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Sewing fordert öffentliche Investitionen ein

Von Dr. Oliver Everling | 4.September 2019

Die deutliche Mehrheit der Experten auf dem Bankengipfel des Handelsblattes glaubt nicht, dass die Deutschen ausschließlich über Tech-Konzerne wie Google oder Apple ihre Bankgeschäfte abwickeln wollen. Mit dieser Einschätzung liegen die Teilnehmer des Gipfels gleichauf mit den repräsentativen Befragungsergebnissen des Handelsblattes in Deutschland, denn 72 % der Deutschen verneinten die Frage.

Die Deutsche Bank macht wieder Gewinn, die Commerzbank schlage sich wacker im MDax, leitet Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts in die Veranstaltung ein. Brexit, Handelskrieg, Disruption, Krise – die Deutschen seien gut darin, Krisen größer zu machen, als sie eigentlich seien. Das “Katastrophenmoment” in der Seele müsse zur Seite geschoben werden.

Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, gratuliert Afhüppe zur internationalen Rednerliste des Handelsblatts, einer Veranstaltung, die mit “Bankengipfel” einen neuen Namen gefunden hat und “Banken im Umbruch” ablöst.

Sewing bespricht die Krisenherde. Die Probleme Italiens bleiben ungelöst, aber auch außerhalb Europas, wie in Argentinien, gibt es Probleme. Sewing meint die Schleifspuren der Krisenherde bis hin zu Hongkong zu sehen. Der Geldhahn sei aufgedreht. 17 Billionen Euro werden negativ verzinst. Angesichts der trüben Aussichten habe die Europäische Zentralbank noch billigeres Geld in Aussicht gestellt. Eine weitere Zinssenkung werde verpuffen, warnt Sewing. Wer Zugang zum billigen Geld habe, gehöre zu den Gewinnern. Das lasse sich nicht durch eine Vermögenssteuer reparieren. Ein Fehler lasse sich nicht durch einen weiteren Fehler korrigieren.

Viele Menschen seien mit dem System unzufrieden, selbst in Deutschland seien im Osten nur noch ein Drittel der Menschen von der Sozialen Marktwirtschaft überzeugt. Vollbeschäftigung, Budgetüberschüsse stehen sozialen Spannungen gegenüber.Wenn sich die soziale Lage verschlechtere, gewinne der Populismus.

Sewing sieht den Wettlauf zwischen China und den USA insbesondere im Bereich der Technologie und kommentiert mit Sorge den norwegischen Staatsform, der sich auf US-Aktien fokussieren wolle. Nur als Europäische Union sei Europa ein Gegengewicht. Standort- und Steuerpolitik müsse umdenken, wie auch die Attraktivität für die besten Köpfe sei wichtig.

Die öffentliche Hand bekommt Geld zum Investieren. Sewing spricht sich für mehr öffentliche Investitionen für Technologie und Bildung aus: Internet of Things, schnelle Netze usw. Es gehöre offenbar immer noch zum “zum guten Ton”, die Banken zu kritisieren. Negativzinsen für Banken in Europa schaffen diesen einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Banken in den USA, die dort erhebliche Erträge vereinnahmen können.

Sewing zeigt auf, wie die Deutsche Bank ihre Hausaufgaben macht – von Investitionen in die Technologien über schmerzlichen Personalabbau bis hin zur Kapitalfreisetzung, wo die Bank den höchsten Nutzen für die Volkswirtschaft bringen kann. “Shareholder Value” sei als Konzept nicht genug. Unternehmen müssen alle Interessengruppen im Blick haben, insbesondere auch die Gesellschaft insgesamt. Der gesellschaftliche Nutzen müsse besser auch in den Geschäftszahlen reflektiert sein.

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  • Die meisten Unternehmen messen ihre Erfolge auch heute noch in Währungseinheiten, in Euro oder Dollar zum Beispiel. Dabei lassen sich die Einflussfaktoren des Erfolgs nicht allein an einer Zahl abbilden. Zur Steuerung von Investitionen reicht es einerseits nicht aus, Investitionen lediglich zu beschreiben, andererseits sind viele Umstände nicht kardinal zu skalieren. Klassifizierungen mit Ratingskalen sind daher eine Methode, mehr Transparenz für praktische Entscheidungen zu schaffen. Seit Ende der 1980er Jahre arbeiten wir daran und deshalb gibt es seit 1998 diesen Blog. RATING EVIDENCE GmbH - Wofür wir stehen: Es ist unser Anspruch, Werte zu schaffen, indem wir den Nutzen von Ratings erschließen.