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Plädoyer für transparente Kommunikationspolitik

Von Dr. Oliver Everling | 5.Februar 2012

Die Anwendung einer “transparenten Kommunikationspolitik“ eines an der Börse notierten Unternehmens mit dem Eigenkapitalgeber als auch mit dem Fremdkapitalgeber ist ein weitläufig bekanntes und auch in der jüngsten Vergangenheit oft angesprochenes Thema. “Doch stellt sich die Frage wie der Investor eine transparente Informationspolitik eines Unternehmens definiert?” Dieser Frage geht Metehan Sen in seinem Beitrag zu dem Buch “Transparenzrating – Wege zur effizienten Analyse und Bewertung der Rechnungslegung von Unternehmen“ nach (herausgegeben von Dr. Oliver Everling, Peter Schaub und Rolf Stephan, Gabler Verlag – Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, www.gabler.de, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-8349-3365-2).

Metehan Sen ist Vorstandssprecher der Franconofurt AG (www.franconofurt.de) und dort zuständig für die Verantwortungsbereiche Finanzen, Investor Relations, Controlling und Steuern. In seinem Urteil stützt er sich auf Kapitalmarkterfahrung bei Sal. Oppenheim, Credit Suisse und Barclays BZW. Er ist außerdem Aufsichtsratsvorsitzender des Tochterunternehmens OperaOne AG.

“Welches Ausmaß an Informationen ist notwendig, um die Geschäfts- sowie Finanzlage eines Unternehmens gut einschätzen zu können?” Die Lösung der durch das „Transparenzniveau“ hervorgerufenen Problematik könne sich sowohl für Eigenkapitalgeber/Fremdkapitalgeber als auch für Unternehmen als ein wesentlicher Erfolgsfaktor herausstellen.

Als Grundstein ist nach Sen die Festlegung eines Mindestmaßes an Informationen, welche von den Unternehmen veröffentlicht werden, erforderlich. Obwohl diese bereits durch regulatorische Anforderungen abgedeckt würden, sei hier eine Ausbaufähigkeit erkennbar. “Aufbauend darauf”, so Sen weiter, “ist das Management und der Eigenkapitalgeber/Fremdkapitalgeber verpflichtet, dass ‘optimale Transparenzniveau’ zu definieren. Ob sich eine genauere Eingrenzung dieser Thematik als richtungsweisend in der Finanzbranche etabliert und somit Anwendung durch Unternehmen findet, bleibt dahingestellt.”

Jedoch sei es im Zeitalter des Internets besonders wichtig, dass Unternehmen marktrelevante Informationen zeitnah publizieren und somit rechtzeitig den Investor informieren. “Es obliegt dem Unternehmen,” argumentiert Sen in dem Buchbeitrag, “inwieweit welche Mengen an Unternehmensinformationen und in welcher Häufigkeit dem Investor zur Verfügung gestellt werden. Nichtsdestotrotz sollte ein gewisses Gleichgewicht der Informationsverteilung vorliegen, damit keine Überflutung oder ein Mangel an Informationen entsteht. Deswegen wird die Erlangung eines optimalen Transparenzniveaus in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen.”

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