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Weniger Insolvenzen in Mittel- und Osteuropa

Von Dr. Oliver Everling | 25.Juli 2016

Die günstigen wirtschaftlichen Bedingungen führten zu einer besseren Situation der Unternehmen in Mittel- und Osteuropa (MOE). 2015 sank die Zahl der Insolvenzen in neun von 13 von dem französischen Kreditversicherer Coface untersuchten Ländern.

Die Insolvenzen variierten stark von Land zu Land. Den signifikantesten Rückgang mit fast 50 Prozent verzeichnete Rumänien, das von erheblichen Steueranreizen profitierte. Der höchste Anstieg in der Region mit 20,8 Prozent wird aus der Ukraine gemeldet und ist auf die anhaltende Rezession durch den Konflikt mit Russland zurückzuführen. In den meisten Ländern sind die Insolvenzzahlen noch nicht auf demselben Niveau wie vor der Wirtschaftskrise 2008. In der Tschechischen Republik waren die Insolvenzen fast viermal, in Polen 1,8-mal und in Slowenien 2,2-mal höher als 2008, wohingegen sie in der Slowakei und Rumänien noch immer unter dem Vorkrisenniveau liegen.

Die Insolvenzentwicklung in den einzelnen Ländern 2015: Ukraine (+20,8%) Litauen (+16,3%), Tschechische Republik (+8,7%), Serbien (+7,0%), Rumänien (- 49,5%), Ungarn (-44,2%), Slowenien (-34,3%), Kroatien (-28,5%), Slowakei (-14,6%), Lettland (-13,8%), Estland (-9,7%), Bulgarien (-8,1%). 

„Die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirken weiterhin unterstützend, aber schwächer als im Vorjahr“, meint Grzegorz Sielewicz, Economist für MOE bei Coface. „Wir gehen von einem Rückgang der Insolvenzen um 5,3 Prozent für das Gesamtjahr 2016 aus.“ Die Länderbewertungen von Coface bestätigen dieses positive Bild der Region mit mehreren Aufwertungen in diesem Jahr: Im Januar wurde Ungarn auf A4 hochgestuft. Im Juni folgten die Aufwertungen von Lettland auf A4, Litauen auf A3, Rumänien auf A4 und Slowenien auf A3. Die meisten MOE-Länder befinden sich seither auf einem Niveau mit akzeptablem bis zufriedenstellendem Risiko.

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  • Dr. Oliver Everling

    Dr. Oliver Everling ist Geschäftsführer der RATING EVIDENCE GmbH in Frankfurt am Main.

    Als Gesellschafter, Beirat, Aufsichtsrat, Independent Non-Executive Director nach der EU-Verordnung über Ratingagenturen, Mitglied von Ratingkommissionen, Chairman des ISO-TC "Rating Services", Gastprofessor der CUEB in Peking und zum Beispiel als Herausgeber von mehr als 50 Büchern war oder ist er mit Ratingfragen befasst.

    Nach Promotion am Bankseminar der Universität zu Köln war Dr. Oliver Everling Referent des Arbeitskreises Rating der WM Gruppe und ab 1991 Geschäftsführer der Projektgesellschaft Rating mbH sowie von 1993 bis 1998 Abteilungsdirektor und Referatsleiter in der Dresdner Bank.