl der Rückgang im August moderat ausgefallen ist, wurde in den vergangenen fünf Monaten in jeder Region negative Returns erzielt.

Sowohl der 10-City Composite- als auch der 20-City Composite-Index verzeichneten in den vergangenen 20 Monaten weitere Rückgänge. Im Vergleich zum letzten Report haben sich in 13 der 20 Regionen zudem die Returns weiter verschlechtert.

Vor allen in den Sonnenstädten Las Vegas und Phoenix sind die Hauspreise mit einer Jahresrate 30 Prozent am stärksten gefallen, sagte Goedeckemeyer. Nicht viel besser erging es Miami, San Francisco, Los Angeles und San Diego wo sich die Preise um mehr als 25 Prozent ermäßigten. Deutlich abwärts ging es auch in Florida. Während die Preise in Miami um 28% sanken, musste Tampa einen Rückgang um 18 Prozent verzeichnen..

Demgegenüber konnten laut Goedeckemeyer in der Zweimonats-Periode Juli/August immerhin zwei Regionen mit positiven Returns aufwarten – Cleveland mit 1,1 Prozent und Boston mit 0,1 Prozent. Damit konnte Boston in jedem der vergangenen fünf Monate einen positiven Return erzielen. Dahinter rangieren Denver und Dallas, mit einer jeweils vier Monate andauernden positiven Entwicklung. In einigen Städten scheint sich die Immobilienkrise bislang kaum ausgewirkt zu haben. So sanken die Preise im Einjahreszeittraum in Dallas nur im 2,7% und in Charlotte um 2,8%.

Vor dem Hintergrund des hohen Angebots an zum Verkauf stehenden Appartements und Häuser sowie der hohen Verschuldung der Haushalte, der restriktiveren Kreditvergabe der Banken und der Unsicherheit über die wirtschaftlichen Perspektiven dürfte es noch einige Zeit dauern, bis wieder ein „Gleichgewicht“ zwischen Angebot und Nachfrage am Immobilienmarkt hergestellt ist, sagt der Analyst abschließend.

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Wieder [Ä]rger mit KanAm

Von Dr. Oliver Everling | 28.Oktober 2008

Nach den Mitteilungen der Kapitalanlagegesellschaft KanAm Grund, die Anteilsrückgabe ihrer Offenen Immobilienfonds KanAm US-grundinvest Fonds und KanAm grundinvest Fonds aus Liquiditätsgründen vorläufig einzustellen, setzt Scope Analysis die Ratings der Fonds bis auf Weiteres außer Kraft. Hintergrund für diese Maßnahme ist die Unklarheit über die Strategie, mit der die KAG die Liquidität der Fonds in den kommenden Monaten wieder aufzustocken plant, um zu einer regulären Fondsverwaltung zurückzukehren. Inwieweit sich die bisherigen Finanz- und Portfoliostrukturen, auf deren Basis die Ratings erstellt wurden, hierdurch ändern werden, lässt sich heute nicht abschätzen. Eine analytische Bewertung der Fonds erscheint Scope Analysis deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.

Unberührt von den aktuellen Fällen bietet sich die Assetklasse „Offene Immobilienfonds“ als Investment in schwierigen Börsenphasen an. Offene Immobilienfonds sind gesetzlich besonders geschützte Sondervermögen. Sie stehen im Eigentum ihrer Anleger, die ihre Eigentumsrechte durch den Kauf von Anteilsscheinen erworben haben. Im Unterschied zu anderen Investmentvehikeln – beispielsweise Zertifikaten -, basieren Offene Immobilienfonds auf Substanzwerten. Die Werthaltigkeit der Fonds und das Vermögen der Anleger sind unabhängig von der wirtschaftlichen Situation der Kapitalanlagegesellschaft oder der verwaltenden Depotbank. Darüber hinaus sind die Fondspreise von relativ geringen Wertschwankungen gekennzeichnet. Die Werte der Immobilien werden in der Regel einmal pro Jahr von Gutachtern ermittelt und sind daher starken Schwankungen des Börsengeschehens weit weniger als andere Investmentvehikel unterworfen.

Die Portfolios der rund dreißig von Scope Analysis bewerteten Produkte sind überwiegend gut diversifiziert und können durch ihre Risikostruktur und die geringe Korrelation mit anderen Anlageformen wie Aktien depotstabilisierend wirken. Gleichwohl haben sich die Produkte inzwischen bezüglich Fondsstrategien und Risiken deutlich auseinander entwickelt. Dies gilt z.B. für die Effizienz der Liquiditätssteuerung sowie für den Grad der Diversifizierung nach Regionen, Nutzungsarten und Mieterbranchen. Aus diesem Grund hat Scope Analysis in der vergangenen Woche bei allen Kapitalanlagegesellschaften zusätzliche Informationen zur aktuellen Situation ihrer Fonds abgefragt, um etwaigen psychologisch motivierten Reaktionen von Anlegern Fakten gegenüber zu stellen. Eine Bestandsaufnahme der Branche und auf Fondsebene wird kurzfristig vorliegen.

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Immobiliensektor in der Finanzkrise

Von Dr. Oliver Everling | 28.Oktober 2008

Der Immobiliensektor leidet unter der internationalen Finanzkrise. Experten vergleichen die aktuelle Situation mit der Weltwirtschaftskrise 1929. „Der Immobilienmarkt ist keine Insel mehr. Die Realität der Krise ist bei allen angekommen“, so Buddy Roes, Geschäftsführer von ING Real Estate Investment Management Germany im Handelsimmobilien-Report vom 10.10.2008. ECE-Chef Alexander Otto befürchtet schwere Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft (Handelsimmobilien-Report 24.10.2008): „Das Vertrauen kann nicht über Nacht wieder aufgebaut werden.“

Refinanzierungsprobleme plagen die Branche, die Perspektiven ausländischer Märkte und das Thema Nachhaltigkeit bewegen die Akteure. Auf dem 19. IIR Jahresauftaktkongress der Immobilienwirtschaft „CIMMIT“ (www.cimmit.de), der am 2. und 3. Februar 2009 im Hilton Frankfurt Hotel stattfindet, gibt der Rat der Immobilienweisen einen Ausblick auf das kommende Jahr. Mit mehr als 35 Referenten liefert die CIMMIT 2009 Praxisberichte von aktiven Vorständen und Geschäftsführern aus der internationalen Immobilienwirtschaft. Die Dauer der Rezession, Wege aus der Krise, profitable Geschäftsfelder und die Beschaffung von Fremdkapital sind die Kernfragen

Hartmut Bulwien (Aufsichtsratsvorsitzender, BulwienGesa), Dr. Marie-Therese Krings-Heckemeier (Vorstandsvorsitzende, Empirica) und Olaf Petersen (Member of the Management Board, GfK GeoMarketing) stellen ihre aktuellen Marktforschungsdaten vor und geben Prognosen für das Immobilienjahr 2009. Dr. Holger Schmieding (Chefvolkswirt Europa, Bank of America) untersucht, ob das kommende Jahr bereits einen neuen Aufschwung bringt.

Gemeinsam mit Dr. Frank Pörschke (Sprecher des Vorstands, Eurohypo) und Barbara Knoflach (Vorstandsvorsitzende, SEB Asset Management) diskutiert Schmieding über „Überlebensstrategien in der Praxis“. Auch Fusionen und Übernahmen sind ein Thema auf der CIMMIT, denn weitere Unternehmenszusammenschlüsse in der Finanzwirtschaft sind zu erwarten. Über M&A in der Immobilienbranche sprechen Kari Pitken (Managing Director, Merrill Lynch), Klaus Elmendorff (Managing Director, Deutsche Bank) und Bärbel Schomberg (Vorsitzende der Geschäftsführung, Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds).

Strategien für Internationalisierung und Projektentwicklung sind die Themen von Top-Managern aus der Bau- und Immobilienwirtschaft. Burkhard Ulrich Drescher (CEO, Gagfah Group), Ralph Günther (Mitglied der Geschäftsführung, Corpus Sireo) und Thomas Zinnöcker (Vorsitzender der Geschäftsführung, GSW Immobilien) erörtern die Chancen und Risiken für die Wohnungswirtschaft sowie die Profitabilität von Wohnimmobilien. Trends, Wachstumsfaktoren und neue Produkte betrachten Dr. Heiko Beck (Mitglied des Vorstands, Commerz Real) und Dr. Thomas Beyerle (Director Research & Strategy, Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds).

Wie die Finanzierungsproblematik über alternative Beschaffungsmöglichkeiten von Fremdkapital gelöst werden kann, zeigen Christoph Kahl (Geschäftsführender Gesellschafter, Jamestown US-Immobilien) sowie hochrangige Bankenvertreter. Prof. Karl-Georg Loritz (Ordinarius, Universität Bayreuth) und Walter Klug (Geschäftsführer, Morgan Stanley Real Estate Investment) analysieren Immobilien-Dachfonds als möglichen Ausweg aus der Abgeltungssteuer. Auf die Volatilität in den Märkten, verkürzte Immobilienzyklen und Diversifikationspotenziale geht Dr. Nassos Manginas (Director Business Development Europe, IPD) ein.

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Liquidität in Kreditinstituten

Von Dr. Oliver Everling | 28.Oktober 2008

„Liquidität in Kreditinstituten – Kosten, Risiken, Regulierung“, so lautet das Thema der Konferenz, die vom 26. – 27. November diesen Jahres in Wien stattfindet (www.iir.at/liquiditaet.at). Schon 2007 war diese Veranstaltung ein voller Erfolg, wie die äußerst positive Resonanz damals zeigte, so Dr. Alexander Suyter, Inhaber Risk & Management Consultancy (www.AS-RiMC.de).

Suyter, der 2007 und auch dieses Jahr Vorsitzender und Moderator der Tagung ist, sagt hierzu: „Da dieses Thema angesichts der Finanzkrise aktueller denn je ist, dürfte das Interesse an der diesjährigen Konferenz bei den Teilnehmern noch größer sein als letztes Jahr. Ausgewiesene Experten referieren und diskutieren in Wien nämlich u.a. über Themen wie : Welche gesetzlichen Verschärfungen planen EU, Basler Ausschuss usw.? Wie gewährleisten Sie die Funktionsfähigkeit des Liquiditätsmanagements? Worauf ist bei strukturierten Finanzvehikeln wie ABS, RMBS etc. besonders zu achten? Welche IT Lösungen stehen zur Verfügung? Welche Refinanzierungsstrategien und Kosten resultieren aus der Größe Liquidität?“

Das Liquiditätsmanagement mit Hilfe bankinterner Modelle kommt dabei ebenso zur Sprache wie die Umsetzung mittels IT Lösungen und die Integration in die Gesamtbanksteuerung. Auch die spezifischen Erscheinungen der Krise wie ausgetrocknete Märkte, hohe Zinssätze aufgrund des Vertrauensverlustes der Institute untereinander und der Einfluss der staatlichen Maßnahmen werden in den Vorträgen, aber auch in den Diskussionsrunden und Pausen diskutiert werden.

„Inwieweit die Rolle insbesondere externer Ratings und deren Nutzung im Rahmen der Verbriefungsprozessse die Krise mitursächlich befördert haben, wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion thematisiert,“ so Suyter. „Erfreulicherweise konnte auch hier – neben anderen hervorragenden Fachleuten aus Aufsicht, Banken, Prüfungs- und Beratungsgesellschaften auch ein renommierter Ratingexperte gewonnen werden,“ so Suyter weiter.

Anmeldungen zur Konferenz können über www.iir.at erfolgen oder direkt an Frau Nikolett Kaderschabek-Gosztola, Conference Manager, IIR Österreich GmbH, Linke Wienzeile 234, A-1150 Wien, Tel.: +43 (0)1 891 59 – 612 Fax.: +43 (0)1 891 59 – 600, mailto: nikolett.kaderschabek-gosztola@iir.at, http://www.iir.at

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„Trümpfe für Unternehmer�??

Von Dr. Oliver Everling | 27.Oktober 2008

Seminarportal.de (http://ww.seminarportal.de) realisiert unter dem erfolgreichen Konzept „Trümpfe für Unternehmer“ einen neuen Mittelstandskongress in Frankfurt am 23. Janauar 2009. Große Konzerne haben die wichtigsten Trümpfe im eigenen Haus: Kreativ- und Planungsteams. Für Mittelständler unbezahlbar! Trotzdem hat der mittelständische Unternehmer alle Karten in der Hand; in einer – in seiner – Hand! Es kommt nur darauf an, Trümpfe daraus zu machen. In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, in der die Karten immer wieder neu gemischt werden, kann man mit Einfallsreichtum und Strategie die entscheidenden Stiche machen. Gewinnpunkte, die der mittelständische Betrieb, seine Inhaberfamilie und Kunden brauchen!

Über die Internetseite Seminarportal.de, die von dem Frankfurter Betriebswirt Lutz Lochner konzipiert wurde, können Unternehmen über eine einfache Benutzerführung unternehmens- und managementbezogene Seminare abrufen, die speziell auf mittelständische Bedürfnisse zugeschnitten sind. In der Datenbank von Seminarportal.de stehen zurzeit ca. 43.000 Seminare von unterschiedlichen Anbietern. Darunter sind sowohl große Institutionen wie die Haufe-Akademie als auch kleine, spezialisierte Seminaranbieter und freiberufliche Referenten. Aktuell besuchen mehr als 300.000 verschiedene Besucher im Monat nur alleine die deutsche Seite. Das preisgekrönte Konzept wurde bereits exportiert nach: Österreich (http://www.seminarportal.at), Schweiz (http://www.SWISS-Seminar.ch) und Großbritannien (http://www.seminarportal.com). Weitere Länder werden in Kürze folgen.

„Zahlen Sie nicht für teure Entwicklungsabteilungen. Schauen Sie besser fünf führenden Referenten in die Karten, die Ihnen die Summe erfolgreicher Spielzüge vorstellen. Jeder einzelne ein Ass in seinem Fachgebiet.“, so Lutz Lochner, Initiator und Betreiber von Seminarportal.de.

Die Plattform Seminarportal.de bietet Nutzern und Anbietern gleichermaßen zahlreiche Vorteile. Wesentlich für die Qualität ist die Anbieterunabhängigkeit, wodurch eine hohe, zielgruppenspezifische Qualität gewährleistet wird. Diese wird unterstützt durch eine bewusst intuitive Bedienersteuerung, mit deren Hilfe sich Seminare einfach und in schnellen Schritten finden lassen. Das Seminarportal.de ist zudem werbefrei, was die Nutzerfreundlichkeit weiter steigert. Die Detailinformationen zu dieser Veranstaltung stehen bereit unter http://www.seminarportal.de/veranstaltungen.php.

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Widerstandskräftige GRENKELEASING

Von Dr. Oliver Everling | 27.Oktober 2008

Das Konzern-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg im Neunmonatszeitraum 2008 auf 35,3 Mio. EUR gegenüber 34,3 Mio. EUR im Vergleichzeitraum 2007. Der Konzern-Gewinn nach Steuern der GRENKELEASING AG (http://www.grenke.de) blieb mit 24,9 Mio. EUR im Neunmonatszeitraum 2008 gegenüber dem Vorjahr unverändert, obwohl im dritten Quartal 2007 der positive Steuereffekt aus der Unternehmensteuerreform in Deutschland das Ergebnis begünstigt hat. Das Ergebnis je Aktie mit 1,82 EUR ist entsprechend unverändert. Die GRENKELEASING AG steuert bisher offenbar mit Widerstandskraft durch die Krise.

GRENKELEASING AG wird von Standard & Poor’s mit BBB+/Stable/A-2 beurteilt. Damit ist das Urteil von S&P auf demselben Niveau wie am 15. Mai 2003, als erstmals ein S&P-Rating für die GRENKELEASING AG veröffentlicht wurde. „Das S&P-Rating eröffnet uns den direkten, zinsgünstigen Zugang zum Kapitalmarkt, ohne dass dafür Sicherheiten gestellt werden müssen“, kommentierte Wolfgang Grenke, Vorstandsvorsitzender der GRENKELEASING AG, seinerzeit das Ergebnis.

Dr. Uwe Hack, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GRENKELEASING AG, weist darauf hin, dass auch jetzt noch, nach Ausbruch der Kreditkrise, unbesicherte Finanzierungen für seine Gesellschaft möglich waren und sind. Hack sieht nach wie vor Vertrauen von Investoren in die von Ratingagenturen erteilten Ratings und geht davon aus, dass Ratingagenturen auch künftig eine wichtige Funktion erfüllen werden. Hack glaubt nicht, dass die realwirtschaftliche Transmission der Kreditkrise zu Wertberichtigungen führen und bei GRENKELEASING zu einer Verlustsituation führen könnte.

Der GRENKELEASING AG Konzern setzte im dritten Quartal 2008 die erfreuliche Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres fort. In den ersten neun Monaten 2008 wurden nur geringe Belastungen aus der internationalen Bankenkrise verzeichnet. Insgesamt konnte daher in der Neunmonatsperiode des laufenden Geschäftsjahres das Konzernergebnis vor Steuern um 3,0 % auf 35,3 Mio. EUR gesteigert werden. Das dritte Quartal war dabei mit einem Wachstum um 7,1 % sogar überdurchschnittlich stark.

Insgesamt konnte das Zinsergebnis vor Schadensabwicklung im Konzern in beiden Berichtsperioden erneut ausgeweitet werden. Auch inklusive der aktuell zu verzeichnenden höheren Schadensabwicklung stieg das Zinsergebnis im Neunmonatszeitraum 2008 gegenüber Vorjahr um 6,9 % und im dritten Quartal um 8,1 %. Steigende Schäden sind eine normale Entwicklung in Phasen rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Wachstums. Entsprechend ist dies nach Angaben des Vorstands in den Preisen und Ergebnisprognosen berücksichtigt. In den ersten neun Monaten 2008 liegt die GRENKELEASING AG weiterhin unter dem kalkulatorischen Wert und sieht darin einen Beweis ihrer Fähigkeit, Risiken richtig zu identifizieren und zu messen.

Auch aus dem Versicherungs- und dem Neugeschäft wurden steigende Ergebnisbeiträge erzielt. Das Verwertungsergebnis lag im dritten Quartal 2008 aufgrund geschäftstypischer Schwankungen unter Vorjahr, im Neunmonatszeitraum jedoch leicht über dem Vorjahresniveau. Aufgrund der damit insgesamt deutlich steigenden Einnahmenseite sei es gelungen, das EBIT im dritten Quartal und im Neunmonatszeitraum auszuweiten, obwohl die Auslandsexpansion im laufenden Geschäftsjahr mit außergewöhnlich hohem Tempo vorangetrieben wurde. Entsprechend steigen die Aufwandspositionen zum Teil kräftig an.

Die Beratungs- und Prüfungskosten, die das vergangene Geschäftsjahr deutlich belastet hatten, haben sich im Verlauf des aktuellen Geschäftsjahres sukzessive zurückgebildet, so dass inzwischen auch im Neunmonatszeitraum das Vorjahresniveau unterschritten wird. Inklusive des Finanzergebnisses konnte der Konzerngewinn vor Steuern im dritten Quartal und im Neunmonatszeitraum damit gesteigert werden.

Die Steuerbelastung des dritten Quartals 2007 war außergewöhnlich niedrig, da dort die gesamten Effekte im Zusammenhang mit der Anpassung des Steuersatzes im Zuge der Unternehmensteuerreform in Deutschland zu berücksichtigen waren. Aufgrund dieses buchhalterischen ungünstigen Basiseffekts blieb der Konzerngewinn nach Steuern im dritten Quartal 2008 mit 8,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 9,3 Mio. EUR und war im Neunmonatszeitraum mit 24,9 Mio. EUR unverändert gegenüber Vorjahr.

Das Neugeschäft der GRENKE Gruppe (inkl. Franchisepartner) – das ist die Summe der Anschaffungskosten neu erworbener Leasinggegenstände und Factoringvolumen – wuchs in den ersten neun Monaten 2008 um 15,9 % auf 433,8 Mio. EUR (9M-2007: 374,3 Mio. EUR). Das internationale Geschäft der GRENKE Gruppe erreichte gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 37,8 % und hat mit einem Anteil von 47,1 % (Vorjahr 39,6%) zum Neugeschäft der GRENKE Gruppe beigetragen.

Die DB1-Marge des Leasinggeschäftes der GRENKE Gruppe (Deckungsbeitrag 1 zu Anschaffungswerten) hat auf die ersten neun Monaten 2008 gesehen mit 10,6 % unsere Zielmarge von 10 % überschritten und einen Wert von 41,9 Mio. EUR erreicht (9M-2007: 34 Mio. EUR – Vergleichszahl Leasinggeschäft). Die erreichte DB1-Marge sowie das Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum zeigen vor dem Hintergrund gestiegener Refinanzierungskosten eine sehr positive Entwicklung.

Der entsprechende DB2 beträgt 59,6 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls erfreulich um 25,0 % gestiegen (9M-2007: 47,7 Mio. EUR). Insbesondere die DB2-Entwicklung des Auslandsgeschäfts, mit einer Steigerung von 52,2 % deutet an, dass die erwartete Entspannung in der Wettbewerbslage eingetreten ist. Hier zeigt sich unser Fokus auf Wachstum des Deckungsbeitrags und Steuerung des Neugeschäfts nach Profitabilitätsgesichtspunkten. Das Ergebnis wurde von 485 Mitarbeitern erwirtschaftet gegenüber 414 im Neunmonatszeitraum 2007 (auf Vollzeitbasis ohne Vorstand). 66 Mitarbeiter sind in den Franchisegesellschaften tätig (9M-2007: 99).

„Wachstum und Profitabilität des Neugeschäfts der GRENKE Gruppe inklusive Franchisepartner hatten im ersten Halbjahr 2008 am oberen Ende der Erwartungsbandbreite gelegen. Im dritten Quartal hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Wir haben damit“, erläuterte Dr. Uwe Hack, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der GRENKELEASING AG, „wie angekündigt die Chancen genutzt, die sich aus einer spürbar restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken ergeben sowie aus der erkennbaren Tendenz, dass sich einige Wettbewerber aus dem Small-Ticket-Leasinggeschäft zurückziehen und damit insgesamt eine gewisse Entspannung der Wettbewerbslage eintritt.“

Hack: „Auch im vierten Quartal 2008 wollen wir unsere Wachstumschancen weiter konsequent nutzen. Der Konzerngewinn des GRENKELEASING AG Konzerns blieb im Neunmonatszeitraum 2008 gegenüber dem Vorjahr unverändert, obwohl im dritten Quartal 2007 der positive Steuereffekt aus der Unternehmensteuerreform in Deutschland das Ergebnis begünstigt hat. Dabei haben wir davon profitiert, dass wir im Berichtszeitraum keine spürbaren Belastungen aus der internationalen Bankenkrise hinnehmen mussten.“ Für die Zukunft habe dieses Risiko jedoch weiterhin Bestand. Darüber hinaus sind Detailfragen bei der Besteuerung von Forfaitierungen nach wie vor nicht geklärt, so dass unverändert eine Prognoseunsicherheit bezüglich der Steuerquote im laufenden Geschäftsjahr besteht. „Unter Berücksichtigung dieser Risiken bestätigen wir daher unsere Prognose einer stabilen und positiven Entwicklung des Konzerngewinns innerhalb einer Spannbreite von 30,6 bis 33,0 Mio. EUR.“ Erläutert Hack das Ergebnis.

Weiter kommentiert er: „Auch für eine Phase gesamtwirtschaftlicher Schwäche sind wir richtig aufgestellt, da Leasingfinanzierungen dann tendenziell noch stärker nachgefragt werden. Wir können mit unserer jahrzehntelangen Erfahrung im Identifizieren und adäquaten Berücksichtigen von Risiken auch in solchen Perioden unsere Ertragskraft sichern. Mit unserer breiten Präsenz in mittlerweile zwanzig europäischen Ländern verfügen wir über diversifizierte Absatzmärkte, die wir entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklung individuell steuern können.“

Die GRENKE Gruppe (inklusive Franchisepartner) ist nunmehr in zwanzig europäischen Ländern tätig. Der GRENKELEASING AG Konzern (ohne Franchisepartner) ist in Deutschland in 20 Städten vertreten. Neben acht Niederlassungen in Frankreich, drei Niederlassungen in der Schweiz und zwei Niederlassungen in Italien arbeitet das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in Österreich, Tschechien, Spanien, den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Irland, Großbritannien, Polen und Belgien.

In Norwegen, Ungarn, Rumänien, Spanien (Madrid), Portugal, der Slowakei und Finnland sowie in Deutschland im Bereich Fahrzeugleasing und Factoring ist GRENKELEASING mittels eines Franchise-Systems präsent. GRENKELEASING bietet vorwiegend Verträge im Small-Ticket-IT-Leasing, für Produkte wie PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker oder Software mit relativ kleinen Objektwerten an. Die GRENKELEASING AG ist im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert und gehört dem SDAX an. Die Aktien der GRENKELEASING AG sind im SDAX der Frankfurter Wertpapierbörse unter dem Kürzel GLJ, ISIN DE0005865901, notiert.

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Neue Bedeutung bankinterner Ratingverfahren

Von Dr. Oliver Everling | 25.Oktober 2008

Das klassische Kreditgeschäft der Banken ist in der letzten Zeit angesichts der rasanten Marktentwicklung von strukturierten Kreditprodukten etwas in den Hintergrund geraten. Die fortlaufend steigenden Renditeerwartungen sind jedoch mit der aktuellen Finanzkrise geplatzt und die zuvor häufig als unrentabel gescholtene Fremdfinanzierung von Unternehmen wird wieder an Bedeutung gewinnen. Die Abschätzung der damit verbundenen Ausfallrisiken durch bankinterne Ratingverfahren wird auf Grund der erhöhten Risikosensibilisierung aller Marktteilnehmer und insbesondere der Bankenregulierung eine zentrale Rolle spielen. Die Banken werden sich wegen der umstrittenen Rolle der externen Ratingagenturen in der Finanzkrise wieder verstärkt auf ihre internen Verfahren der Risikoeinschätzung konzentrieren.

Bankinterne Ratingverfahren bezeichnen alle bankintern eingesetzten Verfahren, die der Schätzung der notwendigen Risikoparameter zum Zwecke der Ausfallrisikobeurteilung dienen. Das Ausfallrisiko wird einerseits durch den (erwarteten) unerwarteten Verlust infolge einer (antizipierten) Nichterfüllung oder nicht termingerechten Leistung von Zins- und Tilgungszahlungen quantifiziert und andererseits durch den Value-at-Risk im Hinblick auf das vorliegende Verlustpotenzial abgeschätzt, stellen Jan-Henning Trustorff und Birgit Botterweck dar in ihrem Beitrag „Bankinterne Ratingverfahren“ zum Buch von Oliver Everling, Klaus Hohlschuh und Jens Leker (Herausgeber): Credit Analyst (http://www.credit-analyst.eu), Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, http://www.oldenbourg.de, gebundene Ausgabe, 1. Auflage 2008, ISBN 978-3-486-58688-6.

Die zentrale Aufgabe der bankinternen Ratingverfahren ist die Schätzung der Eingangsgrößen der Ausfallrisikomodellierung. Die wichtigsten Risikoparameter sind die prognostizierte Ausfallwahrscheinlichkeit (EDF), die Verlustquote bei Ausfalleintritt (LGD) und das Volumen einer Risikoposition (EAD). Zur Modellierung des Zusammenhangs zwischen Risikoparametern und den erklärenden Einflussfaktoren werden überwiegend statistisch-mathematische Verfahren eingesetzt. Darüber hinaus können die Schätzungen auch durch eine Analyse historischer Daten aus internen und externen Quellen erfolgen oder entsprechend der aufsichtsrechtlichen Vorgaben abgeleitet werden.

Im Unterschied zum externen Credit Rating durch unabhängige Ratingagenturen dienen bankinterne Ratingverfahren, merken Trustorff und Botterweck an, der Einschätzung der obligor- und forderungsspezifischen Dimension des Ausfallrisikos für bankinterne Steuerungszwecke. Credit Ratings haben dagegen den Abbau von Informationsasymmetrien an den Kapitalmärkten zum Ziel und sind im Unterschied zu den internen Ratings allgemein zugängliche Ausfallrisikoinformationen, denen eine obligorspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann.

Gleichwohl seien bankinterne Ratingverfahren nur eine methodische Teilkomponente der risikoorientierten Gesamtbanksteuerung. Für die risikoorientierte Planung, Steuerung und Kontrolle der Kreditgeschäftsaktivitäten sind neben den bankinternen Ratingverfahren weitere Verfahren der Kreditrisikomodellierung und insbesondere die Implementierung der methodischen Verfahrensweisen durch ein integriertes und institutsweites Ratingsystem notwendig.

Darüber hinaus erfordert die eigenständige Bemessung der Eigenkapitalunterlegung auf Grundlage der internen Ausfallrisikomessung eine IRBA-Anerkennung des gesamten Ratingsystems durch die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin), berichten Trustorff und Botterweck. Gegenüber der BaFin muss das Kreditinstitut die Funktionsfähigkeit und angemessene Ausgestaltung des gesamten bankinternen Ratingsystems nachweisen und eine Vielzahl von Mindestanforderungen erfüllen.

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Basel II [Ä]nderungen unklar

Von Dr. Oliver Everling | 25.Oktober 2008

Am 1. Januar 2007 sind die neuen Eigenkapitalregelungen für Kreditinstitute in Deutschland in Kraft getreten. Mit der [Ä]nderung des Kreditwesengesetzes (KWG) sowie dem Erlass einer Solvabilitätsverordnung (SolvV) im Dezember des Jahres 2006 wurden die Vorgaben der EG-Banken- und der Kapitaladäquanzrichtlinie (2006/48/EG und 2006/49/EG) – kurz CRD – in nationales Recht umgesetzt. Die Baseler Säulen I und III wurden zum größten Teil in die SolvV aufgenommen, während die qualitativen Anforderungen der Säule II in Deutschland mit den MaRisk umgesetzt werden. Die SolvV ersetzt den bisherigen Grundsatz I und konkretisiert die in § 10 KWG geforderte Angemessenheit der Eigenmittel der Institute. Obwohl sie zum 1. Januar 2007 in Kraft getreten ist, hatten die Kreditinstitute übergangsweise für maximal ein Jahr noch die Möglichkeit, den „alten“ Grundsatz I anzuwenden, berichtet Rolf Haves vom Westfälisch-Lippischern Sparkassen- und Giroverband in seinem Beitrag zum Buch von Oliver Everling, Klaus Hohlschuh und Jens Leker (Herausgeber): Credit Analyst (http://www.credit-analyst.eu), Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München, http://www.oldenbourg.de, gebundene Ausgabe, 1. Auflage 2008, ISBN 978-3-486-58688-6.

Rolf Haves, Jahrgang 1965, war nach Abschluss seines wirtschaftswissen-schaftlichen Studiums an der Westfälischen-Wilhelms-Universität zu Münster vier Jahre national wie international für eine der führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Bereich Financial Services, Prüfung von Banken, tätig. Die fachlichen Schwerpunkte lagen im Bereich Kreditprüfung und Prüfung der Handelsgeschäfte im Sinne der MaH. Seit 1999 ist Rolf Haves Spezialist für bankaufsichtsrechtliche Grundsatzfragen und Risikocontrolling beim Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverband (WLSGV) in Münster. Seit vielen Jahren schult er Vorstände, Fach- und Führungskräfte sowie Verwaltungsratsmitglieder der Sparkassen. Dabei stehen neben den aufsichtsrechtlich zwingend zu beachtenden Normen immer die betriebswirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund.

Sein Buchbeitrag gibt einen ersten Überblick über die grundsätzlichen Inhalte der neuen Baseler Eigenkapitalübereinkunft (Basel II) bzw. deren nationale Umsetzung (SolvV). Gegenstand der Kapitel sind – nach einer kurzen Darstellung des Wegs von Basel I zu Basel II – die drei Säulen: Mindesteigenkapitalanforderungen, aufsichtlicher Überprüfungsprozess und Marktdisziplin. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei bei den Neuregelungen zu den quantitativen Eigenkapitalanforderungen für Kredit- und operationelle Risiken. Jedem einzelnen Kapitel ist ein Fazit angeschlossen, das die wesentlichsten Aspekte zur grundsätzlichen Systematik bzw. den Auswirkungen für eine Umsetzung kritisch begutachtet.

„Insgesamt bleibt festzuhalten,“ schreibt Haves, „dass Basel II die wahrscheinlich bedeutendste [Ä]nderung der Bankenregulierung seit Jahrzehnten gebracht hat und deshalb im Fokus aller Beteiligten stand.“ Unabhängig vom offiziellen Implementierungsdatum habe das Gedankengut von Basel II bereits frühzeitig Eingang in die Bankenpraxis gefunden. Das gesamte Risikomanagement konnte verfeinert werden, unabhängig vom z. B. gewählten aufsichtlich möglichen Ansatz zur Unterlegung der Kreditrisiken (STA vs IRBA).

Obwohl die neuen Regeln für die Institute (spätestens) im Januar 2008 in Kraft getreten sind, sieht die Aufsicht bereits Anpassungsbedarf. Die Europäische Kommission (KOM) hat mit Datum vom 16. April 2008 eine öffentliche Konsultation zu möglichen [Ä]nderungen an den Eigenkapitalvorschriften (Richtlinien 2006/48/EG und 2006/49/EG) eingeleitet, die der Branche und anderen Interessengruppen Gelegenheit geben soll, sich zu diesen [Ä]nderungen zu äußern. Die Konsultation ist zum einen vor dem Hintergrund der Arbeiten zu sehen, die derzeit in verschiedenen Aufsichts- und Branchengremien zur Eigenkapitalrichtlinie stattfinden, zum anderen aber auch eine Reaktion auf die jüngsten Empfehlungen des Forums für Finanzstabilität der G-7.

Die KOM hat mittlerweile einen ersten offiziellen Vorschlag zur Neufassung der EU-Vorschriften für die Eigenkapitalausstattung der Banken vorgelegt, mit der sie beabsichtigt, die Stabilität des Finanzsystems zu erhöhen, die Risiken zu verringern und die Überwachung von EU-weit tätigen Banken zu verbessern. Die neuen Vorschriften sehen vor, dass die Banken bei der Kreditvergabe nicht über ein bestimmtes Limit hinausgehen dürfen (Großkreditbestimmungen), während sich die nationalen Aufsichtsbehörden einen besseren Überblick über die Aktivitäten grenzübergreifender Bankengruppen verschaffen können. Weitere wesentliche [Ä]nderungen betreffen die Verbesserung der Qualität des Bankenkapitals (Hybridkapital) bzw. Verbesserungen in den Bereichen Liquiditätsrisiko und verbriefte Produkte. Der Vorschlag der KOM als auch weitere Dokumente sind über folgende Website abrufbar: http://ec.europa.eu/internal_market/bank/regcapital/index_de.htm.

Der Vorschlag zur [Ä]nderung der geltenden Eigenkapitalrichtlinie wird nun dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat zur Prüfung vorgelegt. Wegen der anstehenden Wahlen zum Europa-Parlament im zweiten Quartal 2009 sollen die Verhandlungen von Rat und Parlament bis Jahresende abgeschlossen sein, um die [Ä]nderungen an Basel II noch in der laufenden Legislatur abzusegnen. Die Relevanz für die Institute in Deutschland ergibt sich damit erst mit der Umsetzung in nationales Recht (KWG bzw. SolvV). Der genaue Zeithorizont bleibt damit aber nach wie vor unklar (2009/2010).

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