Höhere Löhne steigern Konsum
Von Dr. Oliver Everling | 10.November 2008
„Nicht hohe, sondern höhere Lohnsteigerungen sind jetzt gefordert“, sagt Dr. Rainer Rau von der Feri EuroRating Services AG aus Bad Homburg (www.feri.de). Die Lohnsteigerungen seien notwendig, um der Konjunktur auch Impulse aus dem Inland zu geben. Rau stützt sich bei seiner These auf die Entwicklung der Lücke zwischen in- und ausländischer Nachfrage. Der Beitrag der Außenwirtschaft schwanke um die Nulllinie. „Um herzustellen, was wir exportieren, müssen wir viel importieren“, sagt Rau.
Der Exportweltmeister profitiere nicht vom Export. Einen Nutzen lasse sich daraus kaum ziehen. „Man muss es behalten und weiter verfolgen, aber auch ein Gegengewicht schaffen, damit im Inland etwas dazukommt“, sagt Rau. Nach seinen Worten will er damit die Leistungen deutscher Unternehmen im Export nicht schmälern. Die Leistungen der Maschinenbauer usw. finden weltweit Anerkennung. Rau vermisst den Einzelhandelsumsatz, der nur durch höhere Löhne stimuliert werden könne.
„Ohne die Exporte wären wir ganz schlecht dran, aber wir sind einseitig strukturiert“, betont Rau. Die inländische Nachfrage setze sich aus zwei Komponenten zusammen, aus der Investitions- und der Konsumtätigkeit. Letztere bekomme man nur hoch, wenn man die Löhne erhöhe. Rau wendet sich gegen die einseitige Forcierung des Exports, der nur einen geringen Beitrag zum Wachstum in Deutschland leisten könne.
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Feri Herbsttagung diskutiert Bankenüberkapazitäten
Von Dr. Oliver Everling | 10.November 2008
„Die Aktienmarktkrise hat andere Ursachen als die Finanzmarktkrise“, sagt Dr. Rainer Rau von der Feri EuroRating Services AG aus Bad Homburg in seinem Vortrag anlässlich der 21. Feri Herbsttagung in Frankfurt am Main. Rau sprach über das Thema „Finanzmarktkrise und Rohstoffpreise bedrohen die Weltwirtschaft – Kommt die Depression?“ Rau wendet sich u. a. gegen die Vorstellung, dass es nur der wenig kreditwürdige Häuslebauer in den USA gewesen sei, der die Krise ausgelöst habe.
Tiefere Ursachen der Krise sieht Rau in den Überkapazitäten der Banken. Diese hätten neue Geschäftsfelder gesucht, mit denen sie höhere Renditen erzielen würden. „Die Alternative wäre gewesen: Wir lösen die Bank auf“, sagt Rau. IKB, KfW, SachsenLB, WestLB, BayernLB und LBBW wurden so von herben Verlusten aus riskanten Geschäften getroffen. Rau listet die größten Verlierer auf und gibt seiner Darstellung eine Überschrift aus Las Vegas: „Danke fürs Mitspielen, Ladies and Gentlemen.“
Alle Bankenpleiten seien in Märkten eingetreten, in denen deutliche Überkapazitäten bestanden. Seit vielen Jahren sei bekannt, dass die Finanzwirtschaft „das nächste Krisenkind“ sein würde. Die Überversorgung mit Liquidität sei in die falschen Kanäle gegangen. „Viel Geld – was machen wir mit dem Geld – warum verbrennen wir es nicht?“ Dieser oft in den Medien dargestellte Zusammenhang sei eine unzulässige Verkürzung des Problems.
Greenspan könne sich eigentlich zurücklehnen, da er seinen gesetzlichen Auftrag erfüllt habe, nämlich dahin gebracht habe, „wo sie hingehöre“. Der Seiteneffekt sei aber die Überversorgung mit Liquidität gewesen. Es könne aber nicht Aufgabe des Notenbankpräsidenten sein, sich mit den Nebeneffekten zu befassen. In der dualen Funktion der Geldpolitik, die zu billigem Geld geführt habe, sieht Rau eine der Ursachen der Finanzmarktkrise.
Rau spricht auch die Gier auf hohe persönliche Einkommen und Boni an, die bei Bankern zu kurzsichtigen Entscheidungen geführt hätten. Auch Leerverkäufe, die immer höheren finanziellen Hebel und – wie in der Herstadt-Pleite – kurzfristige Refinanzierung langfristiger Kredite waren wichtige Krisenverstärker.
Bei der Krise der Stahlindustrie habe man in einem vergleichsweise isolierten Sektor der Volkswirtschaft Überkapazitäten abbauen müssen. Bei den Banken wäre dies auch so, wenn nicht der Kapazitätsabbau so erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hätte, da Banken eine so zentrale Rolle für die Volkswirtschaft spielten. „Der Anpassungsprozess führt zu einer Reduzierung der Kapazitäten bei den Banken – und das ist gut so“, betont Rau. Eine von Greenspan gebilligte Kreditorgie sei letztlich auf die Überkapazitäten zurückzuführen, da die Banken das Geld, dass sie für sich verbuchten, eigentlich nicht verdienten.
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BB Rating für Autohaus Nord GmbH, Güstrow
Von Dr. Oliver Everling | 9.November 2008
Die MAR Rating GmbH (www.mar-rating.de) hat die Autohaus Nord GmbH in Güstrow, unter anderem nominiert für den Großen Preis des Mittelstandes, mit der Note BB geratet.
Das 1999 übernommene Autohaus ist ein Kraftfahrzeug-Markenhändler im ländlichen Bereich Mecklenburg-Vorpommerns, südlich von Rostock und gehört mit zwei weiteren Tochterunternehmen zur Autohandelsgesellschaft Güstrow GmbH & Co. KG. Das Ratingergebnis BB ist für die Branche, vor allem im regionalen Marktumfeld Mecklenburg-Vorpommerns, ein außerordentlich gutes Ergebnis.
Die Autohaus Nord GmbH vertritt die Marken Volkswagen und Skoda, für die jeweils eigene Ausstellungsgebäude und gemeinsame Werkstatt- und Serviceräume zur Verfügung stehen. Hervorzuheben sind die gute Marktstellung im Geschäftsgebiet, das vom südlichen Rostock bis Schwerin reicht und der ausgesprochen gute Service. Besonders gut hat das Unternehmen in den Bereichen Personal, Controlling, Absicherung und Geschäftsleitung abgeschnitten.
Beim Autohaus Nord ist man mit dem Rating zufrieden. „BB ist für ein mittelständisches Unternehmen dieser Größenordnung in einem schwierigen Marktumfeld eine gute Bewertung“, sagt Geschäftsführer Herr Udo Hintze. „Durch das Rating haben wir unsere Stärken klarer erkannt – die differenzierten Ergebnisse des Ratings geben uns die Möglichkeit unsere Marktposition auszubauen. Auch unsere Hausbanken haben die Ergebnisse mit Interesse zur Kenntnis genommen.“
Weitere Informationen zur MAR sowie zu deren Verfahren und der detaillierten Ratingnotation finden sich unter www.mar-rating.de.
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[Ä]nderung politischer Anreizstrukturen gefordert
Von Dr. Oliver Everling | 9.November 2008
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist im öffentlichen Interesse tätig. „Ihr Hauptziel ist es,“ formuliert die BaFin in ihrer Selbstdarstellung, „ein funktionsfähiges, stabiles und integres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten. Bankkunden, Versicherte und Anleger sollen dem Finanzsystem vertrauen können.“ Nach § 6 Absatz 2 des Kreditwesengesetzes – Gesetz über das Kreditwesen hat die Bundesanstalt Missständen im Kredit- und Finanzdienstleistungswesen entgegenzuwirken, welche die Sicherheit der den Instituten anvertrauten Vermögenswerte gefährden, die ordnungsmäßige Durchführung der Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen beeinträchtigen oder erhebliche Nachteile für die Gesamtwirtschaft herbeiführen können. Das Versagen des BaFin in der aktuellen Finanzmarktkrise wirft grundsätzliche Fragen nach der Effizienz von Institutionen auf.
Die 2008 veröffentlichte Dissertation von Dr. Olaf Labitzke liefert dazu elementare Antworten. Effiziente Institutionen stellen einen entscheidenden Faktor für einen Staat im globalen wirtschaftlichen Wettbewerb dar. Infolge von internen und externen Entwicklungen, die sich unmerklich aber auch unvermittelt vollziehen, besteht die Notwendigkeit, das institutionelle System laufend an die veränderten Umstände anzupassen. Dies stellt hohe Anforderungen an das politische System und dessen Fähigkeiten im Gesetzgebungsprozess, den Wandel der institutionellen Rahmenbedingungen voranzutreiben und in die „richtige“ Richtung zu lenken. In der deutschen Öffentlichkeit herrscht allerdings oft die Wahrnehmung vor, dass Reformmaßnahmen zu spät oder unzureichend bzw. nicht zielführend für die Lösung von Problemen sind. Im Ergebnis blieben Wachstumsmöglichkeiten ungenutzt und die wirtschaftliche Entwicklung würde beeinträchtigt.
Die Doktorarbeit von Dr. Olaf Labitzke „Institutionen, Akteurskonstellationen und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands – Eine institutionenökonomische Analyse“ im Verlag Dr. Kovac (ISBN 978-3-8300-3748-4) untersucht die Art und Richtung der Entscheidungsfindung im politischen System – welche Akteure in den verschiedenen Phasen des politischen Prozesses überhaupt relevant sind, welche Interessen und Zielsetzungen sie jeweils verfolgen und zu welchen Ergebnissen ihre Interaktionen im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland führen. Labitzke studierte an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, ist Diplom-Volkswirt, Politologe M.A., und ist inzwischen mit Aufgaben der Branchenanalyse in der Commerzbank AG bin Frankfurt am Main befasst.
Auf Basis der Neuen Institutionenökonomik entwirft Labitzke ein umfassendes Modell des politischen Systems, das die Darstellung und Herleitung der Handlungsweisen der für die Gestaltung der formalen staatlichen Institutionen relevanten politischen Akteure aus der Anreizstruktur der institutionellen Rahmenbedingungen ermöglicht. Dabei stehen die Interaktionen von Regierung, Bürokratie und Interessengruppen als maßgebliche politische Akteure im Zentrum der Untersuchung. Zudem werden auch Veto-Player wie Bundesrat und Bundesverfassungsgericht in das Modell mit eingebunden.
Aufgrund der herrschenden Anreizstruktur in Deutschland wird nach Erkenntnis von Labitzke bei den politischen Akteuren Verhaltens- und Handlungsweisen gefördert, die im Ergebnis einen negativen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung in Form von niedrigeren Wachstumsraten haben. „Der von den politischen Akteuren initiierte institutionelle Wandel ist nicht primär auf das Gemeinwohl ausgerichtet,“ so Labitzke, „sondern dient zumeist der Erfüllung der jeweiligen Zielsetzungen. Um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands zu erhöhen, sind folglich die institutionellen Rahmenbedingungen für die Akteure derart zu verändern, dass diese einen Anreiz zur Schaffung von wachstumsfördernden Institutionen haben.“
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Sander: Rezession, was tun?!
Von Dr. Oliver Everling | 7.November 2008
Die Finanzmarktkrise wird in der Realwirtschaft ankommen. In der einen Branche schnell, in der anderen verzögert. Für Mittelständler bedeutet das, sich heute vorzubereiten, damit sie jetzt agieren können – und nicht erst reagieren, wenn die Engpässe bereits da sind. Dazu bietet eine neue Internetseite konkrete Unterstützung.
„Die Kernfrage lautet: wie komme ich mit einem Umsatzrückgang von 5 %, 10 % oder gar 20% im Jahr 2009 zurecht?“ Welche betrieblichen Bereiche muss ich mir ansehen, prüfen und ggf. jetzt handeln?
Auf der Internetseite www.rezession-was-tun.de werden jeden Montag zu einem der wichtigen betrieblichen Teilbereiche Fragen, Hinweise und Tipps gegeben. Diese Initiative stellt der Neusser UnternehmerBerater Carl-Dietrich Sander auch als Newsletter bereit.
Die Themenreihe reicht von den eigenen Kunden bis zur Finanzierung. Wie werden die Kunden des Unternehmens vom Konjunkturabschwung betroffen sein? Und wann und wie wird sich das im eigenen Umsatz negativ bemerkbar machen? Wie kann ein Unternehmen gegensteuern? Wie kann ein Unternehmen den mit einem Umsatzrückgang wachsenden Finanzierungsbedarf im heutigen Bankenumfeld sichern?
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Neue Feri Ratings für StarCapital
Von Dr. Oliver Everling | 6.November 2008
Die Feri EuroRating Services AG hat zum Stichtag 30. September 2008 zwei Fonds der StarCapital AG geratet. Mit der Höchstbewertung A (sehr gut) wurde der am 05. März 2008 aufgelegte StarCapPlus – Huber Strategy 1 (ISIN: LU0350239504) bewertet. Der Mischfonds investiert ohne Orientierung an einem Vergleichsindex weltweit flexibel in Aktien und Renten. Der Anlageschwerpunkt liegt im Anleihensegment auf Staats- und Unternehmensanleihen mit guter Bonität. Der Aktienanteil im Portfolio besteht aus internationalen Unternehmen mit Fokussierung auf hochkapitalisierte Standardwerte. Die Allokation zwischen Aktien und Renten sieht vor, dass eine antizyklische Erhöhung der Aktienquote bis zu 80% des Sondervermögens möglich ist. Der Fonds wurde von Feri der Vergleichsgruppe Mischfonds Global Flexibel zugeordnet.
Der als gut (B-Rating) bewertete StarCap SICAV – Winbonds Fonds (ISIN: LU0256567925) investiert weltweit vorwiegend in auf EURO lautende Anleihen. Der Anlageschwerpunkt liegt hierbei auf Staats- und Unternehmensanleihen mit guter Bonität (Investment-Grade). In begrenztem Umfang kann auch in Anleihen mit geringer Bonität investiert werden. Die gewählte Anleihen-Laufzeit basiert auf dem durch monetär und realwirtschaftlich bestimmten Zinstrend. Die präferierte Bonität der Schuldner im Portfolio wird durch Analyse der Bonitäts-Spreads ermittelt.
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FondsGuide Deutschland 2009
Von Dr. Oliver Everling | 3.November 2008
Der „FondsGuide Deutschland 2009″ aus dem Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart (www.schaeffer-poeschel.de, ISBN 978-3-7910-2842-2) enthält gute Gründe, sich jetzt nicht nur mit dem von der Feri EuroRating Services AG aus Bad Homburg (www.feri.de) herausgegebenen Buch auszustatten, sondern auch mit den Investmentfonds, die von der Ratingagentur mit Bestnoten beurteilt wurden. Viele Fondsanteile sind jetzt zu günstigen Preisen erhältlich, denn auch an den Fonds ist natürlich die Finanzkrise nicht spurlos vorüber gegangen.
Mit Credit Ratings werden Erwartungen über bestimmte Ausfallraten bei Wertpapieren geweckt. So steht ein AAA für eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass der so beurteilte Emittent auch langfristig in der Lage sein wird, seine zwingend fälligen Zahlungsverpflichtungen stets vollständig und rechtzeitig zu erfüllen. Übertragen auf Asset-Backed Securities, Collateralized Debt Obligations und andere Finanzinstrumente wurden jedoch die Anlegererwartungen von führenden Agenturen wie Moody’s Investors Service oder Standard & Poor’s jedoch enttäuscht: Während bei traditionellen Anleihen die guten Ratings durchaus hielten, was sie versprachen, wurden Investoren bei den Ratings für die neueren Finanzinstrumente oft herbe von Herabstufungen überrascht. Ein „Triple A“ erwies sich nicht als gleichbedeutend mit einer 0 % Ausfallwahrscheinlichkeit.
Ganz anders das Konzept der Feri EuroRating Services in Bad Homburg. Quantitative und qualitative Indikatoren dienen hier dazu, eine relative Einordnung jedes Investmentfonds gegenüber seiner Vergleichsgruppe vorzunehmen. Die Ratingskala reicht von A für „sehr gut“ bis E für „schwach“. Im Beitrag von Dr. Tobias Schmidt, Vorstand der Feri EuroRating Services AG, und Fondsanalyst Christian Michel wird nicht nur Struktur und Zielsetzung des Ratings klar, sondern auch, wie verschiedene Nutzergruppen von diesem Rating profitieren.
Für den privaten Anleger stehen die auf www.fonds-rating.de verfügbaren Ratingergebnisse im Mittelpunkt des Interesses. Dem Anlageberater werden darüber hinaus die Indikatoren helfen, fundiert mit Hilfe des Feri Rating Reporting zu beraten. Dem institutionellen Investor dürften darüber hinaus für kundenspezifische Analysen die Kennzahlen und Detailinformationen hilfreich sein. Die Nutzenpyramide spiegelt sich auch im Buch, so dass es verschiedene Lesergruppen gleichermaßen zu befriedigen mag.
Wichtigster Vorteil des Konzepts der Feri ist es, den Anleger mit den Fondsratings nicht auf bestimmte Performanceerwartungen festzulegen, sondern die relative Vorziehenswürdigkeit aufzuzeigen. Im Durchschnitt bringen besser geratete Fonds stets bessere Anlageergebnisse als der Durchschnitt schlechter gerateter Fonds. Das ist die entscheidende Botschaft, um die Fonds mit besseren Noten zu wählen. Der „FondsGuide Deutschland 2009″ liefert dafür die statistischen Beweise.
Der Titel „FondsGuide Deutschland 2009″ ist insofern irreführend, als dass hier keineswegs nur Anlage in Deutschland zum Gegenstand der Analyse gemacht werden. Vielmehr werden alle Fonds in ihren unterschiedlichen Anlagekategorien aufgelistet, die besten auch detailliert beschrieben. Das Buch gibt einen Überblick über die in Deutschland erhältlichen Fonds, die in Deutschland, Europa oder auch weltweit investieren. Entsprechend gibt der erste Beitrag des Buches von Dr. Tobias Schmidt die aktuelle Lage und den Ausblick für die globale Konjunktur und die Kapitalmärkte wieder.
Wichtige Argumente, jetzt in Fonds anzulegen, werden von Andreas Fink, Direktor, und Frank Bock, Abteilungsdirektor, vom BVI Bundesverband Investment und Asset Management e.V. dargelegt. Um die ab 2009 erhobene Abgeltungssteuer von 25 % zu sparen, sollte bis Jahresende noch angelegt werden. Die derzeit günstigen Kurse laden dazu ein. Die seit Jahren besten Kurschancen verbinden sich mit einem Steuerspareffekt, der nur noch bis Jahresende genutzt werden kann.
Ob die Mehrheit der Manager von Investmentfonds wirklich dauerhaft in der Lage ist, ihre jeweiligen Vergleichsindizes zu schlagen und dem Anleger eine bessere Performance abzuliefern, darf trefflich bezweifelt werden. In jedem Fall aber sprechen gute Noten für bessere Chancen. Der „FondsGuide Deutschland 2009″ ist insbesondere ein Beitrag zur besseren Aufklärung von Anlegern. So zeigt das Ergbnis einer im GfK Finanzmarktpanel erhobenen Schätzfrage, „Was wurde aus einer Einmalanlage von 10.000 Euro nach 20 Jahren?“, dass sich Anleger im Durchschnitt gründlich verschätzen: Die Wertentwicklung von Sparbüchern wird über, die Wertentwicklung von Aktienfonds nachweislich unterschätzt.
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Monopol der Ratingagenturen erhöht Volatilität
Von Dr. Oliver Everling | 3.November 2008
„In Bullmärkten reduzieren sich die von Investoren geforderten Risikoprämien“, sagt Prof. Mordecai Kurz. Im Rahmen einer CFS Lecture sprach Mordecai Kurz, Joan Kenney Professor of Economics an der Stanford University in den USA, über „The Role of Diverse Beliefs in Market Dynamics“. Wenn eine Mehrheit der Marktteilnehmer an steigende Kurse glaube, würden diese die Erträge aus steigenden Kursen in ihren Renditeerwartungen einkalkulieren. Damit schrumpft die Marge zusammen, die für die Kompensation von Risiken kalkulatorisch zur Verfügung steht.
Die Analyse von Kurz führt zu dem paradoxen Ergebnis, dass die Erwartungen auf Kursveränderungen bei steigenden Kursen nicht auch zu steigenden Risikoprämien wegen der höheren Volatilität führen. Umgekehrt steigen nämlich die Risikoprämien, wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer sinkende Kurse erwartet, da der gleiche Effekt auch in die entgegengesetzte Richtung wirken muss.
Kurz zeigt auf, dass gerade eine hohe Übereinstimmung von Erwartungen der Marktteilnehmer zu mehr Volatilität führen muss. Wenn am Markt sehr heterogene Erwartungen zu Marktaktivitäten der Marktteilnehmer führen, kompensieren sich die unterschiedlichen Effekte. Glauben aber alle an einen Bull- oder einen Bear-Markt, dann steigt das Risiko extremer Kursentwicklungen. Die Öffentlichkeit, die Markterwartungen von Meinungsführern und Analysten genießt, trägt zur Gleichgerichtetheit des Verhaltens der Marktteilnehmer bei.
Steigende Differenzen in den Erwartungen dürften zu zusätzlichen Marktaktivitäten führen, denn die Marktteilnehmer müssen dann ihre Portfolien anpassen. Diese Anpassungen an veränderte Erwartungen gehen mit Transaktionen einher, die sich in Umsätzen an den Börsen abbilden.
Kurz hält die Markterwartungen fr so wichtig wie die Fundamentaldaten. Die Markterwartungen seien zentral für jeden politischen Eingriff. Die dominanten Risiken in Finanzmärkten seien die Risiken über zukünftige Markterwartungen. Rationale Agenten machen korrlierte Fehler, die systemische Risiken verursachen. Diese seien nicht mit exogenen Schocks zu verwechseln.
Ratingagenturen, zumal monopolisiert durch wenige Ratingagenturen wie Moody’s und Standard & Poor’s, addieren Konsensus im Markt. Kurz vermutet daher, dass im Rahmen seiner Theorie die Monopolisierung des Ratingmarktes zur Erhöhung der Volalität der Finanzmärkte beiträgt. Kurz denkt aber über weitere Evidenz nach und betrachtet das Beispiel kalifornischer Municipal Bonds zur Zeit der Krise. Diese Kommunalanleihen waren hoch geratet. Zwischen gerateten und nicht gerateten Anleihen gab es damals aber kaum Unterschiede. Die Preisdifferenzen seien sehr eng gewesen, zumal sie versichert waren. Kurz sieht im Einfluss der Ratingagenturen daher eine offene Frage, die weiterer Erforschung bedürfe.
Kurz ist sich sicher, dass durch das Rating tendenziell eine höhere Korrelation der Markterwartungen bewirkt werde. Rating erhöht die Korrelation der Erwartungen der Marktteilnehmer. Kurz verallgemeinert diesen Punkt, da auch durch sonstigen Medien eine Homogenisierung von Erwartungen bewirkt werde. Wenn Marktteilnemer auf dieser Basis Entscheidungen treffen, habe dies nichts mit Irrationalität oder Psychologie zu tun, sondern sei vielmehr mit der Vorstellung eines rationalen Entscheiders vereinbar.
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Rettungspaket nach Commerzbank-Schieflage
Von Dr. Oliver Everling | 3.November 2008
Für das abgelaufene dritte Quartal weist die Commerzbank ein Konzernergebnis von minus 285 Mio. Euro (Q3 2007: Gewinn 339 Mio. Euro) aus. Das operative Ergebnis lag bei minus 475 Mio. Euro. Insbesondere im kapitalmarktnahen Geschäft entstanden Belastungen aus Abschreibungen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro.
Die Commerzbank hat daher in einer Ad hoc-Mitteilung bekannt gegeben, dass sie das von der Deutschen Bundesregierung zur Stabilisierung des Finanzmarktes ins Leben gerufene Programm zur Stärkung ihrer Kapitalbasis nutzen wird. Darauf habe sich die Bank mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)�?verständigt. Der Fonds werde der Commerzbank eine stille Einlage in Höhe von 8,2 Mrd. Euro zur Verfügung stellen, die zu 100% auf das Kernkapital angerechnet werde. Darüber hinaus räumt der SoFFin der Commerzbank-Gruppe als Option eine Garantie für Schuldverschreibungen über 15 Mrd. Euro ein.
Durch die Bereitstellung der stillen Einlagen soll die Kernkapitalquote (Tier 1, HGB) der Commerzbank nach HGB auf 11,2% steigen und angabegemäß die erhöhten Eingenkapitalanforderungen seitens der Aufsicht, der Ratingagenturen und des Kapitalmarkts erfüllen und auf dem Niveau internationaler Wettbewerber liegen. Gleichzeitig setzt die Bank ihr mittelfristiges Ziel für die Kernkapitalquote von zwischen 7% bis 8% auf 7% bis 9% herauf. Auch nach der Dresdner Bank- Übernahme werde die Kernkapitalquote im oberen Bereich der erhöhten Zielbandbreite liegen, so die Commerzbank.
Moody’s Rating Aa3 stab., Standard & Poor’s Rating A neg. und Fitch Ratings A watch neg. werden durch das Rettungspaket und seine Inanspruchnahme durch die Bank bestätigt. In ihrem Analysen haben die Agenturen stets auch auf die Unterstützungsmechanismen hingewiesen, die – wie im jetzt eingetretenen – Notfall wirksam würden, um die Bank und ihre Gläubiger aufzufangen.
„Die Inanspruchnahme des Rettungspakets durch die Commerzbank hatte sich bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet. Die Verschärfung der Finanzkrise mit weiteren Belastungen für die Ertragslage und die Kapitalbasis sowie der daraus resultierte Verlust der Bank dürften den Ausschlag gegeben haben, die Kapitalbasis deutlich zu stärken. Zudem“, urteilen Analysten aus dem DZ BANK Research, „muss die Commerzbank die Übernahme der Dresdner Bank verkraften.“
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Coface warnt vor Zahlungsausfällen durch Kreditkrise
Von Dr. Oliver Everling | 3.November 2008
Im Zuge der internationalen Finanzkrise hat sich in Europa die Kreditproblematik weiter verschärft. Aufgrund der Vertrauensverluste wird es immer schwieriger, Bankkredite zu erhalten. Das hat spürbare Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stiegen die Zahlungsausfälle der Unternehmen von Januar bis September 2008 um 36 Prozent an. Coface reagiert nun auf diese rapide Zunahme: Großbritannien und Irland wurden im Länderrating von A1 auf A2 abgewertet. Beide Länder waren bereits im letzten Jahr unter Beobachtung für eine Abwertung gestellt worden. Island, schon seit März 2007 unter Beobachtung, wurde jetzt von dem internationalen Forderungsspezialisten von A1 auf A3 heruntergestuft. Neu unter negative Beobachtung gestellt wurden Italien und Frankreich, aber auch Hongkong.
Die Kreditkrise beschränkt sich keinesfalls auf einzelne Länder. „Angesichts der signifikanten Verschlechterung des Zahlungsverhaltens bei den Unternehmen weltweit zeichnete sich für uns schon Anfang des Jahres das Aufkommen einer globale Kreditkrise ab“, sagt Norbert Langenbach, Vorstandsmitglied von Coface Deutschland. Die fünfte Krise seit dem ersten Ölschock in den 1970er Jahren sei aber nun im vollen Gange.
Dabei wird das Ausmaß der Krisen von 1973, 1982 und 1991 noch nicht erreicht, doch dem Platzen der Internetblase 2001 kommt die aktuelle Krise schon sehr nahe. Vor allem die Industrieländer sind betroffen. So stieg allein im letzten Quartal das Risiko in Westeuropa nochmals um über 18 Prozent. Dank der Widerstandskraft der Schwellenländer weitete sich die Krise zwar weniger aus als in früheren Krisenjahren, doch bedingt durch die spezifisch finanzielle Komponente ist die Kreditklemme dafür umso heftiger.
Wie in der Vergangenheit muss nach Ansicht von Coface auch dieses Mal damit gerechnet werden, dass die Wirtschaftskrise mindestens 18 Monate, wenn nicht zwei Jahre anhalten wird. Dies setzt allerdings voraus, dass es nicht zu weiteren Einbrüchen kommt, etwa beim US-Dollar, in China oder bei neuen Finanzinstrumenten.
Auf den Anstieg des Risikos reagiert Coface mit einer Serie von Abwertungen im Länderrating. Begonnen hat es damit, dass die Bewertung A1 der Vereinigten Staaten im April 2007 unter Beobachtung für eine Abwertung gestellt wurde. Ein Jahr später wurde die kriselnde Wirtschaftsmacht auf A2 heruntergestuft. „Die westeuropäischen Länder, zu Jahresbeginn noch kaum betroffen, ziehen jetzt nach“, kommentiert Norbert Langenbach die aktuelle Situation. „In Deutschland bleibt die Lage zwar noch vergleichsweise stabil, doch registrierten wir im dritten Quartal für Westeuropa insgesamt eine Steigerung des Risikos um mehr als 18 Prozent. Gerade die deutschen exportorientierten Unternehmen sollten jetzt auf ihr Risikomanagement achten“, empfiehlt das Vorstandsmitglied.
„Hauptauslöser der Krise war das Platzen der Immobilienblasen. Vor allem in Ländern wie Großbritannien und Irland sind die Unternehmen davon betroffen“, erklärt Yves Zlotowski, Chefvolkswirt von Coface. „Beim Anwachsen der Finanzkrise kamen neue Verbreitungswege zutage, die dazu beitragen, dass das Vertrauen der Wirtschaftsakteure mehr und mehr untergraben wird. Die Krise macht vor der Eurozone nicht halt. Auch in Frankreich und in Italien zeigen sich unmittelbare Auswirkungen.“
In Großbritannien, Irland und Island löste speziell der Niedergang im Eigenheimbereich die Krise aus. In die Fußstapfen der USA und von Spanien tretend, sehen die drei Länder nun ihr A1-Rating, das bereits unter negativer Beobachtung stand, heruntergestuft. Das Rating von Großbritannien und Irland liegt jetzt bei A2, die Abwertung Islands auf A3 zeugt vom Ernst der Lage dort. Coface rechnet in allen drei Ländern mit wachsenden Schwierigkeiten für Unternehmen: Speziell in Großbritannien nehmen die Auswirkungen der Finanz- und Eigenheimkrise auf den privaten Konsum und die Unternehmensinvestitionen weiter zu. Die Zahl der Insolvenzen stieg mit 14 Prozent im ersten Halbjahr 2008 drastisch an. In Irland hat die Eigenheimkrise die gesamte Volkswirtschaft im Mitleidenschaft gezogen. Das Land steht kurz vor einer Rezession. In der ersten Jahreshälfte stiegen die Zahlungsausfälle bei Unternehmen um 75 Prozent. In Island ist nach dem Niedergang des Immobilienmarkts auch noch das Bankensystem zusammengebrochen.
Doch auch die Unternehmen in Italien und Frankreich leiden unter dem Vertrauensverlust und der Kreditklemme: Für Italien wurde das Rating A2 unter negative Beobachtung gestellt, da sich angesichts des geringen Wachstums und der stetig steigenden Kosten die Risiken für Unternehmen erhöhen. Frankreichs Rating A1 erging es entsprechend. Vor allem seit diesem Sommer registriert Coface einen deutlichen Anstieg bei den Zahlungsausfällen französischer Unternehmen. Im September 2008 lagen sie um 75 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Branchen Transport und Bau sowie der Immobilienmarkt überhaupt waren als erste betroffen. Die Probleme sind vor allem auf die Schwierigkeiten beim Kreditzugang sowie auf den allgemeinen Auftragsrückgang zurückzuführen.“
Angesichts der europaweiten Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung unterstreicht Norbert Langenbach das Engagement der Kreditversicherer, die Auswirkungen der Krise für die Unternehmen abzufedern. Ihnen käme auch insofern eine präventive Rolle zu, indem sie Unternehmen vor Kunden bewahren, die ihre Lieferungen nicht bezahlen. „Der Hauptgrund für die Insolvenz eines Unternehmens liegt in der Zahlungsunfähigkeit seiner Kunden.“
Die Coface-Länderbewertungen berücksichtigen insbesondere das Zahlungsverhalten der Unternehmen bei kurzfristigen Verbindlichkeiten in den jeweiligen Ländern. Es fließen aber auch Daten zur wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Entwicklung eines Landes ein sowie zum dort vorzufindenden Geschäftsumfeld, wozu vor allem die Transparenz bei den Unternehmensbilanzen, der Gläubigerschutz und institutionelle Rahmenbedingungen gehören. Das Rating ist ein guter Indikator für Unternehmen, die mit oder in diesen Ländern Geschäfte machen. Die Bewertungen folgen einer ähnlichen siebenstufigen Skala wie die der Ratingagenturen: A1 bis A4 entsprechen Investmentgrades, B, C und D stehen für ein mittleres bis hohes Risiko. Regelmäßig werden 155 Länder analysiert und bewertet. Länderratings, Risikoeinschätzung und Informationen zu Zahlungsausfällen sind gebührenfrei abrufbar unter www.laenderrisiken.de.
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