Kartell der Ratingagenturen perfekt
Von Dr. Oliver Everling | 6.Juni 2008
In der fast hundertjährigen Geschichte der Ratingagenturen haben die drei Marktführer, die bereits heute zusammen mehr als 80 % des gesamten Ratingmarktes und in etwa gleichem Verhältnis die globalen Kapitalströme kontrollieren, am Donnerstag, den 5. Juni 2008 ein für die Ratingbranche historisches Preis- und Konditionenkartell erreichen können. Die Ratingagenturen Fitch Ratings, Moody’s und Standard & Poor’s (S&P’s), ohne deren Ratings weltweit Verbriefungen zwecks Emission vermögensgedeckter Wertpapiere praktisch unmöglich sind, verständigten sich auf die Gebührenstaffel, nach denen künftig Emittenten Gebühren an diese Agenturen zahlen müssen. Darüber hinaus verabredeten die Anbieter die Konditionen, unter denen sie für Emittenten tätig werden.
Die Börse honorierte die gute Nachricht mit einem Kursprung für die Aktien der Ratingagenturen. Immerhin erreichte z. B. die Notierung von Moody’s Corp. am Tag der Verkündung gut 41 US$, nachdem die Aktie noch zwei Wochen zuvor mit nur 34 US$ gehandelt worden war. Dies entspricht einem Kursgewinn von ca. 20 %, der insbesondere Moody’s Hauptinvestor Warren Buffet zugute kommt. Die Marktkapitalisierung von Moody’s beträgt rund 10 Mrd. US$. Da Exekutive und Gesetzgeber in Europa nicht eingeschaltet sind und es keine europäische Alternative zu den US-Agenturen gibt, kommen die jüngsten Abstimmungen auch mit Blick auf die europäischen Geld-, Kredit- und Kapitalmärkte voll den drei führenden Agenturen zugute.
Das Kartell sichert US-amerikanische Interessen und wurde daher in Abstimmung mit der Wertpapieraufsichtsbehörde U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) durch den Generalstaatsanwalt in New York, Andrew M. Cuomo, arrangiert. Die Vereinbarung über die Reform des Ratingmarktes ist nach den Worten von Cuomo ein Markstein. Der Generalstaatsanwalt trat mit den Spitzenvertretern von Fitch Ratings, Moody’s und S&P’s vor die Presse. Als wichtigstes Ergebnis der Kartellvereinbarung sieht Cuomo die Festlegung der Preisberechnung, nach der künftig Investmentbanken die Leistungen von Ratingagenturen vergüten müssen. Darüber hinaus wurde eine Reihe weiterer Belastungen verabredet, die von Emittenten zu tragen sind.
Cuomo spricht von einer „geschichtlichen Landmarke“ für die Ratingagenturen. Durch eine Reihe von Elementen der Grundsatzentscheidung werde die Unabhängigkeit der Ratingagenturen gestärkt. Tatsächlich dürften die Maßnahmen dazu beitragen, die Ertragskraft und Ertragsstabilität der führenden US-amerikanischen Agenturen entscheidend zu verbessern. Durch die Subprime-Kreditkrise war die langjährige Umsatzrentabilität der Ratingagenturen auf unter 50 % gesunken.
Durch das Kartell stimmen sich die führenden Ratingagenturen über ihr Parallelverhalten in folgenden Punkten ab: Preise, Offenlegung, Überwachung, Due Diligence, Unabhängigkeit und Garantien. Anders als früher werden künftig Ratinggebühren nicht erst fällig, wenn der Emittent für ein Wertpapier auch tatsächlich das Rating einer Agentur nutzt, sondern schon für jede Dienstleistung, die die Ratingagentur im Vorfeld erbringt. Die Agenturen stellen für ihre Dienste den Emittenten künftig auch dann bereits Rechnungen, wenn sie gar kein Rating veröffentlichen. Dies eröffnet den Ratingagenturen neue Ertragspotentiale, da nun auch Emittenten zur Kasse gebeten werden können, die sich für das Rating durch einen alternativen Anbieter entscheiden.
In der Absprache der Preisbemessung gegenüber den Betroffenen sieht der Generalstaatsanwalt die entscheidende Verbesserung. Weitere Vorteile dürften sich für Fitch Ratings, Moody’s und S&P’s auch daraus ergeben, dass in die Beratungen des Generalstaatsanwalts konkurrierende, kleinere Ratingagenturen nicht einbezogen wurden. Regelungsdetails bleiben so der Einsicht der Kartellmitglieder vorbehalten.
Konsens erreichten die drei führenden Ratinganbieter auch über die Offenlegungspolitik. So werden die Ratingagenturen alle Anfragen zu Verbriefungen künftig veröffentlichen und es dadurch den Emittenten erschweren, sich diejenige Agentur zu suchen, von der sie sich die günstigste Beurteilung erwarten. Investoren erhalten so Gelegenheit nachzuvollziehen, ob der Emittent möglicherweise durch ein „Rating Shopping“ eine bessere Klassifizierung erreichte.
Da „Rating Shopping“ von Investoren negativ beurteilt wird, werden Emittenten künftig sorgfältig abzuwägen haben, ob sie Ratingagenturen außerhalb des Kreises der „großen drei“ beauftragen. Wenn ein Emittent mit dem Rating eines Wettbewerbers aufwartet, nachdem er bereits einmal zu den führenden Agenturen Kontakt hatte, dürfte ihm unterstellt werden, nur wegen des günstigeren Urteils auf einen kleineren Wettbewerber „ausgewichen“ zu sein. Da sich das Gegenteil in diesen Fällen nicht beweisen lässt, dürfte das durch den New Yorker Generalstaatsanwalt geschaffene Kartell dazu beitragen, die Markteintrittsbarrieren gegen kleinere und insbesondere ausländische Wettbewerber noch weiter zu erhöhen und das Oligopol aus Fitch Ratings, Moody’s und S&P’s gegen internationale Konkurrenz abzusichern.
Hypothekenfinanzierer werden sich künftig auf einen umfassenderen Kontrollprozess der Ratingagenturen einstellen müssen. Die Originatoren von Hypothekendarlehen müssen ihre Kreditprozesse detaillierter als bisher dokumentieren. Die Ratingagenturen verständigten sich darauf, für die Überwachung der Hypothekarfinanzierer weitreichende Kriterien zu entwickeln. Fitch Ratings, Moody’s und S&P’s koordinierten sich auch bezüglich einer Reform der Due Diligence. Demnach werden Kriterien aufgestellt, nach denen relevante Informationen von Investmentbanken eingesammelt werden. Darüber hinaus müssen Investmentbanken künftig den Ratingagenturen eine Reihe von Garantien und Zusicherungen in Bezug auf Darlehen machen, die als Grunddeckungen für mit Hypotheken aus privaten Wohnungsbaudarlehen unterlegte Verbriefungstransaktionen (Residential Mortgage-Backed Security, RMBS) herangezogen werden.
Die durch den New Yorker Generalstaatsanwalt arrangierte Kollusion wird von den Kartellmitgliedern einhellig begrüßt. Deven Sharma, Präsident von S&P’s kommentierte: „S&P’s freut sich darüber, mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew M. Cuomo in diesen wichtigen Maßnahmen zusammenzuarbeiten. S&P’s bleibt unerschütterlich, wenn es um Transparenz, Offenlegung und die Stärkung der Führung des Ratingprozesses geht, und wir sind erfreut darüber, dass diese Prinzipien im Kern der heute erreichten Vereinbarung liegen.“ Diesem Urteil schließt sich Michel Madelain, Chief Operating Officer von Moody’s Investors Service, an und bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass nun strenge Maßstäbe noch breiter über die gesamte Branche bewilligt sind. Stephen Joynt, Präsident und CEO von Fitch Ratings, fügt hinzu, dass die verfügten Maßnahmen zur Wiederherstellung des Investorenvertrauens und zur Stabilisierung der Hypothekenmärkte beitragen.
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Moody’s Aufschwungsposition
Von Dr. Oliver Everling | 5.Juni 2008
Der wichtigste Indikator für die Prognose der weiteren Entwicklung der Kreditkrise in den USA ist nach Meinung von Ray McDaniel, CEO der Moody’s Corp., die Ausfallrate bei den Haushalten in den USA: Geraten immer mehr US-Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten, werde dies nicht zur Beruhigung der Märkte beitragen können.
Linda Huber, CFO von Moody’s Corp., bestätigt auf dem „2008 Investor Day“ am 5. Juni 2008, dass ein zweistelliges Umsatzwachstum entscheidend helfen würde, die Umsatzrendite von Moody’s auf das gewohnte Niveau von über 50 % zu bringen. Sie will sich aber nicht darauf festlegen, unter welchen Bedingungen diese Marge erreicht wird. Huber sagt, dass Moody’s bisher keine detaillierten Berechnungen durchgeführt habe, in welchen Konstellationen die langfristige Umsatzrendite erreicht wird.
McDaniel freut sich auf die Erholung des Marktes: Dann sei Moody’s sehr gut positioniert. Wie Huber ausführt, wurden Analysten nicht einfach entlassen, sondern in den meisten Fällen der Versuch unternommen, diese in anderen Bereichen des Unternehmens zu beschäftigen. Wenn der Markt zurückkehre, könnten diese Experten also schnell wieder in neue Aufgaben gebracht werden. McDaniel sieht darin eine wichtige Voraussetzung, um von einem Aufschwung zu profitieren.
Die aktuelle Marktsituation werde Moody’s nicht zum Anlass nehmen, einfach nur niedrige Ratings zu erteilen. Es gebe eine Reihe von Stimmen, die zu „mehr Vorsicht“ raten würden. Darunter würden diese verstehen, niedrigere Ratings zu erteilen. Moody’s werde auf diesen Musikwagen nicht aufspringen, denn die einzig richtige Strategie sehe er für Moody’s darin, möglichst korrekte Ratings zu erteilen. Eine pauschale Absenkung von Ratings stünde dazu im Gegensatz.
„Wir arbeiten in einer regulierten Branche“, charakterisiert McDaniel die Ratingindustrie. Ein Team bei Moody’s sei damit befasst, mit Regulierern auf der ganzen Welt zu sprechen, um allen Anforderungen der Aufsichtsbehörden gerecht zu werden. Abschließend zeigt sich McDaniel optimistisch, Moody’s auf den gewohnten Wachstumspfad zurückzuführen.
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Award von ULI an Commerz Real
Von Dr. Oliver Everling | 4.Juni 2008
Die Amsterdamer Büroimmobilie „Kraanspoor“ aus dem Spezialfonds „EURO OFFICE 1″ der Commerz Real ist vom Urban Land Institute (ULI, www.uli.org) mit dem „Award for Excellence“ in der Europa-Kategorie ausgezeichnet worden. Neben vier weiteren Objekten setzte sich die Immobilie in einem Wettbewerbsfeld von ursprünglich 24 Beiträgen aus elf Ländern durch. Mit dem „Award for Excellence“, der in der Europa-Kategorie zum fünften Mal verliehen wurde, würdigt die ULI innovative sowie nachhaltige Immobilienprojekte und Revitalisierungskonzepte. Bei „Kraanspoor“ hob die Jury neben der umweltgerechten Entwicklung den außergewöhnlichen Charakter des Gebäudes hervor, der auf vielfältige Weise neues Leben in das ehemalige Brachland zurückbringe.
Das dreigeschossige, rund 270 Meter lange Gebäude ist voll verglast und ruht auf einer industriellen Kranspur im Fluss IJ. Das Objekt umfasst nach Angaben der Commerz Real AG eine Gesamtmietfläche von rund 11.000 m². Seine Unterteilung in vier autonome Kernbereiche bietet die Möglichkeit alternativer Mietflächennutzungen. Mit ihrer ausgefeilten Klimatisierung besitze die Immobilie Vorbildfunktion, heißt es bei der Commerz Real AG, da sie an ein System angeschlossen sei, welches das Flusswasser sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen verwende. „Kraanspoor“ dient zudem den verschiedenen am Fluss lebenden Vogelarten als Nistplatz.
Vor dem Hintergrund ihres ausgeprägten Nachhaltigkeitscharakters war die Immobilie im März 2008 bereits mit dem MIPIM Award in der Kategorie „Green Building of the Year“ ausgezeichnet worden. Zudem hatte sie den „Special Jury Award“ erhalten. Die Commerz Real hatte das im November 2007 fertig gestellte Objekt im Februar 2008 mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 34 Millionen Euro von dem niederländischen Entwickler ING Vastgoedontwikkeling B.V. erworben.
„Wir freuen uns sehr, dass das innovative Modell von ‚Kraanspoor‘ auch durch das Urban Land Institute gewürdigt wird. In diesem mehrfach ausgezeichneten ‚Green Building‘ sehen wir einen wichtigen Beitrag für die Umwelt. Seine Energieeffizienz stärkt zudem die Nutzungsqualität und Wettbewerbsfähigkeit des Objekts“, sagt Hans-Joachim Kühl, im Vorstand der Commerz Real für die Immobilienakquisition verantwortlich.
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Hyperinflation beim Personalaufwand
Von Dr. Oliver Everling | 4.Juni 2008
Obwohl weniger Personal beschäftigt wird, steigt für Unternehmen der Personalaufwand. Das belegt zum Beispiel der Abschluss der börsennotierten Fabasoft AG. Unter den betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2007/2008 ist allein der Personalaufwand um 5,2 % gestiegen, sonst konnten die Steigerung begrenzt oder sogar Aufwendungen reduziert werden, berichtet Dipl.-Ing. Helmut Fallmann, Mitglied des Vorstandes der Fabasoft AG in Frankfurt am Main. Die 1988 gegründete Gesellschaft mit Hauptsitz in Linz (Österreich) beschäftigt per 31.03.2008 insgesamt 200 Mitarbeiter. Während die Fabasoft AG ihre Personalkosten im Griff halte, herrsche allgemein bereits eine Hyperinflation beim Personalaufwand, Löhne und Gehälter steigen wie schon lange nicht mehr.
Der Nachrichtenaufwand konnte um 38,8 % gesenkt werden. Auch die Reisekosten wurden deutlich, um gut ein Viertel, resultiert. Fallmann führt dies auf den sich verschärfenden Wettbewerb unter den Telekomanbietern zurück. T-Mobile beispielsweise sei in Österreich aggressiv dabei, Marktanteile durch attraktive Konditionen zu gewinnen. Auch von den neuen Technologien der Videokonferenzen und den Möglichkeiten, für einzelne Kunden online eindrucksvolle Präsentationen durchzuführen, profitiere ein Unternehmen wie die Fabasoft AG.
In der Software werde die Fabasoft AG bald 12 Sprachen unterstützen. Damit könnten Partner auch in anderen Regionen mit der Software der Gesellschaft tätig werden. Meist sei es notwendig, dass man kommerziell wie auch technisch einen landessprachlichen Ansprechpartner einsetzt. „Ein Römer kauft einem Südtiroler nichts ab“, aber die technische Unterstützung funktioniere, berichtet Fallmann. Österreich sei in jedem Fall für den Markt in Italien gut positioniert.
Fallmann sieht in den regionalen Gegebenheiten und Sprachproblemen Europas auch Chancen: Die Amerikaner würden versuchen, alles mit Englisch zu überwalzen. Insbesondere in der Softwarebranche könne man daher durch Berücksichtigung der Landessprache einiges erreichen. Der kulturelle Reichtum Europas sei kein Standortnachteil, sagt Fallmann.
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B2B-Suchmaschine BranchenIndex
Von Dr. Oliver Everling | 4.Juni 2008
Unter www.BranchenIndex.de ist im Juni 2008 die neue B2B-Suchmaschine für Firmenadressen der GWV Fachverlage an den Start gegangen. Umfassende Datenbankrecherchen, Firmeneinträge und Portraitbuchungen sind seitdem online möglich. Jedes Unternehmen kann seinen Eintrag unter www.BranchenIndex.de prüfen und persönlichen Zugangsdaten anfordern. Der aktuelle Adressbestand umfasst nach Angaben des Verlags Firmen aus den Bereichen Automobiltechnik, Elektrotechnik, Klebtechnik, Leichtbautechnik und Oberflächentechnik. Erweiterungen auf andere Branchen sind im Herbst 2008 geplant.
www.BranchenIndex.de steht ab sofort für Suchmaschinen optimiert online. Alle Firmeneinträge sind zusätzlich über die relevanten Fachportalen wie ATZonline.de, jot-oberflaeche.de und adhaesion.com abrufbar. „Mit einem Klick zum Überblick!“ Das ist das Motto des Anbieters. Entscheider und Einkäufer aus den Bereichen Konstruktion, Entwicklung, Produktion, Fertigung sowie Forschung und Management erhalten mit einem Klick alle relevanten Informationen.
Die verschiedenen Branchenindices der GWV Fachverlage sind in gedruckter Form schon lange eine feste Größe. Auch weiterhin veröffentlicht die Verlagsgruppe die klassischen zweisprachigen (deutsch/englisch) Ausgaben zu den Themen Automotive Electronics, Automotive Materials, Engineering Services, Galvanotechnik und Powertrain sowie den englischsprachigen Band Connecting Materials. Abgerundet wird das Angebot durch die JOT Marktübersicht, deren umfassendes Leistungsverzeichnis für die industrielle Oberflächentechnik nun auch im Branchenindex Online zur Verfügung steht.
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Absolute Insight European Equity Market Neutral Fund
Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2008
TELOS hat den Fonds Absolute Insight European Equity Market Neutral Fund geratet. Der Fonds erfüllt sehr hohe Qualitätsstandards und erhält die Bewertung „AA+“ auf einer Skala von A bis AAA (höchste Qualitätsstandards). Das Fondsrating von TELOS beurteilt auf qualitative Weise die Stringenz des Investmentprozesses, die Person des Fondsmanagers und sein Team sowie das Qualitätsmanagement innerhalb des Prozesses vor dem Hintergrund der Einhaltung ethischer Grundsätze wie Fondsklarheit und -wahrheit. Die Performanceergebnisse des Fonds dienen zur Beurteilung der Konsistenz des Investmentprozesses.
Der Absolute Insight European Equity Market Neutral Fund ist ein innovativer, aktiv gemanagter und in Europa investierender Aktienfonds. Das Ziel der Fondsmanager besteht darin, durch das gleichzeitige Eingehen von Long- und Short-Positionen (pair trade) eine möglichst marktneutrale Ausrichtung zu erreichen. Dadurch soll unabhängig von der jeweiligen Marktphase ein positiver absoluter Ertrag erzielt werden. Die Fondsmanager sind also bestrebt, ein Portfolio mit einem niedrigen Beta (zwischen -0.15 und +0.15) und einem hohen Alpha zu generieren.
Ziel ist es, einen jährlichen Mehrreturn gegenüber dem Geldmarkt von mindestens 4% nach Kosten zu erzielen. Der Fonds ist in verschiedenen Anteilsklassen erhältlich, u.a. einer in Euro gelisteten. Innerhalb der Anteilsklassen werden Wechselkursrisiken in der Regel gehedged.
Die Portfoliokonstruktion erfolgt bottom-up. Ausgangspunkt des Investmentprozesses ist ein monatliches quantitatives Screening des Anlageuniversums durch die Analysten. Das Screening soll dazu beitragen, fehlbewertete Aktien zu identifizieren und dadurch neue Anlageideen für potentielle Long-/Short-Positionen aufzudecken. Werte, die den Analysten und Portfoliomanagern auf Basis des Screenings als interessant erscheinen, werden einer umfassenden fundamentalen Analyse und Bewertung unterzogen. Dabei werden Kennzahlen wie KGV, Dividendenrendite oder der Cash-Flow-Return-On-Investment betrachtet sowie Treffen mit Unternehmensvertretern abgehalten. Für jedes Unternehmen, das als potentielle Investmentmöglichkeit klassifiziert wird, erstellen die Analysten einen Research-Report. Für Aktien, die auf Basis der Analyse als geeignete Long-/Short-Investments eingestuft werden und bei denen sich die Analysten bei ihren Einschätzung sehr sicher sind, wird eine Gegenposition gesucht. Diese Gegenposition kann eine andere Aktie derselben Branche, ein Index oder aber Cash sein. Die Gewichtung im Portfolio erfolgt auf Basis des Risikos der einzelnen Positionen sowie auf Basis der Wahrscheinlichkeit, welche die Analysten der Richtigkeit ihrer Einschätzung beimessen.
Sofern eine bessere Wertentwicklung als die des Vergleichindexes erreicht wird, fällt für den Betrag, um welchen der Fonds die Benchmark outperformed, eine Performancefee von 10% an (High-Water- Mark vorhanden). Im ersten Jahr seit der Auflegung haben die Fondsmanager ihr internes Investmentziel übertroffen.
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Von der Immobilien- zur Konsumentenkreditkrise
Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2008
Fred Fegel, Managing Director von Intrum Justitia Deutschland, Schwerzenbach, sieht durch die US-Kreditkrise eher mildere Auswirkungen auf Deutschland als auf die USA. Er stimmt darin mit Dr. Gertrud Traud überein, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, Frankfurt am Main. Beide sprachen auf der IBF-Veranstaltung zur Frage „Droht nach der Immobilienkreditkrise jetzt eine Konsumentenkreditkrise?“ bei Bloomberg TV. Fegel weist aber darauf hin, dass grundsätzlich eine Art Teufelskreis daraus ergeben kann, dass Banken durch die Krise gezwungen seien, ihre Kreditbereitschaft zurückzufahren. Die Verknappung könne dann zu Konsum- und Investitionseinschränkungen führen, die weitere Liquiditätseinengungen zur Folge habe.
„Den Konsum stabilisieren – den Erfolg sichern!“ So das Fazit von Fegel. Durch besseres Verständnis der Prozesse könnten Insolvenzen vermieden und in der Folge Kunden am (Wirtschafts-) Leben teilnehmen. Die Ankurbelung des Verbrauchs beginne in jeder Bilanz. Bisher habe man sich so verhalten, als ob man unendlich viele Ressourcen habe. Es sei einfach „nur tiefer gebohrt“ worden. Nun müsse man sich auf die neue Situation einstellen.
Guido Merz, Head of Retail and Business Banking bei Oliver Wyman in Frankfurt am Main, berichtet über seine neue Studie, die die Aussichten für europäische Länder sowie Fähigkeiten der Banken analysiere. Kreditverluste in Europa werden demnach weiter zunehmen. Trotzdem sei es unwahrscheinlich, dass sie US-Größenordnungen erreichen (weder in aggregierten Verlusten, noch in Prozent für eines der Länder). Manche Länder würden stärker betroffen sein und die Hauptlast tragen, warnt Merz. Kreditvergabestandards würden deutlich variieren, auch der ökonomische Ausblick sei unterschiedlich. Die lange Solvenzperiode führte nach Merz dazu, dass die Optimierung der Kreditprozesse eine niedrige Priorität hatte.
In der Methode von Oliver Wyman werden der makroökonomische Ausblick mit der Anfälligkeit des Kreditrisikos für ökonomische Veränderungen verbunden. Strategien in Ländern mit rapide sich verschlechternder Kreditumgebung sollten sich auf Wetterfestigkeit fokussieren und das Underwriting an den neuen Risikoappetit anpassen, sagt Merz. Es müsse sichergestellt werden, dass Banken in Ländern mit rapide sich verschlechternder Kreditumgebung schwierige Marktverhältnisse durch ausreichendes Kapital und Liquidität sowie Minimierung der Verluste „abwettern“ könnten. Das Ausschöpfen von Ergebnismöglichkeiten in grundsätzlich attraktiven Marktsegmenten durch sich zurückziehende Anbieter biete sich parallel dazu an.
„Aggressivität der Kreditstrategie“ und „Risiko sich deutlich verschlechternder Makroökonomie“ sind die beiden Achsen des analytischen Modells, in das alle von Oliver Wyman analysierten Länder eingeordnet und damit Anfälligkeiten analysiert werden können. Der Einsatz von Scoring ist generell hoch in Westeuropa, aber die Art der Verwendung unterscheidet sich dramatisch zwischen Geographien und Banken.
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Eigen- statt Kundeninteresse
Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2008
In seinem Beitrag „Nichts dazu gelernt“ beschäftigt sich Carsten Lootze aus der Redaktion von „Euro am Sonntag“ aus dem Axel Springer Finanzen Verlag GmbH in München mit den Lehren, die die führenden Ratingagenturen aus ihrer Rolle in der Kreditkrise gezogen haben. „Eigen- statt Kundeninteresse steht offenbar im Mittelpunkt der bisherigen [Ä]nderungen“, schreibt Lootze. Schließlich erzeugen neue Komitees und Beiräte bei den Marktführern kaum zusätzliche Kosten, da sie ohnehin Hunderte von Analysten und Beratern beschäftigen. Anders bei kleinen Wettbewerbern: Sie können sich in der Regel keine zusätzlichen Mitarbeiter leisten. Bereits jetzt kontrollieren die drei Platzhirsche fast den gesamten Markt.
Statt mit Reformen sorgen die Bonitätswächter nach Recherchen von Lootze mit neuen Skandalen für Aufsehen. Moody’s hat wegen eines Computerfehlers Anleihen auf Indizes für Kreditderivate zu gut bewertet. Internen Unterlagen zufolge haben leitende Mitarbeiter diesen Fehler bereits Anfang 2007 entdeckt. Doch statt die Noten der betroffenen Wertpapiere herabzustufen, weichte das Unternehmen die Bewertungsregeln auf und verschwieg die Panne, berichtet „Euro am Sonntag“.
Zudem sollen S&P, Moody’s und Fitch Analysten auf Wunsch ihrer Kunden ausgetauscht haben, heißt es im Artikel von Lootze. Offenbar waren die Kunden – Banken und andere Emittenten von Wertpapieren – unzufrieden damit gewesen, wie die Analysten ihre Anleihen und Derivate bewertet hatten. Doch das ist schlecht für das Geschäft, denn diese Emittenten sind die wichtigsten Auftraggeber der Ratingagenturen, so Lootze. Moody’s und Fitch bestreiten die Vorwürfe. „Wir tauschen Analysten nicht aus, weil Emittenten darum bitten“, sagt Moody’s-Sprecher Anthony Mirenda.
Eine gewisse Narrenfreiheit genießen die Ratingagenturen wegen ihrer Marktmacht. Reiner Back: „Die meisten Marktteilnehmer sind auf Ratings angewiesen.“ So steht in den Anlagerichtlinien vieler institutioneller Investoren, dass sie nur Papiere mit bestimmten Ratings kaufen dürfen. Zwar gibt es auch andere Maßzahlen für die Schuldnerqualitäten von Emittenten, zum Beispiel Credit Spreads (siehe Investor-Info). Diese gelten aber nur als kurzfristige Stimmungsmesser. Daher kommen die Initiatoren von Anleihen und Kreditderivaten nicht umhin, ihre Papiere mit Bonitätsnoten zu versehen.
Das könnten sie theoretisch auch selbst machen – allerdings fehlt es den meisten Instituten dafür an Zeit, Geld und Personal. „Ohne Prüfstempel von Moody’s, S&P und Fitch können sie ihre Produkte daher nicht verkaufen“, schreibt Lootze, und zitiert die Finanzprofessorin Christina Bannier von der Frankfurt School of Finance & Management: „Diese enorme Macht ist verantwortlich dafür, dass die Ratingagenturen keinen großen Reformeifer zeigen“, sagt Professorin Bannier.
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Ratingskala oder Rating-Skala
Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2008
In den Nachschlagewerken von Duden und Wahrig ist das Wort „Ratingagentur“ ohne Bindestrich zu finden, stellt Stephan Dové fest, Leiter Korrektorat der Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und Mitglied des Rats für deutsche Rechtschreibung. Im amtlichen Regelwerk wird in der Einleitung zur Verwendung des Bindestrichs dies erwähnt, zitiert Dové: „Der Bindestrich bietet dem Schreibenden die Möglichkeit, anstelle der sonst bei Zusammensetzungen und Ableitungen üblichen Zusammenschreibung die einzelnen Bestandteile als solche zu kennzeichnen, sie gegeneinander abzusetzen und sie dadurch für den Lesenden hervorzuheben.“
Die Autoren und die Redaktionen haben so auch die Freiheit, ein aus einer fremden Sprache entlehntes Wort, das mit einem deutschen Wort zusammengesetzt wird, als solches zu kennzeichnen, wenn dies noch als fremdes Wort empfunden wird, erläutert Dové die Praxis der NZZ. „Wir haben bis heute nicht festgelegt, dass wir bei Ratingagentur oder beispielsweise auch bei Nettoertrag nur die zusammengeschriebene Form in unserem Blatt schreiben wollen. Aus diesem Grunde kann der Redaktor die Form wählen, die ihm zusagt bzw. die ihm üblich erscheint.“
Beim Begriff „Rating“ haben sich in den letzten Jahren entscheidende Veränderungen ergeben. Schon zur Anfertigung einer Doktorarbeit an der Universität zu Köln am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere der Banken von Prof. Dr. Hans E. Büschgen wurde im Rahmen der Dissertation über „Credit Rating durch internationale Agenturen“ der Frage nach der Rechtschreibung nachgegangen. Die Duden-Redaktion war schon damals, Ende der 1980er Jahre, der Meinung, dass das Wort „Rating“ in der deutschen Sprache so verbreitet sei, dass es wie „Management“ oder „Computer“ zwar wie im Englischen ausgesprochen werde, sonst aber wie ein deutsches Wort gebräuchlich sei. Die Verwendung von Ratings und Ratingskalen reicht in der Soziologie und in der Psychologie z. B. weit in die 1960er Jahre zurück.
Anders als damals haben sich der rechtliche Status von Ratings und die Verbreitung maßgeblich verändert: Aufgrund der Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Kreditinstitute sind Banken verpflichtet, jeden Kreditnehmer einem Rating zuzuführen. Auch die Eidgenössische Bankenkommission macht darüber hinaus von Ratings Gebrauch, um danach die Angemessenheit der Eigenmittelausstattung der von ihr beaufsichtigten Kreditinstitute zu beurteilen.
Inzwischen haben Ratings auch im Marketing von Fondsgesellschaften und Versicherungen Einzug gehalten. So wird mit Fondsratings ebenso aktiv geworben wie mit Versicherungsratings. Ebenso sind Zertifikateratings, Nachhaltigkeitsratings usw. zu nennen. In Herausgeberwerken zum Existenzgründerrating, Nachfolgerating, Bankenrating usw. verwenden die Autoren einheitlich die Zusammenschreibweise.
Es gibt kaum noch einen längeren Fachtext in deutscher Sprache, in dem die Binde-Strich-Schreib-Weise für Wortzusammensetzungen mit dem Wort „Rating“ konsequent durchgehalten würde. Meist wird inkonsequent mal von Rating-Analyst, dann aber von Ratingberater usw. gesprochen. Viele Texte würden nur noch von Bindestrichen überhäuft, wenn man nicht Ratingkriterium, Ratingsystem, Ratingansatz, Ratingagentur, Ratingergebnis, Ratingurteil, Ratingsymbol, Ratingdefinition, Ratingbegriff usw. schreiben würde. Da die Gesetzgeber im gesamten deutschsprachigen Raum Ratings zwingend verlangen, ist es höchste Zeit, die Empfindung als „fremdes Wort“ abzuschütteln, um die Akzeptanz zu erhöhen.
„Grundsätzlich neigen wir bei der NZZ bei solchen Zusammensetzungen mehr als andere Zeitungen dazu, den Bindestrich zu verwenden. Das kann auch von Ressort zu Ressort unterschiedlich sein“, sagt Dové. „Während Nettoertrag normalerweise ohne Bindstrich geschrieben wird, will das Ressort Wirtschaft, dass die Art des Ertrags sofort ersichtlich wird: Netto-Ertrag.“
Kürzlich sei auf Wunsch der Redaktion beschlossen worden, dass Zusammensetzungen mit Pop nur noch mit Bindestrich geschrieben werden (Pop-Idol, Pop-Ikone, Pop-Konzert und nicht Popidol, Popikone, Popkonzert, wie Duden und Wahrig in ihren Büchern auflisten). „Und zurzeit wird auch im Zusammenhang mit der Euro 08 ein weiterer Wunsch besprochen, ob wir künftig ebenfalls grundsätzlich Zusammensetzungen mit Fan nur noch mit Bindestrich schreiben wollen. Auch dies wäre entgegen den Wörterlisten von Duden und Wahrig, kann aber durchaus als Lesehilfe angesehen werden: Fan-Gemeinde statt Fangemeinde; Fan-Zone statt Fanzone usw. Die Schreibweise Rating-Agentur ist also ebenso korrekt wie Ratingagentur.“
Dové weiter: „Ich weise immer wieder darauf hin, dass wir in Texten mit der Verwendung von Bindestrichen sorgfältig umgehen sollen. Dass zu diesem Thema die Meinungen auch innerhalb der Redaktion verschieden sind, sei noch erwähnt. Für unser Haus haben wir eine Regelung aufgestellt, die den Schreibenden und den Redigierenden genügend Freiheit erlaubt: Zusammensetzungen mit mehr als drei Wörtern sind zu kuppeln, wenn sie unübersichtlich sind. Zusammensetzungen mit fremdsprachigen Ausdrücken, die noch nicht als eingedeutschte Fremdwörter gelten, erhalten ebenfalls einen Bindestrich: Stagiaire-Abkommen, Collégien-Ausweis, Victory-Zeichen, Handicap-Rennen, Cup-Final.“
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Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating
Von Dr. Oliver Everling | 3.Juni 2008
„Hohe Kapitalrenditen gibt es nur auf Kosten anderer“ und „Die meisten, die das Börsenspiel mitspielen, verlieren.“ Solche für manchen Teilnehmer überraschende Sätze fielen beim jüngsten Frankfurter Symposion der Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating über das Thema „Sustainability als Gestaltungsprinzip für die Rahmenordnungen von Finanz- und Gütermärkten.“ Hinter dem etwas drögen Programmtitel verbirgt sich relativ Brisantes. Ausgehend von den Horrormeldungen über entfesselten Kapitalismus, grenzenlose Globalisierung und ihre Folgen, um den Globus vagabundierendes Kapital und moralfreien Shareholder-Value arbeitet die Gruppe aus Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen seit 15 Jahren an einem Konzept der Nachhaltigkeit im Finanzwesen.
Nach Meinung der Konferenz müssen dringend die Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) geändert werden: Wer Kosten auf die Allgemeinheit abwälzt, Fachbegriff „externalisiert,“ verstößt gegen das Nachhaltigkeitsziel – dem müssen beide Gesetze vorbeugen. Gefordert wird eine doppelte Generalklausel für alle einschlägigen Regelungen auf nationaler und internationaler Ebene: Wettbewerb soll nur dann als schutzwürdig gelten, wenn er ökologisch, sozial und kulturell nachhaltig ist.
Vor allem gilt das aber, so die vom Symposion verabschiedete Abschlusserklärung, für die internationalen Finanzmärkte. Dringend geboten seien Transparenz und Risiko-Kontrolle. Das Finanzkapital müsse wieder in die alte Sozialbindung zurückgeführt werden, aus der es zum Nachteil vieler befreit worden sei. Das gehe nur durch harte Kontrollen. Einige der Forderungen im einzelnen:
Kontrolle und Offenlegung der Risiken für alle großen Akteure am Finanzmarkt, auch Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften, sowie Einrichtung einer wirksamen internationalen Aufsicht; Eingrenzung der grenzenlosen Geldschöpfungsmöglichkeiten: Hinreichende Eigenkapitalunterlegung; von Krediten selbst an erstklassige Staaten, von Firmenübernahmen und dem Kauf von Derivaten; Verhinderung von Geschäften außerhalb der Bilanz durch strengere Bilanzierungsregeln, bzw. strikte Unterwerfung derselben unter die Bankaufsicht; Einführung einer Transaktionssteuer für spekulative Kurzzeit-Kapitaltransfers; persönliche Haftung der Finanzakteure; Entmythologisierung der von der Finanzmarktindustrie behaupteten Renditechancen. Vor allem kleine Investorinnen und Investoren verlieren an den Finanzmärkten mehr Geld als sie gewinnen.
Oben auf dem Forderungskatalog der Konferenz steht die Forderung, ins Aktiengesetz eine Nachhaltigkeitsverpflichtung hineinzuschreiben, mit welcher die Gesellschafter „zur gleichrangigen Berücksichtigung der Produktivkräfte Arbeit und Natur verpflichtet“ werden, die „zusammen mit dem Kapital“ die Wertschöpfung hervorbringen. Zudem seien „Aktionäre und Arbeitnehmer gleich zu behandeln.“ Vorstände müssten auf nachhaltiges Wirtschaften verpflichtet werden. Die Kapitaleigner seien aufzurufen, bei Geldanlagen ethisch-ökologische Maßstäbe anzulegen und die nichtfinanziellen Leistungen der Unternehmen ebenso hoch zu bewerten wie die finanziellen, fordern Prof. em. Dr. Johannes Hoffmann und Prof. em. Dr. Gerhard Scherhorn aus der Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating. Das nachhaltige Wachstum entwickelter Volkswirtschaften werde linear sein, hohe Kapitalrendite werde zur Ausnahme. Und nicht zuletzt wurde betont, dass es für Deutschlands Glaubwürdigkeit im Antikorruptionskampf notwendig sei, dass der Bundestag endlich die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert und dafür die Strafvorschrift zur Abgeordnetenbestechung erweitert.
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