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Trends im europäischen Fondsmarkt

Von Dr. Oliver Everling | 20.Mai 2015

Detlef Glow von Lipper gibt auf der Konferenz „Kapitalverwalter in Deutschland“ von WM Datenservice einen aktuellen ÜBerblick über den europäischen Fondsmarkt: Absatztendenzen, Anteilklassenflut und ETF-Welle. Die Veränderung der Zahl der Fonds ergibt sich aus der Anzahl der Schließungen, Zusammenlegungen und Eröffnungen. Seit 2011 gehen die Zahlen deutlich zurück. Netto gab es 2011 insgesamt 722 Fonds weniger, 2012 minus 1022, 2013 minus 971 und 2014 minus 603. Das Spektrum unterschiedlicher Fonds hat jedoch zugenommen.

„Was mich überrascht, dass wir trotz eine Niedrigzinsumfeldes immer  noch eine große Zahl neuer Bond Funds sehen“, sagt Glow. Diese Fonds würden zum Teil aufgelegt, um in einem Umfeld steigender Zinsen profitieren zu können. Immer mehr Fonds würden als „Multi Asset Fonds“ positioniert, um wegbrechende Zinserträge durch Performance in Aktien und anderen Assets auszugleichen. „Wir sehen allerdings auch viele Strategien, die nicht funktioniert haben und daher vom Markt genommen werden.“

Glow zeigt den längerfristigen Trend bei den Fondsabsätzen in Europa. Nach den Rückschlägen 2008 und 2011 habe 2015 überaus erfolgreich gestartet. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch Mischfonds getragen, die eine „wechselvolle Geschichte“ haben, wie Glow anhand der Statistik zeigt. 2014 waren die Mischfonds sogar die zweitbest verkaufte Anlageklasse.

Nur rund 10.000 Fonds von rund 35.000 würden wirklich international in Europa verkauft. „Eigentlich hatten die internationalen Fonds immer einen Vorteil gegenüber den lokal verkauften Produkten“, berichtet Glow. Mischfonds sei ein Produkt, das insbesondere von lokalen Anbietern vorangetrieben werde. Daher spielen diese international eine geringere Rolle.

„Investoren suchen alternative Renditequellen. Man traut dem Frieden am Bondmarkt nicht“, warnt Lipper. Die große Frage sei, was passiere, wenn die Märkte wirklich anfangen zu schwanken. Die Mittelzuflüsse zu Fonds stehen nicht unbedingt in einem Zusammenhang mit der Performance der Fonds bzw. Assetklassen.

Dividendenfonds konnten auch noch 2011 deutliche Mittelzuflüsse verzeichnen. Inzwischen fließen 27 % (2014) in „Income Funds“. Während 2010 bis 2013 zeigten Equities UK Income Abflüsse, einige wenige Fonds führten 2014 zur Umkehr, berichtet Glow anhand der Daten von Thomson Reuters, Lipper FMI. Die bestverkaufenden Fonds machen rund dreiviertel der Nettoverkäufe aus.

Glow illustriert, wie Anleger mit ETFs von Trendsituationen schnell profitieren können. Entsprechend schwanken die Nettoverkäufe von ETFs bzw. die Zuflüsse zu ETFs. Glow stellt nüchtern fest, dass ETFs nur bei 10 bis 15 % Marktanteil liegen. „Der ETF ist gut gewachsen, ja, ist er eine Bedrohung für aktive Manager, nein“, meint Glow mit Blick auf die doch dominante Marktposition der aktiven Fonds. „Smart Beta ist ein echter Trend im Markt, aber deutlich begrenzt, da nur Beimischung. Smart Beta sei für Index Plus ein Problem.“

Themen: ETF-Rating, Fondsrating | Kein Kommentar »

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