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Petitum für abgestimmte Regulierung

Von Dr. Oliver Everling | 27.Februar 2013

„Bei manchen Regulierungsthemen hat die Bundesregierung gerne den Vorreiter gemacht“, führt Claus Döring, Chefredakteur der Börsen-Zeitung, in die Diskussion zur Zukunft des Finanzplatzes ein. Das Podiumsgespräch findet auf dem 6. Finanzplatztag in Frankfurt am Main statt, veranstaltet von der WM Gruppe. Döring diskutiert mit Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands e.V., Prof. Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes der NATIONAL-BANK AG, und Stefan Winter, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Auslandsbanken in Deutschland e.V.

Winter mahnt zur besseren Koordination der Regulierung der Banken. So werde nicht nur der Wettbewerb verzerrt, sondern auch die Bankunternehmensführung mit widersprüchlichen Anforderungen erschwert oder es gar unmöglich gemacht, allen Ansprüchen in gleichem Maße gerecht zu werden.

„Mein Petitum ist, auf nationaler Ebene wie auch im europäischen Kontext deutlich zu machen, dass wir uns vom Geschäftsmodell der Universalbank nicht verabschieden“, gibt Fahrenschon ein Beispiel. Die Politik können nicht mit einen Skalpell „gutes“ und „schlechtes“ Bankgeschäft voneinander trennen. „Wenn wir weiter eingeschränkt werden, können wir unsere Dienstleistung nicht mehr erbringen.“

Lange glaubt, dass deutlich mehr als 15 % Kernkapital für Banken erforderlich sein werden. „Wer will bei den heutigen Eigenkapitalquoten noch im Mittelstand“, fragt Lange, „Kredite mit eigenem Risiko vergeben?“ Lange fordert eine deutlich bessere Eigenkapitalausstattung der Banken. Dabei räumt Lange ein, dass man dafür nicht eine einfache Formel finden könne. Er ist sich aber sicher, dass Banken mehr Eigenkapital benötigen, um ihre Rolle als stabile, verlässliche Finanzierer der Wirtschaft wahrzunehmen.

Wenn Google oder Amazon außerhalb der USA Vermögen steuerfrei ansammeln und damit ihre Kriegskassen auffüllen könnten, dürfe dies nicht unbeachtet bleiben, sagt Fahrenschon. Die zentrale Frage aber sei der Umgang mit der Situation, dass Institute die gesamte Weltwirtschaft infizieren können. Entweder müsste die Regulierung sich an dieser Struktur orientieren oder eben diese Institute anders organisiert werden.

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